153. Jahrgang Viertes Blatt. Samstag 4. April 1903 Nr. 80 ouBtr ©onniofli. tem siebener An,eiqer werden im Wechiel mit dem hesßlche» Canöoirt die Lietzener Zamilien- bldlicr oiermal in der Woche beigtlfflL ÄotationflDrutf il Verla« der Brü d l'ichen Unioerl.-Vuch- u.Stein» brucfrret(l$iehd)lirben) Redaktion, (hrptöttwR und Trude rei: Echulftratze 7. tldrelle ffir Deoelchen: tHijflger Sieben. $frnlprrd>anrifl abgeben, die — oifenbar infolge von Ber- naästässigung während der auf den oberen Ä'.a fen zugebrachten Schulzeit — auch bei billigen Anforderungen viel zu toünfcljen übrig läßt. . . . Es ist unausgesetzt da,ur zu sorgen, daß die Schüler der höheren £cljraii|iaiteii durch alle Klassen mit Entschiedenheit und nötigenfalls nut Strenge an eine sorgfältige, leserlicl-e, gcfulnge Handschrift getvöhnt und vor dem U n i u g e einer unleserlichen Namensunterschrift bewahrt werden. Bet der Durchsicht von Aufsätzen und Reinschriften jeder Art ist regelmäßig auch das Acußere angemcjfen zu berück,icht.gen und erforoerltck-enfalls zu beurteilen; Arbeiten, bie fa-on bei der Einlieferung durch Flüchtigkett oder Unordentlichleit der Schrift auifallcn, sind zaruckzuiveisen. Tie in den Lehrplanen von 1901 vorgesehene Einrichtung befon- deren Schreibunterri a-ts für Schuler mti schlechter Hands «Hr i f t bietet Gelegenheit, erforder- Itchenfarls die in dem Vchreebunterricht der unteren Kla,sen gewonnene Grundlage zu festigen uno zu ergänzen. Damit aber den Bemühungen oer Aufstck-ktsbehl-rben um die Pstcgr einer guten Hand;chrift ein wirkjamer Erfolg gciuycii werde, tvird folgendes bestimmt: Fortan ist allgemein sowohl in die getoohnlichen, im Lau,e des Schuljahres auszustellenden Zeugnisse bis in die Ober-Prima hin als audi in die Reifezeugnisse und in die Zeugnisse über bie bestanbene Schlugprüfung etil Urteil über d i e H a n d f chr t f t d.s Schülers au,zu.lehnten, dabei auch ausdrücklich zu rügen, facks er ctiua bie Neigung zeigt, seinen Nanten undeutlich zu schreiben." jus yiaüi uub ^.niiö. Die ßen, 4. April 1903. ** Militärbienstn achricht. Ai ann, Marme- Assist.-Arzt der Res. im Landw.-Bezirk Gießen, ist als Marine-Assist.-Arzt im aliiöen Marine-Sanicätskorps angestellt. ** Das Hessische Ausfübrungsgesetz zum Fleischbeschauge setz wurde belanntlich in der vorigen Woche in der von der zwetten Kammer angenommenen 0-ajfung auch von der ersten ftainmer genehmigt. Tas Gesetz tritt 14 Tage nach feiner Bekanntmachung im Regierungsblatt in K.aft. Tas Glvßh. iKegierungvb.att Vir. 20 uom bO. März, das und soeben zu geht, enthält diese Aus- fuhrullgsbestiiiiliiuugen. Tas Gesetz wird also am 14. April in Kraft treten. w. Krofdorf, 3. April. Nachdem am vorigen Sonntag die Konfirmanden von Krofuorf-Gleiberg-Kinzen- bach vorgestellt worden finb, findet hier am Sonnmg Palma cu in auch die Kvnsirmation statt. w. Wißmar, 3. April. Endlich scheinen die langjährigen Eisenbahnwünsche der Bewohiter der Nebenstceue Lollar-Wetzlar betreffs rascherer Personenbeförderung Berücksichtigung gefunden zu haben. Bekanntlich verkehren auf dieser Strecke zurzeit nur gemischte Züge, unb dadurch erleiden die Passagiere auf den Stationen Abendstern unb Kinzenbach fast regelmäßig eine längere Unterbrechung. Wie wir nun zu unserer Freude erfahren haben, dürfen vom 1. April ab bie Züge auf diesen Stationen nicht mehr länger verweilen, da voii jetzt ab eine befonbere Maschine baä "Rangieren auf diesen Haltestellen besorgt. Ja, vom 1. Mai ab füll sogar bie Einrichtung g troffen werden, daß die bisher gemischten Züge in befonoere Personen- unb Güterzüge getrennt werden. Hoffentlich werben auch bie luieber» l/otten Petitionen von feiten der Arbeiter unb Schüler betreffs einer passenderen Fährverbindung mit unserer Kreisstadt Wetzlar bet der Eisenbahitbehörde bald ein offenes Ohr finden. Beerfelden i. £)., 1. April. In Abwesenheit bet Eltern hantierten hier zwei Knaben mit einem geladenen Revolver. Tabei entlud sich die Schußwaffe, und die Kugel drang dem jüngeren Bruder in die Hüfte. Sprendlingen, 2. April. Gegen eint Darstellung des Falles Hosmann in der „Frlf. Zig." hatte Pfarrer Schön Herr eine sehr lange Berichtigung gerichtet. Tas genannte Blatt widerlegt |ie nun, abgefjjen von Nebensachen, Punkt für Punkt unb füllt bauet u. a. fest: SH. hat zwet verletzend»» den Bürgermeister gesandt, und in dem einest direkt gedroht, H. uid Zuchthaus zu br.ngen. Es ist jmiC£ erwiesen, daß 30 katholische Bürger in D.ainz waren, um dem Bischof eine Pceition für Entlassung oes Pfatters zu Übecreichen. Tie „Frkf. Zbg." nimmt zur Ehre Sch.s au, daß er von diesem Schritte nid-itS erfahren habe. — In den letzten 1Hz Jahren haben nicht nur mehrere Katholiken den Austritt aus der Kirche angedroht, joiwcnt ihn joaar vollzogen, und noch weitere tragen sich mit der Absicht, und zwar auch atigcsehene Kacholiken. ^Auch das l)ade Herr Sa), bestritten.) Ferner ist bewiesen, daß der Herr Pfarrer fud) bedroht fühlte. Er selbst richtete an den Kreisrat eine wohibegrandete Eingabe um polizeilichen Schutz und bis mmj sZastnack-t haben zivei Gendarmen vor seinem Hause Woche gcsianocn. lieber die Glocken- augelegeiihett ivetß das Blutt zu ermitteln, daß Schötchen bie von ihm bezahlten Glocken der Gemeinde als fein Eigett- turn betrachtet unb behandelt hat. Bor etwa drei Wochen erst erklärte er von der jtatucl herab, daß die Glocken jetzt liicht mehr sein Eigentum, sondern als Kirchengut zu betrachten f Jen, und baß bie Gemeinde noch etwa i4 0UU Mk. Schulden hiibe. Tog Schönhcrr bei euie’m Feste die Erlaubnis zum Läuteti der Glocken verweigerte und deren Gebrauch durch Umwickeln unmöglich maa>te, ist nach den Mitteilungen wohlunterrichteter ^iiiwohncr tatsächlick) vor langen Jahren passiert. Am Schlüsse jagt die „Frkf. Ztg.", sie könnte noch maiiches hinzufüge.,, so z. B. daß Sch in den 12 Jahren feiner Amtstätigkeit hier schon etwa 18 Prozesse hatte, daß ihn der getarnte Gcmeindecat wegen Beleidigung durch bie Presse verklagt hat, baß Schönherr burd) Weingcschiäste fü/ou mehrfach unliebsam von sich cebcn machte. Das Register sei bamit tustch nicht erschöpft, ater man ivolle bas Pulver iroch nicht ganz verschießen, uicllcid)! sei es nock> zu gebraudjen, falls Herr Schon Herr fich iioch nicht beruhigen sollte. Frankfurt a. M., 3. April. AuS bem Palmen- garten. Scl-öne Erfolge in bet Rofenzucht sehen wirb vci dem Rojensorüment, bas augenblutlid) in bei Blütengalerie bes Pattnengartens zur Ausstellung gekommen ist. ^>ahrenb ber Hatibel treibende Gärtner sich auf einzelne, besonders ertragreiche Sorten in der Treiberei beschranken wird, sehen wir hier eine Sammlung von etwa 3v0 Sorten in bifivt Ausbildung ju einem sck)önen Gesamtbilde vereinigt. Wohl 1200 hochstämmige und LUU nieoeie vivsen sind dort zufammengestelit, neben alten bewahrten Bekannten treffen