Erstes Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 5. August 1803 3 Nr. 181 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem G.ebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMfchen Landwirt die Siebener Kamilien» blätter viermal In der Woche beigelegt. Stotationödruck u. Verlag der Brüh l sichen Unwert-Buch- u. Stein- druckerei (P ietsch Lrben) Sredaktion. GxpedUioa und Druckerei: Gchalstratze 7. Adresse »ür Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr.SI. ÄlT © W BezugspretSr wP» V d monatliches Pi., viertel GietzenerAnzeigers w Seneral-Aiyeiger " E? Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen LinikmjmMUAi.jjLLLLnm.-i. . * zetqentetl: Pans Beck. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird hiermit der Durchgangsverkehr über den Markt-, Kirchen-, und Lindenplatz von der Marktstraße bis zur Wetzsteingasse für Fuhrwerke und Radfahrer gesperrt. Durch diese Sperre wird auch der Verkehr durch die Kaplanei- und Schloßgasse unterbrochen. Gießen, den 5. August 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen Hechler. Mus L. Gießen, 5. August. Ueberraschend schnell hxir das Konklave beendet und die Meldungen, die das voraussagten, aber wegen der absoluten Inhaltslosigkeit nur Kopfschütteln erregen konnten, haben, freilich wohl nur zufällig, Recht behalten. Ueber die Persönlichkeit des Neugewählten und über seine Auffassungen des Kirchenreiches weiß man nicht viel. Er ist nach den Mitteilungen, die uns vorliegen, der ehrwürdige, einfache und beliebte Patriarch von Venedig, der, da er bis zu seinem 40. Jahre nur ein gewöhnlicher Pfarrer war, seither auf dem Boden der einfachen menschlichen religiösen Bedürfnisse und schlichter Frömmigkeit sich bewegte und« an den Schachzügen der Politik sich nicht leidenschaftlich beteiligt zu haben scheint. Ob er jetzt ein Programm, d. h. ein politisches Programm mitbringen wird? Man weiß darüber nicht viel. — Es ist der Kardinal-Erzbisckvf und Patriarch von Venedig, Giuseppe Sarto, der oen Namen Pius X. angenommen hat. Sarto ist am 2. Juni 1835 in Treviso geboren. Er wurde 1884 Bischof von Mantua und 1893 Kardinal und Patriarch von Venedig. In manchen Kreisen galt Sarto schon längst als papabile, aber er selbst tat nichts dazu, diese Meinung zu verbreiten, was vielleicht das Klügste war. Die Urteile über ihn gehen einigermaßen auseinander. Den Einen gilt er als gemäßigt und modernen Anschauungen zugeneigt, während andere seine Schroffheit hervorheben. Er soll für eine Aussöhnung mit Italien sein, aber politisch sich sehr zurückhalten. Einmütig rühmt man an ihm seinen selbständigen Charakter. Den -eigte er, als König Humbert mit Kaiser Wilhelm in Venedig zusammentraf.' Von Rom aus erhielt Sarto den Winfi den König nicht zu besuchen, aber er befolgte den Wink nicht, sondern besuchte den König und zwar mit so viel Aussehen wie möglich Das wurde ihm in Rom lange nicht vergessen. — Ein französischer Diplomat hat vor kurzem im „Figaro" folgendes über ihn geschrieben: Sarto hat keine Feinde, was zuweilen eine Art ist, keine Freunde zu haben. Doch genießt er allgemeine Achtung; seine Güte, seine Milde, seine Einfachheit und sein guter Humor haben ihn sehr beliebt gemacht. Er kommt fast nie nach Rom und ist kein Streber. Leo XIII. hatte ihn gern und soll sogar in chm seinen Nachfolger gesehen haben. Bei seinem Besuchs den Sarto dem Papst machte, soll er diesem von der großen Verehrung der Venetianer sür ihn gesprochen haben; sie beteten sehr eifrig für ihn und wünschten ihm recht langes Leben; darauf erwiderte Leo: „Ach, wir haben das Gefühl, daß wir bald den Ruf des Herrn erhalten werden; aber wir werden ohne Trauer einem Würdigeren die schwierige Ehre hinterlassen, die Autorität Gottes auf dieser Welt zu repräsentieren. Uebri- gens", fügte er bei, „werdet Ihr unser Nachfolger sein". Sarto nahm dieses Kompliment mit aufrichtigem Staunen hin und erwiderte, diese Aufgabe gehe über seine Kräfte, worauf Leo sagte: „Wir wissen, daß Ihr der Kirche große Dienste erweisen könnt, denn Ihr habt Eigenschaften, die für sie sehr wichtig sind." Sarto ist beinahe in den Kreisen des niederen Klerus verblieben. Mit vierzig Jahren war er noch einfacher Pfarrer von Saljano. Bischof von Mantua war er nur kurze Zeit. Seine Berufung cntf den Patriarchensitz von Venedig gab Anlaß zu einem Konflikt mit der italienischen Regierung, die als Nachfolgerin der Republik Venedig das Recht der Ernennung zum Patriarchen beansprucht. Der Papst nahm darauf keine Rücksicht und die Folge war, daß Sarto das Exequatur nicht erhielt. Später erfolgte ein Kompromiß, dessen Kosten die französischen Lazaristen, in Ethiopien tragen mußten; diese wurden nämlich durch italienische Franziskaner ersetzt und dafür erhielt Sarto das Exequatur. Sarto ist bei den Benetianern außerordentlich beliebt wegen seiner Bescheidenheit, Liebenswürdigkeit und Heiligkeit seines Lebenswandels. Er hat stets die Hand erhoben, nicht zum Schlagen, sondern zum Segnen. Der römische Korrespondent des „Temps" sagt von dem früheren Kardinal: „Man schätzt in ihm den Mann der Kirche, den guten Hirten ohne weiten politischen Horizont, und er wird einen ausgezeichneten Bischof von St. Peter abgeben." Nach der „Tribuna" nahm Sarto, als vor einiger Zeit der Grundstein zum neuen Campanile gelegt wurde, die Feierlichkeit der Einsegnung vor, obgleich an derselben der italienische Unterrichtsminister Nasi, ein Hauptwürdenträger der Freimaurer, und der französische Unterrichtsminister Chaumie, der Mitarbeiter des „Diocle- tiau" Combes, in amtlicher Eigenschaft teilnahmen. Unter Sarto hat die klerikale Partei in Venedig große Fortschritte gemacht; sie hat sich kräftig organisiert und bei der GemeindewaU wiederholt erfolgreich eiugegriffen. Sarto trat seine Mutter noch, die er sehr liebt; er besucht sie häufig in dem bescheidenen Riese bei Treviso. Warum Sarto den Namen Pius X. gewählt hat, läßt sich nicht leicht beantworten. Pius IX. war ein politischer Papst. Vielleicht geschah die Annahme dieses Namens nur aus Beweggründen persönlicher Art, vielleicht aus Gründen einer historischen Hinneigung, die mit Programmen nichts zu tun