ISS Jahrgang Freitag 4. September 1903 Echalstrabe 7. AdreN« tüt Depeschen! Vluzetg-r Gieße«. ^rver Herr „Oberst" der sehr schlicht daherkam, und^nur em Ordensband mit den Transvaalfarben um den Hals trug, wußte sehr fesselnd zu schildern, natürlich,alles aus eigener Anschauung; so hatte er auch bei der,Gefangennahme Me- thuens eine hervorragende Rolle gespielt; mit oern^Ex- .wäsidenten Steijn stand er aus du und du ufw. Diese letztere Angabe veranlaßte einen Berner Burensreund zu einer drahtlichen Anfrage an den in Reichenhall meilenoen Expräsidenten. Die Antwort lautete, dieser Herr de Gunsch ei ihm ganz unbekannt. Darauf nahm sich der Sache an, und entlarvte den wackeren „Burenkampser unmittelbar vor der hiesigen Vorstellung als einen vrel- ach vorbestraften Dieb und Schwindler namens Heinrich Lünsch, geboren 1862 in Altenhausen, Bezirk Magdeburg, eines Zeichens Mühlenbauer. ____. Gerichtssaal. Mainz, 3. Sept. Das heute verkündete Urteil der Ferien», straskammer gegen die Einbrecherbande Lauser lautet sür Johann Lauser mir 12 Jahre 8 Monate Zuchthaus, sür Ludwig Heil aus 2 Jahre Zuchthaus, sür dessen Vater Jakob Heck aus 1 Jahr 1 Atonal Zuchthaus, sür die Ehesrau Jakob Heck aus 3 Jahre 6 Monat Zuchthaus, sür die Witwe Fiedler aus 1 Jahr Zuchthaus, für Heinrich Wetterau aus 3 Monate Gefängnis und ür die Ehefrau Dörr aus 1 Atonal Gesängnis. Die übrigen drei A11geklagten wurden sreigejprochen. soweit nicht ' bestecht, die l § 3. Den Kirchengemeinden, die ihnen durch die? Kunst und Wissenschaft. Brüssel, 3. Sept. Der internationale Kongreß für Volkshygiene besprach heute die Wurmkrankheit der Grubenarbeiter und nahm den Beschluß an, daß sich die Gruben- arbeiler angesichts der Gefahr der Krankheit einer ärztlichen Unter- uchuna zu unterziehe,i haben und daß eventuell die Anzeigepflicht einaesuhrt wird. Die durch die Untersuchung entstehenden Kosten hätten die Genieinden zu tragen, wie dies auch in England der Fall ei. Die Abteilung sür Bakteriologie erörterte das Serum- versahren, eine andere Abteilung die gesetzliche Regelung des Ai i l ch v e r k a u s s, dessen polizeiliche Kontrolle hierbei besprochen wurde. Außerdem wurde noch über Hygiene an Bord der Schiffe und Mittel zur Verhütung von Malaria verhandelt. (—) Steinbach, 3. Sept. An dem neunjähr igen 'Töchterchen einer hiesigen Familie wurde von einem Arbeiter, der das Kind unter dem Vorgeben, es möchte den Weg zeigen, vom Orte wegloEe, ungehörige Hand- lungen, Bedrohungen oder ein Sittlichkeitsverbrechen versucht. Jedenfalls empfiehlt es sich für alle Ellern, die Kruder zu warnen, Unbekannten an entlegene Orte zu folgen. (—) Lich, 3. Sept. Von einigen Tagen tauckste hier im Verkehr ein falsches Zehnmarkstück auf; jedoch war die Fälschung frei Aufmerksamkeit leicht kenntlich an der schlechten Zahnung der Münze, dem leichten Gewicht und der Klanglosigkeit. Der Kopf der Münze war matt und schimmerte weiß durch. Bad-Nauheim, 3. Sept. Zum Todestage des am L September 1902 gestorbenen und hier beerdigten eng- llschen Generals Gordon Pascha wurde auf Befehl des Kaisers ein prachtvoller, mit der Jnlliale Sr. Majestät versehener Kranz der hiesigen Bürgermeisterei übersandt. Derselbe ist am Grabe niedergelegt worden. — Wie alljährlich hat sich auch in diesem Jahre die Herzogin