wir die Erzcugnifse der neuesten Bemühungen von Roscnzüchtern des In- und Auslandes und bewundern die Mannigfaltigkeit der Formen und Farben, welch letztere unter Glas oft leuchtender und besser abgetönt sind, als wenn man dieselbe Blume im Freien hat. Ucppiges, gesundes Blattwerk unterstützt die Wirkung der B.umen. Deue literarische- tztscheinungen auf dem Keviete der dessischcn fKcschichte. Der Historisck)e Verein für das Großherzogtum Hessen hat gleichzeitig von feinen drei Zeiischriseen je eine neue Nummer erscheinen lassen. Nämlich: 1) Quartal- blätter N. F. Bd. III, Nr. 7 (1902, 3. Dierteljahrsheft), 2) Archiv für hefsisck-e Geschichte und Altertumskunde, hg. von Eduard Anthes, N. F. Bd. III, Heft 2, und 3) B e i t r ä g e zur Ijcjfijdjen Krrchengejchichte, red. von Wilhelm Diehl und Walter Köhler, Bd. I, Heft 3 (- Archiv f. h. D. Ergänz- ungöband 1, 3). In den Quartalblättern folgt auf die üblichen Vereinsnachrichten mit Auszügen aus den gehaltenen Vorträgen die Fortsetzung des Ausgrabungsbcrichtes des Mainzer Vereins zur Erforschung der rheinischen Geschichte und Altertümer, erläutert durch einige Tafeln. Es sind Hauptsack)- lich Funde aus Mainz selbst, die im vorliegenden Abschnitt beschrieben werden. Tie Stadt ist römischen Urjprungs, dcfsen Zeugnisse sich überall in ihrem Boden finden. Daher werden ahe Erdarbetten genau überwacht und liefern reiche Ergebnisse. Im Berichtsiahre lUUO/Ol wurden u. a. Massensunde von Amphoren gemad't und hierdurch im Verein mit gleick-artigcn Funden früherer Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit das Gebiet einer römisd-en Handeisniederlagc festgcsleltt. — Von den weiteren Futidberichten intercfs.eren hier naturgemäß am meisten die wettecauischen. Herr Museumsdirekror Tr. Schumacher in Mainz hat zwei in der Rahe von Rockenvurg g.machten Funde, einen aus ber Steinzeit, den anderen aus dem Ende ber Bronze- heriübc (um 1000 v. Ehr.) untersucht unb beide alsTepot - funbe, von Handelsniederlagcn wandernder Händler her- rührend, nadjgeiuicfen. Ter steinz-i.liche aus 0 L^s^erchcn und Schabern bestehende Fund i|t schon um deswitten bc- deutungsvott, weil Depotfunde aus )uier fernen Zeit bis jCPt in Süddeutschland recht feiten find. Wenige Meter von d'.efer 'Jueberiaße wurde das Versteck der zwecken gefunden. Diesem Umstand mißt Schumacher besondere Bedeutung sei, da durch bas Nebeneinanber zweier „mehr wie burd) ein Jahrtausenb getrennten Depots . . . bas Vor- hanbenfein einer in ber 2iähe vordeiführenben uralten Hauptaber bes Verkehrs erwiesen erscheint." An anberer Stelle hat Schumacher vor einigen Jahren schon gezeigt, baß bie Wetterau in sehr frül)«r Zeit bereits euie lebhafte Industrie (Töpfereien) befaß und Handelsbeziehungen nack) allen Himinclsrichtungen hin unterhielt. Wenn fick ber Hanbel ber Urzeit tuo 1,1 meistens als Tauschhandel von Hand zu Hand abgespielt haben mag, so gab es doch auch Händler und HandelSwege. Tie letzteren find uns gerade in der Wetterau nur mangelhaft bUaunt und harren noch der Erfocfd)ung. Schumacher flieht hierfür in dem vorliegenden Au^'fatze nxriLode Fingerzeige, glaubt aber schon letzt mit Sicherheit jagen zu können, daß jene Rockenberger Depotfunde „mtt einem fchon feit ber Steir.jeit begangenen Naturweg zufarnmenhätigen, der an Rockenberg vorbei hinunter in bas Talgebiet ber Lahn und weiter in das der tiefer führte." In Friedberg hak Herr Tr. Helmke