Zweites Blatt. vezugspretAr Dtertel» monatl [ Samstag 4. Jutt 1908 153. Jahrgang Politlsche Tagesschau. Kriegslärm vom Balkan. Die Heutige Wummer umfaßt 16 Seiten ............ r~"' ----- jährlich «ölt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pl.; durch diePosl Mk.2.— vrenel- lährl. ausichl. Bestellg. Annahme von Anzelgen für öte Lag es Nummer, bis vormMagg 10 Uhr. Betlcnprrt«: total 12^U aus man« 20 1hg. OttaniwactllA tüt den poltt und allgem. LeU: P. »Utto: für ,Stadl und ttanlr und -GenchtSfaalE. August Gütz; für den An» zeigenteU: Han» Beck. Zr. 154 Wrfdiclttt täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem ksesfischen Landwirt die Giehener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegl. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'fchen Untverf.-Buch- u.Slein- druckerei (PieÜch Erden) Redaktion, LrpedMo« und Druckerei: Schalstrabe 7. Adresje tüt Depefchenr «azerger (Bußen. AernlprkchanfchlußNr.bl. Kolonialpost. B r ü s sel, 3. Juli. Obwohl die katholischen und liberalen Blätter und die Abgeordneten, die Armee, die Industrie- und die Handelsvertreter, die Handelskammern des ganzen Landss, die Geographische Gesellschaft, kurz, das ganze Land, mit Ausnahme der Sozialisten, die Kongoregierung und den König gegen die englischen Angriffe durch siede uno Schrift verteidigen, hegtdieKongoverwa.lt- ring doch Besorgnis bezüglich der Absichten Englands. Allgemein hört man die Zuversicht äußern, Deutschland werde sich an einem Gew alt st reich Englands ebensowenig beteiligen wie Frankreich Die englische Note steht-noch aus, aber man befürchtet jetzt, tote Vereinigten Staaten würden sich England m n sch ließen. Morifson, der Leiter der presbyterianischen Missionen in New Yorn, und große dortige Handelsfirmen uoerden eine Debatte im Kongreß zu Washington über die Longogreuel veranlassen. Serie von Temperagemälden von AL. Loose (Berlin) Platz machen. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heutigen Ziehung der 3. Klasse fiel ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 24363 (nach Offenbach), ein Gewinn von 3000 Mk. auf Nr. 39609 (nach Altenburg), Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 27562 39138 40582 75957, Ge- winne von je 400 Mk. aus Nr. 14271 26443 32321 32848 49942 54794 75150. (Ohne Gewähr.) ** Promenadenkonzert findet morgen um ^12 Uhr in der Südanlage statt, mit folgendem Programm: 1. Hochzeitsmarsch von Mendelssohn; 2. SimpÜeius Quadrille von Strauß; 3. Abschied vom Walde! Lied vou Mendelssohn; 4. Paraphrase über „Spinn, spinnt von Franz. . ** Schauspiel- und Konzerthaus. Wie wir er- fahren, findet am nächsten Dienstag abend eine Besprechung der Mitglieder des Theatervereins über den in unserer Stadt zu errichtenden Theater- und Saalbau statt. Sie wird voraussichtlich zu einem erfreulichen Ergebnis führen. •* Flottenfest im Garten des Neuen Saalbaues. Morgen, Sonntag Nachmittags 4 Uhr, findet ein. großes Flottenfest oder ein Kinder-- und Familienfest aus Helgoland und großes Promenaden-Konzert statt. Viel Neues-, und Originelles wird geboten werden, denn der liebe Onkel Pelle hat nur Neues von Helgoland mitgebracht. Der Luftballon , Iltis" ist in Wirklichkeit als riesenhaft zu bezeichnen, denn er hat die respektable Höhe von über 20 Fuß. Der Bonbonregen sowie die komischen Ansprachen des lieben Onkeb Pelle werden die Lachmuskeln Aller in Bewegung setzen- Kinderspiele aller Art finden statt. Auch für Erwachsene ge*- langt ein elegantes Kaffeeservice zur Verteilung. Um das bunte Leben und Treiben des Festes zu erhöhen, erhält jedes Kind an der Kaffe einen Strandhut gratis. Ganz besonders reizvoll und interessant wird sich der Umzug der helgol. Fischerknaben ausnehmen. Kurzum für Groß und Klein blüht morgen der Weizen, denn die Parole soll sein, tüchtig amüsieren und herzlich lachen. jd. Darm st a d t, 4. Juli. Rechtskonsulent Kling,, der seinerzeit wegen namhafter Unterschlagungen nach Amerika geflüchtet war, hat sich heute dem Gericht gestellt und wurde verhaftet. Vom Rhein, 2.Juli. Ter Kirschenmarkt hat seine Höhe überschritten. Die Preise sinken bis auf 26 Pfg. Der Stand der Reben am ganzen Mittelrhein und der Untermosel ist viel versprechend. Die Reben sind schnell in die Blüte gegangen, noch einige Tage Sonnenschein und mau kann einen guten Herbst erhoffen. Mainz, 3. Juli. Bei dem Festmahl zur Einweihung der Christuskirche sprachen als Vertreter des Gouverneurs Generalmajor v. Bredow, für die Stadt Mainz Oberbürgermeister Dr. Gaßner. Der Präsident der Landes- synode, D. Stamm, feierte die Spender, deren Gaben es ermöglichten, die Kirche so herrlich auszuschmücken. Der Dekan der theologischen Fakultät, Herr Dr. BäldensPerger, toastete auf den neuen Doktor der Theologie, Geh. Kirchenrat D. Frohnhäuser und den neuen Licentiaten Pfarrer tzkünewald. Provinzialdirektor Ge- heimerat Freiherr v. Gagern, der inzwischen ebenfaW eingetrofien war, übermittelte hierauf die "Glückwünsche des Großherzogs an die Gemeinde, deren Christuskirche der Landesfürst soeben nochmals eingehend besichttgt hatte und von deren erhabener Schönheit er entzückt gewesen sei. Herr v. Gagern brachte weiter die Grüße und Glückwünsche des Herrn Ministers Rothe und gratulierte schließlich in eigenem Namen der evangelischen Gemeinde, deren einmütiges, unverdrossenes Zusammenwirken und deren Opserfreudigkeit das neue Gotteshaus erstehen ließ. Sein Hoch galt dem Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der preuß. „Staatsanzeiger" ver- öfsentlicht das Gesetz betreffend die Bebauung und Benutzung ehemaliger Wallgrundstücke in Frankfurt a. M. vom 4. Juni 1903. — Äe Stadtverordnetenversammlung zu Hanau stimmte einer Vorlage zu, nach der ein Allerh. Privileg zur Aufnahme einer 31/? proz. Anleihe von 2y8 Mill. Mark erwirkt werden soll. Dabei ist die Abstoßung zweier älterer 4 proz. Anleihen von iy2 Mill. Mark vorgesehen, so daß sich das tatsächliche Anleihebedürfnis auf 1 Mill. Mark erstteckt. Drusches Keich. Berlin, 3. Juli Der Kaiser verließ heute Kiel an Bord der Jacht „Neteor" auf Travemünde zu. ßa* nonensalut und Hurrcrufe begleiteten den Monarchen. — F-inanzminister v. Rheinbaben, der von seiner Amerikareise hierher mrückgekehrt ist, wurde vom Kaiser nach Travemünde befohlen. — Die Einberufung des Reichstages soll, wie eine parlamentarische