Zweites Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 5. August 1903 DezngSpret-r viertel- morn ; durch tährl. ausschll Bestellg. Annahme von Anzeigen ür öte Tagesnurnmer jfc8 vormittag» 10 Uhr. ZeUenprrtSr total 12% auSwürtS 20 Pfg. Brrantwortltch für den poltt und allgem. Teil: P. Wittko: für ,©tabt und LanhE und .GertchtSsaal*: August Götz- für den An- zetqenteü: Han« Beck. jäbrltch URL SL0; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- Nr. 181 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegL Rotationsdruck u. Verlag der BrühUichen Untvers.-Buch-u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Druckerei: Gchrrlstratze 7. Adresse für Depeschen: «uzeiger Gießeu. Fernsprechanschluß Nr. 51. Giehener Anzeiger w General-Alyeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Iie heutige Yummer umfaßt 10 Seite». Politische Tagesschau. Znm Regierungsjubiläum des Herzogs Ernst von Sachsen-Altenburg. Wie die „Slltenb. ZLg." meldet, brachten Dienstag früh die vereinten Männergesangvereine der Stadt au: dem Schloßhof dem Herzog ein Ständchen. Im Laufe des Vormittags empfing der Herzog Abordnungen und von 2 Uhr nachm. an die am herzoglichen Hose beglaubigten Gesandten. Später fand nn Residenzschlosse Galatafel statt. Für heute Abend sind Fe st Vorstellungen angesagt. Rach emer Musrkvorstellung soll ein Huldigungsspiel von Wiegand und Ernestine von Eckardr aujgeführt werden. — Der Prinzregent von Bayern richtete an den Herzog folgendes Telegramm: Sr. Hoheit Herzog Ernst von Sachsen- Altenburg. Es drängt mich, Dir lieber Vetter, zu Deinem 5Ojähr. Regierungsjubiläum die aufrichtigsten und wärmsten Glückwünsche auszusprechen. Gottes reichster Segen walte über Deinem Leben zum Wohle Deines ganzen Hauses und Landes. Luitpold. Hierauf traf folgendes Antworttclcgramm ein: Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzregenten Luitpold. Allerwärmsten Dank für Deine warmen Glückwünsche zu meinem Jubelfeste, welches ich durch Gottes Gnade morgen feiern darf. Deine Worte kamen und gingen zu Herzen und begrüßte ich sie als ersten der mir zugegangenen Wünsche besonders freudig. Gott erfülle Deine Wünsche. Ernst. Das Beschlagnahmerecht und die Schweigepflicht der Aerzte. Gegen die Beschlagnahmung des Journals eines Arztes durch den Richter anläßlich der Verhandlung des Wahl- krawallees in Laurahütte wendet sich Dr. A. Atoll in der Berliner Aerzte-Korrespondenz. Er führt u. A. dort aus: „Die jetzige Strafprozeßordnung geht in der Zulässigkeit der Beschlagnahme schon im Allgemeinen sehr weit. Wenn es aber sogar vorkommen kann, daß das Krankenjournal eines nicht verdächtigen Arztes beschlagnahmt wird, so ist dies mindestens ein Beweis dafür, daß das Gesetz zu weit geht oder nicht ganz eindeutig ist. Wir werden deshalb darauf halten müssen, daß bei der Revision der Strafprozeßordnung auch der § 97 mitrevidiert werde. Wir Aerzte dürfen es unter keinen Umständen zulassen, daß das Recht unserer Klienten auf unsere Verschwiegenheit durch irgend welche gerichlliche Dtaßnahmen illusorisch gemacht werde. Was gestern dem Dr. S. in Oberschlesien begegnete, kann heute oder morgen jeder von uns erleben. Das Vertrauen unserer Klienten muß aus das allerschwerste erschüttert werden, wenn ein Richter, um Adressen von Verdächtigen sestzustellen, das Kranken- jonrnal des Arztes beschlagnahmen läßt. Abgesehen von der Revision der Strafprozeßordnung ist es bereits jetzt unsere Pflicht, laut und vernehmlich die Juristen, besonders Richter und Staatsanwälte, unsere Auffassung von der Schweigepflicht des Arztes wissen zu lassen". Die Diamantselder in Transvaal. Aus London wird geschrieben: Die jüngste Rede Mr. Chamberlains im Unterhause bedeutet die Erklärung, daß die Regierung die Diamantfelder des Transvaals als Monopol ausgebeutet haben will. Das Diamanten führende Gebiet wird nicht mehr wie früher den Diggers zur Verfügung gesollt, sondern die einzelnen Minen werden von kapitalkräftigen Gesellschaften betrieben werden, die dem Staate sechs Zehntel des Reingewinns abgeben müssen. Es scheint sich in der Tat um ganz großartige Funde zu handeln. Eins dieser Felder, die Fara Elandlaagte, wurde für 50 000 Lstrl. angekauft und hat heute bereits einen Marktwert von 300 000 Lstrl. Es werden ca. 1,5 Karat Diamanten per Last gewonnen, und da der Karat 27 s 6 d erzielt und die Betriebskosten sehr geringe sind, ergiebt sich per Last ein Gewinn von 20 s. Es wird behauptet, daß im nächsten Jahre 10—15 OOO Lasten täglich bearbeitet werden können, was selbst unter Annahme, daß der Gewinn per Last auf 10 s sinken sollte, an anderthalb Millionen Lstrl. jährlichen Profits ergeben würde. Es kommen gegenwärtig vorzüglich drei Minen in Betracht: die Schuller-Mine, die Premier-Miene und die Bynestpoort-Mine. Indien und die Okkupation Südafrikas. Aus Indien kommt soeben die Nachricht, daß der Vizekönig Lord Curzon unmittelbar nach Betanntwerden des Brodrickschen Vorschlages, Indien zur Tragung der Kosten der südafrikanischen Garnison heranzuziehen, einen geharnischten Protest gegen diese Maßnahme an die Regierung gerichtet habe. Ter Wortlaut der Botschaft des Vizekönigs ist noch nicht bekannt geworden, aber man erwartet, daß dies noch vor Ablauf der Parlamentssession geschehen werde. Der Vorschlag des Kriegsministers war bekanntlich auch hier in England nicht gerade mit ungeteiltem Beifall ausgenommen worden, und