153. Jahrgang Zweites Blatt. Deutsches Keich J>U heutige Yummer umfaßt 10 Seiteru Breslau, 3. Niai. Der kommandierende General deS 6. Korps, der Erbprinz von Sachsen-Meiningen, hat seinen Abschied eingereicht und verlegt seinen Wohnsitz ----- " ' r‘ ' , Der Erbprinz ist bekanntlich der werden wird. Ter alte Reichstag hat nunmehr sein Ende erreicht, der, Termm für die Neuwahlen des Reichstages rückt immer näher heran. In der Hauptsache richten sich die Ermahnungen an die Wähler darauf, daß diese möglichst zahlreich zur Urne schreiten und chre Stimmen abgeben sollen; denn leider wird hierin noch viel gesündigt. Es wird dies am besten dadurch bewiesen, daß zirka 32 Prozent aller Wahlberechtigten überhaupt nicht von ihrem Wahlrechte Gebrauch machen (dies bedeutet einen Ausfall an Wahl- stimmen pro Wahlkreis im Durchschnitt von 9290 Stimmen). Indessen ist die Wahlbeteiligung bei den verschiedenen Parteien sehr verschieden und gerade bei den Ordnung S- parteien läßt sie am meisten zu wünschen übrig, denn bei den meisten dieser Parteien ist sie im Laufe der verschiedenen Legislaturperioden des Reichstages vielfach zurückgegangen. Ganz bedeutend gestiegen ist die Wahlbeteiligung bei den Sozialdemokraten, für welche im Jahre 1871 101 927 und 1898 2 107 076 Stimmen abgegeben wurden. Diese erhöhte Stimmenzahl verteilt sich natürlich auch auf eine größer oewordene Zahl von Abgeordneten, die bei den Parteisekretär Philips I , christl.-soz. Partei, wobei er darauf hmwieS, daß dessen em-1 zelnen Punkte teils den Forderungen der liberalen, teils denen der sozialdemokratischen Partei entnommen feien. Demgegenüber entwickelte der Redner dann die Grundsätze der nationalliberalen Partei und bat zum Schluß seine Zuhörer, am 16. Juni dem Kandidaten der nationalliberalen Partei, Ingenieur Macco, ihre Stimme zu geben. Berlin, 2. Mal. Die,Nat.»Ztg." bestätigt, daß Geh. Rat LüsenSky die ihm von den Liberalen im Wahlkreise Freiberg L S. übertragene Kandidatur zurückgezogen hat und daß dem bisherigen Vertreter des Wahlkreises, Dr. Oertel, ein neuer liberaler Kandidat entgegengestellt König ßduard in Saris. Paris, 2. Mcä. Auf der Fahrt nach dem Rennfelde von Vincennes, wo heute vormittag die Revue über 12 000 Mann Truppen stattfand, wurde König Eduard mehrfach akklamiert. Auch wurden vereinzelte Hochrufe auf die Buren laut. Die Revue verlief bei gutem Wetter ohne Zwischenfall. Der König, in der Uniform eines Feldmarschalls mit dem Kordon der Ehrenlegion, hatte an seiner Seite Loubet und den SenatS- präsidenten Falliöres, mit dem er lebhaft sprach. Seine Haltung war stramm, das Aussehen frisch. Das Publikum war von Montag 4. Mai 1803 vezugSpreiSr Sozialdemokraten seit 1871 von 1 auf 67 gestiegen ist. Aber auch die Wahlbeteiligungen im Durchschnitt auf den einzelnen Abgeordneten zeigen sehr verschiedene Ergebnisse. Die Sozialdemokraten haben auf den einzelnen Abgeordneten eine Anzahl von 37 626 Stimmen vereinigt, der Bayerische Bauernbund folgt als der zweite in dieser Reihenfolge mit 37 576 Stimmen, darauf der Bund der Landwirte mit 36 796, die Antisemiten mit 28 425, die Nationalliberalen mit 20 666, Freisinnige Volkspartei mit 19 252, Polen mit 17 437, Freisinnige Vereinigung mit 16 307, Konservative mit 15 911, Dänen mit 15 439, Reichspartei mit 14 941, Volkspartei mit 13 566, Elsässer mit 13 427, Zentrum mit 18 228, Welfen mit 10484 und Fraktionslose mit 10 261. Zweifellos würde I das Wahlergebnis für den künftigen Reichstag ungleich anders sein, wenn sich die Wähler der Ordnungsparteien zu regerer Wahlbeteiligung entschlössen. Heer und Flotte. Nr. 103 Erscheint täglich außer SomuagS. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kesstjchen Landwirt die •iefotr.tr Familien. b litt et viermal in der Woche deigelegi. Rotationsdruck n. Verlag der Brüh l'fchen Untvech-Vuch- u.6tein- druckerr, (Pieych Erben- Redaktion. (trpeDUUM and Druckerei: Echulstraße f. Adrelie für Depeschen: «u-eiger «tebeu. Fnnisprrchanlckluß Nr. 6L Nach Schluß des Festaktes im Elysöe hatte der König mit Loubet und dem Minister des Aeußeren, Delcassö, eine Unterredung im Kabinet deS Generalsekretariats. Ter Festvorstellung in den prächttg geschmückten Räumen der Großen Oper wohnten alle hervorragende Vertreter der Politik und der Wissenschaft bei. Als der König, welcher Admiralsuniform trug, und Loubet den Saal betraten, spielte die Musik die englische Nationalhymne und die Marseillaise, welche die Anwesenden stehend anhörten. Tas Programm der Vorstellung bestand aus GesangSvorträgen und Balletaufführungen. Der König gab wiederhott das Zeichen zum Beifall Wie die Blätter melden, wurde kurz vor dem Eintreffen König Eduards eine dort anwesende Dame, eme bekannte Schönheit, ersucht, daS Theater zu verlassen, da ihre Anwesenheit nicht erwünscht sei. Gegen Mitternacht, als König Eduard daS Theater verließ, um nach der englischen Botschaft zu fahren, wurden auf der Straße einige Pfiffe hörbar. Die Polizei schritt em und nahm 67 Verhaftungen vor, von denen 26 aufrecht erhalten wurden. „ , . , • Ministerpräsident Eombes und dessen Sohn wurden beim Verlassen des Rennplatzes von mehreren Mitgliedern des Jockeyklubs mit Geheul und anderen feindlichen Rusen verfolgt Die Frau des Generals Bonnal wurde durch das Pferd eines Kavalleristen leicht verletzt. Paris, 3. Mau Der König ging heute vormittag zu Fuß vön der englischen Botschaft nach dem protestantischen Tempel und wohntt dem Gottesdienst bei. Mittags kehrte ber der Botschaft zurück, von wo er sich m einem von Kürassieren eskortierten Wagen zum Frühstück in das^Mmisterium des Aeußern begab. In den Sttatzen wurde der Kömg überall mit Hochrufen begrüßt. t . An dem Diner im Ministerium befl Aeußern nahm das gesamte biplomat-fc^e RorpS teil. Die Botschafter und ®e- Indien wurden dem König Eduard »otgeftelUj, der sich mck ihnen der Reihe nach unterhielt. Nach dem Mahle lieh sich der König Wald e ck - Ro ujs e au norstellen und zag ihn m ein längeres Gespräch. Daraus forderte der Kon.g den Minister DeleassS zu emer pr.oalen Unterredung auT und fugte ihm, daß er sich freute, nach Frankreich gekommen zu ein. Er sprach ih," se,ne Dankbarkeit sür den 'hm bereiteten Empfang ans und überreichte ihm d.e Jnstgmen des Groß- kreuzes des Viktoriaordens. Um 3»/. Uhr kehrte der fiomg, von der Menge lebhaft begrüßt, nach der Bot,chaft zurück. König Eduard oerlieh dem Mmisterprapdenten Combes bas Großkreuz des Viktoriaordens. Hftozetz Wolff vor dem Aeiwaituagsgerichtsyof. (Lriginalbericht von unserem R. B.