Nr. 180 Srscheirrt tägki- außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden Im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Eichener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh loschen Urüvers^Buch-u. Stein- bruckerri (Pietsch Erben) und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresie für Depeschenr Anzeiger Gieße«. Fernsprechcmschluß Nr. 5L ___________^Ees Matt. 153. Jahrgang Dienstag 4. August 1N03 d MH. Bezugspreis: Glehener Anzeiger LZ " eeneral.aqeiger " -•* 3£ AmK- md Anzeigeblatt für »en Kreis Kietzen M4Z ..... im iLTTnniL.n mii—imim■ -eigenteil: Han« B e ck. Aas AegierMrgsjrtLUärun des Kerzags Kmst von Sachsen^Altenönrg. In Altenburg wurde gestern, Montag, das fünfzigjährige ReAerungs-JuLMmn Herzogs Ernst gefeiert. Das Geläute sämtlicher Glocken in den Kirchen des Landes leitete gestern vormittag das Fest ein. Früh morgens fanden allenthalben Festgottesdienste statt. 'Dem Gottesdienst in der Schlotzkirche wohnte der Herzog Lei. In den Schulen wurden Festatte veranstaltet. Nach dem Gottesdienst nahm der Herzog die Parade über das achte chüringiM Jnfan- terie-Regirnent Nr. 153 und die Militär- und Kriegervereine des Landes ab und begab sich sodann zur Entgegennahme der Huldigung der Stadt nach, dem Marktplatz. Oberbürgermeister Oswald hielt die Festrede. Der Herzog dankte in bewegten Worten und begab sich hierauf nach dem Schloß. Nachmittags wurde im Hoftheater das Festspiel „EanestLna" von Eckardt aufgeführt; auf dem Marktplatz sand ein Marktfest statt, während im Schloß ein Familiendiner abgehalten wurde. Abends wird die Stadt illuminieren. Der Herzog ließ anläßlich seines Jubiläums einer großen Anzahl von verurteilten Personen Gnadenerweisungen dadurch zuteil werden, daß er denselben die Strafe völlig oder teilweise erließ oder die Umwandlung in niedrigere Strafen ufw. verfügte. — Der „ReichIanz." schreibt im nichtamtlicher! Teile: Herzog Ernst von Sachsen- Altenburg blickt am heutigen Tage auf eine 50 jährige Regierung zurück. Mit den Bewohnern des unter seinem weisen Szepter blühenden altenburgischen Landes nimmt das gesamte Vaterland herzlichen Anteil an diesem Gedenktage, der dem Lebenswerk des ehrwürdigen deutschen Fürsten Mvidmet ist. Gern erinnern wir uns heute der Verdienste, die der Herzog in den großen Jahren der Gründung des Reichs durch seine Haltung als Landesfürst, wie im Felde, sich um die nationale Sache erworben hat. Wir begrüßen den hohen Jubilar mit ehrerbietigen Glückwünschen und der Hoffnung, daß er' noch viele Jahre der Liebe seines Volkes und der Verehrung der deutschen Patrioten erhalten bleiben werde. Aie Wahl des neuen Kapstes. Die fünfte Sfumata stieg gestern, Montag, um 11 Uhr 15 Min. auf. 2000 Menschen sind auf dem Peters- vlatze. In vatikanischen Kreisen ist man der Ansicht, daß das Konklave infolge der großen Stimmen-Zersplitterung bis Donnerstag dauern wird. — UM 6 Uhr 25 Min. abends zeigte sich die sechste Sfumata auf dem Dache der Sixtinischen Kapelle innerhalb zehn Minuten zweimal hin- tereinarrder. Die Menge, die seit etwa 5 Uhr auf dem Petersplatze geharrt hatte, verlief sich danach langsam. — Von einer „sehr vertrauenswürdigen Seite" wird mitgeteilt, daß Rampolla im ersten Wahlgange 29, im zweiten 19, im dritten und vierten je 15 Stimmen erhallen habe. Seine Kandidatur sei nunmehr aussichtslos, dagegen mache diejenige Vannutellis große Fortschritte. Agliardi habe im ersten Wahlgange 14 Sttmmen erhalten. Für Vannu- telli sei der Ausgang ungewiß, die Niederlage Rampolbas jedoch sicher. — Das Konklave ist andauernd außerordentlich streng überwacht. Es sollen außer Versuchen, durch Spiegel eine Verbindung nach außen herzustellen, auch Brieftauben herausgelasseu sein. Die Gesandten von Brasilien und Belgien überreichten heute dem Sekretär des Kardinals ko llegiums, Merrh del Val', ihre Beglaubigungsschreiben. Morgen, das ist Dienstag, Zöllen auf Anordnung des Konklave-Gouverneurs neue Lebensmittel-Vorräte in das Konklave gebracht werden, da die zu Beginn aufgenommenen nahezu verbraucht sind. Alle den äußeren Dienst des Konllaves versehenden Zeremonienmeister sind vom Sekretariat auf morgen vormittag in den Vatikan geladen; dies soll mit der Krankheit Herreros Zusammenhängen. Der „Tribuna" zufolge hatte Kardinal Langenieux wieder einen Gichtanfall, auch Kardinal Couille soll leidend sein und Kardinal Espanor ist sehr schwer erkrankt. W heißt, daß sein Tod erwartet werde. Von den Versuchen, aus dem Innern des Konllave Verbindungen mit» der Außenwelt herzustellen, hat Marschall Chigi gemeldet, daß von einem Fenster ans mehrere Male mittels eines Spiegels Lichtstrahlen nach einem benachbarten Hause gelenkt wurden. — Der „Germ." wird aus Rom telegraphiert, daß gestern das wiederholte Erscheinen eines KonklavedienersandenKon- k l a v e - F e nst e r n allgenreine Entrüstung auf dem Peters- Platze bervorrief. Einrge Mitglieder des Ciroolo Pietro benachrrchttgten den Majordomus, welcher die Tatsache sofort dem Konklave mitteilte. Der Schuldige wird besfrast werden. — Gestern abend befanden sich rund 130 000 Menschen auf dem Petersplatze. Kie ungarische ZLestechuagsaffäre. In Budapest cirtulierten gestern, am Aäontag, Gerüchte, M i n i st e r p r ä s i d e n t K h u e n werde morgen seine Demission einreichen. — Die parlamentarische Unter* suchungskommission beschloß, die Grasen Alexander Telecki und Karolyi, den Journalisten Madag, den Sekretär Szaparys und mehrere sozialistische Führer zu vernehmen. Redakteur Singer erklärte, daß er niemals mit jemandem im Nationaltäsino über die Bestechung konferiert habe. Er sei überzeugt, daß der Ministerpräsident der ganzen Sache sernstehe. Gras Alexander Telecki erklärte, daß er und nicht Der Schwager des Minist erpr äs identen, Julius Telecki, von Dienes aus dem Staatsgefängnis ein Schreiben erhielt, mit der Bitte, sich für seine Begnadigung zu verwenden. Abg. Polonyi wies auf bie Meldung der Blätter hin, nach der Dienes von einem höheren Beamten iin Mnisterium des Innern einen regelrechten Paß erhielt. Nach de!r Flucht Dienes hielt derselbe Beamte in Begleitung eilnes Detektivs in der AÄ>bnnng des Dienes eine Haussuch-rna »b mü> belegte sämtliche Schriften mit Beschlag. SLdner fwbttte fate Vernehmung des Polizeichefs Selley und des Oberstadthauptmanus Rudnay. — Das Ungarische Korre- spoudenzburean veröffentlicht eine Erklärung des Ministeriums des Innern, nach der die von Polonyi vorgebrach, ten Blättermeldnngen über den Paß und die Haussuchuna vollkommen erfunden sind. Abends erklärte im parlamentarischen Untersuchungsausschüsse Min isterpr äsident Khuen-Hedervary, Szapary habe chm wiederholl in Allgemeinheiten Pläne erzählt, wie es erreichbar sei, daß die Obstruktion abrüste. Er habe den phantastischen Ideen keine Wichtigkeit beigemessen und Von der Bestechungsaffäre erst imr Abgeordnetenhause und aus der Presse erfahren. Bezüglich Szaparys Pläne über die Sozialisten habe er ihm gesagt, er möge tun, was er wolle. Auf das Bestimmteste erklärte der Ministerpräsident, er habe weder mit Dienes, Singer, noch anderen in der Bestechungsaffäre Genannten gesprochen, noch sonst in Berührrmg gestanden. Der Ministerpräsident verließ den Saal unter begeisterten Eljenrufen der Liberalen. Volltische