von Anhalt, begleitet von der Hofdame Freiin von Ende und dem Kammerherrn von Schimpfs, zum Kuraufenthalt hier Gisendahn Zeitung. Offiziös wird geschrieben: Bei den in letzter Zeck vorgekommenen Eisenbahn Unfällen sind lebhafte und berechtigte Klagen der Presse über verspätete und ungenügende amtliche Benachrichtigung der Zeitungsredaktionen laut geworden. Der große Wert, der daraus gelegt werden muß, daß Umfang und Folgen größerer Unsäcke jo bald als möglich öffentlich bekannt und insbesondere auch die Namen der Verunglückten, sobald sie sicher angegeben werden können, durch die Presse verbreitet werden, hat dem preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten Veranlassung gegeben, auf die genaue Befolgung der Bestimmungen des § 17 der Dienstvorschrift für das Meldeveriahren bet Unfällen hinzuweisen. Um dem Vorstaiide der Betriebsinspektion die Auf- tellung der Depeschen zu erleichtern und dafür zu sorgen, daß alle in Frage kommenden Zeitimgen die amtlichen Nachrichten erhallen, ist für jede Betriebsinspektion em Verzeichnis der Telegrammadressen acker Stelleii anzufertigen, die bei größeren Unfällen telegraphisch zu benachrichtigen sind. Dieses Verzeichnis wird zweckmäßig auf Depeschenformulare zu setzen sein, die auf der Unfallstelle ausgesüllt und nact) Streichung der nicht in präge kommenden Adressen auch bei kleineren Unfällen bermtzt werden können. Arbeiterbewegung. D a r m st a d l, 3. Sept. Die Brauer der Bierbrauern. Heß sind gefteni in den Ausst and getreten. Eine allgemeine Arbeiterversamnilung wird sich morgen abend mit der Frage be= chästigen, ob über die Firma der Boykott verhäiigt werden soll. Kaubwirtjchast. — Das lebhafte Interesse, welches der Kaiser an den Fort- chrillen der Spiritusindustrte nimmt, hat er neuerdings wiederum betätigt durch die Stiftung eines Siegerpreises für Spiritusglühlichtlampen für die Hauptprüfung dieser Lampen gelegentlich der nächstjährigen Danziger Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. — Ter bet der Haupt- prüfung der Deutschen Landw.-Ges. vort Spirckuslastwagen nicht zur Vergebung gelangte Kaiserpreis, eine Porzellanvase, ist für die ür das Jahr 1905 geplante Erneuerung des Preisausschreibens wiederum zur Verfügung gestellt worden. Frühstück im Mathckdenbad statt. Das Festspiel nahm um gLÄ ncue sandte. 11/i Uhr seinen Anfang. Die Stadt ist festtich geschmückt. * Die Metzer Wasserfrage. Anläßlich der Seine Königliche Hoheit geruhte dem Realschuldirektor Dr. pesche des Kaisers an den Statthalter wegen Karl Kemmer und dem ersten evang. Pfarrer Dr. Richard Typhus epi da wie erteilte der Girneinderat dem Bür- Weitbrecht, den Verfassern des Festspieles, das Ritterkreuz g erweist er Ströver einmütig lin Vertrauens- I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Votum. Sämtliche R^ner des ^^bindercttes wiesen Bürgermeister Karl Julius Ernst das Ritterkreuz II. Klasse dieVorwurfe dre der Kmser an ine ^«sse des Metz« b ach das Silberne ^reuz des genannten Ordens, dem Ge- Typhusepidemie herrsche unfr diel Bouillonquelle ver- memderatsmttglted Chrtsttan Ludwig Dteruff $. das All- ^ucht sei. In' der Resvlutton wird Msgeführt, daß seit gemeine Ehrenzeichen nut der Inschrift .Für langjährige irnter der Metzer Zivilbevölkerung keine