-Korrespondenten.) Darmstadt, 2. Mai. Tie heutige Sitzung brachte eine Fortsetzung, aber immer noch kein Ende der Zeugenvernehmungen. Zuerst wurde eine Frau Klaus vernommen; dieselbe bestätigt, daß Schiff eines Tages zu ihr gekommen und sie um tausend Mark angegangen habe, die er dem Beigeordneten Wolff leihen solle. Sie habe aber das Ansuchen abgelehnt Sehr eingehend wurde alsdann Zeuge Geh. Reg.-Rat und Kammerpräsidenr Laas-Tcrrmstadt befragt, der bis zum 3ahre 1900 Kreisrat in Lsfenbach war. Er stellte den ganzen Zuständen daselbst kein günstiges Zeugnis aus. Wolff seien in der ersten Zeit vielerlei Schwierigkeiten bereiter worden, es hatte sich sogar eine gewisse Hetze geaen ihn ^entwickelt Zeuge habe den Beigeordneten wiederholt zur Mäßigung ermahnt und auch energische Vorhaltungen über die Art seines Verkehrs mit den behördlichen Organen gemacht er sei aber auch rückhaltlos sür ihn eingetreten, wenn chm, wie es häufiger geschah, Unrecht zugefügt wurde. Zeuge gab aus Befragen auch zu, daß auch in der^Amtsführung des Oberbürgermeisters Brinck manche Sonderlichkeit zu tage getreten sei, und dieser z. B. hinsichtlich der Kompetenzen der Beigeordneten i!lnschauungen hegte, die vom Kreisamt zurückgewie,en werden mußten. Zeuge Lreis- r3t r tzombergi' Offenbach ist der Nachfolger desHerrn seiner Erscheinung entzückt König Eduard begab sich von Vincennes mit Loubet nach dem Pariser Rathaus. Auf dem ganzen Wege harrte eine dichte, Kopf an Kopf gedrängte Volksmasse. Seit Jahren hat Paris keine so herzliche Volkskundgebung gesehen. Der König wurde im Rathaus vom Gemeinderat empfangen und zeichnete sich in daS Ehrenbuch der Stadt ein, wo vor seinem Namen die Namen der Burengenerale eingetragen sind. Der Präsident des Munizipalrats begrüßte den König und dankte für seinen Besuch, in welchem Paris eine Bürgschaft für den Frieden zwischen den beiden Nationen und ein Unterpfand für immer engere und herzlichere Beziehungen zwischen London und Paris sehe. Der Präfekt des Departements schloß sich dem Vorredner an und bat den König, seine aufrichtigen Wünsche für das Wohlergehen der königlichen Familie uud des englischen Volkes entgegenzunehmcn. Der König dankte den Herren in französischer Sprache für den Empfang, den ihm die Bevölkerung von PanS bereitet habe, und versicherte, er werde diesen Besuch, der ihm das größte Vergnügen bereite, nicht vergessen. Den Worten des Königs folgte lebhafter Beifall. Der Präsident deS Munizipalrats bot sodann dem König in einem prächtigen Knstallbecher den BegrüßungStrunk an. Der König und Präsident Loubet ver» ließen sodann daS Stadthaus. Beim Diner im Elysöe brachte Loubet einen Trinkspruch aus, worin er dem König für dessen Besuch dankte und die Hoffnung auSsprach, daß er den Wettfrieden fördern werde. Der König antwortete: -ich bin glücklich, daß diese Gelegenheit das Band der Freundschaft beteiligt und Aur Annäherung in ihrem gemeinsamen Interesse beiträgt. Unser hervorragender Wunsch (^»°6 d6sir) ist, daß wir zusammengehen auf dem Wege der Zivilisation und des Berlin, 3 Mai. Der Kaiser hat dem Vorsitzenden deS Bayerischen Landesverbandes und Vizepräsidenten des Deutschen FlottenvereinS, Reichsrat Frhrn. v. Würtz- bürg in München, in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um den Deutschen Flottenverein seine Photographie mit Unterschrift und Rahmen verliehen. Dresden, 3. Mai. Bei herrlichstem Wetter hielt König Georg heute mittag seinen festlichen Einzug in die Stadt. Auf dem Bahnhof wurde er von den Spitzen der Behörden und dem Festausschuß empfangen und nach dem Köntgspavillon geleitet, wo em Dresdener Tamen- quartett den König mit einem Vortrag begrüßte. Die O v a- tionen taufen der von Frauen und Mädchen, die auf dem Platz vor dem Bahnhof Aufstellung genommen hatten, rührten den König sichtlich Unter Glockengeläut fuhr der König, von Gardereitern eskorttert, durch die Prager- straße nach dem Altmarkt, von endlosem Jubel des Publikums begrüßt. Am Altmarkt entbot Oberbürgermeister Beutter einen Willkommengruß. Eine nach Hunderten zählende Sängerschar trug einen Degrußungs- hymnus vor. Für alle Huldigungen dankte der Monarch tief gerührt und gab besonders seiner großen Freude über. - - Liebenstein, die äae Teilnahme der Vereine, Innungen, Korporationen nach ^cyiog ^uvenpe Schuld Ausdruck Im Schloß nmrbe der König ponsichwager des Ka.serS. den Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses und Kirche und Schule, den Hofstaaten begrüßt. 9tach kurzer Raft begab sich der Berlin 2. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." ist in der finig Lage Nachrichten über die Maßnahmen, welche die Staate- 'Nachmittag Tafel statlfand^ regierung bezüglich der staatlichen höheren Mädchenschule Deleaiertentaa und des Lehrerinnen.Seminars in Trier getroffen Berlin 9 Mai hat, richtigzustellen. Es ist unrichtig, daß eine Trennung der Der öentralvorstand der nationalliberalen Partei"beriet Schülerinnen nach Konfessionen für den Unterricht m Deutsch heute den Entwurf des allgemeinen Wahlaus- und Geschichte beabsichtigt sei. ES ist ferner unrichtig, daß r u fs In unermüdlicher Frische präsidierte der nun ins der für den katholischen Religionsunterricht angestellte Kaplan 80 j^bensiahr tretende Dr.H a m m ache r der Versammlung Reitz auch Unterricht in Deutsch und Geschichte erteilen soll, und leitete mit Umsicht die Debatte. Er eröffnete die Sitzung ist ferner unrichtig, daß die neu angestellte katholische mit Worten des Dankes über die ihm gestern anläßlich Seminarlehrerin den Unterricht m Deutsch und Geschichte auf seines Geburtstages zugegangenen GlüQvunsche und Zeichen Oberstufe der höheren Mädchenschule und im Lehrerinnen» der Anerkennung und fügte diesem Danke ba3 (SelobmS @emmQr allein erteilen soll. Wie bisher werden auch & Ä-Ä °°ans°l'!ch°Lehrpersonen biefen Unterricht uutuersehen Richtig d^Purteigenpsseu ist lediglich. daß die Lehrbücher van Os,ermann und H-Umann Gtückwünschc