Korrespondenz wissen will, zum 24. November erfolgen. — Acht chinesijcheOffiziere, welche in Deutschland ihre militärische Ausbildung erhalten sollen, sind hier eingettoffen. Auf Bitten der chinesischen Regierung hat der Kaiser gestattet, iah )ie aus die Dauer von drei Jahren zu preußisck)en Truppenteilen kommandiert werden; vier von ihnen werden dcr Infanterie, drei der Artillerie und einer den Pionieren zugeteilt. — Der Chefredakteur der „Staatsb. Ztg." Otto Dachl er ist gestern nach langem, schwerem Leiden gestorben. Lächler gehörte der Redaktion der „Staatsb. Ztg." seit 28 Jahren an. B r e m e n, 3. Juli Der frühere Reichstagsabg. Freese ist fast einstimmig zum Senator gewählt worden. Norderney, 3. Juli. Reichskanzler Graf Bülow ist, begleitet von dem Gesandten von Lich-nowsky, hier ein- getroffen und in der Villa Wedel abgestiegen. Neustrelitz, 3. Juli. Der Großherzog hat folgende Kundgebung erlassen: Vorüber ist der Tag, an welchem der teuren Großherzogin und mir durcy Gottes Gnade vergönnt war, unsere Diamant-Hochzeit zusammen begehen zu können, ein selten schönes Fest, welches sich brs in die weite Ferne großer Teilnahme erfreute. Zu demselben find uns die schönsten Geschenke, Kompositionen, Gedichte, herrliche Blumen, kunstvolle Adressen und warme Glückwünsche, Anschreiben, Briefe und Telegramme in sehr großer Zahl, wohl nahezu 100, von Magistraten, Ortschaften, Korporationen und Einzelnen zugegangen, daß es außer der Möglichkeit liegt, jedem besonders dafür zu danken und auszusprechen, wie herzlich gerührt und wie fteudig bewegt wir durch diese Beweise von Zuneigung, Freundschaft und treuer anhänglicher Gesinnung sind. Wir bitten hiermit alle, unfern wärmsten Dank auf diese Weise entgegennehmen zu wollen. Köln, 3. Juli. In einem lungeren Artikel wendet sich die „Köln. Ztg." gegen unberechtigte Anklagen alldeutscher Blätter, daß England die deutschen Schadenersatzansprüche aus dem südafrikanischen Kriege nicht bezahlte. Die gegen das Auswärtige Amt erhobenen Vorwürfe seien nach den bei zuständiger Stelle eingezogenen Erkundigungen hinfällig und unberechtigt. Breslau, 3. Juli. Die kirchliche Trauung des neuen polnischen Reichstagsabg. Korfanty ist auf ausdrückliche Anordnung des Fürst-Bischofs Kopp verweigert worden. Ausland. L o n b o n, 3. Juli. Nach einer Nieldung des ,J6banbe wurde n^> nicht geborgen. Die Badeanstalt ttft polizeilich ge- irt>Iessen. Tie Ursache deS llnglücko liegt in der schlechten Beschafsenhett der Tragbalken des Steges. * M i e - b a ch, 3. Juli. Wie der „Miesbacher Anz." aus Hausham meldet, wurden beute vormittag durch eine Explosion schlagender Wetter in der Nähe des Hanpt- Ichachteö drei Hau er getötet. * Antwerpen, 3. Juli. Gestern brach an Bord des spanischen Dampfers „Maria Madre" eine FeuerS- drunst aus. 20 Tonn en Del waren auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise in Brand geraten. Die an Bord be- schästigten Arbeiter konnten sich nur mit größter Mühe retten. Das brennende Del ergoß sich in den Hafen und eS bestand eine Zeit lang große Gefahr für die anderen Schisse. Nach großer Anstrengung gelang es der Feuerwehr, die gefährdeten Schiffe zu retten und das brennende Schiff zu isolieren. Gegen 2 Uhr nachts war der Brand gelöscht * Paris, 3. Juli. Gestern sind wiederum 11 Personen an Hitz schlag gestorben. Das Thermometer zeigt 30 Grad über 9cull im Schatten. * Bern, 3. Juli. Am Weißhorn ^Wallis) ist unterhalb der kleinen Gendarme der Bergführer Benoit Teytaz von Ayer infolge eines Steinschlags verunglückt. Von Zinal ist eine Hilsskarawane abgegangen. Genf, 3. Juli. Aus Chamounix wird nachmittags berichtet: Vormittags meldete ein Bote des Genfer Piolet- klubs, daß alle vermißten deutschen Stuben- lenjebenD aufgefunden wurden. Später berichtete einer der Touristen selbst, er sei mit seinen sechs Kameraden Dienstag nachmittag bei der Schutzhütte „Aiguille du Gouter" angelangt und dort von einem Blitzstrahl getroffen worden. Es seien alle, mit Ausnahme eines Touristen, der unbeschädigt geblieben sei, leichtverletzt worben. Zur Stunde ift alles wohlbehalten in Chamounix eingetroffen bis auf die von St. Gervais und LestoucheS abgegangenen Hilsskolonnen. Bon der Schutzhülle hatten die Touristen Notsignale gegeben. Am Donnerstag nachmittag trafen als erste Hilfe vier Träger ein. — * B o z e n, 3. Juli. Ein Münchner, Dr. DttvPawel, ist feit drei Tagen verschollen. Er machte eine Tour ins nördliche W e n d e l g e b i r g e. Wahrscheinlich ist er ' abgestürzr. Die Nachforschungen blieben bisher ergebnislos. * Pils en, 3. Juli. Ter Bassist des hiesigen czechi- fchen Theaters, Hummel, attakierte heute den Theater- kritiker Dr. Sedlacek wegen abfälliger Kritik mit einer Hundepeitsche. * Ein wenig angenehmes „Wa h ler le b n is" hatte, wie man aus Straßburg schreibt, 'PrinzAlexan- der Hohenlohe-Schillingsfürst, der bei der letzten Reichstagswahl für Hagenau-Weißenburg kandidierte. In der Eigenschaft eines Bezirkspräsidenten vomOberelsaß hat Prinz Alexander seinen Wohnsitz in der Hauptstadt seines Bezirkes, in Kvlmar. Die Wahlkampagne brachte es nun mit sich, daß der Prinz zuweilen von Kolmar abwesend war, um den Kreis Hagenau-Weißenburg zu bereisen. Während einer solchen Fahrt waren ihm in seiner Wohnung zu Kolmar Siegelringe, Broschen, Orden und andere Gegenstände im Werte von 8000 bis 10 000 Mark aus einer Schatulle gestohlen worden. Der Verdacht lenkte sich schließlich auf einen jungen Schreinergesellen, der damals in den Wohnräumen der prinzlichen Familie gearbeitet hatte. Tie benachrichtigte Polizei nahm bei dem Verdächtigen eine Haussuchung vor und förderte aus einem Versteck im Keller außer dem größten Teile der gestohlenen Wertsachen auch noch ein seidenes Kleid der Gemahlin des Prinzen, Schuhe und einige Kisten Zigaretten zutage. Die Zigaretten waren es übrigens gewesen, die den Dieb verrieten; er hatte sie unvorsichtigerweise bei der Arbeit im Bezinspräsidium geraucht, bis den Bedienten der feine Dust ausgefallen war. In einer Westentasche des Spitzbuben fand man später zwischen losen Streichhölzern den Kronenorden des Bezirks- präfidenten. Außer einer mit Brillanten besetzten Busennadel tonnten jetzt alle gestohlenen Sachen ihrem Eigen- tümer wieder zugestellt werden. Kunst und Wissen sch ast. Professor Mommsen hal nach der Lektüre von