hat. Die „Franks. Ztg." läßt sich in einem Telegramm berichten, die Wahl des Namens Pius und die Tatsache, daß er seinen Segen im Innern der Kirche gab, wird von den Italienern dahin gedeutet, daß Sarto ein Intransigent sei, doch gehörte er nicht zur Gruppe Ram- pollas, seine Wahl ist vielmehr ein <5ieg der Antirampol- tianer und auch ein Zeichen, daß die religiöse Richtung siegte, da Sarto, der stets als guter Zandpfarrer bespöttelt wurde, als frommer Priester berühmt ist und den venezianischen Klerus reformierte. Als Papst wird er dekorativer sein, als Leo XHI. • « • In vatikanischen Kreisen war das Gerücht verbreitet, der Papst sei schon am Montagabend gewählt worden. Anlaß dazu gab die Beobachtung, daß an oiesem Tage kurz nach der letzten „Ssumata" an einem kleinen Fenster der Kouklave-Räumlichkeiten eine Person mit der Hand irgendwelche Zeichen zu geben schien. Man berichtete auch sofort diesen Vorgang, der eben bei Augenzeugen die Ueberzeugung entstehen ließ, der Papst sei gewählt. Indessen wurde die bestimmte Nachricht auch unter den maßgebenden Persönlichkeiten erst Dienstag früh um halb 11 Uhr bekannt. Gegen elf Uhr wurde die Nachricht an den Drehbrettern bestätigt. Groß war die Freude besonders bei der Dienerschaft des gewählten Kardinals Sarto. Um elf Uhr befahl der Konklavemarschall Fürst.Chigi, alle Drehbretter mit Ausnahme desjenigen des Sekretärs des heiligen Kollegiums, Merry del Val, zu schließen. Sie wurden dann erst wieder um 4 Uhr geöffnet. — Gegen 112/4 Uhr gestern erschien ein fgroßes Truppenaufgebot auf dem Peters- platze. Auf der äußeren Loggia der Peterskirche entsteht Bewegung. Um 11 Uhr 50 Min. treten Arbeiter hervor und hängen große Teppiche über die Balustrade. Die Menge auf dem Petersplatz ist in höchster Erregung. Auf der Loggia erscheint ein großes Kreuz. Sofort präsentieren die Truppen. Kardinal Macchi, angetan mit der violetten Soutane und der roten Mozzetta und umringt von Zeremoniern, tritt hervor und verkündet mit lauter Stimme, daß Kardinal Sarto zum Papst gewählt ist. Die Menge bricht in Jubelrufe aus. Kardinal Macchi giebt mit bet Hand ein Zeichen, damit die Menge schweige, und verkündet dann, daß Sarto den Namen Pius X. angenommen habe. Die Menge giebt wertere Kundgebungen. Kardinal Macchi zog sich sodann zurück. Die Menge auf dem Petersplatze wird immer größer. Wagen und Trambahnen treffen in großer Anzahl ein. Die Menge begiebt sich in die Basilika. Papst Pius X. erscheint aus der inneren Loggia der Peterskirche und segnet die Menge, die ihm beigeistert zujubelt. Alle Glocken läuten. — Sogleich nachdem dem Volke die Papstwahl verkündet war, mache der Sekretär des Konklave dem an einem der Drehbretter harrenden Konklavemarschall amtlich Mitteilung von der Papstwahl und gab bekannt, daß das Konklave um 4 Uhr geöffnet und der Konklavemarschall als erster zum Fußkuß beim Papste zugelassen werden soll. Im Innern des vatikanischen Palastes, dessen Eingänge sorgfältig bewacht wurden, zeigte sich bald lebhafte Bewegung. Kürz nach 12 Uhr sah die in andächtiger Spannung in der Peterskirche harrende Menge, wie der Papst, in weißer Soutane mit rotem Ueberhang und roter Stola, auf der inneren Loggia der K'.i r ch e erschien. Ein Kreuzträger schritt voran, Kardinäle und andere Würdenträger begleiteten ihn. Nach den vorgeschriebenen Gebeten segnete der Papst die Menge. Gewaltiger Jubel und begeisterte Hochrufe aus den Papst erfüllten das gewaltige Gewölbe der Kirche. Der Papst zog sich alsbald zurück, und die lebhaft erregte Menge verließ langsam die Basilika, den Platz davor und die ganze Umgebung mit gewaltigem Leben erfüllend. Menschen und Wagen drängten sich unaufhörlich. Die Glocken von Sankt Peter und von allen anderen Kirchen Roms erklangen in festlichem Geläute. Ueber den Verlauf des Konklaves sind noch keine vollständigen Nachrichten zu verzeichnen. Die „Tribuna" meldet: Bei der ersten Abstimmung fielen auf Nampolla 24 und auf Vannutelli 15 Stimmen, die übrigen verteilten sich auf Pietro, Götti und Oreglia. Sarto erhielt keine Stimme. Am Montag fielen, weil die ausländischen Kardinäle eine schnelle Lösung forderten, auf Sarto 31 Stimmen, aber auch Pietro hatte eine große Anzahl Stimmen für sich. Am Abend äußerte dann Pietro, er würde aus Gesundheitsrücksichten eine auf ihn fallende Wahl nicht annehmen, worauf bei der Mstimmung Dienstags Sarto Zweidrittelmehrheit erlangte. — Dem Vernehmen nach soll in einer der ersten Sitzungen des Konklaves ein östreichischer Kardinal erklärt haben, Oesterreich würde gegen die Wahl Rampollas Einspruch erheben. RamPolla soll daraufhin erklärt haben, er würde glücklich sein, wenn ihm die schwere Aufgabe des Pontifikats erspart bleibe. Als Kardinal Sarto sah, daß die Stimmenzahl für ihn sich vermehrte, bat er die Kardinale wiederholt, von seiner Wahl abzustehen und entschloß sich erst auf Bitten seiner Freunde, eine eventuelle Wahl anzunehmen. Das Datum der Krönung ist nach der „Tribuna" der 9. August. Die Krönung erfolgt jedenfalls abweichend von der Leos, die in der Sixtina abgehalten wurde, in der Peterskirche, um einem größeren Publikum den Zugang zu gewähren. — Als bei der vormittags vorgenommenon Abstimmung im Konklave die. Prüfung der Stimmzettel ergab, daß Sarto gewählt sei, ordnete der Dekan des Kollegiums sogleich alle Zeremonien an, um den Papst in seine Würde einzusetzen. Die Häupter der drei Kardinals- ordnunoen traten vor den Sitz des Papstes und der Dekan fragte: „Acceptasne electionem in summum pontificem?" (Nimmst Du die Wahl zum Papst an?" Der Neugewählte erwiderte, daß er so hoher Würde unwert sei, aber da es Gott gefallen habe, die Stimmen des Kollegiums auf ihn zu lenken, so beuge er sich seinem Willen, auf seine Hilfe vertrauend. Sodann fragte der Dekan: „£hu> modo vis vocari?" (Wie willst Du genannt sein?) Der Papst antwortete „Pius X." Sodann wurden die Baldachine von den Sitzen der Kardinäle, ausgenommen von dem des Papstes, entfernt, alle Kardinäle knieten vor dem Papst nieder, und er segnete sie zum ersten Male. Der apostolische Pronotar nahm über die Annahme der Wahl eine Urkunde auf. Der Papst vertauschte dann in der kleinen