Nr. 8 erfreut tSglich außer Sonntags. i®em Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem hefstsche« Landwirt die Eichener Familien- DlStter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Vertag der Brü h l'schen Untoerf^Buch- u. Stein- druckere^Pietsch Erden) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger «ließen. tzrrnsprechansckilußNr.bl. ErfteS Blatt. 188. Jahrgang Montag 5. Januar 1903 GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger y Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezngSpretSr monatlich 75Ps.,viertel- jährlich Aik. 2.20; durch Ab ho le- u. Zweigstellen monatlich Gd Pf.; durch die Post Aik.2.— viertel- lährl. auSschl. Bestellq. Annahme von Anzeigen sur die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenprelS: lokal ISP^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. u. allgem. Teil t.V.: yr.Hannemann; für »Stadt u. VxmbM und »Genchtssaal-: Lurt Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Der Konflikt mit Kenezuela. Die Antwort des Präsidenten Castro soll, wie in einer Reuter-Meldung auS Washington versichert wird, eine Bedingung enthalten, die ganz den »Charakter einer Alternative trägt. Er habe anfangs Abneigung gegen den Haager Schiedsgerichtshof gezeigt, und verlangt, während er im Prinzip das Schiedsgericht annahm, daß die Angelegenhei von einer der amerikanischen Republiken abgeurteilt werden solle. Da Präsident Roosevelt es aber bereits abgelehnt hatte, als Schiedsrichter zu fungieren, und da derselbe Grund, dem seine Ablehnung entsprang, sich auf die Exekutive irgend eines anderen amerikanischen Staatswesens in derselben Stärke amvenden läßt, so war Roosevelt gezwungen, dieser Anregung seine Unterstützung zu versagen, und Castros Anregung wird sonach von dem Felde der Möglichkeiten verschwinden. Auch sonst reitet Castro wieder auf dem hohen Pferde. Einem Vertreter des »Reuter'schen Bureaus* in Caracas erklärte er, falls kein Arrangement stattfände, würde der Grund darin zu suchen sein, daß ein Arrangement nicht zu den Plänen der Verbündeten gehörte. Die Verlängerung der Situation würde für alle verhängnisvoll werden. Auf die Frage, ob er die Präsidentenwürde niederlegen oder eine Aenderung im Kabinet treffen würde, erwiderte er: »Die Leute können so viel Unsinn reden, wie sie wollen. Ich werde eine Aenderung im Kabinet treffen, wenn die gegenwärtige Krisis vorüber ist." Einer Depesche aus Puerto Cabello vom 2. Januar zufolge nahmen die blockirenden Kriegsschiffe alle venezolanischen Kreuzer aus dem inneren Hafen fort. Während dieser Maßregel waren Truppen an der Küste gelandet. Es fiel kein Schuß. Die Besetzung war nur vorübergehend. Einem Telegramm aus Port of Spain zufolge wird das beschlagnahmte venezolanische Kriegsschiff »Zumbador" sämtliche 40 Prisen nach Port of Spain schleppen. Auf den Prisen wurden zusammen 30 000 Dollars beschlagnahmt. AuS La Guayra, 8. Januar, wird gemeldet: Die beutschenTruppen nahmen heute früh, ohne auf Wider- stand zu stoßen, vom Zollamte in Puerto Cabello Besitz. — Aus Puert o Cabello wird gemeldet, daß die Befehlshaber der verbündeten Truppen erklärt hätten, daß die gelandeten Mannschaften wieder eingeschifft werden, sobald der Hafen von den kleinen Schiffen geräumt sei. Die Maßregel wurde ergriffen, um die Blockade wirksamer zu machen. Ferner wird berichtet, daß die Aufständischen in der Nähe von Puerto Cabello stehen, die Stadt sich also zwischen zwei Feinden befinde. La Guayra, 4. Jan. Der holländische Konsul hat die Ermächtigung erwirkt, daß am 7. Januar ein niederländischer Dampfer hier den Gesandten der Niederlande, der erkrankt ist, an Bord nehme. Hier sind alle Küsten-Wach- mannschaften entlasten worden. Das Zollamt soll Montag geschloffen werden. Hunderte von Personen sind ohne Arbeit. Es werden Störungen der Ordnung befürchtet. Der Befehlshaber des englischen Kriegsschiffes »Tribuna" teilte dem Präfekten mit, daß er ihn für die Sicherheit der Engländer, Deutschen und Italiener verantwortlich mache. Die Kronpririzesstn von Sachsen. In der Preste werden über das beklagenswerte Ehe- brama im sächsischen Königshause noch immer allerlei unkontrollierbare Gerüchte verbreitet. So wird behauptet, daß der Kronprinz von Sachsen mit seinen fünf Kindern demnächst zu längerem Aufenthalte in Meran eintreffen wird. Wir halten dies nicht für zuverlässig; schon das Befinden des Königs schließt eine derartige Reise aus, wenn sie dem Kronprinzen selbst auch recht dienlich sein könnte. Weit mehr als diese Personalnotizen oder die jeweiligen Aeußerungen der einzelnen Beteiligten intereffieren augenblicklich die Urteile der Rechtsgelehrten über die Möglichkeiten, «elche die beabsichtigte Ehetrennung für beide Teile bietet. Eine kirchliche Auflösung der Ehe ist ausgeschlossen, denn nach katholischer Lehre und Praxis kann eine gültig geschlossene und vollzogene Ehe bem Bande nach niemals ge- löst werden, auch nicht durch den Papst. Die katholische Kirche betrachtet nach der „Köln. Volksztg." die Unauflöslichkeit der Ehe als ein Gebot Christi, welcher in dieser Beziehung ausdrücklich das Gesetz aufgestellt hat: „Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen". Sie hält daher weder den Papst noch sonst eine Macht der Erde für berechtigt, eine gültig geschlossene Ehe dem Bande nach zu lösen nnd eine Wiederverheiratung zu gestatten. Von göttlichen Geboten kann eben keine menschliche Autorität entbinden. Und wenn auch der Papst von allen kirchlichen Gesetzen unter Umständen dispensieren kann, so doch niemals von einem göttlichen Gesetze. Ein solches verpflichtet unbedingt. Diese Bemerkungen sind, wie die „Köln. Volks-Ztg." selbst zugibt, zwar rein theoretischer Art; aber praktisch wird die Frage, ob eine kirchliche Auflösung der Ehe der Kronprinzestin eintreten könnte, überhaupt nicht werden. „Ob die Kronprinzessin von Sachsen als geständige Schuldige einen Antrag bei einem kirchlichen Gerichtshof stellt, kann gleichgültig bleiben; jedenfalls wird der katholische Kronprinz keinen Antrag stellen, von dessen kirchenrechtlicher Unmöglichkeit und gänzlicher Aussichtslosigkeit er von vornherein überzeugt ist., Wohl aber könnte er auch beim kirchlichen Gericht den Antrag auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft stellen, den er bei dem durch allerhöchste Verordnung vom 30. Dezember 1902 eingesetzten besonderen Gericht stellen wird. Der klagende Kronprinz will keine Scheidung, sdndern eine Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft; aber die Kronprinzessin kann ihrerseits nach § 1575, wie schon erwähnt, die Scheidung der Ehe beantragen. Dem Verlangen muß nach § 1575 des B. G. B. stattgegeben werden. Die schuldige Prinzessin könnte also ihrerseits die Ehescheidung verlangen, die der Kronprinz nicht will; das wäre allerdings eine seltsame Folgerung 1 Zweifelhaft ist zunächst wohl mcht, daß die Klage auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft erfolgreich sein wird. Volttische Tagesschau. Die neue deutsche Rechtschreibung. Die neue deutsche Rechtschreibung, die auf der „Orthographischen Konferenz", die vom 17. bis zum 19. Juni 1901 ui Berlin getagt hat, zwischen Deutschland, Oesterreich und der Schweiz vereinbart wurde, hat folgende Haupt- eigentümlich ketten: 1. Das tij wird nur noch in Fremdwörtern griechischen Ursprungs geschrieben, z. B. Theater, Theologie, Thermometer, Hypothek, katholisch. Thron. Man schreibt also fortan Tal, Taler, Tat, Tor, Turm, Träne, Untertan, Rat, Rathaus, Rute, Tee; Berta, Bertold, Günter, Walter. Dagegen bleibt das th in Lothringen. 2. Das pH wird ebenfalls nur noch in eigentlichen, Fremdwörtern oe- schrieben, z. B. Phantom, Phase, Philosophie, Phosphor, Physiologie, dagegen Efeu, Adolf, Rudolf, Elefant, Sofa. 3. Vor t ünd p steht immer f: Knospe, er liest. Ausgenommen smd Zusammensetzungen: Hausthür, Donnerstag, Phosphor. Man schreibt: angeniessener oder angemeßner, wässerig oder wäßrig. Man schreibt ferner: du reisest oder du reist; du reißest oder du reißt; du sitzest oder du sitzt; dagegen: der närrischste. 4. Man schreibt: Brennessel, Schiffahrt, Schnelläuffer; setzt jedoch ab: Brenn-nessel, Schiff-fahrt; dagegen mittag, mtt-tag. ch, sch, ß, pH, th gelten beim Abetzen als einfache Laute; ft bleibt immer ungetrennt; sonst 'ommt von mehreren Mitlauten der letzte auf die folgende Zeile. In einfachen Fremdwörtern gehören die LZautver- bindungen von b, p, d, t, g, k, mit l und! r in der RegeÜ auf die folgende Zeile (Pu-blikum, Hy-drant). Zusammengesetzte Wörter (deutsche und Fremde) trennt man nach ihren Bestandteilen: Em-pfangs-an-zei-ge, Mttkro-ftop. M« mo-sphäre. 5. Man schreibt: Schillers Gedichte, Voß' Luise. 6. Man schreibt: Ereignis, Hemmnis. 7. Man schreibt: studieren, abonnieren. Auch die neue Orthographie, die im übrigen auf das ganze deutsche Sprachgebiet sich erstreckt, läßt der Individualität noch viel Spielraum. DaS gitt insbesondere von der Schreibweise der mehr oder weniger eingebürgerten Fremdwörter. Die östreichische Berständiguugskonfereuz. In Wien ist am Samstag nachmittag die deutschböhmische Verständigungskonferenz zusammengetreten, an der sänttliche Delegierten der deutschen und tschechischen Parteien in Böhmen und Mähren, ausgenommen die Alldeutschen und die Tschechischradikalen, teilnahmen. Ministerpräsident Körber hielt eine kürze Ansprache, in der er ankündigte, die Regierung werde in dem für die Konferenz bestimmten Elaborate es unternehmen, zu einem Kompromiß zu gelangen. DaS Elaborat sei abänderungs- sähig. Die Agitation sei ohne sachlichen Hintergrund und die dadurch entflammte Leidenschaft habe ungleich mehr verschuldet als der Stand der Gesetzgebung. Lassen Sie uns mit Ruhe an die Arbeit gehen, und ruhig bleiben bis ans Ende! Der Ministerpräsident schloß: Rach einem ebenso loyalen wie schweren Kampfe wurde vor lvenigen Tagen zwischen beiden Regierungen ein neues llebemn- kommen über die Grundlagen der wirtschaftlichen Gemeinsamkeit Oestreichs und Ungarns für zehn Jahre erzielt. Die Verständigung über den Ausgleich der Interessen der beiden Staatsgebiete sei kein Triumph des einen über das andere, den keines von beiden hätte über sich ergehen lassen, triumphiert aber über beide und hat nur das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit und die Pflicht gegen die Monarchie. Wenn nun trotz der tiefgehenden gegenteiligen Strömungen die höheren Zwecke des Gesamtreiches in der alten Weise erreicht werden konnten, so muß es umsomehr möglich sein, der Schwierigkeiten Herr zu werden, die nun schon allzulange am Marke des diesseitigen Staates zehren. Wir müssen vorwärts und dürfen nicht immer wieder von dem einen Stein des Anstoßes ausgehalten werden. Das östreichische Parlament soll ein für allemal zur Erfüllung seiner Pflichten gelungen. Auch dafür giebt es eine letzte Stunde! Es muß geschehen imb darum bitte ich Sie: Lassen Sie es geschehen, vereinigen Sie Ihre Kräfte und räumen Sie den Stein des Anstoßes von unserem Wege! Die Vertteter der Parteien gaben später folgende Erklärungen ab: Funke erklärt Namens der Deutschböhmen, daß sie nur auf Grund der von ihnen erstatteten Vorschläge in die Verständigungsaktion eintreten können. Chiari erklärte: Die Deutschmähren wollen nicht gemeinsam mit den Böhmen verhandeln. Pacak erklärte, die Tschechen wollten die neuen Elaborate der Regierung abwarten. Ministerpräsident Korber steltt fest, daß die Beratungen über die böhmischen und mährischen Angelegenheiten in separaten Konferenzen stattsinden sollen. Aus den verschiedenen Stimmen glaube er als Grundton den Willen einer Verständigung heraushören zu sollen. Wo ein Wille, da sei auch ein Weg. Montag werden die Verhandlungen fortgesetzt. Der französische Senat. Am gestrigen Sonntag haben in Frankreich die Ergänzungswahlen zum Senat stattgesünden. Nurch den darüber vorliegenden Meldungen sind von 98 vorzunahwenden Wahlen jetzt 96 Ergebnisse bekannt, die eine starke Verbesserung für die Regierungspartei aufweisen. Bisher gehörten 46 Senatoren der Opposition und 50 der Regierungsmehrheit an. Bei den gestrigen Wahlen hat die Regierung 15 Sitze gewonnen, zwei verloren, es sind also gewählt: 63 Ministerielle und 33 Oppositionelle. In den Mederalpen ist die Wahl des Nationalisten Andrieux bereits angefochten, weil Andrieux vor.dem zweiten Wahlgang die falsche Erklärung verbreitete, daß mehrere republikanische Kandidaten zu seinen Gunsten zurückgetreten seien. Andrieux siegte Feuilleton. Die meist gelesenen Bücher des Jahres. In