niemand hatte erwartet, daß man ihn itn Indien wohlwollend beurteilen werde. Dennoch ist die Regierung offenbar von der Einmütigkeit erstaunt, mit der ganz Indien den Vorschlag als „Räuberei mit bewaffneter Hand" bezeichnet und verurteilt. Wenn sich die Nachricht bewahrheitet, daß auch Lord Curzon ein entschiedener Gegner des Planes rst, so dürfte dieser Teil des Brodrickschen Entwurfes still und unbemerkt in der Versenkung verschwinden, denn Lord Curzon ist nicht der Mann, sich oder dem Lairde, das seiner Obhut anvertraut ist, irgend etwas gegen feinen Willen aufbürden zu lassen, und er besitzt auch Einfluß genug, seine Ansicht dem Kriegsminister gegenüber aufrecht zu erhalten. Die Kosten der 25 000 Mann in Südafrika durften dann dem Mutterland allein zur Last fallen oder auf alle Kolonien mit repartiert werden. Das letztere wird man aber gerade jetzt nicht wagen, wo man von den Tochterländern Zugeständnisse auf anderen Gebieten wünscht und braucht. Denn die Kolonien sind vielleicht ein stärkerer Gegner des Chamberlain- chen Zollvereinsplanes als alle oppositionellen Elemente im Mutterlande zusammengenommen. Sie lieben es, vom Reiche zu verlangen und zu nehmen, was sie nur irgend bekommen können, sobald aber das Mutterland seinerseits irgendwelche Zugeständnisse verlangt, erhebt sich ein Murren über die von Downing Street aus geübte „Bevormundung". Heer und Flotte. — Die deutscheFlotte in französischem Lichte. Wie die Marine-Rundschau mitteill, stellt in der Zeitschrift Le Yacht em Kerheüeuc zeichnender Fachmann Untersuchungen über die Taktik der deutschen Flotte an und kommt, mdem er von unserem Schiffsmaterial, der Kenntnis unseres Admiral- iabes von den von anderen Flotten bevorzugten Schlachtordnungen, von den Arbeitsmethoden und dem Ersindungs- geist der Deutschen ausgeht, zu dem Schluß: Da die möglichen Gegner Deutschlands wegen der Art, wie ihre Linienschiffe bewehrt sind, die Kiellinie als Angriffsordnung wählen müssen, so ist der Keil die klassische Ordnung, die die Deutschen ihm entgegenstellen werden. Dazu eignen sich die deutschen Linienschiffe mit ihrer für Bugangriff bestimmten Bewehrung wundervoll, und selbst in dem voraussichtlich folgenden Durcheinander werden sie wegen ihrer nach allen Seiten gleich starken Geschützwirkung mchts zu fürchten haben. Die wundervoll für den Kampf organisierte Linienschiffsflotte sei aber blind, sie besitze nicht genug und nicht genügend schnelle Kreuzer. Mit Ausnahme dieses Mangels sei die deutsche Flotte bewundernswert, die Gleichartigkeit der Geschwader und Divisionen sei streng durchgeführt, die Eigenart jedes Schiffes beruhe auf dem einen Grundsatz: Angriff bis zum Aeußersten durch Schnellladegeschütze, Torpedos und, wenn notwendig, Sporn. „Deutschland verfügt so über eine folgerichtige, gleichartige Flotte, und die Taktik dieser Flotte . .. Was werden wir ihr entgegenstellen?" So schließt der Verfasser. Internationaler Kongreß zur ISeLämpsung der KiviseKtiou. Fortsetzung. Frankfurt, 4. Aug. Zu Beginn der Nachmittagsvechandlungen des internationalen Kongresses gegen die Vivisektion wurden die Berichte der Vertreter aus Italien, Holland, den Niederlanden, Oesterreich, Ungarn, 9tußland, Skandinavien und der Schweiz entgegengenommen, nach denen allenthalben eifrig gegen die Vivisektion gearbeitet wird. Prof. Dr. Paul Förster aus Friedenau bei Berlin sprach über „Tie Vivisektion innerhalb der Gesittung unserer Zeit". Er verwarf die Vivisektion durchaus und verlangte nachhaltige Förderung der Bestrebungen des Weltbundes, da die Vivisektion der Gesittung unserer Zeit widerstreite. Dr. P s a j f r a t h richtet an den Papst einen dem Kongreß gedruckt vorliegenden Brief, in dem die Verwerflichkeit der Vivisektion erörtert und Unterstützung durch die päpstliche Autorität erbeten wird. Anträge von Dr. Linde und Dr. Forster fordern, alle Tierquälerei solle staatlich und auch tirchllch als strafbar und geselljcyaftlicherfeits als unehrenhaft gelten. Frl. Gosf-London sprach für den Antivivisekttonsbund in England. Nach längerer Beratung wurden die Anträge von Dr. Linde und Dr. Förster nach unwesentlichen Aenderungen angenommen. Auch der Antrag Dr. Pfasfrath, den Brief an den Papst zu senden, um diese, kirchliche Autorität zu gewinnen, sand Annahme. Am Abend wurden zwei öffentliche Versammlungen ein* berufen. Im Gewerkschastshaus sprach Prof. Dr. Quidd e- München vor einer gut besuchten Versammlung über die Vivrsektionsfrage und Versuche an armen Leuten in Krankenhäusern. Der Redner erörterte zunächst die allgemeinen Tierschutzbewegungen. Tie ^totwendigkett Antivimsektions- bewegung, die doch, nur ein Tell jener allgemeinen Tierschutzbewegungen sein sollte, ergibt suh aus dem Umstande, daß die Tierschutzbestrebungen an der Vivisektion aufhören und sie nicht in sich einjchließen. Der Kamps einer solchen Bewegung wäre nicht entbrannt, wenn alle Tiere vor dem jeweiligen Experiment erst betäubt würden. Aber das ist nicht der Fall. In narkotischem Zustande verlieren z. B alle Versuche, die zur Erforschung der Nerven, des Gehirns re. vorgenommen werden, ihren Wert, weil betäubte Tiere auf die Eindrücke entweder gar nicht oder nur beschränkt reagieren. Der Redner führte eine Reihe von Beispielen an, in denen mit Tieren — Hunden, Katzen, Hasen, Meerschweinchen, Fröschen re. — tagelang Hunger- und Durstexperimente vorgenommen wurden; manche Versuche