Nr. 260 Erscheint täglich autze, Sonnlags. Dem (Siebener Anzetger werde» im Wechsel mit dem hessischen Landwirt btt Siegener Familien» dlüNer viermal m der Woche beiqelegt RolatwnSbruck u. 'Her» lag bei >V « ü h l 'ichen Untveri.-Buch' ».Ste»n- brudem tPletich Erben- RctKiftton. Öjpeöutou unb Druckerei; v «vol-ratze 7. Abreise iür Deoeschenr «nzetger lSlctzeu. ^rrulprrdianldjlHB ')h 51. 153. Jahrgang Erstes Blatt Amts- mö Anzeigeblatt für dm Kreis Gießen Annahme ooq Anzeige» für bi« iagefinummec btfl Dvrmttlagfl 10 Uhr. Rrtlcnprctl ; total 11 Wv ,iu»nxltti W Vig. O«viai»»rllld !ft» bei» iroitL ani ®cd. Donnerstag 5.NovemberlS03 ve-agspreiSr monathcbTb^L, oterteU ” _ iShrlich Mt. 120; durch Zk AA Abhole- u. Zweigstellen jgvSk Brtf Y-'fw monatlich 65 M-; durch F3 £1 sä jm 1$ T diePost Mk.2.-viertel- Pd Kl jährt, ausschl. Bestellg. Gießen, den 3. November 1903. B e t r.: Lehrerkonferenz. Tie Crotzh. Krcisschulkommisswn Cietzen au ine Schulvorstände und die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Mittwoch den 11. November dss. J8., vormittags 10Vs Uhr, fmbet in Steins Garten dahier die Zlreis-Lehrerkonserenz statt. Sämtliche Lehrerinnen und Lehrer des Kreises sind verpflichtet, an derselben teilzunehmen. An die Konferenz schließt sich em einfaches Mittagessen an. Tagesordnung: 1. Statistische Mitteilungen über das Volksschulwesen des Kreises. 2. Vortrag des Lehrers B ürstlein-Neiskirchen über die Frage: „Was kann die Volksschule tun, der Landbevölkerung die Vorzüge des Landlebens wieder lebhafter und klarer vor Augen zu stellen?" 3. Der Zeichenunterricht nach neueren Grundsätzen. 4. Mitteilungen Wir beauftragen Sie, die Lehrer hiervon zu benachrichtigen. Die auf den 11. l. Mts. anberaumte Schulvisitation in Nieder-Bessingen wird bis aus weiteres verschoben. Dr. B r e i d e r t. Bekanntmachung. Betr.: Die Herbst-Konkrolloersammlung. Die Herbst-Kontrollversammlung zu Hungen findet nicht, wie in der früheren Bekanntmachung versehentlich gedruckt worden ist, am 16. Nove-mber, sondern am 10. November, vormittags 9 Uhr 15 Min^ statt. Gießen, den 4. November 1903. Großherzogliches Kreis amt Gießen- I. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung, Betr.: Abhaltung der Viehmärkte. * Der Auftrieb von Vieh auf den Viehmarktplatz beginnt von dem am 10. l. Mts. stattfindenden Viehmarkte ab bis auf weiteres vormittags um 8 Uhr. Gießen, den 5. November 1903. Großyerzogliches Vnlizeiamt Gießen. Hechler. Aie Monurcherizujumnunkunst zu Wiesbaden (Eigener Bericht des Gieß. Anz.) K B. Darmstadt, 4. Nov. Der aus drei Salonwagen bestehende hessische Hofzug, der den Zaren und den Großherzog, sowie den Grafen Lambsdorff zur Kaiserbegegnung nach Wiesbaden führte, verließ wenige Minuten nach 3 Uhr den hiesigen Bahnhof. sieben dem Grafen Lambsdorff bestiegen denselben Zug noch die Herren des russischen Hofstaats, Generaladjutant Generalleutnant v. Freedericks, Generaladjutant Hesse, Zeremonienmeister o. Sawinsky, Generalmajor Mossoloff, ferner Generalmajor v. Wachter, die Flügeladjutanten Rittmeister Krämer und Hauptmann Schäffer von Bernstein, der kurz vorher aus Frankfurt hierangekommene kommandierende General v. Lindequist u. a. m. Auf Station Egelbach bestiegen auch der Zar und der Großherzog den Zug. Wiesbaden, 4. Nov. Bei regendrohendcm Himmel zogen heute morgen die Infanterie-Regimenter Nr. 80, 81, 87, 88, 116, 117 und 166 aus Homburg, Frankfurt, Mainz, Gießen und Hanau, sowie die Unteroffizierschule Biebrich in einer Gesamtstärke von etwa 6000 Mann hier ein. Sämtliche Eisenbahnzüge bringen aus den Nachbarstädten große Menschenmassen. Aus den Straßen herrscht ein ungewohntes Treiben. Der Kaiser erledigte heute vormittag Regierungsgeschäfte und unternahm fodann gegen 11 Uhr eine Spazierfahrt. Zur Frühftückstafel mar außer den Herren des Gefolges General v. Kessel ge. laden. Die hiesigen Schulen haben heute frei. Von 3 Uhr 30 Minuten ab entwickelte sich in den Straßen ein reges niilitärisches Leben. Die zur Spalierbildung befohlenen Truppen der Wiesbadener und der be- nachbarten Garnisonen rückten mit ihren Fahnen unter klingendem Spiel in ihre Plätze ein. Hinter den Truppen sammelte sich eine nach tausenden zählende Menschenmenge, darunter zahlreiche Fremde. Am reichgeschmückten Bahnhofe nahm eine Ehrenkompagnie des 80. Füsilierregunents „von Gers- dorff" Aufstellung. Zum Empfange waren erschienen die Generalität, das Gefolge des Kaisers, Reichskanzler Graf v. Bülow in der Uniform der Bonner Husaren, mü dem Bande des russischen Andreasordens, Botschafter von AlvenSleben, Botschafter von der Osten-Sacken. Bald nach 4 Uhr traf Kaiser Wilhelm in der pnisorm seines Narwaschen-Dragoner-Regnn entes mit dem Bande de§ Andreasordens am Bahnhose ein und erwartete auf dem Bahnsteig int Gespräch mit den Botschaftern von Alvensleben und Osten-Sacken und dem Reichskanzler Grafen Bülow die Ankunft des Zaren, dessen Hofzug Punkt 4 Uhr 30 Minuten einlieft Kaiser Nikolaus, der die Uniform des Kaiser Alexander-Garde-Grenadier-Regi- mentes mit dem Bande des Schwarzen AdlerordenS trug, entstieg als Erster dem Wagen. Die Monarchen^ begrüßten sich auf das Herzlichste. Sie umarmten sich und küßten sich wiederholt. Mit dem Zaren trafen em der Groß- herzog von Hessen und Prinz Heinrich von Preußen, beide in russischer Dragoneruniform, sowie das Gefolge des Zaren. Nach der Vorstellung der beiderseitigen Gefolge schritten die Monarchen die Front der Ehrenkompagnie ab und nahnien den Parademarsch derselben entgegen. Sodann bestiegen sie den ä la Daumont gefahrenen Vielspänner. Die Eskorte des Paderbornischen Husarenregimentes schwenkte ein. Die Musikkapellen spielten die russische Hymne. Die Fahnen senkten sich, und unter brausenden Hochrufen der Menschenmenge fuhren die Kaiser ins Schloß. Jin zweiten Wagen saßen der Großherzog von Hessen mid Prinz Heinrich von Preußen, im dritten Wagen Graf Lambsdorff und Reichskanzler Graf Bülow. Vor dem Schlosse erwies die Ehrenwache des Kaiser Alexander Garde-Grenadierregiments mit der Regimentsmujik und einer Fanfarenbläserabteilung die Honneurs. Die Posten vor dem Schlosse werden vom Füsilier- Regiment von Gersdorss gestellt. Vor den Gemächern des Kaisers wurden Unteroffiziere des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116, vor den Zimmern des Zaren waren Unterofstziere des Alexander-Regiments postiert. Die Absperrungsmaß- regeln gehen so weit, daß den Besitzern von Balkons in den zum Schlosse