ab. Rach der Sitzung vereinigte die Mitglieder (Teil U) von Ostern ab nicht mehr gebraucht werden, und des Zentr alausschuss es ein Wlahl im Kaiserhof. Arn Abend daß eß endlich gelungen ist, eine katholische Lehrerin mit dem 7 uhr fand ein Begrüßungsabend für die Delegierten in den Oberlehrermnen-ZeugniS für die Mitwirkung bei der Etteilung ErftisckMngsräumen des Reichstages statt. Vor der Dele- Unterrichts in Deutsch und Geschichte für beide Anstalten giertenver,ammlung wird Abg. Basser mann zum Ent- gewinnen. wurf des allgemeinen Wahlaufrufs namens des Zentral- ° °011 ^freC^tii)tuinibentte Delegierte hatten sich heute AUblüNö. abend in den Restaurattonsraumen des Reichstages zu London, 2. Mai. Nach einem Telegramm aus einem geselligen Beisammensein eingefunden. Abg. Basser- ang^ai kamen die in Yuankan angegriffenen Inge- mann begrüßte die Delegierten in einer kurzen Ansprache, wohlbehalten, aber unter Verlust aller ihrer die ausklang in die an alle Parteigenossen gerichtete Aus- Habe in Kanton an. Außer dem amerikanischen gingen forderung, die Fahne des Liberalismus hochtzuhalten. Es au$ deutsche, französische und chinesische Kanonenboote herrschte eine sehr animierte und zuversichtliche Stimmung. I 200 chinesischen Soldaten nach Yuankan ab. Die Juge- ------- nieure entkamen durch die Hilfe des Dorfvorstehers. »alil-Beweauna. Paris, 2. Mai. Gerüchtweise verlautet, daß König ' . ,. r k !Le0p0ld den König von England ersucht habe, vor w. Biedenkopf, 3. Mai. 3^ ^Hgen Kreise wurden - -ner Rückkehr nach Eiigland Belgien einen Besuch ab* in der abgelaufenen Woche in verschiedenen größeren ®e- ,U|-tatten König Eduard soll jedoch angesichts des fest- meinden sowohl von den Ehristlich-Sozialen, rote vonI ^setzten Programms abgele yn t haben. den Nationalliberalen Wahlversammlungeu abgehalten. Madrid, 3. Mai. Das Eintreffen schauerlicher Stöcker rechtfertigte sich gegen Vorwürfe, die verleumderisch Einzelheiten über dasBlutbadinJnsiesto erregt aeaen ihn geschleudert worden wären, dann ging er auf seine allgemeine Entrüstung. Vie le Un s chuldig e sind m ihren tM y r, I zählt, drei davon starben. Tanger, 3. Mai. Der englische Dampfer „Herkules" ist heute hier mtt 250 Israeliten aus Arzila angekommen, welche die von Munition und Lebensmitteln entblößte Stabt verließen. Sie zahlten an Raisuli, den Führer der Beni Aros, 10000 Frs. unter der Bedingung, daß er Arzila nicht angreife. Raisuli und seine Untergebenen rufen in jenem Bezirk starke Beunruhigung hervor. Die Gegend von Tanger ist ruhig. m0nn111d)76^31.,otertel- M . sährltch Mk. 6.20; durch GietzenerAnzeiger « M General-Anzeiger v mit. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW Geh. Rat Haas und sagte ebenfalls sehr ausführlich aus. Er hat Wolff schon als jungen Assessor in Worms kennen gelernt und viel über die unerfreulichen Zustände in Offenbach gehört. Als er daselbst persönliche wieder mit Wolff zusammenkam, hoffte er, es würde ihm gelingen, die damals gerade sehr erregten Streitigkeiten zwischen Wolff und der Lrtskrarrkenlasse beizulegen. Wolff habe bezüglich der von ihm beanstandeten Tal jachen häufia Recht gehabt, aber in der Form seiner Maßnahmen gefehlt und sich als leicht erregbar gezeigt. Im Oktober 1901 sei es zum offenen Konflikt mit ihm gekommen, weil er, Zeuge, infolge verschiedener begründeter Beschwerden gegen ihn einschreiten mußte. Von da ab glaubte Wolff auch, daß Zeuge gegen chn operiere, und er lvarf z. B- dem Kreisamt vor, es habe auf eine Beschwerde des Vorstandes der Ortskrankenkasse zwei Verfügungen erlassen, eine an die Bürgermeisterei und eine an den Vorstand, die sich inhaltlich widersprächen. Wenn auch nicht der Wortlaut, so sei doch der Sinn dieser Verfügungen derselbe gewesen. Ta Wolff dies bestreitet, wurden auf sein Verlangen die darüber vorhandenen umfangreichen Aktenstücke verlesen. Bei Erläuterung derselben wurde Wolff sehr erregt und sagte: „Was der Zeuge zu dem Protokoll ausführt, ist unwahr!" Kreisrat v. Homberg! bat den Präsidenten um Schutz, er sage unter seinem Eid aus. Ter Präsident wies den Beigeordneten zur Ordnung und verbat sich dessen wiederholte Zwischenbemerkungen. Staatsanwall Ministerialrat Best äußerte sich nun ebenfalls zu dem Kranken kaffen strell, worauf Kceisrat von Hombergk noch ausführt, daß Wolff mll größter Mühe und Schroffheit seinen Standpunkt verteidigte; fast alle paar Tage sei ein neues umfangreiches Aktenstück von ihm versaßt worden und die „Wolffiaden" hätten sich immer mehr angehäuft. Zeuge Schulrat Schaub gab nach einer kurzen Pause dem Verwalter Schiff bezüglich seiner früheren Tätigkeit ein gutes Zeugnis. Er sei ein gewissenhafter Beamter gewesen, der alle seine Obliegenheiten zur vollen Zufriedenheit erfüllte. Zeuge Jöckel, der Vorgänger Schiffs, als Armenhausverwalter, behauptet, von Wolff viel chrkaniert worden zu sein. Nach einigen anderen unwesentlichen Zeugenaussagen bekundet Stadtverordneter Ulrich, der sozialdemokratische Neichstagsabgeordnete, daß Wolff seine Amtsgeschäfte stets gewissenhaft und prompt erledigte, er pflegte immer „reinen Tisch" zu machen; von der Amtsführung des Oberbürgermeisters Brinck könne er das nicht gerade ebenfalls behaupten. Zeuge hat die feste Ueberzeugung, daß Wolff immer nach bester Ueberzeugung gehandelt habe. Sein Unglück sei die schroffe Art seiner Geschäftsführung gewesen, er bade sich durch sein eckiges Auftteten in Offenbach überall Feinde gemacht. Zeuge bekundet Weller, daß gegen Wolfs eine starke Hetze stattfand, an der auch der Oberbürgermeister nicht unbeteiligt gewesen sei. Die Beschtverdeschrrft über den letzteren habe Zeuge selber verfaßt und Wolff nur um Material ersucht- Zu dem Antrag auf Dienstentlassung habe in der Stadtverordnetenversammlung nur der ©treu mit Schiff Veranlassung gegeben. Zeuge habe zugestimmt lediglich in der Absicht, durch diesen Beschluß Gelegenhell zu einer Dis- ziplinaruntcrsuchung und somit zu einer authentischen Feststellung der ganzen Sacl)lage zu geben. Wer die meiste Schuld« au den Konflikten mit Wolff trage, wolle er nicht entscheiden. Beigeordneter Walther-Offenbach, der sell 1899 das städtische Bauwesen verwaltet, (vorher war ein Sachverständiger dafür in Offenbach nicht