vier neoli- thisd)e Trichtergruben und einen röm.fchen Brunnen, und in der 9lähe der Stabt am sog. Pfingsthcunnck-en mit Herrn G. Falci eine neockthifche Wohnimtte ausgegraben und berichtet hierüber nut ausführlicher Beschreibung der Funde. Tie Untersuchung Der Wohnungen ist noch nicht abgid- werlcr und Marine-Mannichaiten, loiuie zur Disposition der Truppenteile uirü der Erjagbehorden eiitlasferien Dtannjchasten der Spezialivaffen; am 7. April 1903, vormittags 10 Uhr: Wehrleule erflen i)tn|gebots aller übrigen Araßen; am 7. April 1903, nachmttlags 2 Uhr: Erfahreserviflen der Jahrgange 1890, 1891, 1892 und 1893; am 8. April 10o3, vormlttags 8 Uhr: Ersatzreservislen der Jahrgänge \>'Vr 1896 und 1897; am 8. April ll'o3, vormittags io Uhr: Ersatzreservisien der Jahrgälige 1898, 1899, j[yoo, 1901 und 1902. Beireiungsgefuche sind durch das Pauptn^^^anit einzureichen und müsfen behoidlich beglaubigt jein, tsiuien aber nur im bringcnö|ien Nonall genehniigl iverben. Die Leute Habel, in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren smd vorher wegzulegen. Die Militärpapiere lPag mit_ cingellebier Kriegsbeoroerung. und Fuhruiigsallefl müsfen zur Stelle fe,n. Sämtliche Atann- ichaften stehen im Laufe des ganzen Kontrolltages bis einjchließlich Atitleriiachl unter dem i)iiluarge|eQ. (Siegen, am 30. Atarz 19u3. 2733 Ter Oberbürgermeister. ___________M e c u m.______ Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen UenmniS, daß der Friedhof von jetzt ab bis zum 15. Mai d. I. von morgens 6 bis abends 8 Uhr geöffnet bleibt und daß die auf dem Friedhof Verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein Glockenzeichen aufmerlsam gemacht werden. 2877 Gießen, am 1. April 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Di e c u m. Holzversteigernrrg im Gemeindewald evbrt am Montag den 6. April, Distr. Berg und Eichenhard: 66 9lm. 2 Mtr. langes Cichen-Grubenholz, 6 mut. 3 Mtr. langes Eichcn-Grubenholz, 84 m»i. 4 Mtr. langes Eichen-Rutzholz, Wagnerholz (Deichselstangen, Langbäume re.) Zusammenkunft um 9 Uhr auf der Elsernhand. Hohensolms, den 2. April 1903. 2862 Der Bürgermeister. WmiÄMÄsJcKO Am 1». April beginnt wieder ein Kursus im Maßuchmeu, Mnsterzeichucu und praktischen Arbeiten. Auch tonnen Damen ^eden Aiomag eintreten. Anmeldungen werden entgegengenonunen BiSmarcksiraße 20, park., vom 1. April ab Goelhefiraßc 48, parl. Gleichzeitig empfehle ich mich im Auscrtigcu von Damen« und Kinder-Garderobe unter Garantie für guten Sitz bei billigem Preis. Louise Weinhardt 2441________________________anögeb. Lehrerin._____________ Guter nziumlimUmnÄvmz des Oberhess,scheu BieuenzüchtervereiuS zu haben bei: 2432] C. <*. Kleinhenn, Gießen, Bahnhofstraße. Holzversteigerung. Es werden versteigert: Dienstag den 7. April d. IS. au5 den Abt. Tempel 12, 23a, 24, 47, Törnergrund 28, ZeUenrod 29, Rabenpfuhl 54b, Buchenberg 57, Wachholderhe.de 62a, 62c, Altgehegt 70, Rehhecke 71b: 6 Eichenstämme von 18—27 cm Turchm., 5—10 m Länge mit 1,75 fm, 132 Fichlenslämme von 14—31 cm Turchm., 10—21 m Länge mit 59,63 fm, 5 flicfemfiämme von 28—37 cm Turchm., 6—10 m Länge mit 3,00 fm, 2 Lärchenstämme von 23—24 cm Turchm., 18—22 m Länge nut 1,75 fm, 86 Fichten-Derbslangen von 7—12 cm Turchm., 8—19 m Länge mit 7,20 fm, 49 Fichten- Reisstangen nut 1,05 fm, 14 rm Vichen-Werkschcilholz für Küfer, Glaser pp.; Buchen: 4 rm Scheiter, 10,6 rm Knüppel, 350 Wellen, 2 rm