machen es nötig, die Tiere in siedend heißes Wasser zu tun oder sie bei Feuilleton. H. S. Berlin, 30. Juli. Für den im Anschluß an die Weihe des Richard Wagner-Denkmals vom 30. September bis 5. Oktober d. I. stattsindenden Internationalen Musik-Kongreß hat sich unter dem Vorsitz des Prof. Richard Schmidt die Kommission für Musikpadagogik an höheren Schulen gebildet, welcher die besondere Aufgabe gestellt ist, die Angelegenheiten des Gesangunterrichts an den höheren Lehranstalten zu bearbeiten. Der genannten Kommission gehören an: Prof. A. Cebriah, Prof. Alexis Hollaender, Musikdirektor Hermann Prüfer, Prof. Paul Schnöpf, Gesanglehrer Richavd Schumacher, Musikdirektor Leo Zellner, sowie die Gesanglehrerin Frau Dr. Julie Müller-Liebenwerda. Unter dem Vorsitz des Herrn Max Battke arbeitet die Abteilung für Elementar-Musik-Unter- richt mit Präsident E. Vogel, Redakteur Dr. Ertel, Rektor Gast, Prof. Vogel, Frau Dr. Krause und Frl. Olga Stieglitz, während die Gruppe für Unterricht für den Musik- lehrberuf unter dem Vorsitz von Prof. Laoer Scharwenka es zu einem einmütigen Arsommenschluß von fast sänrt- lichen Konservatoriumsleitern in Deutschland behuss Einführung gewisser Reformen gebracht hat. Auch die phono- graphische Abteilung des Kongresses, an bereit Spitze Dr. Flatau mit Prof. Amberg, Dr. Gutzmann, Oberlehrer Ruh- mer, Ingenieur Rothgießer und Stadtbaurat Shurmhöfel stehen, i|t nahezu zum AbsclMß ihrer Arbeiten gelangt. Lieber die 4. Sektion des Kongresses (Jnsirumenteitbau) hat Kommerzienrat Schsiedmayer-Sluttgart den Vorsitz übernommen. Kommerzienrat Blüthner-Leipzig und andere hervorragende Vertreter des Jnstrumentenbaues haben sich der Sektion angesckflossen. Für die verschiedenen Sektionen >es Kongresses sind schon jetzt mehr als vierzig Vorträge omgemeldet. — Die Photographie als Kun st, ist das HauptThema des August-Heftes der von Alexander Koch in Darmstadt herausgegebenen kunstgewerblichen Zeitschrift „Deutsche Kunst und D e t o r a t i o n". Es ist kein Zweifel, daß die Photographie, insbesondere die Bildnis- Photographie im Begriff ist, eine Kunst zu werden, wie die Malerei selbst und daß die bahnbrechenden Meister auf diesem Gebiete Künstler sind, das beweist die „Erste internationale Ausstellung für künstlerische Bildnis-Photographie", welche im Akai und Juni d. Js. in Wiesbaden ftatt- fand. Eine Auswahl der besten Ausnahmen von dieser Ausstellung ist es, die uns die Darmstädter Zeitschrift hier in wundervollen, die Stimmung der Originale mit köstlicher Frische festhaltenden Zteproduktioneu vor führt. Einer der Leiter der Wiesbadener Ausstellung, Dr. v. Grolmann, giebt dazu im Texte die nötigen Erläuterungen. Unter den Abgebildeten finden sich neben schönen Frauen und allerliebsten Kinder-Gruppen auch zahlreiche berühmte Persönlichkeiten, insbesondere Künstler, wie Max Klinger, Walter Crane, Fr. Watts, Toorop, Thoma usw. Vertreten sind die künstlerischen Nlelster-Photographieen der alten und der neuen Welt, insbesondere leisten die Damen Käsebier, Weil, Dyer usw. ganz Hervorragendes. Von deutschen Künstlern der Bildnis-Photographie sind Mlh. Weimer- Darmstadt, Frau Hertwig-Eharlottenburg, Dr. Spitzer-Wien u. a glänzend vertreten. — .Außerdem enthält das Heft noch Reproduktionen nach einem reizenden Landsitz, welchen der neuerdings vielgenannte Wiener Architekt, Leopold Bauer in der Nähe von Brünn geschaffen hat. Den Schluß des Heftes bilden Nionogramme, Initiale und Entwürfe für Druckschriften, welche in einem, von der rührigen Darmstädter Kunst-Zeitschrift ausgeschriebenen Wettbewerbe mit Preisen bezw. lobenden Erwähnungen ausgezeichnet worden sind und Abbildungen des eigenartigen „Goethe- Tempels" im Herrengarten zu Darmstadt, dessen Architektur von Aböls Zcller, dessen skulpturaler Tell (Genius und Porträt-Medaillons Goethes, Mercks und der Caroline Flachsland in Bronze) bekanntlich von Pr o s. Ludwig H a b i ch herrührt. Ferner finden sich hier noch Reproduktionen nach reizenden Stickereien, zu welchen Prof. Otto Gußmann-Dresden die Entwürfe geschaffen hat rc re. — Richard Wagner an Jul. Stockh au fern In den Leipziger „Signalen" findet sich folgender, bisher unbekannter Brief Richard Wagners an den Gesangsmeister Stockhausen: „Geehrter Herr! In Kürze, doch mit großer Bestimmtheit, richte ich die Frage an Sie, ob Sie geneigt wären, nach München überzusieoeln, sobald Ihnen für Ihre Wirksamkeit als Lehrer und Leiter unserer Sänger eine vollkommen Ihren Wünschen entsprechende Stellung sowie genügende Besoldung angeboten würde? Tie Wichtigkeit, die ich der von mir gedachten Wirksamkeit und Stellung beilege, tönnen Sie kaum hoch genug ermessen: ich betrachte die Möglichkeit, gerade Sie hierfür zu gewinnen, geradeswegs als die Grundlage für alles, was ich je zu hoffen wage und zu verwirklichen beabsichtige. Ihre Stellung würde eine gänzlück), neu zu schassende mit keiner der vorhandenen zu tonfundierende sein. Hierüber und über die Absicht, Sie vollkommen zu befriedigen, dürften Sie in keinem Zweifel sein. Einzig fragt es sich daher, — haben Lie überhaupt Luft, solch eine Stellung einzunehmen? Und würden Lie sich entschließen können, h^amburg mit München zu vertauschen ? ^eit Jahren war es mein Wunsch, irgendwo in die Lage zu kommen, dies mei.ii Anliegen Ihnen eröffnen zu können. Ich bin glücklich, durch einen für das Edelste begeisterten jungen König je^t diesen Boden