zur Messen 8217 - Wellfleisch höflichst em BeinfichCa^ VMM. onsabend aurknt Feidel. ^d)t der Großherzogl. 8212 Ter Vorstand. MHK-6&4Sä< ■Krankheiten | 16 vou der $ trennt 6 wochenta-s von y Mch Muck I Atz ”131 «Liefeckbrücke, | daumwollme MLS i Fmgerhavöschrche, ckgar« qrojer Auswahl zu 7860 tfüL. Gretzen. ® L^Ab-«d!^ > (Werg)eii üt i Stück gel'*4 ÄLhnhojstr- 4. -*aniS* L°rt° Äbcl.»» md-rs E der imii srr. 259 Vrschetut täglich außer Sonntags Dem (Siebener Anzeiger roerben tni Wechsel mit bem hessischen Landwirt die Gietzeuer Kamillen- blätter viermal tn bei Woche betgeleQL tHoiauontibruct u. Ber- lag bei V r ü h l 'schen Ui^verl.-tÖudp u.6tetn- brudevet tPrelich Erben) yubattum, Grpebtttoa anb Druckerei; Schulstrntze Abrelie für Develchenr Anzeiger Gietzeu. 5-rmlDrr(t)anld)lu6s)tx 51. IM A TS 153. Jahrgang Erstes Blatt General-Anzeiger ** Amts- Md Anzeigeblatt für den Ureis Gießen die Post Mk.L.— Dtenel* jäbrl auöschl. iÖefieüg. Annahme von Anzeigen in ort Lag es nnmmer jifl oormtltagH 10 Uhr, tzeUenprelSr lokal IS Pf^ au&rodrti HO Ptg. 4J«(a«ii»» plötzlich geschah — so waren doch alle Requisiten und das Wert der Regie sehr lobenswert. Das herrliche dleckartal war wirklich in der Illusion gegeben. Und ixe vielen Kenner im Publikum werden das studentrsch-e Leben unb Treiben im allgemeinen als lebenstreu gefunden haben. Auch 1870 kam es in Versailles zu manchen Differenzen. Der König hatte darüber geklagt, daß man seine Befehle ,esk anrotiere". Der Kriegsmmtster hatte diesen Ausdruck auf sich bezogen und sich schriftlich dagegen verwahrt. Er erhielt vom Könige eine Antwort, die mit folgenden Sätzen beginnt: ^Das Gefühl, das Ihnen am gestrigen Tage die Feder in die Hand gab, um mir zu schreiben, kann kaum unangenehmer gewesen sein als das meinige, daß ich dazu die Veranlassung gab. Weit war ich entfernt, Sie zu verletzen, noch weniger, Sie zu verdächtigen. MeineAeußerung: ^nicht Eskamotieren 1" war, wie mein Blick in dem Moment hinreichend bewies, nicht an Sie gerichtet, dahrr auch nicht aus Sie zu beziehen, sondern auf den Oberst Im weiteren Verlaufe des Schreibens setzt der König auseinander, wen er damit gemeint habe, und schließt sein Schreiben folgendermaßen: ,^Zch habe diese Geschichtserzählung für nötig erachtet, um meine eingangs gemachte Aeußerung, daß ich Sie mit jenen ominösen Worten weder verletzen noch verdächtigen konnte oder wollte, was ich hiermit nochmals auf das bestimmteste wiederhole, — zu rechtfertigen. Ich autorisiere Sie, diese Zeilen denjenigen Personen mitzuteilen, von denen Sie wünschen müssen, daß bie- selbert erfahren, wie ich diese Angelegenheü zivlschen uns geschlichtet habe — denn als geschlichtet hoffe ich, iverden Sre dieselbe nunmehr auch betrachten, ivas von Herzen wünscht Ihr ergebener Wilhelm." Der nikderösterreichische Landtag mrd die Vivisektioa. Der Rektor der Wiener llniversität richtett- an den niederösterreichischen Landinarschall Schmoll eine Zuschrift, in der er erklärt, der Landtag sei nicht das Forum, wo in sachkundiger Weise die Fragen des inneren Unterricksts und dc,Z wissenschaftlichen Betriebes erörtert werden könnten. Dessenungeackstet wäre der Rektor bereit gewesen, auf die Angriffe, welche im Landtag am 20. Oktober vorgebrackst wurden, zu antworten. Die Reden aber, welche in der letzten Sitzung am 30. Oktober gehalten wurden, entzögen dem Rektor die Hoffnung, durch rein sachliche Argumente erfolgreich gegen die Anseiirdungen ankämpsen zu