führenden Straßen verboten wurde, während der Durchfahrt des Zaren auf die Balkons hinauszutreten. . Tie beiden Kaiser begaben sich nach dem Setten- eingange des Eckstosses, um von dort den einmaligen Vorbeimarsch abzunehmen. Unter den Klängen des Armee- mar ches des Alexander-Regiments marschierten sodann die Garde-Grenadiere hi Kompagniefront mit dem bei der Garde neuerdings eingesührten Paradegriff aus der Zeit Friedrichs des Großen an den Majestäten vorbei. Den Grenadieren folgte die Eskadron des Husareu-Reaiments Kaiser Nikolaus II. von Rußland, die unter den Klängen des Loburger Marsches in Eskadronsront vorbeiritt. Der Zar zog sodann die Kommairdeure seiner beiden Regimenter in em kurzes Gespräco, worauf sich die Majestäten mit dem Gefolge in das Schloß begaben. Nunmehr rückte die Cyrenkompagriie des Alexander- Regiments nochmals vor das Schloß, um unter den Klängen des Präsentiermursches die Bataillons sahne in das Schloß zu verbringen. Bald daraus erschien auch die Zahnenkompagnie des Füsilier-Regiments von Gersdorss Kurhess.) dir. 80, um gleichfalls die Regimentssahnen ab- zuliefern und im Parademarsch nach der Bahnhofstraße wieder abzumarschieren. Prinz Heinrich von Preußen und der G r o ß - Herzog von Hessen erschienen rauchend am Mittel- fenster des zweiten Stockwerkes, um von dort dem militärischen Schauspiel zuzuschauen. Die ungeheure Volksmenge, die durch die Polizei kaum zurückgehalten werden konnte, brach in stürmische Hochrufe aus. Um 5 Uhr sand Galatasel im königlichen Schlosse statt. Bei derselben saß der Kaiser von Rußland rechts neben Kaiser Wilhelm; neben dem Kaiser von Rußland Gras Bülow, neben Kais er Wilhelm Grai L a ms- dorsf, gegenüber den Monarchen der Großherzog von Hessen und Prinz Heinrich von Preußem Rechts vom Grasen Bülow folgte zunächst der russische Generaladjutant Hesse, Staatsminister Frhr. v. Hammer- stein, der russische Zeremonienmeister v. SavinsTy, Ober- stallmeister Graf Wedel, Generalleutnant v. Scholl, Generalleutnant v. Arnim und Generalintendant v. Hülsen; links vom Grasen Lamsdorff Geh. Kabinettsrat v. Lukanus, der ru sische General Mossolow, General v. Kessel, Vizeadmiral v. Senden-Bibran, Generalleutnant Graf Hülsen-Häseler und Generalleutnant Hagen; rechts vom Großher^og von Hessen Botschaster v. Osten-Sacken, Oberhof- und Haus- marschall Gras Eulenburg, der russische Oberst Schebeko und Botschafter v. Alvensleben, links vom Prinzen Heinrich der russische Hausminister Baron Fredericks, General v. Linde- auist, der russische Kapitän z. S. Gras Heyden und Ober- Präsident v. Windheim. Die Tafelmusit führte die Kapelle des Kaiser Alexander-Garde-Grenadier-Regiments aus. Während der Tafel unterhielten sich die Monarchen auf das lebhasteste unter einander mit den Fürstlichkeiten und den neben ihnen sitzenden Staatsmännern. Nach der Tafel hielten die Majestäten Cercle ab. Gegen 7 lüp begaben sie sich nach dem Hoftheater unter den stürmischen Zurufen der Menge. Tie Musikkapellen der zwischen dem Schloß und dem Theater spalierbildenden 6000 Grenadiere spielten die russische Hymne. Die Galavorstellung im Hostheater begann um 7 Uhr. Fanfarenbläser in Dreispitz und Zopsperrücke, so wird der „Frks. Ztg." gemeldet, gaben das Signal. Generalintendant v. Hülsen, sicher und geschickt ün Rück- wärtsvoranschretten, geleitete die Fürstlichkeiten in die große Mittelloge. Die Zuschauerschaft brachte stehenden Fußes ein dreifaches Hurrah aus. Neben dem Zaren saß der Kaiser, rechts und links neben den beiden Fürsten zwei Schwestern d e s K a i s e r s, die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen (Mar^irethe) und die Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe (Viktoria). Dahinter hatten der Großherzog von Hessen, der sehr aufgeräumt zu sein schien, Prinz Heinrich von Preußen uno Prinz Friedrich Karl von Hessen Platz genommen, sodann der Reichskanzler und der russische Berliner Botschaster Gra^ Ollen-Sacken. Man gab den „JD b e r o n" von E. M. v. Weber. Dekorationen, Kostüme, Requisiten, Maschinen, alles Beiwerk, die Musik hinter der Szene, der Weihrauch, die Lichtessekte, alles das ist fast durchweg von guter Wirkung. Tas duftige Elsenreich, in dem die hochgeschürzte und lichtum- lvrte Baitetwelt sich austobt, Bagdad mit dem Palast des noßen Khalifen Harun al Raschid, die Mondnacht an der Hüfte von Tunis und der Harem des Deys, die Wandel- dekorationen der Heimreise und der Absckstuß im romanischen Tom vor Karl dem Großen, — jede Nummer hat glänzende Einzelheiten, und es geht ein lvirklrches Streben nach dekorativer Kunst durch das Ganze. Auch die Darstellung verfällt nicht in den Stil des Zuviel-. Die Besetzung ist geschickt und der Beifall blieb ntcht aus. In den Zwischenakten blieb heut das Foyer geschlossen. Die Fürstlichkeiten labten sich derweil dort an einem Tee, und das Publikum war somit aus sich selbst angewiesen. Mit Fcauenschönh-eit war die Gejellschast wieder rerchlrch gesegnet, auch aus den Nachbarftädteu, und zwar xnÄ Schönheiten aller Schattierungen, von den Rassischen Gestatten und Kopsen bis zu ben anmutigen jungen Dingern, Die ausjchauen wie Milch und Blut, blaues Blut. Um viertel elf Uhr fiel der Vorhang. Der Zar erhob sich und quittierte Hymne und Hurrah mit einer Verbeugung. Auch der Kaiser dankte. Dann leerte sich das Haus. Tie Wagen rollten vor, ulid im Scheut bentzatischen 9tot- seuers, unter den russischen Weisen der Mufik, vorbei an den fick) verneigenden Fahnen ging die Fahrt zum Bahnhof, zum Abschied. Tie Abreise des Zaren von Wiesbaden erfolgte um IUV2 Uhr. Vom Hostheater bis zum Bahnhofe bildeten Truppen dickstes Spalier. Als die bewen Kaiser am Standbilde Kaiser Friedrick)s vorbeisuhren, erstrahlte dieses in elektrischem Lüyü Hinter den Soldaten statiben wieder dichte Menscl-emuafsen, welche die Monarchen mit lauten Hoch^- rusen begrügtcn. Tie Kapellen spielten abwechselnd den preußischen Deftlirmarsch und die rutsche Nationalhymne. Als die Monarchen am Bahnhofe anlangten, schritten sie Die Eyrenkornpagnie ab, welche das Alexairderregiment gestellt hatte. Daitn geleitete der Kaiser den Zaren zu dem dereit',tebenden.