gewonnen zu haben. Auf geneigte Antwort harrend, empfehle ich mich Ihnen hochachtungsvoll^ als Ihr ergebener Richard Wagner Starnberg bei München, 27. September 1864." — Stockhausen mutße damals ablehnen, weil er an Hamburg butlden war. Vermischtes Rückfahrt nach Schloß Romrod erfolgt mit dem von Darmstadt mitgeführten prachtvollen Viererzug. ** Dienstnachrichten. Ernannt wurde: Repetent Dr. Becker zu Gießen zum Pfarrvikar in Alsfeld (2.1 Pfarrstellch. — Gestorben ist: der evangelische Pfarrer Karl Wiesehahn zu Fauerbach, Dekanat Friedberg, am 27. Juni. — Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die evangelische Pjarrstelle zu Hopfmannsfeld, Dekanat Lauterbach; den Sämtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach steht das Präsentationsrecht zu; die evangelische Psarr- stelle zu Groß-Felda, Dekanat Alsfeld. ** In Sachen der Gießener Friedhofsweihe! ist, wie wir erfahren, von dem Synodalabgeordneten Pfarrer Wahl in Langen an den Präsidenten der Evangelischen Landessynode die nachfolgende, an Großh. Oberkonsistorium gerichtete Interpellation eingereicht worden: „Unterzeichneter richtet hierdurch an hohe Kirchenbehörde die ergebenste Anfrage: 1. Sind hoher Kirchenbehörde Ursachen und Verlaus der Vorgänge bekannt, die neuerdings in Gießen dazu führten, daß dem ersten evangelischen Pfarrer Dr. Naumann von feiten des Oberbürgermeisters Mecum die Vornahme einer Weihe des neuen Friedhofs unter Androhung von Gewalt untersagt wurde? 2. Welche Maßregeln gedenkt hohe Kirchenbehörde zu ergreifen, um für die Zukuuft einer etwaigen Wiederholung solch völlig rechtswidrigen Eingreifens in die Sphäre evangelisch-kirchlichen Lebens vorzubeugen?" — Die leidige Angelegenheit wird sonach auf der für den Monat September in Aussicht stehenden Tagung der Landessynode zur öffentlichen Besprechung kommen. "** Was kosten Klappstühle für den Theatersaal? Diese Frage dürfte für oie kommende Theater-^ saison aktuell fern. Der Vertreter der weltbekannten Firma | Gebrüder Thonet-Wien, August Oßmann-Gießen, teilt uns auf unsere Anfrage mit, daß 600 Sitzplätze inklusive Montage ca. 5000—5ö00 Mark kosten würden. Die Einrichtung würde so getroffen werden können, daß die Plätze sehr schnell aus dem Raume entfernt werden könnten, sodaß der Saal nach wenigen Stunden als Ballsaal benutzt werden kann. Der Preis des Gestühls würde sich, will man es zum automatischen Selbstauftlappen einrichten, um etwa 500—750 Mark erhöhen. hingen mit Personen unter 14 Jahren). Die betreffenden Mädchen, Marie W. und Elise E. sind Schulkinder aus Alsfeld im Alter von 13 bczw. 14 Jahren, die inzwischen zur Zwangserziehung in Besserungsanstalten untergebracht worden sind. Die umfangreiche Beweisaufnahme, bei welcher eine lange Reihe von Zeugen, darunter die Lehrer der Kinder, und ein Arzt als Sachverständiger vernommen wurden, ergab, daß die beiden Mädchen, von denen das eine sich nunmehr in anderen Umständen befindet, eigentlich die Verführer gewesen sind. Die Beweiserhebung, die sich vor allem auch darauf zu erstrecken hatte, ob die Angeklagten wußten, daß es sich um Mädchen unter 14 Jahren handele, hat sogar dnrchblicken lassen, daß die Kinder zum j Teil bestrebt gewesen sind, über ihr jugendliches Alter hinwegzutäuschen. Der Angeklagte K. wurde schuldig be- ,undeu zweier Verbrechen gegen den genannten Paragraphe,: des Strafgejetzbucyes. Bezüglich des Angeklagten St. tonnte nicht sestgestelit werden. Der bejahrte Angeklagte L. wurde desselben Verbrechens in einem Falle überführt. Tas Urteil lautete gegen K. auf eine Gesamtstrafe von 9 Monaten Gefängnis, gegen L. aus eine E efängnis st rase von 6 Monaten, aus welche ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft ausgerechnet wurde, während St. von Strafe | unb Kosten freigesprochen worden ist. — Die ledige, wegen ein Nerv-Porter Theaterdirektor, der vor einigen Jahren An- bereit stehen werde. „ Weisungen verteilte mit folgender Botschaft: „Geehrter Herr! hat bei diesen Zeiten gleich; eine jolche ^>umme zur Hand, Ich nehme an, daß Ihr Einkommen 15 000Doll, im Jahre und was macht ein kleinerer Besitzer mit solch einer Menge ift (eme sehr schmeichelhafte Annahme für die Mehrzahl der Rinümeh Es wurden deshalb V-rhmMungen angeknMt. Leser !), und daß Sie die Tatsache anerkennen: Zett M Geld. “ e>o fugen wir also uryerer Anwehung^4 Eis. bei als Zahlung lasch. Man einigte sich dahin, daß der unterliegende Teil, für zwei Mmuten Ihrer Zeit, bannt ^ie auf das Lesen eines der Besitzer 2., seinem Kontrahenten 500 Mr. zahlte Berichts über die vielen originellen, neuen Züge verwenden, nicht eine Menge Vieh unnütz anzukaufen brauchte, die in der dreiaktigen Musikposse vorkommen. Sie wird Mon- ' ■ ■ ■ "■■■■ machte: „Ich möchte Ihnen als Zeichen meiner Dankbarkeit eines meiner Betten zum Gebrauch für Ihre Familie senden. Dafür bitte ich Sie nur, wenn Sie im letzten Akt aufwachen, zu sagen, Sie hätten sich nicht halb so schlecht gefühlt, wenn Sie in einem von Winterbottoms Sprungsederbetten geschlafen hätten." * Die Sonnensehnsucht der Pflanzen. Seit langem unterscheidet die Botanik zwischen heliotropen und geotropen Gewächsen, je nachdem sie sich der Sonne oder der Erde zuneigen. Unter den Sounenliebhabern ist die | i Sonnenblume, wie schon ihr 9Lame anzeigt, wegen dieser! Eigenschaft besonders berühmt. Der Glaube, demzufolge sie ihren großen Blütenstern stets nach dein Stand