können. Der Rektor sei daher genötigt, sich aus den prinzipiellen Standpunkt zurückzuziehen. Er verzichte daraus, in den Fragen der Wissenschaft und des Unterrichtsbetriebes au den Landtag das Wort zu richten, solange er nickst voraussehen könne, daß die Universitäten und chre Interessen im» niederöperreichischen^ Landtage die Würdigung finden, deren sie sich in allen Kulturländern erfreuen. Im Einlauf des Landtags besüidet sich eine Interpellation der Mgg. Lind heim nick» Genossen an den Statthalter, worin unter Hinweis auf den alten vorzüglichen Rus der Wiener Universität und die allezeit bewahrte aufopfernde Hingabe und Pflichttreue des Wiener Aerzte- standes an den Statthalter die Frage gerichtet wird, ob er geneigt sei, die gegen einzelne Wiener Klüriken und Aerzte, erhobenen schweren Beschuldigungen noch in dieser Landtagssession gründlich zu beleuchten, damit die Ehre und der Ruf der medizinischen Fakultät und desAerzte st an desüber hauptwie derrein und fleckenlos da st ehe. Der Abg. Bielohlawk ruft dazu aus: „Die Wissenschaft tastete niemand an! Das ist eine Lüge der Juden blätter!" Ter Statthalter beantwortet mehrere Interpellationen! betreffend die Vivisektion und stellt fest, daß im Landtag nur die Abstellung von Mißbräuchen der Vivisektion , nicht aber die Abschaffung der Vivisektion selbst verlangt wurde. Die R e g i e r u n g st i m m e di e s e ui Standpunkte zu. Redner versichert, daß nach wie vor über jeden zur Kenntnis der Behörden kouunenden Fall von Mißbräuchen pslichtgemäß Erhebungen angestellt wer'den, und gibt das Resultat der Erhebungen über die jüngst vorgebrachten Mißbräuche bekannt. Der Statthalter gibt weiter eine eingehende Darstellung des zwischen dem Direktor des Wiener Allgemeinen Krankenhauses und der Wiener Aerztekammer ausgebrochenen Konflikts und erklärt, er werde unentwegt das Ziel verfolgen, daß die Wiener Krankenanstalten wahre Humanitäts- an st alten bleiben. Der Statthalter glaubt, der gesamte Landtag werde mit ihm in der Ansicht iLereinstimmen, daß die Wiener medizinischeSchulemitRechtihren großen Ruf im In- und Auslande genieße. Der Prozeß wegen Kmdesunter^chleöung gegen die Krafin KwilecKi. VI. Berlin, 3. NoV. Der Sachverständige Professor Dührssen gibt die Möglichkeit zu, daß das Blut auf den der Portierfrau Bachmann zur Beseitigung übergebenen Sachen Schweine blut war. In der Vernehniung der Hauptbelastungszeugin Hedwig Andruszewska ist diese sehr konfus. Ihre Aussage ergibt, daß nach Mitteilung ihrer Mutter diese zweimal zur Besorgung des Kindes in Krakau war und mit dem Kind nach Berlin fuhr, wo sie zwei Stunden auf dem Bahnhofe wartete, bis die Chwiatkowska und Knoska das Kind holten, woraus die Mutter nach Wroblewo zurückkehrte und im März 1901 starb. Vor dem Tode teilte sie ihrer Tochter das Geheimnis mit aus Angst, im Grabe keine Ruhe zu haben, und befahl ihr, dem Grafen Hektor die Sache mitzuteilen. Die Zeugin bekundet ferner, sie fei schlecht behandelt worden, sodaß sie ihren Bruder m Posen um Hilfe bat, der brieflich der Gräfin andeutete, seine Schwester müsse im Besitze eines Geheimnissses sein. Tie Gräfin habe sie darauf angeschrien: Wenn Du erzählst, daß das Kind nicht das meinige ist, mache ichDich zu einerJrr sinnigen! Die Gräfin stellte chr trotzdem ein gutes Zeugnis bei ihrem Abgang aus. Die Gräfin behauptet, das Zeugnis sei den Tatsachen entsprechend und leugnet, die Zeugin je schlecht behandelt zu haben. In zwei dann verlorenen