vorhanden!), bekundet, daß auch er mitunter scharfe Differenzen mit dem Oberbürgermeister Brinck hatte; es sei nicht leicht, mll ihm immer gut durchzukommen. Ueber Wolff weiß Zeuge nichts Nachteiliges zu bekunden. Ter Vorsitzende der Ortskrankenlasse, Streb, wird noch eingehend über die Stteitigkeiten Wolffs mit dieser Kasse vernommen. Wolff habe mehrfach beleidigende Entscheidungen über den Kassenvorstand getroffen, und dieser sah sich deshalb veranlaßt, beim Kreis- amt die Trennung der Funktionen der Ortskrankenkasseu- pflege von der Armenpflege, die Wolff unterstellt war, zu beantragen. Er- Zeuge, sei von Wolff auch der sozialdemokratischen Partei gegenüber, der er angehöre, verdächtigt worden und habe ein peinliches Schiedsgericht deshalb über sich ergehen lassen müssen, worüber er noch ausführlichere Angaben macht Nachdem alsdann noch die Vereidigung des Verwalters Schiff vollzogen worden war, benagte der Präsident die Sitzung au, Montag früh 8y2 Uhr. Für die nächste Sitzung wird auf Antrag Wolffs noch eine Anzahl von Aktenstücken voui Offenbacher Kreisamt zur Stelle geschafft werden, sodaß die Vertändlung voraussiäMch auch am Montag noch nicht zum Abschluß kommen wird. Universität (Stetzeu. Verzeichnis der neu mnnatrifulierten Studierenden. c. Medizinische Fakultät F. Allendors, Aled., Gießen, Frankfurterstr. 7. & Bosch. Erimmilschau, Med., Ludwigstr. 14. I. Brüggemaim, Wied., Köningen, Franksurterstr. 71. G. Brenn, Med., Paris, Mittelweg 6. B. Tennebaum, Aled., Heiligenroth, Crednerstr. 3b. 2L Flietner, Tierhlt, Halle a. L., SeUcrsweg 81. H. Fluhrer, Med., Ansbach, Hillebrandstr. 9. F. Harlnack Med^ Barmen, Lindenplatz 1. F. Herzer, Lierhlk., Kirchheimbolanden, Franksurterstr. 91. P. Kaennncrcr. Trerhlk„ Langstadr, Licherstr. 7. H. Karrillon, Med., Weinheim, Licherstr. 7. SL Koch, Med., Gießen, t'udwigslr. 61. G. Krause, 'Med., Allenstem, Setleröweg 63. H. Kuppelmayr, Tierhlt, München, Franksurterstr. 69. H. Lust, Med., Steinbach u T, Grünbergerstr. 29. K. Aiench, TierlM., Rerchenjachsen, Liebigstr. 29. W. 'Misch, Med., Herne, Mittelweg 6. H. Nölledrock, 'Med., Epe, Ludwlgstr. 62. V. Ohnacker, 'Med., Butzbach, Grunbergerstr. 3. 5- Ohm, Med., Westerhold, Alicestr. 27. SL Poeschel, Tierhlt, Emskirchen, Franksurterstr. 91. SB. Schmidt, Med., Plettenberg, Tiezslr. 6. W. Schmidt, Med., Gießen, Lonysrr. 20. Ä. Schneider, T>erhlk„ Torteliveil, Slemstr. 68. O. Schrauth, Tierhlt., Wimpsen, Ebelslr. 2. W. Schürmann, Aled., Lüdenscheid, Wolsstr. 8. R. Schuster, Med., 'Aachen, Wcstaiil. 10. 9L Sct)>valm, Aled., Gießen, Bahnbosstr. 63. & Schwarzer, Tierhlt, Altwasser, Liebigstr. 69. L. Seibel, Tierhlt., Tarnistadl, Scknüstr. 10. ®. Seifferl, Mcd^ Tüsseldors, Bergstr. 17. SL Staudmger, Med.. Darmstadt, Grünbergerstr. 14. A. llllniuiiii, Aled., Nieder-Erlenbach, Löberstr. 7. 2)L Voß Tierhlt, Neu-Mecklenburg, Lrebigslr. 33. 3JL Weingarten, 'Med., Münster i. W., Blcichstr. 16». SL Wuuerer, Tierhlt, Ettenheim, Wilhelmstr. 3. F. Wirth, Tierhlt, Wörrsladi, Grünbergerstr. 12. Aus Hladl und Juni). Gießen, am 3. Dlai 1903. — Personalien. S. K. H. der Großherzog Haden dem Oberlehrer an der Realschule und an dem Progym- nafmm zu Alzey Dr. Karl Zimmer den Charakter als Pro- feffor erteilt dem Gerichtsschreiber beim Oberlandesgericht Justizrat Scharmann die Krone zum Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Weichensteller Wolf zu Darmstadt aus Anlaß seiner Der- etzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzerchen mit der Inschrift „Für treue Dienste* verliehen. • • Straßenrohrbrüche. Infolge Lockerung des Erdreichs durch Ausführung der Sielbauarbeüen haben in der letzten Woche verschiedene Gas- und Wasierrohrbrüche stattgefunden, welche durch das Personal des Gas- und Wasser- werks in Kürze beseitigt wurden. — Da sich solche Beschädigungen während der Ausführung der Sielbauarbeiten voraussichtlich wiederholen werden, weisen wir darauf hin, daß es sich immer empsiehll, bei Auftreten von auch ganz unbedeutend erscheinenden Gasentweichungen in allen Fällen sofort für Lüftung der Räume Sorge zu tragen und demGaSwerk Nachricht zu geben. Die Benutzung von Licht von unberufener Seite bei Wahrnehmung von Gasgeruch ist unter allen Umständen mit Ge- ahr verbunden und daher unzulässig. — Der erste Sonntag im Mai. Ein schöner Frühlingstag hatte endlich das rauhe und nasse Wetter ab» gelöst Der Himmel Härte sich, die Sonne schien warm und die Leute ergingen sich im Freien. Wie schön sind jetzt un- ere Gärten und Anlagen, in denen so viele blühende Bäume tehenl Es war eine Lust gestern spazieren zu gehen. Dem Volksfest auf der Liebigshöhe war auch das Wetter günstig; eine große Menschenmenge hatte sich bort eingefunden. Da Falb übles Wetter prophezeit, ist das Gegenteil so gut wie gewiß. * * Rohheit. In der Nacht vom Sonntag auf Manag ist großer Lärm und Unfug in der Grünbergerstraße vorgekommen. Rohe Hände haben, wie man heute konsta- ierte, im Grabsteinlager von H e w e l Denkmäler umgeworfen und dadurch zwei stark beschädigt. Belohnung ist ausgesetzt, um die Täter namhaft zu machen. TL Seltenes Jagdglück hatte am 1. d. M. der Metzgermeister Schreiner. Er erlegte an diesem Tage auf einem Jagdgebiete in Niedergemünden nicht weniger als vier Rehböcke. * * Aus dem Theaterbureau. Die für Dienstag angesetzte Benefizvorstellung „Mikado" des Herrn Ober- Regisseurs und ersten Charakterkomckers Siegfried Bruck ist von der Direktion aufs Sorgfälligste vorbereitet, glänzend ausgestattet und mit den ersten Kräften besetzt worden. Der Benefiziant spiett die Rolle des Oberscharfrichters und ehemaligen Schneidermeisters Koko, eine der dankbarsten Rollen, die je geschrieben wurden. Frl. Stöger und Frl. Bartl werden die japanesischen Pensionsbackfische spielen, tanzen und ingen. Herr Sommer spielt den Prinzen Nanki-Poo, Herr Nolte die komisch-groteske Titelrolle und Herr Gan- zert wird als Fächerträger Kikcki verschiedene Extrascherze anbringen. * * Sullivans „Mikado" wird morgen, Dienstag, zweifellos die große Zauberkraft seiner Melodien bewähren und unser Stadttheater wieder einmal in allen seinen Teilen füllen. Die Musik dieser Operette besitzt außerordentliche intime Reize, wir werden also eines besonderen Ohrenschmauses teilhaftig