Typhusepi- treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Bernie geherrscht Halle und auch jetzt feine Typhusepidemie Großmütigen zu verlechen. herrsche. Der Kaiser sei in dieser Hinsicht unrichjtig infor- Kleine Mitteilungen ans Hessen und den nriert worden. Auch seien die Scmiernngsarbeiten an der Nachbarstaaten. Durch Entschließung des Großherzogl. Metzer Wasserleitung, deren VornahmÄder Kaiser dem Mimsteriums des Innern wurde der Gerichtsaccessist Dr. Eugen reick)sländischen Statthatter befahl, vom Gemeinderat bereits Seyferth zu Auerbach zum Regierungsassessor ernannt, iu Angriff geirommen worden, ehe dw Mserdepesche wn- - } ° -- - ; - - • - • - • 'traf. Wetter freschloß der Gemeinderat rn diesem Srnne erne Immediateingabe an den Kaiser zu richten, und znr Beruhigung der Bevölkerung an den Straßenecken eine Bekanntmachung anzuschlagen, wonach in Retz kein "Typhus herrsche und die Bouillonquelle in zwei bis drei Tagen wieder geöfsnet werde. Iw Verlaufe der Ätzung ereignete sich ein Zwischenfall. Der Gemeinderat Weißmann bezeichnete das behördliche Vorgehen als eine Vergewal- ttigun g des Gemeinderats, der Stadtverwaltung und der ganzen Bevölkerung, nahm jedoch auf VorhLt des Bürgermeisters diesen Vorwurf wieder zurück. \ * Das Testament des Sterbend en. Unter recht tragischen Umständen ist vor kurzem ein Dstament ge- ! macht worden. Ein älteres Ehepaar aus Tmsden wachte I eine größere Tour im Riese ngebirge. Ans dem Wege nach dem Kamme, zwischen Schlingel- und PLnz Heinrich- Baude, erlitt der Mann einen Schlaganfall, der chm Gesicht, Hände und Beine lähmte, seinen Geist aber völlig ungetrübt ließ. Vorbeikomwende Touristen Amben die beiden Unglücklichen, Hilflosen, nahmen jich ilier an und erfuhren dabei, daß den Mann, der sein Ende nthen fühlte, I das Bewußtsein ganz besonders schwer drücke, kein Testalment gemacht zu haben, umsomehr, als seine Em kinderlos j fei und feine Geschwister sich mit seiner Frau nicht gut ver- ein Rechtsanspruch auf anderwette Deckung * naÄS betreffenbe . zu ^gen - »x, em Ä MuS daß er uon denselben zur Verfertigung von Prwatarberlen , f' nn Olnlf? aus dem stmtrattttche^ verwendet worden sei. Die Untersuchung hat dre Rrchtrg. hersnr von der Landessynode bewilligten Vettags 2to MUen Insten. ^gxn ^.^^rrnteter Ve- " Automobilrennen. J>te man ersahtt, hat ter ^urde'sofort entlassen. Mehrere derselben sind nuch Kaiser die Genehmigung zur Abhaltung des Gordon- Prinz Arenbergsche Affäre verwickelt. In Bennct-RennenS für 1904 auf einem zwischen Homburg v. d. H. “ Affäre wird gleichfalls rn kurzer Zett ein Disziplinär- und Gießen gelegenen Gelände gegeben, sofern sich das gegen die in dieser Sache verwickelten Venmten Terrain für die großen internationalen Wettkämpfe eignet. eingeleitet werden. Fast täglich werden Seantte, wie Ge- Eine Sttecke ist nun bereits befahren und auf ihre Verwend- s^gene, die im Verllachte stehen, in der Affäre beteiligt barkeit für die Abhaltung einer derartig scharfen Konkurrenz sein, vernommen. Zwei Hilfsaufseher wurden sofort aus aeprüft worden. Zur Bcsichtigungsfahtt hatte Direktor Willy deut Dienste entlassen. Ebenso schwebt gegen Drei etats- 'Böge Jemen 6Opferdigen Mercedes-Wagen beigestellt und mäßig augestelltii Gesälignisaufseyer das l-crfahren. Es Bt die Führung übernommen. Der