Briefen klagt die Zeugin über schlechte Behandlung, in einem dritten erklärt sie im Gegenteil, gut behandelt worden zu sein. Sodann wird ein Schriftstück verlesen, welches der Bruder der Hedwia nach deren Angaben über das Geheimnis aufgesetzt hat. Es heißt darin u. a.: Ihre Mutter Andruszewska habe ihr eines Tages, als sie vom Schlosse kam, mitgeteilt, die Gräfin sei gar nicht in anderen Umständen; ihre Dienerinnen, die Knvska und Chwiatkowska, hätten sich ihr gegenüber wegen der vielen Arbeit beklagt; siemüßten dieGräfin d urch Wick e ln m it Tüchern immer so auspolstern und ihr Schrotbeutel zu beiden Seiten des Leibes hängen, daß sie wie eine Schw an gere aussehe und aixfy den schleppenden, schwerfälligen Gang einer solchen habe. Es wird dann in dem ^ck/riftstück von dm beiden Fahrten der alten Andruszewska rmch Krakau, von der Auswahl des Kindes, von der Fahrt nach Berlin und der Empfangnahme des Kindes durch die Knoska und Ehwiatkowska in der bekannten Weise berichtet und auch hervorgehoben, da^ vor der Llbreise der Gräfin nach Berlin auf deren Geheiß zwei Schweine geschlachtet werden mußten; Wurst habe man «aber nichlt igemucht, denn das Mitt der Schweine sei in Flasch en aufaesangen und nach dem Schloß gebraut worden. Zwischen der Gräfin und der Mutter der Zeugin, sei ganz genau verabredet worden, dafür zu sorgen, daß in dieser Zeit auch das Kind zur Sie lle sein müsse. Die Mutter habe ihr auch erzählt, daß die Hebamme sie bis zur Grenze begleitet habe. Zeugin Andruszewsra bestätigt ferner auf Befragen, daß die Gräf in ihr sagte, wenn sie dem Grafen Hektor von dem Knaben erzähle, würde sie sich und dem Kinde das Leben nehmen. Sre erklärt sich bereit, ihre Aussagen über das ihr anvertrcmte Geheimnis ihrer Mutter zu beschwören. Kreisarzt P a n i n s ki-Posen erklärt betreffend den Geisteszustand der Andruszewska, diese sei eine nicht sehr- begabte, etwas nervöse und leicht reizbare Person, aber weder geisteskrank, noch hysterisch, noch schwachsinnig. Hierauf wird die Zeugin trog des Widerspruchs der Verteidigung vereidigt und die Verhandlung aus morgen vertagt. Aus Stadt uiiö Kand. Gießen, 4. November 1903. •* Handelskammer-Konferenz. Vor einigen Tagen fand eine Konferenz von Delegierten der hessischen H a n d e l s k a in m e r n statt. Diese Konferenz beschäftigte sich mit der vom Ministerium angeregten Frage über die Vereinheitlichung der Jahresberichte der hessischen Handelskammern nach Forrn und Inhalt und mit der Frage der Aufstellung einheitlicher Gesichtspunkte für das kaufmännische Unter- r i ch t s w e s e n in Hessen. Nach einer eingehenden Beratung wurden Komniissionen gewählt mit dem Auftrage, dem hessischen Handelskanunertag seinerzeit bestimmt formulierte Anträge zu unterbreiten. •* Ein nettes Stückchen passierte dieser Tage in einem Lahnstädtchen. Zwei befreundete Reisende, die sich hier trafen, wohnten in demselben Hotel in einem Zimmer eine Nacht zusammen. Am nächsten Morgen — cs wav herrliches Wetter — wollte der eine die frische Lust ein wenig genießen und machte sich deshalb schon sehr frühe auf die Beine. Als er wieder zurück wollte^ begegnete ihm bereits sein Kollege per Wagen, der die Tour fortsetzte. Der Eilige Plötzlich bemerkte der Beamte einen kleinen Schoßhund des Inhabers. Er untersuchte den Hund und erklärte, der Hund habe gewiß die Edelsteine verschluckt. Der Hund wurde in die tierärztliche Anstalt gebracht. Er wurde getötet, und als man den Leichnam