Paul Hrabeins Vivat Aoademia an den Verleger Richard Bong in Berlin folgendes Schreiben gerichtet: .Geehrter Herr! Ten Roman, welchen Sie die Güte hatten, mir zuzusenden, habe ich durchaus mit Interesse und größtenteils auch mit aufrichtiger Freude an Form und Inhalt gelesen. Tas früher einigermaßen rückständige und philiströse Burschentum hätte wohl eine etwas mehr humoristische Behandlung erfordert; wobei der darin steckende ideale und nationale Kern sicher nicht zu Schaden gekommen wäre. Aber das sichle ich ans Ihrem Werke heraus, daß Sie die Notwendigkeit der Mauserung unserer Jugend, der die Zukunft gehört, ebenso deutlich empfinden wie ich alter Mann, dem die Hoffnung aus Gesundung der Nation mehr und mehr schwindet, imd m diesem Sinne wiederhole ich Ihnen meinen Tank. Ihr Mommsen " Joachim und das Leichner-Komitee. In Musikerkreisen zirkuliert die folgende Geschichte, die, da fte gut verbürgt scheint, allgemeinen Glauben findet. Eine Teputation des Komitees zur Errichtung eines Richard Wagner-Denkmals in Berlin, an dessen Spitze der m Kunstkreisen bisher gänzlich unbekannte Pnder- mbnfant Kommerzienrat Leichner steht, hatte sich zu Josef Joachim begeben, um den berühmten Musiker zur Teilnahme au den Ent- hüllungsfesten zu gewinnen. Joachim erläuterte seine Ablehnung mit dem Bemerken, er gelte einmal als das Haupt der Anti- Wagnerianer, und deshalb könne er nicht gut bei einem Feste zu Ehren Richard Wagners erscheinen. „Zudem weiß ich nicht,- fuhr Joachim fort, „ob meine Gegenwart Frau Cosima Wagner erwünscht sein würde.* Darüber können cüe ganz ruhig fein*, fiel ihm ein Mitglied des Komitees ins Wort, „die kommt ganz gewiß nicht.* „Um so weniger kann ich fommen*, schloß Joachim mit feinem Lächeln, und die Unterredung war zu Ende. Was die Einladung an Frau Cosima Wagner betrifft, so soll sie mit der merkwürdigen Adresse abgesandt worden fein: An Frau Kapellmeister Wagner. — Gegenüber diesem schlichten Titel wäre ja wohl eine Rangerhöhung der Wlttwe des großen Meisters bei den bevorstehenden musikalischen Hofsesten angezeigt. Universttüts-Nachrichten. Marburg, 3. Juli. Prof. Tr. Herrmann von der hiesigen theologifchen Fakultät hat einen an ihn ergangenen Ruf nach Göllingen abgelehnt. — Ter diesjährige Frankfurter Peter Wilhelm M ü l l e r- Vreis, 9000 Mk., wurde dem Wiener Historiker Dr. Heiitrich F r l e d j u n g und dem Leipziger Theologieprofessor Albert Hauck verliehen. — Au» der Jahresversammlung deutscher Ingenieure in Miinchen sprach u. a. Geheimrat Professor ^''twald-Leipzig übet Jngenieurwissenschaft und Chemie. Zur Er- relchung der immer hoher zu bemessenden Unterrichtsziele ist erforderlich, daß die „beklagenswerte Trennung der höchsten deutschen Lehranstalten in Universität und Technische Hochschule beseitigt werde. Da dies nicht durch eine einseitige Aussaugung der einen Anstalten durch die anderen geschehen kann, so sei die Entwickelung beider Anstalten zu einem gemeinsamsn Ziele, daS die von beiden gepflegten Gebiete unisaßt, anzustreben; dann höre der Unterschied von selbst auf. Für eme solche Entwickelung aber sei eine gegenseitige wohl- ivoüende Förderung zu dem gemeinsamen Ziele, unbeeinflußt von Zionkur retizsor gen, uoiwendig. Berliner Medizin studierende in llnnscken Semestern haben an den Reichskanzler eine Eingabe gerichtet, worin sie um Milderung der Best i m m unge n über das praktische Jahr bitten. Zur Ableistung des praktischen Jahres sind alle diejenigen Mediziner verpflichtet, die bis zu dem eben eingetretenen Schlüsse des Prüfungshalbjahres die ärztliche Staatö- prüfnng nicht beendet haben. Es kommt nun den Medizin- itndierenden, die jetzt in den klinischen Semestern stehen, darauf an, von der Ableistung des praktischen Jahres noch befreit zu werden. Sie begründen ihr Gesuch in der Eingabe mit zweierlei. Einmal hätten sie das medizinische Stuoium seinerzeit unter der Voraussetzung begonnen, daß sie nach neunsemestrigem Studium und Ablegung der Staatsprüfung die ärztliche Approbation erlangen würden. Jetzt aber sei rnieriüartet zwischen Ablegung der Staatsprüfung und Erteilung der ^lpvrobation das praktische Jahr eingeschoben worden. Wider alle Voraussicht werden die Medizin studierenden durch die Einrichtung des praktischen Jahres ein Jahr später als früher erwerbs- fähig. Dann aber hätten die Klinizisten ihr Studium nach der alten Ordnung eingerichtet, uni) danach meist längere Zeit auf ihre praktische Ausbildung verwendet, indem sie in der jetzt üblichen Weise die Stellen von Famuli und Koajsistenten annahmen. In § 70 der neuen Prüfungsordnung ist nun vorgesehen, daß Kandidaten, welche die ärztliche Staatsprüfung erst nach dem 1. Oktober 1903 ablegen, von der Ableistung des praktischen Jahres ganz oder teilweise entbunden werden können, aber nur in Berücksichtigung zwingender persönlicher Verhältnisse." Die Berliner Klinizisten bitten nun den Reichskanzler zunächst darum, in Erwägung zu ziehen, ob nicht allen Medizin- studierenden, die noch, nach der alten Prüfungsordnung die Staatsprüfung ablegen, von der Verpflichtung des praktischen Jahres zn befreien seien. Wenn ihm dies aber nicht angängig erscheine, so möchte der Reichskanzler § 70 dahin auslegen, daß Mangel an Mitteln oder der Nachweis einer erfolgreichen Bcschästigung als Famulus die' Enb- bindung vom praktischen Jahre begründe. Von Ha Iles' ch e n Medizinstudicrenden ist eine in diesem Sinne gehaltene Eingabe an das Reichsamt des Innern schon vor einiger Zeit ein geschickt worden. Die Heidelberger Klinizisten haben sich der Bewegung in einem Rundschreiben an die deutschen Aerzte angeschlossen. Die Klini- zisten anderer Universitäten werden dem Vorgehen folgen. Sicher enthält für manchen ärmeren Studierenden die Einführung des praktischen Jahres eine Härte. Ibib diese könnte für die militärpflichtigen Praktikanten der Medizin gemildert werden, wenn die "Dienstleistung als e-injährig- jreüüilliger Arzt auf das vraktischc Jahr angcrechnet würde. Jmmerhm aber sollten die Bittsteller beachten, baß bie Beschäftigung in einem Krankcnyause ihnen für bie spätere Praxis reichlichen Vorteil bringt. Germpslaai. —t Gießen, 3 Juli. Berufungskammer. Aus Deranlasfung beS Kreisamtes Lauterbach war seinerzell von Amtswegen Aiiklage erhoben worben gegen ben Bürgermeister Hemrich Fr. von R., ber beschulbigt