Generalsekretär des ist nicht ausgeschlossen, daß «sch noch andere Gefängnis- deutschen Automobilklubs, Freiherr v Brandenstein, und der beamte^in^ diese gegen g uhr Oberbürgermeister von Homburg v. d. H., v. Marx, ^°beu ff» e n "auf der erst g e st e r n d e m N e r k e h r über- an der Stteckenmspektionsfahrt teilgenommen. Es ergab steh Be»en Strecke H eimb ach-Bl en z von dem Personenzug jedoch der dem Befahren der Strecke und deren Prüfung, oatz si bie Maschine und 5 Wagen. Personen sind nrcht ver- diese für den gedachten Zweck nicht geeignet tzt, weck Der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten, sie zahlreiche Stellen, insbesondere ungemein scharfe, vielfach $er Vtaterialschaden ist bedeutend. mit starkem Gefälle verbundene Kurven aufweist, die mit * Bochum, 3. Sept. Aus den Zechen „Constantin" und Rücksicht auf die hohen Geschwindigkeiten, mit welchen in „Vereinigte Bonisacins" wurden Dier Bergleute Der- bemrtiaen Rennen 7u rechnen ist, allzu große Gefahr bieten schüttet. Alle sind tot. - Die Wurmkrankheit un Es werden m d^sen T^gen noch andere Strecken Ruhrbezirk geht nach den Berichten der Kuappschaftsarzte zwischen Homburg und Gießen befahren rmd in Hinblick auf allmahttg zurück. @ ^ie bezüglich der in Bredow ihre Verwendbattett für die Lchnelllgkeckskonkurrenz beurteilt | uorfie$lüinmeTteil Typhuserkrankungen amtlich mit- getellt wird, sind heute keine Neuerkrankungen gemeldet. L o n d o n, 3. Sept. Die englische Regierung beabjich- tigt, auf Antrag mehrerer Handelskammern, eine schwimmende Ausstellung zu organijieren. Die Warenmuster sollen aus Schiffen ausgestellt werden und letztere dann die Häsen Englands und der Kolonien besuchen. Paris, 3. Sept. Gestern herrschte hier wiederum eine unerträgliche Hitze.' Es wurden 32 Grad im Schatten konstatiert. Von den zahlreich vorgekomnienen Hitz- s ch läg en verliefen drei tödlich. — In Nantes wurde aus einem Bahnübergänge ein Wagen mit vier P er - sonen von einem Zuge ersaßt. Drei der Insassen erlitten den Tod, während der vierte lebensgefährlich ver- Aäder. Hornburg v. d. H., 3. Sept. Ein Bekanntgeben der geschichtlichen Entwickelung der Kurverhättnisse unserer Bäderstadt dürste auch für weitere Kreise nicht uninteressant sein. Im Jahre 1834 erschien hier die erste Fremdenliste, welche 155 Badegäste ausführte. Diese Zahl erhöhte sich st e t i g bis 1840, wo ca. 800 Gäste gezählt wurden. Im Jahre 1841 wurde den Gebrüdern Blanc die Konzession für Errichtung einer Spielbank im hiesigen Kurhaus erteilt. Während dieser Zeit — die Spielbank bestand von 1841 bis 1872 — erhöhte sich die Fremdensrequenz von 1171 bis zu 21001. Von 1872 ab trat das hiesige Badewesen unter städtische Verwaltung; un ersten Jahre dieser Verwaltung betrug die Besuchsziffer 9287, die letzte im Vorjahre 12 424. Die ganz abnorme Steigerung während des Bestandes des Rouletts ist hauptsächlich darauf zurückzusühren, daß das Spjel hier später ausgehoben wurde, als die Spielbanken in W i e s b a d e n und Nauheim; die hiesige Spielgesellschaft arbeitete damals mit Hochdruck. Der Zurückgang der Frequenz in den folgenden Jahren kann nicht allein auf das Konto: „Aushebung der Spielbank" gefolgert werden, auch andere Umstände wirkten hierbei mit, so besonders die schwere wirtschaftliche Krisis nach den sog. Gründerjahren. 