Nr. 180 Erscheint tSglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Keffischen Landwirt die Gießener Kanrttten> blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Verlag der Brüh lachen Univeri.-Buch- u.Stem- druckerei (Pietsch Erben- Redaktion. Expedtttoa und Druckerei: Schntstraß* 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße». Fcrnsprechanschluß Nr.51. ES—1 158. Jahrgmrg Dienstag 4. Angnst 1903 d d numctt?ich75P^vie^eb Gießener Anzeiger w General-ÄMiger v Ainir- und »nzchebiatt für den Kreis Sietzen Wtzj ___________________________ geigentett: HanS Beck. Die heutige Yuwmer rmrfaßt 8 Setten. sthaft bejaht, nn5) daß^ die Kirche überall, wo sie nicht verfassungsmäßig sind, jemanden, der herrscht, berechtigt ist, über dioklettanische Verfolgung zu ttch und autokratisch so mächtig wä der denen jedoch bei der zu Gebote stehenden Vergrößeruno genaue Emzelheiten nicht mehr unterschieden werden konnten Dagegen war auf dem Mars zurzeit seiner letzten Opposition doch noch die sogenannte Große Syrte und das Acchalrsche Meer erkennbar. Mit seinem verhältnismäßig kremen Fernrohr konnte Krüger nur die Tatsache noch fest- tellen, daß die rötliche Färbung des Mars, wie sie auch das unbewaffnete Auge zu erkennen vermag, nicht von ähnlicher Natur sein kann, wie die der roten Ziegel, sondern darauf hindeutet, daß die Planetenoberfläche sich hinsichtlich der Farbe ähnlich verhält wie die gelblschrotlichen Sand- lächen und Dünen auf der Erde. £)b die grünlichen Teile der Marsoberflächje durch Pflanzenwuchs veranlaßt' werden, werden die Besitzer stärkerer Fernröhre leicht feststellen können. In der Philister Land. Roman von Paul Gradein. Verl. Rich. Bong, Berlin W. 27. Von vielen wohl mit begreiflicher Ungeduld erwartet, ist nun der zweite Band der Nomanserie „Vivat Academia!", die Fort- etzung von Grabeins „Du mein Jena" erschienen. Noch eben in dem Herzen des Lesers bic prächtigen Gestalten, die in den krummen und engen Gassen Jenas, ein fröhlicher Maskenzug echt studentischen Treibens, an Geist und Sinn vorbeizogelt, um) mit wahrer Freude erneuert man in dem zweiten Bande die alte, so liebe Bekanntschaft. Was wird aus Hell.nu.ich und aus Simmert, was wird aus Lotte und aus Pahlmann, was aus all' den anderen Alle- vkhd, außerdem die aus braunem Lehm gebrannten roten Ziegel und Dachpfannen. Blau oder blaugrün waren durch den Schirm betrachtet der unbewölkte Himmel, das Wasser ^??^?03elfedern, z. B. von Papageien, und von chemischen Stoifnr das Vrtrrol des Eisens und Kupfers sowie der das graue Erdreich, graue Mauern, Elbttchrotttche Sand fläch en und Dünen. Zur Verwertung dreser neuen Forschungsmittel bei astronomischen Untersuch- wähtte Prof. Krüger aus begreiflichen Gründen zunächst den Mond, auf dessen Oberfläche gewisse kleine Be- ö^ke und einzelne Ebenen zeitwellig einen ausgesprochen grünlichen Farbenton zeigen. Unter Benutzung der Schirme ^^A?delte sich nun die Färbung dieser Teile der Mond- niemals in Rot, sondern das ganze Bild blieb grunlrch^-grau in verschiedenen Schattierungen. Daraus er- sich der Schluß, daß die schwachgrünliche Färbung gewisser Telle der Mondoberfläche nicht von einem mit Blat^rün ausgestatteten Pflanzenlvuchs herrühren kann, wenigstens soweit sie durch ein mittelgroßes Fernrohr wahr- ^ommeu werden kann. Ferner richtete der Forscher sein Izrr*' »v vx- lu WIA ,,X17VU*XXX4-C41 U4LV X>4, U Ult-L* ungen: m, 125): ^Die therapeutische Bchandlnng der katholischen Kirche in einem welllichen Staate ist dadurch erschwert, daß die katholische Geistlichikell, wenn sie chren theoretischen Beruf voll erfüllen will, über das kirchliche Gebiet hinaus den Anspruch aus Beteiligung an weltlicher Herrschaft zu erheben hat, unter kirchlichen Formen eine politische Institution ist und aus chre Mitarbeiter die eigene Ueber^eugung überträgt, daß chre Frechell in der &err* klagen." Noch schärfer hat sich Bismarck über die politische Seite des Papsttums am 10. März 1873 ausgesprochen: .