öffnete, fanden sich nebst den zwei Brillanten noch andere Edelsteine sowie Goldknöpfe vor. Gerichtssaal. Berlin, 3. Nov. Bankier Braun stand heute wegen Hehlerei vor der Strafkammer. Er wurde beschuldigt, von den Veruntreuungen des Depotverwalters Ne ß le r bei der Darmstädter Bank Kenntnis gehabt und trotzdem Geschäfte mit ihm gemacht zu haben. DerStaatsanwalt beantragte Freisprechung, weil dem Angeklagten ein Dolus nicht nachzuweisen sei, obwohl er grob fahrlässig handelte. Der Gerichtshof fällte ein entsprechendes Urteil. Potsdam, 3. Nov. Im Prozeß wegen Zusammen- b r u ch s des Bankhauses Friedrich Burghalter wurde der wegen Beihilfe zum betrügerischen Bankerott und zur Verletzung des Depotgesetzes, zur Unterschlagung, zum Betrug an- geklagte Prokurist Wilhelm G lad o w zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Halle, 3. Nov. Der Sergeant Nebelung erhielt wegen ortgesetzter schwerer Soldaten- Mißhandlung 4 Monate Gefängnis. Seine sonst gute Führung kam dabei strafmildernd in Betracht. Köslin, 2. Nov. Vor der ersten Strafkammer des Landgerichts begann heute unter großem Andrange des Publikums der Wahlfälschungsprozeß gegen die Rittergutsbesitzer Otto und Gustav Käding in Groß-Satspe, wo bei der letzten Neichstagsstichwahl nur 15 Stimmen für den freisinnigen Kandidaten Dr. Barth gezählt wurden, während etwa 40 Wähler be- schwören wollen, für Dr. Barth gestimmt zu haben. Die Angeklagten bestreiten, irgendwelche Fälschungen vorgenommen zu haben. Bei der Hauptwahl waren von 73 abgegebenen Stimmen 20 auf den Konservativen, 23 auf den Freisinnigen und 30 auf den Sozialdemokraten gefallen; bei der Stichwahl wurden 7b Stimmen abgegeben und davon 60 für den Konservativen Malkewitz gezählt, obgleich die Sozialdemokraten für ihre Wähler die Parole ausgegeben hatten, für Dr. Barth zu stimmen. Deshalb nahm man sofort nach der Feststellung des Ergebnisses an, daß es bei der Stichwahl nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Die Angeklagten wurden zu je sechs Wochen Gefängnis verurteilt Gera, 3. Nov. Ein eigenartiger Vorgang spielte sich vor dem hiesigen Schöffengericht ab. Dort wurde als Nachklang zu dem anfangs dieses Jahres hier ausgebrochenen Streik der an der Textllbetriebskrankenkasse beschäftigt gewesenen A e r z t e eine Privat- klage der Doktoren Weißker, Hemncke und Knüpfer gegen den Dr. Schrader verhandelt. Im Laufe der Verhandlung belegte Dr. Schrader den Dr. Weißker mit dem Ausdrucke ,S ch a f s k o p f*. Zunächst bestritt Dr. Schrader, diesen Ausdruck überhaupt gebraucht äu haben, räumte aber, als er sah, daß ihm nichts weiter übrig blieb, nach und nach ein, daß er das Wort gesagt habe. Der Vorsitzende des Gerichtshofes erklärte, daß ihm so etwas in seiner Praxis denn doch noch nicht passiert sei und belegte den Dr. Schrader wegen Ungebühr vor Gericht mit 20 Mk. Geldstrafe. Im übrigen wurde Dr. Schrader von der Anschuldigung, die oben erwähnten Aerzte beleidigt zu haben, freigesprochen. Wetterbericht vom 3. November. Verlauf der Witterung von Montag bisDienstag. Das im Osten des Erdteils lagernde Hoch hat sich noch weiter verstärkt, ein neues Hoch ist im Südwesten erschienen. Hessen liegt demnach in einer Riiine niederen Druckes, welche von Oberitalien nordnordwestwärts nach dem Ozean sich erstreckt. Infolgedessen ist beute das Wetter trüb und dunstig, auch fällt stellenweise etwas Regen. Für Mittwoch und Donnerstag bei östlichem Winde kälteres, aufklarendes Wetter in Aussicht. Vielfach Nachtfrost. A. P e p p 1 e r. Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft. — Petroleumkartcll. Aus Wien wird berichtet: In einer zur Beratung über die Kartellbildung einberufenen Versammlung der Petroleumraffinerien wurden die zur Vorlage gelangten Protokolle von einer beträchtlichen Mehrheit der beteiligten Firmen unterzeichnet. Die heute nicht vertreten gewesenen Firmen werden zur Unterzeichnung bis spätestens den 7. November ausgefordert. Der Verhandlungs-Ausschuß hofft die Unterschrift dieser Firmen in der genannten Frist zu erlangen und es dürfte alsdann in einer für den 7. November einzuberufenden Sitzung das Zustandekommen des Kartells endgültig verkündet werden. — Bom Berliner Geldmarkt. Geld bleibt recht flüssig. Der Präsident der Reichsbank hat durch seine weitsichtige Politik der Goldimporte einen Metallvorrat angesammelt, der dem letzten Ausweise zufolge genau so groß wie im Vorjahr ist, während das Wechselportefeuille in diesem Jahr noch um 120 Mill. Mk. größer ist, als damals. Die zu Ultimo gestellten Anforderungen an das Institut wären verhältnismäßig geringer, als sonst um diese Zeit, sodaß der Bank rwch eine steuerfreie Notenreserve verblieben ist. " . —■ - .........- . ■ ■. ■ !'—■ . sasa. Wer statt des teueren, Herz und Nerven aufregenden Tees oder Bohnenkaffees den wohlbekömmlichen, schmackhaften und wohlfeilen Kathreiners Malzkafsee trinkt, der nützt zugleich seiner Gesundheit und seinem Geldbeutel. [7083 BW ■ WM 2.MW WM 7 j iiiiiniiiiiminiir war noch nicht lange weg als er wieder kam mit dem Rufe: „Meine Brieftasche wurde mir gestohlen." Natürlich war sogleich der erste Reisende in Verdacht. Als dieser sich mit guten Gewißen visitieren laßen wollte, und die Arme hoch hob, bemerkte er daß sein Paletot ihm nicht gut sitze. Als er darauf seinen eigenen etwas näher untersuchte, — stellte sich heraus, daß die beiden Paletots, die aus demselben Geschäft stammten, vertauscht waren. So fand sich dann auch die Brieftasche wieder, und nach dem Umtauschen der Paletots wurde unter Erneuerung der Freundschaft in bester Einigkeit des Weges weiter gegangen. Biedenkopf, 3. Nov. Hier wurde unter Teilnahme zahlreicher Kriegervereine und Deputationen aus allen Teilen des Kreises der Grundstein zum Kreis- Kriegerdenkmal gelegt. Unter Vorantritt eines Musikkorps bewegte sich der stattliche Festzug vom Krcishause aus nach dem Marktplatze, dem Standorte des Denkmals. Hier hielt der Vorsitzende des Kreisverbandes Landrat von Heimburg, eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Werkes hinwies, zum Schluffe den Inhalt der Urkunde verlesend, welche im Grundstein versenkt werden sollte. Nach einer rveiteren Ansprache des Bürgermeisters von Biedenkopf erfolgten die Hammerschläge seitens der Mitglieder des Denk- mals-AusschusseS, worauf die Feier mit einem Hoch auf den Kaiser und der von allen Teilnehmern gesungenen National- hymne geschloffen wurde. Vermischtes. e Berlin, 3. Nov. Die Abendblätter melden die Verhaftung eines Mitgliedes desStudenten-i a u s s ch u s s e 8 der technischen H o ch sch u l e zu | Charlottenburg, der seit zwei Monaten die Ausschußkasse um 500 Mark bestahl, und auf Grund des jedesmal gestohlenen Sparkaffenbuchs des Ausschußes und der gefälschten Unter- schrift des Vorsitzenden nach und nach von der Sparkaffe 6200 Mk. abhob. Der Verhaftete ist geständig. * Aixle§Bains, 3. Nov. Die der ermordeten Ma dame Fon göre gehörige