9lachdem sich wieder wirtschaftlicher Aufschwung, so im Jahre 1890, bemerkbar machte, stieg die Zahl auf 12 920 Kurgäste, sank aber wieder beim Niedergang un Jahre 1893 auf 9378 herab. Seit diesem Jahre, wo wieder eine Besserung der wirtschaftlichen Lage eintrat, stieg die Fremdenfrequenz langsam aber stetig und die Zahl der besuchenden Kurgäste betrug in 1900 12 189. Trotz der hierauf eingetretenen industriellen Krisis vermehrten sich die Besuchsziffern: 1901 auf 12 381 und 1902 auf 12 424. Die Zunahme des Besuchs verdankt Homburg vorzüglich der Vermehrung seiner Heilquellen, deren Zahl von 5 auf 8 gestiegen ist, und den Verbesserungen im Badewesen: Neubau des Kurhausbades, sowie Gründung von Sanatorien, darunter des ganz vortrefflichen für Magen- und Darmkranke von Dr. Pariser, und eines medico- mechamschen Instituts.__ Hanöel und Uerkehr. VbltUiwirlschast. Berliner Börse vom 3. September 1903. (Mitgeteltt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Gerüchte über ein Dmiamitattentat auf ein österreichisches Kriegsschiff bewirkten einen scharfen Rückgang an der Wiener Früh- börse; die leckenden Werte büßten mehrere Kronen em. Anschließend hieran eröffneten auch an unserer Börse österreichische von einem Zuge überfahren unb sofort getötet. Lemberg, 4. Sept. Wie tuS Marrampol telegraphiert wird, steht die Petroleup-Rasfinerie der galizischen Karpathen-Gesellschaft tt. Flammen. * Budapest, 3. Sept. Der Dampfer „Vaskapu" wurde nach Burgas gebracht Me Ursache der Explosion ist noch nicht festgestellt, eite Kesselexplosion ist ausgeschlossen, wett die Maschine uiid der Kessel unversehrt sind. Die Direktion der mrgarischert Levante-Seeschiffahrtsgesellschaft hatte heute mit Rüchcht darauf, daß Einzelheiten des Unglücksfalles und der Eftstchungsursache. bisher nicht ermittelt sind, eine Sitzung abgehalten, Beschlüsse aber nicht gefaßt. Die Explosion erfolgte 16 Meilen von Burgas. Es heißt jetzt, daß außer dem Kapitän noch 26 Personen getötet wurden. Da das Schiff vorgestern fällig war, wird vermutet, daß die Explosion am vorgestrigen Festtage im hiesigen Hafen erfolgen sollte, was durch die verspätete Abfahrt b(£ Schiffes von Varna vereitelt wurde. Die Annahme, daß der Dampfer einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, gewinnt an Wahrschein- Geheimerat Milbrand, Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben, I lichkett. Man glaubt, daß von verbrecherischer Hand Ministerialrat Weber, Geh. Oberbergrat Braun, Geheimer Sprengstoffe an Bord geschtnuggett worden seien. Oberbaurat Professor Hofmann, der Reichstagsabg. Freiherr * Belgrad, 3. Sept. Der in paninfreid) öu Studien nr\n fSpnf in V)errnsbeim der Vräiident der Zwecken! tvettende ^erfrische Hauptmann Walimir ^romafchewitsch ZÄÄ den R-d-kt-u- und HäusEichAstadt. Dann wurde derh°h--Gast 2ie Stadttor zu Wimpfen a. B. empfangen. Um 12 Uhr fand Birgen des Haupttnamrs nicht empfangen, worauf ihm Werte matt Montanwerk, wie auch Banken eröffneten fest. In der zweiten Börsenstunde rief die aus London ganz unerwartete Meldung über die Erhöhung des Bankdiskonts um 1 Prozent allgemeine Enttäuschung hervor. Bairkaktien, wie auch Renten erfuhren scharfe Rückgänge, besonders aber Türkenwerte, da das Ausbleiben der Unifikatronsirade verstimmte. Auf dem Montanmarkt zeigte sich wenig Geschäftslust, und auch der Kafsaindustrie- markt ließ an Lebhaftigkeit zu wünschen übrig. Privat-Diskoirt 3% Prozent Anfangs- u. Schlußkurse. 