^o.zuge und beche Nionarchen vel-abschtedeten sich in herzlicher Werse. Der Kai.ser druckte auck) dem Grafen Lam-Sdor.s Die Hand. Als sich der Zug in Bewegung setzte, grüßten beide Kaiser nochmals militärisch salutierend. Als der Kaiser üis Sastoß zurückkehrte, spielten sämtliche Kapellen „Heil Dir im Siegerkranz". Dem Generalintendanten v. Hülsen wurde vom Zaren das Großtreuz des Stanislaus-Ordens verliehen. Regierungspräsident e n g st e n b e r g erhielt den Annen- Orden 2. Kl. mit Brillanten, Polizeipräsident v. Schenk Den Annen-Oroen 2. Kl, Geh. Hojrat Winter-Berlin den Stanislaus-Orden 2. Kl. R. B D a r m st a d t, 6. Nov. (Telegramm.) Tie Rückkehr der Herrschaften nach Schloß Woljsgarten erfolgte nach 11 Uhr abends. Ter Gegenbesuch Kaiser Wilhelms sand heute mittag statt. Der Kaiser traf mittelst Sonderzuges um 123/4 Uhr aus der Station ein und wurde vom Zaren, dem Großcherzog und dem Prinzen 5^-eütrich am Bahnhof empfangen. Ferner waren erschienen General v. Wachter, Kreisrat v. Hom- bergt und eine Schwadron des Leibdragonerregiments. Kaiser Mlhelm entstieg, mit großem Gefolge, dem Zuge und wurde von dem Zaren uno dem Großherzog herzlichst begrüßt. Nach Vorstellung der .Herren des Gefolges begaben sich die Fürstlichtetten in offenen Wagen nach Wolfsgarten, wo um V22 Uhr Hostasel statt sand. Die Kapelle des 115. Regiments konzertierte. Der Reichskanzler Graf Bülow und Graf Lamsdorff blieben nach gemeinsamem Frühstück zur Konferenz zusammen. Sie kehren gegm CLbeni) nach Wvlssgarten zuruck und neh-tnen an der mqi 7 Uhr anberaumten Hoftasel teil. Kaiser Wilhelm und Graf Bülow dürsten in der zehnten Stunde Wolss- garten wieder verlassen und mit Sonderzug über Frankfurt direkt nach Berlin zurückkchren. « e • Alle die, welche bei der Galatafel eine besonders Tokumentierung des guten Einvernehmens zwischen T e u t s cb 1 a u b und Rußland durch Trink- sprüche der beiden Monarchen erwarteten, sind enttäuscht worden. Wenn auch die Wiesbadener Kaiser- zujammenkunst ohneReden und viele Worte nach äugen verlies, so durfte ihre politische Bedeutung dadurch keineswegs v e rr in g e r t werden, hatten doch die beiden Monarchen, sowie die leitenden Staatsmänner Gelegenheit, alle brennenden Fragen der Politik zu erörtern. Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Am heutigen Tage sindet die angekünDigte Begegnung Ihrer Majestäten des deutschen Kaisers und des Kaisers von Rußland in Mesbaden statt. Tie Zusammenkunft ist eine neue erfreuliche Bekräftigung des engen sreunb- jchastlichen Verhältnisses der beiocn Atonarchen zu einander, wie es sich in Danzig und Reval mit besonderer Wärme kundgetan hat. Ihrer Majestäten gesamte Wirksamkeit ist eine lebendige Bürgschaft dafür, daß sich die politische Tragweite auch ihres g-egenwärt.gen Beisammenseins und des Gedankenaustausches zwischeic dem Grafen Lamsdorff und dem Reichskanzler Grasen Bülow in der Richtung geltend machen wird, den Frieden unseres Weltteiles vor Erschütterungen zu bewahren und etwaigen auf die Störung oeS Friedens geriästeten Entwicklungen ent* gegenzuwirken. Mit Befriedigung ist festzustellen, daß auch russische Blätter diese Bedeutung der Zusammenkunft in Wiesbaden warm hervorheben. Wir schließen uns ihnen mit dem Wunsche und der Hofsnung an, daß aus der erneuten Bestätigung der persönlichen Freund- lchaft, bte die Herrscher der beiden starken Nachbarmächte verknüpft, segensrcick)^ Folgen für die Wohlfahrt der Völker hervorgehen mochten, deren Förderung und Pflege das erhabene Ziel beider Majestäten ist." Es mag eine Aeußerlichkell sein, daß diese kurze Notiz Nicht, wie in der Regel bei Herrscherbesuchen, durch den Druck hervorgehoben ist; aber da stets von denjenigen amtlichen Stellen, die die „Nord-d. Allg. Ztg." zum Sprachrohr wählen, die Form der Wiedergabe ausdrücklich bestimmt wird, kann es sich um keine Zufälligkeit handeln. Die Kundgebung scheint, wenn man sie wiederholt liest, sehr sorgsam Wort für Wort abgewogen. Von der schwungvollen Redeweise des Grafen Bülow — den man als Verfasser betrachten darf — ist wenig zu bemerken. Das Freundschaftsverhältnis mit Rußland, die Unterstützung, die Deutschland den russischen Zielen angedeihen läßt, wird, und das ist das Interessanteste an der Kundgebung, aus -Europa begrenzt. Diese Begrenzung des Zusammenwirkens ist in dem Satz enthalten, der davon spricht, daß ^ich die politische Tragweite der Zusammenkunft und des diplomatischen Meinungsaustausches in der Richtung geltend machen werde, den Frieden unseres Weltteils vor Erschütterungen zu bewahren und etwaigen, aus die Störung des Friedens gerichteten Entwickelungen entgegenzuwirken. Täs heißt klipp und llar: im nahen Orient ist Deutschland zurMitwirkung im Interesse der Aufrechterhaltu ng des Friedens bereit; im fernen Orient, in Ostasien, bekümmern wir uns um Rußlands Pläne nicht. Diese Scheidelinie ist also festgestellt vor den Besprechungen zwischen dem Grafen Bülow und dem Grafen Larnsdorsf. Nach einer Wiener offiziösen Auslassung wird im Hinblick auf die für den 9. November anberaumte Fortsetzung der deutsch-russischen Handelsvertragsverhandlungen auch hierüber ein Meinungsaustausch erwartet. Die Kundgebung in der „Nordd. Allg. Ztg." erwähnt zwar diese Verhand- -lungen mit keinem Wort. Glp-tchwohl liegt die Frage zu nahe, als daß sie un erört ert'bleiben könnte. Einstweilen ist die Zahl der Differenzpunkte noch beträchtlich. Rußland stößt sich keineswegs nur an der Erhöhung der deutschen Getreidezölle; die „ganze Richtung" der landwirtschaftlichen Zölle paßt ihm nicht. Man rechnet in Berlin aber damit, daß der Wille des Zaren, mit Deutschland zum Vertragsschluß zu gelangen, die Gefahr einer dllchteinigung ausschließe. Wir fügen einige Preßstimmen zur Kaiserbegegnung an. Tie „Voss. Ztg." schreibt u. a.: „Die deutsche Nation begrüßt den Selbstherrscher aller Reußen mit der Achtung, die dem Oberhaupt eines mächtigen und großen Staatswesens gebührt, aber auch mit dem Gefühl der Befriedigung, daß sich die deutsche Politik nicht in fremde Dienste zu stellen braudjit Deutschland und Rußland verkehren mll einander auf dem Fuße der Gleichberechtigung." Das „Berl. Tagebl." erblickt in der Begegnung eine erneute Besiegelung der schon bestehenden Verständigung Deutschlands und Rußlands in t^n akuten Fragen der internationalen Politik. Von der agrarischen „Deutschen Tggesztg." wird die allmähliche Besserung der deutschrussischen Beziehungen darauf zurückgesührt, daß die englischen Versuche gescheitert seien, Deutschland in eine gegnerische Stellung zur russischen Politik in der Mandschurei zu bringen. Einer Meldung aus Rom zufolge schreibt der „P o Polo Romano": Cs sei unzutreffend, die Zusammenkmist der beiden Kaiser als eine Art Antwort auf den Höflichkeitsaustausch zwischen