Nr. 81 Erscheint tSgNch außer Sonntag-. Dein Gießener Anzerqer werden tm Wechsel mit dem Keffischen tonimirt die Gießener Familien dliNer viermal m der Woche beigclegt Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'ichen Un n>er1.-Buch- a. Etei n- bruderet (Pietsch Erben) Redaktion, Lrpeditw« und Druckerei: Echnlftraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Kernsprechanschluß Nr. 51. SießenerAnzeiger ,J General-Anzeiger w ** April 1903 vezngSpreiS: monatl>ch75Ps.,oienel» ifibrhd) Tir. 2.20; durch Abdole- u. Zweigstellen monatlich Ko Ps.; durch die Post Mk.L.— vienel- fäbrL auSschl. vestellg. Annahme von Lnzeige« für die lageeniliinner biü Dormuiag» 10 LUjc. ZerlenpreiS: lokal lSPs^ aueroart» 20 Pig. Verantwortlich tüt den poliL und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für Gießen Teil: P. Will ko tüt .Stadt und Hanb* und Gerichtssaal': August Götz, für den *ln- -etgenteil: Han« Beck. Politische Wochenschau. Gießen, 6. April 1903. Immer stiller wllds im politischen Getriebe; die Oster- -eit wirft ihre Schatten voraus. Tem Reichstage sind ui der vergangenen Woche auch die meisten Parlamente in Deutschland, die Abgeordnetenhäuser Preußens und Hessens, in die Ferien gefolgt, die fie mit Rücksicht auf die alljährlich ziemlich gleich große — sagen wir uuum- wunden: übergroße Redelust redlich verdient haben. In der vergangenen Woche kam in unserer zweiten Kammer zunächst der Antrag Möllinger u. Gen. zur Sprache, die Angliederung der landwirtschaftlichen Versuchsstation au die Technische Hochschule, in Verbindung mit der Errichtung eines Lehrstuhls für Agrikulturchemie. Tie Regierung steht diesem Anträge sympathisch gegenüber, der an den Ausschuß verwiesen wurde. Die Frage der größeren Sicherheit bei Zoll- und Steuerkrediten soll im nächsten Herbst ihre Erledigung finden. Der vom Aba. Köhler- Langsdorf gestellte Antrag zum Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetz, wonach in erster Linie statt des Sreisrates der Kreisausschuß darüber entscheiden solle, ob in Landgemeinden Einrichtungen in betreff der Taug- 1ichmack>ung von bedingt für tauglich erklärtem Fleisch zu treffen feien, war von der ersten Kammer einstimmig abgelehnt worden, und die zweite Kämmer trat dieser Ablehnung in ihrer Sitzung am letzten Tage des vorigen Monats bei. Sonst befchästigte sich die zweite Kammer noch mit Wahlprüfungen. Der Ausschuß hatte auf Grund eingehender Ermittelungen einstimmig beantragt, die Wahl von llö Wahlmännern der Stadt Darmstadt und im Anschluß hieran die Wahl der Abgg. Saeng und Langenbach für ungiltig zu erklären. Das Plenum der Kämmer beschloß in oiesem Sinne und erklärte die Wahl der beiden Abgeordneten, die der freisinnigen Partei an- gchören, für ungiltig. Tie Regierung wurde ersucht, auf Grmid revidierter Wahllisten eine Muwahl für die Stadt Darmstadt zu veranlassen. Alle übrigen Wahlen wurden für giltig erklärt, mit Ausnahme von der des sozia- Ustischen Abg..Orb. Tie Verhandlungen über diese Wahl un Wahlkreise Offenbach-Land erregten das Interesse des .,auses in besonderem Niaße. Orb siegte über Bürger- meister Lammert (Ztr.) mit geringer Mehrheit. Dabei ereigneten sich in der Gemeinde Bieber die schwersten Verletzungen des Wahlgesetzes. So fanden sich in der Wabl- urne