Zweites Matt. LL3. Jayvgang GiehenerAnzeiger General-Anzeiger 67 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen dlePost ütertel* ja fort außldjl Vestellg. Annahme von Anzeigen füi Oie tageßnummee bis öoruxiiiugfl 10 Uhr. ßetton prrt»i Urtat außipäctfl 80 iifg. ÖttnaiweclHdb ’Öt den irvlti. an» augern, Tetl U ÖUtte; iüc .Stcrvt imb tiantr und ^OenchrSjacU*. Auaust Götz, tüi den An- ietqentetl: $>an« Beck. Mittwoch 4. November 1 SOS _ Ve-agSpretS» E) «wnulNch7dPw viertel- v . . jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- a. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch Kr. 2859 Srschetut täglich auher Sonntags. Dein GiehenerAnzeiger werd«» im Wechsel mit dein hessischen Landwirt die Stehener Kamillen» blätter viermal tu der Woche beigelegt. FroralwnSdruct u. Ber» lag bet Brüh 1'scheu Ünwerl.-Buch- u. Stein* brudevei (Pretjch ttvben) Äetrotttxm, fcpeOUton aut Drucke reu Ochvlprabe f« Adresse lür Depeschen: Anzeiger Gießen. ^crutprtd)an1d)hiß Ar 61. Ate Heutige Yummcr umfaßt 10 Seite«. Aer Kaiser iu Komburg und Wiesöadeu. Ter Lais er traf, tote wir bereits gestern kurz mit- teilten, am Drens tag vormittag 9 Uhr in Homburg v. d. H. ein und begab sich mit dem Reichskanzler Ovalen Bülo to und großem militärischen Gefolge nach der Saalburg. Hier wurde er vom Geh. Baurat Jacobi empfangen, der dem Kaiser die inzwischen ausgeführten Arbeiten erklärte. Der Kaiser sprach sich höchst anerkennend iiber den raschen Fort- schritt aus und besichtigte hierauf die im Innern des Prätoriums gelegenen Hypokausten. Hier hatte man eine Sammlung von gut erhaltenen römischen Fundstücken (Bronce), dem Fürsten zu Wied gehörig, ausgestellt. Auch legte hter Lanbrat Eppinghaus dem Kaiser einen Plan vor, wonach die von Oberursel nach Homburg führende Chaussee neben das Geleise der Bahn gelegt to-erben soll, um ein Durchschneiden der Bahn oder Chaussee zu vermeiden. Dann tourt)e die in der linken Halle des Prätoriums ausgestellte Sammlung des Fürsten zu Wied, bestehend aus Ton-, Eisen- und Glasfunden, in Augenschein genommen. Sämtliche Funde sind aus dem Kastel Nieder- d leb er bei Wied. Hierauf erfolgte die Besichtigung der bei der jüngsten Ausschachtung eines Brunnens gefundenen eichenen Lanzenschafte. ' Eine kleine Nachbildung derselben in ihrer ursprünglrchen Form wurde dem Kaiser als Geschenk durch den Geh. Baurat Jacobi überreicht. Landesgeologe Baron von Reinach welcher auf Wunsch des Kaisers anwesend war, erläuterte die Wasserversorgung auf der Saalburg zu römischer Zeit. Dann unternahm der Kaiser noch einen Rundgang durch das gesamte Kastel und erklärte hierbei mehrfach seiner Umgebung die einzelnen Gebäulichkeiten. Um HV2 Uhr verließ der Kaiser die Saalburg und begab sich per Wagen nach der Bahn, wo um 12 Uhr die Weiterreise nach Wiesbaden erfolgte. Der Kaiser horte auf der Fahrt den Vortrag des Reichskanzlers. Mit viertelstündiger Verspätung traf der kaiserliche Sonderung in Wiesbaden ein. Mit dem Kaiser kamen auch Reichskanzler Graf Bülow, Hof- macschall Graf Eulenburg und der Hausminister v. Wedel an. Ferner befanden sich in Begleitung des Kaisers außer dem militärischen Gefolge der Ches des Zivilkabrnetts von Lukcmus, der Chef des Militär-Kabinetts Hülsen-Häseler und der Ches des Marinekabinetts von Senden-Bibran. Aus dem Aahnho,e waren zum Cmpsang der Minister des Innern Frecherr v. Hammerstein, der Kommandeur des 80. Jnscm- terie-Regiments von Gersdorss, Flügel-Adjutarrt Oberst von Jacobi und Polizeipräsident von Schenck