seinem Neujahrshefte teilt das „Litterarische Echo", Verlag F. Fontane und Co., Berlin, das Ergebnis seiner diesjährigen Umfrage nach den meist gelesenen belletristischen Büchern des Jahres mit. Von 96 deutschen Leihbibliotheken werden als die am meisten verlangten Bücher angegeben: „Jörn Uhl" von Gustav Frenssen (88), „Die Wacht am Rhein" von C. Viebig (40), „Cäcilie v. Sarryn" von G. Frhrn. v. Ompteda (31), „Die drei Getreuen von Gustav Frenssen (25), „Karl Heinrich" von Will). Meyer-Förster (20), „Quo vadis?" von H. Sienkiewiez (19). Danach stellt sich das Ergebnis folgendermaßen dar. Als meistgelesene Autoren wurden bezeichnet Gustav Frenssen 88mal, Clara Viebig 50mal, G. Frhr. v. Ompteda 47mal, Wilh. Meyer-Förster 23mai, Nataly v. Eschstruth 22rnal, Henryk Sienkiewiez 20mcll unter 96 Antworten. — In Mannheim nennt die Statistik der Leihbibliothek (von Brockhoff und Schwalbe) als die meist verlangten Bücher: Eschstruth, Die Bären von Hohen-Esp. Frenssen, Jörn Uhl. Marriot, Menschlichkeit. Ompteda, Cäcilie v. Sarryn. Viebig, Das tägliche Brot. Als das „Buch dieses Jahres" erscheint demnach Frenssens „Jörn Uhl", Vas ja auch unlängst schon in der ICO. Auflage erschienen ist. Aber jetzt schon ist recht zu beachten, w lch eine mächtige Strömung sich das tüchttge, aber doch wie von einer Laune und Mode der Meng: zu feinem, a ungeheuren Erfolg emporgetragene Buch zuwendet und wie eine wohlberechtigte Kritik von den Einsichtigen an den Schwächen des norddeutschen Erzählers geübt wird. Das Konrad Dreher-Jubiläum gestaltete sich in München zu einer großartigen Ovation für den urwüchsigen Humoristen und kernbraven Menschen. Der Hof, die Stadt- gemeinde, die Künstlerschaft, die Schriftsteller, die Theaterleiter, von nah und fern, die Kollegen des Jubilars wetteiferten in greifbaren Ausdrücken ihrer Sympathien. Und wenn neben dem Lorbeer auch Pokale und andere, ,Trinkgesäße als Spenden dienten, so ist das begreiflich; war es doch ein echt Münchener Familienfest zu Ehren eines all- beliebten „Münchener Kindls". Dreher, der an seinem Ehrenabend den „Mathias Gollinger" spielte, hielt am Schlüsse des Stückes eine drollige Tankrede. Ern neues Theater in Hamburg. An Stelle des Konzerthauses Hornhardt wird in St. Pauli ein neues großes Theater erbaut werden, das 1904 vollendet sein soll, und dessen Direktion Direktor Monti vom Karl Schulz- Theater übernimmt. Das Theater der Zentralhalle wird dagegen in ein Spezialttätentheater umgewandelt. Chr. Collin, Björnstjerne Björnson. Einzige berechtigte Uebersetzung aus dem Norwegischen von Cläre Mjoen. Band 1: Björnsons Jugend und Werden (1832 bis 1856). Litt zahlreichen Illustrationen. Verlag von Alber: Langen in München. Collins Biographie von Björnson ist das erste wil'euschaftlichc Lebensbild des großen I Menschenbildners und Lollsführers. Collin hat sich feit vielen Jahren mit Studien über Björnson und feine Zeit beschäftigt. Er hat beinahe alles gesammelt, was über Björnsons Leben und Dichtung an Ort und Stelle aufzuspüren war. Eine Fülle von mündlichen und örieflidjen Mitteilungen wirst über Björnsons Kinderjahre und Jugend ein neues Licht. Diese erste große Björnson-Biographie stellt sich als ein Quellenwerk ersten Ranges dar, unentbehrlich für den literarischen Forscher, und gleichzeitig als em höchst fesselndes Lebensbild, das jedermann mit dem größten Interesse lesen wird. Ter reiche Jllustrations- jchmuck erhöht den Wert des ausgestatteten Buches noch um ein bedeutendes. „Aus der Weltliteratur." Erlesene Gedanken in erlesener Sprache, gesammelt und geordnet von Leopold Auspitz (Egon Berg- und Paul Auspitz. Anhang: Geflügelte Worte. Verlag der r. t. Univerfltätsbuchhandlung Georg Szelinski, Wien L, Stephansplatz 6. — Wir geben einzelne Stellen des Buches zur Exemplifikation wieder: Jeder wünscht lang zu leben, niemand will alt werden. (Owift.) — Geschwister sind ja Schweigen und Verdienst. (Grillparzer.) — Wollen die Wilden in Louisiana Früchte haben, so fällen sie den Baum an der Wurzel. Dies ist die despotische Regierung. (Montesqieu.) — Gebeugt erst zeigt der Bogen seine ^raft. (Grillparzer.) — Wen das Worr nicht schlügt, ocn schlägt auch der Stock nicht. (So- krales.. — Sei wie die Eoloorange, die mit Süßigkeiten bettäuft den Mund, der sie verwundet. (Hamerling.) er des ** Au s dem Theaterbureau. („Ser Registra- or auf Reisen.") Edmund Schmasow vom Hoß und wie des Königs Georg hält auch heute an. Der heute mittag 12 Uhr ausgegebene Krankheitsbericht hat folgenden Wortlaut: Der König ist seit vorgestern Abend fieberfrei. Dre Nachtruhe war zwar durch Hustenanfälle noch mehrfach gestört, doch hat der König einige Stunden ruhig geschlafen. Der Appetit hebt sich langsam. Die Herztätigkeit ist zufriedenstellend. Karlsruhe, 3. Jan. Die „Karlsruher Ztg." erklärt halbamtlich die Meldung eines Münchener Blattes, ein Antrag des Staatsministeriums auf Zulassung von Klöstern liege dem Großherzog vor, für unbegründet. Stuttgart, 3. Jan. Der König begiebt sich, laut „Schwäb. Merkur", zum Geburtstagsfest des Kaisers nach Berlin. Straßburg, 3. Jan. Durch kaiserlichen Erlaß vom 29. Dezember vorigen Jahres ist der Staatssekretär Staatsminister v. Köller zum Kurator der Kaiser Wilhelm- Universität ernannt worden. Der Staatssekretär hat zu seinem Berichterstatter für die Bearbeitung der Kuratorgeschäfte .