fünf Stimmzettel mehr vor, als überhaupt Wähler abgestimmt hatten; eine Reihe von Wählern hatte von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, ohne die hessische Staatsangehörigkeit zu besitzen. Mitglieder der Wahl- kommijsion haben das Wahlgeheimnis verletzt und zahlreiche Wähler mußten bei der lleberfüllung des Wahllokals, das von den Sozialisten stark besetzt >var, sich gefallen lassen, daß ihre Stinunzettel über die Köpfe anderer hinweg von Tritten zur Wahlurne spediert wurden. Die Mehrheit des Wahlprüfungsausschusses halte sich trotz ihrer einmütigen Verurteilung der Vorkommnisse für Giltigkeits- erklarung ausgesproa)en, well nicht der strikte Nachweis dafür erbracht sei, daß diese Gesetzesverletzungen das Wahlergebnis wesentlich veräiidert hatten. Die Minderheit teilte diese Auffassung nicht, und sprach sich für Kassierung aus. Es kam im Plenum zu einer gründlichen Aussprache nicht allein über die Zulas,igkeit solcher Verstöße, sondern über die ganzen sellsamen Vorgänge, die sich vor jener Wahl zwischen einzelnen Parteien hinter den Kulissen abgespielt hatten. Die Sozialisten Ulrich und Dr. David griffen die Fraktionen der Srattonalliberalen und des Zentrums heftig an, beide Parteien hätten in der Frage der Wahlprü,ungen einen polllischen Kuhhandel abgeschlossen. Unter stürmischer Heiterkcll stellte der Zen- trumSabg. Tr. Schniitt fest, von sozialdemokratischer Seite sei in den Wandelgängcn der Versuch gemacht worden, die Antisemiten durch das Versprechen von Gegenleistungen zum Eintreten für die Glltigtcitserklärung Orbs zu veranlassen. Ter antisemitisäu: Abg. Bähr bestätigte diese Behauptung, und die Sitzung schloß nut einer Niederlage der Sozialisten. Die Kammer machte sich, wie zu erwarten war, dahin schlüssig, daß Wahlungehörtgkeiten solcher Art keinesfalls santtioniert werden dürfen, indem fie die Wahl des Abg. Orb für ungiltig erklärte. Tie Vor- kormnnisse von Bieber bei Offenbach haben im übrigen vorzügliches neues Material geliefert für die Un haltbar k e i t des indirekten Wahlsystems. — Ami 1. d. M. hat sich alsdann die Kammer auf unbestimmte Zell vertagt. Tie einzige parlamentarische Körperschaft in Teutsck- tand, die bis in die letzten Taae in Permanenz sich bcfanb, war das preußische Herrenhaus, in dem sich in einer der jüngsten Sitzungen eine außerordenllich interessante Te- Eatte abspielte. Ter bekannte Vorstoß des Frhrn. v. Du- rant im Herrenhause gegen die Freiheit der theologischen Wissenschaft wurde auch in diesem Jahre von demselben Herrn wiederholt. Ta man aber diesen wieder- yolten Vorstoß roransgesehen hatte, so trat diesmal der Standpunkt der ellizelnen Redner in der T-ebatte mit besonderer Klarhell und Deutlichkeit hervor. Es spielte sich unter höchster Spannung aller Anwesenden eine Art Reli- gionsgespräch im Herrenhause ab mit einem moralischen Endergebnis, daS man gerade in diesen Kreisen nicht vermuten konnte. Ten Ullraovthodoxen Preußens wurde die allergründlichste Abfuhr zu teil, sodaß anzunehmen ist, daß die Herren Baron v. Durant und Konsorten fürs nächste vollauf genug haben. Eine besondere Eigentümlichkeit der polllisck-itillen Zeit ist es von jeher gewesen, daß in chr mehr oder weniger versteckte Jntriguen gesponnen werden gegen Staatsmänner, die