erschienen. Der Kaiser hatte auf bem Bahnhose mit dem Minister von Hamm er st ein zunächst eine längere, anscheinend sehr eingehende Unterredung und fuhr sodann in offenem Zweispänner nach, dem iAloß, wo Frühstück stattsand. Zu der Frühstückstafel im Schloß waren außer dem nähern Gefolge des Kaisers der kommandierende General des Garde-Korps von Kessel und Gras Görtz,-Schlitz geladen. Um 3 Uhr unternahm der Kaiser eine zweistündige Spazierfahrt in den Anlagen des Nero-Tales. Zur Abend- tajel waren geladen Minister Frhr. v. Hammerstein unb die Generale v. Kessel und v. Lind eqnist. Am Abend war im Ho s the a t e-r Gala-Vorstellung. Um halb acht Uhr betrat der Kaiser die Hofloge. Dreizehn Fanfarenbläser, friederizianisch verkleidet, begrüßten chm Das Publikum erhob sich von den Sitzen, der dreimalige Hochruf ertönte. Neben dem Kaiser saß der Reichskanzler, dahinter die Generale v. Kessel, v. Lindequist und v. Hülsen- Häseler unb ber Regimentsoberst der Alexander-Grenadiere. Anwesend waren ferner Minister Frhr. v. Hammerestm, der Petersburger Botschafter Gras Alvensleben, der Oberpräsv' deut von Hessen-Nassau v. Wiidheirn, der Wiesbadener Ne- aierungspräsident Dr. v. Hengstenberg, Landesbirektor Sartorius, Oberbürgermeister Dr. v. Jbell und andere Spitzen. Generalintendant v. Hülsen gab das Zeichen zum An l>ch n,A "ut»e ” Lon dort ben cf), das ,sarzt Dr. bosTf, sigung ?. eine $öEL tollen gebracht iSr-fS 1 41 Hl 1111 ür die beim Königs sfiziere veranstaltet. Die zu Mk. 15.— bis Mk. 2.80 8260 . 101.85 . 90.70 . 101.80 . 90.75 . 100.16 . 100.20 100.40 103.90 82*20 37.20 142.60 43.80 41.40 Roiohsftnleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen 878% 8% 3V,% 8% 8'/r% Kinder - J Sckchen zu Mk. 5.— 4.- 3.25 2.65 2.- 1, curfgebrochen. , , ,v, ,, , Paris, 4. Nov. Der „Autors" teilt nut, daß äugen» blitfltdii die Frage aufgeworfen werde, ob Madam eLou- bet ihren Gemahl auf der Ro m r ers eb e gleiten soll. Das Blatt versichert, der König von Italien habe bei der Abreise erklärt, er füge sich, hierbei den französischen a r r e ft, weil ec als Kompagniechef des bekanntlich wegen mehrerer hundert Soldaten Mißhandlungen verurteilten Untere Offiziers Breidenbach in schuldhafter, fahrlässiger Weise 2Ri^- handlungen Untergebener zugelasien habe. 3% Mexikaner . . . 4V2f/o Chinesen . . . Electric, tiohuokert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Oesterr. titaatebahn . . Lombarden .... Gotthardbahn .... Laurahütto ..... Bochum ...... Harponer..... Tendenz: fest. Anlehnung an die Vereinigten Staaten. Die GiudrNcke der aus Südafrika heimkehrenden kanadischen Krieger haben die Stimmung offenbar beeinflußt. . 26.70 . 91.45 . 113.00 . 105.70 . 213.00 . 195.70 . 144.80 . 154.80 . 163.20 . 144.80 . 17.25 . 190.75 . 238.25 . 188.80 . 200.50 Telephonischer Kursberichte Frankfurt ». H., 4. November 1903. Bestimmungen. , , „ „ .,, . a ~ Triest, 4. Nov. Der ,Lkccolo" berichtet aus Salo- trift, daß neu.erdi.ngS ein Bomb enattentat anf d en Konventionalz,nü verübt wurde. Auf emer Strecke von 500 Ddetern waren fünf Dynamrtbomben gelegt, wovon ttoei explodierten. Die Fenster des direkten Auges Belgrad- Saloniki wurden Aertrünunert, mehrere Wagen zerstört. Infolge des Attentats soll Hamdi Bey abgesetzt werden. Belgrad, 4. Nov. Hier wird eine Sammlung zur Errichtung eines Denkmals für die beim K ö n i g s- mord um gekommen en O sfizrere t>eranfto-Uti.,Die Sammlung wird von dem Hauptverschworer Oberst Misitsch Heranwachsende Kinder essen mit Vor* liebe Quaker Oats, und bleiben durch täglichen Genuss derselben gesund und kräftig. Für die Kleinen eignet sich speziell das, auf jedem Packet stehende, Rezept " Für den Frühstückstisch.” QuaxerOats 87,% . . 