der oonne drehen soll, ist sehr alt, aber man hat ihn vielleicht für eine Ueberlieferung ohne ernste Gruiidtage gehalten. Nun hat Schaffner durch sehr sorgfältige Beobachtungen in den Jahren 1890—1900 die Berechtigung der Annahme vollauf bewiesen. Aber die fragliche Eigenschaft ist gar nicht auf die Sonnenblume beschränkt. Steveiis beschreibt in der „Botanical Gazette" siez. B. an einer sehr bekannten Pflanze Bidens frondosa. Des Morgens ist der Gipfel dieser Blume stets nach Osten geneigt, und dreht sich dann bis zum Abend über Süden nach Westen. Fast alle Individuen zeigen diese Sonnensehnsucht, wenigstens fand Stevens sie an 95—98 v. H. aller Blüten köpf chen in sehr dichten Kolonieen, doch ist sie bei manchen mehr ausgeprägt als 1 bei anderen. Wie schon Schaffner an der Sonnenblume *• Die elektrische Be 1 euchtungs-An 1 age, die kür bas Gießener Volksbad geplant ist, ist dem Elektro- technifer Max Weißbäcker, Südanlage, dem Vertreter der Firma Siemens und Halske übertragen worden. — Wir erfahren auch, daß die israelitische Gemeinde beabsichtigt, bie Synagoge an der Südanlage an das städtische Kabel an- lchendiacm Leibe langsam zu rösten, anderen-Tieren muß! der Schädel angebohrt werden, um Pfeffer u. a. in das Gehirn ein führen zu können usw. ^se Grausam-1 feiten haben die Frage nahe geruckt: Ist bic ^>ivisiktlon für die Wissenschaft überhaupt notwendig? Bedeutende Forscher haben die Frage verneint; ja, viele behaupten, daß die Ergebnisse der Vivisektionsverjuche häufig; zu den schwersten und gefahrvollsten Irrtümern geführt haben, da ein bei einem Tiere künstlich hervorgerufener kraukhafter Zustand von einer natürlichen Krankheit doch wesentlich verschieden sei. Die Vivisektion birgt auch insoseru schon eine große Gefahr, als sie die Studenten und Aerzte^ gefühllos macht und in eine Sektions- und Opcration^such^ bringt, die oft einen strafbaren Charakter annimmt. Was an den Tieren versucht wurde, wrrB schließlich auch an den Menschen versucht. An Beispielen hierfür fehlt es nicht. Ateist sind es Personen aus ben ärmeren Standen, Die in den Krankenhäusern von gewissenlosen Aerzten als Ber- suchsobjekte benutzt und mißbraucht wurden. Darum fottte aerade auch die ärmere Bevölkerung in den Kmnpf gegen bie Vivisektion eingreifen, die erst an Tieren geübt und dann an Menscheil versucht werde. Eme Operation darf nur dann erfolgen, wenn der Kranke durch kein andere^ Mittel mehr gerettet werden kann. Zum Schlutz fand eme Resolution Annahme, in der die Versammlung die sektionsfrage als eine Frage der Moral und uienfa)lichen Gesittung anerkennt. Zu Anfang der Verhandlungen de^! zweiten Kongreßtages gab es einen unangenehmen id)entölt Die protestantischen englischen und fa)ottlschen Vertreter forderten nochmalige sofortige u u f n ahm i ber Debatte über den gestern angenommenen Antrag Psafftath, einen Brief an den Papst zu senden, xa erst heute nachmtttag über ihren Antrag weiter veihandAt werden sollte, so verließen diese Vertreter den L-aal, um auf die fernere Tettnahme an dem Koiigreß zu verzichten. Den Vermittlungsversuchen mehrerer yerren gelang es jedoch, einige der Delegierten zur weiteren Deilnahme zu bewegen. Finanzrat Tenow aus Stockholm hatte inzwischen über die Methoden berichtet, die in ^Schweden an- aewendet werden und geeignet sind, die Antiviviiektions- bewegmig zu fördern. Frau Finanzrat 4, e n o w aus Stockholm klagt über die Jnteressenlosigkeit emes großen Tettv des Publikums. Mr. Sidney Trist aus London teilte mit baß die englischen Aiitivivisektwnsvereine in zwei Gruppen zerfallen; Die einen verlangen völlige Abschaffung, Vorrrag hielt Dr. tepha n -L mit h - London, -er Redner längst sah sich eines Morgens der ü>ttlchmann m Carbiff oon andere aus vollständig mit Stahlpailetten be- beschäftigte sich mit ben Entschuldigungen der Bivisertoren, unternehmenden Theateragenten überholt, der an xüll und wie ein Panzer aussehend. Ein schöner die gerne die möglick-en^rrtumer der Gegnerau^oeuten von Türen eine Karte geheftet hatte mit der Auf- Schalkragen aus schwarzen Ehantillyspitzen auf durchschei- nnd dann behaupten, e^^ch^en^rkemel^auf am leiten i ^Nicht zu Hause. Ausgegangen um .Warum Smith rudern plissiertem weißen Musselin. Ein schwarzer Tuch^ oder doch nur lehr wenrge vor, zuDcm Trere^mg ! ? verlassen" zu sehen. Ein Kleidersabrikant in Cardiff mantcl, Fasson „Fledermaus", mit weißem Satin gefüttert, empftndlich d ° Menschen u w ^^°e großen Bäckern von Süd-Wales in Ver. „Manon^ragen in Changeantseide mit großer Kapuze. hlnsatttg. Len ^lug scr । Moraenbrot zum Erstaunen der Croßer Soldatenmantel in blauem Untsormiuch, mit Stayl- - - - • — . Traat M—s knöpfeii. Koffer für „tea gowns", die alle leicht und duftig 'sind; Morgenkleider aus Seide, Herrench^misetts und solche aus gesticktem Linon in allen Farben. Ein kleiner Koffer für Stiefel aller Art, in gelbem Leder, in Hirschleder, weißekn Ehevreau, feste Stiefel, Halbschuhe, Lackschuhe, kleine Brorat- schuhe, in Gold, Silber, in Satin von allen Farben, kleine Hausschuhe in altertümlicher Seide; im oberen Teile eine Abteilung für Strümpfe, die schwarz und^in der Farbe der Schuhe sind. Ein Kasten für Fächer, Sonnenschirme, Blumen, Handschuhe und Kleinigkeiten; einer für die Parfüms und die kleine Apotheke. ,Monumental" ist der Hut- toffer; Matrosen Hut, Panama, weicher grauer Filzhut, Hut aus englischer Stickerei, aus Stroh