Tagesschau. König Alfons Auslandsreisen. Man schreibt uns aus Berlin, 3. Aug.: Zu der Meldung, daß König Alfons von Spanien möglicherweise noch in diesem Jahre bei einigen europäischen Souveränen seine Antrittsvisite abstatten wird, ist zu bemerken, daß dann auch ein Besuch am kaiserlichen Hofe zu Berlin oder Potsdam in Frage kommen dürfte. Wnig Mfons hatte in zwei auseinanderfolgerrden Jahren Gelegenheit, preußische Prinzen bei sich zu sehen. Im Mai vorigen Jahres anläßlich seiner Krönung den mit der Vertretung Kaiser Mlhelms beausttagten Münzen Albrecht von Preußen, und im Frühjahr d. I. den Bruder desKaisers, den Prinzen Heinrich, der mit dem ersten Geschwader aus der dthede von Vigo vor Anker ging und von dort aus mit den Herren seines Stabes an den Hof nach, Madrid fuhr. Den Besuch Berlins würde König Alfons wohl verbinden mit demjenigen Wiens, bei Kaiser FranzJosef, seinem nahen Verwandten. Wählend diesen Leiden Visiten eine besorrdere polttische Bedeutung nicht zukäme, würde dies gelten müssen von einem Besuch König Alfons in Paris. Das Einvernehmen zwischen Spanien und Frankreich würde dadurch besiegelt werden, und damit die Annäherung Spaniens an den Zweibund. Die Deutschen m Amerika. Die fixe Idee, daß Deutschland geheime Pläne mi; Annektierung amerikanischen Gebietes habe, beherrscht be- kannttich noch immer einen gewissen Kreis nordamerikanischer Polttiker. Das zeigt sich, sobald die Meldmig auftaucht, daß die aus dem ttansatlanttschen Kouttnent lebenden Deutschen Anstalten tteffen, sich national zu organi- sieren, wie es vor kurzem die Deutschen in Argentinien taten. Dieser lächerliche Verdacht regt sich aber seltsamer Weise nur, sofern es sich um-Deutsche handelt. Mstet ein anderes euroMsches Element zu solcher nationalen Organisation, bann herrscht tiefes Schweigen im Blätterwald der gelben Presse. Keinerlei Unterstellung beispielsweise wurde laut, als unlängst die in Chlle lebenden Italiener einen nationalen Zusammenschluß in die Wege leiteten und zu diesem Zweck einen förmlichen Kongreß unterm Vorsitz des italienischen Gesandten in Santiago veranstallleten. Wenn zwei dasselbe tun, und einer von diesen ein Deutscher ist, dann ist es für die amerikanischen Chauvinisten nicht dasselbe. Deutsches Keich. Berlin, 3. Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Bekannttich bat die chinesische Regierung auf Verlangen >er Mächte durch ein auch im Pekinger Schlußprotokoll (Artikel 5) chusgerwmmenes chinesisches Edikt vorn 25. Aug. 1901 die Einfuhr von Waffen und Kriegsm/ate- rial nach China zunächst auf die Dauer von zwei Jahrmr verboten. Es bestätigt sich jetzt, daß über die Frage einer eventuellen Verlängerung dieses Verbots unter den Vertretern der Mächte in Peking keine Ueberesinstimmung zu erzielen gewesen ist. Vielmehr sollen sich mehrere Vertreter gegen die Verlängerung ausgesprochen haben. Da )ie chinesische Regierung die Aufhebung des Verbotes ex- trebt und sie zur Verlängerung des Verbots gemäß Art. 5 >es Schlußprotokolls nur auf Verlangen der Signatarmächte1 verpflichtet ist, ist als wahrscheinlich anzusehen, daß das Verbot naD Ablauf der Meijährigen Frist infolge Nichterneuerung stillschpieigend außer Kraft tritt. Es ist Ml zunehm en, daß alsdann auch die Mächte die von ihnen erlassenen Verbote der AuHuhr von Waffen und Kriegsmaterial nach Chinp alsbald aufheben werden. Für Deutsch^- land ist das entsprechende Verbot durch allerhöchste Verordnung vom 6. August 1900 (ReichSgesetzblatt S 789) ergangen. — Ten „Berl. Pol. Rachr." zufolge werden die beteiligten Ressorts nachprüfen, ob die seinerzeit aufge? teilten Regulierungspläne der Flußläufe in Schlesien einer Ergänzung bedürfen. — Als Nachfolger des verstorbenen Generals Fuchs von Bimbach ist der Oberst Büching vom Kriegsministerium als Präses der Artillerieprüfungskom- mission aus erseh en. H a m b u r g , 3. Aug. Die aus London verbreitete Meldung, die Harnburg-Amerika-Linie habe fünf der ältesten Dampfer verkauft und dafür vier neue er- toorfcen, bestätigt sich Die neuen Dampfer werden die Funktionen der allen übernehmen. Eine Aendernng in den Kapitalsverhällnissen der Gesellschaft tritt nicht ein. Breslau, 3. Aug, Der Kön i g von Sachs en übersandte dem hiesigen Oberpräsidium 1500 Mk. für die lleberschwemmten Schlesiens. — Kultusminister von Studt traf nachmittags kurz nach 2 Uhr hier ein. Er besuchte das vom Hochwasser bettoffene archäologische Institut, dre Universität, sowie andere von der Flut beschädigte Gebäude der Stadt. Hierauf unternahm der Minister eine Fahrt durch den Landkreis Breslau. — Der „Schief. Ztg." zufolge kommt, wie uns ein Telegramm meldet, die Kars er in am 10. August nach Schlesien, um das Ueberschwemmungsgebiet zu bereisen. In Aussicht genommen ist eine Besichtigung der Stadt Breslau sowie der Kreise Neisse und Neustadt. In Breslau soll unter dem Vorsitz der Kaiserin eine Sitzuilg des Zentralhilfskomitees für Schlesien abgehalten werden. St uttgart, 3. Aug. Im Alter von 76 Jahren ist gestern aus Schloß Kißlegg Fürst Eberhard von Waldburg-Zeil-Wurzach, Senior des Fürstenhauses Waldburg, österreichischer Major a. D., nach, kurzer Krankheit gestorben. Paris, 3. Aug. Das Schwurgericht verurteilte den früheren Kammerdiener Schmch des bayrischen Geschäftsträgers Guttenberg wegen des Anfangs März auf der bayrischen Gesarrdtschaft verübten Einbruchdiebstahls zu 4 Jahren und den Mitschuldigen Vogt zu 3 Jahren Gefängnis. Heer und Flotte. Wilhelmshaven, 2. Aug. Das erste für Ostaften erbaute Flußkanonenboot Tsingtau, das bei Schichau in Elbing erbaut wurde, soll im September nach China überführt und mit Beginn des neuen Jahres dott in Dienst gestellt werden. Das Boot wird in Elbing zerlegt, auf Krähnen verpackt und in ihnen nach Danzig überfühtt, woselbst die Verladung auf den nach Ostasien gehenden Dampfer erfolgt. Dieser fahrt von Danzig nach Hongkong. Hier wird das Boot wieder zusammengesetzt und unter dem Kommando des Kapitänleutnants Giebler in Dienst gestellt. Auslim-. London, 3. Ang. Das Oberhaus nahm die zweite Lesung der imschen Landbill an. Das Unterhaus nahm die dritte Lesung der Flottenbautenbill an. Die Regierung zog die Butterblll zurück. — Ter Gegenbesuch englischer Parlaments» mrtglreder bei den französischen Deputierten in Paris ist auf den 25. November angesetzt worden. Beretts 70 Parlamentsmitglieder nahmen die Einladung an. Paris, 3. Aug. Dem B u d g e t a u s s ch u ß ist es nun- mehr gelungen, das Gleichgewicht im Budget herzustellen. Tasselbe schließt mit einem Ueberschuß der Einnahmen von 800000 Francs ab. Tas Gesamtbudget der Einnahmen und Ausgaben übersteigt 3y2 Milliarden. Wien, 3. Aug. Ten Blättern zufolge erschien heute eine aus Verttetern aller tschechischen Abgeordnetengruppen bestehende Abordnung bei dem Minister- vräsidenten Körber, um chm eine Denkschrift über die durch bie jüngsten Hochwasser hervorgerufene Nollage rn den verschiedenen Bezirken Böhmens zu überreichen und die staatliche Hilfeleistung zu erbitten. Der Ministerpräsident sagte eine eingehende Würdigung der Denffchrist zu und verwies auf die von der Regierung bereits unternommene Notstandsaktion, deren Fortgarlg er versprach!. Brünn, 3. Aug. Nach einer hier gestern ab gehaltenen Versammlung