4% Oesterr. Goldrente . . 102.25 4l/6% Oesterr. ßilberrento 100.95 4% Ungar. Goldrente, . . 4ü/v Italien. Rente . . . 47,% Portugiesen . . . bu/ Portugiesen. .... 1% C. Türken .... Türkenloso...... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 47,% äussere Argontiner ^^Newyork, 1 Nov. Die Losung der wachsenden Be- wegung unter den Kanadiern lautet, die durch das Urten im Alaskastreit ihr Vertrauen auf den Schutz des Mutterlauides einbüßten, „Los von England - Sie protestieren dagegen, daß jemals wieder kanadische Milizen ui englischen Kriegen mitnimpfen und erstrebest offenbar bte Biwung einer eigenen Natron mit wirtschaftlicher Zur Eisenbahnfrage. Schon jahrelang wird in Wetzlar und Umgebung eine Eisenbahnfrage ventiliert: einerseits Solmsbachtal, andererseits Kleedachtal. Dem Einsender fällt es auf, wie schläfria sich Gießen diesen Bewegungen gegenüber verhält. Obgleich Wetzlar die Kreisstadt der Kleebachorte ist, machen doch die Landwirte fast alle ihre Einkäufe in Gießen. Trotzdem stehen die Geschäftsleute kaltblütig dem Projekt gegenüber. Sollte es den Herren Kaufleuten und Geschästslreibenden nicht auffallen, daß dieses Projekt kein freundschaftliches ist, sondern daß sein Ziel ist, was ja auch offen ausgesprochen ist, die guten, reichen Ortschaften des Klcebachtales wieder Wetzlar näher zu bringen!? Mögen nun die Geschäftstreibenden Gießens aits ihrem Schlummer aufwachen und für den Bau einer Neben- oder Kleinbahn eintreten. Kein Projekt dürfte leichter auszusühren sein, als von Gießen durch das Kleebachtal mit Brandobern- dorf nach Usingen. ES würden somit die Bewohner von Lützellinden, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen, Niederkleen, Oberkleen, Ebersgöns mit Leichtigkeit nach Gießen gelangen. Es kann nicht bestritten werden, daß in diesen Ortschaften die meisten Geschaststrelb nden und Händler des Kreises Wetzlar wohnhaft sind. Ich glaube behaupten zu können, daß die Geschäftstreibenden Gießens sowie die Stadt selbst dre Ausführung dieses Wunsches mit Freuden be- grüßen würden. A. E. m H. Uoucste Meldungen. Origiualdrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. R. & Darmstadt, 4. Nori (Eigener Drahtdericht.) Ter Großherzvg und die Kaiserin von Rußland kmnen beute früh urieder hierher. Der Äroßherzog er- -teilte Arwienzen. Mittags kehrten die Herr>chaften totebei nach Wolssgarten zuruck. Graf Lamsdorff wird srch heute nachinittag nach Wolssgarten riegeben. fer begleite baun den Zaren und die ganze rufI ^sche Hosgeieilschä noch Wies baden. Wie es heißt, wird derGro ß Herzog am Samstag mit den russischen Majestäten die Reise nach Rußland antreten. Er beabsichtigt dort an den Hosjagden teilzunehmen. Berlin, 4. Nov. Der Kaiser hat durch Kabinerts- lTrdre verfügt, daß die Mannschaften deS preußischen Trains an Stelle des Tschako In fände riehelm mit gewölbten Suppenkellen, dazu als Paradestück bei der Garde ben weißen, bei der Linie den schwarzen Haarbusch erhalten. Die Einführung soll allmählich nach Maßgabe der verfügbaren Mittel erfolgen. — Das Gnadengesuch des Direktors Schmidt von der Kasseler Trebergesellsä-aft ist abschlägig beschieden wordem Schmidt wurde zur Verbüßung seiner Strafe in das Zuchthaus abgesührt. Münster (Wests.), 4. Nov. Der Bautechniker Krätke choß aus seine Braut und verletzte sie schwer. Nach >erTat hängte sich Krätke aus und erschoß sich dann. Seine Braut liegt hoffnungslos im Spital darnieder. Trier, 4. Nov. Der Wirt Jovi aus Kyllburg ist bei Kyllburg ermordet ausgesunden. Wertsachen, bie er bei sich trug, waren geraubt. Wahrscheinlich ist der Mord von einem Handwertsburschen verübt worden. München, 4. Nov. 