„Es ist eine Fälschung der Polllik Und der Geschichte, wenn man den Papst ausschließlich als den Hohenpriester einer Konfession oder die katholische Kirche als Vertreter des Kirchentums überhaupt betrachtet. Das Papsttum ist eine politische Macht jederzeit gewesen, die mll der größten Erch- schiedenhell und dem größten Erfolge in die Verhältnisse dieser Well eingegriffen hat, die diese Eingriffe epstrebt und zu ihrem .Programm gemacht hat. Die Programme sind bekannt. Das Ziel, welches der päpstlichen Gewalt, wie den Franzosen die Rheingrenze, ununterbrochen vor- schwebte, das Programm, das zurzell der mlltelalterlichen Kaiser seiner Verwllklichung nahe war, ist die Unterwerfung der welllichen Gewall unter die geistliche, ein eminent politischer Zweck." Und 2 Jahre später, am 14. April 1875, erklärte er an derselben Stelle mit nicht geringerer Deut- lichkell: „Der Papst ist auch nicht in dem Sinne, wie der Gras Brühl andeutete, der Nachfolger Petri. Petrus war nicht unfehlbar, er sündigte, er bedeute seine Sünde und weinte bitterlich über sie; von dem Papst glaube ich, dürfen wir das nicht erwarten. — Wenn der Papst je zur Macht gelangt, daß er tun kann, was er will, und sein Wille das Gesetz der Erde ist, so sind wir alle doch bekannt genug mll dem Syllabus und seinen Thesen und Forderungen, um zu wissen, daß dann auch dieses Herrenhaus nicht mehr möglich ist, well eine konstitutionelle Verfassung nicht zulässig ist, daß Preßfreiheit etwas Verwerfliches ist, daß der Ketzer ausgerottet werden nmß. Die katholische Herrschaft hat noch ganz andere Mittel: sie konfisziert sein Vermögen, sie sieht es als nicht strafbar an, wenn er ge- legenllich meuchlings erstochen wird; — die jesuitischen Glaubenssätze sind öffentlich bekannt, in bekanntenSchriften verteidigt. Ter päpstliche Kodex geht noch Weller: „Ketzer, wenn man sie nicht anders vertilgen kann, ergreift man, martert sie, verbrennt sie, ihre ganze Hristenz ist ein nefas." Ein liberaler Papst ist einfach unnröglich („Gedanken und Erinnerungen" II, 127): Von Rußland hat man gesagt: gow- vernemeut absolu tempero Par le rsgieide. Ist ein Papst der in der Nichtachtung der in der Kllcheupvlllik kon- rnrrierendeu Organe 'M well ginge, vor kirchllchen „Nihilisten" fichEr als der Zar'?' Von der Dttrchi des Papslls gab Bismarck dem preußischen Abgeordnellnhanse am 16 Aprll 187o folgende " '" . P—st____ ferne offiziöse Presse Lesser bedient wie die des Staates, wohlfeller, ausgedehnter, zugänglicher; er hat in dieser offiziösen Presse die Möglichkell, seine Dekrete amtlich, we> rngstens mll amllicher Glaubwürdigkeit, zu verkünden, und dw Gesetze unseres Staates für null und nichtig zu er- er hat außerdem auf unserem Boden ein .Heer von Gerstllchen, er zieht Steuern ein, er hat uns mit einem Nejtz Vereinen und Kongregationen nbersponnen, deren Einfluß sehr wllksam ist — kurz, es giebt kaum, seitdem wll Darmstadt, 3 Aug. Die Aufführungen der Theatersaison 1903/04 werden im Großh. Hoftheater am Sonntag, 6. September, ihren Anfang nehmen. Die erste Lvrftetlung wird Verdis „Aida" fein: am Sonntaq daraus sotten Richard Wagners „Meistersinger von SLrn- berg- solgen. Es besteht die Absicht, von jetzt an an sümt- tlchen Abenden der Woche zu Meten, wobei an den Sams- tagen in der Regel L-chüler- und Volksvorstellungen zu ermäßigten Preisen gegeben werden sollen. — Als erste 9iovität der Saison wird die neue Oper „Der Dusle und das^Babeli' von oem Münchener Komponisten Karl v. Kastel in ^ozene gehen, dessen „Bettlerin vom Pont des Arts" in der Saison 1900/01 hier vier erfolgreiche Aufführunaen erlebte. ö - .. . : in Preußen persöu- —— autokratisch so mächtig wäre, wie dieser hohe italienische Prälat mit seinem Rat des italienischen Klerus umgeben; so mächtig wie er mll jenem Apparat kann kaum eine andere Persönlich>kell auf unsere preußischen Verhältnisse einwirken." Aehnlich spricht sich Bismarck in seinem Erlaß, über die Papifioahl vom 14. Mai 1872 aus, an dessen Schluß es heißt: „Die Bischöfe find den Regierungen gegenüber Beamte eines fremden Sorweräns geworden, und zwar eines Souveräns, der vermöge seiner Unfehlbarkeit ein vollkommen absoluter ist — mehr als llgend ein absoluter Monarch in der Welt. Ehe die Regierungen irgend einem neuen Papste eine solche Stellung einraumen und ihm