es in irgend einer Weife mit einer maßgebenden Partei verdorben haben, und deshalb erregt der Feldzug den das Organ der schlesischen Magnaten, die „Schles. Ztg ", gegen die preußischen Minister Frhrn. v. H a m m e r st e i n und General v. Goßler zu eröffnen an der Zell befunden hat, keine besondere Verwunderung. Erstaunen ruft nur die Persönlichkeit derer hervor, die den ibonservativen unbequem geworden zu sein scheinen. Sowohl der preuß Minister des Innern wie der Kriegsminister sind konservativ bis auf die Knochen und haben diese ihre Gesinnung zu dokumentieren und zu betätigen nie versäumt, es muß also schon ein hoher Grad von Verstimmung sein, der gegen sie herrscht. General v. Goßler soll die militärischen Interessen nicht schneidig genug Der treten haben, faßt man; aber gerade der gegenwärtige Kriegsminister fyat eine äußerst glückliche Hand in der Vertretung seines Ressorts vor den Parlamenten gehabt und darf sich rühmen, das Vertrauen derselben in größerem Maße zu genießen, wie die meisten seiner Vorgänger. Den preuß. Minister des Innern aber möchte man angeblich über das Revirement der Regierungspräsidenten stolpern lassen. Ob's gelingt, scheint fraglich. Offiziös bezeichnet man bereits die 'Nachricht voin Rücktritt des Kriegsniünsters v. Goßler als unzutreffend, desgleichen Angaben über gespannte Beziehungen zwischen dem Kriegs- Minister und dem Militärkabinett. Während so versucht wird, in die gegenwärtige Zu- sammenfetzung des preuß. Ministeriums eine Bresche zu legen, befindet sich d essen Chef, der Reichskanzler, auf seiner Osterfahrt gen Sizilien, auf der er auch seinem italienischen Kollegen Prinetti in 'Neapel eine Visite abgestattet hat. Erörterungen von politischer Tragweite roeroen bei dieser Gelegenheit allerdings nicht gepflogen worden sein, sodaß hinsichllich der Betätigung der Reichspolitik nach außen hin der aus dringende und wiederholte Bitten des dänischen Königs am gestrigen Sonntag erst beendete und ursprünglich nur bis Samstag vorgesehene Kaiserbesuch in Däne mark ungleich mehr Bedeutung beanspruchen darf. Ter Kaiser hat durch seine persönliche Liebenswürdigkeit die Bevölkerung Kopenhagens völlig erobert. Die offizielle Höflichkeit des ersten Tages wich, bald einer herzlichen Stimmung. Tie rastlose Unermüd- lichkell des Kaisers erregte allgemeines Erstaunen. Er war in Kopenhagen den ganzen Tag ununterbrochen in Bewegung; er besuchte Museen, Anstalten, Sammlungen, öffentliche Gebäude, zeigte auf allen Gebieten umfassende Kenntnisse und setzte selbst Fachmänner durch sein allseitiges Wissen in Erstaunen. Ueber Kopenhagen hat sich der Kaiser sehr schm eiche ll)a ft geäußert. Beim Hoffeste des Kronprinzen unterhieltsichd er^aiferfangemit dem neuen Bürgerme ifter, dem Sozialdemokraten Jensen, über das neue Rathaus. Leider ist friedfertige Gesinnung nicht jedermanns Sache, und so droht sich hinten auf dem Balkan ein Unwetter zusammenzuziehen, das, wenn es nicht gelingt, das Gewölk zu zerstreuen, den ganzen europäischen Kontinent in Mitleidenschaft ziehen könnte. Neuerdings richtete die Pforte eine scharfe 'Jiote an den bulgarischen Gesandten wegen der fortgesetzten Grenzverletzungen durch die Banden, die von aktiven bulgarischen Offizieren geführt werden, und droht mit