Stöcke; Eichen: 79,7 rm Scheiter, 26,6 rm Knüppel, 2660 Wellen, 97,5 rm Stöcke; Kiefern: 191,6 rm Scheiter, 71,4 rm Knüppel, 1760 Wellen, 56,2 rm Stöcke; Fichten: 2 rm Scheiter, 3 rm Knüppel, 1590 Wellen, 33,2 rm Stöcke; Weichholz: 1850 Wellen. Tas tn Tempel 12, 23a, 24, 47, Buchenberg 57 lagernde Kiefern-, Fichten- und Weichholz, Stamm-, Stangen-, Scheiter-, Knüppel-, Reisig- und Stockholz wird nicht vorgezeigt; es kommt um 12 Ühr im Törnergrund 28 zum Ausgebot; Steigliebhaber wollen dieses vorher einsehen. Zusammenkunft morgens 9 Uhr auf der Kreisstraße Gießen— Steinberg am Uebergang über die Eisenbahn. Nähere Auskunft erteilt der Großh. Förster Schlag zu Baumgarten. Gießen, den 21. März 1903. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. Alicc-Schule. Beginn des Sommerhalbjahres der Industrieschule: Dienstag den 21. April 1903. Aufnahme der Schülerinnen: Montag dcu 20. April 1903, vormittags 10 Uhr in der Alice Schule. Beginn des Kursus für Handarbeitslehrerinnen: Montag den 8. Fuui 1903. Nähere Auskunst und Lehrplan zu erhalten durch Frl. Möser, Oberlehrerin, Gartenstraße. 2887 Der Vorstand: Frau B. Gebhardt. Kaufmännischer '•Herein Samstag den 18. April 1903, abends 9 Uhr im Kaufmännischen Bereinshause Hrdcnll. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über das Geschäftsjahr 1902 03, Vorlage des geprüften Rechnungsabschlußes und Entlastung des Vorstandes. 2. Neuwahl des Vorstandes, der Revisoren zur Prüfung der laufenden Jahresrechnung, des Aufnahme-, Schul- und Vergnügungs-Ausschusses. 3. Beratung und Feststellung des Voranschlags für 1903/04. 4. Etwaige Anträge der Mitglieder in Gemäßheit des § 51 der Satzungen. 2879 Uin allseitiges Erscheinen bittet Ter Vorstand. Gießener Omnibus-Gesellschaft e. G. m. b. H. in Gießen. Bilanz-Konto am 31. Tezember 1032. Bilanz Toll Aktiva 1. An Kassa Konto Mk. 2. „ Konio-Korrent- Konto ... , 3. „ FuUer-Konto „ 4. „ Jmmobilicn- Konto . . . , 5. , MobUien- Komo . . . „ 6. „ Pierde-Konto „ 7. „ Betriebs-Konto „ 26.33 7276.49 3260 — 227L0 4813.95 6945.- 39.80 Atk. 22588.77 Konto. Passiva Haben 1. PerKonto-Korrent- Monio . . . Mk. 12437.95 2. , Rejeroeionds- Koulo ...» 4476.— 3. „ Kapital-Konto , 5674.82 Alt. 22588.77 Gewinn- und Verlust-Konto. Toll Verluste 1. An Betriebs-Konto Mk. 11752.57 2. „ Futter-Konto , 12527.88 3. , Haudlungs- UnloslemKonto „ 887.21 4. Immobilien- Konto . . . „ 1414.42 5. „ Mobilien-Konto „ 227.28 6. „ Pferde-Komo „ 1630. - Alk. 28439.31 Gewinne Haben 1. Per Betriebs Konto Mk. 25286.80 2. „ Zinsen-Konto , 44.81 3. „ Ditanz-Konlo „ 8107.70 (Verlust pro 1902.) Alk. 28439.31 Die Zahl der Genossen betrug zu Anfang des Gefchäftsjahres 1902 ............... 137 Es schieden aus durch Tod ......... 3. Ende 1902 ............... 134 Genossen. Das Geschästsguthaben der Genossen betrug im Geschäftsjahr 19Ö2 ........... Alk. 5545.32 Die Gejamthastsumme der Genossen beträgt ... , 21 900.— Gießen, im April 1903. Gießcncr Omnibns-Gcscllschast, E. (5. m. b. H. Hanau. Helfrich. Kirch. 