Montag ö. NPrN 1903 153. Jahrgang Zweites Blatt. Nr. 81 • rfftclBt täglich außer Sonntag«. Dem G,ebener Anzeiger werden im $kd)lel mit dem krffttchea tanbmlM die Oletzeier Familien, blätier viermal m der ‘S3odx deigeiegl. RoianonSdruck il Verlag bei Brüh l'lchen Umverl.-Buch-u.biem- b ruderet (theild) lirben) Redaktion. Erveditwn und Druckerei: EchnlKraße 7. Ldresie für Tevelchen: Anzeiger •leben. ftfrniprrd)anld>lu6flr 61. Ve-ng«pre»»: j WH O mono iiich 7dPi.. merlri- GietzenerAnzelgerW ,J General-Anzeiger 67 ** S Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen JHe heutige Aummer umsaht 12 Seiten. Kaiser Zöithelm in Dänemark. Kopenhagen, 5. April. Kaiser Wilhelm, die Kaiserin-Witwe von Rußlanb und die königliche Kamille mit befolge wohnten am gestrigen Abend einem Konzert des Kopenhagener sludenttschen Gesangvereins bet zum Vesten deS Denkmals jur den verstorbenen dänischen Komponisten Hartmann. Tas Konzen wurde un üonzertpalais obgihalten, dessen großer Laal von einem auserlesenen Publtkum gefüllt war. Veim Antritt der Herrschaften wurde aus dem Publikum ein hoch auf den König, seinen Gast und die Protektorinnen des Konzerts, nämlich die Königin von England und die Kaiserin-Äitlva von Rußland, ausgebracht. Tas Programm enthielt Kompositionen von Hartmann und fand großen Beifall. Auf der Hin- und Rückfahrt wurde der Kaiser vom Publikum sehr sympathisch begrüßt. Nack zehn Uhr abends begab sich der Kaiser zum König, um oafeckst den Dee einzunehmen. Deut Komuiandanten von Kopenhagen, Oberst Severin, und dem Kommandanten der Leckgarde, Oberst Lemvigh, wurde vom Kaiser der Rote Adlerorden zweiter Klasse ver- liehen. Heute vormittag wohnten der Kaiser, der König und die königliche Familie dem Gottesdienste in dec Marmor- tird)* bei. Heute mittag wurde dem Kaiser die neue für die dänische Jusanterie in Aussicht genommene Uniform gezeigt. Generalmajor Dackcrg stellte einen Offizier, und ztvar den jüngsten Sohn des kommandierenden Generals v. Hedemann, und einen Mairn vor. Die joppenactige Uniform besteht auS grauem, leicht inS grünliche spielenden Zeug mit Klappkragcn. Die Ehargenabzeichen werden ähnlich dem der Marme, aber in sebr schmalen Streifen aus dem Aermel getragen Hierzu wird braunes Ledeczcug, graues Käppi, Schnürschuhe und Gamaschen getragen. Tie Offiziere fiihcen den Degen am Koppel, an welchem auch die Kartentasche und der Revolver angebracht sind. Der Kaiser fuhr heule nachmittag in Begleitung des danisd-en Krotrprinzen, deS Prinzen Waldemar und des Prinzen Albert von Glücksburg Mittels Sonderzutzes nach oredecrköborg. Nach dem Enipsang durd) die ilübiischen Behörden fuhr der Kaiser, von einer zahlreichen Menschenmenge begeistert begrüßt, im offenen Wagen durch die Mil Flaggen reich geschmückte Stadt noch dem Schloß. Unter Fahrung deS Kammerherrn Nieldahl wurde die vom Kaiser geschenkte Kopie des Grabdentmols Friedrich L, das sich in der Tomktrche zu Sd)leswig befindet, besichtigt. Der Kaiser sprach hierbei seine Befriedigung über dre Ausstellung des Geschenkes aus. An einen Rundgaug durch die Zimmer de- zivellen Stockwerks und den Rütersaal, dessen neue prad)wolle Gobelins besonders beivundert wurden reihte fid) eine Besichtigung der Sd)lOstkirche. Heute nachmittag um 5 Uhr kehrten die Herrsd-aslen nad) Kopenhagen zurück. t . . 4kl der Abendtafel führte der Kaiser die Königin von England und nahm feinen Platz rechts neben dem König ein Ter König führte die Kaiserin-Witwe von Russland. Die Kan de, daß der Kaiser fid) entschlossen habe, seinen Aufenlhall In Kopenhagen bis heute abend zu verlängern (vgl. Wochenschau) ruf allgemeine Befriedigung hervor, weil man daraus erkennt, ivie wohl er sich» Tarrt der berzlicl-en Gastfreundschaft, des Königs und der Stadt in der dänischen Hauptstadt fühlt. Der Kaiser schenkte dem König von Dänemark auster mehreren machtvollen Blumenkörben, die er auS Berlin mrtgebracht hatte, prächtige Porzellanarbeilen und aoldene Epauletten mit dem NamenSzug des Königs für feine LUaiienumform. Gestern und heute sandte der Kaiser prachtvolle Bouquets an sämtliche Damen der königlichen Familie. Dem deutschen Gesandten m Kopenhagen schenkte der Kaiser sein Porträt mit kostbarem Jlahmen und eigenhändiger Unterschrift. Nach dem AbschiedSmahl bei dem König schiffte sich Kaiser Wilhelm abends 9‘/, Uhr auf der „Hohenzollern' ein. Tff zielle Kammerberichte. Gießen, 6. April 1903. In einem Artikel deS klerikalen .Mainzer Journals', der sich in erster Linie mit den stark gefärbten Berichten der .Franks. Ztg.' über die Verhandlungen der Zweiten hefflschen Kammer beschäftigt, wird mitgeteill, daß Abgeordnete ver- schiedener Parteien die Einführung offizieller Berichterstattung zu beantragen beabsichtigen. Sollte em solcher Antrag, waS wir nicht glauben, im Plenum zur Annahme gelangen, so würde die Absicht der Herren Abgeordneten, die sich gelegentlich über den Mangel an Objektivität bei der Kammerber»chterstatlung in den Zeitungen beklagen, keineswegs erfüllt werden. Man setze nur den Fall, die Amtsblätter deS Landes würden zur Veröffentlichung offizieller Kammerberichle verpstichlet. Es unterliegt keinem Zweifel, daß alle übrigen Blätter deS Landes die Anstellung eigener Preßvertreter im Landtage durch diese Einführung nichts weniger als entbehrlich betrachten würden. Im Gegenteil, sie würden alsdann ganz besonderen Wert auf eigene Benchlerslattung legen, mit der Veröffentlichung offizieller Berichte würden sie sich nun und nimmermehr