mit Blumenkranz, aus Roßhaar mit großen Federn, aus Tüll, Seidenmuiselin; fast alle sind sehr groß. * Eine seltsame Wette wurde von dem Besitzer Dumak-Kullmen (Szarden) und dein Viehhändler Bader im Roten Kruge bei Tilsit kontrahiert und die Buße für den unterliegenden Teil aus 1000 Mk. festgesetzt. Die beiden ! Wettenden handelten um einige ötüci: Rindvieh nach Ge- tag abend zum ersten mal in New-Aork aiifgeführt." Doch selbst die Schauspieler sollen das ihrige zur Reklame bei- UUU tragen; an Josef Jefferson schrieb der Erfinder eines Sprung- t Gießen , 4. Ang. Strafkammer. Ein traunaes sederbettes 9lamen§ Winterbottom, als ersterer in den west- Sittenbild entrollte die gestrige Straf kam mer sttzun g in der «*• «•«"" «w .en Grabstein eines ihrer früheren Alitglieder: re Ä SLNKL« U6 to S-SSnfl Ter W^rl^ng d^ Eme Chttagoer Firma £ann eme Weide nn Besitz von VuttseMonsv er juche auf den llniversitäten der Privat- Schwemefleischliejeranten ausweisen, wo jedes wohlgenährte Vivisektion überhaupt. Frl. Hag eby-London verlangt Schwein auf seinen Seiten verkündet, daß bie Wurste von einiges Vorgehen im Kampfe gegen die Vivisektion. Nach Soundso die besten sind; wir können bafür garantieren". In einigen weiteren Meinungsäußerungen trat bie einstündige einem ber letzten Sommer hatte der Besitzer eines Spielzeug- Mttragspaufe ein. (Kl. Pr.) labens in einem Vergnügungsort ber englischen Südküste bie — glückliche Idee, eine Waggonlabung Muschelschalen, auf bereu A hu Hllh jJanh weißer Innenseite eine Reklame für seine Firma gedruckt 9luvl uuv aUUV< war, jeden Morgen auf ben Strand vor Ankunft der Bade- Gießen, 5. August 1903. ausstreuen zu lassen. In Schatten gestellt wird dieser ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben Einfall jedoch durch den einer unternehmenden Firma von aeruht, dem Großh. Reqierungsrat Dr. Kratz zu Darmstadt Whiskyhändlem in Ceylon, die einen Luftschiffer verpflichtete,. D" für die Dauer der Beurlaubung des Oberregierungsrats Dr. beim Abstieg aus den Wolken kleine Prvbeflaschen an Mi- wicht, tvobei |ie ubcrJ>e”’ ^i? Wagner zur Dienstleistung im Reichsamt des Innern die matnrsallschirmen herabfallen zu lassen. Großmütiger nod) yXe" iu lie7ein&a[d Funktionen des stellvertretenden ständigen Mitgliedes des als diese Firma überreicht em Schuhhändlsr m Quebeck mtt ^ tome Die Berab?edung rourbe sch'rift. Landesversicherungsamts zu übertragen. jedem Paar seiner Ware ein Paar Ueberjchuhe, deren Loh en u , ^stgelegr und von jedem 1U00 Mk. zur Sicherstellung *• Durchreise. Se. ftönigl. Hoheit Großherzog m den Schnee bei jedem Schritt die Worte dnlcken: „Fttall's einem Unparteiischen eingezahlt. Kurz vor dem Jahr- von Hessen beabsichtigen, am Mittwoch, den 5. August, Gummischuhe halten sehr lange." Man braucht jedoch nuf)! martte erhielt nun Dumak die Aufforderung, sich, mit min- rnorgens 10 Uhr, mit Sonderzug von Zell-R. nach Lauter- gleich Ueberschuhe zu schenken, weniger tuts auch; so verfuhr bestens 15000 Mk. zu versehen, da bas Vieh zur Abnahme dach zu fahren zum Besuch ber Freih. Familie v. Riedesel. | ein Rew-Porker Theaterdirektor, der vor einigen Jahren An-1 bereit stehen werbe. Da war nun Holland in Not; wer Betrugs und Diebstahls bereits vorbestrafte Hausiererin Christine I. aus Karlsberg (Pfalz) hatte gegen ein Urteil des Schöffengerichts Schlitz, welches auf drei Monate Gefängnis wegen Betrugs lautete, Berufung eingelegt, um ihre Freisprechung zu erlangen. Die Angeklagte, deren Mutter vor drei Jahren gestorben ist und deren Vater im Krankenhause liegt, hat auf ihren Geschäftsgängen sich fälschlich als oie Tochter einer Hausiererfamilie ausgegeben, welche in dem betreffenden Bezirk viele Kunden besitzt. Klagend erzählte sie, wie ihr zur Last gelegt wird, ihre Mutter, nämlich die bekannte Hausiererin, sei vor einigen Wochen gestorben (in Wirklichkeit lebt ihre Mutter nocl)j, und sie müsse nun den Warenvorrat ausverkaufen. Sie glaubte, wenn sie sich als die trauernde Tochter der beliebten Hausierersamilie ausgebe, werde sie mehr Mitleid erregen und leichter ihre Waren absetzen können. So ist es ihr auch gelungen, einer Frau eine Anzahl Tischtücher zu verkaufen, welche diese nach ihrer Zeugenaussage . sonst nidjt oder nicht so teuer gekauft haben würde. Da zum Tatbestand des Betrugs auch die Vermögensschädigung eines andern gehört, jo war noch festzustellen, ob jemand infolge des Verhaltens der Angeklagten eine solche erlitten hat. Das Gericht führte in der Urteilsbegründung aus, daß weder eine Schädigung des Vermögens der Abnehmer festgestellt sei, noch auch eine solche der genannten Hausierer- mmilie, da ja deren Kunden nicht so sicher sein könnten, daß sie nur von chr abkaufen würden. Das Gericht gab daher der Berufung der Angeklagten statt, sprach sie von Strafe und Kosten frei und belastete die Staatskasse mit den Kosten beider Instanzen. — Ter Taglöhner Georg H. von Westhausen trat kürzlich als Hausburjche in ein dttru- heimer Geschäft ein; er hatte dabei offenbar von vornherein verbrecherische Zwecke im Auge, denn bereits nach einer Woche brach er um Mitternacht in den Laden seines Herrn ein, indem er von außen ein Kellergitter umbog und durch den Kellerschacht über eine Leiter in den Laden eindrang. Hier erbrach er mittels eines Schraubenziehers eine Registrierkasse und entnahm ihr hundert Mark, außerdem entwendete er aus dem Laden noch eine Reihe