202.50 211.00 136.60 186.75 181.75 . 203.00 . 211.25 . 136.70 . 187.00 . 181.90 Oest. Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Schluß-Tendenz: schwacher. — Zur Tabakermte. Wie aus N e u p f o tz (Pfalz) gemeldet wird, wurde dort von einem Händler in Hatzenbühl der erste grüne Tabak zu 180 Mk. pro Zentner gekauft. Die Tabakpflanzer versprechen sich aber bessere Preise, wenn sie die Tabake dürr verkaufen und verhalten sich infolgedessen reserviert. — Den bekannten Monopol-Bestrebungen der Deutsch- Amerikanischeu Petroleum-Gesellschaft soll jetzt durch eine leistungsfähige Konkurrenz-Gesellschaft in amerikanischem Petroleum, die Pure Ö U Company, ein Paroli geboten werden. Die Pure Oll Company hat sich bereits mit Grossisten in allen Orten in Verbindung gesetzt, um den Trust der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft möglichst unwirksam zu machen, sodaß die Kaufleute auch in Zukunft nicht in die alleinige Hand der Deutsch- Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft gegeben sein werden. London, 3. Sept. Die Bank von England hat ihren Diskontsatz auf 4 Prozent erhöht Märkte. — Schweiuemarkt in Marburg. Es war zwar auf den 3. d. M. ein Rindvieh- und Schweinemarkt angesetzt, allein Rindvieh war nicht aufgetrieben, sondern nur Schweine waren zur Stelle, und zwar 1035 Stück. Bei ziemlich gewichenen Preisen herrschte ein starker Verkauf. Es kostete das Paar 5—8 Wochen alte Ferkeln 15—20—24 Mk., das Paar 3 Monate alte Läufer 40—55 Mk., je nach Qualität. 5—6 Monate alte Schweine das Paar 65—70^80—90 Mk., fette Schweine das Stück 65 bis 70 Mk.(Hess. Ldsztg.) Familien Nachrichten. Gestorben: Walter Schmidt in Friedberg. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. ^3. Sonntag nach Trinitatis, den 6. September. Kirchliche Feier des Sedanfestes. Kollekte zum Besten der Kaiser-Wilhelm-Stiftung für deutsche Invaliden. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthausgemeinde. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Scheunemann. Beichte und hell. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johauueskirche. Kirchliche Feier des Sedantags. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten ans der Johannes gemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Euler. Israelitische Religionsgeweinde. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Samstag, den 5. September 1203. Vorabend 6.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Haphtarah-Erkläruug. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 7.50 Uhr. Schisssnachrichten. Red Star Linie. Der Postdampfer „Rhynland" der Red Star Lime in Antwerpen ist laut Telegramm am 1. September wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Neueste Melöuugru. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Mainz, 4. Sept. Gestern abend traf ein Mann Namens Fischer seine Frau in seiner Wohnung mit einein anderen Manne an. Aus Gram hierüber sprang er mit seinen beiden Kindern in den Rhein. Ein 6 Monate altes Kind ertrank. Der Mann und ein anderes Kind wurden gerettet Köln, 4. Sept Der König von England traf auf seiner Reise Wien—London heute nacht hier ein und reiste alsbald mll Sonderzug weiter. Berlin, 4. Sept. Der „Vorwärts" veröffentlicht heute 115 Anträge zu dem in Dresden am 13. September stattfindenden Parteitag der Sozialdemokraten. 