einverstanden erklären, schon im Interesse ihrer Leser, denen eS natürlich darum zu tun ist, em anschauliches Bild von den Verhandlungen in den Kammern zu erhalten, nicht aber trockene offizielle Berichte. Die offizielle Berichterstattung hätte zudem das Mißliche, daß sie bei den dann zweifellos in Hülle und Fülle auftretenden Aenderungen in den Stenogrammen arg verspätet den Zeitungen zugehen würde. Im Wesen der modernen Preffe liegt es jedoch, die Leser schnell, möglichst schnell zu orientieren und darum würde die gesamte hessische Preffe, sofern sie beachtet wird, vor den offiziellen, sich um Tage verspätenden Berichten am Tage darnach erscheinende Referate nach wie vor veröffentlichen, schon um der Konkurrenz namentlich der außerhessi- schen, d. h. in erster Lime der Frankfurter Blätter zu begegnen, die im anderen Falle die hessischen Blätter auf daS empfindlichste schädigen würden. WaS da von einigen Herren Parlamentariern, die offenbar keine Ahnung von den modernen PreßoerhÜItniffen besitzen, beabsichtigt wird für unseren Landtag, ist al|o em Nonsens. 'Neben der offiziellen Berichterstattung wird, wie gesagt, der größte Teil der Preffe die Pflicht empfinden, selbst» ständige Berichte seinen Lesern zu bieten, auch wenn die offiziellen Berichte noch so gut und noch so objektiv sein sollten. Jede Zeitung, die etwas auf sich hält, strebt danach, möglichst viele Orig inal ar beit en zu veröffent» lichen. Kann man ihre Berichte aber noch in so und so viel anderen Blättern auS der nächsten Nachbarschaft lesen, bann erlahmt daS Interesse der Abonnenten einer bestimmten Zeitung an dieser ganz wesentlich. Tenn gerade die Menge der Cngmalarbeiten macht erst em Blatt lesenswert. Keine ernsthafte Zeitung wird sich dazu hergeben, statt selbständiger Berichte einen sog. Waschzettel zu drucken; jede ernsthafte Zeitung wird es vielmehr mit aller Entschiedenheit ablehnen, daS Beispiel jener Käseblätter nachzuahmen, die ohne Wahl und Qual alle bie Waschzettel wiebergeben, die ihnen von großuädtijchen ZeltungsbureauS, oft sogar schon in gegossenen Platten geliefert werden, so daß ihnen nicht« anderes zu tun übrig bleibt, als daS nötige Papier dazu zu liefern und die Platten durch tue Maschine laufen zu lassen. Bei solchen Blättchen tst von geistiger redaktioneller Arbeit überhaupt nicht die Rede. ES giebt aber doch eine Hc^nd voll Blätter in Heffen, die sich mit diesen Wurstblättchen nun und nimmer werden auf die gleiche niedrige Stufe stellen taffen. Wie aber denken sich bann weiter bie Herren die Frage der Revision der offiziellen Berichte, bie Zulässigkeit bet Korrekturen? Ist ein Bericht wirklich dbjefho — unb gerate die absolute Objektivität streben doch die Herren ihrer Behauptung nach an —, der von den Rednern nach den Verhandlungen gründlich überarbeitet worden ist? Oder sollen die Berichte überhaupt nicht abgeändert werden, sondern baS wörtliche Stenogramm bringen? DaS werden bie Zeitungen nie unb nimmer tun, benn fie müßten alSbann ihren Umfang um bas Zehnfache vergrößern nur um bet schönen Augen der gekränkten Herren Abgeorbneten willen, unb außer im hefflschen Lanbtage passiert auch noch manches anbere in bet Welt, worüber bie Zeitungen ihre Leset zu orientieren bie Pflicht habe. Vielleicht stellen sich bie Herren bie Sache so vor, baß bie Anfertiget ber offiziellen Berichte bie Ver- hanblungen nicht Wort für Wort nachzuschreiben hätten, sonbern nur bas Wesentliche barauS, bieseS aber wortgetreu aufzunehmen. Das geht aber auf keinen Fall; bie offiziellen Berichterstatter hätten natürlich, wie bie amtlichen Stenographen, Wort für Wort bie Verhanblungen zu fixieren; nie dürfte ihnen gestattet werden, nach Gutdünken auSzulesen, waS sie für wichtig, für aufnahmewürdig erachten. Stenogramme hätten aber auch für die Herren Abgeordneten ihre Schattenseite. Diancher würde jedenfalls durch sie unverdient in den Verdacht eines recht schlechten Stilisten kommen; denn ein Stenogramm gibt auch die stilistischen, ja selbst bie grammatikalischen Fehler roieber. Da ist nachher eine Korrektur unerläßlich. Welche Grenzen soll sie aber haben? Wie weit sollen Aenberungen gestattet sein? Wirb nicht mancher versuchen, in bie Stenogramme baS hinemzuflechten, was er hat sagentzw ollen, aber nicht gesagt hat? Und wäre eS nicht bester für die Nachwelt, wenn ihr nicht jede Rede in unserem Parlamente im Wortlaute erhalten bliebe? Wir glauben, nach diesen Darlegungen wird dieser oder jener der Herren Abgeordneten, der vielleicht den Antrag bereit» mitunterschrieben hat, jede Patenschaft deS Krnbe» ablehnen, nachbern hier in kurzen Umrissen nur gezeigt worben ist, was für em Wechselbalg eS wäre. Wir halten es für baS einzig Richtige, bem Anträge nicht erst noch ein Begräbnis in einer Kommission zu bereuen, sonbern ihn einfach gar nicht baS HauS gelangen zu lasten, benn eS wird nach biefen Ausführungen schon, benen wir eventuell schärfere» Geschütz folgen lasten müßten, jebermann wohl emsehen, baß Feuilleton. W. Von ber Frankfurter Oper. DaS Gastgeschenk beS Herrn Theobor Bertram unb bes Frl. Emmy Destinn, bie am Samstag im .Don Juan' auftraten, hatte so reichen Anklang gefunben, baß baS Opernhaus bicht gefüllt war. Bertram, einer ber berühmtesten Darsteller bes Titelhelben ber herrlichsten Mozart'schen Oper, war stimmlich vorzüglich aufgelegt unb entfesselte lebhafteste^BeifaUSstürme. ©einem Sange ist ein hinreißenber prickelnber Schwung eigen, durch ben aUerbingS bisweilen bie