tschechisch-sozialistischer Arbetter ' zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts kam es zu einem Zusamrnenstoß zwischen Arbeitern und der Polizei, welche mit Steinen bombardiert wurde. Die Polizei mußte von der blanken Waffe Gebrauch machen. Ein Polizei-Jnspellor und ein Polizist wurden verwundet, zahlreiche Personen verhaftet. Brüssel, 3. Aug. Wie der „Soir" berichtet, hat die Wiener Diplomatie die gerichtliche Klagezustellung betret* end die Regulierung der Erbschaft der verstorbenen Königin H e n r i e 11 e v o n B e l g i e n an die Gräfin Lonyay unter dem Vorwande abgelehnt, weil die Gräfin in der Klageschrift als königliche Hohett bezeichnet wird. Infolgedessen hat der Oberprokurator von Brüssel den Anttagstellem die Aufforderung zugesandt, dies abzuän- dern. Der Anwalt Janson erklärte jedoch die Prinzessin Stephanie sei immer noch königliche Hoheit und er habe beschlossen, den Wortlaut der Klageschrift nicht abzuändem. Belgrad, 3. Aug. Der b elgische Gesandte überreichte in feierlicher Audienz dem Könige sein Beglaubigungsschreiben. — Der Arbellerkongreß beschloß die Gründung einer sozialdemokratischen Partei. Konstantinopel, 3. Aug. Tivisionsgeueral Edib Pascha, der bisherige Gerichtspräsident in Salonik ging nach Dede ab, wo angeblich zwei Br ück e n von den Komi- tadjchis z e r st ö r t wurden. Nach Meldungen aus Kirkkilise drangen in der vorigen Woche nach der Mreise der Kommission unter Schatir Pascha zwei neue Banden nach Bulgarien in den Kreis Tirneve ein. Petersburg, 3. Aug. Laut Bericht einer chinesi- chen Zeitung drangen jüngst in Peking 200 Räuber in >en Sommer Palast der Kaiserin ein und raubten Gegenstände im Werte von 100 000 Taels. Die Eunuchen waren dabei beteiligt. Bis jetzt sind jedoch von den 200 Stäubern nur sechs festgenommeu. und Kataloge aus. Ob die Kosten der so wirksamen und internationale Konferenz Stimmung zu machen, um nische Fachmann im Anzeigewesen wurde kürzlich von einem Mitarbeiter der Newyorker Monatsschrift Arena über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Geschästsanzeigen interviewt. Einige Auszüge aus dem betreffenden Aufsatz werden intereflieren. N. C. Fowler — so heißt der Annoncenverfallen. Unser Gewährsmann schätzt die Zahl der einzelnen Anzeigenabdrücke in der gesamten nordamerikanischen Preffe auf 350 Milliarden pro Jahr, welche, ausgeschnitten und aufeinander gelegt, einen über 35 Millionen Meter hohen Haufen bilden würden; zu einem Streifen aneinander gefügt, würden die Annoncenbogen eines Jahres etwa 180 000 Kilobeliebten Illustrierung der Anzeigen in diesen Riesensummen einbegriffen sind, ist aus dem in Rede stehenden Artikel nicht klar ersichtlich; doch betont Fowler die ungeheuren Fortschritte Aufregung, da gestern nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr zwischen Ludwigsturm und Maxruhe ein Kurgast aus Rußland überfallen wurde. Der Herr saß lesend auf einer Bank, als er von einem Unbekannten einen Schlag mit einem Hammer auf den Kopf erhielt. Nach kurzem Ringen mit dem Räuber entfloh dieser. Der stark verletzte Kurgast wurde verbunden und in das Spital verbracht. die englischen Delegierten namentlich vor Vorschlägen zu warnen, die angeblich darauf hinzielten, die englische Mar- coni-Gesellschast zu Gunsten deutscher Gesellschaften zu schädigen. Damit ist die der Konferenz vorzulegende internationale Regelung der drahtlosen Telegraphie gemeint, daß nämlich Meldungen von und nach Schiffen ohne Rücksicht auf das angewendete System angenommen und transmittiert werden sollen. Das sei — so behauptet die Marconi-Ge- sellschast — zunächst aus technischen Gründen uninöglich, und wenn möglich, nur auf Kosten des technisch vorgeschrittensten Systelns. Das Ganze sei darauf berechnet, den Deutschen Vorteile zuzuwenden, die sie im Wege der Konkurrenz nicht erlangen könnten. Die ganze Organisation der Marconi- meter lang sein. Die amerikanische Geschäftswelt gibt jetzt jährlich mehr als 150 Mill. Doll, für Presse-Inserate und mindestens ebenso viel für Preislisten, Zirkulare, Prospekte des Vertrages bleibt der Konkurs Verwaltung und dem • Bad Kissingen, 2. Aug. Hier herrscht allgemeine könig der Pankees — meint, daß in den Vereinigten Staaten gegenwärtig etwa achtzehn- bis zwanzigmal so viel Geschüfts- anzeigen veröffentlicht werden, als vor ungefähr 25 Jahren. Geschäftsanzeigen würden seit etwa einem halben Jahrhundert für eine Notwendigkeit gehalten. Ihren vollen Wert wisse man aber erst seit 25 Jahren zu würdigen; jetzt erkenne man schon an, daß da§ Annoncieren ebenso wichtig ist, wie das Rohmaterial, die Erzeugung und der Verkauf der Ware. Wahrend man das Inserieren ftüher als eine Ausgabe für ein Experiment oder als Lurus betrachtete, gilt es heute für eine unerläßliche und rentable Kapitalanlage. Demgemäß gibt es „drüben" zahlreiche berufsmäßige, von großen Firmen ! gut bezahlte „ads writers“ (advertisements writers = Anzeigenverfasser), die in den „Anzeigenschulen" ausgebildet werden und immer wieder auf neuartige Jnsertionsweisen sprechendes zu schaffen. Aus dem Odenwald, 31. Juli. Während das früher im Kreise Erbach bestehende Manganerzbergwerk vor einigen Jahren wegen geringer Ergiebigkeit eingestellt werden mußte, ersteht nun in einem anderen Teile unseres erzreichen Gebirges ein anderes Bergwerk derselben Art in her Gemarkung Affolterbach. Ein Beamter der technischen Abteilung der Stummschen Werke weilte diese.Woche hier, um die bereits beendeten Bohrversuche zu besichtigen und die Zürich Wien, Bath, Berlin, Petersburg, Rom, Madrid und Blue Hill. * Glasgow, 3. August. Zwei Mechaniker und cm Arbeiter verunglückten beim Anbringen einer Welle in einem Schiff der' Union Eastel-Linie, das in der nächsten Woche vom Stapel laufen soll. • Palermo, 3. Aug. Ein durch verbrecherische Hand in die hiesige Werft gelegtes Feuer vernichtete den großen Dampfer „Caprera". • Siemenstown, 3. August. Das Schiff der deutschen Südpolarexpedition, der „Gauß", ist heute nach Kiel abaesegelt. • Newyork, 3. August. Hier ging ein von der chinesischen Reformpartei an die fremden Mächte gerichteter Appell ein, chinesische Journalisten, die sich am Aufstand beteiligten, nicht an die chinesischen Behörden zur Aus uni* Land. GH e § e n, den 4. August 1903. ** Theater- und Saalb au. Gestern tagte im Sitzungssaal der Stadtverordneten eine zahlreich besudle Bersammlung der beiden Ausschüsse. Nach längerer batte einigte man sich darüber, an dem schon von der Generalveichrmmlung des Tbeaterven-m-.