war, ben ehemaligen Lanbtagsabg. Bürgermeister M. von S. burch bie Presse beleibigt zu haben. Der Tatbestanb ber Anklage ist kurz ber folgende: Im Kreisblatt für Lauterbach erschien aus Anlaß ber Wahl zur zweiten hessischen Kammer ein Inserat, worin M. den Wahlmännern eines Bezirks als Abgeorbneter empfohlen und sehr gelobt würbe, und der seitherige Abg. Schmalbach, ber zur Wieberwahl stanb, herabgesetzt war. Tas Inserat war ohne Namensnennung bes Einsenders abgebruckt. F. verfaßte ebenfalls eine in demselben Blatte veröffentlichte Ectlärung, worin er die Ansicht aus sprach, daß 2JL selber der Verfasser jener ersten Erklärung sei, was, wie er sich ausdrückt, „an ein bekanntes Sprichwort vom eigenen Lob erinnert". In dem Inserat gegen sJJL’d Wahl wird dann auf die Landtags- Verhandlungen vor, während und nach M.'s Tätigkeit un Landtage hingewiesen und bemerkt, daß vieles aiiders sei, als es M. in seinem Inserat hingestellt habe, und dessen Eigenlob größtenteils Selbstüberhebung sei. Der inkrimi- nierte Artikel des Angeklagten schließt die Betrachtung wie folgt: „Betrachten wir alle» in allem, so hat M. im Landtage nicht mehr gewirkt, als Schmalbach, und würde auch nicht mehr wirken können. 9hir seine, M.'s Interessen, würde M. stärker vertreten als Schmalbach, wie z. B im Jahre 1893, 1894 und 1895 bei ber Notstandsgeschichte, wo M. bahin gearbeitet haben soll, baß Unbemittelte ihre bezogenen Artikel geschenkt erhielten. M. aber hat sich ba- mals seine Waren rc. ebenfalls ganz ober teilweise schenken lassen, weniger Bemittelte aber in seiner Gemeinde mußten bezahlen. Das Schöffengericht hatte auf Freisprechung in ber Sache erkannt unb zwar weil bem Angeklagten nicht nur ber § 193, Wahrung berechtigter Interessen, zur Seite stünbe, onbern well er auch teilweise ben Wahrheitsbeweis geführt habe. In ber Verhandlung vor ber Strafkammer würbe festgestellt, baß es bei ber Notstanbsvorlage resp. ber Durchführung berfeiben 1894/95 8er Regierung darum zu tun war, ben weniger bemittelten Lanbwirten im Vogelsberg Unterstützungen zu gewähren. Die Strafkammer erklärt in ihrem Urteil, sie sei ber Ansicht, baß jeder, ber sich um ein öffentliches Amt, besonbers um ein Abgeorb- netenmanbat öffentlich bewerbe, sich eine öffentliche Kritik nicht nur seiner Person, sonbern auch seiner ganzen Verhältnisse gefallen lassen müsse. Die Strafkammer erkennt an, baß bie Tätigkeit des Bürgermeisters M. in bei ftammei betreffs ber Notstanbsvorlage vollstänbig einwandfrei sei, jedoch stehe sest, daß er nachher, als es sich um die Aus- uhrung dieser Maßregel gehandelt habe, durch, eine Korre- pondenz mit bem Kreisamt erreicht habe, daß gegen die Jntensionen des Ministeriums und gegen bie anfänglichen Absichten bes Kreisamts bie Beträge nach einem Modus in seiner Gemeinbe gewährt worben seien, baß ihm, bem Betrage nach, ber größte Vorteil zuteil würbe. Das Urteil ergeht bahin, baß ber Spruch bes Schöffengerichts insoweit zu bestätigen sei, als bem Angeklagten ber Schutz des § 193 bes Str.-G.-B. im vollen Umfange zuzubilligen sei unb bejsen Freisprechung burch die Strafkammer ausgesprochen wirb, wobei bie Kosten ber Staatskasse zur Last fallen. Mainz, 3. Juli. Vor ber zweiten Straftem» tn c r haben sich heute 18 Einwohner aus Gau Bickel heim wegen Störung goiiesbiensllicyer Verrichtungen auf bem bortigeii Friebhos, ferner wegen Beb-rohung und tätlicher Deleidtgnng des freireligiösen Predigers 'Freiyerrn v. Zucea-Cnccagna von hier unb bes besckümpfenben Unfugs zu veranttvorten. Das Alter ber Angeklagten variiert Mischen 17 bis 60 Jahren. Folgenber Tal bestaub liegt bei Anklage zu Grunde: Am ‘27. Dezember würbe auf bem Friebhose in Gau-Bickelheim ein Landwirt beerdigt, der aewünscht hatte, baß ihm ber freireligiöse Prebiger bie Leichenrebe halte. Frecherr v. Zueeo-Euceagna tarn biesem Wunsche nach. Sck>on vor Beginn der Leichenfeier hatte sich a^if dem allgemeinen Friedhof eine große Menge, darunter mehrere Leute mit Pfeife und Zigarre im Munoe, vor dem offenen Grabe eingefuiibcii. Muhdem ein Gesang verein ein Lied üorgctragcn und der Prediger mit der Leichenrede begonnen hatte, wurde er durch laute Pfuirufe unterbrochen. Als er trotzdem weitersprach und die Ewigkeit erlvähnte, entkstand ein tvüstes Geschrei und furchtbarer Tumult. Leute sprangen über b<3 offene Grab und von allen Setten wurde nun der Prediger beschimpft und bedroht. Die Menge schlug und stieß auf ben Prebiger ein, bespuckte ihn unb bewarf ihn mit Erdschollen. Auch auf bie Leidtragenden hagelten Schimpsworle nieder. „Hin - aus nut dem Lump!" hieß es gegen ben Prediger, „schlagt ihm den Schädel ein!" Mit einem bitten Pfahl, aus bem vorher bei Sarg geruht hatte, spraug einer auf ben Pre) biger los, ber sich, schließlich unter ben Schutz der herbeigeeilten Gendarmen stellen mußte. EH erfolgten dann ver schiedene Verhafttlngen. Die Angeklagten bestreiten in der heutigen Verhandlung, den Prediger bedroht zu haben, als er die Ewigkeit unb daS Jenseits bestritten habe, sei allerbings gejchinipft tvorben. Ein Angeklagter gibt zu, gerufen zu haben: „Mgefallener, w^ibersüchtiger Pfafs!" Anbere aus der Menge hatten gerufen, baß eine solche Rebe nicht aus den Friedhof gehöre, Pas sei eine Schande. Keiner Ivill wissen, wer auf den Prediger getvorsen hat, ba es regnete unb die Leute mit cftifgespannten Regenschirmen bagestanben hätten. — Es sind 75 Zeugen zu vernehmen, weshalb bie Verhanblung agcl), noch morgen ben ganzen Tag in Anspruch nehnien bürste. Als Staatsanwalt ist Herr Dr. Beruharbs, als Verteidiger die Herren Dr. Schmitt uub Dr. Billharbt, als NebeLtläger bes Prebigers Herr Justizrat Görz tätig. (M. Tgbl) W i e s b a b e n , 3. Juli. Der pratjsche Arzt Dr. in e b. Voigt von Frankfurt a. 'M. hatte fit) heute vor ber hiesigen Strafkammer wegen fahrlässiger T öl u n g zu verautworten. Er hatte die Frau des Lehrers Liudner zu Hochs! a. 