Wertgegenstände. Der Angeklagte ist in vollem Umfang geständig. Das Urteil lautete wegen Einbruchsdiebstahls auf 1 Jahr 4 Wochen Gefängnis unter Einbeziehung einer zurzeit noch nicht verbüßten, vom kgl. Schöffengericht Stuttgart wegen Diebstahls und Urrterschlagung erkannten Gefängnisstrafe von sechs Wochen. — Der bereits wiederholt wegen Diebstahls mit Zuchthaus vorbestrafte Erdarbeiter Ernst M. gus Duisburg'war heute, nachdem er beinahe zehn Jahre lang sich straffrei gehalten hatte, wieder des Diebstahls in wiederholtem Rückfalle angeklagt. Er hat im Juni 1901 auf der Russeuhütte bei Nauheim ein einem Mitarbeiter gehöriges Paar Stiesel über Nacht aus der gemeinsamen Schlasstelle entwendet. Der Angeklagte, der sich mit Trunkenheit entschuldigte, wurde zu 4 Monaten Gefängnis, auf welche ein Monat erlittener Untersuchungshaft ausgerechnet werden soll, und in die Kosten verurteilt. — Wegen gelegentlich der Gauturnsahrt zu Nieder-Florstadt ohne obrigkeitliche Genehmigung veranstalteter Ausspielung von Geb'rauchsgegenständen mit einem Drehwürsel wurde der wegen desselben Delikts bereits früher vorbestrafte Händler Jakob St. zu Frankfurt am Main mit einer Geldstrafe von 15 Mk. event. Drei Tagen Gefängnis belegt. — Die von dem Taglöhner PH. Sch. von Trais-Horloff gegen ein ihn wegen Sachbeschädia- un g verurteilendes Erkenntnis des Gr. Schöffengerichts Stufung wurde wegen unentschuldigten Ausbleibens des Angeklagten sofort durch Urteil verworfen. Spörtz »Leiter gegen Rad. Wie uns mitgeteilt wird, wird nächsten Sonntag, den 10. August, nachmittags 4 Uhr, auf dem Sportplatz a. d. Hardt eine Vorstellung, Pferderennen gegen R a d f ah r er statisrnden. Jedoch wird es diesmal noch spannen- der werden, da ^.exas-^ex einen guten Gegner, nämlich Herrn Andreas Grm aus Frankfurt a. Dl., Atelsterschaitsfahrer von Deutschland, hat. Das Rennen geht diesmal auf 10 Kilometer. handelt sich dabei um einen Ehrenpreis im Werte von 300 Mk, bestehend aus goldener Uhr und Kette, welche bei Herrn Schwab, Plockstraße, ausgestellt ist. C o w e s, 4. Aug. Tie Y a ch t des deutschen Kaisers, /Meteor", gewünn bei der Regatta des königlichen Nachtklubs den vom König gestifteten Ehrenbecher. Kanöwirtschast. Grünberg, 2. Aug. Der V o g e l s b e r g e r G e f l ü q e l- un° Vog elzuchtvereln unternahm heilte einen A u s f'l u q zwecks Besichtigung der größeren Züchtereien der im Kreise Alsfeld wohnenden Mitglieder. Trotz der ungünstigen Witterung hatten sich etwa 40 Herren eingefunden, welche, von regem Interesse durchdrungen, auch die Ungunst des Wetters nicht scheuten. Von ^"^"Zell-Romrod ging die Fahrt per Wagen zunächst nach der am Waldrande mmckten eines schönen Wieseiitales herrlich gelegenen Eichmühle bei Romrod. Der Besitzer G. Lang ist Züchter chwarzer Minorka, und er konnte einige recht schöne Tiere zeigen Von hier aus ging es nach Strebendors, wo zunächst die Züchl'erei des H. Lpt besichtigt wurde. Dann ging es zur Besichtigung der Zuchterel G. H. Kerl, der rebhuhnfarbige und gesperberte Italiener- gelbe Wyandottes und Zwerg-Cochin zeigen konnte. Auch die zweckmäßige Einrichtung seiner Fallennester wurde ams genaueste betrachtet. Es ist dies eine äußerst praktische Nestvorrichtung, indem das Nest durch die eigene Schwere der legenden Henne durch einen Schieber geschlossen wird, der sich nach Beendigung der Legetätigkeit, sobald das Huhn aus dem Neste schlüpft, wieder in die Höhe hebt. Herr I. Werte konnte auch recht schöne rebhuhnfarbige Italiener, Silber-Wyandottes, Emdener Gänse und Aylesbury- Enten ausweisen, während I. Korell' schöne schwarze Italiener zeigte Voii da ging es nach Ober-Breidenbach, wo die rebhuhnfarbigen Italiener des H. Euler sehr gefielen und allgemeinen Beisall sanden. Hiermit war der offizielle Teil des Programmes erlediat. Bei Gastwirt Wenzel blieben in gemütlicher Stimmung die Teilnehmer noch eine geraume Zeit beisammen. (Gr. Anz.) Hande! und Verkehr. Vollibwitlschast. Berliner Börse vom 3. August 1903. (Mltgeteick von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Die Geschäftslosigkeit nahm heute noch zu, da London feierte und vom Jndustriebezlrke Anregungen kaum vorlagen. Die von Paris abhängigen Renten komcken sich ausgezeichnet behaupten, Italien war wieder als Käufer seiner Bahnen am Markt und sür russische Banken stimulierten die günstigen dortigen Jndustrie- berichte, aber auch amerikanische Werte scheinen Boden gesunden zu haben, wenigstens giebt New-York keine Bonds mehr ab und die spekulativen Werte wie St. Louis uild Francisco Boiids er- reuen sich andauernder Kauflust des deutschen Publikums. Der Jndustriemarkt war abbröckelnd durch die vollständige Geschüsts- losigkeit, nur elektrische Werte bemerkenswert höher. Eine abermalige Kursbesserung erfuhren Dynamit Trust Shares, da über den Geschäftsgang der Gesellschaft bessere Berichte vorliegen. Am-> fallend ift bie Knappheit des täglichen Geldes, was naturgemäß die Lustlosigkeit der Spekulation verstärkte. Privat-Diskont 3% Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Gelt. Kredit .... 208.10 208.12 Deutsche Bank . . . 212.40 212.37 Darmstädter Bank . . 136.25 136.25 Bochumer Guß . . . 178.00 178.30 Harpener Bergbau . . 