Frankreich, England und Italien anzusehen. Deutschland wolle nur beweisen, daß es auch außerhalb des Rahmens seiner formellen Verträge die selb st loseste Freundschaft pflegen könne. Wer hinter der Prunk- Ent fallung in Wiesbaden etwas Geheimnisvolles vermute, > täusche sich BoMische Tagesschau. Republik Panama. Nach einem Telegramm aus Varrama ist am Montag -abend die Unabhängigkeit des Departements Panama der Republik Kolumbien verkündet worden. Eine große Volksmenge zog zu den Hauptquartieren der Regierungstruppen, wo man die Generale Tovar und Amaya, die am Morgen eingetroffen waren, eingekerkert hatte. Tie Lostrennung des Isthmus von Kolumbien ist danach als vollzogen zu betrachten. Tie Lolumbischen Offiziere des Heeres und der Flotte sind gefangen genommen. Es soll eine Regierung mit drei Konsuln und einem Kabinett gebildet werden. Ein ähnlicher Ausstand wie in Panama wird in Colon geplant. Das Marrnedepartement der Bereinigten Staaten beorderte mehrere Schiffe nach Panama und Colon mit der Weisung für die Aufrechterhaltung des Verkehrs mit und aus dem Jschmus zu sorgen. Auch alle Beamten der Behörden in Panama sind gefangen gesetzt. Alle kolom- bianischen Kreuzer im Stillen Ozean sind aufgebracht. Der Vizekonsul der Vereinigten Staaten in Panama, Ehrman, telegrafierte, das kolumbische Kriegsschiff „Bogota" habe die Stadt beschossen, wodurch elf Chinesen getötet wurden. Ehrman ist angewiesen, gegen die Beschießung zu protestieren. Bon dem Kriegsschiff „Bogota" ist ein Ultimatum an die Ausfländischen gesandt worven, in welchem ihnen eine Frist von drei Stunden zur Wiedereinsetzung der kolurn- Lischen Regierung gegeben ist. Das Schrss begann jedoch die Beschießung, ohne eine Antwort abzuwarten. Die Forts der Stadt und das Kanonenboot „Pavllllr" erwiderten das Feuer. Nach einiger Zell ging die „Bogota" wieder in See. Tre Regierung der Vereinigten Staaten erhielt ein Telegramm aus Panama, in dem sie ersucht wird, die neue Regrerung anzuerkennen. Sollte der Protest des ame- rllanrschen Vizekonsuls in Panama gegen die Beschießung der Stadt durch das kolumbische Kriegsschiff nicht genügen, so soll das jetzt auf dem Weg nach Panama befindliche »Kriegsschiff „Boston" das kolumbische Karwnen- boot mit Beschlag belegen. Tie Tatsache, daß der eine Endpunkt der Panama-Eisenbahn von den Regierungstruppen, der andere von den Aufständischen besetzt ist, macht die Lage noch komplizierter. Tie amerikanischen Seestrellkräfie sind angewiesen, die amerikanischen Interessen in allen Punkten zu schützen. — Es ist auffällig, daß die Ver> einigten Staaten jetzt erst mll einemmale entdeckt haben, daß in allen mittelamerckanischen Staaten Aufruhr und Erregung herrschen soll! Diese Entdeckung hatte den Bortell, die Entsendung von Kriegsschiffen in die Nabe des Isthmus zu rechtfertigen, und daraus kam es wohl an. Kirche und schule. Berlin, 4. Nov. Die Generalsynode nahm heute einstimmig den § 2 des Toleranzantrages betreffend die religiöse Erziehung der Kinder aus Mischehen an und wurde dann geschloffen. Kolonialpost. Nach einer Kapslädler Meldung der Londoner Daily Mail berichtet ein aus Warmbad in D e u t s ch - Südwest- Afrika dort eingetroffener deutscher Missionar zu den unter den dortigen Eingeborenen ausgebrochenen Unruhen, daß der aufstündige Stamm der B o n d e l s z w a r t s , der zu dem Nama-Stamme gehöre, gegen 1OOOO Krieger zählt. Am 31. Oktober erhielten die Ausständigen durch Zuzug Verstärkungen. Die Lage wird als kritisch geschildert. Von Windshock wurden Truppen nach Warmbad gesandt. Die Kap-Negrerüng trifft Maßregeln, um die aufständischen Eingeborenen am Eintritt in die Kap-Kolonie zu verhindern. Ausland. London, 4. Nov. Drei Armenier, deren Namen Eregorian, Szmician, Karapellan angegeben werden, gingen im armenischen Viertel Teckham spazieren, wo kürzlich der Armenier Segouni ermordet wurde. Plötzlich feuerte ein mit zwei Revolvern bewaffneter Mann, der auch ein Armenier sein soll, gleichzeitig auf Gregorian und Szmician Schüsse ab, die tot niederfielen, und dann aus Karapetian, der verwundet wurde. Der Mörder verübte Selbstmord. Es heißt, daß die Opfer Mitglieder des hiesigen armenischen Zentralkomitees seien. Budapest, 4. Nov. Im Abgeordnetenhause gestaltete sich die heutige Sitzung überaus stürmisch. Es kam zu riesigen Lärmszenen. Das neue Ministerium betrat unter starkem Applaus der liberalen Partei und Abzugrufen der Opposition den Saal. Es erhob sich nun ein minutenlang anhaltender Riesenlärm, wäyrend dessen Gras Tisza durch einen Saaldlener ein königliches Handschreiben überreichen ließ. Der Diener trug es in der Brusttasche versteckt auf die Tribüne zum Präsidenten. Die Opposition sprang von den Sitzen aus und versuchte unter furchtbarem Skandal und den Rusen „Schweinerei!" „Niedertracht!" die Verlesung des Handschreibens über die Ernennung des neuen Kabinetts zu verhindern. Die liberale Partei wies indessen energisch das Auftreten der Opposition zurück und das Handschreiben wurde trotz des ohrenbetäubenden Lärms verlesen. Graf Tisza diktierte sodann einem Stenographen eine kurze Ecllärung, wonach er seine Programmrede, da das Abgeordnetenhaus nicht in der Stimmung sei, ihn anzuhören, im Magnatenhaus halten werde. Die Opposition tobte, da sie sich so gänzlich ausgeschaltet sah. Sodann trat unter großer Erregung eine neuerliche Pause ein. Nach Wiederaufnahme der Sitzung erhoben mehrere Redner der Opposition energisch Einspruch gegen das Vorgehen der Regierung. Gegen 4 Uhr wurde sodann die Fortsetzung der Beratung aus morgen vertagt. — In seiner heutigen Rede im Magnatenhause, in der Graf Tisza sein Programm entwickelte, wies er auf die schwere andauernde Störung der parlamentarischen Arbeiten hin und führte aus, den Ausgangspunkt dieser Störung habe der Widerstand gegen die Er- yöhurrg des Rekrutenkontingents gebildet. Später sei die ungarische Kommandosprache gesordert worden, doch sei die gesamte Nation einig, daß sie die Erfüllung dieses Wunsches nicht unter Aufopferung der Harmonie zwischen der Krone und der Nation fordern dürfe. Es werden, fuhr Tisza fort, nunmehr bezüglich der Geltendmachung des Ungar tu ms in der gemeinsamen Ar m e e so bedeutende Reformen vorgeschlagen, daß gehofft werden kann, daß eine Beruhigung eintreten werde. Die Herstellung normaler parlcunentarijcher Verhällnisse ist umso notwendiger als mir bei einem Wendepunkte der internationalen Wirt- jchaftspolllik angelangt sind, der auch von