die Ausübung solchep Rechte gestatten, müssen sie sich fragen, ob die Wahl und die Person desselben die Garantien bieten, welche sie gegen den Mißbrauch solcher Gewalt zu fordern berechtigt sind." manen und Vandalen werden, mll denen man die in Sommerpracht prangenden Hügel bestiegen, mll denen man hmausgezogen zu lustigen Schllltenpartien und ernsten Waffen gangen»? Zerstoben war die liebe Schar am Ende des ersten Bandes, da Helmrich sein Ränzel)chnüren und nach Berttn wandern mußte. Der zwelle Band gibt die Antwort auf alle in dem ersten aufgeworfenen Fragen, und was für eine! ,HN der Philister Land!" Ja, schellen und meiden tut weh! Der Ernst des Lebens und der Ärbell smd nun an die Stelle der sorglosen Jenenser Tage ge- tteten, und ein jeder der frohen Gesellen empfängt des Ringens und des Kämpfens Tell. Die Kräfte, die in der Seele der jungen Studenten sich regten, sie haben sich weller entfaltet, und folgerichttg entwickelt der Autor mit der Hand des Meisters das int ersten Bande so kunstvoll angebahnte Lebensschichal seiner Menschen. Jeder nach seinem Charakter! So ziehen die einsttgen Muli und Burschen Hellmrich, Simmert, Pahlmann, Rittner zu Männern geworden, an uns vorbei, und man muß gestehen aus dem schäumenden 9Nost ist nun nach all' der Gärung klarer Wein. Verschieden nach seiner Lage und Güte, wie eben schon der Most verschieden war. Das aber gerade ist das Anziehende an Grabeins Werk, daß er als geborener Beobachter des Lebens alle Farbennuancen auf seiner Palette hat, nicht grau in grau und nicht blau in gold wird hier gemalt, sondern wie es das Leben bringt mit hellen Lichtern und tiefen Schatten. Und den vollen warmen Strahl seiner goldenen Poesie läßt der Dichter am Ende des wundervollen Bandes noch einmal auf seinen Helden und dessen Lreb, die sich trotz allem gefunden, und endlich auf sem ttebes Jena fallen, wo alle in wehmütiger Erinnerung vereint der goldenen Tage vergangener Jugend noch emmal gedenken. Das Schlußkapitel ist eine Perle echter deutscher Poesie. NismarckWotte über Japst and Iapsttum. Angesichts der anläßlich der Pawtwahl wieder viel erörterten PapstfraGe dürste eS nicht ohne Wert sein, sich, daran zu erinnern, wie sich Fürst Bismarck hierüber geäußert hat. Es ist eine Ironie der Wellgeschichte, daß der Papst sich manchmal besser auf die protestanttschen als auf die katholischen Mächte verlassen konnte. Hierüber führte Bismarck am 10. März 1873 im preußischen Herrerchause aus: „Friedrich der Große lebte vollständig in Frieden mit der römischen Kirche, während der damalige Kaiser des überwiegend katholischen Staates im heftigsten Kampfe mit der kathoüschen Kirche begriffen war. Also die Frage ist ziemlich unabhängig von der konfessllnellei.r. — Es war wefenüich der durchs und durch streng evangelische, man darf fast sagen, in seinem Glauben antikatholische König Friedrich Wilhelm HL, der im Wiener Kongreß auf die Herstellung der weltlichen Herrschaft des Papstes drang und sie durchsetzte, nichtsdestotveniger ist er im Kampf mit der katholischen Kirche aus dieser Well geschieden." Ueber den Kampf zwischen Kaiser und Papst hat sich Bismarck öfter geäußert; so sagte er am gleichen Tage im Herrenhause: „Der Kämpf des Priestertums mll dem Königtum, der Kampf in diesem Falle des Papstes mit dem deufichen Kaiser, wie wir schon im Mittelaller gesehen haben, ist zu beurteilen wie jeder andere Kamps; er, hat seine Bündnisse, er hat feine Friedensschlüsse, er hat seine Haltepunkte, er hat seine Wasfenstlll- stände. Es hat friedlich^ Päpste gegeben, es hat kämpfende und werbende gegeben." In den „Gedanken und Erinnerungen" heißt es (II, 135 f): „Der uralte Kampf zwischen Priestern und Körrigen wird nicht heute zum Abschluß gelangen, namentlich; nicht in Deutschland. Bei jedem modus vivendi wird Rom eine evangelische Dynastie und Kirche als eine Unregelmäßigkeit und Krankhell betrachten, deren Heilung die Aufgabe seiner Kirche sein muß. Ein ewiger Friede mll der Kurie Hegt nach den gegebenen Lebensbe- drngungeu ebenso außerhalb dar Atöglichkell, wie ein solcher zwischen Frankreich und dessen Nachbarn." Aehnlich sprach, er sich am 