einem UUimatunt, wenn die bulgarische Regierung nicht dem Unwesen steuere. Tie fortgesetzten Attentate auf die Eisenbahn haben in Konstantinopel große Panik hervorgerufen, sodaß die Anordnung getroffen ist, die Patrouillen zu Fuß und zu Pferde wieder zu vermehren und mit scharfer Munition auszurüsten. Man will die Drohung empfangen hoben, daß Tyna mit-Attentate gegen d ie Cttomanbanf u n d einige der Botschaften bevorstehen. — Einem jüngsten Gerücht zufolge sollen die Aufständischen die Regierungsgebäude in Ues- kueb in die Lust gesprengt und den Val i ermordet haben. Wie man aus Belgrad meldet, ist im Befinden des russischen Konsuls in Mitrowitza eine Besserung eingetreten. Im Tjumaja-sGebiete fand dieser Tage ein heftiger Kampf zwischen einer auf türkisches Gebiet eingedrungenen Bande und türkischem Militär flott Tie bulgarische Regierung trifft Maßregeln, damit die Banden türkisches Gebiet nicht mehr überschreiten. Tie Polizei entdeckte in Sofia mehrere geheime Waffen-Depots. Bei Tub- nitza wurde zwischen der bulgarischen Grenzwache undMace- doniern, welche Waffen aus Bulgarien nach Maeedonien schmuggelten, Schüsse gewechselt Gerüchte, daß Rußland eine energische 9Zote in der macedonischcn Angelegenhell an die bulgarische Regierung gerichtet habe, werden offiziös als jeder Begründung entbehrend bezeichnet Auch in Marokko will die Ruhe noch immer nicht einkehren. Neuerdings sche-'nt es sogar, als mache die Sache des Prätendenten Fortschritte, denn nicht nur die Truppen des Sultans unter sich beginnen sich zu befehden, sondern auch die Kabylenstömme zeigen Neigung, zum Prätendenten überzugehen, dessen Situation momentan sicherer wie zuvor ist. Algier scheint gleichfalls von den Unruhen angcsteckt zu sein, wie neuerliche Vorgänge, bei denen französische Truppen eine bedenkliche Schlappe erlitten, beweisen, und Frankreich hat jedenfalls mehr Ursache, seine Aufmerksamkeit den Vorgängen im Norden Afrikas zuzuwenden, als im Orient Vorsehung zu spielen. Die Vorsehung weiß ganz allein, auf welche Schultern sie ihre Lasten legt; Frankreich ist jedenfalls nicht dazu ausersehen. Politische Tagesschau. Eine beherzizenswerte Mahnung von einem rheinischen trniucr enu -.'.i die Landwirtschaftliche Beilage zur „Rheinischen V^rtsstcmme", die fonji einen extrem agrarischen Standpunkt vertritt In der „Mahnung" heißt es; „Schieben wir doch nicht immer — und der Mensch tut es doch so gern — die Fehler und Mängel auf andere, fie feien die Schuld an allem Elend, an aller 9tot Jede Reform muß von innen ausgehen. . . . Denken wir „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung" . . . Auch heute arbeitet der Landwirt gerade wie zu ftuheren Zeiten mit Aufbietung aller Kxäfte von früh morgens bis abends. Hier könnte höchstens die Rede fein von einer remünftigeten und praktischeren Arbeitsteilung, von einem Arbeitspläne. . . Ordnung ist die erste und notwendigste Bedingung bei jeder Arbell. . . Wie verhüll eS sicl) nun in Bezug aui die Amvendung der technischen Hilfsmittel? . . . Der eine arbeitet noch fast ohne Nla- fdrinen, aus falscher Sparsamkeit. ... Er wird also auf jeden Fall der Konkurrenz unterliegen. Der aiiberc hingegen versieht sich mit allen möglichen Maschinen, die er kaum ober gar nicht benutzen kann, weil sie auf seinem Boden nicht zu vertvertcn smd, oder weil sie mangelhaft gefertigt worden. Ein dritter besitzt gute und notwendige Maschinen, läßt sie aber verkommen.'