- am 7. Zu? ausgestellten Programm festzuhalten, b. h. an drc Aufbringung der Baugelder erst dann zju gehen, wenn ein misgear- beitetes Bauprojekt vorlicgt. Der Erlangung ernes solchen werden die vom Sm-llmu- und Theaterverern zur Verfügung gestellten Mittel dienen. D,e Aufstellung eines Bailprogramms und zugleich die Vorbereitung eines 3fr- nanzplans würde sodann einem Unterausschuß ubcittragen, bestehend aus Kommerzienrat Heichelheim, Oberburger meister Mecum, den Stadtverordneten Saubach und Kirch, Bauinspektor Becker und 'den Vorsitzenden des Saalbau- und Äseatervereins, Professoren Spenge! urb WmeJ Dieser Unterausschuß wird bereits heute uni 8 Uhr seine Beratungen beginnen, um in einigen Wochen den bei Den Ausschüssen einen Bau- und Finanzplau vorzulegen, ^cach Begutachtung durch die Ausschüsse wird das Gesamtkomitec zu beschließen Huben, und darauf wird sogleich dae Preisausschreiben zu erlassen sein. Erst nach Erlangung zur Ausführung geeigneter Baupläne wird zu Gcldzeichnungen aufgefordert werden. ^DasEndevomLiede. Im Jahre 1898 war von | der 2. Kompagnie unseres Regiments ein Elsässer desertiert,! der kürzlich in Lörrach, in Baden wieder aufgestrnden worden | ist und nun im Garnisonlazarett in der Brangasse sich be-! findet. Der Mann hat eine nicht ungewöhnliche Vergangen-! bett. 1892 ließ er sich bei der französischen Fremdenlegion^ auf 5 Fahre nach Algerien anwerben, kam von dort, von Sehnsucht getrieben, nach dem Elsa^ß zurück, wurde selbstverständlich, da er sich! der Wehrpflicht in Dcuftchland entzogen hatte, ergriffen, verbüßte eine kurze ihm deswegen zuerkannte Arreststrafe und wurde als unsicherer Kantonist bei den 116em eingestellt. Kaum zwei Monate im Dienst, packte ihn die Abenteuerlust; er schrieb seinem im Elsaß wohnenden Vater, er werde vom Militär entlassen und bat um Uebersendung von Eivilkleidern und um etwas Geld zum Heimreisen. Der Vater kam der Bitte des Sohnes nach, und dieser verschwand darauf, wie er migiebt, nach Belgien, von wo er sich 5 Jahre lang in Frankreich, Italien und der Schweiz umherqetrieben hat. In letzterem Lande * Straßburg i. E., 3. Aug. Am 6. August findet in den Morgenstunden eine internationale wissenschaftliche Bal lonfa hrt statt. Es steigen bemannte und unbemannte Ballons sowie Drachen auf in Trapper, Paris, Straßburg i. E., Friedrichshafen, Barmen, Hamburg, Inbetriebsetzung eines neuen MangcmerzbergwerkcS definitiv anzuordnen. In den nächsten Wochen schon sollen Beamte und Arbeiter, sowie daS nötige Material zum Betriebe wer eintreffen. Die Bevölkerung der Umgegend verspricht sich hiervon lohnenden Erwerb. (D. Tgbl.) M a i u z, 3. Aug. Nach N u t e r s ch l a g u n g v o n 400 Mark ist der 32 Jahre alte Milchverkäufer Philipp «vum* mel von hier verschwunden, außerdem hat er sich ein Fahrrad erschwindelt und mitgenommen. Gleichzeitig ist eine Frau Agnes Greve, geborene Ktrock, durchgebrannt und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Beiden zusammen reisen. — Der 20 jährige Kaufmann Bl eines, der im ersten Stock der Wirtschaft „Zum Peterseck" am Petersplcch wohnt, glaubte gestern abend nach 9 Uhr, als er schon im Bette lag und eingeschlafen war, an seiner ^.ur ein Geräusch zu vernehmen. Da er Einbrecher vermutete, stieg er ans seinem Bette und kletterte, nur mit dem I .Hemde bekleidet, an der Fensterbrüstung entlang, um.feine. Logiswirtin zu wecken. Als er den gefährlichen Rückweg | antreten wollte, stürzte er, durchschlug ein Glasdach und fiel in die Wirtschaft auf einen Tisch, an benr mehrere Gäste saßen, die natürlich furchtbar erschraken. Der Verunglückte war am Unterleib und den Beinen durch das Glas fürchterlich verletzt worden. Ein herbeigerufener Arzt bemühte sich um den Ohnmächtigen und legte Notverbände an, dann kam der Schwerverwundete in das Rochushospital. r r [] Marburg, 3. Aug. Die Arbeiten am Bahnbau Marburg-Süd-Dreihausen sind jetzt flott im Gange. Ausgeführt werden sie bekanntlich von Unternehmer Busch von hier, der auch den preußischen Teil der Ohrn- talbahn von Kirchhain bis zur Darmstädter Landesgrenze gebaut hat. Das Gelände bietet keine nennenswerten Schwierigkeiten, nur hinter Cappel, da wo sich biie Dahn malerisch am Abhänge der Berge hinschlängelt, muß eine hohe Mauer zum Schutze gegen Ueberschwemmung des Bahndammes aufgeführt werden. In der letzten Nacht sind zahlreiche ausländische Arbeiter, meistens Italiener, eingetroffen. Sie haben sich vorläufig in den Dörfern ein« quartiert, doch soll, wie man hört, bei Ronhausen eme Baracke erbaut werden. Bezüglich der Weiterführung der Bahn von Dreihausen aus dürste in erster Linie die Sttecke nach Nordeck in Frage kommen, da hier zum Anschluß an die Bahn Lollar—Grünberg nur eine ganz geringe Strecke Darmstädtisches Gebiet von Nordeck bis Londorf berührt Hinrichtung auszuliefern. * Die Säuglings st erblich keit. Der 71. Jahres» kongreß der British Medical Association in Swansea erhielt gleich in dem einleitenden Vortrage des Präsidenten &r. Griffiths das ernste Problem der großen Säuglingssterblichkeit in England vorgesührt. Wie kommt es, daß bei dem Sinken der allgemeinen Sterblich- keitszifser, was auf die besseren sanitären Vorschriften und ihre striktere Ausführung, sowie auf die Besserung der Lebenshaltung der arbeitenden Klassen selbst zurückzuführen, wie kommt es, daß trotzdem die Sterblichkeit der Kinder — bis zum ersten Lebensjahre — in den letzten fünfzig Jahren nicht abgenommen hat, sondern sogar gewachsen ist? Dr. Griffiths gab anz daß diese Kindersterblichkeit hauptsächlich im Gefolge von Diarrhoe und typhösem Fieber auftrete, und führte sie auf Unwissenheit und Nachlässigkeit der Mütter, sowie auf die noch immer mangelhafte Hygiene zurück. Es spielen aber gewiß noch andere Ursachen mit. Es kann doch kein Zufall fein, daß die Sterblichkeit der Säuglinge am stärksten in den Städten und Bezirken ist, wo die Frauen allgemein in den Fabriken arbeiten. Es kann weiter auch kein Zufall sein, daß während Manchester, als Ganzes genommen, die höchste Säuglingssterblichkeit in England aufweist, die in einem Bezirke dieser Stadt, Ancoats, sogar auf die ungeheure Ziffer von 162 per 1000 steigt, ein anderer Bezirk dieser Stadt weit unter ihren Durchschnitt sinkt, ein Bezirk ! nämlich, der mit einer jüdischen Bevölkerung überfüllt ist, deren grauen in der Regel nicht in Fabriken gehen. Das führt auf eine Haupttirsache der großen Säuglingssterblichkeit: daß nämlich die Fabrikarbeit der Frauen ihren Kindern die Möglichkeit benimmt, an der Mutterbrust genährt zu werden. Dazu kommen dann noch andere Faktoren. So will man bemerkt haben, daß je größer die Zahl der Analphabetinnen unter den eheschlietzenden Mädchen, desto größer auch die Sterblichkeitsziffer der Säuglinge ist. Tie Verbreitung der Trinksitte unter den englischen Frauen, das ruchlose System der Kinder Versicherung, das direkt eine Prämie auf den legalen Kindesmord setzt, die Neber füllung der Wohnungen usw. sind weitere wichtige Ursachen. • Etwas vom Annoncieren. Der größte amerifa* urS’ber Schweiz umher getrieben hüt. In letzterem Lande I^^Fr an kfurt, 29. Juli. In unserer östlichen Vorstadt kam er, schwer erkrankt, ins Spital, wo ihn die Sehnsucht soll nunmehr ein neues Wohnviertel entstehen, von nach der Heimat trieb, er erklärte, er wolle an Deutsch'- dem sich viele Leute großen Gewinn und raschen Absatz land ausgeliefert werden, wo er vom Heere desertiert sei. des baufertig werdenden Geländes versprechen. Es gibt Die Schweizer Behörde, die gewiß froh war, den kranken aber auch andere Leute, die der Meinung sind, daß es Ausländer aus ihren Grenzen los zu werden, willfahrte _ auch ohne das neue Viertel — in einigen Fahren in dessen Wunsch und lieferte ihn an das Bezirkskommando Frankfurt billige Häuser geben werde. Es wird ab- Lörrach, an der badisch-schweizerischen Grenze gelegen, ab, zuwarten sein, ob diese pessimistische Auffassung unserer wo dann das Weitere ^veranlaßt wurde. Der Deserteur ist baulichen Verhältnisse