Sakristei der Sixtinischen Kapelle das Kardinalskleid mit den päpstlichen Gewändern und ließ sich, zur Kapelle zurückgekehrt, in die auf der Altarstaffel stehende Sedia geftatoria nieder rmd empfing hier die erste Adoration, die erste Huldigung des heiligen Kollegiums. Jeder Kardinal kniete nieder und küßte dem Papst den Fuß und die Hand und erhob sich und küßte ihm beide Wangen, woraus er vom Papst eine Umarmung und den Friedenskuß empfing. Danach ließ der Papst sämtliche Konklavisten zum Fußkuß zu und begab sich auf die innere Loggia der Peterskirche, um das Volk zu segnen. — Ter erste Akt des neuen Papstes war, daß er, wie üblich, den Sekretär des Konklave, Merry del Val, durch Auffetzen seines roten Käppchens zum Kardinal machte. Wie die „Frkf. Ztg." sich berichten läßt, scheint Sarto selbst mit der Möglichkeit der Wahl gerechnet zu haben. Als er kurz vor seinem Eintritt in das Konklave mit Freunden zusammensaß und die Rede darauf kam, wer den schönsten Papstkopf unter den Kardinälen habe, sagte Sarto: „Ich!" Als er später in das Konklave einzog, rief der Kardinal Boschi, Erzbischof von Ferrara: „Das ist unser neuer heiliger Vater!" Das Volk findet auch, daß Sarto physisch eine große Ähnlichkeit mit Pius IX. habe, nur mit etwas weniger Embonpoint. In Venedig sagte Sarto bei seiner Abreise zum Domkapitel: „Ihr werdet mich Wiedersehen, lebend oder tot!" Das wird darauf gedeutet, daß Sarto später in. Venedig begraben zu sein wünscht. Auch eine Prophezeiung ist entdeckt worden, die besagt: Bor Jahren ist Sarto verkündet worden, er würde neun Jahre Kardinal und neun Jahre Papst fein. Tatsächlich ist der jetzige Pius X. neun Jahre Kardinal gewesen. An alle Kirch^entüren in Rom sind große Ma- kate angeheftet, die den neuen Papst begrüßen und dia Bürgerschaft auf fordern, heute atienb zu illuminieren. BalÄ nach, der Verkündigung der Papstwahl wurden auch vorbereitete Flugblätter verteilt, in denen die Bevölkerung gebeten hrirb, abends die Häuser festlich zu beleuchten. Um 12 Uhr 45 Min. verbreiteten die Zeitungen Sonderausgaben mit der Lebensbeschreibung und dem Bildnis des Papstes. Sie sagen voraus, es werde in den Beziehungen zwischen Staat und Kirche keine Aenderung eintreten. Die Vatikanblätter „Osservatore Romano" und „Voce della Verita/^ zeigten statt des Trauerrandes Blumenumrahmungen und sfnechen herzlichste Wünsche für den Papst aus. — Ueber die Persönlichkeit des neuen Papstes schreibt die „Germania", er sei mittelgroß, stattlich, die Haltung gebeugt. Seine Züge sind nicht scharf geschnitten, tragen aber )en Charakter ruhiger Entschlossenheit. Die Gesichtsfarbe! ist gesund, wie die ganze Haltung die eines gesunden Mannes ist. Als er den Segen von der inneren Loggia aus erteilte, bot er im weißen Hermelinkleide eine schöne ehr- nrchtgebietende Erscheinung. Er sprach mit stark bewegter, )och volltönender Sti-mme und bog sich weit vor, um von allen Anwesenden gesehen zu werden. — 'Ster Vat eir deÄ Papstes war Magistratsbeamter; seine MMter starb vor zehn Jahren. Sein Bruder war früher Karabinier, jetzt ist er Weinhändler in Mantua. Von seinen vier Schwestern sind zwei bis jetzt bei ihin im Patriarchat in Venedig, die dritte heiratete einen Kirchendiener in Salzane, wo der Papst früher Pfarrer war. Die letzte S ch w e st e r ist an einen G a st w i r t in Riese, dem Geburtsorte des Papstes, verheiratet. Der neue Papst genießt den Ruf großer Geschicklichkeit und Festigkeit. Sarto beteiligte sich rege cm öffentlichen Leben Venedigs und der ganzen Provinz. Unter seinen Auspizien bildete^sich dort eine Liga, welche in der gemäßigten Partei in der Stadt und in der Zrovinz, sowie in der klerikalen Partei Anhänger gewann. Diese Liga gewann schließlich die Oberhand und maßgebenden Einfluß im Stadtrat und Provinzialrat. Die Liga war auch im letzten Jahre siegreich. Ihre Anhänger bereitetein Sarto bei seiner Abreise vom Patriarchat eine Huldigung, ebenso im Augenblicke seiner ?lbreise nach Rom. Er sagte indessen, er rechne nicht darauf, zum Papst gewählt zu werden, und er nahm deshalb ein Retonrbillet. Der bisherige Kardinal Sarto hat die Gewohnheit, ein in Venedig unter dem Namen Tresette bekanntes Spiel zu spielen. Da zu dem Spiele vier Teilnehmer gehören, zog der Kardinal stets einige Personen von den italienischen Ortsbebörden zu dem Spiel hinzu. Mit Vorliebe sprich: der neue Papst venetia- nisches Patois. Er spricht es lieber, als die italienische Sprackie. Ein ehemaliger Redakteur des offiziösen Blattes des Vatikans meint, des neuen Papstes politisches Glaubensbekenntnis entsprech^ dem, was man als christliche Demokratie bezeichnet, die in Frankreich von Abb6 Lemire und in der Schweiz von Abbe Beck und von Deenrtius vertreten werde. — In Rom wird die Wahl jubelnd begrüßt, besonders in mild denkenden Priesterkreisen. „Dies ist der Friede zwischen dem Va-ii..1 und dem Quirinal" hörte man nach dem „Bert. Lok.-Anz." auf dem Petersplatz von Prälaten ausruf en. u Ausland auf einem Ritt durch die Gegend von Long Island be lassenden Preisausschreiben als Grundlage dienen. - S)-,. n ■ f '* Vorsicht bet Submissionen. Die Mängel des gleiten. Konstantinopel, 4. Aug. Aus den Stationen Ek- chisu und Banitza der Linie Saloniki-Monastir sanden trotz nllllärischer Besetzung Eisenbahnattentate statt. Sim la, 4. Aug. Vrzekönig Eurzon teilte im gesetzgebenden Rat mit, daß er das Angebot der Regierung, eine Amtszeit zu verlängern, annehme. Nachbarstaaten. In Heppenheim a. d. Bergstr. wurde am Sonntag das vergrößerte katholische Vereins haus ein geweiht. — In Kastel wurde der Obmann des Straßenreinigungswesens, Peter Arenz, verhaftet. Er hat die Straßenkehrer dadurch betrogen, daß er ihnen per Woche 2 Mk. am Lohne abzog, auch einen Teil des für die Latrinenbach, . 