12. Aprll 1881 im Herrenhause aus: „Der Friede zwischen König-r,nd Priester wird immer die Zirkel- quädratur bleiben, der man nahe kommt, die man aber nicht vollständig erreichen kann." lieber die Schwierigkeiten bei Zemürton. Eine neue Art der Plan etenunterfuchung hat Prof. Krüger aus Tilsit beschrieben und den Astronomen zur Berücksichttgung und Nachprüfung eiw pfohlen. Sell dem Jahre 1900 hat sich der Gelehrte damll beschäfttgt, den Einfluß farbiger Gläser auf die Abbildung der Gestllne im F-ernrohr zu untersuchen. Zufällig richtete er in der ersten Zeit dieser Forschungen das durch ein blaues Kobaltglas beschirmte Auge auf die von der Sonne hellbeschienene Landschaft. Der Anblick war überraschend, insofern als zwar alle anderen Teile des Bildes "blau erschienen, alles Grün der Bäume und Wiesen aber in ein schönes Purpurrot verwandelt wurde. Prof. Krüger wurde dadurch auf jden Einfall gebracht, daß rrran mll Hilfe eines solchen Glases ermitteln könnte, wie die Oberfläche von Planeten und zunächst des Mars beschaffen wäre, auf dem unser Fernrohr bekanntlich so viel Einzelhellen unterscheiden läßt, daß es zum Entwurf ganzer Marskarten gekommen rst. Als springender Punkt müßte die Frage angesehen werden, ob die bläulichen oder grünlichgrauen Fllcke auf der Marsoberfläche von ausgedehntem Manzenwuchs oder dursch, Wasseransammlungen oder rroch andere Gebilde verursacht wären. Falls das erstere der Fall wäre, könnte man nach der Beobachtung Krügers erwarten, daß sich die Farbe dieser Flecke unter dem Kobaltglas in Rot ver- Aän.bln müßte. Der Forscher sah sich jedoch bezüglich der Ausführung dieser Versuche vor erhebliche Schwierigkeiten gebleut. Einmal stand ihm nur ein verhältnismäßig Keines Fernrohr mll einer Oefftmng von 4y2 Zoll zur Verfügung, )ooann mußte überhaupt die Benutzung eines Kobaltglases von dem Planeten ausgesandte Licht dermaßen ab- schwachen, daß die Einzelheiten auf der Marsoberfläche nicht mehr erkennbar blieben. Auch bei Anwendung möglichst u^uner Platten des Glases konnte kein Erfolg erzielt werden. Dre Lichtstärke nahm mit abnehmender Dicke des Glases ^U^rdulgs zu, aber im gleichen Verhältnis schwächte sich auch Die Wirkung des Glases ctb1, indem durch Dunne Gläser Die rote Umfärbung des Blattgrüns wieder der natürlichen grünen Farbe Platz machte. Durch mühsames Probieren verschaffte sich Ktüger jedoch eine Reihe von farbigen die für die weiteren Prüfungen auf der Mars- ooerftache besser geeignet waren, und über deren Zusammen- >ochuig der Fachmann das Nähere aus der Zeitschrift für 1 W’roimmie „Sirius" entnehmen kann. Durch : >olch,e Schirme erschienen von irdischen Gegenständen röt : alle Blattgrün (Chlorophyll) führenden Pflanzenteile, ferner i Lewisse grüne Farbstoffe mit einem Gehalt von Chrom- ! Kme politische Verschiebung? Tie Verschiebung des polllischen Systems von Europa bespricht Dr. Karl Peters .in der letzten Nummer der Londoner „Finanz-Chronik" in Verbindung mll dem Kampf um die britische Zollpolitik. Wll entnehmen darüber dem „Rhem. Kur." folgende interessante Ausführungen: Dr. Peters ist der Ansicht, daß dieser Kampf, obwohl eigenllich eine innere Frage des britischen Weltreiches, für die Zukunft gller Völker von der einschneidendsten Bedeutung sei, — es sei von materiellem Interesse für die gesamte Wett, ob England es fertig bringen wird, mehr als ein Viertel der Kontinente für seine Art zu monopolisieren. Aus diesem Grunde sei das größerbrllische Zollproblem die ergentttche weltgeschichtliche Frage unserer Zell. Besonders interessant ist, was Dr. Peters über die Mrkung sagt, welche die Chamöerlainschen Pläne, falls sie sich verwirllichen soltten, auf die polllischen Verhältnisse aus- üben müssen. Es heißt darüber in dem Artllel: ' „Von diesen Plänen wlld in erster Linie Nordamerikas Handel, in zweller Linie das Deutsche Reich bettoffen. Der Unterschied zwischen den beiden betroffenen Bankern ist aber der, daß die Vereinigten Staaten den Ausfall von Jcchr zu Jahr weniger, Demschland dagegen von Jahr zu Jahr mehr empfinden müssen; und zwar deshalb, weil die Ver- einrgten Staaten selbst im Umbildungsprozeß ans der