178.80 178.87 Schluß-Tendenz: ziemlich fest. . .. Berlin, 4. Aug. Die internationale Konferenz sur unkentelegraphie trat heute mittag zusammen. Vertreten stnd Deutschland, England, Frankreich, Italien, Oesterreich- Ungarn, Rußland, Spanien und Ainerika, durch insgesamt etwa 40 Herren. Staatssekretär Krätke begrüßte die Teilnehmer. Unterstaatssekretär v. S y d o w hat den Vorsitz. Die Konferenz trat m die Erörterung der deutschen Vorschläge zur internationalen Regelung der ^unkentelegraphie ein. In seiner Begrüßungsansprache wies Staatssekretär Krätke darauf hin, daß die Funken- telegraphie trotz ihrer Mängel schnell eine hohe Bedeutung sür deu Verkehr der Seeschiffe unter einander und mit der Küste erlangt habe. |ei das Ergebnis der gemeinsamen Geistesarbeit von Mannern säst aller an der Konferenz vertretenen Länder. Das neue Verkehrsmittel möge sich unter Beiseitesetzung aller Sonder- mterenen zum gemeinsamen Wohle der seesahrenden Völker enl° wickeln. Vies könne nur durch das eiiimütige Zusammenwirken dieser Staaten erreicht werden. Leipzig, 4. Aug. Laut Beschluß der Leipziger Börse'werden die A k l i e n d e r Leipziger Bank von morgen ab an der Leipziger Börse nicht mehr notiert. London, 4. Aug. Wie jetzt amtlich bekannt gegeben wird, ersolgt die Rückzahlung der 1890er und 1891er Transvaal- Eisenbahnbonds am 16. Oktober mit 1125 holl. Gulden für 1000 Gulden. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. August 1903. i 5. 225 925 725 <33 5 T v JO 'S *O) 'S x 3“? .2 cd If äD I Q - - I C C 'S R * 1 748,1 19,8 10,9 63 SSW. 747,8 15,8 12,5 93 SW. 747,2 18,0 12,8 83 s. Wetter 1 Sonnenschein Bed. Himmel bew. Himmel Höchste Temperatur am 3.-4. Aug. 20,1u C. Niedrigste „ „ 3.-4. „ 12,4" C. Für bie Redaktion: I. V. August Götz. Miwrhflfh (Hessen) zw. Darmstadt u. Heidelbg. Hotel z. Krone. Pens. XlUUUUUl n. Mk. 3.50 ab. Prospekt u. Führer gratis. G. Diesenbach. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garieustratze 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jealtcher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis S Uhr geöffnet. Es können eingestellt werden: 7 Pferdeknechte, 2 landwirtschaftliche Arbeiter, 1 Cementmüller, 1 Kunstschlosser, 1 Bauschlosser, 1 Tapezierer, 4 Schreiner, 1 Drechsler, 2 Spengler, 2 Glaser, 1 Weißbinder, 2 Handlanger, 4 Hausburschen, 2 Kellner, 1 Restaurattonsköchin, 18 Dienstmädchen gegen hohen Lohn sür hier und auswärts, 1 besseres Kindermädchen, 1 Laufmädchen, 2 Lauffrauen, 1 Weißzeugnäherin, 1 Plätterin nach auswärts, 1 Büglerin od. Flickerin, 1 Waschfrau. ES suchen Arbeit: 12 Pferdeknechte, 6 Arbeiter, 2 Kutscher, 3 Spengler oder Installateure, 1 Schlosser, 2 Schmiede, 1 Maschinist oder Heizer, 3 Buchbinder, 1 Gerber, 7 Schreiner, 1 Backer, 1 Lackierer, 2 Weißbinder, 2 Glaser, 1 Küchenchef, 6 Hausburschen, 2 Schreibgehilsen, 6 Laussrauen, 1 Lausmädchen, 3 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Stütze der Hausfrau, 1 Büglerin oder Flickerin, 1 Weißzeug- flickerin. Lehrlinge: 1 Schreiner sür auswärts. ______________________________6014 MWe WWnkmch. Donnerstag den 6. August d. I., abends 8 :/2 Uhr im Turmhause am Brand: Uebrwg her 3. M 4. Rotte. Gießen, am 1. August 1903. 5916 Der Branddirektor: Traber. 5E8BB Versicherungsstand über 45 Tausend Polizen. I Allgemeine Kenten-Anstalt j I Gegründet 1833. zu Stuttgart. Reorganisiert 1855. B Versicherungsverein aus volle Gegenseitigkeit. Lebens-, Renten-u.MMmWM!W I | Aller Gewinn kommt ausschließlich deu Mitgliedern der Anstalt zu gut. B Billigst öerechuete Prämien. WA Lwye Renteuvezüge. 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Die Ausführungsbedingungen, Zeichnungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen und können letztere daselbst auch zum Selbstkostenpreis in Elnpfang genommen werden. Angebote sind bis zum 10. August d. I., vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei Der Bau soll dieses Jahr bis zur Sockelhöhe und nächstes Jahr vollständig sertiggestellt werden. Wetterfeld, den 4. August 1903. Großh. Bürgermeisterei Wetterfeld. an uns abzugeben. Zuschlagssrist 2 Wochen. Gießen, den 30. Juli 1903. Großh. Hochbauamt Gießen. Neuling. Aergebung von Aauarbeiten. Die zum Bau eines einklassigen Schulhauses mit Lehrerwohnung erforderlichen Arbetten und zwar: . d. I., vormittags 11 Uhr, im Gemeindehaus dahier öffentlich versteigert werden. Voranschlag, Pläne und Bedingungen liegen zur Einsicht der Interessenten bei unterzeichneter Stelle offen. Zuschlagsfrist 14 Tage. 1. Erd- und Maurerarbeiten . 10714.24 2. Steinmetzarbeiten: a) Lungsteinwerkstücke . 1142.05 b) Sandsteinwerkstücke . 1830.36 3. Zimmerarbeiten 1976.78 4. Dachdeckerarbeiten (Schieferdach) 1173.98 5. Spenglerarbeiten 242.80 6. Blitzableiteranlage . . . 250.— 7. Schlosserarbeiten . . . 603.05 8. Glaserarbeiten .... 911.67 9. Scheinerarbeiten . . 2709.41 10. Weißbinderarbeiten . . . 1475.34 11. Eisenlieferung ... 894.75 12. Tapezierarbciten 65.— Volks- u. Augendfest 1903 Wir biiten, alte aus dieses Fest bezughabenden Rechnungen innerhalb 3 Tagen an den Borsitzenden des Fest-Ausschusses, Herr» K. Wagner, Ebelstratze 32, 2. Stock, abzugeben. 6012 Der Fest-Ausschutz. Giessener Kreuter & Co., Giessen — .... I liefert schnell, sauber und billig ---- Kautschukstempel mit poröser Gummischwammunterlage, Signirsteinpel zum Zeichnen von Kisten, Ballen etc., Metailstempel graviert in Stahl und Messing, für alle Behörden u. Private, Ilruckapparate mit Stempelfarbe „Stabil“ zu Waren- und Preisauszeichnungen, 4827 Tür- und. 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