. Dann sind sie in wenigen Jahren nicht mehr zu gebraten und wieder ist Geld verloren. Viel wird hier gesündigt. Aehnlich, wie bei den Maschinen, verhält es sich hier mit dem Kunstdünger. Auch hier wird einerseits gespart, andererseits Des Guten zu viel getan, ober falsch angewendet. Jeder Landwirt muß sich heutzutage die notwendigsten Kenntnisse für die Anwendung von Kunstdünger aneignen, oder sonst sich bei einem Fachmanne Rat holen. . . . Wichtiger als die körperliche Arbeit ist die rein geistige Arbeit, oder auch die Verbindung von körperlicher mit geistiger. Um von letzterer zuerst zu sprechen, so ist es ,ehr zu bedauern, daß bei unserer heutigen ausgedehnten und hochentwictelten Tecknik, die den Landwirten alle möglichen Hilfsmittel ait die Hand flieht, doch nur so wenige sich ihrer bedienen, z. B. beim Milchmessen, bei der Bestimmung nach Fettgehalt usw., bei der Käseberell- ung, bei Tierkrankheitcn und in so vielen anderen Fällen. Ter Landwirt soll überall prüfen, messen, wägen, untersuchen, beaufsichtigen und rechnen. Das erfordert die Zell mit Nottvendigkell. Der Landwirt selbst und andere wollen schwarz auf weiß sehen, was Güte, Gehalt, Anzahl, Wert anbetrifft. . . . Liegt hier nickt vielleicht die Hauptschuld an einer wohl schlecht angebrachten Bequemlichkeit und Sorglosigkeit? Und dieses fällt noch mehr ins Gewicht bei den rein geistigen Arbeiten, was Rechnen und Schreiben anbetrifft. Wer heute nicht genau alles anschreibt, genau Buch fuhrt über Einnahmen und Ausgaben, der kann nicht'mehr besteben. Er weiß ja selbst nicht, wie seine Aktien fteben. Und dennoch» wie viele giebt es noch, welche nicht Bucy führen, welche sich nicht einmal die Mühe genommen haben, diese kleine Kunst zu erlernen. Natürllck nützt hier nicht das bloße Anschreiben von Einnahmen und Ausgaben; auch ift die sogenannte einfache Buchführung ziemlich wertlos, denn auch diese giebt mir am Schluffe des Jahres kein absolutes Resultat über den Stand meiner Wirtschaft. Hier kann nur die doppelte Buchführung aushelfen. . . . Man könnte hier noch manches andere von mehr oder weniger Wichtigkeit erwähnen. Doch wird das Gesagte genügen, um uns zu zeigen, wie sehr noch die wirtschaftlichen Kräfte ausgenützt werden können und müssen. Hier ist eine unbedingte Reform von innen heraus notwendig." Das ist ein sehr verständiges Agrarprogramm. Bisher hatten aber oft gerade die energischsten Agrarier nur Hohn und Spott für ben Rat, Mißstände, die sich aus Unwissenheit und Bequemlickleit entwickelt hatten, abzustellen, sich die Fortschritte der Tecknik zu eigen zu machen, einen tüchtigen Nachwuchs unter den jüngeren Landwirten heran- zuziehen, in dem eigenen 3c tri cd kaufmännisch zu wirtschaften und erst — wenn das alles nicht hilft — dann sich, nach ftemder Hilfe nmzutun. yrnuifdjtrs. • Berlin, 3. April. Der Garde-Füsilier Friedrich Sokolowsky, welcher bei der 10. Kompagnie des 4. Garde- Füsiller-Regiments biente, stürzte sich gestern abend aufl einem Dachfenster der Kaserne in Moabit auf den Hof. Er war sofort tobt. Tie Leiche wurde nach dem Kasernen- Lazarett gebracht. Ueber