agri* Mturetten in die industrielle Wirtschaftsform begriffen sind, also chre Lebensmittel immer mehr für den heimischen Konsum nötig haben werden, während DentWand immer mchr auf ausländisches Getreide und Fleisch' angewiesen ist, wogegen es jährlich entsprechend mehr Jüdustlnewaren verkaufen muß. Der Unterschieb' liegt auf der Hand und macht klar, wie sehr insbesondere Deutschland für seine handelspolllische Zukunft an diesen Dingen interessiert ist Frankreich hat solches Interesse viel weniger. . . Deshalb wrrd dre Chamberlainsche Zollreform, welche in der Tat einen sehr realen, materiellen Kell in die Interessen- gememschaft zwischen Deutschland und England' für alle Qeited $r treGen droht, der Entwicklung der englisch-sian- ^ösifihcu Annäherung nicht im Wege stehen. . - Frankreich nnrb sich sicherlich nicht.von sirnem Bündms mit ^Lißland abdrängen lassen, aber der ^»nteressen-Au^- aletd) mit England wird ihm in diesem Dreibünde nne freiere Stellung geben. Großbritannien und Frankreich sind zwar nicht so "stark, wie Großbritannien und ^eutschlan fein würden, aber ihre vereinigten Flotten beherrschen doch unbedingt ine Weltmeere und damrt die Hochstraßen des LÄkerverkebr^ . . . Die Vereinigten Staaten, soweit sie überhaupt in die große Politik Lnropas eingrcifen, wu^en sich nnturgemäß immer dieser Konstellation anschlreßen. Les-troi llvres nations" gehören durch die ^nkommensura^ vilität der Sympathien zusammen. Auch Italien muß durch das SchMrgewicht seiner Mittclmeerinterellen mehr und mehr in diese Dichtung gedrängt werden. Wie der Zwe^ bund so erfahrt also auch der Dreibund ein lahnlerides Mm^ent durch die anglo-sranzösische Entente TatsLMch bedeutet diese eine allgemeine Vers SchtemS von Europa; sie wird naturgeniaß Deutschland und^ Rußland einander wieder mehr nähern, und es sollte mich gar nicht wundern, wenn wir auf das System des Drei-Kaiser-Büudnisses noch einmal zuruckkämen. Trotz aller dieser Umwälzungen, sagt Dr. Peters^am Schlüsse^des interessanten Artikels, erscheint der Weltstiede vor der Hand nicht gefährdet, auch nichtvon ans Wir leben mehr in einer Epoche großer Vorbereitungen, als großer Entscheidungen. . ... Kslitische Tagesschau. Das englische Königspaar in Irland. Tie Reise des englischen Königspaares, durch Irland ist einem Tvrumphzuge gleichgekommen. König Eduard und Königin Alejandra verbrachten den Mittwoch mit einem Besuche von Leenane, dessen Einwohnersch>aft zumeist aus Fischern und Webern besteht. Das ho-he Paar war nur Sränent kleinen Gefolge begleitet uni> alle ^°rirchtsmaß- reqeln waren auf Wunsch des ilvnrgs autzcr ^lcht gelafjen warden. Es ist, deshaL zu verstehen, dast du msche völkerung diese Ehrung aus königlichem JiuUde zu schätzen iveiß und daß auch dieser Vorgang die Beliebtheit de- Aon- archen auf der .^grünen Insel" bedeutend gesteigert hat. Alsbald nach der Landung hatte das Kvnigspliar (gelegen- heti, die Bünne des Empfanges der Dorfbevölkerung kennen zu lernen. Am Kai hatte eine Anzahl Schulkinder Aufstellung genommen und sie empfingen das hohe Paar mit der englischen Nationalhymne, in die die Vater und Mütter der Kinder begeistert einfielen. Einige Geistliche von Leenane überreichten daraus dem Könige eine Ergeben- heitsadresje, die von dem Monarchen mit Worten des -Dankes erwidert wurde. Noch an demselben Tage fuhr das Köniasvaar im Niotorwagen nach Eonnemara weiter. Es ist einer >er schönsten, aber auch ärmsten Distrikte nn Westen Irlands. Für diese Leute, die von der Außenwelt sozusagen abgeschlossen sind und einen König oder Fürsten nur dem Hörensagen nach kennen, war es nicht wenig sonderlich, daß der freundlich lächelnde Herr im grauen Ueberzieher und schwarzen Filzhut Gmard, die Dame, die mit den Dorsgeistlichen die Hand schüttelte, Königin Alexandra fein sollte. Immer wieder mußte ihnen diese Tatsache bestättgt werden, damit sie der Behauptung Glauben schenkten. Bei dem freien, ungezwungenen und liebenswürdigen Benehmen des Monarchen konnte es nicht Wunder nehmen. dast er die Herzen der irischen Bevölkerung int Sturme aeroann und daH zunächst aus einigen und sodann aus hunderten von Kehlen das Lied ertlmtg: „Gott erhalte toTstöniq" (God fatie the King) . . • Von dort aus fuhr W Königspaar mit der Bahn nach Galtvay, wo ihm em ^b^Wmn mm" stch di^Verhawiisse ins Gedächtnis zurück- enkt die noch vor Jahresfrist in Galway bestanden, kann man sich über dien durch den Besuch des Konigspaares m Irland hervorgerusenen Umschwung nur auf das höchste wundern. Aus Stadt und Land. Gießen, . Personalien. In den Ruhestand wurde verseht der Magazinsaufseher in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemein- schäft Peter Hubel zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. August 1903 an. •* Provinzialdirektor Dr. Brerdert ist von seiner Urlaubsreise zurückgekehrt. -Auf der Durchreise. Gestern trch Se. Kömgl. Hoheit der Grvßherzog von Hessen mit Schnellzug 77 von Egelsbach kommend, hier ein, und reiste nach Zell- Romrod 6,03 Uhr per Sonderzug weiter. f. Grüningen, 3. Aug. Eine kriegerische Aktion fand gestern abend in unserem Dorfe statt. Zwei Brüder fielen über einen im Jnf.-Regt. Nr. 160 dienenden Soldaten her. Dieser wehrte sich, indem er auf die Angreifer mit seinem Seitengewehr einschlug, aber von einem der beiden wurde ihm die Waffe entrissen. Erst heute morgen, als der Vater des Soldaten sich zu ihm begab, gab der Mann das Seitengewehr wieder heraus. Aus der Straße, wo die Schlacht stattsand, hatte sich eine große Menge zusammengerottet, sogar ein Mann, der bereits im Bette gelegen hatte, rannte im Hemde auf der Straße umher. Hoffentlich werden die Kriegskosten nicht billig werden. Frankfurt, 3. Aug. In der Loge zur Einigreit war gestern der Begrüßungsabend zum internationalen Kongreß des Weltbundes zum Schutze der Tiere und gegen die Vivisektion. Der Vorsitzende des hiesigen Vereins zur Bekämpfung der Vivsiektiou und anderer Tierquälereien, E. Staudinger, begrüßte die er,chie- nenen Delegierten und Gäste in deutscher, französischer und englischer Sprachfe. An dem Begrüßungsabend nahmen u. a. Delegierte ans England, Schottland, Frankreich und Rußland teil. Die heutigen Verhandlungen wurden von Pros. Dr. Förster-Berlin, E. Staudinger-Frankfnrt, Oberst a D. Spohr-Gießen, Direktor Engler-Tresden, Prof. Quidde-München, Pfarrer v. Bergen-Schweiz, Dr. Purieelli- Wien Finanzrat Tenow-Skandinavien und Smdney Trist- Cngland geführt. Pros. Dr. P. F ö r st e r - Berlin hielt eine kurze Begrüßungsansprache imb erstattete zum Beginn der Verhandlungen den Rechenjchastsbericht, der Bund hat danach in den letzten Jahren gute Fortschritte gemacht. Die sinanzielle Unterstützung des Bundes von fetten des Auslandes müsse :waSPjl>llu^Psg. und hoher, empfiehlt 5177 Georg Wallenfels, Marktplatz 21. Telephon 46. J. Stürmer, Strassburg i. 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GD SS c «w «ft s ’S Ä w « Ä CO O CD N ££ 2 14 oä o ö C o •ä <-4 «U G p _ UermiWes. • Der Kaiser unü OberbaudirekLor Franzius. Eine Unterredung zwischen dem Kaiser und dem verstorbenen Bremer Oberbaudirektor Franzius ist bei einer Abschiedsfeier des Berliner Architektenvereins für Profesior Bubendey von dem Ministerialdirektor Hinckeldeyn an die Oeffentlichkeit gebracht. Als Franzius dem Kaiser seinerzeit die Pläne zur Weserkorrektion bei Bremen vorzulegen und zu erläutern hatte, habe er auch auseinandergesetzt, welche Gebietsveränderungen durch die geplanten Verlegungen des Stromlauses nötig werden würden, uud daß unter andern ein Preußen gehöriger Userstreifen an Bremen fallen solle — worauf der Kaiser ihn scherzend unterbrochen habe: „Sie wollen dem König von Preußen also Landgebiet nehmen?" — „Freilich", habe Franzius erwidert, ,/rber nur, um es dem deutschen Kaiser zurückzugeben." * Schutz der Singvögel. Wie aus Kairo geschrieben wird, hat das ägyptische Ministerium des Innern gewisse Bestimmungen zum Zweck der Einschränkung deK Wachtelfanges und der Massenvernichtung kleiner Singvögel überhaupt erlassen. Die Wachteln dürfen fortan mit Netzen nur in einer Entfernung von mindestens 1000 Meter vom Strande des'Meeres gefangen werden, während bisher die Netze im Herbst unmittelbar am Strande aufgespannt waren, um die Vögel zu fangen, wenn sie von dem Fluge über das Meer ermattet am