zutrifst, sicher ist aber, daß in letzter auf der einen Seite voNständig gelähmt und wird wohl Zeit recht, recht viel gebaut worden ist. Was nun das nie mehr so gesund werden, daß er Dienst tun kann. neue Wohnviertel betrifft, so handelt es sich dabei um die ** Köln am Rhein. Bei Aufgabe von Depeschen Erschießung des Geländes zwischen Bornheim und Seck- nach Köln in einem Wort zu schreiben, ist nicht nötig, und bach. Im Eingemeindunasvertrage ist den Seckbachern ver- es würden daher drei Worte dafür gerechnet. Die Dezeich- sprachen worden, daß bis 1905 eine neue Berbindungs- nung , am Rhein" oder „Rhein" ist auch unnötig, wenn straße mit Frankfurt hergestellt werde, welche auch die man' nach dem WiNen der Reichspost die Stadt Köln am Trambahn aufnehmen soll. Die Trace dieser neuen Straße Rhein mit C, also Cöln schreibt. Schreibt man es so, so ist festgelegt, sie zieht durch ungemein zersplitterten ist kein Zweifel, daß dire Post schon weiß, daß die schöne Grundbesitz. Nichts stände ja der.Gtadt im Wege, bte Stadt am Rhein damit gemeint ist. lex Adickes hier anzuwenden, allein mau tut es nicht; ** Städteaussteklung Dresden. Welchen Wert unter anderen Gründen schon darum, weil man bei man in unserer städtischen Verwaltung dem Besuch der der aeplanteu freiwilligen Zusammenlegung mehr StädteaussteNung in Dresden beilegt, geht am besten daraus für die Stadt herauszuschlagen hofft. Bei der hervor, daß Beigeordneter Curschmann, der Leiter unseres Adickes würden vom Terrain 30 Prozent abgetreten, Tiefbauamtes, Baumeister Braubach, und Bürgermeisterei- bei fteiwiNiger Zusammenlegung etwas mehr als 33 Proz. sekretär Mendorf auf Veranlassung des Oberbürgermeisters uud diese 3 ein Zehntel Prozent braucht die Stadt. Sie die Ausstellung besuchen werden. will nämlich, wie wir hören, einen großen „Platz" in ** Auszeichnung. Auf der unter dem Protektorat jenem Gebiet, direkt am Bornheimer Friedhof anlegen und Sr. Maj. des Königs der Belgier vom 4. bis 13. Juli statt- muß deshalb auf andere Art ihrem Schaden wieder beigehabten Ausstellung in Brüage (Belgien), wurde kommen. Dafür werden die Anlieger ja auch wohl zu Herrn Heinr. Lanz von hier folgende Auszeichnungen haben sein. Man will aber wissen, daß der „Platz" später verliehen: a. In der Klasse für Motoren: Der einzige aber doch nicht erhalten bleiben soll, sondern daß heim ach Grand Prix (höchste Auszeichnung) für Lokomobilen, b. In Stadt dort eine Kirche, die „Bergkirche" und eine der Klasse für landwirtschaftliche Maschinen und Michwirt-l Schule zu errichten plant. Es wäre nicht schön, wenn schäften: Ein Grand Prix (höchste Auszeichnung) für land- man mit diesem Plan erst hinterdrein herausrücken wollte, wirtschaftliche Maschinen und Milch-Separatoren, c. 6 Di- Im übrigen ist das Einverständnis der Anlieger mit der! plome für von der Jury anerkannte Neuheiten: 1) für neue Zusammenlegung jetzt erzielt, und die Straße kann wohl Sttohpresse, 2) für neuen Milch-Separator mtt Hebel- bald in Angriff genommen werden. antrieb, 3) für neue Dreschmaschinenanlage, 4) für neue———— ■■ ■ ■■■ 1 ■■ ■■■■ ■■■■■-■■ Gopelkonstruktton, 5) für Geschwindigketts-Aenderung an Göpel, 6) für neues Gopelvorgelege. I s.. ■ «>».«• ** *-***»-*<•«* unter zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragen. Sie löhner namens Thomas feine Geliebte aus einem war hier im Mai 1808 geboren und ist somit über 95 Jahre! Fenster feines im dritten Stockwerk gelegenen Zimmers auf alt geworden. — Das heute nachmittag über unsere Gegend den Hof hinab. Thomas wurde verhaftet, als er den Körper gezogene Unwetter war sttichweise von wolkenbrucharti- bei dem Sturz sofort getöteten Mädchens an eine an- gen Regengüssen begleitet, die auf einigen Fluren Schaden Stelle bringen wollte, um die Annahme eines Selbst- 3. Aug. Der hiesige B°uverttuzu ermöglichen ........ „Eigener verd ist goldeAvcri" hatte zur Erlangung eines ' ' 3" ,. , § ^fiedik in öfter» in ber künstlerischen Ausstattung der Inserate, Plakate usw. mustergiltigen Entwurfes zu einem Doppelwohnhause schweres @tfen ba h n °Ungl 0 5 — ■ Hervorragende Künstler stehen nicht an, die Begleitzeichnungcn mit zusammen 6 Wohnungen, bestehend je aus 3 Zimmern reich,sch Schlesien telegraphiert. Vor der Station Strmne I v »men zu liefern - ost eine recht kostspielige Ge- nebst Mche, einen Wettbewerb ausgeschrieben. Haupt- rissen sich von einem Lastzüge 12 rrnt Steinen Belabene Ue[>er b;e qufunft des Anzeiqenwesens befragt, nnt» bedingungen waren gute Grundrihausteilung, gefällige Wagen los und sausten m wenigen Mmuten 30 Kilometer $ $ ^oroIer. gje tänqt von de/stukunft des Geschäfts- Vorderansicht der Häuser und möglichst billige Baukosten rückwätts. Dabei stießen sie auf einen Personenzug, der o \ ' Mederaana der Geber solider Bauart. Das mis Bürgermeister und Baurat fzrmlich zermalmt wurde. 30 Personen sollen getötet, 52 kb"ns ab, m ent Blühen o 9 S a. Stahl und Fabrikant Langsdorf in Friedberg sowie I s^°r oerwrmdet sein W, wird das Annoncieren zu- oder abnehmen. Ems laßt Landeswohnungsinspektor Gretzschel in Darmstadt be-1 . Leiv'ia 3 Aua IMe ®läu6ltgei:bei:fainnt» M DOm anbern trennen. Immerhin kann man sagen, stehende Preisgericht hat als den besten Entwurf denjenigenL d er Leipzia er Ban k ermächtigte einstimmig den daß das Anwachsen des Trnstwesens geeignet ist, den Um« des Architekten Carl Zimmer in Darmstadt erkannt; K^kssrsverwalter, dre Konkursmasse gegen folgende Gegen- fang des Anzeigenwesens bedeutend zu verringern". an zweite StÄle wurden zweiE^twürfe gestellt, von benün -^tuiig an das Leipziger Bankhaus (Ätek, Frehberg u. Co. »Konkurrenz deutscher und englischer draht- eine von dem ArchrtettenFrredrich Pohlrn Yv^rg unter GENtie der Nattonalbank für Deutschland in Berlin . , Telegraphie. Aus London schreibt man: Die Di- v. d. H., der andere von Architett Georg Muller in Fried- ^werten- Die Käitterin aernährt als Kaufpreis in§Jl°„' t nix; L -- cm • ' < f f berg herrührt. Der Entwurf des Stadtbaumeisters Zirp ^cht Svv^echtig.st°ktwn der Gesellschaft sur Marcoms drahtlose Telegraph,e zu Friedberg wurde an dritte Stelle gesetzt, Zum An^uf ^nd im Prozeß befangene Forderungen unter Ue6e?J W ,n etn=m an Redaktion der „Times gerichteten empfahl das Preisgericht ferner den gemeinschaftlichen Ent- noch laufenden Masseschulden. Die F-estsetzung Brief gegen die am 4. August m Berlin zusammentretende Wurf der Archttekten Ptzilipp Kahm in Eltville a. Rh. und! 7 ~~ • - - — * -—---- — ^4-; A« a r» «v. isiimmtmA -»». um Theodor Meth in Herbomseelbach und den Entwurf des Architekten Wilhelm Weyand zu Mainz. Der rührige Bauverein ist nun in die Lage gesetzt, an .Hand der zur Auszeichnung gelangten Pläne etwas wirklich Mustergilttges und den Bedürfnissen minderbemittelter Familien ent- aber nur in Flaschen, wo Plakate aushängen. Universitäts-Nachrichten. Stuttgart, 3. Aug. Finanzmini st er von Zeyer wurde von der Universität Tübingen inner Hinweis auf seine Verdienste um die vor Ostern zum Abschluß gebrachte Steuerreform zum Ehrendoktor ernannt. Arbeiterbewegung. Odessa, 3. Aug. Am Donnerstag brach hier der General- treik aus. Militär und Polizei sind machtlos. Die Volksmenge verhinderte die Abfahrt der Eisenbahnzüge. Das Eigentum ist nirgends gefährdet. Am