6) Anna Magdalena Rickert zu Mühlheim, 7) Georg Stork zu Münster, 8) Georg Kraft zu Webern, 9) Anna Maria Winter zu Offenbach, 10) Johann Ludwig Hartmann zur Errichtung eines Beneke-Denkrnals will man einen gleichmäßigen Fortschritt für beide Denkmäler erreichen. . , ,, , ad. Darmstadt, 5. August. (Originaltelegramm des Gieß. Anz.) Gestern abend kam auf der Eisenbahnstrecke Auerbach-Bensheim der 19jährige Streckenarbeiter Hechler von Auerbach, der auf einen Zug springen wollte, unter die Näder, wobei ihiii beide Beine überfahren ist lebensgefährlich. — Aus Klein-Krotzenburg meldet man: Der achtjährige Sohn des Wirtes Bracht, Emil, der erst vor kurzem einen Altersgenossen aus dem Main rettete, hat dieser Tage eine zweite Lebensrettung vollbracht, indem er das achtjährige Söhnchen des Spenglers ' E. Bad-Nauheim, 4. Aug. Mehrere hiesige Herren haben sich zu einem Komitee oereinigi, das dem verstorbenen Dr. A u g u st S ch o t t ein Denkmal errichten will. Im Verein mit dem ebenfalls in Bildung begriffenen Komitee Das ist ja Unsinn, ich will mich doch nur an- Auf Anzeige des Sergeanten wurde der servepionier wegen Achtungsverletzung und Beharrung im 1 * ' ’ rx — ™ st verurteilt. total eingeäschert. Berlin, 4. Aug. Der Lehrer Hinze, der beim Füs.- Ter „Nat.-Ztg." zufolge verlautet, unmittelbar nach der Rückkunft des Kaisers werde Reichskanzler Graf Bütow dem Monarchen in der Hochwasserfrage mündlich Vortrag halten. — Tie O d e rstt e r g t in ihrem Oberlaufe wieder nicht unbedenklich. Seit gestern früh bis heute mittag ist sie um 128 Zentimeter gestiegen. Tie Mala- vane ist uservoll. Der Kultusminister suhr aus einem Regierungsdampser nach Auras und begab sich nach den überschweminten Ortschaften in den Kreisen Wohlan wurden. Er wurde m das Alicehospital in Darmstadt ausgenommen. Sein Zustand ist bedenklich. Kleine Mitteilungen aus Hessen u n d d e n vorzulegen ist. Dieses Vorprojekt würde dann dem zu er- Frau eines Hausbesitzers, der mit einem Mieter in Streit geraten war, von dem Mieter einen Bi ess er st ich in den Unterleib, daß sie sofort zujammenbrach. Die Verletzung , v ..... m . vorbehaltlich der nachträglichen Zustimmung des Land Submistwnsverfahtens werden wieder durch einen Vorgang , - Verfügung gestellt. beleuchtet, der sich in Schwedt a. O. abgespielt hat. Der--- Magistrat hatte die Lieferung von Schulbänken an den Mindestfordernden, einen ortsansässigen Tischlermeister, vergeben. Die von diesem hergestellten Schulbänke erwiesen sich aber als minderwertig und als den vorgeschriebenen Be- Ire ungarische Destechungsaffäre. Vor der parlamentarischen Untersuchungstommission in Budapest bestätigte gestern, Dienstag, Graf Julius An- drassy alles, was der Ministerpräsident über das Bekenntnis des Grafen Szapary aussagte, und erklärte, er habe als Augenzeuge die feste Ueberzeugung, daß der Ministerpräsident keine Ahnung von der Bestechungs-Angelegenheit hatte. Aus bie Frage, warum der Ministerpräsident nicht sofort im Parlament erklärte, daß er 5er Angelegenheit sernstehe, antwortete Anorassy: Der Ministerpräsident erhielt erst nach Schluß der Sitzung Schreiben Szaparys, er konnte daher im Abgeord- r ete chause nicht mehr darüber berichten. — Sämtliche Blätter bleiben dabei, daß trotz seiner Erklärung die Stellung des Ministerpräsidenten Grafen Khuen unhaltbar sei. Gras Ahuen 'soll angeblich seine Reise nach IM ver- Volltische Tagesschau. Synoden gegen die Schiffstaufe. Man schreibt uns aus Berlin, 4. August: Es giebt Meldungen, bei denen man sich die Äugen reibt, ob man richtig gelesen hat. Zu diesen verblüffenden Nachrichten zählt ein Telegramm, das Die „Voss. Ztg." heute abend bringt (das unter „Deutsches Reich" zu lesen ist. T>. Red.) des Inhalts, daß mehrere Kreisjynoden der Provinz Sachsen den Kaiser um Abschaffung d e r S i t t e des Taufens von Schiffen und Forts zu bitten beabsichtigen, da das eine Entwertung unb Profanierung des heiligen Taufbegrifses sei. Was ist das Nächste, woran Anstoß genommen wird? darf angesichts dieses übertriebenen Eifers billig gefragt werden. Wer je Gelegenheit hatte, einem solchen feierlichen, fast erhabenen Taufakt beizuwohnen, wird sicherlich nicht im mindesten in seinen Empfindungen verletzt worden jein; im Gegentell, auf den religiös Denkenden wirkt diese Handlung wohl am mächtigsten ein. Es ist ein uralter und weihevoller Brauch, der, wenigstens in Deutschland, nicht zu einer Profanierung des kirchlichen Taufbegrifses führen wird. Der Kaiser, die Mitglieder unserer Herrscherhäuser haben zahlreiche Taufen von Schiffen und Forts vollzogen; man hat niemals vernommen, ohne daß in diesen hohen Kreisen Bedenken laut geworden sind, wie sich die Synoden äußern. Und wir glauben bis aus weiteres, daß die Generalsynode einen dahingehenden Antrag nicht zum Beschluß erheben wird. Regt. Nr. 34 seine Dienstzeit absolviert, erschoß gestern nachmittag den 4 Jahre alten Sohn Herbert des Feldwebels Lange. Hinze zielte im Scherze auf den Jungen mit dem Gewehr, das mit einer Platzpatrone geladen mar. Das Geschoß drang dem Kleinen ins Herz, sodaß er auf der Stelle tot war. * Altenburg, 4. Aug. Der Zahnarzt Thal hat seinen Assistenten und dessen Ehefrau durch Revolver- schüsse schwer verletzt und darauf sich selbst getötet. * Dresden, 4. Aug. Direktor Waner von der kürzlich mit einer Mill. Mark gegründeten Kitsonlichlgesell- schast wurde wegen Betru gsverd achtes verhaftet. Angeblich soll er Patente nach Oesterreich-Ungarn zu Unrecht I verkauft haben. * Braunschweig, 3. Aug. Die Typ hu Le rkrank» ungen unter den 400 Kindern, die unter Führung von Lehrern während der Ferien in einem benachbarten Holze Waldspiele geübt haben, nimmt noch zu, auch einige Er- ivachsene sind bereits erkrankt. Bis jetzt nehmen indeß die Erkrankungen einen gutartigen Verlauf. Bis Samstag waren amtlich 67 Fälle bekannt, 13 Kinder waren ins Krankenhaus gebracht. Gestern und heute sind demselben weitere acht Kinder zugejührt worden, die übrigen neuen Fälle sind noch nicht ziffernmäßig festgestellt. Die Ermittelungen nach dem , Seuchenherd sind bis jetzt noch ohne bestimmtes Ergebnis dingungen nicht entsprechend; ihre Abnahme wurde daher \ vom Magistrat verweigert. Darauf erklärte der Meister, daß es unmöglich sei, zu dem von ihm selbst geforderten Preise bie | Bänke so zu liefern, wie die Bedingungen es fordern. Der Magistrat läßt jetzt geeignete Schulbänke aus Kosten des unvorsichtigen Meisters unfertigen. ** Stiftung zu Gunsten armer Waisen der Großh. Landes-Waisenkasse. Der am 3.August l872 m Darmstadt verstorbene