Strande einfielen. Es läßt sich voraussehen, daß diese Maßnahme eine günstige ^Wirkung haben wird. Die Tiere werden bei der Ankunft am ägyptischen Gestade mutmaßlich Raum genug haben, um für die Fortsetzung ihres Zuges neue Kräfte sammeln und ihren Weiterflug unter Vermeidung der Netze antreten zu können. Ferner ist der Vogelfang mit Leimruten und der Transport, sowie das Feilhalten der unter dem Namen Beeeasigues hier bekannten kleinen Vögel auf ägyptischem Gebiet überhaupt verboten. * Wenn einer eine Reise tut. . . Fatale Reiseerlebnisse hat ein Kegler aus Tilsit gehabt, der am Sonntag mit seinem Klub eine Vergnügungsreise nach Memel machte. Nachdenl die Klubmitglieder in der Ostsee ein Bad genommen hatten, wurde ein Kegelschütze merkwürdig still; er öffnete den Mund überhaupt nicht mehr. Schließlich stellte sich heraus, daß die Wellen beim Tauchen in der Ostsee sein falsches Gebiß verschluckt hatten. Nun ging es nach dein Leuchtturm, auf dessen Zinne ein heftiger Wind wehte. Als man lvieder unten war, hatte der „Stumme" seinen Strohhut oben vergessen. Dem Leucht- turmwächter wurde zugerufen, den Strohhut herunterzuwerfen, was dieser mit dem Erfolg ausjührte, daß der Hut durch den Wind in die See getrieben wurde und in der Richtung Ttact), Schweden ab segelte. Zähne und 5Lopf- bedeckung war der Kegler los. Jni nächsten Gasthause wurde Rast gemacht, und da die Kegler beschlossen, den Weg von Försterei nach Memel zu Fu'K zuruckzulegen, schenkte der Stumme dem Kellner seine Rückfahrkarte At-emel- Försterei. In Meinet angekommen, machte der Pechvogel die Entdeckung, daß er die Rückfahrtarten verwechselt und dem Kellner seine Rückfahrkarte Tilsit-Mernel gegeben hatte. Auf der Rückfahrt na»ch Tilsit war dem Unglticks- marrn das Schicksal ebenfalls nicht hold. Er verspürte heftige Zahnschmerzen, trotzdem „seine" Zähne auf dem kühlen Gruirde der Ostsee lagen. Bei der Strandpromenade ohne Hut hatte er sich eine tüchtige Erkältung zugezogen. Beim Hinausspringen aus den: Zuge in Tilsit verstauchte sich der Aermste noch einen Fuß. Infolge seiner Heldentaten hat chn der §tegelktub zum Ehrenmitglied ernannt, was ihm einigen Trost brachte. *Mimicry. Es ist eine wohlbekannte Tatsache, daß sich die Larven vieler Insekten, z. B. gewisser Falter, Fliegen und Käfer, zu ihrem Schutz gleichsam Masken vornehmen, um ihre Verfolger zu täuschen, oder sich ihren Augen gänzlich zu entziehen. Die sogenannte Alimicry gehört zu den wunderbarsten Kapiteln der Naturerscheinungen überhaupt, aber innerhalb dieses Kavitels wieder gehört die Beobachtung, die neulich der Zoologe Shelford in Britisch-Borneo gemacht hat, zum merkwürdigsten, was man je über dergleichen Erscheinungen vernommen hat. Wenn nicht alle Grundlagen für einen glaubwürdigen Bericht gegeben wären, so könnte man auf die Vermutung kommen, daß sich der Naturforscher mit seiner Erzählung einen Scherz erlaubt hätte. Eines Tages brachte ein Eingeborener, der von dem Forscher mit dem Sammeln seltener Pflanzen urrd Tiere betraut war, eine spiralähnliche Pflanze, die er zum Füttern von Raupen empfahl. Die Zweige trugen zahlreiche blaßgrüne Blütenstände in der Anordnung der sogenannten Trugdolden, die sich noch, in der Zuospe befanden. Als Shelford einen der Stiele betrachtete, fiel rhm auf, daß sich plötzlich eine der kleinen Verästelungen bewegte. Er sah genauer hin und gewahrte zu seinem großen Erstaunen eine kleine nur 9 Millimeter lange Raupe aus der Familie der Spanner, deren Körper ganz mit Knospen von den Blütenständen bedeckt war, von denen sie fraß. Das Räupchen trug auf verschiedenen Leibes- abschnirten dornarrige Auswüchse, im ganzen sechs Paare, und außerdem noch einige kleine Knötchen oder geringere Hervorragungen. Von diesen Körperanhängen hatte nun die Insektenlarve den sonderbarsten Gebrauch gemacht. Es hingen nämlich^ an chren Spitzen Ketten der Blütenknospen durch Gespinnst aneinander geheftet und in ähnlicher Weise an den Hörnern der Raupe befestigt. Wie sehr das kleine Wesen mit dieser Ausstattung eine Absicht verband, ging daraus hervor, daß die Knospen, sobald sie verwelkt waren, durch frische erseht wurden. Die