'M aus deren Wunsch vorzeitig entbunden und damit tts zum siebenten Atonat bewartet. Tas Kind kam tot zur 'Leit und die At utter starb am K i n d be 11 f i e b er. Die Anklage behauptet nun, baß V. ben Tod der Frau L. verschuldet habe durch uuzureicheude Antisepttk uud überhaupt dadurch, daß et es unternommen habe, von Frankfurt aus eine derartige Kur aukzulühren. Der Anaetlagte stellt jede Fahrlässigkeit entschieden in Aprede und berief sich auf seine große praktische Evfahriing. Ein Lammriß, den die Verstorbene bei einer früheren Geburt crüien, habe die Frübgeburt iiotwendig gemacht. Die Sachverstäud^cn, Kreisarzt Tr. Beiu- hauer. Dr. Rath uud Tr. Schweriu oonjvöchst a. 9)1, Gerichtsarzt Tr. Roth-Fraulsurt und Professor Dr. ’sp a » n e \\ ft i e l von der Universität G i e ß e ii hielten im vorliegtnden Falle die (Einleitung einer Frühgeburt uicht für angebracht, ije Anliseptik für mangelhaft unb meinten, daß V. die Entbindtinb nicht hätte überiiehmen durfeti, da es ihm an der Gelegenheit mjmgelte, die Patientin ausreichend au überwachen. Hofrat Alsfeld von Marburg legte zu Guiisten des Angeklagten Sem Dammriß doch etwas mehr Bedeutung bei. Das Gericht sprach daraufhin Dr. Voigt von der Anklage der fahrlässigen Tötung frei. II Marburg, 3. Juli. Die Strafkammer ocrurteilU beute den Holzhändler und Sägemnller Deubel aus Kleiiiseel- beim wegen Vergehens gegen das W u ch r r g e s e tz zu 2 Atonalen GesängnlS und 500 Mt. Geldstrafe. D. |atte dem Landwirt Herbener in Schönbach, einem jungen, unerfahrenen Alenschen, nach und nach etwa 7000 Mk. teils bar, teils auf Wechsel geliehen iind ließ sich als Gegenleistung eme Hypothek von 10 000 Mk auf desseu Gitt geben. H. versicherl zwar heute, daß er überhaupt keine 7000 Alt., sondern höchstens 2000 Mk. bekommen habe; die Wechsel habe er immer, ohne sich etwas zu beuten, unterschrieben. Wegen dieser Sache mufcte jedoch Freisprechung erfolgen, da sie nicht genügend aufgeklärt war. K a s se t, 3. Juli. Zeuge Bergmann bestreitet, daß die T r bergesellschaft durch sein Verjähren in eine arge Bedrängnis geraten sei. Er hätte von der Gesellschaft 1200 000 Mk. zu fordern gehabt, er habe aber darauf verzichtet, um ihre Schwierigkeiten nicht zu vermehren. So handle kein Schwindler, als welchen der Sachverständige ihn hinzuslellen versiiche. Nach weiterer Verlesung und Erörterung des Beweismatenals und der Korrespondenz Schmidts mit Otto Sumpf und Extier teilt der Vertreter der Anklagebehörde mit, daß ein Brief von Frckiz Schmidt eingelantcn sei, worin er mitteilt, er habe Schmidt vochergesagt, daß der tecy- nische Zusammenbruch der Trebergesellschajt binnen zwei Jahren erfolge. Ta dies dem guten Glauben SchinidtS in Bezug auf die Güte der Verkohlungspatente widerspricht, beantragte der Staatsanwalt bie Labimg Franz Schniidts als jengen. Die Verteidigung erklärt, Franz Schmidt habe 1900 behauptet, wenn man ihu ruhig arbeiten lasse, werde er binnen einem Jahre die Werke in Betrieb haben. Als Zeugen hierfür ,verden genannt Prof. Borchers-Hagen und die Mitglieder des Aufsichtsrals Hermann Sunips und SchulAe-Tellwig. Ten Aiitra'gen auf Ladwig der Zeugeii wird vom Gerichtshöfe ftattgegeben; dieselben sollen zii Montag geladen werden. Es folgt eine längere Verhandlung über das Expos« des Dr. Auspizer bezüglich der Fusion, worin Anspitzer iioch eine Rentabilität von 35 pCt. herausgerechnet hatte, ^rchniidt beruft sich hierauf, um seinen guten Glauben im Jahre 1901 zu beweisen. Des iveiteren kommt ein Vriefivechsel zwischen Berginann rind bem Angeklagten zur Verlesung, roorin Bergmann ben Aiigeklagien hm- Ijält unb hinsichtlich der Karbibversuche versichert, daß es ihin gelingen werde, bie Tonne Kohlen und die Tonije Kalk für höchsteiis zehn Aiark herzustellen. Schinidt solle Taten s^hen, denn er, Berg- maiiii, wisse, daß der Schein gegen ihn sei. Auch hieraus will Schmidt beweisen, daß er sich im gute» Glauben an Sas Gelingen der Bergmannschen Versuche befunden habe. Duisburg, 3. Juli. (T e r 1 i n d e n p r o z e ß.) In der heutigen Verhandliing wurde festgestellt, daß Terlinden von der Aktimgesellfchast Terlinden Patente für Mk. lOOOO gcfanit und sie aii Surmondt für IV, Aiillionen oerfanft hat, trotzdem er zu dieser Transaktion Nicht berechtigt war. lieber die m der Bilanz vom 31. Dezember 1900 aufgeführten Alk. 638 755 dreselnhalbprozentiger preußischer Konsols befragt, erwiderte TerlmdM, er habe diese Wertpapiere besessen. Die Norddeutsche Bank, vln der die Konsols stamnien sollen, erklärte dagegeii, niemals Papiere an Terliiiden geliefert zu haben. Alsdann wurden die Verbuidmigen Terlindens mit 17 von ihm geschädigten Banken besprock)eii. ' Brom berg, 3. Juli. Stach zweitägiger perhandliing vor dem hiesigen Schtviirgericht gegen die erste Gr ilppe der Teilnehmer an ben Unruhen anläßlich des M a u r e r - und Z j m m c voran d ft o it b e s am 1. April d. I. mürben 3 Angeklagte wegen schweren, 5 wegen einfachen Landsnedensbrilchs vertivteilt, und zivai einer 311 zwei Jahren Zuchthaus, einer zu zwei Jahren GeiängnlS, je einer zu 1’/, Jahren, zu 1 Jahr, zu 9 und zu 4 Atonaten' die anderen zu je 6 Atonaten Gefängnis; einer wurde irelgesprochen. * Kiel, 3. Juli. Das Ober-kriegsgericht der Ostseeslalion hoi die Berufung gegen die Freisprechung des M arm e - Sta b s - arzteö Dr. P 0 d e st a wegen ausdrücklicher Gehorsanisver- roeigcvutig bem Lbeileutnant Leonhardi gegenüber, da der Transportführer- nicht eut Vorgesetzter des ranghöheren Sanitälsossiziers gewesen sei, verworfen. Es war ein dreiwöchentlicher Stubenarrest beantragt. Dresben, 3. Juli. Die Verhandlimgen vor dein Amts, gerichr gegen die Teilnehmer an den Straße n l r a wall e 11 bie am 26.-27. Atai anläßlich bes allgemeinen Bauarbeiter.' Aussta n b es stattfanben haben begonnen. Bisher wurden meT Sandet und Verkehr. Volkswirtschaft Privat-Diskont 3 Prozent. Schlußkurse. u. Höchste Temperatur Niedrigste „ 207.75 210.01 136.50 171.90 178.00 Oest. Kredit. . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Anfangs- . 208.00 . 210.00 . 136.75 . 172.05 Beteiligte wegen Beleidigung von Sicherheitsbeamten zu 2 bis 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Neueste Metdmlqeu. vriginaldraytmelduugeu des Gießener Anzeigers. Frankfurt, 4. Juli. (Originaltelegr.. des Gieß. Anz.) Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den Monteur Franz Binges wegen Verleitung zum Meineid. Als nachts gegen 1 Uhr das Urteil (1 */, Jahr Zuchthaus) verkündet wurde, stürzte der Verurteilte auf seine Braut zu und schrie: „Das überlebe ich nicht; wir sehen uns nicht wieder." Dann stürzte er zu Boden und verfiel in Tobsucht. 