feiten Ungarns eure Stellungnahme erfordert. Tisza erllärt weiter, er werde für die unveränderte Annahme der Ausgleichsvorlagen eintreten. Die Regierung werde bemüht sein, daß bei den Verhandlungen über die Handelsverträge die landwlltschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen im gerechten Verhältnis berücksichtigt werden. Sofia, 4. Nov. In macedonischen Kreisen ist die Meldung verbreitet, daß Georgi Petrow, einer der macedo nischen Hauptagitatoren, aus dem Gebiete von Mv- nasrir zurückkehrend, bei Köprülü am Wardeflusse, von Türken nied er gern acht worden sei. Einem Teil des Monastirkreises gelang es, nacn Montenegro zu entkommen. K o n st a n t i n o p e l, 4. Nov. Die A n t w o r t n o t e der Pforte aus die macedonische Reformnote Oesterreich- Ungarns und Rußlands lautet ab l e hn e n d. Die Pforte bestreitet Punkt für Punkt und bringt für ihre Ablehnung Gründe vor. Die Folge der Haltung der Pforte wird sein, daß ihr nunmehr von den Ententemächten ein bestimmter Termin zur endgiltigen Entscheidung gestellt und ihr möglicherweise die Anwendung von Zwangsmaßregeln angedroht wird. — Frankreich unterstützte vorgestern die Aktion der Ententemächte durch einen von dem Botschafter Constans unternommenen Schritt. Dies ist ein Erfolg der Reise des Grafen Lamsdorss nach Paris. Washington, 4. 9iov. Ein Schneider namens Lewis Vronjtein aus Bvoollin, der den Präfidenten Roosevelt zu sprechen wünschte und einen Re v o lv e r bei sich trug, wurde verhastet. N e w y o r k, 4. Nov. Nam den letzten Berichten über die Wahlen in den Staaten erlangten die Republikaner in Pennchlvanien eine Mehrheit von über 200 000 Stimmen. Zum Gouverneur von Ohio wurde der republikanische Kandidat mit einer Mehrheit von über 100 000 Stimmen gewählt. In Massachusetts erlangten die Republikaner eine Mehryell von 3,000 Stimmen. Berichte aus Maryland ergeben den Sieg der Demokraten. Nebraska wählte vollständig die republikanische Kandidatenliste. Kentucky dürfte demokratisch gewählt haben. In Virginia errangen die Demokraten, wie gewöhnlich, einen vollitändigen Sieg. An verschiedenen Orten in Kentucky sind gestern Wahltumulte vorgekommen. Sieben Personen wurden erschossen, zehn verwundet. In Virginien wurden zwei Personen getötet. Z>yuoöe des Fekauats Kietzen. D. S. Gießen, 4. Nov. Tie Synode wurde eröffnet durch einen Gottesdienst in der Johannestircye, bei welchem Pfarrer Glück aus Heuchelheim auf Grund von Apostelgesch 19, 18—20 über die Gründe des großen Erfolges der Apopelpredigte. Er sand sie in deren Preoigtwesse und in dem Eindruck ihrer gesamten Perjönlichteit, und schilderte dann den Erfolg selbst, namenma) im xmer aus Die vevornryenoen zorLnuTunungeri über das Lesebedürfnis des Voltes. Tie Veryandlungen sanden im Konfirmandensaal statt. Nach dem gesprochenen Cingangsgebet von Pfarcer Haacke aus Steinbach gedackte Telan Strack aus Leihgestern der in ganz ungewöhnlicher Zahl im verslossenen Jahre verstorbenen Mitglieder der Synode, Dekan a. D. Wahl, Pfarrer D e i ch e r t, Psarrer Schönhals, Psarrer Dr. Grein, Bürgermeister a. D. Brückel aus Lang-Göns und Kirchenvorsteher Opper aus Treis a. d. Lumoa, zu deren Andenten sich die Synodalen erhoben. Zu Schriftführern wurden Pjr. Schwabe und Bürgermeister Benner aus Treis a. d. Lda. berufen. Psarrer Schlosser überbringt den Dank des Geh. Kirchenrats Professor Dr. K a 11 e n b u s ch, für die ihm zum heutigen Gedächtnistage seiner 2ö jährigen Wirksamkeit in Gießen im Namen der Dekanatschnode wusgeiörocheiien Glückwünsche. Der Namensaufruf stellt die Änwesenheit Von 45 Mitgliedern fest. Die vollzogenen Wahlen wurden geprüft und bis auf die von zwei Stellvertretern genehmigt. Den Jahresbericht über die Tätigkeit des Deta- natsausschusses und den kirchlichen und sittlichen Zustand des Dekanates im Jahre 1902 erstattete der Stellvertreter des Dekanates, Pfarrer Tr. Naumann. In 6 Sitzungen beschäftigte sich der DekanatSausschuß außer mit den laufenden Geschäften ganz besonders mit den Werken der inneren Mission. Aus dem über das kirchliche Leben der Gemeinden berichtete sei folgendes hervorgehoben: die Regelung des Eigentumsrechts an Kirche und Pfarrhaus, wie sie durch das neue hessische Ge,ey in Gang gebracht ist, hat sich in Steinbach und Albach bereits in vollem Einverständnis in Frieden vollzogen. In Beuern ist von der Kirchengemeinde selbst eine kleine Kcnderschule errichtet, in Wieseck von der bürgerlichen Gemeinde eine Diakonissin als Gemeindepslegerin angestellt woroen. Kirchenvisita- tionen wurden in Leihgestern, Rödgen und Annerod, auch in Treis a. d. Lda. gehalten. Kirchliche Feste für äußere und innere Mission fanden in verschiedenen Gemeinden statt. Das religiöse und sittliche Leben zeigt in seinen günstigen und uilgünstigen Zügen ziemlich das gleiche Bild. Besonders die Klage über die Zuchtlosigkeit der Jugend und böse Wirtshaussitten dauert fort. Die Zahl der Kirchenbesucher in allen Gemeinden betrug an den drei offiziellen Zähltagen 27 667 Erwachsene und 16 371 Kinder, ^umma 38 638 (gegen 39 528 in 1901), die Zahl der Abend- mahlsgäste im öffentlichen Gottesdienst 1/433 Männer und 26 212 Frauen, privatim 129 Männer und 426 Frauen, Summa 38 200 (456 mehr als 1901). Im ganzen wohnten im Dekanat 53 686 Evangelische (1901: 51 710 , Trauungen fanden statt 460 (gegen 484j, getauft wurden 1465 (1460), konfirmiert wurden 968 Kinder (940), beerdigt 683 Gemeindeglieder (654). An milden Gaben für kirchliche und Vereinszwecke gingen ein 32 334 Mark, an Kirchentollekten 2002 Mk., an Bücysengeldern bei Trauungen und Taufen <512 Mk., an sonstigen Sammlungen 56<8 Mk., Summa 47 608 Mark. Es schließen sich die Berichte der Synodalvertreter für innere und äußere Mission an. Pfarrer Weber aus Lang-Göns berichtet zunächst über die innere Mission im allgemeinen, besonders über die Errichtung der Trinkerheilanstalt auf dem Durgbergerhos bei Bieber. Turch den Erziehungsbeirat wurden neun Pfleglinge untergebracht, 2 Tienstmädchen, 4 schulpflichtige Knaben, 1 schulpflichtiges Mädchen, 2 kleinere Kinder. Leider gelang es ,aft in keinem Fall, auf Ansuchen der Verwaltungsbehörden Lehr- und Dienpstellen für Zwangspfleglinge auszumachen, lieber die Tekanatskrantenpflege berichiet Pfr. Schwabe. Tie drei Schwestern leisteten 587 Tagpflegen, 105 Nacht- lvachen und 1100 Pflegebesuche; davon entfallen auf Süiwesker Eelisabeth Sclwfer ch Großen-Linden 260 Tag^- pslegen, 57 Nachtwachen und 117 Pf le gebe suche, auf