Villa ist in der letzten Nacht von Dieben heimgesucht worden. Dieselben entwendeten das Silbergerät sowie die Kleider der Ermordeten. * Paris, 3. Nov. Die Voruntersuchung über das A t t e n t a t in der Kirche zu Betleville hat bisher zu keinem Resultat geführt. Eine Anzahl verdächtige Personen wurden verhaftet. Die Untersuchung dauert fort. * Lorient, 3. Nov. Ein Leutnant vom 62. Infanterie-Regiment hatte gestern mit seiner Braut eine Bootsahrt unternommen. Hierbei kippte das Boot und Beide ertranken. • Graz, 3. Nov. Wie aus dem Bezirk Abdelsberg gemeldet wird, fand heute Nacht ein starkes Erdbeben statt. In mehreren Ortschaften wurden heftige Erdstöße wahrgenommen. » Fiume, 3. Nov. Bei der Station Lies der ungarischen Staatsbahn fand Nachts ein Zusammenstoß zweier Güterzüge statt. Mehrere Waggons wurden umgeworfen und zertrümmett. 4 Bahnbeamte wurden verletzt. * * Ein 8 6 jähriger Bräutigam. In früher Morgenstunde wurde in Ehotieschau der 86jährige Ausgedinger Joses Gruber in der Pfarrkirche zum dritten Mal getraut. Der Bräutigam erfreut sich, ebenso wie seine sechzigjährige Ehehälfte, voller Rüstigkeit. Ein Hund, der Brillantenfrißt. In einem Juwelierladen zu Budapest bestellte vor einigen Tagen ein Herr ein Paar Brillantenohrgehänge. Das Geschäft ließ aus Amsterdam zwei Brillanten im Werte von 20 000 Kronen kommen; der Inhaber legte die Steine in sein abgeschlossenes Arbettszimmer, um sie zu saßen. Da trat der Geschäftsführer ein und meldete, eine Kunde wünsche ihn zu sprechen. Er sperrte das Zimmer ab, und als er nach zehn Minuten znrückkehrte, waren'die Brillanten verschwunden. Alles Suchen blieb erfolglos. Nun erstattete man die Anzeige, woraus die Anaestellten eingehend verhört wurden, jedoch vergebens. In diesem Riesenfatz „100,000 Liter Kupferberg Gold" vollzieht sich der Verschnitt (Cuvüe) unserer Marte. Eine Füllung dieses Fasses ergiebt etwa 133,000 Flaschen, und es mutzte in den vergangene« Jahre« ungefähr 12 mal pro Jahr gefüllt werden, um den Lausenden Bedarf zu decken. Die Bestellungen auf „Kupferberg Gold" haben stch i« letzter Zeit jedoch dermatze« gesteigert, daß unsere alten Bestände merklich zusammengeschrumpst sind. Wir find deshalb gezwungen, 15 Füllungen vorzunehmen mit einem Ergebnis von 2,000,000 Flaschen, und gelangen damit zu einer Ziffer, die selbst von manchen der bekanntesten französischen Champagner- ! Häuser nicht erreicht wird. Zwar befinden fich in unseren Kellereien annähernd 4 Millionen Flaschen; es mutz aber in Betracht gezogen werden, datz der Sekt für seinen Werdeprozetz über zwei Jahre braucht und datz er nach seiner Fertigstellung noch einige Monate bei uns lagert, damit er ganz ausreift. Den« erst dann befindet fich der Sekt auf der Höhe seiner Entwickel««-, wen« er die völlige Reise besitzt. Rur solche Ware und Qualität kommt von uns in den Handel. Daher hat fich „Kupferberg Gold" einen achtunggebietenden Rus erworben und erfreut fich ständig zunehmender Beliebtheit. 7-87 Sektkellerei Kv-ferberg UM. Konkurs Hersteigerung Am Donnerstag dem 5. und Freitag dem 6. November d. Fs., jedesmal vormittags Vs10 Uhr und nachmittags 2 Uhr anfangend, werden Schottstraße 7 die zur ^diomoer’ldjen Konkursmasse gehörigen Farben, Lacke, Pinsel, Glaspapier u. s. w. öffentlich meistbietend versteigert. 6141 Gießen, den 30. Oktober 1903. _________Die Konkursverwaltung. Mobiliar-Versteigerung. Dienstag den 10. 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