werden. Herr Regisieur Bruck hat an diesem Abend sein Benefiz. Wir haben ihn bereits während der wenigen Wochen seiner hiesigen Wirksamkeit als einen sehr amüsanten Darsteller kennen gelernt, von wirksamstem Humor, der sich stets von allzu operettenhasten Karrikaturen fernhält und maßvoll in seinen Mätzchen ist. Seine Hauptforce ist der pointierte Coupletvortrag, in dem er seines Gleichen sucht. Vor allem aber schätzen wir ihn als einen Regisseur von eminenter Umsicht, der jeden Emzelnen im Ensemble stets scharf im Auge hält, manchmal sogar wäh- rend der Szene zu Ungunsten eigener Wirksamkeit, und mit sicherem Blicke die Masten dirigiert. Angesichts seiner besonders angestrengten Tätigkeit ist ihm ein volles Haus an seinem Ehrenabend zu wünschen, an dem es ihm an Huldigungen mancher Art gewiß nicht fehlen wird. — Dr. Fritz Friedmann, der ehedem allenthalben bekannte Berliner Rechtsanwalt, stellte sich am SarnStag abend im Neuen Saalbau als Chef eines Ueberbrettls vor. Zwar bemerkte er in seinen einleitenden Worten, daß seine und seiner Künstler Darbietungen nicht beanspruchten, zur Kategorie der Ueberbrettl zu gehören. Er wolle seinem Publikum nur eine harmlose Abendunterhaltung bereiten. Das war bescheidener gesprochen als alles andere, was wir an dem Abend von Dr. Friedmann zu hören bekamen. — Nun, das Künstlerensemble hatte unstreitig überbrettlmäßige Vorzüge. Und Dr. Friedmann fühtte ganz nach der Manier der Brettldirektoren seine Künstler dem Publikum vor. Da war Henriette Faulconnier, die temperamentvolle Französin, die einige hübsche deutsche und französische Lieder oortrug, und die „Seccestionssängerin" Mara, die in ihren Leistungen ihrer ausländischen Gefährtin nichts nachgab. Da war denn vor allem auch Jean Paul Richter, der mit seinen Humorist- ischen Votträgen so viel Beifall fand, daß er das Interesse für das Auftreten Fritz Friedmanns, des vor Jahren gesuchtesten Vetteidigers in Deutschland, beinahe in den Hintergrund drängte. Friedmann erzählte einiges aus seinem Leben. ES war nicht sehr einnehmend, daß er sich dabei in der Herzählung seiner großartigen Lebensumstände und persönlichen Vorzüge erging. Allerdings hat er ein außerordentlich bewegtes Leben geführt, seit er hier in Gießen zum Dr. jur. promovierte. Er genoß den Glanz des Lebens wie wenig andere, er, der gefeierte Anwalt, dem zahllose Klienten aus allen Gegenden zuströmten, der em so hohes Ansehen weithin besaß. Von der Höhe seines Erfolges sei er, so hörten wir von ihm, gestürzt worden durch feine Feinde, die er sich t'urd) seine Tätigkeit als Anwalt, besonders m dem bekannten Kotze-Prozeß, geschaffen habe. Man warf ihm Unterschlagungen vor; er erlangte jedoch in Berlin seine Freisprechung. Resigniett erzählte er von den Leiden, die er habe durchmachen muffen. Seine Gabe, sich objektiv mit allem abzu- finben, habe ihn über die Miseren alle hinausgesetzt. Er gab dann ein Bckd au3 der Tätigkeit und dein Verfahren des Vetteidigers. Wir wurden in die Lage versetzt, mitzu- crlebcn, wie einem Anwalt aus dem Studium der Ulkten seine Verteidigungsrede ensteht. Es war beinahe eine kleine 91ovelle, wa§ Friedmann uns da vorsagte. Er ist zweifellos noch heute ein glänzender Redner. Aber ob er sich heute noch als so hervorragender Anwalt bewähren würde, konnte man aus dem Erempel nicht entnehmen. Er war allzu thea- ttalisch, und seine Rede klang zu sehr als ob sie vorgelesen würde. Friedmann hatte auch vorher bemerkt, er wünsche nicht mehr wie im Gerichtssaal zu sprechen, sondern so, wie es ihm von Herzen komme. Die helleren kleinen Anekdoten, die Friedmann im Anschluß daran aus seinen persönlichen Crlebnisten noch oortrug, waren sehr gut, aber^nicht so gut wie zahlreiche, ebenfalls verbürgte Vorkommniste, die wir unter „Heiteres aus dem Gerichtssaal" öfters in den Zeitungen zu lesen pflegen. Jean Paul Richter entwickelte viel kräftigeren Humor als der Führer des Ensembles. Er würde auch aus dem Gerichtssaal amüsanter geplaudert haben, wenn es seine Aufgabe gewesen wäre. Tie beiden schon erwähnten Damen haben sich um den schönen Verlauf des Abends ebenfalls reichlich verdient gemacht Der Vottrag war übrigens nicht so gut besucht, als man erwartet hatte. ft Wieseck, 3. Mai. Hier wurde heute von den Sozialdemokraten eine Maifeier abgehalten. Bon Gießen zog man unter Musik und Vorantraaung einer Fahne hierher, wo man bei Tanz und anderen Vergnügungen bis zum Abend verweilte. Dann gings mit Fackelzug nach Gießen zurück. 4- Wißmar, 3. Mai. Herr Schönweis, Pächter der hiesigen Jagd, ging heute morgen in Begleitung des Gemeindeförsters Lukas durch das Jagdrevier, wo sie einen jungen Mann von hier mit einem Flobettgewehr antrafen. Förster Lukas rief ihm mehrmals zu, er solle das Gewehr ablegen, was er aber nicht tat. Er war sogar so dreist, sich in Anschlag zu stellen und auf den Förster zu zielen. Im Momente der Bedrohung traf ihn auch die Schrotladung des Herrn Lukas in die Beine. Der 21jährige junge Niensch wird eine exemplarische Strafe zu ermatten haben. iv. Rod heim a. Bieber, 3. Mai. Auf dem hiesigen Rathause fand heute die Generalversammlung der gemeinsamen Ortskrankenkasse des Sparkassenbezicks Rodheim statt. Der Kasse gehören u. a. alle Bauhandwerker, landwirtschaftliche Dienstboten, selbst aus denen in unmittelbarer Nähe von Wetzlar gelegenen Ortschaften (Naunheim und Hermannstem) an. Nachdem die vorjährige Rechnung geprüft war, wurden auch einige Statutenänderungen vorgenommen. So soll z. B. der übliche OrtStagelohn von 1,80 Mk. auf 2 Mk. und dem entsprechend auch daS Krankengeld erhöht werden. Jedoch müsten diese Abänderungen der Königl. Regierung zu Wiesbaden zur Genehmigung vorgelegt werden. () Krumbach, 3. Mai. Die hiesige Gemeindejagd war dis zum vorigen Herbste gegen einen geringen Preis an Privatleute verpachtet. Nunmehr hat sie aber, wie auch die benachbarte Jagd zu Kirchvers einen Liebhaber aus der Stadt gefunden, sodaß die Gemeinde mit dem erzielten Mehrerlös wohl zufrieden sein kann. Ter neue Pächter, Rechtsanwalt Grünewald-Gießen, zahlt die jährliche Pachtsumme von 1020 Mk. Da die hiesigen Meldungen mit dem angrenzenden Krofdorfer Königl. Forst innig verbunden sind und bekanntlich viel Hochwild bergen, so hat der