Freitag wurde der Belagerungszustand erklärt. Die Straßen sind von Truppen besetzt. Gesellschaft, die häufig in ihre Kontrakte die Klausel aufnehme, daß nur Marconi-Apparate verwendet werden dürfen, werde jetzt gefährdet. Es sei auch vom geschäftlichen Standpunkte aus unbillig, ein solches Ansinnen an die Marconi-Gesell- schaft zu stellen. Das wäre gerade so, wie wenn man einer Telephon-Gesellschaft mit einer großen Zahl von Abonnenten den Anschluß mit den Abonnenten jeder neuen Gesellschaft, die in demselben Bezirke Geschäfte machen wolle, aufzwingen wollte. Zum Schluß gesteht aber die Marconi-Gesellscha : selbst ein, daß sie sich »über natürlichen Wettbewerb" gestell hat und dieses Vorteils nicht beraubt werden will. * Der Siegeszug der Frau. Aus London wird berichtet: Das Arbeitsfeld der Frau vergrößert sich in England mit jedem Tag. Soeben hat die Admiralität von dem Direktor des Arsenals von Pembrock einen Bericht über die Vorteile der Verwendung von Frauen in den Bureaus der Zeichner und in den Möbelwerkstätten gefordert. Falls der Bericht günstig ist, wie man annimmt, wird eine große Zahl von Tapezierern und Polierern durch Frauen ersetzt werden. Wenn es so weitergeht, wird bald eine Zeit kommen, wo man nach neuen Arbeitsgebieten für die Männer suchen muß. Man zählt jetzt schon nicht weniger als 44 Berufe, die früher ausschließlich dem starken Geschlechte vorbehalten waren, in denen die Frau dem Manne eine jedes Jahr größere Konkurrenz macht. Wer hätte wohl geahnt, daß es auch weibliche Schmiede giebt, und daß in einem einzigen Bezirk, Cradley-Heath, mehr als tausend von ihnen damit beschäftigt sind, Kettenringe zu schmieden. Erst vor kurzem wurden die Frauen zu der medizinischen Fakultät zugelassen, und jetzt haben bereits über 500 ihr Examen abgelegt, allein in London zählt man 92 weibliche Aerzte. * Ein Konkurrenzkampf belustigender Art hat sich dieser Tage zu Magdeburg am Breiten Wege zwischen zwei Warenhäusern abgespielt. Das eine offerierte Kirschen erster Güte, das Pfund zu 12 Pfennig. Darauf bot der schräg gegenüber arbeitende Konkurrent seine eigene hochfeine Qualität sofort zu dem Ausnahmepreise von 9 Pfennig an. Das durfte sich die erstgedachte Firma natürlicherweise nicht gefallen lassen, sie ermäßigte den Preis der süßen Frucht flugs auf acht Pfennig. Sofort verschwand gegenüber die Tafel mit dem Angebot zu 9 Pfennig, um einige Minuten darauf wieder zu erscheinen; die 9 Pfennig waren m einen Minimalsatz von fünf Pfeni g umgearbeitet. Dieser Unterbietungsrekord wurde nicht mehr geschlagen, wohl aber strömten jetzt Kinder, Frauen und Männer in dichten Kolonnen zu den billigen Kirschen. Der Vorrat der schmackhaften Saisonfrucht schien aber rasch vergriffen zu sein. Gegen Mittag war das 5 Pfg.-Schild verschwunden, und gegenüber kosteten die Kirschen wieder, wie am Morgen, 12 Pfennig das Pfund. _______________ Kunst und Wissenschaft. Göttingen, 3. Ang. In Corvey wurde gestern unter zahlreicher Beteiligung der literarischen Kreise ein Denkmal für Hoffmann v. Fallersleben enthüllt. Der Feier wohnte Professor Hoffmann-Berlin bei. Die beutfcfye Turnerschaft ließ am Denkmal einen Kranz niederlegen. Christine Nilson, die schwedische Nachtigall, feierte gestern, Montag, ihren 60. Geburtstag. Sie erblickte am 3. August 1843 im Kirchspiel Wederslöf bei Wexio das Licht der Welt, wurde in Stockholm und dann! in Paris ausgebildet und betrat am 27. Oktober 1864 am Th42.tr e Ly- rique zum erstenmal die Bühne. Ihre bedeutendsten Rollen waren die Violetta in Verdis „Traviata", die Ophelia in Tbomas „turntet" und Marguerite in Gounods „Faust". Nachdem ihr erster Gemahl, der Pariser Bankier Rouzaud, gestorben war, vermählte sie sich im Jahre 1887 mit dem spanischen Kammer Herrn Grafen Miranda, mit dem sie zumeist in Paris lebt. Ihre Stimme, die ein ungewöhnlich Heller und voller Sopran war, hat sich noch bis vor wenigen Jahren sehr gut erhalten. Sport. ElfGebotefürRad-Touristen. 1. Mache nie eine Radreise mit einem, der viel besser oder schlechter fährt als Du. 2. Nimm kein überflüssiges Lot Gepäck mit! Jedes ersparte Lot ist ein Kilo Reisebequemlichkeit mehr! 3 Vergiß aber andrerseits nicht, daß auch an den Radfahrer gewisse Ansprüche in bezug auf äußere Erscheinung gestellt werden. — Gott sieht freilich das Herz --aber auch nur Gott, darum sorge, daß auch die Menschen was Anständiges sehen l 4.;Frühmorgens ist die Welt am schönsten. Darum früh aufs Rad und früh herunter, dann schläfst Du gut und bleibst hübsch munter. 5. Trage zum Radeln keine wärmere Unterkleidung, als Du sie gewöhnlich trägst; aber eine wärmere Ueberhülle mußt Du stets bei Dir haben. 6. Ruhe nach jeder Mahlzeit eine halbe Stunde. 7. Trinke nur zu den Mahlzeiten; je weniger desto besser. Gegen den Durst nimm eine Zitrone mit, bohre ein kleines Loch hinein und sauge daran. 8. Vergiß nicht, daß ein Bad oder eine Abreibung nach der Radtour 'das beste Stärkungsmittel ist. 9. Eine Viertelstunde, die Tu am Abend oder Morgen auf das gründliche Nachsehen Deines Rades verwendest, spart Dir vielleicht einen unfreiwilligen Aufenthalt von vielen Stunden. 10. Wenn Du abends in lustiger Gesellschaft kneipst, hast Du den nächsten Tag verloren. 11. Lies nicht nur diese Ratschläge, sondern befolge sie auch!! I es unter Inff en hntte, Truppen heranzuziehen, ist in eine schwierige Lage geraten. Der Gerichtshof hatte verschiedene Ausständige aus der Umgegend von Henneöont abzu- urteilen. Im Gerichtssaal waren Angehörige der Streikenden versammelt. Dieselben protestierten bereits bei Beginn der Verhandlung, sodaß der Saal geräumt werden mußte. Als die draußen stehende Menge das Urteil, durch das die Angeklagten zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurden, erfahren y-atten, nahm sie eine drohende Haltung ein. Sie versuchten das GeritchKgebäude zu stürmen und schließlich mußten sich Richter und Gendarmen verbarrikadieren, da die Demonstranten durch weitere Streikende Verstärkung erhielten. Es begann eine förmliche Belagerung, nachdem sämtliche Fenster des Gerichtsgebäudes eiugeworfen worden waren. Zweimal stürmten die Ausstirdischen mit roten Fahnen an der Spitze das Gebäude und suchten die Türen einzurennen. Schließlich gelang, es dem Prokurator, welcher ebenfalls in dem Gerichtsgebäude anwesend war, ein Telegramm an den Präfekten zu senden. Um 8 Uhr abends waren die Richter immer noch eingeschlossen. Aus der Straße fanden verschiedene Zusammenstöße unter der Menge statt. Fortwährend hörte man Todesruse gegen Polizei und Gendarmen ausstoßen. Um 9 Uhr abends trafen endlich zwei Kompagnieen Infanterie ein, aber auch diese waren ohnmächtig, die nach Tausenden zahlende Menge zu zerstreuen. Um halb 10 Uhr traf eine Abteilung reitende Artillerie em, welche Geschütze auffuhr. Um 10 Uhr konnten die Richter aus ihrer schlimmen Lage befreit und die Demonstranten zerstreut werden. Die öffentliche Meinung ist über die Nachlässigkeit der Behörden sehr aufgebracht. Die Unruhen dauerten noch W ganze Nacht fort. Madrid, 4. Aug. Der geplante Generalausstand ist gescheitert. Die Regierung hat von vornherein die Freilassung der gefangen gehaltenen Teilnehmer früherer Ausstände beschlossen. Rom, 4. August. Von gut unterrichteter Seite wird dem „Verl. Tagedl." telegraphiert, daß im Konklave drei Strömungen vorzuherrschen scheinen. Tie Italiener sind zwischen Rampolla und Vanutelli geteilt, die Ausländer, abgesehen von den Franzosen, sind für Kopp. Von ausländischer Seite sei darauf hingewiesen worden, daß die Zeit gekommen sei, einen Ausländer auf den Stuhl Petri zu setzen, trenn auch die Mehrzahl der Italiener für eine solche Auffassung nicht zu haben sei. — Nach einer Pariser Depesche dementiert der „Temps" das Gerücht, daß Frankreich sein Veto gegen die Wahl Oreglias geltend machen wolle. Weder Spanien noch Frankreich gedenken von ihrem Vetorechte Gebrauch zu machen. — Wie dem „Lok.