die Ursache des Selbstmordes ist noch nichts bekannt. Pans, 3. April. In Puteaux wurde gestern em Ka ssen* b o t e auf offener Straße von Strolchen, welche sich in einem Wagen versteckt hielten, übersahen und beraubt. Den Räubern gelang cs, mit ihrer Beute zu entkommen, dagegen wurde der Kutscher festgenommen. * Paris, 3. April. Professor Roux erklärte, daß et ben ihm zuerkanmen Preis von 100000 Francs dem Pasteur'fchen Institut zu Forschungszwecken überweise. • Ein zum Tode verurteilter Priester. Man schreibt aus Madrid: Im vorigen Jahre hatte der Geist» l.chc Valdecantos, Pfarrer des Torfes Torecilla (Provinz Logrono), seine ihm untreu gewordene Geliebte ermordet, indem er ihr auf bem Felbc auflauerte und mit einem Rasiermesser die Gurgel burchschnitt. Lor einigen Monaten wurde er vom Landgericht in Logrono zum Tode durch das Würg- eisen verurteilt. Tcr Klcrüs har seitdem alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit die Todesstrafe in lebenslängliches Bagno umg.wandelt werde, um den Skandal der Hinnchtung eines Prici'lers zu verhüten. Nun aber hat der Madrider Oberste Gerichtshof das Urteil des Logroner Assifenhofes benötigt. Man hofft jedoch, daß Pater ValdecanloS am Karfreitag vom König begnadigt werde, denn die Regierung dürste diese Begnadigung vorschlagen. kielearskeihW M Memsss i w Bitte meine Schaufenster zu beachten. Bitte meine Schaufenster zu beachten! 13.50 ca. 100 Herren-Anzüge Mk. ausgesetzt. 18.50 ca. 250 Herren-Anzüge M. ausgesetzt. habe Ich zum Preise . von 2847 ca. 400 Herren-Anzüge ausgesetzt wiederkehrenden Qty* Bitte meine Schaufenster zu beachten. Bitte meine Schaufenster zu beachten. Frensdorf Ecke Neustadt Giessen. Bahnhofstrasse J. M. Schulhof Telephon 119. Marktstraße 4. Praktisch für Jedermann! Für Militär. liefert und verlegt I269i> 2082 ?ws\Vasc/j r* Dr. Kübel BiSmarästraße 6. Telephon 249. 2512 'fr Emil Horst tticßcn, Liebigs,r. 51. Neu! D. R. G. M. No. 184028. Es sind dieses Anzüge, welche nicht mehr ganz der Mode entsprechen, jedoch alle prima im Tragen und besonders als Strapazier-Anzüge zu empfehlen sind. Neu! D. R. G. M. No. 184028. Sport für Damen und Herren. Diese Anzüge sind ganz neu, elegant und ausserordentlich preiswert, da jeder einzelne Anzug einen bedeutend höheren Wert repräsentiert; sind auch in Bezug auf Haltbarkeit sehr zu empfehlen. habe ich zu dem enorm billigen Preise von ^LPfd.i5 PfennL^ überall erTal\ Institut von Dr. Kübel. Planmässige und gründliche Vorbildung für alle Klassen höherer Lehranstalten, für das Maturitäts-, Fähnrichs- und Einjährig - Freiwilligen - Examen, für Vorprüfungen des Finanz.- und Geometerf&chs und andere Schul-Examina. Für junge Leute, welche tags über verhindert sind, ist eine Abendschule eingerichtet, in welcher sie sich io verschiedenen Abteilungen für Examina oder den kaui- männischen Beruf ausbilden können. Beginn des Sommer-Semesters am 20. April. Prospekte durch den Vorsteher: habe ich zum Preise von Diese Anzüge sind hervorragend schöne, elegante Neuheiten und von tadellosem Sitz. Es ist Jedermann erlaubt, ohne Kaufzwang sich in meinem Lokal die Anzüge vorlegen zu lassen um sich von dem selten billigen Angebot zu überzeugen. — Grössere Posten der Anzüge sind in meinen Schaufenstern ausgelegt. Serie I ■ Anzüge zn 13.50 Mk. im Fenster nach der Neustadt. 