Buchhändler Georg Wilhelm Küchler hat zugunsten der armen Waisen der Großh. Landes- warsenkasse sein gesamtes Vermögen vermacht mit der Bestimmung, daß alljährlich an seinem Todestag die Zinsen und Erträgnisse des Stiftungsfonds in Beträgen von je 100 Gulden (jetzt 171 Mk.) unter sämtliche in die Großh. Landes- Waisenanstalt aufgenommenen Waisen des Großherzogtums verlost werden. Die Beträge, welche durch diese Verlosungen den Waisen zufallen, sollen bis zu deren Entlassung aus der Landeswaijenanstalt verzinslich angelegt und nach den über Verwaltung von Mündelvermögen bestehenden gesetzlichen Grundsätzen verwaltet werden. Nach Entlassung der Waisen! aus der Landeswaisenanstall soll das Kapital nebst den bis! dahm aufgelauseueu Zinsen nach dem Ermessen des Vor-I mundes oder Obervormundschastsgerichts zum besten des! Mündels verwendet werden. Wie in früheren Jahren, so fand auch am 3. August die Verlosung, wobei 18 Gewinnlose sich ergaben, statt. Die Gewinnlose entfielen aus nachstehende zur Teilnahme an der Verlosung berechtigte Waisen; | Aus Studl uni» £mii». Gießen, den 5. August 1903. Theater- und S a a l b a u. Der am Montag Vermischtes. * Kassel, 5. Aug. Die großen Dampfziegelwerke in Heddersdorf bei Hersfeld wurden samt Vorräten gewählte Unterausschuß hielt schon gestern abend seine erste ven überschwemmten ^rtja)aslen oen Krm,en ^.oyrau Sitzung und erledigte m lhr dte Aufstellung eines vorläufigen | ÄS“ J"S Lbann £aah Bauprogramms, d. h. es wurde besprochen die Große und Pius X. Ueberhaupt gilt der ehemalige Patriarch von Venedig als ein praktischer Priester, der auch selbständiger vorgehen wird, als fern Vorgänger im letzten Jahrzehnt ferner Regierung. Denn er besitzt im hohen Grade die italienische Nationaleigenschast, „die Menschen mehr zu brauchen, als sich ihnen hinzügeben". Als praktischer Kleriker wird Sarto einer geistlichen Verjüngung zum Aufkommen verhelfen. F-rei- lich darf man Eines nicht übersehen, daß man nämlich vom Kardinal nicht ohne Weiteres auf den Papst schließen kann, wie sich das bet Pius IX. und Leo XIII. gezeigt hat. lLlt welche die Admi- abfuhr an die Stadtkasse abzuliefernden Geldes behielt er für so würden dem Hause sich. Der Verhaftete soll sich auf diese Weise 16 000 Mk. . Gegenwärtig „erspart" haben. — Im Walde bei Hafenstein (Pfalz) In Berlin wird die Wahl von der Presie im allgemeinen sympathisch aufgenommen, wenn man sich auch nicht verhehlt, daß man über seine zukunstrge Politik nur Mutmaßungen anstellen kann. Ziemlrch übereinstimmend wird die Ansicht geäußert, daß unter Pius X. das religiöse Moment mehr m den Vordergrund treten wrrd, wahrend unter Leo XIII. das politische Moment allzu start betrieben worden sei. - Die „Germania" hebt die Einfachheit und Bescheidenhell des neuen Papstes hervor, welche mit hervorragender Klugheit und großer Frommrgkert verbunden sei. - Die „Post" sagt, der friedliche Eharak er: des neuen Papstes dürfte für eme friedliche Politik des Vatikans bürgen. Sarto galt bisher als Anhänger Vannu- tellis, den man für einen der Treibundsreunde hielt. — Die „Nätional-Ztg." gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Tradition Leos XIII. von dem neuen Papp fortgesetzt werden möge. — Die „Neuesten 'Nachrich t cn heben hervor daß kaum ein anderer wie Sarto msolge seiner Eigenschaft für einen Kompromiß-Kandidaten geeignet er- schellien dürfte. Er habe in Rom keine Gegner, lebe mit der italienischen Regierung in leidlichem Verhältnis und dürfte ohne den Rechten des Vatikans etwas zu vergeben, sich von überflüssigen Akten der Intransigenten entfalten. - Die „V o s s. Z t g." schreibt, es s" bezeichn nend für die Strömung im Konklave, daß d^e guten Beziehungen Sartos zum italienischen Königshause seine Wahl nicht verhindert hätten. — D bc=l$er Großherzog hat dem Kleinen bet der ersten Rettung setn btiptcdjUL^ ^c;^an,eigct„ veröffentlicht die Verleih- Ungehorsam zu"vier 'Lochen strengem Arres ung des roten Adlerordens mit Eichenlaub an den m T''' ~ preußischen Gesandten bei den Hansestädten v. T s ch i r s ch k y undBögendorsf. Halle a. S., 4. Aug. Mehrere Kr e i s s y n o d e n der Provinz Sachsen wollen durch die General,ynooe den Kaiser bitten, die Sitte des Taufens von Schiffen und Forts abzuschafsen, da das eine Entwertung unö Profanierung des heiligen Tausbegrisfes sei. sckoben haben da der Hof eine vollständige Klärung der II) Ludwig Brack zu Pfungstadt, 2) Margarete Brauer zu Wtechungs-Afsäre abwarten will. - Die Polizei hat fest- Frei-Weinheim, 3) Heinrich Sann zu Hungen 4) Heinrich oeftellt baß der Journalist Dien es außer schon bekamt- Sauer von Eichclsdors, 5) Heinrich Linn zu Ober-Breiten- ' Weisel fälsch ungen auch noch weitere Uerüßt tjat I u-j. c\ or— sSirfprf -u Mublbeiw. 7t fflpnm Unter anderem hat er mehrere Wechsel in Höhe von 12 000 Kronen mit den Unterschriften von ^erwandtenundemem ^genoaey, bekannten Journalisten gefälscht. Der,,PesttRavlo fotber sjrß eit c„ge & U) Friedrich Pfeifer zu Schünberz, 13) eine einaelienbe Untersuchung im Ministerrum ocy ^nnern । o J -< ... ------ um zu eruieren, ob man etwa nicht Dienes euren ans einen falschen Namen lautenden Paß ausgestellt ha.t. Philipp Dosch zu Schönberg, 14) Emil Gottlieb zu Eppertshausen, 15) Adam Stumm zu Dietersheim, 16) Simon Sebastian Kaspar Landler zu Niainz, 17) Katharina Melchior 3£i>irh Izu Leeheim, 18) Heinrich Weber zu Fränkisch-Crumbach. yiUl|djE5 ** Eine Warnung für Reser vtst en. Noch Berlin 4 Aug. Die Ankunft des Kaisers auf vielen Reservisten ist unbekannt, daß sie beim Erscheinen Schloß Wilhelmshö'he wird neueren Dispositionen zufolge aus dem Bezirkskommando dem s))l U i t a r g e) e^ unter» erft am 15 ds stattfinden. Der Monarch gedenkt nach stehen, welches Verfehlungen streng bestrasi. Folgender Vorder Rückkehr von seiner 'Nordlandreise außer der Erledig- fall diene daher zur Beherzigung: Als ein Reservepiomer una der während icuicr Abwesenheit angehüuften Regier- sich auf einem Bezirkskommando meibete, Ijiclt er in Der una»arbeiten u. a. auch eingehende Berichte der Minister einen Hand eine Eigarre in der anderen em Paten Der über die hochchassersastwen im Osten des 