4 Schutzleute konnten ihn kaum festhalten, bis die Rettungswache erschien und den Mann in die Irrenanstalt brachte. Berlin, 4. Juli. Die Pfaffsche Möbelfabrik in derZeughosstraße wurde von einem gewaltigen Schadenfeuer heimgesucht. Nach zweieinhalbstündiger Arbeit gelang es der Feuerwehr, die Gefahr zu beseitigen. Der starke Gewitterregen half dabei. Niemand ist verunglückt. Kiel, 4. Juli. Bei der Abfahrt des amerikanischen Geschwaders hat sich herausgestellt, daß insgesamt 105 amerikanische Matrosen nicht wieder an Bord gegangen sind. Diese Leute werden desertiert sein. Kiel, 4. Juli. Der wegen Beleidigung Untergebener zu zwei Monaten Gefängnis und Dienstentlassung verurteilte Leutnant zur See Fritsch wurde heute wegen Fluchtverdachts verhaftet. , Hamburg, 4. Juli. Zu der Nachricht, die Prinzen Heinrich und Albert von Preußen würden die Ausstellung in St. Louis besuchen, wird gemeldet, daß der Kaiser anläßlich des Diners beim Berliner amerikanischen Gesandten dem Admiral Cotton zugesagt habe, er werde die beiden Prinzen mit einem Geschwader nach ^Nordamerika in Erwiderung des jetzigen amerikanischen Besuches entsenden. Das Geschwader wird unter dem Befehle des Prinzen Heinrich stehen. Leipzig, 4. Juli. Tolstois Broschüre „Du sollst nicht tödten", Verlag von Diederichs in Leipzig, wurde wegen Beleidigung des deutschen Kaisers be schlagnah nit. — Im Personenzug Nr. 25 zwischen Halle und Leipzig schoß sich eine 25jährige unbekannte Dame, anscheinend eine Ausländerin, eine Kugel durch den Kopf. Sie war sofort tot. Vorher hatte sie Schwefelsäure getrunken. München, 4. Juli. Heute nacht ging ein furchtbares Unwetter über die Stadt nieder. Der Regen ergoß Berliner Börse vom 2 Juli 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Durch die Geschäftsstille an den auswärtigen Börsen beeinflußt, war auch heute wieder bei uns nur ganz geringe Beteiligung am Verkehr; die Kurse setzten bereits unter gestrigen Schlußnotizen ein, und bröckelten im wetteren Verlauf unter dem Druck allzu großer Sülle noch weiter ab. Auch auf dem Kassaindustriemarkt waren die Umsätze nur gering, wobei die Tendenz nicht einheitlich war; Eisenwerte notieren aus den Jronmonger niedriger, während ment» und Terrainwerte größtenteils Coursausbesserungeu Ce- er- . 178.30 Schluß-Tendenz: schwach. am 2.-3. Juli 29,5U C. „ 2.-3. , 12,3U C. Schiffsnachrichten. Norddeut sch er Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 2. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Breslau", Kapitän H. Feyen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen ist heute 8 Uhr morgens roobl= behalten in Baltimore angekommen. Eisenbahn-Zeitung. — Minister Budde hat durch einen Erlaß an die Eisen- bahndlrektionen genehmigt, daß ständigen Arbeitern der Staatseisenbahnverwaltung, ebenso wie bisher schon für den Klrchenbesuch, so auch für den Schulbesuch ihrer Kinder und für den Einkauf von Lebensbedürfnissen versuchsweise die freie Fahrt i n HI. W a g e n k l a s s e gewährt werden kann. — Die Frachtraten aus den preußischen Staatsbahnen sind, oie Generalkonsul Richard Günther aus Frankfurt a. M. meldet, doppelt so hoch, wie in den Vereiiiigten Staaten. Die Staatsbahnen rechnen für die Tonne 86 Cents per Kilometer, die amerikanischen Bahnen im Durchschnitt nur 43 Cents. — Viehmarkt. Tas Geschäft an den einzelnen Markten ruht fast vollständig. Schlachtvieh ivird ja stets gehandelt, aber auch da merkt man eine große Zurückhaltung seitens der Metzger, die Preise sind zu hohe, um einigen Nutzen zu lassen, es wird eben nur der äußerst notwendige Bedarf gedeckt. Prima-Quolitäten sowohl wie mittlere unterscheiden sich im Verhältnis im Preise nicht viel, beiderseits ist von einem Stutzen keine Rede. Kälber lverden immer noch vergoldet, die Zufuhren sind künstlich beschränkte, um hierdurch die Preise in die Hohe zu schrauben und hoch zu erhalten; chier muß der Metzger übel oder wohl Geld zulegen. Schweine etwas nachgiebiger im Preise und billiger zu haben, imnierhm ist der Umsatz hierin ein flotterer, obwohl der Verdienst immer noch ein mminialer genannt werden rnuß. — Tabak. Im Laufe der Betriebswoche lag das Geschäft wiederum sehr ruhig und kamen uns an Verkäufen nur der Ab- gang einiger Kleinigkeiten entrippter Einlage zu Gehör. Die Händler klagen stets über schlechtes Geschält, trotzdem lassen sie nicht von der leider eingerissenen Gewohnheit ab, Ware, die erst inl Entstehen begriffen ist, dtirch ihre Unterkäufer auf bcn höchsten Preis jetzt schon zu erwerben. Alljährlich haben wir diesen Miß- stand getadelt; ist doch hinreichend bewiesen, daß durch dieses Gebühren nicht nur große Verluste entstehen und an der Veredelung des Tabaks seilens der Pflanzer überhaupt nichts mehr geschieht, was doch nur wieder den Handel schädigt, dennoch kann nrnn sich nicht entschließen zur alten, reellen Einkaufs,veise zurückzukehren. Wir erachten es schlechthin als ein Unding, jetzt schon Abschlüsse für eine Ware zu tätigen, die soeben erst gepflanzt wurde. Es soll in den letzten Tagen von Mannheinier, Bruchsaler und Oberländer Firmen das kommende Oberländer Sandblatt zuni größten Teil schon gekauft worden sein und der Rest wohl in den nächsten Tagen noch aufgekauft werden. Unwillkürlich fragt man sich, ob es Tatsache ist, daß der Handel nichts mehr verdient. Nun warum ist er dann beim Einkauf nicht vorsichtiger. Glaubt ,nan beim reellen Einkauf nicht auch das benötigte Quantum Tabak zu be- konimen ? Wir sind der Ansicht, daß m letzterem Falle der Handel nicht das geringste Risiko eingeht, ist er doch in der Lage, an der Hand fertiger Ware den Preis zu bestimmen, den er hierfür anlegen will und kann, um mit Nutzen zu arbeiten. — Oder sind die ständigen Klagen über schlechten Verdienst nichts als eüel Lug unp Trug? Fast möchte man das Letztere behaupten, denn es ist einfach unmöglich, daß ein berechnender Kaufmann jedes Jahr wiederholend sich einer Einkaufsweise bedient, die ihin alljährlich nur Verlust brachte!! In losen pfälzer Rippen sehr flau, lose seine Mk. 10—11, gebündelte feine Alk. 12. Märkte. Gießen, 4.Juli. Marktbericht. Auf heutigem Wocüenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0,80—1,00 Alk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., 2 Stck. 11—13 Pfg., Gänseeier 11—12 Pfg., Eiiteneier7—8 Pfg., Käse vr.Stck. 5—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Psg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 1,00—1,20 Alk., Hühner pr. St. 2,20—2,20 Mk., Hähne pr. Stück 0,70—1,60 Alk., Enten pr. Stück 2,00—2,40 Mk., Gänse pr. Pfd. 54—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pstmd 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 9,50—10 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 9,00—10,00 Alk., Milch per Liter 18 Pfg. Kirschen per Pfd. 30—40 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., tn Körben 00—00 Pfg. Trauben 00-00 Pfg. Berlin, 3. 