35er 1 in, 4. Sept. Tie Angelegenheit des Lustmord- versuchs cm der 12jährigen Helene Krüger ist insofern in ein neu.es Stadium getreten, als der unter dem Verdacht der Täterschaft internierte Kaufmann Alfred Thiele aus der JrrerranschÜ nach viermonatlicher Haft entlassen worden ist, weil sich die bisherigen Verdachtsmomente als unzureichend erwiesen haben. Breslau, 4. Sept In einem der Schulbehörde eingereichten Lesebuch, entworfen von einer Kommission Breslauer Lehrer, waren vielfachen Forderungen aus Lehrer- kreisen entsprechend, einige Monumentalsätze der preußischen Verfassung aufgenommen, so: „Die Wissenschaft und die Lehre ist frei", „Alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich", „Stand esvorzüge finden nicht jtatt", „Die per sönliche Freiheit wird gewährleistet". Tie vorgesetzte Schulbehörde hat nun alle diese Verfassungssätze gestrichen. Land st uhl, 3. Sept. Bei dem heutigen Brigade- Exerzieren der 3. Feldartilleriebrigade scheute das Pferd des Leutnants Hartmann zwischen Weselberg und Zeselberg, wobei dieser unter ein Geschütz geriet und tödlich verletzt wuroe. Ein zweites Geschütz stürzte über das andere, wodurch mehrere Kanoniere' verletzt wurden. Leutnant Hartmann starb im Krankenhaus in Landstuhl um 5 Uhr nachmittags. Dover, 4. Sept. Der Dauerschwimmer Hol» Bein wird im nächsten Jahre wiederum versuchen, den Kanal zu durchqueren. Bei seiner diesmaligen Schwimmtour hat er gesundheitlich keinen Schaden genommen. Lissabon, 4. Sept. Die heutigen Blätter kommentieren die angebliche Absicht des Königs von Portugal, nach dem Tode des Kömgs von Spanien eine Vereinigung beider Länder herbeizuführen und sich den Titel Kaiser von Jberien beizulegen. (Hochsommerquatsch). K o n st a n t i n o p e l, 4. Sept. Im 3)ildiz-Kiosk rufen die bevorstehenden Monarchen-Zusammenkünfte große Besorgnis hervor. Der Sultan fürchtet ein Abkommen bezüglich der Türkei. Auch will man wissen, daß mehrere Mächte einem Teilungs-Projekte nicht abgeneigt sind. Aus Adrianopel wird berichtet, daß den dortigen Behörden neuerdings Drohbriefe zugekommen sind, denen zufolge ganz Adrianopel durch Dynamit in die Lust gesprengt werden soll. N e w y o r k, 3. Sept. Auf der Baumwollbörse brach eine Art P a n i k aus, infolge einer amtlichen Mitteilung, daß der T u r ch s ch n i t ts st an d der Ernte der höchste seit zehn Jahren sei. Es herrsche große Erregung, ein allgemeiner Preissturz trat ein. Es wird erklärt, daß damit der Baumwollcorner praktisch fein Ende gesunden habe. Telephonischer Kursbericht. Tendenz: schwach. 99.20 102.40 100.10 102.90 49.60 30.75 33 60 126.80 43.80 42.05 4% Oesterr. Goldrente . . 4%% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . 4°/e Italien. Rente . . 4Va% Portugiesen . . . B0/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 47,% äussere Argentiner 372% 3% 37,% 3% 372% 3 7,% zollt ins Haus geliefert Reiche Musterauswahl umgehend. Seidenfabrik Henneberg, Zürich. 34 Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen . . 101.60 . . 89.70 . . 