'Reiches entgegen- Sergeant vom Dieiyr befahl rhm, die Zigarre abzulegen und zunehmen und in einer Kronräisjitzung mit den Ministern leine dienstliche .Haltung anzunehmen. Ter Pionier ent* bie weiteren zur Linderung der Not und zur Verhütung gegnete: ™ Unhnn. ick> will neuer Hochwassergefahren zu ergreifenden Maßnahmen zu melden!" geblieben. Die Polizeidirektion erließ eine Warnung, in der es heißt: „Da es sehr wohl möglich ist, daß noch mehr von beri an den Waldspielen beteiligten Kindern erkranken werden oder vielleicht, ohne daß die Eltern es bisher bemerkt haben, bereits erkrankt sind, kann den Eltern aller dieser Kinder nicht dringend genug empfohlen werden, dieselben einem Arzte zur Untersuchung und Beobachtung zuzuführen. Je frühzeitiger derartige Erkrankungen erkannt werden und in Behandlung kommen, einen um so milderen Verlauf pflegen dieselben zu nehmen. Weiterhin empfiehlt es sich besonders bei kinderreichen Familien oder solchen bei denen es an ausreichenden Räumlichkeiten oder geeigneter Pflege fehlt, die erkrankten Kinder einem Krankenhause zu übergeben, damit nicht noch weitere Erkrankungen in der Familie durch Ueber- tragung entstehen. Es wird gewarnt vor Genuß von Roheis, ungekochter Milch und ungekochtem Brunnenwasser". * Görlitz, 5. Aug. Eine Windhose richtete in der Ebersbacher Umgegend bedeutenden Schaden an, indem sie Grabsteine umwarf, Dächer abhob und eine Unzahl Obstbäume, Linden und andere Bäume entwurzelte. * München, 4. Aug. Von hier ist im April der Weinrestaurateur Karl Glaser, eine vielbekannte Persönlichkeit, unter Zurücklassung seiner Gattin und zahlreicher Schulden plötzlich verschwunden. Wie sich nun herausstellt, ist Glaser, welcher sich nach Amerika gewandt hatte, am 16. Juni, gerade an dem Tage, an welchem hier in München sein Inventar versteigert wurde, jenseits des Ozeans durch den Strang hingerichtet worden. Glaser hatte nämlich schon früher einmal sein Glück in Amerika versucht und seine damalige Frau ermordet, worauf er seine zweite Frau heiratete, diese aber bald in Amerika damals im Stich ließ und in München eine weitere Ehe einging. Sofort beim Wiederbetreten des amerikanischen Bodens wurde nun Glaser »xfannt und wegen Gattenmordes zum Tode verurteilt. * Aerzte unb Krankenkassen. Unter den Äerzten der Provinz Hessen-Nassau ist gegenwärtig eine Bewegung im Gange, die den Abschluß eines Schutzbündnisses gegenüber den Krankenkassen bezweckt. Die Aerzte sollen sich gegenseitig vex- pflichten, sich bei Gelegenheit von Konfllkten grundsätzlich nicht nur der Unterbietung, sondern auch jedeuWettbewerbs zu enthalten. * Nächstenliebe und Dieb st ahl. In Paris hielt kürzlich ein Pfarrer eine Predigt vor einem hochfeinen Publikum. Plötzlich sagte er: „Vielleicht erwarten Sie nun, nachdem ich so lange von der Nächstenliebe gesprochen, daß ich Sie um ein Almosen oder um einen Betrag zu einem wohltätigen Zweck bitten werde. Keineswegs. Ich habe nur eine einfache Bitte an Sie: „Bezahlen Sie pünktlich Ihre Schuhmacher, Schneider und Modistinnen!" Große Betroffenheit bei all den vornehmen Damen und Herren, die unwillkürlich auf ihre Toiletten blickten, aus deren Bezahlung arme Handwerker und Nähmädchen vielleicht noch warteten. Der Pfarrer schloß seine Rede mit den Worten: „Seine Rechnungen nicht bezahlen, meine Damen und Herren, heißt einen Diebstahl begehen." So geschehen in Paris. Sollte die Mahnung des Geistlichen nicht auch anderswo Bedeutung haben? * Die Weinprobe oder das versäumte Ständchen wäre folgendes Geschichtchen zu betiteln, das im „Fränk. Kur." erzählt wird: Ein Hereinfall, der dem auf „Konzertreisen" befindlichen Regensburger Liederkranz in Limvau passiert ist, wird viel belacht. Der Verein veranstaltete dort ein Konzert zu Gunsten eines Bismarckdenkmals. Am nächsten Morgen um 8 Uhr wollte er der in Lindau verweilenden Prinzessin Terese von Bayern ein Ständchen bringen. Die Sänger halten aber nach dem erwähnten Konzert noch eine „Weinprobe" abgehalten, die bis zum Morgengrauen währte, und befanden sich daher in einer sehr gehobenen Stimmung, die das Abhalten des Ständchens unmöglich machte. Der Bürgermeister warf sich daraufhin in Gala, um zur Prinzessin zu fahren, die Sänger zu entschuldigen und zugleich um Erlaubnis zu bitten, das Ständchen erst um 10 Uhr darbringen zu dürfen; aber letzteres wurde rundweg abgelehnt. Ein Ständchen für eine königliche Prinzessin zu verschlafen, ist zwar außergewöhnlich ungalant, aber eine Musikantenkehle, die ist als wie ein Loch, sang schon Geibel, der sich darauf auskaunte. * 2516 Lynch morde sind im ganzen während der letzten 17 Jahre in den Vereinigten Staaten vorgekommen. Davon fielen 2086 auf die Südstaaten und 436 auf die anderen Teile des Landes. 9htr vier Staaten hatten in dieser Zeit überhaupt keine Lynchgerichte, nämlich Massachusetts, New-Hamshire, Rhode Island und Utah. Von den Gelynchten waren 1573 Neger. Die übrigen waren, mit Ausnahme weniger Chinesen, Weiße. Bezeichnend ist es, daß in den letzten Jahren der Verhältnissatz, mit dem der Norden an den Lynchflnorden beteiligt ist, immer größer wird. * A u s d e r S ch u l e. Der gestrenge Direktor des Gymnasiums zu L. wohnt, so erzählt die „Frtf. Ztg.", dem Unterricht im Griechischen in der Untertertia bei. Es kommt das Wort „Thanatos" (Tod) vor, aber kein Schüler kennt es. Der Direktor greift ein: „Na, weiß denn keiner, was mich erreicht, wenn ich sterbe?" Alles schweigt. Ta meldet sich der Letzte in der letzten Bank. „Nun, mein Sohn?" — „Tie Nemisis!" — — * Das gebrochene Herz. „Ich soll an gebrochenem Herzen sterben", sagte die widerspenstige Schauspielerin. „Wie soll ich denn wissen, wie sich ein Mensch mit gebrochenem Herzen benimmt?" — Ich kann Ihnen einen Rat geben", sagte der kaltblütige Direktor. „Beobachten Sie den Autor des Stückes, nachdem er Ihrem ersten Auftreten beigewohnt hat." * Eine gute Bauernregel. Die Redaktion der Zeitschrift der fchlesijchen Landwirtjchastskammer hatte zu einem Wettbewerb um gute Molkereisprüche aufgefordert. Darunter befindet sich dieser richtige Lehrspruch: Wer seine gute Milch verkauft Und mit den Kindern schlechte sauft, Wer Butter°Lieferante ist Und selber Margarine frißt; Wer schlechtes Auülandsfutter gicbt Und hinterher zu klagen liebt, Tas; er verschleudern muß die Körner: Ter ist ein Rindvieh ohne Hörner. Genüitssual. sä. D a r m st a d t, 5. Aug. (Originaltelegramm des „Gieß. Anz.") Tie Strafkammer 'verurteilte heute den Werkmeister Heinrich S t e p h a n, der am 18. Juni d. I. beim Spiel mit einem Revolver seine Brau* erschoß, zu z w e i Monaten Gefängnis. Mainz 6. August. „Unverbesserlich schlecht", lautet das militärische Führungszeugnis des Maurers August Ri p perger von Hildburghausen, und es wird wenig Soldaten geben, die eine längere Strafliste aufzuweisen haben. Schon der Ableistung seiner Wehrpflicht hatte er sich längere Zeit entzogen und konnte erst mit 26 Jahren beim badischen Jnf.