Pächter auch ein reiches Revier. Grünewald scheint die hiesige Jagd- nutzung auch mit regem Eifer betreiben zu wollen, denn er läßt sich zurzeit hier ein Jagdhaus erbauen. Dasselbe kann schon im Laufe des Sommers bezogen werden, und ein Jagdaufseher soll einen ständigen Aufenthalt darin nehmen. Die Billa ist am Eingang des Dorfes erbaut, gewährt Aussicht nach dem Dünsberg. Leider schonte aber seither der neue Pächter die Hirsche zu viel, denn sie machen sich oft in ganzen Rudeln auf der Wintersaat bemerkbar, worüber unsere Bauern allgemein Klage führen. Bad Nauheim, 3. Mai. Der Beigeordnete Kaiser von Worms wurde einstimmig zum Bürgermeister von Bad Nauheim gewählt. §§ Büdingen, 3. Mai. Gestern er banale sich im hiesigen Gefängnis der Sch-neider Geis, welcher wegen Sittlichkettsvergehens, verübt an schulpflichtigen Mädchen, angeklagt war. Der Mann hinterlaßt eine Frau und zwei unmündige Kinder. Darmstadt, 2. Mai. Der Ausschuß der Studentenschaft der Technischen Hochschule hat laut Anschlag am Schwarzen Brett wegen eines Artikels in den »Mainzer Neuesten Nachrichte n* in welchem die hiesige Studentenschaft beleidigt wird, gegen den verantwottlichen Redakteur Steigerwald bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag eingelcitct. Ein Studierender namens Kreis hatte in einer Mainzer Wirtschaft eine wüste Lärmszcne verursacht, und genanntes Blatt knüpfte an den Vorgang beleidigende Betrachtungen über die Darmstädter Studentenschaft im Allgemeinen. Die Studentenschaft wird zmn Mastenprotest mit Unterschttft aufgefordert. (W. Ztg.) Darmstadt, 3. Mai. S. K. H. der Großherzog empfingen am 2. Mai u. a. den Oberst a. T. Cullmann von Gießen, den Oberstleutnant Fryrn. v. Normann, Kommandeur des Gendarmeriedisttikts Rheinhessen, den Kreis-Schulinspektor Kleinschmidt von Gießen, den Hofschauspieler Loehr von Darmstadt, den Bolksschullehrer Eifert von Gießen, die Vorsteherin der Gewerbeschule in Offenbach Fräulein Geist; den Großbritannischen Geschäftsträger Herbert. Mainz, 3. Mai. Heute mittag wurde als 8. Krematorium in Deutschland das in Mainz in feierlicher Weise und in Anwesenheit der städtischen und RegierunEvertreter, sowie Vertretern aus Elberfeld, Darmstadt, Wiesbaden, Stettin, Offenbach, Frankfurt a. M, Köln und Aachen eröffnet. Tie Feier wurde mit Lrgelspiel und Ehorgesang cingcleüct, bann sprachen der Vorsitzende des Mainzer Feuerbestattungsvereins und Oberbürgermeister Tr. Gaßner. 2luch die Vertreter der oben genannten Stabte hielten kurze Ansprachen. Frankfurt a. M., Im Cafs Bristol wurde heute nacht der etwa 14 Jahre alte Sohn des Polizeipräsidenten v. Puttkamer in Kiel wegen Zechprellerei verhaftet. Derselbe hatte das Elternl-aus heimlich verlassen. Auf seine Auffindung batte fein Vater 300 Mark Belohnung ausgesetzt. Marburg, 2. Mai. Dem Direktor der hiesigen chi- riirgischen Klinll, Geh. Rat Prof. Küster wurde der Rang als Gene ralmajor oerliehen. Bisher war er Generalarzt ä la suite des SanitätskorpS. (Hess. LandeSztg.) [] Marburg, 3. Mai. Heute nachmittag wurde hier adcrhalb der Weidenhäuser Brücke die Leiche des seit An- rang Februar d. I. oerntißten SchuloicarS Wällner au5 Laasohe gelänbct Kleine Mitteilungen au S Hessen und deu Nachbarstaaten. In Rockenberg begingen Herr Rechner Landvogt und Gemahlin die Feier ihrer gol- deney Hochzeit. — Am Sonntag, den 17. d. M., nachmitlgs 2y, Uhr findet zu Limburg im Gasthof zur alten Dost eine allgemeine Znteressentenverfannnlung für die Lahn- kanalisation statt. — Der Lberaartner des botanischen Instituts in Marburg, Herr Kahl mann, feiert hcule Montag fein fünfzigjähriges Berufsjubilaum und feine sLnfzigiährige Tätigkeit im genannten Institut. — In Biebrich wurde unter dem Verdacht der Beihilfe zu einem Verbrechen gegen das keimende Leben der Chemiker Dr. Petri verhaftet. — Der 1. Mai brachte in verschiedenen Gegenden Rieder Hessens schwere Gewitter. In Hofgeismar schlug der Blitz in das Dach des Kirchturms und zündete. Toch konnte das Feuer rasch gelöscht werden. Ebenso schlug der Blitz in die Kirche zu Osthetm, jedoch ohne zu zünden. In Wellerode wurde der 24jährige Sohn eines Landwirts auf dem Felde vom Blitz erschlagen. — Aufsehen unter den Fleischermeistern in Frankfurt Neckarau gewonnen, während I. Gierer - Mainz zweiter und F. Gr i m m - Tarrnstadt Dritter wurde. Ten Preis von Heidelberg nut Motorschrittmachern, Ehrenpreise 100, 40 und 20 W, gewann wiederum Drescher- Mainz. Zweiter wurde I. L i e r- Köln, dritter C. Lurtz-Frankfurt. Ten Schluß bildete ein Motor- Rennen von 10000 Metern. Es liefen Doppelsitzmowr Gräf-Pickorny - Frankfurt, Motor kinet - »rüffel, !Dtotor Teuten-Darmstadt, Motor Lier- Köln und Motor We n z - Frankfurt. Trotz eines Unfalles an der Kurve, der eine Handverletzung des ersten Fahrers zur Folge hatte, siegten Gräf-Pickorny-Frankfurt. Zwetter wurde Li er-Köln, dtttter Kin ch-Brüssel. Zanöe^ und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 2. Mai 1903. (Mugeteilt von der Bank für Kandel und Industrie, Gießen.) Der schlechte Bericht des Iran mouger wirkte auch heute noch ungünstig aus die Gestaltung des Marktes; hierzu kam noch die Nachricht von Preisermäßigungen der österreichischen Messing- wid Kupserwerke, welche genügte, um die Kurie um einige weitere Prozente zu drucken. Im allgemeinen ivar das Geschäft sehr ruhig und die Stimmung - wenn auch relativ fest — so doch durch die matte yaltnng der Montanwerte beeinflußt L-ehr reger Verkehr entwickelte sich m Türkenwerten; Pariser Tepescheir, nach welchen das Unisikatwns- projekt unterzeichnet sein soll, veranlaßten zu Deckungen und größeren Memungskänien in Letten-Türken. Tieselben zogen im L'aufe der Börse zirka r/g Prozent an. Aus dem kasiaindustriemarkt waren die Kurse eher nachgebend, nur Werte der Textilindustrie iveitcr gefragt Prroat'Diskont 2'/, Prozent Oft Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Anfangs- u. . 212,90 . 211,50 . 140,80 . 184,30 Harpener Bergbau . . 185,10 Schluß-Tendenz: schwach. bchlußkurse. 212,50 211,25 140,60 183,68 184,87 Märkte. Srünbcrg , 2. * Mat Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.40 bis —.