-den Ministerialrat Stadler berufen. ländischen Meere folgen, bei welcher der Kronprinz Rom andere Hauptstädte besucht. Der Besuch in Rom wird, die „ National-Zeitung" erfährt, nicht mit demjenigen deutschen Kaiserpaares zusammenfallen. Dresden, 4. Jan. Die Besserung im Befinden tragSkurS sind außer beim Hessischen Landwirtschaftsrar auch am Eingang in den Vortragssaal zu lösen. Der bisherige Umfang der Anmeldungen berechtigt zu der Annahme, daß ! auch der diesjährige Kurs in Mainz sehr stark besucht werden ’ dürste. „Orpheum" findet, wie aus dem Inseratenteil ' unseres Blattes ersichtlich ist, am Dienstag den 6. Januar > der erste Maskenball, verbunden mit Preisverteilung und Variete-Vorstellung, statt. Die täglichen Vorstellungen bieten ein abwechselungsreiches und gutes Programm; ganz besonders möchten wir auf die Leistungen des Mimikers Merkel aufmerksam machen. Ein Besuch des EtablisiementS kann nur empfohlen werden. — Maß- und Gewichtsrevisionen. Bei den in den Landorten des Kreises Gießen in letzter Zeit durch die Polizeiorgane vorgenommenen Maß- und Gewichtsrevisionen sind viele Geschäftsinhaber zur Anzeige gebracht worden, well sie versäumt hatten, ihre Maße, Waagen und Gewichte rechtzeitig aichamtlich prüfen zu lasten. Die meisten Anzeigen mußten erhoben werden, weil die Geschäftsinhaber ungeaichte Gläser zum Messen von Flüssigkeiten benutzten. Man ist vielfach der Meinung, daß in Gast- und Schankwirtschaften gesetzlich zugelassene Gläser mit einem aufgeätzten oder ein» geschnittenen Strich und der Jnhaltsbezeichnung genüge; dem ist jedoch nicht so, es müssen vielmehr alle Flüssigkeitsmaße, die im Geschäftsverkehr verwendet werden, mit einem Alch- stempel versehen sein. Auch Gastwirte haben gehörig gestempelte Flüssigkeitsmaße von einem zur Prüfung ihrer Schankgefäße geeigneten Einzel- oder Gesamtinhalt bereit zu halten, ihre Schankgefäße vor deren Gebrauch damit zu unter- suchen, auch die ihren Gästen und Kunden verabreichten Quantitäten nachzumessen, im Falle dies verlangt wird. ** Säbel oder Pistole? Auf die Eingabe der Studentenschaft (auch der hiesigen), die Einschränkung der Duelle zwischen Studenten und Offizieren betreffend, ist jetzt vom preußischen Kriegsminister eine Antwort eingegangen, in der er die „erfreuliche Tatsache feststellt, daß es durch beiderseitiges korrektes Verhalten im allgemeinen bisher gelungen ist, steundliche Beziehungen zu einander herzustellen und zu erhalten. Umsoweniger — heißt es weiter — dürste daher jetzt Veranlassung vorliegen, bezüglich etwaiger Zweikämpfe zwischen Offizieren und Studenten besondere Vereinbarungen zu treffen. Das Duell an sich ist gesetzlich verboten. Im Hinblick hierauf kann ich zu einer formellen Regelung der Art und Weise eines Zweikampfes nicht die Hand bieten." Sodann verweist der Minister auf die Verordnung über die Ehrengerichte, in der die Mittel angegeben seien, um (Streitigfeiten zu vermeiden. Im übrigen müsse es jedem überlassen bleiben, seine Ehre zu wahren, denn jeder einzelne sei der Träger und Hüter seiner Ehre. In der Einsetzung eines gemeinsamen Ehrenrates auf den Hochschulen zum Ausgleich von Ehrenhändeln würde indesten der Minister einen erheblichen Fortschritt erblicken. ** Vom Wetter. Man möchte aus der Haut fahren, wenn man nicht fürchten müßte, diese schrumpfte bei der nasten Witterung derart zusammen, daß man nicht wieder hinein könnte — wenn man an das höchst unangenehme Wetter der letzten Tage denkt. Das soll nun Winter fein I Statt kalter Stürme, statt Eis und Schnee tobte besonders gestern mittag Bä auf Bö mit gewaltigen Regenmassen im Gefolge durch die Straßen, alles spiegelblank waschend und die tiefer gelegenen Stadtteile einer gelinden Ueberschwemmung aussetzend. Man könnte versucht sein, zu glauben, daß die Frühjahrswetterkrisis bereits eingesetzt hätte; denn am Samstag stieg der Thermometer auf -j- 8,6° C., und am Sonntag betrug während der herniedergehenden Wasternrasten die Wärme noch immer 5 0 C. Da ist es denn auch kein Wunder, daß allerlei Krankheiten die nicht ganz wetterfesten Leute befallen, oder sie doch zwingen, still zu Hause zu sitzen und auf die nassen Straßen hinab- und zum trüben Himmel hinaufzublicken, eine Beschäftigung, die nicht jedermanns Sache ist. Also in der Familie bleiben oder in die Kneipe wandern, oder aber mit Kind und Kegel das Konzert oder ein sonstiges öffentliches Vergnügen besuchen . . . Gott sei Dank, daß man das wenigstens konnte. So vertrieb man sich gestern die Zeit, so gut es ging; und als dann die, schon während des ganzen Tages herrschende Dämmerung endlich in die Nacht überging, als die Lampen und Lichter erloschen, fuhr man mit dem Gefühl zu Baue, daß man selten so schön schlafen könne, als bei einem solchen miserablen Wetter. Draußen aber lösten sich die Stürme mit ihren stoßweise herniedergehenden Wassermaffen in einen sanften und dichten Regen auf, der auch heute noch anhielt. Eppertshausen, 2. Jan. Gelegentlich der letztem Feiertage gerieten mehrere junge Bürschchen von hier in einer Wirtschaft m Streit. Einer derselben biß im Verlaufe des- elben seinem Gegner einen Finger durch. Da er auch von einem Messer Gebrauch machte, ist Anzeige erstattet worden. g. Allertshausen, 3. Jan. Hier opferte in der vergangenen Neujahrsnacht ein 21 jähriger Bursche durch das Schießen mit einer Pistole seinen rechten Zeigefinger. Er hatte seine Pistole überladen, welche infolgedessen beim Ab- chießen sprang, und dabei zwei Glieder von dem Finger abriß und das dritte Glied zerfetzte. Der leichtsinnige Bursche mußte sofort einen Arzt aufsuchen, der die übriggebliebene Hälfte des dritten Gliedes auch noch entfernte. e. Bad Nauheim, 3. Jan. Am Neujahrstage ver- arb hier nach kurzem, schweren Leiden der Schriftsteller Wilhelm Wagner. Der „Wett. Anz." widmet dem Da- hmgeschiedenen folgenden Nachruf: „An seiner Bahre trauern nicht nur seine Angehörigen, sondern, wir dürfen wohl sagen, ganz Nauheim. Er war ein treuer Sohn seiner Vaterffadt und sein ganzes Dichten und Trachten ging darauf hinaus, Nauheims Ruhm zu verbreiten. Sein bedeutendstes Werk, die Chronik Nauheims, hat viel Anerkennung gefunden, und auch durch eine Reihe von dramatischen Arbeiten und kleineren Erzählungen, die fast sämtlich in Nauheim spielen, hat er sich einen guten Namen in der Schriststellerwelt gemacht. Als Korrespondent war er für eine Reihe von größeren Zeitungen tätig und als solcher emsig bemüht, die Augen der Außenwelt immer wieder auf Nauheim hmzulenkern Ganz besonders rühmend muß seine Tätigkeit als Leiter oc» Verkehrsbureaus hervorgehoben werden. Unermüdlich war er in diesem Amt und ganz gewiß ist seiner regen ^augkeu ein wesentlicher Teil des Aufschwungs zu verdanken, den mit heyn Stimmen über bat Raöwrlerr Arbbard. Zu den Gewählten gehören, "ferner Ministerpräsident CombeA, welcher seinen bischerigen Sitz in Charente inferieure mit Zweidrittel-Mehrheit behauptete, aber gleichzeitig auch in Corsica an Stelle des auf eine Wiederwahl verzichtenden Hebrand gewählt ist. Fincuizminister Rouvier ist in den Seealpen gewählt. Wiedergewählt sind Pehtral, Pauliat und Maurice Henri' Ricard, dagegen