-Reg. Nr. 112 eingestellt werden. Dort zog er sich verschiedene Gefängnisstrafen wegen Fahnenflucht, Gehorsamsverweigerung usw. zu, und da er sich auch im Gefängnis unbotmäßig benahm, so wurde er schließlich als Arbeitssoldat in die Strafkompagnie von Mainz versetzt. Als ihm hier einmal das Sprechen während der Arbeit verboten wurde, benahm er sich gegen die aufsichtführenden Uiiteroffiziere so frech, und drohend, daß ihn das Kriegsgericht zu zwei Jahren Gefängnis verurteilte. Die von ihni dagegen eingelegte Berufung wurde vom Oberkriegsgericht verworfen, aber Ripperger legte nun Revision beim Reichsmilitärgericht ein, wo die Sache noch schwebt. Nach Schluß der Verhandlung vor dem Oberkriegsgericht hatte der Verurteilte dem Sergeanten, der gegen ihn ausgesagt hatte, zugerufen: „Warte Bruder; mit Dir bin ich noch nicht fertig. Wir rechnen noch ab." Wegen dieser erneuten Drohung wurde Ripperger abermals vor das hiesige Kriegsgericht gestellt und zil vier Wochen strengen Arrestes verurteilt. Das war ihm wiederum zu viel; allein seine Berufung wurde gestern vom Oberkriegsgericht ver- tvorfen. (Mainz. Tgbl.) Duisburg, 3. Aug. Tie Strafkammer verurteilte den Bergmann Stanislaus Fabis aus Oberhausen wegen B t - gamie zu 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus. Der Angeklagte hatte ui Posen eine Frau uub 4 Kinder zuruckgelassen und war in Ober- hausen im November v. I. eine neue Ehe eingegangen. Kan-wirtschaft. k. Li ch, 4. August. Die Obst aussichten sind in unserer Gegend nicht sehr günstig, besonders was Aepfel betrifft. Zwetschen unb Birnen — hauptsächlich Kelterobst — geraten dagegen gut. §. Vom Lande, 3. August. Der Regen kommt der Ernte recht in die Quere und läßt es Nicht zu, daß der Bauer seinen Segen einheimst, ja er wird ihm einen Teil des Reichtums vernichten, wenn ihn Frau Sonne nicht ablöst. Schon beginnt der Kern der draußen liegenden Gerste zu wachsen, und jeder nur einigermaßen lichte Augenblick wird dazu benützt, das durchnäßte Getreide zu drehen und zu wenden. Man fürchtet auch, daß die ohnehin schon kurz geratene Sommerfrucht bei etwa plötzlich eintretendem starken Sonnenschein zusammenbricht, nachdem der lange Regen sie mürbe und krumm zeitig gemacht hat. Hoffentlich tritt bald besseres Wetter ein, sonst wird die ganze schöne Ernte in Frage gestellt. So sehr die nasse Witterung unserem Fruchtfelde geschadet hat, so mar die Menge Feuchtigkeit für unsere Wiesen namentlich außerordentlich viel wert, so daß im Gegensatz zu der knappen Heuernte ein besserer Grummetertrag erwartet werden kann. Ein Gang durch die Weinberge verschiedener Orte der Provinz Rheinhessen und im benachbarten Rheingau zeigt, wie schön und üppig die Reben im Behang sowohl als auch un sonstigen Stande sind. Die zahlreichen Träubchen sind beinahe überall derart ausgewachsen, daß nunmehr der Kochmonat seine Schuldigkeit tun kann. Bleiben die nächsten Monate günstig, dann sehen wir einem reichen Jahre von voraussichtlich guter Qualität entgegen. Ueberall wird über mangelnden Absatz der lagernden Weine geklagt und es läßt sich kaum annehmen, daß hierin in absehbarer Zeit Aenderung eintritt. Das Geschäft beim Handel ist flau und auch die allgemeine Lage reizt nicht mehr zu kaufen, als der direkte Bedarf benötigt. Schlffsllachrichll'N. Red Star Linie. Der Postdampfer „Zeeland" der Red Star Linie in Antwerpen ist laut Telegramm am 3. August wohlbehalten in New- york angekommen. Hamburg-Amerika Linie. Hamburg, 3. August. Der Hamburger Schnell-Postdampfer „Moltke", Kapitän Dempwolf, ist am 2. August 1 Uhr morgens wohlbehalten von Hamburg via Southampton und Cherbourg in Newyork angekommen. Neueste Melduugeu. Origittaldrahtmeldmrgen des Gießener Anzeigers. Berlin, 5. Aug. Die gestern in Witten abgehaltene 16. Generalversammlung des Z entral-Verbandes deutscher KaufleuteundGewerbetreibenden wählte für das nächste Jahr Hannover als Versammlungsort. Berlin, 5. Aug. Ein Delegiertentag der na - tionalli beraten Partei des Königreichs Preußen wird Ende September in Hannover abgehalten werden. Kiel, 5. August. Die städtischen Kollegien beschlossen, die Genehmigung zu einer neuen Inhaber-Anleihe im Betrage von 20 Millionen Mark nachzusuchen. Die Anleihe soll in erster Reihe zur Deckung der Kosten von Neubauten dienen. Errichtet sollen hiervon werden: ein neues Rathaus, ein Stadttheater, eine höhere Schiffs- und Maschinenbau-Schule, eine Gewerbeschule und neue Kasernements. Ferner ist der Bau von neuen Straßen und einer Voll-Kanalisations-Anlage geplant. Die erste Rate der Anleihe soll 4 Millionen Mark betragen. Hamburg, 5. August. Gestern wurde ein Rangierarbeiter zwischen den Puffern zweier Güterwagen zu Tode gequetscht. Hamburg, 5. Aug. Die Klempner-Innung be- chloß in ihrer gestrigen Abend-Versammlung, den streikenden Gesellen vom März 1904 an 60 Pfennige Stundenlohn bei neunstündiger Arbeitszeit zu bewilligen, doch dürfen keine Sperren verhängt werden. Der Streik dürfte hiermit beendet sein. Dresden, 5. Aug. Die Einführung der erhöhten Preise für Rückfahrkarten der sächsischen Eisenbahnen ist aus geschäftlichen Gründen aus den 1. Oktober verschoben worden. Kopenhagen, 5. Aug. Die älteste Tochter des Kronprinzen Friedrich, Prinzessin Luise von Schaumburg-Lippe schwebte gestern in ernster Lebensgefahr. Bei ihrer Vorliebe zum Schwimmsport wagte sie sich während des Badens im Sunde zu