'Die Hofmusikintendanz und Hos- theaterintendcuH haben mit den: Generalmusikdirektor Felix Mottl einen Vertrag abgeschlossen, wonach dieser dauernd ür München verpflichtet wird. Der Vertrag erhielt am 3. November die Genehmigung des Prinzregenten. Loudon, 4. Nov. Zu den Unruhe n in dem Distrikt Warmbad meldet nod)i ein Telegramm des „Daily Telegraph" aus Kapstadt: Die Bendelzwarts empörten sich am 28. Oktober. Man glaubt, daß der ganze Stamm, der ungefähr 5 — 10 000 Mann stark ist, sich erhoben hat. Eine Abteilung von 110 Mann sei mit Gebirgsgeschußen und 50 Bastard-Hottentotten von Windhoek nach Warnibad Kinder-Capes in blauen Stoffen mit roten Capuchous zu Mk. 8.50 7.50 6.50 5.50 4.50 und 3.50. Kinder-Kleidchen in modernen Wollstoffen, ganz auf Futter gearbeitet, mit Volants Kmder-Kläntel in weissen und farbigen Stoffen zu Mk. io.— 7.— 5.— 4.35. Landwirtschaft. — Der Tabakanbau rrn deutschen Zollgebiet hat nach einer vorläufigen Zusammenstellung des Kaiser!.Statistischen Amtes im lausenden Jahre nicht unwesentlich abgenommen. Die Zahl der Ladakpflanzer war mit 106 066 um 11 856 geringer ol§ im Jahre 1902 und hat damit die niedrigste je erreichte Zahl. Der Flächeninhalt der mit Tabak bepflanzten Grundstücke betrug 16 650 7 Hektar gegen 17 340,5 im Jahre 1902 und 16 963,0 im Jahre 190L Von den letzten 20 Jahren hatten nur vier, 1892, 1893 1899 und 1900, einen geringeren Flächeninhalt des Tabakbaues An dem Rückgänge des letzten JahreS, der 690 Hektar be- träat 'waren Preußen mit 480 und Baden mit 334 Hektar beteilig 'während in Bayern, Hessen und Elsaß-Lolhringen der Tabakbau etwas zugenommen bat. In Hannover ist der Flächeninhalt von 445,9 auf 257,6 Hektar zurückgegangcn; auch Brandenburg zeigt eine Abnahme um 84,1 Ha. Eingesandt (FH? Form und Inhalt aiicc unter dieser Rubrik stehender Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) A. HotterhoffSöhne, Giessen, Selters weg 20 L 4 uucU > orBCunli ues deutschen Arzoeitmohes, garantiert rein, empfiehlt Adolf Kieler, Viktoria- JOrogerie. Murktstrasse 5« 7551 Spazierstöcke | Letzte Neuheiten Türvorlagen «jvy reichste Auswahl. L. Kohier mann IV. 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In das Handels - Register Mt. A wurde heute einge- ragen: 1) Die Firma „Wagner & Haase' zu Gießen ist erloschen. 2) Bezüglich der Firma „Dr. A. Mettenhelmers Mineralwasser-Anstalt Heinr. Völzel" daselbst: Geschäft ist am 4. Oktober 1903 mit Firma auf Wilhelm Döpp zu Alten-Buseck ohne Aktiva und Passiva übergegangen und wird unter der Firma „Dr. 2l. Mettenheimers Mineralwasser-Anstalt Wilhelm Döpp" mit Sitz zu Alten-Buseck weiterbetrieben. Die Prokura der H. Völzel Ehefrau ist erloschen. 8250 Gießen, am 2. Novbr. 1903. Großherzogliches Amtsgericht. Versteigerung. Holzhauerseile liep2i-'t billig ^093 Hermann Biugmanu, Seilerei, Lich. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstratze 2 (VüraermeiftereigebSude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, Swi^en Arbeitgedecn und Arbeitnehmern (Arbeitern jeaÄcher ^enstbote« mtb Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. 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