3ult In Fachkreisen soll die Absicht bestehen, bem Direktor der Jasmatzi-Gesellschaft in Dresden Gelegenheit zu öffentlicher Dlskussion in Trustsragen, die demselben bisher ver- vehrt war, zu gedeir. In» 1908. O 3 5 g r l 6* der Lust Absolute Feuchttgkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 3. 2” 747,1 29,8 12,9 42 WSW. 4 Sonnenschein 3. 916 749,0 18,3 14,1 90 WNW. 2 Bew. Himmel 4. 751,1 17,0 11,3 79 w. 2 leicht bew. „ sich in Strömen und verursachte allenthalben Ueberschwemm- ungen, namentlich in den Keller-Lokalitäten. Die Feuerwehr wurde verschiedentlich 31t Hilfeleistungen alarmiert. Das Un- weiter dauerte eine volle Stunde. Rom, 4. Juli. „Giornale" versichert, aus zuverlässiger Quelle erfahren zu haben, daß die geplante Reise des Zaren nach Rom auf nächstes Jahr verschoben worden sei. Der Hof-Präfektur ist jedoch davon nichts bekannt. Chamounix, 4. Juli. Der Korrespondent der Schweizerischen Tepeschenagentur vernimmt vom Studeuten O th m er folgende Einzelheiten über die Erlebnisse der deutsch enStudenten: Wir gingen Montag morgen 6 Uhr nach Aiguille du Gouter. Auf halbem Wege sahen wir uns von drohenden Nebeln umgeben und dachten, es sei vorsichtiger, anzuhalten und in der Hütte zu bleiben. Kaum waren wir eine halbe Stunde in der Schutzhütte, als von Osten und Südwesten Gewitter losbrachen. Wir trafen Vorsichtsmaßregeln, entfernten alle metallenen Gegenstände, welche geeignet schienen, den Blitz auzuziehen, und kauerten uns dann in einer Gruppe zusammen, während draußen das Gewitter mit ununterbrochenem Donner tobte. So harrten wir zwei Stunden, als plötzlich em Blitz in die'Hütte schlug und alle traf, ausgenommen mich selbst und Enni Hammacher. Alsbald sprangen wir beide ins Freie und blieben draußen bis am Hals im Schnee, bis das Gewitter ausgetobt hatte. Dann traten wir wieder in die Hütte, um nach den Kameraden zu sehen. Kurt Stiller war an bei- denKnieenverletzt, doch nicht schwer, Hans Schmidt hatte 3 Wunden int Rücken und an den Schultern, Bernhard Kaufmann 2 Wunden am Arm und am rechten Bein, Krombholz Wunden am Unterlech und einige ernstere Verletzungen am Rücken. Sein Hemd und Kleid wiesen große B ra n d st e l l e n auf. von der Leyden hatte zwei Wunden an der Hüfte und am rechten Arm. Alle hatten merkwürdige Visionen im Augenblick des Blitzschlages. Mehrere blieben stundenlang bewußtlos. Während der ganzen Nacht schlossen wir kein Auge. Mittwoch morgen wollten wir weitermarjchieren. Wir gaben den ganzen Tag Notsignale ab. Erst Donnerstag jähen wir die erste, von Bellevue kommende Hilfsrolonne und warteten dieselbe ab. Wir marschierten dann nach der Hütte Ballot und von dort nach Chamounix, wo wir heule eintrafen.' Telephonischer Kursbericht» 372% Roichaanleihe . . 3% do. . . . 3V,o/o Konsole . . . . 3°/o do...... 372% Hessen . . . . 37,56 Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrerite . . 4* 5% Oesterr. bilberrente 4% Ungar. Goldrente, . . 4% Italien. Rente . . . 4ili% Portugiesen . . . c.0/ Portugiesen 1% C. Türken • . . . Türkenlose 4% Urieoh. Monopol.-Anl. 47,96 äussere Argentiner trankluri u. 4. Juli 1903 102.20 91.65 102.25 91.60 100.90 100.00 102.95 100.35 101.65 103.40 49.75 31.20 33 95 131.40 44.90 3J/ü Mexikaner .... 26.65 47g 7a Chinesen .... 92.95 Electric, bei.ackert . . . 92.80 Nordd. Lloyd . . , . 98 80 Kreditaktien .... 207.60 Diskonto-Kommandit. . . 186.40 Darmstädter Bank . . . 136.80 Dresdener Bank .... 147.90 Beniner Handelsges. . . 154.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.30 Lombarden .... 18.00 Gotthard bahn .... 189.00 Laurahütte 215.00 Bochum ...... 172.20 Harpener 178.25 ’ Tendenz: sehr still. lst fett oO Jahren bekannt als das beste Mcnsmehl zur Herstellung von Puddings, Torten, Mehlspeisen, Saucen, u. s. w., sowie als Nährmittel für Kinder und Kranke. Leichter verdaulich als Weizenmehl und bedeutend feiner und ausgiebiger. 5292 General-Depot bei Türk u. Pabst, Frankfurt a. Main. 'Adressen, wo Hengsten berg’* Weinessig zu haben ist, iverden Ihnen von der Fabrik in Eßlingen a. Neckar auf Anfrage gern mitgeteilt f 4286 Rheinisches Technikum Bingen für Maschinenbau und Elektrotechnik. 5245 Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Erbauung eines Lchulhauses mit 2 Sälen und 2 Lehrerwohnungen zu Ostheim bei Butzbach erforderlichen Erd- und Maurer-, Steinhauer-, Zimmer-, Dachdecker-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser-, Spengler-, Weißbinder- und Tapezierarbeiten nebst Russenstein-, Verblendstein-, Kalk-, Schlackensand-, Cement- und Eisenlieferungen sollen auf dem Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden. Pläne, Voranschlag und Bedingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Haingrabenstraße Nr. 21, sowie bei dem Kreisstraßenmeister Herrn Metzger in Butzbach zur Einsicht offen. Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote, wozu Formulare gegen Copialgebühren zu erhalten und auszufüllen sind, müssen längstens bis zum Samstag den 18 Juli 1. I. vormittags 10 Uhr verschlossen und postfrei auf dein Bureau des Unterzeichneten eingereicht sein. Friedberg, den 3. Juli 1903. [5260] Der Großherzogliche Kreisbauinspektor. __Schnitzel, Baurat. Vergebung von Bauarbeitern Die zur Herstellung von Parkett - Fußböden aus Buchenriemeu in verschiedenen Räumen des Gerichtsgebäudes dahier nötige Schreineracbeit nebst Materiallieferung wird hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen iiegen m unseren! Amtsloläl zur Einsicht offen, und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zuin 14. Juli d. I. vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 3. Juli 1903. Grojzherzogliches Hochbauamt Gießen ReuUng. [5253] Vergebung von Bnnnrbeiten. Zur Erbauung eines medico-mechanischen Instituts in Gießen mit Verbindungsgang nach der medizinischen Klinik werden die nachstehend bezeichneten Rohbauarbeiten und Lieferungen unter Hinweis auf den Ministerialcrlaß vom 16. Juni 1893 hiermit öffentlich ausgeschrieben. Los I. Erd- und Maurerarbeiten, darunter ca. 300 cbm Bruchsteinmauerwerk , 450 r Backsteinmauerwerk „ 100 qm Verblendung mit Äungsteinen einschl. Liefern derselben , 480 qm Verblendung in roten Verblendziegeln II. Wahl Los II. Sandsteinlieferung. ca. 20 cbm grün grauer Sandstein Los III. Lungsteinlieferung. 