Schw. Philippine Bück in Annerod 132i/2 Tagpflegen, 583/4 Nachtwachen, 950 Pflegeöesuche, Schw. Elisabeth Grölz in Mainzlar 194 Tagpflegen, 19 Nachtwachen, 18 Pflegebesuche. An Pflegegeldern gingen ein 510 Mark. Eine vierte Schwester wird in Steinbach angestellt. Ueber Heid enmissio n referierte Pfarrer Guß mann aus Kirchberg. Die Missions- beiträge in den Gemeinden des Dekanates betragen pro Kopf 9 Psg., während sie sich in ganz Deutschlano aus 14 Pfennig belaufen. Sie schwanken dabei von 60 Psg. in einer Gemeinde bis zu 0,6 Pfg. in einer anderen. Bei den nun vorgenommenen Wahlen wurde zum Stellvertreter des Dekaus Pfarrer Dr. Naumann, zu weltlichen Mitgliedern des Dekanatsausschusses Laud- gerichtsrat Sandmann und Bürgermeister Krämer aus Steinbachs zum fünften Beisitzer Pfarrer Glück in Heuchelheim, zu Stellvertretern: Pfarrer Hepding in Großen- Linden, Bürgermeister cl D. Kreiling in Heuchelheim gewählt. Da die Zell vorgerückt ist, wurde die Verhandlung über „das Letebedürsnis des Volkes" vertagt und die Synode um i/22 Uhr geschlossen. Aus Stuöt und Luud. Gießen, den 5. November 1903. • * Der Reg.-Ass. Dr. Wilh. Reitz in Darmstadt ist, wie man aus Darmstadt drahtet, mit der Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Kreisamtmanns beim Kreisamt in Alsfeld vom 16. Dezember ab betraut worden. * * Aus dem Bureau des Stadttheaters wird uns geschrieben: Nochmals sei auf die einmalige Aufführung von Friedrich Hebbels gewaltigem Trauerspiel Niaria Magdalena hingewiesen, das morgen, Freitag, den 6. November, als 6. Freitags-AbonnementsvorsleUung in Szene geht. Die Vorstellung ist sorgfältig vorbereitet, die Hauptrollen des Anton und der Clara liegen in den Händen des Herrn Linzen und des Fräulein Hohl. Der nächste Sonntag bringt als 4. Sonntags-Abonnementsvorstellung Albert Lindners lut Hochzeit", welche in poetischer Form das Hugenottenthema behandelt. Das überaus effektvolle Werk war Jahre lang Hauptrepertoirestück der Meininger auf deren Gastspielreisen. — Wir entnehmen dieser Mitteilung, daß die neue Direktion fortan auch bestrebt zu sein scheint, die Sonntagabende litterarisch zu heben. Die Bluthochzeit stellte einst Lindner in die Reihe der befähigtsten deutschen Dramatiker. Die Dichtung hat einen Zug ins Große, und die Charakteristik owie das ganze historische Milieu zeugen von der Kraft eines echten Poeten. Voraussichtlich werden am nächsten Sonntag also auch die teuereren Plätze de§ Theatersaales besetzt sein. * * ZurFlei sch Verteuerung. Aus verschiedenen Orten unserer Gegend kommen Nachrichten von Fleischver- teuerungen. Bemerkenswert ist, daß das sächsische Riini- terium des Innern Erhebungen darüber veranstaltet hat, ob die Konsumenten durch die Errichtung und den Betrieb von Schlachthöfen belastet würden. Das Ergebnis der Er- ( . 200J0 A. Holterhoff Söhne PSE . 101.85 . 90.75 . 101.75 . 90.80 . 100 10 . 100.00 . 102.50 101.00 ' 103*85 . 53.00 . 31.95 . 37.15 . 141 60 44.00 41.40 37a°/o 3 /o 3‘/,% 3% 3'/2% 3u/q Mexikaner 4,/91/o Chinesen . . Electric, bcfcuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden • • • Gottharnbahn . . . Lauranütte . . . . Bochum . . , . . Giessen 20 Seltersweg 20. Spezialisten in Trikotagen und Strumpfwaren. L 12 und 16 Pfg. für 2 getrennte Portionen ergeben M Präparate. Stets frisch zu haben bei Harpener...... Tendenz: schwach. Hebungen geht dahm, daß durch die Schlachthöfe eine nennenswerte Perinehrung der Gemeindeanlagen oder eine verhältnis- niäßige Erhöhung der Fleischpreise nicht verursacht werde; es ist aber nicht zu verkennen, daß die Fleischer hie und da die von ihnen zu entrichtenden Schlachthofgebühren zum Anlaß für eine an sich nicht gerechtfertigte Erhöhung der Fleischpreise genommen haben. ** Detaillisten-Verein. Gestern abend fand im Kaufm. Vereinshause die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Detailliften-Vereins statt. Der Vorsitzende Röhr erstattete Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes im abgelaufenen 7. Vereiusjahre. Die Mllgliederzahl hat durch Eingehen einiger Geschäfte, sowie durch Abmeldung etwas abgeuommen und beträgt bei Beginn des neuen Jahres 74. Im verflossenen Jahre fanden 14 Vorstands- sitzungen und 1 BespreuMNgsabend statt, der letztere war so schlecht besucht, daß von der Abhaltung weiterer solcher Abende im Lau^e des Jahres abgesehen worden ist. Am WTEi___ NormabHcmdcn . 26.70 . 91.60 ' 105*55 . 212.60 . 195.80 . 144.60 . 154.20 . 163.70 . 144.00 . 17L5 . 190.70 . 237.75 . 186.00 Reiohsanleihe do. Konsole . do . . Hessen 3 */,% Ober dessen . . . 4% Oesterr. Goldrente . . 4*/6% Oesterr. bilberrente 4% Ungar. Goldrente, . . 4°/ Italien. Rente . . . 4*/,% Portugiesen . . , >0/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Lückenlose..... 4°/o Griech. Monopol.-Anl. 41/,% äussere Argentiner Vorlage ihres Meldescheins melden, da sonst die Stellen vergeben sind. Handwerker erhalten den Vorzug. Friedberg, 4. Nov. Die Landwirtschaft- iche Winterschule begann gestern mit rund 60 Schülern ihr Wintersemester. — Professor Schöler, der interimistische Leiter des hiesigen Predigerseminars, wird nachdem er pensioniert wurde — in aller Kürze nach Berlin übersiedeln. Professor Schöler wurde 1896 als Professor an das Predigerseminar berufen und erhielt im letzten Frühjahr nach der Erkrankung des Direktors Professor D. Weiffenbach die provisorische Leitung. In den 80 er Jahren war Schöler Pfarrer von Hochelheim und Dornholzhausen, eine wohlschmeckendere und feinere Fleisch- oder Kraftbrühe als alle ähnlichen 9 Georg Wallenfels, Marktplatz 21. Telephon 46. Vermischtes. "Berlin, 5. Nov. Gestern abend verübte ein Unbekannter, der einen Diebstahl aussühren wollte, einen Ueb erfüll auf den Kastellan des Prinz Albrecht-Palais, der ihn überraschte. Der Einbrecher verwundete den Kastellan durch zwei Revolverschüsse und entkam. — Gestern wurde ein Falschmünzer namens Eigenbrodt bei Verausgabung falscher Zweimarkstücke festgenommen. Fünfzig Stück wurden bei • ihm vorgesunden und eine völlig eingerichtete Werkstatt entdeckt. Die udrWe EigeuM, den Kaffee zu verbessern, seinen Geschmack zu heben und abzuruuden, besitzt von allen Kaffee- Zujatz-Mitteln im höchsten Grade 8000 Linde's Kaffee-Essenz. ilrurlU MrwulMtt. Originaldraytmcldnngen des Gießener Anzeigers. R. B. Darm st adt, 5. Nov. (Eigener Drahlbencht.) Ter gestrige Bericht, daß der Groß Herzog das Zaren- paar auf seiner Reise nach Rußland begleiten iverde, ist so zu