ist der frühere Minister des Aeußern Gabriel Hanvtaux durch gefallen; es fehlten ihm über 200 Stimmen. In den Departements Finistöre uni> Cotes du Nord behaupteten die Reaktionäre ihre zehn Sitze, darunter Admiral Cuverville und Prevost de Launay. Unterlegen sind der Radikale Joseph Fabre und der Gemäßigte Rambaud, ehemaliger Minister unter Msliue. Gießen, den 5. Januar 1903. ** Der Abdruck des von uns iu der letzten Nummer des Gieß. Anzeigers augekuudigteu RomauS vou B. M. Croker „Siue vrrhäuguisvolle Fahrt" muß leider hinaus, geschoben werden, da iu letzter Minute und, nachdem der Kontrakt bereits abgeschlossen war, Schwierigkeiten mit den Autoren entstanden find. Wir bitten unsere Leser, diese Verzögerung zu entschEgeu. ** Hofnachrichten. Die Hinreise S. K. H. des Groß Herzogs nach Indien hat sich sehr günstig gestaltet. Emer soeben in Darmstadt eingetroffenen brieflichen Meldung von der Reise aus Aden, 21. Dezember 1902, entnimmt die „Darmst. Ztg.": „S. K. H. der Großherzog sind heute 4 Uhr nachmittags nach sehr guter Reise hier angekommen und werden nach wenigen Stunden Aufenthalt die Reise nach Bombay fortsetzen. S. K. Hoheit befinden sich im besten Wohlsein. Die gewöhnliche Hitze bei der Fahrt im Roten Meer wurde durch günstigen Wind sehr gemildert. ** Der Zweiten Kammer ist ein Antrag der Abgeordneten Erk und Bähr, betreffend Verlegung der Haltestelle Ranstadt an der Linie Gießen—Gelnhausen zugegangen. Der Antrag geht dahin, „die Großh. Regierung zu ersuchen dahin zu wirken, daß die Haltestelle Ranstadt an der Oberheflischen Eisenbahn an die Straße Ranstadt—Ober- Mockstadt, nahe dem Bahnübergang verlegt werde". -Eisenbahnunfall. Die beim Ausladen von Kleinschlagmaterial aus Wagen eines Arbeitszuges vor der Einfahrt in den Bahnhof Gießen (Oberhessischer Teil) beschäftigten Arbeiter Bonarius (Vorarbeiter) aus Großen-Buseck und Schäfer aus Wieseck wurden durch eigene Unvorsichtigkeit von dem im anderen Gleise fahrenden von Gelnhausen kommenden Personenzuge erfaßt und so schwer verletzt, daß der eine (Schäfer) — nach Verbringung in die Klinik — alsbald seinen Geist aufgab, der andere schwerlich mit dem Leben davonkommen wird. ♦* Besitzwechsel. Die Besitzung der Geschwister Körner, Neustadt 71 (Körners-Garten an der Westanlage) ging durch Kauf für 60 00u Mark an den Bauunternehmer Winn über, welcher das große Gelände baulich ausnutzen wird. Durch diesen Besitzwechsel ist der Gedanke, von der Westanlage nach der Bahnhofstraße eine weitere Querstraße zu schaffen, em weiteres Stück vorangekommen. ♦* Tierschutzverein. Tie 28. ordentliche Hauptversammlung des Tierschutzvereins für das Großherzogtum Hessen ist Mittwoch, 18. Februar, nachmittags 2 Uhr, im Saale des „Schützenhofes" zu Erbach u O. mit folgender Tagesordnung: 1) Protokoll! der letzten Hauptversammlung 2) Rechenschaftsbericht für 1902. 3) Rechnungsablage für 1901. 4. Kassenbericht für 1902. 4) Voranschlag für 1903. 5) Anträge des Anschusses. 6) Etwaige Anträge der Mitglieder. 8) Vortrag M Herrn Lehrer Schäfer aus König: ,L»as muß geschehen, um die nützlichen Vögel besser zu schützen?" D. Der Lokomotiv-Beamten-Verein Gießen beging am Samstag abend im Leib'schen Saale sein siebentes Stiftungsfest. Die Feier begann mit einer Ansprache des Präsidenten, Herrn Dotzenrodt. Er gab zunächst feiner Freude über die zahlreiche Beteiligung, namentlich auch eitens der Vorgesetzten, Ausdruck und ließ fobann die wichtigeren Ereignisse des verflossenen Vereinsjahres Revue paffieren. Redner schloß mtt einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Bauinspektor Schmidt dankte hierauf namens der Gäste für die freundliche Einladung, der alle um so reudiger gefolgt seien, als die Grundsätze und Haltung des Vereins von ftüheren Jahren her in bestem Rufe stünden. Das im Programm vorgesehene lebende Bild mußte leider wegen Erkrankung mehrerer Mitglieder wegfallen, dafür ent» chädigten die Festteilnehmer ein elegant und effektvoll durchgeführtes Theaterstück: „Veni, Vidi, Vici“, das den Mitwirkenden alle Ehre machte, sowie einige Kouplets des Herrn Straub, die reichen Beifall fanden. Ein Ball bildete den Abschluß des ftohen und amüsanten Abends. Ausland. Rom, 4. Jan. Hier cirkulieren neuerdings ungünstige Gerüchte über das Befinden des Papstes. Derselbe soll an großer Schwäche leiden und haben deshalb gestern allgemeine Audienzen nicht stattgefunden, es wurde lediglich Kardinal Rampolla empfangen. — Wie im Vatikan versichert wird, hat Prinz Max von Sachsen die Weisung erhalten, vorläufig weitere Versöhnungspersuche zwischen dem sächsischen Kronprinzenpaare zu unterlassen, damtt die Tätigkeit des vom Könige eingesetzten Ehescheidung^gerichtes nicht gestört werde. Paris, 4. Jan. Gelegentlich des Neujahr empfang es dementierte Waldeck Rousseau feinen Freunden gegenüber das Gerücht, wonach er beabsichtige, die Zügel der R^ geirung wieder zu übernehmen. — Eva Humbert hat in ben letzten Tagen zahlreiche Heiratsanträge erhalten'. Tie Briefe wurden ihr durch Vermittelung des Untersuchungsrichters zugestellch, Konstantinopel, 4. Jan. Man glaubt im Palais nicht an die Aufrichtigkeit der Wartungen des Grafen Lamsdorfs an die Balkanstaaten, sondern scheint den Ausbruch von ernsten Unruhen in den nächsten' Monaten £u erwarten. Ein geheimes Zirkular wurde an alle Valis und Militärkommandanten von Anatolien versandt, marin ihnen befohlen wurde, die Bevölkerung und die Soldaten auf die Möglichkeit eines Krieges vorzubereiten. Ein Zeichen ibcr Stimmung der Bevölkerung in Maeedvnien ist, daß in Ueshueb die Anschläge des Bali mit der Aufforderung an Christen und Türken, sich zum (Eintritt in das Polizeikorpö zu melden, überall weggerissen wurden und die türkische Bevölkerung den Konco5 'bedrohten. Deutsches Deich. Berlin, 4. Jan. Der Kaiser sprach geftem morgen beim Reichskanzler vor unb hörte später un königlichen Schlosse den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts. Bor der Mittagstafel empfing der Kaiser den Oberstleutnant Frhrn. v. (£nbe, der die Orden seines verstorbenen Schwagers des« Geheimrats Krupp zurückaab. — Der Verein preußischer VolkSschullehre- ritrnen trat gestern in Berlin zu einer Sitzung zusammen, die aus allen Provinzen sehr zahlreich besucht