Klarheit em wenig zu kurz kommt. Gewaltig ist bie Kraft unb blenbenb ber Schmelz feiner Stimme, von imponirenber Intensität ihr Ausdruck, ohne überflüjfige Sforzanbi. Im Duett „Reich nur bie Hand mein Leben', im Stäubchen, sowie in anberen SoliS, nicht weniger in ben Ensemblesätzen kamen bie stimmlichen und gesanglichen Vorzüge zu glänzendster Wirkung. Bei ben Secco-Rezitctiven zeigte biejer Don Juan eine bewundernswerte Gewandtheit, vor allem war ihre leichte Flüssigkeit wohltuend. Sein Spiel ist lebendig unb situationsgerecht, feine Allüren geschmeidig, seine Ironie scharf ohne Aufdringlichkeit, fern Uebcrmut ohne abstoßende Frivolität. Er gab durchaus die rechte ritterliche Bühnen-Eleganz und zeigte das Siegesbewiißtsein und die unoersiegliche Lust, zu leben unb zu heben, das den Mozart'schen Helden zu einer auch kulturhistorisch unsterblichen Figur gemacht hat. Kurz, man beobachtete volles Aufgehen des Künstlers in ben Eharakter deS Kunstwerkes im reinen Stil unb bem vornehmen Geschmack bet ausübenden Kunst gemäß, die sich von Uebertreibungen und starkem Farbenaustrag fernhält. Als Donna Anna offenbarte Frl. Destinn eine intensive dramatische Glut und größte gesangliche Gewistenhaftigkeit. Mit dem wundervollen Metall ihrer "Stimme schuf sie eine Tonleistung von erschütternder Gewalt, die trotzdem meist von makelloser Schönheit blieb und sehr selten nur jenes Ebenmaß gefährdete, wie efl ber Kunstgesang erforbert. Der Deklamation setzte sie bie wirk» samsten Lichter auf, nur bie Vokalisation war nicht immer ganz klar. Nötig wäre vielleicht auch bisweilen eine feinere Nüancierung beS Vortrages. Die schwierigen Pastagen aber, die Synkopen unb bie Koloratur behanbelte sie mit staunenswerter Geschicklichkeit. Die Donna Elvira beS Frl. Hernie, bie einst in Leipzig bie Zerlrne zu singen pflegte, stand Frl. Destinn an schmerzlicher Innigkeit kaum nach. Dem Ottavio kam ber markige Stimmklang beS Herrn Tijssen nicht mmber zu statten, wie ferne Schulung unb feine feine musikalische Vortragsweise. Herr Reich als Leporello eiferte m Bezug auf Beweglichkeit im Spiel unb Sprechgesang feinem Gebieter rühmlich nach unb ließ efl auch nicht an behaglichem Humor fehlen. Sehr zierlich, boch ganz ohne Ziererei gab Frau Schacko bie Zerlrne. Der Masetto defl Herrn Brinkmann erfreute burch angenehmen Gesang unb war in ber Darstellung sicher und gefällig, wenn vielleicht auch nicht berb genug. Ten Komtur sang Herr Greef roürbig. Tafl Orchester befleißigte sich einer Diskretion, bie fast an bie berühmten »Ton Giovanni'-Aufführungen vor sieben Jahren im kleinen Münchener Resibenztheater erinnerte. Griechisch-deutsches Schulwörterbuch, mit tefonberer Berücksichtigung der Etymologie, versaßt von Professor Dr. Hermann Menge, königlichem Gym- nafialbirettor a. D. Lieferung 1 (A—ixo/pipio. Xll. 1—bO S. gr. Lexikon-Formal, 75 Pf. Lan^..,-,..^.s^e Verlagsbuchhandlung (Prof. G. Langr-nscheidl-, Berlin 11. Das vorliegende, in b Lieferungen erscheinende Werk ist dazu bestimmt, sowohl einem großen Teile der Lehrerwelt eine hoffentlich Nicht unwilltommene Gabe zu bieten, als audj den Schülern unserer Gymnasien bei der Lektüre gute Dienste zu leisten. Lein Titel Schulwörterbuch ioll fid) demnach nicht auf den Sinn von „Schülerwöri-'-.- buch" beschränken, sondern daraus Hinweisen, twy0 es den Bedürfnissen unserer höheren Schuten überhaupt zu bienen beabsichtigt. Die Langenichecktsche Verlagsbuchhandlung, die seit mehr als 30 Jahren die Herstellung von Wörterbüchern als Spezialtüät pflegt, nimmt auf diesem Gebiete bie erste Stelle ein. Ihre Erzeugnisse werden von kompetenten Fachmännern stets als bahnbrechend und mustergiltig begrüßt. So kann auch diesem neuesten Erzeugnisse das Hauses nur das höchste Lob gespendet werden, namentlich verdient Nachstehendes herovrgeyoben zu werden: Die 9Tbftammung der Wörter ist in einem Umfange und mit einer Gründlichkeit behandelt, wie man es bisher noch in keinem Schulbuche gewohnt gewesen ist. Allen, die sich dem so wichtigen und intereffauten Studium bet griechischen Etymologie widmen wollen, wird hier ein Prak- tischcs, zum Naa,schlagen besonders geeignetes hüssbuch geboten. Daß bie neue deutsche Rechtschreibung von 1903 durchweg angewendel worden ist, sei nebenbei ermähnt. Wichtiger ist, baß ber ganze Stoss in einem Alphabete gegeben worden ist, so daß der Benutzer nicht nötig hat, bei bem Aussuchen von Eigennamen, Berbalsormen rc. an verschiedenen Stellen nachz^schlagen. Daß ferner auf die typographische Ausstattung sowie auf die übersichtliche Anordnung der längeren Anitel, insbesondere auf die sorgfältige Unterscheidung dec Bedeutungen besondere Sorg- lalt verwendet werden würde, war bei einem Langen- Icheidtschcn ur^ugnine oviauszusetzen. Schließlich fei noch erwähnt, daß bie abweichenden Nominal- und Berbal- sorrnen überall 6oll|iänbig und übersichtlich angegeben, Dafj über das Vorkommen der Wörter in ben einzelnen Dialekten und Zeitaltern, wo es nötig war, bie erfurber- liuj.n Angaben gemacht worben find. Tie Auswahl bes Lvortscha^.s ist btrarrig erfolgt, daß das griechisch-deutsche Schultvörterbuch nidjt nur alle Spezialworterbucyer erse^st, sondern auch eine Präparation zu alten griechischen Lese- bucyern und Anthologien bildet, soweit sie an schulen im ü^bxaud) sind. Dem Ericheinen ber folgenben Lieferungen, die :n kurzen Zwischenräumen erfolgen sollen, kann mit Interesse entgegengesehen werben fa/GYo genügt für ZüOSüssen etn solcher Antrag auS den