weit hinaus. Bei ihrer Rückkehr hatte sie gegen Wind und Strömung zu kämpfen, wodurch ihre Kräfte erlahmten, und sie unterzugehen drohte. Die Gefahr wurde vom Lande aus bemerkt. Ein Ka mm erdi en er entkleidete sich rasch und sprang der Prinzessin zu Hilfe, die er auch glücklich in Sicherheit brachte. London, 5. Aug. Äe Wahl des Kardinals Sarto zum Papst überrascht in den katholischen Kreisen Englands und Irlands allgemein, da man ihn nicht zu den aussichtsreichsten Kandidaten gerechnet hatte. Man begrüßt die Wahl jedoch mit hoher Befriedigung, da man überzeugt ist, daß der neue Papst infolge seiner hervorragenden Charaktereigenschaften seinen Posten mit unübertrefflicher Würde ausfüllen werde. London, 5. Aug. Blättermelduugen zufolge ist Lord Salisbury schwer erkrankt. — Der Marineminister veröffentlicht das Programm der diesjährigen Marine- Manöver. Paris, 5. Aug. Bei dem inReims garnisonierenden 5. Dragoner-Regiment herrscbt seit einigen Tagen eine Typhus-Epidemie. 5 Mann einer Schwadron sind bereits gestorben. Im ganzen Regiment sind 25 Soldaten bisher an Typhus ertrankt. Man hatte die Tatsache zu verheimlichen gesucht. Toulouse, 5. Aug. In Ciers im Departement Haute Garonne brach eine Feuersbrunst aus, durch welche 15 Wohnhäuser und 18 Scheunen eingeäschert wurden. Ob Personen in den Flammen umgekommen sind, konnte noch nicht sestgestellt werden. Rom, 5. Aug. Wie von gut unterrichteter vatikanischer Seite versichert wird, hat der neue Papst bereits Kardinal Ferrata zum Staatssekretär ernann t.^— Die Anhänger Rampollas erklären sich mit der Wahl Sartos vollständig einverstanden. — Schon seit Jahren soll Sarto herzleidend sein. Rom, 5. Aug. Tce klerikalen Blätter feiern Pius X. in den überschwünglichsten Worten. Von einer maßgebenden Persönlichkeit, die den neuen Papst intim kennt, wird versichert, es luertc alles beim alten bleiben. Nur der Verkehr zwischen dem heiligen Stuhl und der italienischen Regierung werde eine mildere Form annehmen, Las Pontifikat Sartos werde ein Pontifikat des Ueberganges auch hinsichtlich der sozialen und religiösen Fragen fein. Im allgemeinen weroe Pius X. den alten Weg weiter wandeln. Er spricht französisch und deutsch, besonders das letztere geläufig. Er hat Creglia in seinem Amte als Kämmerer bestätigt. Die Krönung wird voraussickKlich am nächsten Sonntag stattfinden, während nach einer anderen Meldung dieselbe bis ans den Herbst verschooen worden ist. Tie Stadt Rom war gestern abend festlich beleuchtet. — Einer römischen Depesche oes „Bert. Tagebl." zusotge erhielt Sarto am Montag morgen 31 Stimmen. Darauf trat der einzige noch im Wege stehende Kardinal di Pietro zurück und die Parteien Rampolla und Vannutelli vereinigten sich auf Sarto, der mit 50 Stimmen gewählt wurde. Rampolla erhielt 10 und Gotti 2 Stimmen. Ten Ausschlag bei der Wahl gab Kardinal Kopp, der iOlontag früh die einander gegenüberstehenden Parteien zurst Entscheidung drängte. Von dem Ergebnis der Wahl war <^arto dermaßen erschüttert, daß er lange kein Wort hervorbringen konnte. — Die Familie des neuen Papstes lebt in den bescheidensten Verhältnissen. Ein Bruder hat ein ländliches Postamt mit Zigarrenverkauf in der Gegend von Mantua. In Venedig wohnen drei unverheiratete Schwestern, die Sarto die Wirtschaft führten, drei andere Schwestern leben auf dem Lande. — Als künftiger Staatssekretär wird Vannutelli genaiint. — Tem „Giornale d'Jtcllia" zufolge kam Sonntag früh von Kaiser Franz Josef ein telegraphisches Veto gegen die Wahl Rampollas. Rom, 5. Aug. Gleich nach der Wahl sandte bet Papst herzliche Telegramme an seine Schwestern. Budapest, 5. Aug. Ministerpräsident Khuen He- dervary wird noch im Lause dieser Woche an das Hoflager nach Ischl reisen. Von der Audienz mit dem Kaiser wird es abhängen, wann die Demission Khuens erfolgt. Daß das Kabinett im Amte verbleibt, gilt für undenkbar. Budapest, 5. Aug. Blättermeldungen zufolge hat der Chef des bulgarischen Komitees Boris Sara- fow kürzlich in Kanesova geweilt, wo er für die groß- bulgarifche Propaganda Gelder sammelte. Als die Polizei nach ihm fahndete, war er bereits geflüchtet. Konstantinopel, 5. Aug. Ta die Cholera in Syrien immer größere Ausdehnung'gewinnt, wurde hier eine 10 tägige Quarantäne eingerichtet. Peking, 4. Aug. Tie chinesischen Behörden wandten sich an die fremden Gesandten mit dem Ersuchen, die in der Fremdenniederlassung von Shanghai verhafteten eingeborenen Redakteure des Blattes „Supao" auszuliefern. Gegen diese Redakteure, die von der chinesischen Regierung der Veröffentlichung aufrührerischer Schriften beschuldigt werden^ wurde am 15. Juli vor einem gemischten Gerichtshöfe in Shanghai verhandelt. Zwei bekannten sich schuldig, well sie dachten,' von diesem Gerichtshof verurteilt und in der Fremdenniederlassung als dem Tatorte bestraft zu werden. — Von Anhängern der Kaiserin-Mutter wird behauptet, der kürzlich durch Tot- prügeln bestrafte Journalist Schentschien sei, ehe er große Qualen hätte ausstehen können, vom Henker erwürgt worden. 372% Reichsanleihe 3% do. . . 3Ve°/o Konsole . . . 3°/o do 372% Hessen . . . 372% Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente . 476% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . 4°/j Italien. Rente . . 47a% Portugiesen . . 3°/,. Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose 4% Grieoh. Monopol.-Anl. —.— 472% äussere Argentiner 44.20 5. August 1903. 3O/o Mexikaner .... 26.55 4%% Chinesen .... 92.55 Electric. Schuckert . . , 94.75 Nordd. Lloyd . . . . 9810 Kreditaktien 207.90 Diskonto-Kommandit. . . 187.70 Darmstädter Bank . . . 137.00 Dresdener Bank .... 147.30 Berliner Handelsges. . . 154.40 Oesterr. Staatsbahn . . , 143.00 Lombarden . . . . . 17.10 Gotthardbahn 191.00 Laurahütte 220.00 Bochum ...... 179.20 Harpener 179.50 Tendenz: still. Telephonischer Kursbericht, i'rankturt u. 11., . 102.15 . 91.00 . 102.00 91.00 . 101.30 . 100,20 . 102.90 101.10 . 101.50 . 103.30 49.80 . 31.20 . 35- . 132.00 meredeeidweiss daß sie richtige Waschrniltel dafür verwendet, während verkehrte, wie Soda, die Wäsche grau machen und mit der Zett zerreißen. 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