war. Nach eingehenden Referaten wurde eine Reche von Leitsätzen angenommen, die die Notwendigkeit einer besseren Besoldung der Volksschullchreriwnen betonen. U. a. wurde verlangt, daß alle GrundgeMter, die unter 77 Prozent vom Lehrer- grundgehalt stehen, zu erhöhen und die Grundgehälter von 700—800 Mark an der Hand der örtlichen Teuerungsverhältnisse dahin zu prüfen sind, ob dieselben überhaupt eine ausreichende Ernährung ermöglichen. Die Aäietsentschädi- gung soll so hoch bemessen werden, daß sie der Lehrerin Die Führung eines eigenen Haushaltes ermöglicht. — Der Bundesrat genehmigte in der letzten Sitzung die Ausschußberichte über die Etatsentwürfe für den Reichshaushaltsetat pro 1903, 1. über den allgemeinen Pensions- sonds, 2. für das Reichsmilitärgericht. Gleichfalls genehmigt wurden die Ausschußberichte über die Entwürfe der Etats der Marineverwaltung, der Verwaltung des Reichsheeres, des Reichsamts des Innern, der Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung und des Reichsschatzamts zum Reichshaushaltsetat für 1903. "— In der Wandelh alle des Reichstags fand am Samstag, ein Festabend des Vereins Berliner Presse zum Besten feiner Wohltätigkeitskassen statt, an dem u. a Prinz Joachim Albrecht von Preußen, General von Hahnke, Landwirtschaftsminister von Podoielski, Handelsminister Möller, der Staatssekretär des Reichsschatzamts von Thielmawn, Staatssekretär Ätätfe, Präsident Graf Ballestrem und viele Offiziere des, Heeres/ der Marine und der Schutztruppen teilnahmen. Während der erste Teil des Wends rein künstlerischen Darbietungen gewidmet war, darunter Kompositionen des Prinzen Joachim Albrecht, wurde der zwette Teil durch ein Promenadenkonzert ausgefüllt. — Die Rückkehr der deutschen Truppen. Das Wolff'sche Bureau meldet aus Shanghai vom 2. Jan.: Unter lebhafter Teilnahme der deutschen und übrigen auswärtigen Niederlassungen, sowie der Konsulate und sämtlicher Behörden erfolgte heute nach einer Ansprache des Generalkonsuls Knappe die Einschiffung der letzten deutschen Truppen. — Der'angekündigten Reise des Kronprinzen nach Petersburg wird im Frühjahre eine Seereise im mittel- theater in Kassel gastiett am Dienstag hier zum zweiten und letzten Male als „Cäsar Wichtig". — Die „Berliner Börsen-Zeitung" schreibt am 6. Juli 1901 über Herrn Schmasow: Im Theater des Westens feierte man gestern abend ein sehr vergnügtes Wiedersehen. Einer unserer liebsten Bekannten und zugleich einer der lustigsten Gesellen aus den besseren Tagen der Berliner Lokalposse, „Der Registrator auf Reisen", machte dott dem Publikum nach längerer Zeit wieder einmal seine Aufwattung, und sein behäbiger Humor erweckte wieder, wie ehemals, den lauten Jubel des vollen Hauses. „Der Registtator auf Reisen" darf in der Tat zur Kategorie jener nicht gerade sehr zahlreichen älteren Lokalpossen gerechnet werden, die Farbe gehalten haben. In der gestrigen Aufführung wenigstens waren dem alten Herrn seine etwa 30 Jahre nicht allzu sehr anzumerken. Der harmlos muntere Witz und die etwas derbe aber ungesuchte Situationskomik, die ihm von seinen beiden Vätern, den Herren Gustav Moser und Adolf L'Arronge, auf seinen Lebensweg mitge- geben worden sind, wirkten gestern beinahe noch ebenso frisch und unmittelbar, wie in den Jugendjahren des Registrators, die bekanntlich in die Glanzzeit des Wallnertheaters fielen. Des alten Helmerding prächtigen „Registrator Wichtig" wird, wer ihn gesehen, gewiß heute noch im Gedächtnis haben. Auch Herr Edmund Schmasow, der gestern im Theater des Westens den Wichtig gab, scheint Helmerdings Registrator wohl gekannt zu haben. Wenigstens erinnert fein Gestenspiel und auch seine GesichtSmimik mehr als einmal ganz an die Art des alten Helmerding. Daneben aber gab es an Herrn Schmasows Registrator doch viel Eigenes und Originales zu öelachen, so namenttich im zweiten Akt, wo Cäsar Wichtig ich einen kleinen Haarbeutel zulegt. So ein gemütlicher „Schwips" läßt sich kaum drastischer und natürlicher veran- chaulichen als das gestern Herrn Schmasow gelang, der sich dabei von jeder Uebertreibung fern hielt. ** VortragSkurs für praktische Landwirte in Mainz. Die Eröffnung des Kurses findet Mittwoch, den Januar d. I., vormittags 9.15 Uhr, im großen Konzertaal der Mainzer „Liedertafel" (Große Bleiche) statt. Der Beginn der Votträge ist für alle Vortragstage (vom 7. bis 10. Januar) auf 91/» IW festgesetzt. Karten für den Vor- Nauheim im letzte» Jahr genommen hat^. Der verschied«» ist auch den Lesern deS »Gieß. Anz." seit langem durch seine zahlreichen Feuilletons und Nauheimer Lokalberichte bekannt. — Wagner erreichte ein Alter von 41 Jahren. Möge er in Frieden ruhen! a. Friedberg, 4. Jan. Zur Wiederherstellung des der israelitischen Religionsgemeinde gehörigen JudenbadeS hat die Stadtverordnetenversammlung einen Betrag aus der Stadtkaffe bewilligt, da die disponiblen 6500 Mk. bereits aufgezehrt sind. Man hatte schon im Vorsommer 1902 unter Lettung des Architetten Kratz mit dem Aufbau dieses Kunst- denkmals begonnen. AuS einer Jahreszahl, die man in einer Nische fand, geht hervor, daß das Bauwerk um 1250 entstand. Bis Herbst gedenkt man mit den RenovrerungS- arbeiten nebst Gebäude fertig zu sein, und alsdann das Kunstdenkmal dem Publikum gegen Erhebung von Eintrittsgeld zu öffnen. 1. Bad Salzhausen, 2. Jan. In diesem Jahre soll nun das so lang ersehnte Bade Haus erbaut und damit einem dringenden Bedürfnis abgeholfen werden. — Das Braunkohlenmerk Bad Salzhausen hat heute seine sämtlichen Anlagen, wie Hallen, Maschinen-Anlagen und alle anderen Gerätschaften öffentlich meistbietend an Ort und Stelle versteigert. Der Erlös betrug 2700 Mk. Der Gedanke einer Wiederinbetriebsetzung des Werkes ist endgllttg •aufgegeben. Darmstadt, 4. Jan. Vorgestern starb hier in dem hohen Aller von 92 Jahren der Kgl. Preuß. Reg.-Rot a. D. Otto Klingelhöffer. Der Verstorbene ist auch publizistisch tätig gewesen. Eine Broschüre, die er im Jahre 1896 über das Reichswahlgesetz in dem Bergsträßerschen Verlage veröffentlichte, forderte eine ttefgreifende Reform des allgemeinen direkten Wahlrechts. Aus derselben geht u. a. auch hervor, daß der Verfaffer in Frankfurt seinerzeit Gelegen - hett gehabt hatte, „einen verstohlenen Blick in das Laboratorium des jungen Bismarck-Schönhausen zu werfen". Auch die chm im Tode voraufgegangene Gattin ist schriftstellerisch tätig gewesen und veröffentlichte im Jahre 1895 ein „Tage- Gerichtssaal. ed. Darmstadt, 4. Jan. Strafkammer vom 3. Jan. Der Taglohner Heinrich W. in Gießen wurde wegen verschiedener Diebstahle mit lOMonatenGefängrriL bestraft, von welchem ihm, in Anbetracht seines Geständnisses 1 Monat angerechnet wird. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Für 1903 ist die Dividende der LÜ b a u er B ank aus 5 pEt. (L V. 4 V, pEt.) zu schätzen. — Der Dimdendenschem 91c. 6 der Adlerbrauerei vorm. Rudolf Dorst, Düsseldorf, wird von jetzt ab mit 4 p(£t — 40 Mk. pro Aktie emgelöst. — Die nächste Ziehung der Holländ. Kommunal- Kredit- 100 FL-Lose von 1871 findet am 15. Januar 1903 statt. Märkte. ko. Frarttfnrt a. M., ö. Jan. (Telegr. Qrig.-Bericht des ^Giest. Anz.^). Amtliche Scotierungen der heutigen Viehmarkl- preise. Zmn Verkaufe standen: 375 Ochsen, 134 aus Oesterreich, 27 Bullen, 1 aus Oestreich, 645 Kühe^ Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oestreich, 304 Kälber, 183 Schafe und Hammel, 1013 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schastammer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht : Ochsen l.Qilalität 70—72 Mk., 2. Qual. 65—67 Mk„ 3. GuaL 61—64 Mk.; Bullen 1. Qual. 63 bis 65 9)tt., 2. Qual. 59—61 Mck.; Kühe 1. Qual. 62—64 Att., 2. Qual. 58—60 Mk., 3. Qual. 47—19 Wck, 4. Qual. 42-44 Mk., 5. Qual, 00—00 Mk. Kälber: 1. Qualität78—80 Pfg., Lebendgewicht 47—48 Pf., 2. Qual. 70—71 Pfg., Leberrdgewicht 42—44 Pfg., Schlachtgewicht 58—62 Pfg., Schafe: l.Qual. Schlachtgewicht 64—66 Pfg., 2. Qual. 59—61 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 66 Pfg^ Lebendgewicht 52 Pfg., 2. Qual. 64—65 Pfg., Lebendgewicht 51—00 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.. Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut; alles verkauft. to. Frankfurt a. M., 5. Jan. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amlliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen All. 15.75—00.00, Kurhessischer Mk. 15.75—00.00, La Plata Mk. 17.00—17.25, Kansas Mk. 17.00—17.25, Roggen (hiesiger) Mark 14.50—00.00, Gerste (Wellerauer) Mk. 15.00—16.00, Franken- selber Mk. 00,00—00.00, Hafer Mk. 14.75—15.00, Mais All. 14.50—00.00, Weizenmehl 0 Äck. 25.50—25.75, 2. Qualllät Mk. 23.50 bis Mk. 23.75, 3. Qualllät All. 21.50—21.75, Roggenmehl 0 Mk. 23.00—23.75, 1. Qualllät Mk. 21.75—22.25, Weizenkleie Mk. 9.00 bis All. 0ll)0, Roggenkleie Mk. 9.50—10.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis Mk. 10b0, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. buch einer Frau" bei 2L Twietemeyer in Leipzig in französischer Sprache, F, Mainz, 5, Jan. (Eig. Drahtber.) Der Weinhändler Kern, der kürzlich einen Selbstmordversuch machte, befindet sich, entgegen einer Meldung der ,Frkf. Ztg.", auf dem Wege der Besserung. Es werden ihm ca. 36 Gelddiebstähle, die in die Tausende gehen, zur Last gelegt; vorwiegend soll Kern seine Freunde bestohlen haben. Mainz, 3. Jan. Zu einem Händler mit Feuerwerks- 3m kam gestern abend ein Junge und kaufte sich für einige Pfennige einen „Frosch". Der Junge ite das Ding an, aber anstatt es auf die Straße zu werfen, warf er es in die Kiste zurück. Im hatten sich die anderen Feuer wer kskürper entzündet und mit einem furchtbaren Krachen, Sprühen und Knistern hüpften die Frösche durch den Laden. Zum Glück passierte Wetter nichts, aber „ausverLaust" hatte der Geschäftsmann. — Einem hiesigen Buchbinder wurde gestern abend auf der Treppe seiner Wohnung von einem Unbekannten zum neuen Jahre gratuliert. Er griff in die Tasche itnb gab dem Mann nach feiner Meinung 2 Pfg. Er mußte aber später die Wahrnehmung machen, daß er sich vergriffen und dem Gratulanten ein 20 Markstück gegeben hatte. st. Marburg, 4. Jan. Gestern tagte hier eine von ca. 100 Landwirten auS den Kreisen Marburg und Kirchhain besuchte Versammlung. Man besprach die Frage, in welcher Weise sich wohl geeignete Abänderungen der Prä- miierungsmetoden bei Viehschauen schaffen ließen. Ein Antrag, die zur Hebung der Viehzucht bewilligten staatlichen Gelder zur Beschaffung von gutem Zuchtvieh zu verwenden, fand Ablehnung, dagegen war man damit einverstanden, daß die Bezirksschauen gehoben, die Stallschauen zu empfehlen und die Lokalschauen, da wo es besonders angebracht ist, beizubehalten seien. Im Mai soll in Marburg wieder der große Provinzialsaatmarkt stattsinden. — Der neueste Universitäts-Adreßkalender zählt 6 ordentliche Pro- fefforen der Theologie, 6 der Jurisprudenz, 12 der Medizin, 2o der Philisophie, ferner 15 außerordentliche Professoren und 31 Privatdozenten auf. Außerdem wird noch ein Honorarprofessor und ein zum Halten von Vorlesungen Berechtigter aufgeführt. Familien Nachrichten. Gestorben: Heinrich Dietz, ev. Pfarrer i. P., Beerfelden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag den 5. Jannar, abends 8 Uhr: Bibel st unde im Konftrmandensaale der Johanneskirche. Text Psalm 115. Pfarrer Eule r._____ Neueste Melöungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger. Berlin, 5.Jun. In. der Nacht zum Sonntag wurden an den Sandstein-Figuren am königlichen Mar stall und auf der Kaiser Wilhelm-Brücke einzelne Tette abgeschlagen. Von den Thätem fehtt jede Spur. — Aus Breslau wird telegraphiert: Bei der Treibjagd auf dem Gras Seidlitz-Sandretzkrschen Revier wurde ein 16jähr. Treiber von dem Grafen Scherr-Theß erschossen. Der Treiber war dem Grafen direkt vor die Mündung deö Gewehrs gelaufen. Er erhielt die ganze Schrotladung in den Hinter köpf. ran2f urt a. M., 5. Jan. In der Nähe von Unter* liederbach wurde gestern abend ein zwölfjähriges Mädchen von einem jungen Manne überfallen, vergewaltigt und schwer verletzt. Das Mädchen konnte sich noch bis zum Ort schleppen, von wo es in das Krankenhaus zu Höchst überführt wurde. Ter Thäter ist entflohen. Nürnberg, b. Jan. Während der gestrigen Kinder-Vorstellung im hiesigen Stavttheater entftanb eine große Panik. Als die Feuerwehr vorüberfuhr, um einen kleinen Brand zu löschen, rief jemand auf der Galerie: Es brennt Ein ungeheurer Tumult entstand im ganzen Hause und auch unter den aus Kindern bestehenden Darstellern. Erst nach