verschiedensten Gründen ver- fehlt wäre. Valilische Tagesschau. Prof. Ruhlaud als Kläger. In dem Moniteur des Herrn Prof. Dr. Biermer war neulich zu lesen, daß Professor Dr. Ruhland gegen Pvofesfor Dr. Biermer wegen dessen Pamphlet „Ruhland, Köhler- Langsdors u. Co." die Beleidigungsklage erhoben habe. Dr. Nuhland hat gegenüber Prof. Biermer erklärt, es sei unwahr, daß er je auf der Redaktion der „Franks. Ztg." gewesen sei, um mit deren llnterstükung eine anti- agrarische Liga zu bilden. Dr. Ruhland hat das erklärt, obwohl schon am 2. Juli 1901 in der „Franks. Ztg." — und nicht zum ersten Male — zu lesen war, daß er vor dem Abschluß des deutsch^russischen Handelsvertrages bei der Redaktion des Mattes vorgesprochen hat, um sie für eine Liga zu gewinnen, die etwa das Gegenteil dessen sollte, was der Bund der Landwirte will. Jetzt hat auch noch ein Mitglied der Redaktion des Frankfurter Blattes, der preuß. Landtagsabg. Oeser, auf eine Anfrage der „Nation", der gegenüber Ruhland die Verbindung mit der „Franks. Ztg." ebensallö abgestritten hatte, jene Angaben seines Blattes bestätigt und noch mitgeteilt, daß die fragliche Unterredung zwischen ihm selbst und Dr. Ruhland stattgefunden habe. Pros. Ruhland bat ferner neuerdings bestritten, daß er mit Berliner Getreidehandelskreisen Fühlung genommen habe, um sie für die Unterstützung seiner Zeitschrift „Der Getreidemarkt" zu gewinnen, und daß er dabei versprochen habe, seine feindselige Haltung gegen den Getreidehandel einer Revision zu unterziehen. Jetzt erklären, dem „Berl. Tagebl." zufolge, einige der in Frage kommenden Berliner Großkaufleute, daß die Unterredungen tatsächlich stattge- funden haben, und daß Prof. Ruhland dabai tatsächlich Neigung bekundet habe, das Kriegsbeil zu, begraben. Demnach ist der Ausgang des Prozesses vorauszusehen. Parlamentarisches aus Hessen. Ein soeben der Kammer unterbreiteter neuer Antrag /nutet: „Hohe Kammer wolle die Großh. Regierung ersuchen, im Anschluß an die in Nr. 64 bei den Ständen emgebrachte Regierungsvorlage, betr. die Großh. Osfi- zier-Witwen- und Waisen lasse, sowie die Un- teroffizier-Witwen-Kasse, den Ständen einen Gesetzentwurf vorzulegen, nach welchem die Beiträge zu diesen Kassen mit Wirkung vom 1. April 1903 an in Wegfall kommen bezw. aus die Staatskasse übernommen werden." Dieser Antrag ist unterzeichnet von den Abgg. Dr. Frenay, Bähr, Brauer, Breimer, v. Brentano, Damm, Diehl, Haas-Darmstadt, Häusel, Dr. Heidenreich, Hirschel, Horn, Köhler-Langsdorf, Moltban, Noact, Reinhart, Saeng, Schlenger, Schmalbach, Dr. Schmitt, Seelinger unb Stöpler. Gin weiterer Antrag der Abgg. Dr. Frenay, v. Brentano, Horn, Molthan, Pennrich, Schlenger und Dr. Schmitt betrifft die Verlegung des Bahnhofs in Budenheim. Ein Antrag der Abgg. Horn und Genossen betrifft die Einstellung eines Morgen- und Abendzugs für Arbeiter aus der Strecke Eberbach-Fran ksurt a. M. Aus Audi und Land. Gießen, 6. April 1903. *" Wenn die Regenwolken amHimmel hin- ziehen, lassen wir uns dennoch einen Spaziergang ins Freie nicht nehmen. Palmsonntag war gründlich naß. Indessen, wenn in der reinen, feuchten Luft, die zwischen uns und der Landsck)aft liegt, kein wärmender Sonnenstrahl ansprechend sich ausbreitet, hat es einen besonderen Reiz, die nassen Fluren zu betreten. Viel schärfer umrissen erscheinen uns waldige Höhen in Nässe und Nebel. Aber nicht nur die passive Aufnahmefähigkeit unserer Sinnesorgane, vorzüglich des Auges, hat sich so verändert. Ein näheres Heranrücken der Beobachtungen ist auch zugleich von u Mieter innersten Empfänglichkeit, unserem tätigen Naturell, vollzogen worden. Wie wir aus dem ziemlich ausgeweichten Philosophenweg auf der weiten Fläche des Tales wandelten, traten uns die fernen Höhen, die um uns liegenden Häuser, innerlich seltsam nahe. Im Sommer, wenn die Sonne heiß aus uns drückt, oder selbst an einem warmen Frühlingstag werden wir diese Empfindung nicht in dem Grade haben. Das helle Sonnenlicht, so sonderbar das zunächst Hingen mag, sckstvächt die malerische Empfindungs- sühigkeit gegenüber manchen Landschaftspartien ab. Das Auge möchte dann für sich und allein sein, will nur sein Objekt. In Wieseck beobachteten wir in der holprigen Torsgasse die bäuerischen Gehöfte mit besonderer Vertrautheit. Gerade weil sie unter dem nahenden Regen sich uns so unbewegt zuwandten und weil ihre Bewohner so still und verträumt aus und ein ginnen. — So kann man nn einem regnerischen Aprilsonntag doch eine Freude haben. Und der Hausfrau Stirnrunzeln über die schmutzigen Stiefel, die man mitgebracht hat, wirb bald wieder vorübergehen. () Ter Männer-Turnverein hielt am Samstag (m Hotel Schütz seine diesjährige Frühjahrshauptversamm- lung ab> die sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Der vom ersten Sprecher schnstlich abgefaßte Bericht zeigte, dag der Männer-Turnverein es verstanden hat, auch in dem verflossenen Vereinshalbjahre durch feine Festlichkeiten den Mitgliedern genußreiche Stunden zu bieten. Der erste Tnrnwart berichtete über den Stand der Turnerei innerhalb des Bererns, wobei hervorzuheben ist, daß sich der Besuch der Turnstunden gegen früher be- deutend gehoben hat, und der Verein sich immer mehr zu einem kräftigen Zweig der beut felgen I unter ei entwickelt. Die durch den Rechner erfolgte Rechnungsablage ergab, bag trotz der vielen Ausgaben ein nicht unbedeutender lieberfd)uu erzielt wurde. Bei der Wahl des Vorstandes wurden wieder- bezw. neugelvählt: Gg. Kling, 1. Sp