101.45 . . 89.75 . . 100.25 3% Mexikaner 472% Chinesen Electric. Schuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandil Larmstädter Bank Dresdener Bank . Beniner Handeisges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . Franktnri a. 4. September IV 03. . 27.10 . 92.25 . 96.80 . 102.- . 202.76 . 186.— . 136.60 . 146.25 . 153.20 . 139.75 . 16.50 < 189.00 . 228.- . 186.00 . 181.00 Geschäfts - Empfehlungen liefert billigst vrühl'sche Universitäts-Druckerei, Gietzen. 8 8 s ■ a nur direkt! — schwarz, Henneberg-Seide w Franko u. schou der- Bekanntmachung. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- rnrd Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- oder Fußwegen einfriedigeuden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Dieter Höhe und 0,50 Meter Breite znrückzuschneideu und im Laufe des Monats September die neuen Sprößlinge wiederholt zu beschneiden oder zurück zu bmden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Art. 31 des Feldstr afgefetzes mit Geldstrafe von 1—10 Mark bestraft werden. Gießen, den 2. September 1903. 6646 Der Oberbürgermeister. Mecum. Landwirtschaftliche PminM- in) LMM-AuWnng in Gießen. Von Station Alsfeld ab wird am 9. d. Mts. im Anschluß an den Güterzug Nr. 7524 (Lauterbach ab 7.36 Uhr vormittags) ein Bedarfs-Viehzug Nr. 2126, ab Alsfeld 9.10 Uhr vormittags, Gießen an 12.44 Uhr nachmittags, mit Aufenthalt auf allen mit dem Viehtransport eingerichteten Zwischenstationen, eingelegt werden, auf welchen ich die Beschicker unserer Ausstellung mit Vieh aufmerksam mache. Der Fahrplan dieses Zuges kann auf allen Stationen eingesehen werden. Hardt-Hof, den 3. September 1903. Der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses: Schlenke. 6637 Landwirtschaftliche Kmnzisl- ni) LerkM-AiWmg. Von Montag den 7. d. Mts. befindet sich unser Büreau im Hlestaurant Lieöigshöße, 1. Stock, auf dem Ausstellungsplatze. Der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses: Schlenke. 6628 RaucihBöse Troisdorfer1 Jaegdpaircme Vorzügliche Deckung bei sehr gutem Durchschlag, • zoffte Gleichmäßigkeit, des Schusses, für jedes normale Gewehr „ verwendbar. Verkaufspreis: Mk. 9.— für Kal. 16 pro lOOjptücf. 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I., vormittags 8 Uhr anfangend, soll das Grummetgras von den dem Marienstist Lich zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Ober-Bessingen versteigert werden. Der Anfang ist an der Stockbrücke an der Straße nach Grünberg. Lich, den 29. August 1903. 6603__________Wirrheirn. Morgen, Samstag, sind auf dem Braudplatz eine Sendung frischer Einmach gurken zu billigsten Preisen zu haben bei Frau Ferber.____________ Heute prima frisch geräucherte fruHhM Großherzogliches Amtsgericht. Die Anlieferung von circa 100 Ctr. Aepfeln u. Birnen (Tafel- und Kochobst) soll auf dem Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Bedingungen sind auf dem Büreau der Anstalt einzusehen und Offerten unter Anschluß von Proben bis zum 16. September l.J., vormittags 10 Uhr, hierher einzureichen. Zuschlags- frift 14 Tage. 6638 Heppenheim a. d. B., den 3. September 1903. Großh. Direktion der Landes - Jrrenstalt. I. A.: Li st mann, Großh. Hausverwalter. §tädt. Schlachthaus. Freibank. 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