ergänzen, daß der Großherzog auch Prinzessin Elitabelh mitnehmen wird. Der Aufenthalt m Rußland wird 10—14 Tage dauern. Darmstadt, 5. Nov. Die „Tarmst. Ztg." veröffentlicht eine Mitteilung des preußischen Ministeriuins an das hessische Staatsministerium, nach dem der Kaiser genehmigte, daß die Einebnung der Lünette „Wiesbaden", sowie der Bastionen .Herzog Ferdinand", „Prinz Wilhelm" und „Schwarzenberg" der Kasteler Umwallung sofort beginnen darf. Chemnitz, 5. Nov. Der sozialistische Reichstags- Abgeordnete Franz Hofmann, seit 1892 Vertreter des 22. sächsischen Wahlkreises, ist im Alter von 51 Jahren gestorben. Wien, 5. Nov. Den Militärbehörden von Saloniki fielen große Explosivkörper in die Hände, welche mit emer entfernt liegenden elektrischen Batterie verbunden waren. Um em verbrecherisches Attentat seitens der Bulgaren zu verhindern, erteilte die Regierung der Direktion der Orientbahn die Erlaubnis, die Züge am Tage zirkulieren zu lassen. Diese Maßregel wurde gestern bei einem Kon- oentionalzuge angewandt, der in Ueskueb übernachtete und Saloniki erst heute nachmittag erreicht. Petersburg, 5. Roo. Korps-Kommandant Sche» pelew richtete an das nach China abgehende Susdal-Regiment folgende Ansprache: Da böse Leute im fernen Osten uns das wegnehmen wollen, was wir blutig errungen haben, so schickt der Zar seine Soldaten dorthin, um im Notfälle die Ehre des Heimatlandes zu verteidigen und zu verhindern, daß die Feinde ihren Plan zur Ausführung bringen. fallen und beweisen, daß wir in der Z u cht d e s Vogelsberger und Simmenthaler Rindes Fort- schrrtte machen. Obwohl man bei der Ausnahme der Tiere in das Herdbuch, wählerischer wird, steigt die Zahl der aufgenommenen Tiere. So wurden im Kreise Schotten in diesem Jahre 252 Stück Vogelsberger, im Krerse Gießen 174 Vogelsberger angekürt, darunter 49 Bullen. — Von Simmenthalern in den Kreisen Alsfeld 381 Stück, in Lauterbach 302, Gießen 200, Friedberg 261, Büdingen 239, Schotten 71 dabei im ganzen 77 Bullen. Bedauernswert bleibt es, daß im hohen Vogelsberg von den Landwirten die Zucht des Vogelsberger Rindes vielfach vernachlässigt wrrd, zu Gunsten des Simmenthaler Rindes. F r e i w i l l i g e v o r l Die 1. fahrende Batterie des 2. Großherzogl. Feldartl. Regiments Nr. 61 nimmt zweijährig Freiwillige für nächsten Herbst an. Bewerber wollen sich bis spätestens Monat März auf der Schreibstube der 1. Batterie in der Kaserne des Regiments zu Darmstadt unter Kreis Wetzlar. t . h. ulfa, 4. Nov. Der Unterricht in der dritten Klasse der hiesigen Volksschule wurde aus Verfügung des Kreisgejundheitsamtes Schotten zunächst auf acht Tage g e- schlossen, da eine große Anzahl von Schulkindern an Masern erkrankt waren. Doch sind alle Erkrankungen bis jetzt nur leichter Art. x Alsfeld, 4. Nov. Der Stadrat hat sich dieser Tage mit dem Bau einer Bahn Alsfeld -Ulrich st ein besaßt und einen Beitrag zu den Vermessungskosten bewilligt. Die geplante Strecke soll durch die Gegend Romrod, Breitenbach, Storndorf, Köddingen und Helpershain nach Ulrichstein führen. — In Dannerod fiel em vierjähriges Kind in den Wasserbehälter einer Dreschmaschine und verstarb an den erhaltenen Brandwunden. d. Mainz, 5. Nov. (Eigener Drahlbericht.) Vischos Tr. Heinrich Brück ist heute nacht um 2 Uhr im Alter von 72 Jahren infolge eines Lunge n- s ch l a g e s p l ö tz l i ch g e st o r b e n. Geboren wurde er zu Bingen am 25. Okt. 1831, zum Priester geweiht am 30. März 1855, Kaplan in Nieder-Olm am 31. März 1855, Dozent am Seminar am 20. Aug. 1857, Professor am 22. Juli 1861, Geistl. Rat am 12. Sept. 1888, zum Domkapitular gewählt am 2. Dez. 1889, zum Bischof erwählt am 20. Dez. 1899, durch den Papst bestätigt am 30. März 1900 und durch den Erzbischos von Freiburg konsekriert im Dome zu Mainz am 20. Mai 1900. Seine langjährigen kinbengeschichtlichen Studien sirrd niedergelegt in seiner Kirchengeschichte, dre in mehreren Auflagen erschien und in fremde Sprachen übersetzt ist. Seine Geschichte der oberrheinischen Kllchen- provmz und seine Geschichte der kathol. Kirche des 19. Jahrhunderts. Mainz, 4. Nov. Der Direktor der Darmstadter Bank, Geh. Kommerzienrat Heddr ich, wurde gestern auf seinem Weingut in dem nahen Guntersblum von einem schlimmen Unfall betroffen. Derselbe wollte in einem Keller aus dem Fasse eine Probe entnehmen, zu welchem Zwecke er eine Leiter besteigen mußte. Letztere rutschte, und Heddrich fiel so unglücklich aus den Hinterkopf, daß er noch nach zehn Minuten, als ihn die Arbeiter in einer Blutlache liegend, sanden, bewußtlos war. Frankfurt, 4. Nov. Nach dem „Bockenheimer Anz." ist ein kleiner Unfall, der sich bei dem Ausflug der m Wolfsgarten weilenden Fürstlichkeiten nach dec Saalburg ereignete, dem Automobil zugestoßen, in dem die r u j - fische Kaiserin und die Prinzessin Heinrich süßen. Benn Durchfahren der Fritzlarerstraße rannte das Automobll gegen das Haus des Gastwirts Henning an, deutliche Spuren eines heftigen Anpralls an den steinernen Fensterbänken zurücklassend. Die erschreckten Insassen des Fahrzeuges stützten sich mit den Händen an der Fassade des Hauses; verletzt wurde niemand. Die Straße ist an der erwähnten Stelle sehr abschüssig; ähnliche Unfälle sind an demselben Haus wiederholt vorgekommen. Erst kürzlich hat ein Möbelwagen unliebsame Bekanntschaft mit demselben ge- Niacht, ebenfalls ganze Fetze abschürfend. 29. September sand eine Sitzung jiait, zu welcher auch die < Vorsitzenden der Bäcker- uno Metzger-Junungen sowie des Uhrmacher-Vereins geladen waren, um Stellung zu nehmen I gegen das Verfahren einzelner Geschäfte, die sich verpflichtet hatten, den Mitgliedern eines ein- ; zelnen Vereins einen Sonder-Rabatt zu gewähren, ein Abkommen, welches der übrigen Kundschaft gegenüber in keiner Weise gerechtfertigt werden kann. Auf den in Mainz, in Frankfurt a. M. sowie im September in Darmstadt abgehaltenen Konferenzen war der Verein durch Delegierte vertreten. Dem Vorstände kamen neun Fälle unlauteren Wettbewerbs zur Kenntnis, von denen hier durch schriftliche Aufforderung erledigt, zwei als ohne Aussicht aus Ersolg nicht weiter behandelt, zwei als unbegründet abgelehnt und einer von der Behörde als nichit sttachar erklär: wurden. Gerichtliche tzilse brauchte in keinem Falle in Anspruch genommen zu werden Die weitere Tätigkeit des Vorstandes bezog sich aus die Feststellung der Versicherungspslicht der Dienstboten, Regelung des Rabattabkommens mit Vereinen und aus verschiedene Gutachten unb