re elfer, K. Wenzel, 2. Sprecher, K. Lang, 1. Schriftführer, H. Endig, 2. Schriftführer, K. Schwarz, 1. Tnrnwart, Fr. Wenzel, 2. Turnwart, A. Reinig, Zeugwart, C. Meyer, Rechner, K. Wiaandt, Kontroleur, P. Mar- golf und H. Völzel, Beisitzer 'Bei der Ausstellung des SoniNierprogramms wurde u. a. beschlossen, statt des seither immer abgehaltenen Waldsestes am LudwigSbrunnen ein Sommer se st in Steins-Garten abzuhalten. Am Hirn- melsahrtstag soll ein Turngang aus den Frauenberg bei Marburg erfolgen. )( Eine eigentümliche Anzeige. Dor einigen £agen ritt bet preußische Oberwachtmeister W. von Wetzlar nach Gießen und benutzte zwisckien Klein-Linden unb Gießen das Fußgänger-Bankett. Der Straßenwarter L. von Klein-Linden erwartete ihn auf dem Rückweg und notierte seinen Namen. Der Straßenwärter roar genötigt, tzen CberwacUmeifier auf die Bürgermeisterei Dna-Lui- ben zu begleiten. Diesem seltsamen Auszug, der vber- wachtrneister hoch zu Roß, der Straßenwarter zu Fuß mit der Schippe auf der Schulter, fa^en viele Leute zu; man dachte an eine Verhaftung des Straßenwärters, bis sich bald die Sache zum Gaudium der Zuschauer anders herausstellte. X Vom oberen Vogelsberg, 3. April. In hiesiger Gegend kamen von den oerschiedenen Bahnstationen wieder einige Waggon junger Fichtenpflanzen au8 Holstein an zum Verpflanzen an Oedungen und Hutweiden. Die Pflanzen verteilen sich auf die verfchieoenen Orte. Staat, Gemeinden, Landwirte, alle pflanzen. Die Flchtenpflanzen dorther gehen hier sehr gut weiter und werben auch schon jahrelang von da bezogen. Mainz, 3. April. Amtlich wird gemeldet: Der Eisenbahn-Direktionsprasident Breidenbach in Mainz ist zum 20. b. 2)L nach Köln kommittiert, um bie Geschäfte des Präsibenten bet königlichen Eisenbahn-Direktion in Köln zu übernehmen. Weit ber Wahrung ber Geschäfte des Prusidenten ber königlich preußischen und großherzoglich hessischen Eilenbahn-Tirektion in Mainz ist von demselben xuge ab oer königliche Ober- und Geheime Regierungsrat Herr v, Rabenau, zur Zeit in Magdeburg, betraut worden. Aus dem Kreise Worms, 3. April. In einem Orte des Kreises ist folgender »Aprilsche rz^ passiert: Der Lehrer kommt am 1. April morgens in den Schulsaal. Kaum hat er den Unterricht begonnen, da sagt em Schüler: ,Herr Lehrer, es hat angeflopft 1 * Sogleich öffnete ber Lehrer die Tür, aber es war niemand draußen. Da riefen alle Kinder im Chor: „Aprilsnarr!" Frankfurt a. M., 4. April. (Zum Ges angs- Wettstreit.) Am Donnerstagabend hatte ber Sängerbund Frankfurt a. M. zum ersten Male feine Sänger zu einer Grsamtpvobe in die prächtige Aula der neuen Muster- schule einberufen. Ter Bund umfaßt bekanntlich bie sechs größten Mnnergesangvereine unserer Stabt (Sangerchar oes Lehrervereins, Lieberlranz, Neebscher Männerchor, Schulerscher Männerchor, Lieberverein Sachsenhausen unb Frankfurter Vkännergesangverem). Die Aula, die von Stühlen ganz geräumt war, konnte kaum bie große Zahl der Sänger aufnehmen. Nachdem der erste Vorsitzende des Bundes, Julius Bautz, die Erschienenen begrüßt hatte, begann unter Leitung des Festdirigenten, Direktor Fleisch, die Gesamtübung. Es ergab sich eine wunderbare Klangwirkung: das Forte schwoll zu einer [eiten gehörten Wuchst an unb das Piano ließ erkennen, daß hier gute und zum Teil vorzüglich geschulte Sänger vereinigt waren. Dem Sängerbünde fällt bei dem Begrüßungskonzert zum Wett- streitseste der schwierigere und größere Terl ber Aufgabe zu. Er wirb außer anderen Chören den ganzen „Frithjof" von Max Bruch unter Mitwirkung hervorragender Solisten und des auf 130 Musiker verstärkten Opernhaus-Orchesters zur Aufführung bringen. Der Sängerbund zählt 800 Sänger. Mit den 900 Sängern ber Frankfurter Sängervereinigung sind es 1700 Sänger, die bei dem Begrüßungs- Konzert auf dem Riesenpodium ber Festhalle Ausstellung nehmen werden. — Der 42 Jahre alte Architekt Richard Tschampel sprang gestern avend in selbstmörderischer Absicht in den Main. Gleichzeitig nahm er das 10jährige Kind feiner Schwester, Namens Kurt Günther uni) das einjährige Kind seiner Braut mit in s Wasser. Alle drei ertranken. Die Leichen wurden heute morgen gelänbet Tschamvel hat bie Tat in einem Anfälle von Geistesstörung begangen. Vermischtes. • Berlin, 4. April. Zur Affäre der Gräfin Kwilecka ist auch bie 75 Jahre alte Mutter ber bereits verhafteten Kammerzofe der Gräfin, Frau KnoSka, wegen Verdachtes des Meineides verhaftet worden. • Berlin, 4. April. Eine Gedenktafel für Rudolf Virchow am Hause Schellingstraße 10, dessen lang, jähriger Besitzer der Verewigte war, ist gestern angebracht worden. Berlin, 4. April. Gelegentlich einer im Oberlichtfaale der Philharmonie abgehaltenen Sitzung der Gesellschaft vom Rothen Kreuz stürzte ein Mitglieb in einen offenen Kellerhals und brach beide Oberschenkel, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. * Halberstadt, 3. April. Der mittelalterliche Fach- werköbau „Schuhhof" ist vollständig nieder gebrannt. Hannover, 3. April. Der durch fein Duell mit dem Landrat von Bennigsen bekannte Domänenpächter Fa lke n- Hagen ist auf vier Wochen auS seiner Haft, die er in Weichsel- münde verbüßt, beurlaubt und weilt gegenwärtig in Hannover. • Klagenfurt, 3. April. Die große Ortschaft St. Lorenzen im Gitschtale ist heute völlig nieder- gebrannt. • Budapest, 3. SIpril. Der bei dem mißglückten Ausstieg des Ballons Turul verunglückte ehemalige Abg. Ordody ist seinen Verletzungen erlegen. • Ein neues s chlesisches Grubenunglück. In der