-Anz." berichtet wird, wurde die Klausur des Konklave aufgehoben, um den General- Vikar Martmi an das Krankenbett des Kardinals Ferrero y Espinosa zu geleiten. Der Kardinal, der mit den Sterbe- Sakramenten versehen wurde, liegt im Sterben. — Eine hochstehende vatikanische Persönlichkeit versicherte, daß die Anhänger Nampouas den Freunden Serasino Vannutellis den Vorschlag machten, einen neutralen Kandidaten zu suchen. Wie verlautet, einigte man sich auf den Namen des Kardinals Sarto, des Patriarchen von Venedig, um so die deutsche Kandidatur des Kardinals Kopp zu beseitigen, die von dem Amerikaner Gibbons, der eine Reform des Klerus verlangt, vorgeschlagen wurde. Agram, 4. Aug. In Molovin ließ eine Bäuerin auf dem Hose die Wiege mit einem Säugling unbewacht stehen. In der Abwesenheit der Frau warfen die Schweine die Wiege um und fraß en d en Säugling. Belgrad, 4. Aug. Der Nachlaß des ermordeten serbischen Königspaares ist nunmehr genau festgestellt. Alexander hinterläßt 250 000 Francs 'Baargeld und Staats-Papiere im Nennwerte von 150 000 Francs als P^v^Egeutum und ferner das jetzige gesamte Mobiliar des Königs-Palastes und die überaus kostbar gearbeiteten Silber gerate des Palastes. Doch sind Schulden un Betrage bon 500 000 Francs zu bestreiten. Königin Draga hinterlaßt ohne ihren Schmuck, der 150000 Francs wert fein soll, ein Vermögen von 250 000 Francs, welches ihre Schwestern erben. Saloniki, 4. Aug. Auf der Linie Saloniki-Monastir wurden von Verbrecherhand alleTelegraphen-Leitungen zerstört und die Schienen mehrfach gelockert, so daß der Verkehr für einige Zeit gestört war. Die militärische Bewachung dieser Bahn wurde erheblich verstärkt. Odessa, 4. Aug. döachdem in einer von 50000 Per- onen besuchten Versammlung der Generalstreik be- chlossen worden war, wurden sofort alle Fabriken und Backereien zur Einstellung der Arbeit und die Kaufleute zur Schließung der Läden gezwungen. Da die ganze Be- völkerung ihrer Sympathie für die Streikenden Ausdruck gibt, tonnten Polizei und Militär nichts ausrichten. Ottawa, 4. Aug. Die canadische Regierung dementiert das Gerücht, daß die Verhandlungen über die ~ariffragc zwischen Deutschland und Canada wieder ausgenommen seien. Dian glaubt hier jedoch allgemein, daß ie binnen kurzem wieder beginnen werden. ^ltt/ere tm Großherzogtum Hessen, Bayern, Königreich Sachsen, Schlesien, Braunschweig, «Lchleswig-Holstenr, Pommern, Provinz Sachsen, Hannover- mittlere bis geringe in Hessen-Nassau, Baden, Württemberg, Westfalen, Westpreußen; geringe in der Pfalz, Etsaß- Lothrmgen, Rhemprovinz, Ostpreußen; gute bis mittlere in Brandenburg. Nüsse: mittlerer Ertrag in Hessen-Nassau, Baden, Bayern, Königreich Sachsen, Westfalen, Schlesien, Braunschweig, Westpreußen, Brandenburg, Provinz Sachsen; mittlerer bis geringer un Großherzogtum Hessen, Württemberg, Schleswig-Holstein; geringer in der Pfalz, Elsaß-Lothringen, Ostpreußen, Hannover. Singen, 2. Aua. Allenthalben findet man schon an den Hausplanken sich färbende F r ü h t r a u b e n; sogar in bevorzugten Gemarkungsteilen sind solche zu sehen. Zundel un- Verkehr. Volkswirtschaft. — Von einem brasilianischen „Kaffeetrust" sind in der letzten Zeit Mitteilungen durch Zeitungen gegangen. Dieser „Kaffee traft" sollte angeblich von Belgien aus angeregt, auch mit belgischem Geld unterstützt werden. Der Ursprung dieser Nachrichten wird vermutlich der Wunsch sein, der, wie schon früher, auch jetzt in Antwerpen sich geltend macht, das Kaffeegeschäft von Havre oder einen Teil dessen an sich zu ziehen. Es scheint, daß man in Belgien den gegenwärtigen Zeitpunkt dafür geeignet hält, weist die zollpolitischen Abmachungen zwischen Frankreich und Brasilien vor einer Aenderung stehen. Frankreich will den Zoll auf Kaffee um 20Frs. erhöhen; darum hofft man in Belaien, daß alsdann der Kaffeehandel mehr von Havre ab und nach Antwerpen sich hinwenden wird. Wie nun diese Hoffnung sich ver- wirklichen soll, ist allerdings fraglich; denn der erhöhte Kaffeezoll trifft ja nur den in Frankreich verbrauchten Kaffee, nicht aber den Kaffee, der nach Havre für Ordres geht und von dort weiter verschifft wird. Selbst wenn der Kaffeeverbrauch in Frankreich durch den erhöhten Zoll verringert werden sollte, so könnte das doch die Stellung von Havre als Weltmarkt für Kaffee nur in unerheblichem Maße beeinträchtigen; man hat es also, dem Anschein nach, bei jenen Meldungen mit starken Gebilden der Einbildungskraft zu tun, welche den Wunsch zum Vater haben. Effeu a. d. Ruhr, 3. Aug. Kohlenmarkt. Der Markt für Jndustriekohlen war ftetig, Hausbrandkohlen begehrter. Washington, 3. Aug. Aach dem Ackerbaubericht beträgt der Durchschnittsstand der Baumwolle 797. Markte. Gießen, 4.August. Marktbericht. Auf heutigemWockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,00—1,20 Mk., Hühnereier 1 St. 0—0 Pfg., 2 Stck. 13—15 Pfg., Gänseeier 11—12 Pfg^ Enteneier?—8 Pfg., Käse vr. Stck. 5—8 Pf„ Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Lüer 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,80—0,90Mk., Hühner pr. St. 1,30—2,20 Mk., Hähne pr. Sttick 0,65—1,70 Mk., Enten pr. Stück 1,70—2,00 Mk., Gänse pr. Pfd. 54—60 Pfg., Ochserisleifch pr. Pfund 68—78 Pfa„ Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 8,00—9,00 Ack., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zerttner 9,00—10,00 Mk., Mllch per Liter 18 Pfg. Kirschen per Psd. 3g-40 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. — Die Gießener Biehnrärtte sind für das Jahr 1904 wie folgt bestimmt: 5. und 9. Januar, 9. und 23. Februar, 15., 16., 29. und 30. März, am 16. März Frühjahrs-Pferdemarkt, 19. und 20. April, 10., 26. und 27. Mai, 2., 3., 16. und 17. August, 6., 7., 28. und 29. September, am 7. September auch H e r b st - Pferdemarkt, 11., 12., 25. und 26. Oktober, 22. und 23. No- vember, 13. und 14. Dezember. — An den zweitägigen Märkten ist auf Oswaldsgarten am zweiten Tage Krämermarkt vorgesehen, der auch abgehalten wird, wenn der Viehmarkt wegen Seuchen- gefahr etwa ausfällt. Schöne weiße Hände sind eine fesselnde Zierde des Weibes, schöne weiße Hände sind auch ein mächtiger Empfehlungsbriei. Diese einschmeichelnden Attribute weiblicher Schönheit zu erlangen, empfehlen sich ganz besonders täglich öftere Waschungen mit . . , _ ,E ^oermgs Eulen-Seife. Der zarte fettreiche Schaum dieser Seife wirkt überaus günstig auf die oberen Hautlagen und giebt ihr jene sammtweiche Zartheit und das anmutige Kolorit, ohne das eme schöne Hand doch nie schön ist. Preis per Stück 40 Pfennig. r 2310 Landwirtschaft. hdl. Rheingau, 23. Juli. Die Weinberge