— Mk., Korn 14.00, bis 00.00 Alk., Gerste 16.00 dis 00.00 Hafer 14.00 bis 14.80 'JJIL, Erbsen 18.00—00 ML, Linsen 00.00 Btt., Lein 00.00 All., Wicken 00.00 Matt, Samen 00XX)—00 All^ Karwfietn 6.00 dis 7.40 Btt. io. Frankfurt a. M., 3. $Iql (Telegr. Ottg.-Bericht des .Gieß. Anz.'). Amtliche Notterungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkause standen: 475 Ochsen, 167 aus Oestreich, 77 Bullen, 8 aus Oestreich, 708 Kühe, Fersen, Stere wid Rinder, 0 aud Oestreich, 443 Halber, 183 Schase und Hänunet, 1372 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaslämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen LQualität 67—69 All., 2. CuaL 62—65 ML, 3. Quat 59—60TIL; Bullen 1. Qual. 61 bis 62 ML, 2. Quat 52-00 ML; Kühe 1. Dual. 62—64 Alk., 2. Quat 60—61 AIL, 3. Qual. 49—51 All, 4. Quat 46—48 All., 5. Qual. 00—00 All. Kalber: L Qualität83—-34 Pfg., Lebendgewicht 49—51 Pf., 2. Quat 78—79 Pfa^ Lebendgewicht 46—47 Pfg., Schlachtgewicht 64—66 Pfg., Schafe: 1. Quat Schlachtgewicht 68—70 Pfg., 2. Quat 64—66 Pfg., 3. Quat 00—00 Pfg.; Schweine 1. Quat 55—56 Psa., Lebendgew. 44 Pfg., 2. Quat 54—00 Pfg., Lebendgewicht 43—00 Pfg., 3. Qual. 46—50 Psa., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend; bei Kleinvieh kein Ueberstand. Lo. Frankfurt a. M., 8. Mai. (Ottg.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Ärmliche Notterungen der heuttgen Fruchtmarktpreise. Weizen All. 16.75—00.00, Kurhessischer All. 16.75—00.00, La Plata All. 00.00—00.00, Kansas Mk. 17.50—18.50, Roggen (hiesiger) Mark 14L5—00XX), Gerste (Wetterauer) Mk. 16.00—00.00, Franken- selber Mk. 00,00—00,00, Hafer All. 14P0—15.00, Atais Mk. 12.00—00.00, Weizenmehl 0 Alt 25.75-26^5, 2. Qualität Mk. 23.75 bis Ack. 24.25, 8. Qualität AU. 21.75—22L5, Roggeninehl 0 Alt 23^5—23.50, LQualttät AU. 20X25—21.25, Weizenkleie Alk. 9.25 bis ML 0.00, Roggenlleie All. 10.00—00.00, Maiskeime Mk. 10L5 bis ML 10.50, Fragen, Pfälzer, Ried All.00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Spielpla» der «rrrmgte« Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag deu 5. Mai, abends 7 Uhr: „Zar und Zimmermann." Schauspielhaus. Atontag den 4. Mai, abends 7 Uhr: ,5)ie Schloßhcrrin." Dienstag deu 5. Mai, abends 7 Uhr: „Die zärtlichen Verwandten." Neueste Mewungeu. Originaldrahtmeldnngeu des Gießener Anzeigers. Der Kaiser in Rom. Rom, 4. Mai. „Giornale d'Italia" widmet dem Kaiserbesuche besonders herzliche Auslassungen. Es schreibt: Dieser vollendete Soldat, welcher die stärkste Regierung von Deutschland und eine Stufe des Wohlstandes und der Macht erreichte, wie sie vor fünfzig Jahren noch ein Traum geschienen, ist für uns Italiener ein Freund und Haupt eines Volkes von Freunden, der treue Verbündete, der zu uns Vertrauen hat und für den Bündnis und Ber- ttäge ein politisches Dogma ist Sollen wir nochmals hervorbeben, so fährt das Blatt fort, daß die Geschichte unserer Länder ähnoll und daß ein moralischer und intellektueller Zusammenhang zwischen dem Geschick Deutschlands und dem Italiens besteht, daß Preußen ein deutsches Piemont und Piemont ein italienisches Preußen war, und daß die Häuser Hohtmzollern und Savoyen dieselbe von der Vorsehung bestimmte Mission hatten? Diese Wahrheiten sind im deutschen und italienischen Geiste fest eingewurzell. Das „Giornale d'Italia" weift dann auf das Freundschaftsverhältnis hin, das zwischen Kaiser Wilhelm und König Humbett bestand, und schreibt, daß die zättliche und brüderliche Freundschaft, die Kaiser Wilhelm zum König Humbett hegte, dessen Andenken im Herzen der Italiener unauslöschlich ist, niemals der Vergessenheit anheimfallen werde. — Die gestrige Festvorstellungim Argeutina- tHeater verlief auf das glänzendste. Rach dem zweiten Akt des Verdischen Othello", siegen 10y2 Uhr, erschienen der Kaiser, der König, die Königin, der Kronprinz und Prinz Eitel Fttedrich. Der Kaiser führte die Königin. Als die Majestäten die Königsloge betraten, erhob sich das Publikum und bereitete ihnen eine begeisterte Kundsiebung. Die Musik spielte die deutfcbe und ttalicnische Nationalhymne. Der Kaiser, in der Attlla der Leibhusaren, hatte zur Rechten die Königin und Den Kronprinzen und zur Linken den König und den Prinzen Eitel Fttedrich In der zweiten Reihe saßen die italienischen Prinzen. Den zweiten Teil der Vorstellung bildete ein sich bis nach Mitternacht hin- ziehendes Ballet. Auch beim Verlassen des Theaters fanden begeisterte Kundgebungen statt. — Ueber den Aufenthalt des Kaisers im Vatikan wird noch gemeldet: Ter Papst kam dem Kaiser bis über Die Schwelle des Gemaches entgegen und begrüßte ihn in französischer Sprache mit den Worten: Er freue sich, ihn zum dritten Male zu sehen. Kaiser Wilhelm war von dem herzlichen Empfang beim Papst, der feine Hände nicht los lassen wollte, so gerührt, daß er zuerst keine Worte fand. Das Gespräch des ka isers mit dem Papst berührte u. a. die Angelegenheit Babel-Bibel, dann das vatikanische Archiv und das Misfionswesen. Ter Papst erkundigte sich speziell über die Lage der Missionen Wegen Aufgabe in China und der Kaiser versprach^ daß eS den deutschen Misfionaren daselbst niemals an Schutz mangeln iverde. Bei der lleberreichung der Photographie Der Metzer Kathedrale, die der Papst dem Kaiser zum c^csclicnk machte, bemerkte der Papst, daß das Tomportal von Metz dem Portal der Kathedrale von Reims ähnele. Tarauf entspann sich eine kurze Unterhaltung über Kirchcn-Arckptektur. Der Ikaiser ist von der Aufnahme beim Papst entzückt und verhehll nicht feine Bewunderung für doffen geistige Frische. Gl eiwitz, 4. Mai. In der Paulsgrubc wurden zwei Bergleute durch hcrabstürzendc Kohlenmassen verschüttet. Einer ivurhe getötet, der andere lebensgefährlich verletzt. In der Ferdinand Grube verunglückten gleichfalls zwei Bergleute durch hcrabstürzendc Gcsteins- maffen. Beide wurden schwer vorletzt. Dresden, 4. Mar. König Georg hielt beim Einzüge folgende A »spräche: Ich bin tief gerührt und erfreut über den schönen und herzlichen Empfang, den mir meine liebe Vaterstadt hat zukommen lassen. Ich möchte jedem Einzelnen bauten, doch das ist unmöglich. Ich werde daher den Herrn Oberbürgermeister bitten, meinen Dank der Gesamtheit auszudrücken. Auch der Himmel hat dieses Fest schön gestaltet Mit treuer Rührung danke ich nock)- mals, und nock) recht lange werde ick) an diesen KönigS- tag denken. London, 4. Mai. Aus Sofia »vird dem „Akorning Seaber" berichtet, daß an oer türkisch-bulgarischen Grenze bei Tubnitza zwischen Revolutionären und türkischen Truppen ein Kamps slattgefunden habe. Tie Türken mußten sich mit Verlust von 6 Ossi- ziercn und 2 00 Toten zurückziehen. Außerdem hatten sie 300 Verwundete. Tie Verluste der Insurgenten seien gering.