Nacht vom 4. zum 5. d. M. erfolgte, wie man aus Gleiwitz meldet, im Hildebrandichachte der .GotteSwegengrube- Antonienhütte", dem Grasen Donnersmark gehörig, eme Explosion, wobei acht Bergleute lebensgefährlich ver- brannten. Die Verunglückten wurden ins Lazarett gebracht. Rian nimmt an, daß Sprengmaterialien unter Tage explodiert sind. — Von den auf der »Königin Luise- Grube' verunglückten Bergleuten ist ein Verletzter im KnappschastS- lajarett gestorben. Die Gesamtzahl stellt sich nunmehr auf 2 0 Tote. Tie noch verniißten 2 Bergleute konnten biSher nicht gesunden werden. Tie Leichen sind furchtbar verstümnielt und wurden zum Teil 50 Dieter von der UnglückSslelle fort- geschleudert aufgefunöcn. Einer der Geretteten gab an, er habe einen Blitz gesehen, dem ein Knall folgte, bann habe er die Besinnung verloren. Die Maffenbeerdigung fand am Sonntag nachmittag vom KnappschaftS-Lazaret auS statt. • Madchenmord. Einem Hamburger Telegramm zufolge ist die 24jähr. Prostituierte Anna Schmidt m Altona in ihrer Wohnung von einem Hamburger Schlächtergesellen durch Abschneiden de8 Halses ermordet worden. Man vermutet, daß der verhaftete Mörder in den letzten Monaten auch die anderen bisher ungesühnten Jrauenmorde m Hamburg und Altona verübt hat. "Ein Opfer seines Berufes. Nach Meldungen auS Halle a. S. wurde in Löbejün der Bahnhossinjpektor von emtm vorübeifayrenden Zuge prmalmt Cilenbalsn-Zcitimg. Für den Eisenbabn-Töchterhort finb bis zum Schlüsse beS vorigen Jahres an Beiträgen, besonderen Zuwendungen, Geschenken, Zuwendungen aus Nachlassen usw. insgesamt 114 000 Mark gesammelt worden. Bei der großen Zahl der Beruisqenossen und der Personen, denen diese Stiftung Hilfe bringen soll, ist dieser Betrag jedoch noch gering. Der Töchterhort wird den an ihn berantretenöen Anforderungen nur dann gerecht werden können, wenn sich möglichst alle Eisenbahner durch einen regelmäßigen Beitrag beteiligen. Tie Eisenbahnoerwalkung fordert deshalb die Ortsausschüsse und Vertrauensmänner auf, fortgesetzt in ihren Kreisen zu wirken und die SPeftrebnngen und Ziele des Vereins klarzu- legen. Ferner läßt sie sich bie Bildung neuer Ortsausschüsse angelegen sein. ArKrilerKcwegimg. Mannheim, 4. April. Heute sind sämtliche Arbeiter der süddeutschen Draht-Industrie in Waldhot tn den '21 u 5 ft a n b getreten. Grunb bes AuSsiandes ist Nichteinhaltung mit bem Arbeiter-Ausschuß getroffenen Vereinbarungen seuenS ber Direktion sowie Maßregelung von Arbeitern. A m ft e r b a m , 4. April. Tie Petroleumhändler konnten heute kein Petroleum mehr aus dem Halen erhallen. New- ^o r k, 5. April. In 10 Staaten und 15 bedeutenden Städten sind «treiks ausgebrochen, welche besonders das Bau- Handwerk schädigen. Viele Arbeiter sind dadurch in Mitleidenschaft gezogen, so besonders solche in Kohlenlagern, Webereien wo überall gefeiert werden muß. Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 4. April 1903. (Mngeteckt von der Bank für Handel und Jndnstne, Gießen.) Nach relativ fester Eröffnung erfuhren die Wurfe auf allen Gebieten kleinere Abschwächungen, die man mit neuerdings ungünstigen Nachrichten aus Macebonien in Zusammenhang brachte. Serien-Türken, welche im Anschluß an bie strammen gestrigen Pariser Schlußnotierungen fest einsetzten, büßten aus erwähnte Nachrichten im Verlause ber Börse bie erlangte Kursavance wieber em und schließen zur niedrigsten Notiz. Spanier, obgleich gegen Schluß leicht nachgebeiib, tn guter Haltung. Tie gute Tieinung für Liibeck-Büchener Eisenbahn- Aktien hielt auch heute an; bei regem Verkehr fonnte sich der Kurs trotz der Mattigkeit der anderen Märkte gegen Ansangsnotiz noch um 1 pCt. heben; von sonstigen Bahnen sanden italienische wieder Beachtung aus Räufe bes Heimatlandes. Kanada in besserer Ten- benz auf eine Reutermelbung, wonach Präsibent Roosevell sich günstig über bie Trusts ausgelassen haben soll. Aus dem Kassa- marft, auf dem im Gegensatz zum Ultimomarkt recht lebhafte Umsätze staltfanden, herrschte heute vorwiegend seste Tendenz. Am Schlüsse waren Eisenwerte nachgebend, wohl noch infolge bet amerikanifchen Erfenprelsrebuktionen. Privat-Diskont 2'/, Prozent. Anfangs- u. bchlußkurfe. Oest. Kredit.... 212,10 211,70 Deutsche Bank . . . 211,75 211,87 Darmstädter Bank . . 141,00 141,00 Bochumer Guß . . . 192,00 191,50 Harpener Bergbau . . 185,10 184,62 Schluß-Tendenz: schwach. Summe 19 (11) 4(2) 14 (9) Anm.: Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todessälle in der betreffenden Krankheit auf von auSroärtS nach Gießen gebrachte Krairke kommen. Wölhklliliche ilederficht der Soitsfällt m der Statt Sießkn. 18. Woche. Dom 22. März bis 28. März 1908. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (infL 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 36,78, nach Abzug von 11 Ortsfremden: 15,467m. Kinder Hautkrankheiten. gemeinen Krankenhaus in Wien --schreibt: ,Lbermeyer'ü perda- Seise' habe ich bei mehreren Patienten und zwar bei akuten Haulausschlägen und Flechten sowie bei Akne angewendet. Ter Eisolg war ein überraschend prompter u. hat sich die Seife in jeder Weise vortrefflich bewährt/ Z. h. p. Stck 75 Psg. u. Alk. 1,25 tn~ all. Apotheken u. Drogerien. Fabr. I. Gioth, Hanau. Best.: W/. eeue, 8"/. Arnica, 27. Salbei, 1,57. Wasjerbecherkrt^ 8,57. Hornkraut. ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom DiphteritiS L Lebensjahr: 2.- -15. 