Eingaben an Behörden. Aus Veranlassung des hiesigen Kreisvereins deutscher Hand- lungsgehilsen haben die Geschästsinhaber Stellung zu der Frage des 8 Uhr-Ladenschlusses in Gießen genommen. Die Abstimmung ergab 260 Stimmen vorbehaltlos für den 8 Uhr- Schluß, 21 bedingungsweise dafür und 10 dagegen. Der Vorstand hat auf Grund dieser Willenserklärung beun Großh. Kreisamt den Antrag gestellt, den 8 Uhr-Ladenschluß für jämtlick)e Geschäfte mit Ausnahme der Zigarren- Spezialgeschäjte verfügen zu wollen. Die durch Ge,etz festgesetzten Ausnahmetage, der ganze Dezember und sämtliche Samstage sind hiervon ausgenommen. — An Mitgliederbeiträgen sind vereinnahmt worden Mk. 554.25; verausgabt sind Mk. 467.66. Der Kassenbestand beträgt einschließlich des vorjährigen Saldos 9Jlt 814.33. Die Ergänzungswahl des Vorstandes wird nach lebhafter Debatte verschoben, da der Besuch der Generalversammlung sehr zu wünschen übrig läßt und inan an nimmt, daß bei einer Vertagung der Wahl aus eine wesentlich größere Stimmenabgabe gerechnet werden dürste. Die Wahl soll am Mittwoche den 11. d. M., im Kaufm. Vereinshause stattsinden. ** Handwerker st erbekasse. Der gestrige Tis- kussionsabend betresfend den Bericht über die Handwerkerster beka ist e war recht interessant. Der Ortsrechner, Herr Ehr. Haas, tellte in längeren Ausführungen den nun nächsten Sonntag in Darmstadt anzunehmenden Entwurf mit und konnte jetzt schon mittellen, daß die Haiid- Werlersterbekasse die billigste von allen derartigen Kassen ist. Bis jetzt zähll die Kasse in Gießen 115 Mitglieder, aber noch manche, besonders jüngere Handwerker gehören der Kasse nicht an, und darum soll eine Liste zirkulieren, um noch mehr Mitglieder zum Bellritt zu bewegen. Kommerzienrat Heyligenstaedt schloß die Versammlung mit dem Wunsche, daß nächsten Sonntag einige Mitglieder sich an der Versammlung in Darmstadt betelligen möchten unb daß die Kasse segensreich wirken möge. ** Herdbuch-Kommissionssitzung. Man schreibt uns: Dieser Tage sand hier in Gießen eine Sitzung gatt, die den Entwurf des Gesetzes über die Schlachtvieh Versicherung beriet und sich im wesentlichen dem ablehnenden Standpunkt des Hess. Landwirtschastsrates anschloß. Der Hess. Landwirtschastsrat hatte schon vor Jahren einen Entwurf einer obligatorischen Vieh Versicherung vorgelegt. Der Entwurf scheint in einer Kommission des Landtages stecken geblieben &u fern. Man hat wenigstens bis heute nichts mehr davon gehört. Inzwischen scheint ein Reichsviehversicherungsgefetz, das schon lange begehrt wurde,, bestimmtere Formen anzunehmen. Wir werden zunächst ab war tenmus )en, was aus dem Entwurf des Gesetzes über die Schlachtvieh Versicherung in unserem Landtage demnächst wird. — Ferner behanöelte hip Kommission die Frage der Errichtung von 8u^^tble^^ mä??t7n llr der Provinz Oberhessen. Es bestehen solche in Lauterbach, Schotten, Alsfeld, Friedberg, Butzbach, Vilbel, Gießen. Es sind Unternehlnungen der betr. Städte, welche auch die Kosten der Prämiierung in verschiedenen Betragen von 120 Mk bis 700 Mk. übernehmen. Der landwirtschast- Wrnnimiatoerein hat mit der Prannierung nichts zu diesjährig^ Körungen sind wreder gunjt.g ausge- Telephonischer Kursbericht. fcrunkiurt a. 5. November 1903. von Mk. 1®— bis Mk. 7.50 Jacken und Unterhosen e _ von 65 Pfg. bis Mk. 7.— von 70 Pfg. bis Mk. O.— Hervorragende Haltbarkeit Vorzüglich in der Wäsche. 8296 Anfertigung nach Mass ohne Preisabschlag. Frisch eingetrotten: Caviar. Geflügel. Cari Schwaab, Hoflieferant Telephon 265. 8121 Seltersweg 23. Kirchliche Kamichten. Evangelische Gemeinde. Freitag, den 6. November, nachmittags 5 /, Uhr, findet un Konsirmandenfaal der Johanneskirche Vereinigung der konstrmlerter» Niädchen der Lukasgemeinde statt. Pfarrer Euler. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst tu der Synagoge, Südanlage. Samstag, d e n 7. 9l o v e m b e r 1902. Vorabend 4.45 Uhr. A! o r g e n s 9,00 Uhr. Predigt. Nachmittags 8.30 Uhr. Sabbathausgang 5.40 Uhr. HottrsdirnK der israelitischen Deligionsgesellschast. Sabbathieier ain 7. November 1903. Freitagabend 4.30 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr. Nachniittag 3.30 Uhr. Sabbalhausgaiig 5.40 Uhr. Wochengoltesdiensl: morgens 7.00 Uhr, abends 4.30 Uhr. , mntgstgeliebten, teuren Mutter tiefgefühltesten Dank Kinder 8286 WWWM , den 4. November 1903. vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden WWW Gttftav-Adolf-Franenverein. In diesen Tagen werden die Jahresbeiträge für nuferen Verein, wie alljährlich, erhoben werden. Eine größere Anzahl uou Sammlertuueu hat sich freundlichst bereit erklär!, die Erhebung der Gaben sür 1903 zu übernehmen. — Im Jahre 1902 wurden für die Zwecke des Vereins, zur Hinderung mann,giacher 9lot bei armen Glaubensgenossen, in unserer Gemeinde 1357 Mk. durch unsere fleißigen Sammlerinnen uni) das Wohlwollen der Gebenden zu- janilnengebracht unb durch Vermittelung des Verwaltungsrats in Darmstadt an 31 hllisbedurflige Gemeniden und Anstalten verteilt. Indem wir allen Gebern unb Gebennnen auf diesem Wege rwch- mals unseren herzlichsten Tank aussprechen, bitten wir, auch in diesem Jahre unsere Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung reichlicher Gaben die gute Sache ullserer evangelischen Kirche ibrdern au wollen. Gießen, den 5. November 1903. 3284 Für den Vorstand deS Gustav« Adolf-FrauenvereiuS: Die Vorsitzende: Ter Schriftführer: Luise Worlinann. Dr. Naumann, Pfader. jYUatier-jmikKm Siächsteu Samstag, 7. Rov. 1903 im Reucu Saarbau 3295 Winterfest. Sonntag deu 8. Nov., nachmittags Ausflug nach öcut 'g5.nol)of. Winterschuhe in allen möglichen Sorten Gummischuhe, Jagdstiefel Turnschuhe, Keiinerstiefei Arbeitsschule, Reitstiefel in grösster Auswahl, zu billigsten P< eisen. Elegante Damen Herren- und Kinder - Stiefel in bewährten deutschen und amerikanischen \ Fabrikaten. 8293 r N. Reiss Frankfurter Schuhlag . Giessen 12 Mäusburg 12. zz Zm JfroHodil. Freitag den 6. November: Metzelsuppe Morgens: Wellfleisch mit Kraut. 8284 Wilh. Mayer. Lahnhkchte, Backfische in allen Größen, Schellfisch, Eabliau frisch eingetroffen bei 055Ö0 _______Ätt Simon, Asterweg. la. Schellfische Cabliau Zander Seezungen, Hecht, Stetubutt re., täglich frische Sendungen in bester Etspack. Führe prinzipiell nur aüerfeiuste, anerkannt beste Qualität. 8276 C. G. Kleinhenn, Delikateffen-, Fisch- u. Gestügelhdl. Promptester Vers, nach ausw., da nur 4 Min. v. 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