8erie II" ÄDZÜgC zu 18.50 Mk. im Fenster nach der Bahnhofstrasse Serie III: Anzüge zu 25.— Mk. im Fenster nach der Bahnhofstrasse. Wer Bedarf in Herren-Bekleidung hat, sollte nicht versäumen, von dieser überaus günstigen Einkaufs-Gelegenheit den ausgiebigsten Gebrauch zu machen. Vorrätig bei: Chr. Spiess. Neustadt 8, Job. Becht. Brandgasse. H. Mchiifer. Marktstrasse 24, W. Stumpf, Sonnenstrasse, Louis Ockrl. Neu.-tadt 24. Ferd. Aff, Neuenbäue 21 und Licherstrasse, bei der Kaserne, Hch. Schneider, Kirchenplatz 5, K Heuser, Schiffenbergerweg 63. 2,954 Glatte und gekuppte Cementplatten Tonplatten lüosaikplatten Porzellanplatten Parkett Korkstein - Fussböden mit 2iiwlcumbelag, Ingenlose Xovaiit - Fussböden Gesangbücher für Die Einrichtung der Schrankfächer ist derart, daß nur unter gleichzeitiger 'Uhtividung des Mieters und des beauftragten Be amten das Fach geöffnet werden kann. Jeder Mieter erhält von der Bank zwei Schlussel zu seinem Schraustache. Weitere Exemplare des gleichen Schlüssels eri'.i.rcn nicht. Den Mietern von Schranklächern steht zur Vornahme der mit den niedergelegten Wertgegenständen erforderlichen Arbeiten (Trennung der lroupous re.) em separates, verschliessbares Zimmer zur Verfügung. Tie Anzahl der vermietbaren Schrankfächer beträgt 112. Wir empfehlen unsere neueste Einrichtung ich Allgemeinen, besonders aber solchen Mupitahftcn, welche einen Kaßeujchranl nicht besitzen. Gießen, im März 1903. 2294 Lank für Handel und Zndchie. Acpostttnllasse Gießen. Vermietung von eisernen Schrankfächern sog. Safes in unserem feuer- und einbruchssicheren Gewölbe für Effekten-Selbstverwaltung. Wir vermieten in einem auf Grund der neuesten Erfahrungen hergestellten, nach Ansicht bewährter Techniker feuer- und einbruchssicheren Gewölbe in schmiedeeiserne Schränke eingebaute, verschließ-' bare Fächer ibafes). Die Vermietung der Schrankfächer erfolgt je nach Vereinbarung auf ein Jahr oder auch onf einen kürzeren Zeitabschnitt. Die 'Dhete stellt sich wie folgt: Adler-Drogerie Seltener eg 39 Otto Schaaf. 2778 Prompter Versand nach auswärts. Gest. Bestellungen erbitte frühzeitig. 2888 Geld- und Billetitasche ohne Verschluss. Niemals selbstaufgehend. Garantiert massiv Rindsleder. Enorm billig. 1NS6C. STR.aie^p«.RTiae. für ClMsrcitiig null Gmi! Feinste lebeudfrische holländische Schellfische, Kabliau, ff. Zander, Flußhechte, Zungen, Schollen re. Lebende Ttnvpfen n. Schleien Obst- und Gemüse-Konserven — feinstes Metzer und Braunschweiger Fabrikat — empfiehlt VsttmliKkl als: schokollidc-hlisen null =6itr, Mr-Schn nnö -öicr, Bisqnit-Snsen nnh -bicr, Slanitb n. MrziM-Kitt, Sldrtonniiflt^ajtn IL s. w. empneylt in großer Auswahl täglich frisch die Konditorei Ludwig Mss, Marttstraßc 32. 2740 !echa!|'lhe Anim- nnd Asdeßsabrikate Dichtungen für alle Zwecke, Schläuche jeder Art, sämtliche Bedarfsartikel für maschinelle Betriebe. 1463 Gebrüder Geors pier» ™* Farben Ostara- n Mikado-Papier c npfiebit 2854 Ado.f Bieter Victoria-Drogerie. MarkUtrasse 5. lionfirinaitticit Reiche ArtSwahl eleganter Einbände. J 1 Mausburg ii. Krnst bfllscr. Größe Nr. Höhe Breite Tiefe Mietpreis für 1 Jahr 1 18 cm 23 cm 60 cm Mk. 15.— 2 24 cm 23 cm 50 cm Mk. 30.- 3 89 cm 46 cm 50 cm Mk. 50.—