1(1) — —■ 1U) 'Tuberkulose ber Lungen 8(1) 8(1) Lungenentzündung 8(2) 1U) —— 8(1) KrebS 8 (3) 8 (3) — Blinddarmentzündung 1 (1) 1(1) — — Lebei entzündung Kl) Kl) — — Gehirnentzündung 1 1 Diabetes 1 1 —• —— Luiigenerweiterung 1 1 — — Im Wochenbett KD KD •— *■ Altersschwäche 1 1 — — Lebensfchwäche 1 — 1 — Verunglückung KD 1 (1) — — Beerenweine. — Südweine. Mit höchsten Preisen ausgezeichnet. 2584 Fr. Leo .Nachfolger (C. Herber), SeUerSweg 58. Des Hauses Zier ist Reinlichkeit! Sticht geraüiger kann in jedem Haushalte bem Eimrelendem die Wahrheu d»efes Wortes besläugt werden, als durch bie eanber- ksit, burch ben Glanz aller metallenen Gegenitände. Tiefes Vob der Ordnungsliebe der Hausfrau oder Köchin t catnnt oftmals fchon am Turfchild und bie Raume des Hau,es erscheinen traulicher, wenn alles, was auS Gold oder Silber, Aljenide, Kupier, Atesjing oder ähnlichem Aleiall ist, m herrlichem Glanze erstrahlt. Doch leider schwindet dieser Glanz oft rasch oder er wird überhaupt nicht vollkommen erreicht, weil man wohl ein Pu tz- mittel, nicht aber besonders ,,Globus.Puyexlralt" vou Fritz Schulz juu. Akt..Ges. Leipzig verlangt har. Er putzt am beiten. Raich und mlihelos erzielt man damit einen prachngcu, laug audauernveu Glanz. Globus. Putzextratt kratzt nicht, greift dje Metalle nicht im wermgiieu an unb m laut Gmachleu von drei gerichtlich vereideten Er-emikem frei von allen schädlichen ibeiianbieileiL — Monatlich mehr at» 5 'Millionen Dosen, gelullt mit diesem Puymittel, tragen seinen Ruhm hinaus in alle Lander bet Erbe. fiit* Aon K 1*0 9. y.öte >5® e,'St ui OaSa>iieV es ift wjl.1 ’n btn ,*•*1 SÄfts feÄk,(' ?*«» inlluSiJ' "“«"»■ ÖeberS lkrÄrtschast, !• *m.mkn ) J0 = 3 <» ® ?5 US S *—1 £ ® Ö.S — o • s§ ff E S = S "B ‘B- 5» o .. 51 *1 f E S ?•= e =" jQ £ 3 — a j- u=- -C ♦ XD ff c» a -o <3 XD *ti A -ff» - ff - !•? ?§ L" D 6 o er c <= -CO SQ 2 a» ff 6 c» tff E XD *ti Q a ff s *9. c « 3 CR B 5 B ff M S>3 d E Jo U) - Q C - “ c“. <5 2 E E _ -L 'S er-T7 •-c L ii — -er ff E-ff GZ e-o *» C — v sI 3 5 O :r= o »Q ** n E «■* -O o 55 XD a tr Ä — c Sa gS jo i~: ff 'ff ff ff — US t- h» o *3 — c ii 2 8 E ff A ff 3 » a> 04 « E CT - •c 0» c - 04 ff e w s ff 3 C u» e = --2 B B ■r 3 ‘« 5» «7 . ff ~ :<3 ® »4 -ä CT. o K 3 «o “ US «ff b ?E 55 — c o _ 'S' a ff ä IH j - sTlls«. o ' 2 C <5 'n «C" = » §-J K-bS »=5i2S” 0) a ’ -s— ff H1O t-'S-Sp« et — e; 2 E? 2 M an a XD 3 O 55 c D 2 u ** ff tiD G Zs S Q ffM E I 55 'S 5« Jl o L « 2» C XD cn JÜ «L lES •? 2 « - O 2 E ° L 6)© 8 ff L •»« _& u US O i> CB 3 <Ä '2 2 a«x '.2§ £ S3> o Z3 C7J3 »£■ !Z iO* -S ä“ o jQ <53 § 3-4 . *-p rrz o . r 8 E E C3 <53 ff jO • e a' us- CO3 1-4 ff G4 X ff L L E XD CD 4-> O ff b 6) X3 an ff 0 ff 3® ff N" xs e 5 <-# ff» lSS ff <-» *r t 2. X» 3 V £ «b o ff^ LS 3 x o £ ff E ro cx , CD W C 3 c ^ff""xO X jO 3 ff v 3 A ej? cdX E ff S : tu o * e«3 US US • ■ ** M e|S9 ÄS = >g'-Q »ff- XD S 3 ff 5 —ß - :w ff.ff'.! ___ US- ex yD 8 ff E -»3* 3 oi‘C « V4§ « -E xo **~ E <3 -5 3? 3 C C S --ff Bekanntmachung. K3ir bangen hiermst zur öffentlichen RcnniniB, baß ber Friedhof von jetzt ab bis zum 15. Mai b. I. von morgen» 6 bis abends 8 Uhr geöffnet bleibt und daß bie auf bem Friedhof Verweüenben eine Viertelstunbe vor Schluß deS- selben auf bicfen burch ein Glockenzeichen aufmerksam ge- macht werben. 2877 Gießen, am 1. April 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. M e c u m. Submission. Für bie Droßh. chirurgische unb Augen-Klmik soll bie Lieferung von 250 Zentner guter Speisekartosseln auf bem öffentlichen SubmissionSwege vergeben werben. Die Bebingungen unb ber Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 liegen auf bem BerwaltungSbureau an ben Wochentagen, nachmittags von 3 biS 5 Uhr, offen. Offerten finb versiegelt unb mit entsprechender Aufschrift versehen nebst ben Mustern bis zum 15. April b. I., mittags 12 Uhr, auf bem erwähnten Bureau abzugeben, zu welchem Zeitpunkte bie Eröffnung ber Offerten ftattfinbeL Der Zuschlag erfolgt bis zum 20. April. Gießen, ben 3. April 1903. 2910 Großh. Verwaltungs-Direktion ber chirurgischen u. Augen-Klinik Poppert. VossiuS. Submission. Für die Droßh. psychiatrische ftlintf soll bie Lieferung von 30 91m. Tanneu-Lcheitholz auf bem Wege ber öffentlichen Submission vergeben werben. Die für diese Lieferung gütigen allgemeinen Bedingungen (Erlaß der Gr. Ministerien vom 16. Juni 1893) und die speziellen Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbüreau offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen biS zum Eröffnungstermin Samstag den 18. April, vormittags 11 Uhr, auf dem erwähnten Bureau einzu- neichen. — Der Zuschlag erfolgt bis 22. April 1903. Gießen, ben 1. April 1903. 2808 Droßh. Verwaltungs-Direktion ber psychiatrischen Klinik. I. V.: Dr. Dannemann. Submission. Für die psychiatrische Klinik soll bie Lieferung von 150 Gentnern guter Speise-Kartoffeln (magnum bonum) auf bem Wege ber öffentlichen Submission vergeben werden. Die für diese Lieferung gütigen allgemeinen Bedingungen (Erlaß der Großh. Ministerien vom 16. Juni 1893) und die speziellen Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbüreau offen. Offerten sind versiegelt, mtt entsprechender Aufschrift versehen unb unter Beifügung von Probekartvffeln bis zum Eröffnungstermin Donnerstag den 16. April 1903, vormittags 11 Uhr, auf bem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 20. April 1903. Gießen, ben L April 1903. 