bieten gegenwärtig mit ihrem tiefdunklen Grün einen prachtvollen Anblick. Die Rebenblüte nahm, obwohl etwas verspätet, bei der herrschenden günstigen Witterung den raschesten und besten Verlauf. Mit Anfang Juli war sie überall beendet und die Stöcke zeigen jetzt sehr schönen und reichen Behang. Durch den schnellen Verlauf der Blüte konnte der Heuwurm dieses Jahr nur in einzelnen Gemarkungen und ungünstigeren Lagen einigen Schaden an den Blüten anrichten. Aus Lorch wird berichtet, daß auch der Sprmgwurm durch sein massenhaftes Auftreten dieses Jahr sehr geschadet hat, sodaß ganze Stöcke, ja ganze Weinberge fast kahl dastehen. Lttich die so sehr gefürchteten Pilzschädlinge Peronospora und Oidium — über die spater ausführlich berichtet wird — sind wieder da und beginnen sich auszubreiten. Also Feinde ringsum! Doch sieht diesem Treiben der Feinde der rheinische Winzer nicht mehr wie früher untätig zu. Er tjat den Kampf gegen die Rebenschädlinge auf der ganzen Luiie und in vollem Umfange aufgenommen. Lieber 900 000 Motten des Heuwurms wurden allein im Rheingaukreise gefangen und den beiden Pilzschädlingen rückt man mit Bordo- laeser Brühe und Schwefel tüchtig zu Leibe. Wenn das Wetter andauernd so günstig bleibt und der Kochmonat August seine Schuldigkeit tut, so ist auf eine reiche uni) gute Ernt wohl zu hoffen. e. O b ft e r n t e-A u s s i ch te n. Nach den bei der Geschäftsstelle des Oberhessischen Obstbauvereins eingegangenen Nachrichten sind gute Ernten an Obst in keinem Teile Deutschlands zu erroartem Aepfel versprechen vorwiegend eine Mittelernte, eine geringe ^rnte nur in Baden, mittlere bis geringe in der Pfalz, in Württem-- berg, der Rheinprovinz, Westfalen, Braunschweig. Birnen zeigen mittleren Behang in Bayern, Baden, Königreich Sachsen, Schlesien, Schleswig-Holstein, Hannover; mittleren bis geringeren in Hessen- Nassau, Großherzogtum Hessen, Württemberg, Rheinprovinz, Braunschweig, Westpreußen, Pommern, Brandenburg; guten bis mittleren in der Provinz Sachsen, geringeren in der Pfalz, in Elsaß- Lothrmgen, Westfalen, Ostpreußen. Pflaumen und Zivetschen: mittlere Ernte un Großherzogtum Hessen, Bayern, Königreich Sachsen, Schlesien, Schleswig-Holstein, Westpreußen, Pommern, Brandenburg, Hannover; mittlere bis geringe in Hessen-Nassau, Baden, Württemberg, Ostpreußen; gute bis mittlere in Braunschweig, Provinz Sachsen; geringe in der Pfalz, Eljai; Lothringen, Rhemprovinz, Westfalen. Mirabellen: mittlere Ernte im Großherzogtum Hessen, Bayern, Königreich Sachsen, Schlesien, Braunschweig, Schleswig-Holstein, Pommern, Provinz Sachsen, Hannover ; mittlere bis genüge in Hessen-Nassau, Baden, \-'3;iruem«- berg, Westfalen, Westpreußen; gute bis mittlere in 'Brandenburg; geringe in der Pfalz, Elsaß-Lothringen, Ostpreußen. Reineclauden: Aäder. H o m b u r g v. d. H., 3. Aug. Der HerzogvonCam- b r i d g e ist heute abend zum dreiwöchentlichen Kurgebrauch hier eingetroffen. -------- Muster portofrei.------- Fcrftrje seidene Kostüm -Röcke, Japans, Blusen, halbfert. Roben. Deutschlands grösstes Spezial-Seidcn-Geschäft Wär- Seidenbaus Michels L VL, Berlin SW. 89 ui 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen-Strasse. Mechanische Scidenstoflweberel In Krefeld MUmi Neueste Meldungen. Originaldrahtrneldurrgen des Gießener Anzeigers. Rom, 4. August. Kardinal Sarto wurde zum Papst gewählt.' — Wir erhalten das Telegramm gerade bei Nedaktionsschluß. Sarto ist der 67 Jahre alte Patriarch von Venedig. — Soeben wird uns noch zngetragen: Nom, 4. Aug. Der neue Papst nahm den Namen Pius X. au. Kardinal Mazzhi verkündete nm 11 Uhr 50 Min. von dem äußeren Balkon der Peterskirche herab die Papstwahl und fügte hinzu, daß Sarto den Namen Pius X. annehme. Die Truppen ans dem Petersplatze präsentierten. Aus dem Platze find viele Tausende versammelt. Das Wetter ist prächtig. Pius X. er- chien um 12 Uhr 10 Min. aus dem inneren Balkon der Peters- irche und segnete die Menge, die in begeisterte Zunise aus- brach. ________ Berlin, 4. Aug. Aus Posen wird gemeldet: Eine polnische Volksversammlung in Schroda beschloß gestern bei Anwesenheit des Abgeordneten Jadzewsri für die Medcreinsührnng des polnischen Schreib- und Lese- Unterrichts in der Volksschule zu wirken. Berlin, 4. Aug. Tas 4. Turnerfest des beut* chen Turner-V er eins wurde gestern abend mit einem Kömmers beendet, nachdem auch das Wett-Turnen abge- chlosscn war. Heute wollen die Festgäste noch eine Reihe von Ausflügen in die Umgebung Berlins machen. Lorient, 4. Aug. S e h r e r n ft e Zwischenfall e ereigneten sich hier gestern abenp. Der Proturator, der Südanlage 4| -u vermieten: 8—10-3 unmerrool)- iuma im 3. Stock, aus Wunsch mit Stauung. Näh. Südanlage 3,11. 5698] Mans., 4 Zimm. m. ein Stück Land.billl z. o.Schifsenbergerweg66 Äciiie WohilMg alsbald zu vermieten Brandplatz 15. [1287 3065] Im Neubau Rodheimer- stratze 58 zwei Wohnungen, je vier Zimmer mit Veranda, Ätädchenst., Bleichplatz unb (Kartenanteil zu vermieten.Louis Trotz. Durch Versetz, d. Herrn Hauptmann Nudelost ist dessen seither. Wohnung, Waltthorstr. 73, Beletage, enthalt, ö hochmod. Zimm., Loggia, Badezimm. (letzt, m. tompl. Badeeinricht.), sowie eventl.Dlans., Keller, Bleichpll u. (Kartenanl. per gleich oder später zu verm. [3322 3451] 3-Zimmerwohnung im 4. 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Großherzogliches Amtsgericht. Versteigerung. Mittwoch den 5. August d. I. versteigere ich gemäß der §§ 1235 bis 1240 des bürgert Gesetzbuchs Schauzeustratze 18 (Zum Dr- *»heum): L BormittagS 10 Uhr: a. zum Wirtschaftsbett^eb ge^ hörige Gegenstände als Wein-, Bier-, Charrwagner- re. Gläser, Tabletten, Kassetten, Würfelbecher, Schirmständer, Hmlliers, Salz» und Pfeffer-Gläser, einige Vorräte an Zigarren, Spirituosen und Wein rc. 2. Nachmittags 2 Uhr: b. Haus- uud Küchengeräte sowie Weißzeug als vollständige Betten, Tische, Stühle, Wasch- garnituren, Nachttische, Sophas, Sptegel, dlähmaschine, Schreib- tis ch,Vertikow^kegulateur,Bücherschrank, Tischdecken, Servietten, Bettvorlagen, Handtücher, Messer- putzmaschine rc. rc. Die Versteigerung findet be- KsisNßSllkK Kulmbacher- Bier. Salat- und Speise-Kartoffeln zum billigsten Tagespreis empfiehlt 5685 J. Eankel, WWW (i. Born, Gerichtsvollzieher. Mittwoch den 5.Allgllst l.A. versteigere ich zwangsweise: 1) um 2 Uhr im Bieker'schen Saale: Möbel aller Artz darunter mehrere feinere Garnituren, 95 Damen-, Kinder- und Herren- Regen- und -Sonnenschirme, 27 Paar Herren-Zugstiefel u. a., 2) um 3 Uhr in meiner Amtsstube: 2 Granat - Armbänder, 3 Paar ^>ü)ene Manschetten- knöpfe, 5 Paar aoldene Ohrringe, 'mb 1 goldene Uhrkette. 5992 Geitzler, Gerichtsvollzieher. Geschäftsverieglmg. Einem hiesigen unb auswärttgen Publikum, sowie meiner werten Kundschaft zur gefälligen Nachricht, daß sich mein Geschäft von heute ab UZA" 5 Meuen-Bäue 5 befindet. Gleichzeitig empfehle ich mein reichhaltiges Lager in Schuhwareai Anferttgung nach Maß, sowie Reparamren werden prompt und billig ausgeflchrll o931 W. Schmadt, Schuhläger. billigste vezugs-^ 150,000 Familien im Gebrauche! Gänsefedern, ^Streng reelle und quelle! In mehr als Gänscdaunen und alle anderen Sorten Bettfedern. Neuheit u. beste Reinigung garantiert! 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