geraumer Zeit gelang es, die Ruhe wieder herzustellen, doch konnte die Vorstellung nicht fortgesetzt werden, weil die .Hauptdarsteller die Flucht ergriffen hatten. London, 5. Jan, Wie „Daily Mail" meldet, hat General Viljoen das Kommando über die Buren angenommen, welche an dem Feldzuge im Somalilande teil* nehmen wollen. London, 5. Jan Aus Mukden wird berichtet, daß die Russen begonnen haben, der chinesischen Regierung die kaiserlichen Paläste wieder einzuräumen. Paris, 5. Jan. Ein Privattelegramm des ,^Dtatin" aus Caracas meldet: Trotz des Erfolges der Revolution und trotz der schlechten Zustände der Finanzen erscheint ein Rücktritt Castros unwahrscheinlich. Tie Lage der Regierung hat sich aber verschlechtert. Bekanntmachung In das hiesige Handels- registerwurde heute eingetragen, daß die Firma „J.H. Schneider" 'zu Gießen erloschen ist. 231 Gießen, 31. Dezember 1902. Großherzogliches Amtsgericht. Mittwoch, den 7. d. Mts. nachmittags 2 Uhr toeröen im Bieter'schen Saale versteigert: * Vertikow, 1 Sofa- 1 Regulator, L Nähtisch, 1 Blumentisch, ein Versteigerung. Dienstag den 6. Januar, nachmittags 3 Uhr, versteigere ich Neustadl 55 dahier Herren- und Damen-Stiefel und -Schuhe, sowie Arbctter-- schuhe, Möbel aller Art und andere Sachen. 208 Born, Gerichtsvollzieher. Statt. Schlachthaus. Freibank. Morgen: 240 AAfieW 56 M Wahrend der Marktzeit findet der Verkauf des Fleisches in der Großschlachtviehhalle stall. Bestes beschenk! 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Die „Wiener Neue Freie Presse" erfährt von einer Persönlichkeit, die über die Verhältnisse am sächsischen Hofe unterrichtet ist, daß der Hof entschlossen sei, in der Afffaire der Kronprinzessin Louise zunächst eine abwartende Stellung einzunehmen, bi# die Kronprinzessin ihre eigene Situation anders auffaßt alö bisher, und selbst Wünsche hegen werde, in eine neutrale Stellung zu gelangen. Man wolle sie die Folgen ihres Schrittes nicht schwerer fühlen lassen, als es unvermeidlich sei und angeblich wolle man ne in eine Isolierung bringen, in der ihr Wunsch erfüllt werden könnte, zeitweilig ihre Kinder zu sehen und mit ihnen zu verwehren. Sie solle ein völlig abgeschiedenes Leben führen, aber weder in einem Kloster, noch in einer Irrenstanstillt, sondern in einem ruhigen Aufenthaltsort außerhalb SachsenL, aber nahe der sächsischen Gren-e. Man hofft, die Kronprinzessin werde, sobald durch die von ihr geschaffene Situation für sie der Zwang dazu eintrete, durch eine vermittelnde Persönlichkeit die BellrgunA der unhaltbaren Zustände an streben, wobei üjr keine Hindernisse bereitet werden sollen. Achern, 5. Jan. Ter 40jährige Friedrich Katt, Kassierer an der hiesigen Vorsch ußkafse, welcher seine Wohnung mit derjenigen seines Vaters und seiner zwei, Schwestern teilte, schoß in einem Anfall von Tvbftuht auf seine Angehörigen mit einem Revolver. 'Das Dienstmädchen erhielt zwei Schüsse in den Arm und flüchtete.. Tie anderen, der Vater ausgenommen, retteten ftch durch, das Fenster. Der 70 jährige Vater des Tobsüchtigen konnte nicht mehr ins Freie gelangen. Als die Polizei ins Hans eindrang, fand sie den alten Mann mit durchschossener Brust tot auf dem Boden liegen. 'Der Mörder wurde verhaftet. Er war wegen Geistesgestörtheit schon einmal mehrere Monate in der Jmmenau. Der erschossene Vater war eine Reihe von Jahren Bürgermeister in der hiesigen Stadt und langjähriges Mitglied des Lreisausschpsses Baden. Washington, 5. Jan. Wie versichert wird, beabr sichtigt der Kriegsmini ster Root feine Demission yi geben. Zum Ackichfolger soll der Gouverneur Taft aus- ersehen sein. — Tie Blätter sind der Ansicht, daß die Nachrichten der amerikanischen Bresse über eine bevorstehende» Demission Castros unbegründet sind, obgleich sich die Lage verschlimmert habe. T a n g e r, 5. Jan. Tie amtlichen Meldungen aus lauten beruhigend. Der Prätendent hat seinen Sreg nicht ausgenutzt und ist nach Tazza zurückgekehrt. Der Sultan hat seinen Bruder aus MekineS kommen lassen, um die Nachricht zu dementieren, der Prätendent wolle demselben zum Thron verhelfen. Diese Maßnahme hat das Ergebnis gehabt, daß die umliegenden Stämme ihre Untex« luerfung an gezeigt haben und den Prätendenten befchuldigM, er sei ein Bttrüger. Tanger, ö. Jan. Der Sultan bereitet eine starke Expedition gegen die Insurgenten vor. ------ ■ Telephonischer Kursbericht jb'rankiurt *. XL, 5. Januar 1903. 81/a°/o Reiohsanleihe . , 102.45 8°/o do. ... 91.70 3VW% Konßols «... 102.25 3»/o do......91.85 81/a% Hessen .... 102.20 3% Oberhessen . . . 99.80 4% Oesterr. Goldrente . . 103.45 4%% Oesterr. Silberrente 101.55 4% Ungar. Goldrente, . . 101.70 40/j Italien. Rente . . . 103.30 Portugiesen . . . 49.40 30/, Portugiesen.....31.40 1% C. Türken .... —.— Türkenlose ...... 123.80 4% Griech. Monopol.-AnL 44.60 4Vt% äussere Argentiner 8% Mexikaner .... 24.90 4,/s% Chinesen .... 91L0 Electric. 80hackert . . , 79.90 Nordd. Lloyd . . . , 99.60 Ki-editaktieu .... 218.80 Diskonto-Kommandit. . . 191.70 Darmstädter Bank . . . 135.90 Dresdener Bank . , , . 146JJ0 Berliner Handelsges. . . 159.— Oesterr. Staatsbahn . , . 149.— Lombarden.....16.60 Gotthardbahn ..... 179.00 Lanrahütte ...... 213.50 Bochum ....... 180L0 Harpener......16Ü25 Tendenz; schwäober. Jupiter Pluvius t)at sett einigen Tagen seine Schleusen geöffnet, und das ungesunde naffe Wetter hat auch in unserer Stadt em erhebliches Steigen der Krankerrziffer hervorgerufen. Wer unbedingt hinaus muß, bleibt innerhalb seiner vier Wände, und zu bedauern sind nur unsere Kleinen, die bei diesem Wetter tag«, täglich verschiedene male den Weg zur Schule machen müffen. Eine wahre Wohltat für diese find die wafferdichten Schülev-KapeS/ die die Firma Markus Bauer dahier als Neuheir in ben Handel bringt. DieKapes sind außerordenllichzweckmäßlg, bedecken, den Körper, Schuller biS zu den Hüften, vollständig, das himm-, lische Naß riesell an chnen herunter, ohne dem jugendlichen Organismus Schaden bringen zu können. Erkältung und Influenza bleiben fern. 239 Simons-Brot Roggen-, Weizen- und Hewürz-Arot leicht verdaulich, gut bekömmlich und sehr nahrhaft, wöchentliche dreimal ftisch bei 220 Markt 21. A. & 6. Wallenfels. Telephon 46. M. 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