- Tie Aufregung in Sofia soll ungeheuer fein. London, 4. Mai. Hier ivar das Gerücht verbreitet, König Eduard sei m Paris ermordet worden. Später trat das Go rückst in der Form auf, daß Der König plötzlich von einer schweren Erkrankung betroffen worden sei- Am späten Nachmittag tvurdc das Gerücht vom Buckingham-Palast jedoch dementiert und darauf zurück- geführt, daß der König bei der gestrigen Ausfahrt ein ermüdetes Aussehen zeigte. Cherbourg, 4. Mai. Tic königliche Archt „Viktoria and Albert' ist hier eingetroffen, um den König Eduard heute an Bord zu nehmen. Heute abend wird der König bereits in Portsmouth wieder eintreffen. Saloniki, 4. Mai. Der Belagerungszustand öft proklamiert worden. Edib Pascha, der Präsident des Alllrtär-Gerichtshofes, ist hier eingetroffen. Tie vor Saloniki ankernde Flotte setzt sich aus acksl Pamzerschifsen mit 230 Kanonen, 175 Offizieren und 2534 Mann zusammen. L. Newyork, 3. Mai. 43 deutsche Landbesitzer aus Transvaal trafen, aus Prätoria kommend, hier ein, um eine Reise durch die Vereinigten Staaten zu unternehmen zum Studium der amerikanischen Landwirtschaft. Sie werden unter Führung eines Beamten des Ackerbaudepattc- ments eine ausgedehnte Reise durch das ganze Gebiet der Union machen. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt u. Jl., 4. Mai 1908. 3*/a°/o Reicheanleihe . . 102.85 80/q do. ... 92.35 8Vt°/o Xoneole .... 102.55 8% do......92.50 8l/2a/o Heesen .... 101.25 3'/, 56 Oberhceeen . . . 100.05 456 Oeeterr. Goldrente . . 103.07 4'/,56 Oeeterr. Silberrente 101.01 456 Ungar. Goldrente . . 102.03 4°/j Italien. Rente . . . 104.15 4*/,56 Portugiesen . . . 51X20 8°/ • Portugiesen 32.45 156 C. Türken .... 3203 Türkenloee 132.04 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.09 41', 56 äussere Argentiner —.— 8u/o Mexikaner .... 27.25 4,/s% Chinesen .... 93.08 Electric. Sohuckert . . . 99.00 Nordd. Lloyd . . . . 104 02 Kreditaktien 212.05 Diskonto-Kommandit, . . 190.02 Darmstädter Bank . . 140.07 Dresdener Bank .... 150.05 Berliner Handelsges. . . 157.05 Oesterr. Staatsbahn . . . 148.02 Lombarden .... 14.06 Gotthardbahn 190.07 Laurabütte 219.05 Bochum ...... 181.09 Harpener 183.08 Tendenz: ungleichmässig. Für die Reife und Daheim! Wer feineres Schuhwerk (Cl)evrcaux,Boxcals,Lackled., moDcfarb. rc. trägt, kaufe ein elegantes Rcifckästcheu, enthalt.: 4 Glastuben vorzüal. Cream (engl. Fa?.), 4 Aufträger dazu (gesetzl. gesck.), sowie 2 große Poliertücher (la. Qual.) — Alleinoerkaun BaerL.BLmbsrger,vikßeu,Walltorstr Beerenweine. — Südweine. Mit höchsten Preisen ausgezeichnet. 2584 Fr. Deo Machfolger (C. Herber), Selteroweg 58. vanHouteris cacao Ein nahrhaftes,belebendes Getränk, welches einen wohlthuenden Einfluss auf die Nerven ausübt, meines Geschäfts stelle ich von heute ab mein ganzes Lager in Stahlwaren, Schußwaffen und Munition zum Ausverkauf bei bedeutend herabgesetzten Preisen. Georg Schwan, Messerschmied, UarKtstraße. Freisinniger Verein. Außerordenll. Generalversammlung m Dienstag dm 5. Mai, abends 9 Uhr pünktlich im Saale der Restauration Aeidel (Aavaria) am Kanzleiöerg. Tages-Ordnung: 8642 Reichstagswahlen, bezw. Aufstellung eines Kandidaten. Ilm zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand« Bekanntmachung. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie an der von km 2,45 der Chaussee Grünberg- Hungen abzweigenden Landstraße nach Queckborn und Ettingshausen liegt bei dem Kaiserlichen Postamt in Grünberg (Hessen) aus. Darmstadt, den 26. April 1903. Kaiserliche Ober-Postdirektion. Kobelt. 3686 Derein der Hastwirte m Gieße« niiö Umgtgenii. (Eingetr. Verein.) Wir geben unseren Mitgliedern bekannt, daß wir an das Großherzogliche Kreisamt Gießen eine Eingabe, die Verordnung über die Bierleitungen betreffend, gerichtet haben und ersuchen wir, vorläufig von einer Umänderung der Bierapparate abzusehen, bis wir weitere Nachricht geben. Die Aenderungen, der neuen Vorschrift entsprechend, haben erst bis zum 15. Juli d. I. zu erfolgen. 3687 Der Vorstand. Achtung! Achtung! Am Dienstagmorgen bin ich auf dem Brand mit Spinat |« W. 5 bis 15 Pst., flopi'iolat pro Ztülk Kl Pst., MallMii per Pfö. 20 Pfg., Spargel per Pst. 50 Pjg. Klein, Ülltentinjen. Aufforderung. Alle diejenigen, welche noch Forderungen an den verstorbenen Kaufmann (hnit Martin genannt Georg Grieb in Gießen zu bilden haben, werden hiermit aufgefordert, solche innerhalb vier Wochen von heute ab bei dem gerichtlich bestellten Nachlaßverwalter OrtSgerichtsmann Helfrich in Gießen anzumelden, andernfalls eine Berücksichtigung nicht erfolgen kann. Ebenso werden diejenigen, welche noch mit Zahlungen an den pp. Grieb im Rückstände sind, aufgefordert, solche binnen vier Wochen an den Stachlaßverwalter abzuführen, da sonst gerichtliche Beitreibung erfolgt.8701 Versteigerung. Dienstag den 5. Mat d. IS., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich 9leuftabt 56 dahier geaen Barzahlung: Mehrere Wagen und Pferde, 1 Kuh, 1 Break, 1 Laden-Einrichtung, 1 EiSschrank, 1 Gasherd. 1 Bohrmaschine, 1 Partie Handkoffer und SDlöbel aller Art. 3705] Born, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Mittwoch den 6. d. Mts., nachmittag», versteigere ich und zwar: 1) um 2 Uhr SclterSwcg 10: 1 großen Warcuschrank: 2) von 2l/i Uhr an Reuen- weg 28 (im Löwen): ea. 30 Dtzd. Mützen, drei Ballen Mützentuch, eine größere Anzahl Federboas, fünf Thd. Hosenträger und neun ausgestopfte Pögel gegen Barzahlung. Bersteigennig bestimmt. Gießen, 4. Mai 1908. 3700 Seipel, Gerichtsvollzieher. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: GksalMs Ächlkufl.lOstfg. iiinißrifd) öö Pfg. Während der Ma reizen findel der Verkauf des Fleisches in der Grvßfchlachwiehhalle statt. Sied - Eier garantiert irisch, p. Stück 5 Pfg. empfiehlt 01714 W. Ullrich, Schloßgasse 7. Zurück- gesetzte Sonn- u. 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