9,87 cbm Gurtgejims und Fensterumrahmungen re. Los IV. Trägerlieferung. ca. 15200 kg Los V. Grobschlosserarbeit, darunter ca. 500 kg Klammern, Anker, Schrauben etc. Angebotsunterlagen können auf unserem Zweigbureau Frankfurterstraße 9?r 83 eingesehen, Angebotsformulare, Trägerlisten und Fa^adenzeichnungen 1:100 (zu Ü. II und 111) gegen Selbstkostenpreis dorther bezogen werden. Offerten mit bezeichnender Aufschrift, sind auf genanntem Zweigbureau bis Mittwoch, den 22. Juli 1903, vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermin, einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 3. Juli 1903. Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten [5261] Becker. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die BrUhl’sche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 Wegen Aufgabe meines Ladens Schulstraße, Ecke Sonnenstraße stelle ich mein Lager in französ. Kogn k, deuischem Kognak, Likören. Cigaretten sowie einen Posten Cigarren zu bedeuteud ermäßigten Preisen zürn Ausverkauf. Carl Retter Gießen, Schnlstraßc, Ecke Sonnenstraßc. Besonders mache ich auf einige hundert Flaschen franz. Kognak aufmerkjam, tvelche ich zum Selbstkostenpreis abgebe. 5266 lßabklsbcrgkr sttiiogriiphtii- Lkrciil (5ic|jcii miii Iaiiicil-Wlljchtil. Unsere Mitglieder iverden gebeten, an dem Sonntag den 5. Juli stattfindenden Familieuausstug der Stenographen- Gesellschaft Gabels- berger nach Staufenberg sich zahlreich zu beteiligen. 5272 Der Vorstand. Abfahrt nach Lollat 3.13 Hin. Prima neue Votthermge Hochfeine Isländer Matjes-heringe Üitiic jmielitlii oeben frisch eingetroffen bei ChristianWallenfels 17 Marktplatz 17 15390 Telephon 262. Gegründet 1826. Statt besonderer Anzeige. Dr. Karl Kempff um stille Teilnahme. mit der Bitte Die tieftrauernde Gattin und Kinder. 6267 Giessen den 3. Juli 1903. 1. Grosses Zum neuen Saalbau !olk,s' “"V?1*! - ' Sonntag den 2. August d. Z. Bin Mir- iri ZmilikiiskS anf Schckud ™ ^Philosophenwald an dem, *- * kV /Ä c^f )h*■ f •• eJK*. f. 1,2- ‘'•‘vdrr **, : .fr . ■< U Allen und Vaters Die Beerdigung findet am Montag dem 6. Juli er., vormittags 9 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt Contentia. Unsere Mitglieder werden freundlichst gebeten, sich am 5. Juli d. I. staltfindenden Sommerfest mit großartigen Ueberraschungen für Jung und «lt. Pompöser Festzug der Helgoländer. Fischer-Knaben und »Mädchen. * Grossartiger Wimpel-Reigen. Der liebe Onkel Pelle wird Fest und Spiele leiten. Bon 4 Uhr ob: Großes Garten -AUlitär - Konzert. Aussteige« des Riesenluftballons „Iltis". Der Ballon ist 20 Fuß groß und wird vor den Augen des Publikums gefüllt. Hroßen-Linden. Sonntag den S. Juli d. J„ nachmittags: bei der Turnhalle. ES ladet freundlichst ein 6279 Ijiidwig Muhl, Gastwirt. Sonntag öell 12. lind Montag Den 13. Juli 68. A Kirchweihfest Verwandten und Freunden die schmerzliche Mitteilung von dem Hinscheiden unseres guten Galten wozu ergebenst einladet Philipp Arnold. Der Festplatz befindet sich an der Straße Gießen—Leihgestern.__03183 „ Sie DmichW itr niet Wiitlt «litt M WtfWSf» schlagen, Knotenkaneu, Gackhüpfen rc. LMkk^ Bonbonregen. aus der Schönen Aussicht des Vereins Giessener Zither-Club Der Vorstand. an dem, Der Vorstand Fußball-Meeting Der Vorstand Himbeersaft Zitronensaft recht zahlreich zu beteiligen. 6263 recht zahlreich zu beteiligen. 5262 8. Fußballweitstoßen. 9. 4 Meter Staferrenlaufen. Unsere Mitglieder werden freundlichst gebeten, sich am 5. Juli d. I. stattfindenden Ua-fen-LrSnauug: 2 Uhr. — Ausan» des Aeftcs uud de» Konzertes: 4 Uhr. — Entree: Ämber la Pfg., Erwachsene 25 Pfg. Jedes Kind erhält an der Kasse einen reizenden Strandhut gratis. 5291 Otto Ergmann, Arrangeur. Programm. 6. Dreisprung. 7. 100 Meter mit Vorgabe.*) Alsdann: Ansprache des lieben Onkels Stinte an das geehrte . Publikum. © Grratis-Gi-esch.enk-Verteilung. Feder Besucher erhält hierzu eine Nummer gratis! 1. Hochsprung. 2. 200 Meter mit Vorgabe. recht zahlreich zu beteiligen. 5261 Sommerfest aus der Schönen Aussicht des Vereins Giessener Zither-Club Sommerfest auf der Schönen Aussicht des Vereins Giessener Zither-Club ftdiNerbaid Gk$$t#-£alr. Unsere Mitglieder werden freundlichst gebeten, sich an dem, am L. Juli d. I. stattfindenden am Sonntag dem 12. Juli, nachmittags 4 Ahr anläßlich seines StiftungssesteS auf dem Trieb em & $wi; °-L». eh MM* Waiwwerhitb Bei eintretender Dunkelheit: Pracht - Fackel - Polonaise f f Ily vlllt tsf' unter Boranlritt der ganzen Dlusikkapelle. i* * ---- < L p trlXtt — — fiJ Montag den 6. Juli abends präcw 8'/, Uhr UT Hebung. *W 8633] Das Kommando. GjchmWAGublM veranstaltet 3. Weüsprung. 4. 100 'Dieter, Clubmerster,chatt. 5 1500 Dieter mit Vorgabe?) . Einsatz tüv btc Meldungen: Erwachsene 50 PH., Schuler 30 Psg. ^chrlsrllcht LceiOungen sind bis Donnerstag den 9. Füll, abends t, Uf)t, bet 'beim t'. ^of, hier, Bahnhosstr. 34, erbeten. gar. rein, empfiehlt billigst 5275 Der Vorstand. I. M. Schulhof, *) Auch für Nichtmitglieder offen. 62871 ftoümia waren u. Konserven. Ich habe mich hier als Zlechtsanwalt niederqelafien. — Mein Bureau ist mit demjenigen des Rechtsanwalts und Großh. Notars Hermann Katz dahier verewigt und befindet sich Bahnhosstratze 76. Gießen, den 3. Juli 1903. Curt; Kaufmann, 5265 ______________ Die Behandlung dcs Schuhwerks trägt sehr viel zur Haltbarkeit desselben bei, deshalb empfehle ich eine von mir selbst erprobte tadellose Creme (alle Farben) in Packungen zu Mk. 0.15 „ 0.25 am beliebtestenMx- „ 0.30 , 0.40 , 0.50 , 0.60 5288 , 1*— N. Reiss Fiankiurter Üthulilager,. MäuSburg 12. Rechtsanwalt.___ Caf6 EbaL Heute abend 4910 Stammesien. Paprica-Schnitzel und pommes frites. g Tr. V. 1885. Sonntag, den 5. Julr Familienansflug mach Wetzlar. Sammelpunkt: Hotel Kessel. Abfahrt: 3 Uhr Bahnbrücke. Nichtsahrer: Zug 3.25 Uhr. Montag, den 6. JnU Abendtttur über Danbringen nach Lollar. Abfahrt: 7,9 Uhr WaUthor/ 52881 Der Vorstand.