2807 Großh. Verwaltungs-Direktion ber psychiatrischen Klinik. I. V.: Dr. Dannemann. Verpachtung. Die 3 Pfarräcker zwischen Liebig- und Wilhelmstraße, eingezäunt, sollen in ihrer oberen Hälfte, nach der Wilhelmstraße hin, auf die Dauer von 6 Jahren, vom Frühjahr 1903 an verpachtet werden. Die 3 Gartenstücke enthalten jedes etwa 300 Quadratmeter. Die Verpachtung soll statt- finden am Dienstag den 7. April d. FS., nachmittags 6 Uhr, an Ort und Stelle. Gießen, den 3. April 1903. Der Evangelische Gesamt - Kirchenoorstand. Dr. Naumann. [2853 Wnloh-Berkaus. Die Gemeinde Naunheim will bie Nutzung von etwa 200 Etr. Eichenloh auf bem SubmissionSwege vergeben. Reflektanten wollen Angebote bis zum 12. April b. I. an bie Bürgermeisterei einschicken. Bürgermeisterei Naunheim, ben 4. April 1903. Kern. 2945 Versteigerung. Dienstag den 7. April d. I. nachmittag» 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: L 129 Sommermützen, 112 Vorlegmützen, 16 Wintermützen für Herren, 25 Matrosen- und 24 Wintermützen sürK Inder, ITafcl Feebmamine u. 1 Tafel Hamster. 2. ca. 25 Raummeter tannenes Scheitholz, 21 Gläser nut Bonbons, 1 Fahrrad, 2 Wagen, 1 Break, mehrere Pferde, foioic Möbel aller Art. Versteigerung zn 1 bestimmt, zu 2 teilweise. 2918] Vorn, Gerichtsvollzieher. LogclsbcM Kantor i per Stück 6 Pfg.. 25 Ct. 1,45 Vif.. 50 St. 2,85 Tlt., 100 St. 5,60 Mk. empfiehlt».ttVrich,Schloßgaße7. Die bisherigen ' Kirchen- orgeln zu Hörnsheim und Niederkleen sind wegen Beschaffung neuer Orgeln zu verkaufen. 2946 Gebote bitte ich mir bis zum 20. b. MtS. einzureichen. Groß-Rechtenbach, den 2. April 1903. Der Bürgermeister. Lmechaße 20 n. 22. Empfehle zur bevorstehenden Konfirmation meine Schuhwaren zu außergewöhnlich SKT billigen Preisen. Herren-Lchnallenstiesel 11,— „ Chevreaux 11,— „ Zugstiefel 10,— „ Boxcals-Scknürstfl. 9,60 r Schnür-Haken-Stsl. 5—6 , Halbschuhe 5,00 Damen-Chevreatlx-Knopfstfl.8^0 , SchnürsNefel 8,— „ Boxcalf-Knopfsticfel 8ch0 ö „ Schnürstfl. 8,— Franz Neumeier Sonncnstraße 20 n. 22. NB. Eden ein großer Posten Hausschuhe eingetroffen; ver- taufe von 80 Pfg. an.[2381 ahn- Bürsten m großer Auswahl, üundiTHMer, Zahnpneta Zahnpulver, Zahneelfen empfiehlt 1997 Victoria-Drogerie Adolf Bieler. Marttstratze 5. Gültkiikirs schönes Material. Anfuhr prompt unb billig. [2789 Conr. Rübsamen Telephon Westanlage 80. AnSgabe« Einnahmen 1,500,000.— 400,000.— 581,472.66 50,000.— 40,000.— 245,106.11 2,556.647 321,540.93 04 15,275,669^48 Bilanz per 31. Dezember 1902 Aktiva 350,886,488 08 Mk. . Mk. 87,198.39 rüdftänbige . 21 2,920,925 49 3,108,339 laufende Zinsen 32,950.73 2,476,309 40 600,056.— 300,000 376,335,647^50 gelangen dementsprechend die Coupons Die Dividende für 1902 30.— EL neuen von 3. April 1903. Wegen Verlegung unseres Haupt-GefchasteS unb jabru H <8 e !K 47 08 15 62 4,033,736 6,005,357 2,501,302 3,640,535 462,654 28 98 <2-; 12,312,613 46 243,372 16 162,936 82 22 Jt 307,047 7,800,000.— 400,000.— 1,200,000.— 65(1,000.— £ 8 » Kommunal-Darlehen, Lombard-Darlehen, biScontierten Wechseln, Conto-Eorrent unb Staatspapieren . DarlehenSprooisionen Kaffe einschließlich Giroguthaben bei der Reichsbank und Frankfurter Bank . Wertpapiere Deutsche StaatSpapiere Mk. 3,433,680.— Hypotheken (sämtlich zur Pfandbriefdeckung bestimmt) ....... Hypothekenzinsen am 31. Dezember 1902 14,896,087 72,434 5 S- o 8 Eigene Pfandbriefe Lombard-Darlehen . Guthaben bei Bankhäusern DiSconto-Wechsel Conto-Corrent: Debitoren Jmmobüien Bankgebäude . . . Pfanbbriefzinsen .... Verwaltungskosten .... Steuern und Stempel . . . Reingewinn, beschloffene Verwendung Aktienkapital . . Reservefonds gesetzlicher . außerordentlicher DiSagio-Reserve Immobilien-Reserve Pfandbriefe 4°/oige . . . 3ige . . Mk. 163,969,300.- , 176,782,100.- s O . heute ab zur Einlösung. Frankfurt a. M., den Gewinn-Vortrag vom Jahre 1901 . • Zinsen auS: Hypotheken . . . Mk. 14,314,614.62 9e/| Dividende . . 2)lt. Ueberroeifung an den , Reservefonds . . , Rücklage auf StaatSpapiere . . . , Ueberroeifung an bie Pensionsanstalt . r Tantismen unb Grati- sicationen . . . , Vortrag auf bas Jahr 1903 . . . . , s ••*3 ist auf 9% festgesetzt unb ber alten Aktien Lit. A., B., C., D. mit Vlk. 90.— 2937 Die Direktion. U 15,275,569 48 Passiva Lvankfurtev Hypothekenbank Fierzigker Aöschkuß per 31. Dezember 1902. Jahres-Rechnung für 1902. Verloste Pfandbriefe Pfandbriefzinsen Unerhobene ZinScouponS und ZinSquote pro 1902 auS Pfandbriefen mit Coupons per 1. April 1903 .... Conto-Corrent: Creditoren .... Depositen . Dividende für 1902 Tantiemen und Gratifikationen . « . Ueberroeifung an die PensionSanstalt . VortragSposten Pfandbrief-Agio . . Mk. 708,193.41 Darlehens-Provisionen , 563,774.45 Geroinn-Vortrag auf das Jahr 1903 . Gesangbücher für Konfirmanden in großer Auswahl empfiehlt 2283 MMch 2. Wilhelm Klee. am 1. Januar 1903 und später fällig werdende , 2,833,726.82 Kommunal-Darlehen . 2)if. 3,075,388.76 Sonnen- und Regenschirmen mit 10 bis 20 Prozent Rabatt welche nur bei Sartin faulen an der Kasse in Abzug kommen. Die letzten Frühjahrs-Neuheiten 1003 m sind sertiggesteüt und empfehlen solche ebenjalls sehr preiswert. 2837 Casseler 5chirinsabrik Giessen SetterSwcg 9. SclterSweg 9. Aurverkauf von E § o CM JC 18,000,000 10,050,000 — 340,751,400 — 69,600 — 3,088,481 30 500,181 63 497,369 67 1,500,000 245,106 11 40,000 1,271,967 86 321,540 93 376,335,647 50 Zuichneide Lehranstalt Grünbcrgerftratze 14 a (Mittelbau). Maßnehmen, Musterzelöhnen, Znfchneidcn und verarbeiten kann jede Dame gründlich erlernen. 2931 19V Der Kursus beginnt am 20. April 1903. JLlna Petri, grprnfk frfjrtnn. 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