Raupe kniff alsdann eine Knospe mit den Kiefern ab, hielt sie mit den beiden vorderen Beinpaaren fest, bedeckte sie über und über mit den aus ihrem Munde ausgehenden Spinnfäden, bog dann den vorderen Teil des Körpers zurück, und befestigte die Knospe mit weiteren Spinnfäden^ an einem der Dornin des Leibes. Darur wurde in derselben Weise eine zweite Knospe herbeigeschafit und an die erste geklebt, und so weiter fort, bis drei oder vier Knospen auf der Spitze des Horns in einer Weise vereinigt waren, daß sie tauschend einem natürlichen. Blütenstand der Pflanze glichen. Dann wurden die übrigen Hörner in gleicher Art ausgestattet, und danach schien die Raupe vollkommen ein Bestandteil der Wanze geworden zu sein, der sich von deren Zweigen rmd Stielen selbst bei schärfster Beobachtung kaum erkennen ließ, wenn sich das Tier nicht gerade bewegte. Hatte diese Raupe nicht mehr reichlich genug zu fressen, so richtete sie sich insofern sparsamer ein, als sie die zu chrer Maskierung dienenden Knospen auffraß, bevor sie sie in der geschilderten Weise aus ihrem Körper anklebte. Wurde irgend ein Reiz aus die Raupe ausgeübt, so bog sie den Hinterleib zusammen, so daß er dicht aus den Hauptstiel der Pflanze zu liegen kam und verharrte in dieser Stellung 15 bis 20 Minuten. Ein anderes Mal schwankte sie hin und her und glich dann tauschend einem durch einen Luftzug bewegten kleinen Aestchen. Nach etwa zwei Wochen verpuppte sich die Raupe in einen seidenen Kokon, der gleichfalls mit grünen Knospen überdeckt war. Unglücklicherweise konnte das Auskriechen des Schmetterlings, nicht' beobachtet werden, da die Puppe von Ameisen zerstört wurde. Das ausgezeichnete Insekt ist daher noch unbekannt geblieben. * Die Tiere und die Seekrankheit. In der ftanzösischen Zeitung „L'Indopendant Remois" werden eine Reihe interessanter Angaben über das Verhalten größerer Tiere zur Seekrankheit gemacht. Es heißt da: „Ein Freund von uns, t),er Gelegenheit hatte, bei einer Reise über den Atlantischen Ozean eine Menagerie an Bord seines Dampfers zu beobachten, teilt uns merüvürdige Änzel- heiten über die Art und Weise mit, wie die großen Säugetiere sich während der Reise betragen. Der Eisbär ist das einzige Tier in der Welt, das mit Freuden zu Schiff geht; alle seine gefangenen Reisegefährten wehren 'sich ohne Ausnahme, jeder nach seiner Fasson, da sie recht gut fühlen, daß das Wasser keine Balken hat. Sie'heulen, schreien, brüllen, miauen, bis die Seekrankheit sie zum Ähweigen bringt^ Ter Tiger leidet mehr als jedes andere Tier unter der Seekrankheit; die Bewegung des Schiffs verstimmt chn vom ersten Augenblicke an. Er winselt mitleiderregend und reibt sich den Bauch, mit seiner mächtigen Tatze; seine Augen tränen unaufhörlich. Die Pferde stehen Furchtbares aus; sie können sogar an der Seekrancheit sterben. Die Ochsen dagegen ertragen die Reisestrapazen heroisch. Die Elefanten sind fast ebenso empfindlich wie die Tiger, aber sie lassen sich wenigstens pflegen.' Man verabreicht ihnen gewöhnlich eine warme Arznei, bestehend aus einem Eimer Zuckerwasser mit 2 Liter schnaps und 20 Gramm Chinin. Während der ganzen Reise fühlt der Tierarzt den Dickhäutern jeden Morgen den Puls. Die Giraffe, die man str recht empfindlich gegen das Schwanken des Schiffes halten sollte, erträgt Die Anstrengungen der Ueberfahrt bewunderungswürdig, und der nrederge- chlagenste Affe fängt an, lustige Sprünge zu machen, wenn man ihm eine Zwlebel zu verknacken gibt. . . . * „Unglücklich e Liebe" ist der Name eines Vereins, der in Schweina (Sachsen-Meiningen) von jüngeren und älteren Mädchen, die mit ihren Liebhabern Pech hatten, gegründet wurde — also eine Art Salon der Zurückgewiesenen, welche die Kunst, festzuhalten, nicht veejmnden haben. Als Vorsitzende fungiert eine dreimal geschiedene Matrone. «3.2? 2? cf S P o* 2 3 6)3 » ä a o 3 3 re 3 r*- re i3S p 62® ÖS 5» S:Ö3 ® ZH 6) Z ->' vo — 3 ™ a H 3 cd 3 re «u re 3" ^ 6) § 5 '■de' SZZ l$o CO l$v re ro du a er: cd fO re 3 - 9 2. ao n re 3 Ä 3 o 3 3 3 ^3 er ra p Ö)p fffiSSf 3 3 D 3 3 du re m -er „ L0«k5 ro S^2 £’<Ö*2 £ ^3-2. 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