2861 NB. Die Bilanz liegt zur Einsicht der Interessenten während der nächsten 8 Tage bei der Firma G eb r. Kaufmann offen. Ttenogrlls)hellgeseMsllft„8ilbelslitrger" (Hietzcri. Wir eröffnen am DicnStag den 21. April d. I., abends 9 Uhr, in unserem Vereinslokal, Frankfurter Hoi, einen neuen Unterrichtstursus in der e 2732 chakelsberger'schen Stenograppie. Tas Unterrichtshonorar beträgt 6 Mark. Anmeldungen werden beim Beginn des Unterrichts entgegen- genommen. Der Vorstand. Man verlange L Acrztlich empfohlen. Vieltacn preisgeKroiit. tieseizncn gesciwizi. Unsere Destillate lind Io unserer Brennerei aus gesunden französischen und deutschen Weinen gebrannt. Niederlagen bei: Ph. Schwager Wwe., Marktplatz. L. StelnhSnaer, Neueu-Baue Carl Seibel, Frankfurteratraase. tiebr. Adami, Mäufburg. Jac. Frieeleben, Babnbofetra-ee. II. ßellof II., Aliceatrasse. — Konsum-Halle, Heachelheim. — Ang. Seibel, Wieaeck. — A. L. Müller, Lang-Göna. — W. Brück, Wisern ar. Erste Taunus-Cognac-Brennerei Tritz Scheller Söhne fismvurg v. d. V). * • Gegründet 1143. 1/1 Flasche M. 1.80. 2.40, S —. 4 —, 6.—, 1/2 Flaschen verhältnissmässig. Preise stehen auf den Etiketten. Ferner: 2b63 Mosel-Cognac In allen Preislagen. Exctlsior Pneumatlc Anerkannt beste Qualitäts-Marke für Fahrräder und Automobile Hannoversche Gummi-Kamm-Co. Akt.-Oes. Hannover-Limmer lieber Entstehuna und Zweck dieser ältesten Festung Hessens, die in Süd- und Mitteldeutschland niclit ihresgleichen hat, sagt Kofler, „daß 'vielleicht zivischen luOO und 800 v. Ehr. ein fremder Stamm in das Land eindrang, das bis dahin noch mit Leuten der Bronzezeit besiedelt ivar, und diese zu verdrängen und sich seslzusepen suchte. Um sich selbst zu schützen, legten sie die Werke in der Koberstadt an und gaben sie aus, nachdem ihnen die Verdrängung der Eingesessenen oder eine Vereinigung mit denselben gelungen war." In einem zweiten Aussätze berichtet derselbe Verfasser über Gräber der Bronzezeit bei Forsthaus Baierseich bei Darmstadt. Aus den Funden ergeben sich Schlüsse auf die Handelsbeziehungen des Milteirheingebietes, durch die Schumachers früher an anderer Stelle dargelegten Anschauungen weitere Unlerslützung erfahren. Den Schluß des Hesies bilden Arbeiten des Herausgebers des Archivs, Prof. A n t h e s. In den „Beiträgen zur Geschichte der Besiedelung zwischen Rhein, Main und Neckar" stellt er die Funde steinzeitlicher Waffen und Geräte aus Starkenburg zusammen und beschreibt sodann die bis jetzt nachgewiesenen alten Befestigungsanlagen und Wohnsiälten des genannten Gebietes. Die beigegebene Ueberstckstskarte erhöht den Wert der verdienstvollen Arbeit. Der übrige Inhalt des Heftes, so willkommen er dem Forscher ist, entbehrt des Interesses für den Leserkreis des „Gießener Anzeigers" und kann deshalb hier übergangen werden. Auch aus den „Beiträgen zur hessischenKirchengeschichle" möchte ich nur eine Arbeit, die uns Gießener besonders interessiert, hervorheben. Ter verstorbene Pfarrer Grein hatte vor seiner Uebersiedelung nach Tarm^adt begonnen, die Gießener K ir ch e n g e sch ich t e einer besonderen Untersuchung zu unterziehen. Seine Prüfung unterbrach seine Studien, sein früher Tod setzte ihnen für immer ein Ziel. Was fertig geworden war — leider ist es nur wenig —, liegt vor in zwei Artikeln, von denen der erste „die Gießener Geistlichkeit und die Judenfrage 1622/23" behandelt. Der bekannte Professor der Theologie Justus Feuerborn, der zugleich Prediger war, hielt gleich seinen Kollegen um die Advenlszcit 1622 eine Reibe heftiger Predigten gegen die Juden. „Aus christlich-theologischen und eth.schen Gründen vertritt ec den Antisemitismus in der schroffsten Form." Tas Verhalten Feuerborns erregte den Zorn des Stadt- kommendanlen von Gießen, des Hauptmanns v. Schrauten- bach, der eine Abschrift der Predigten F.'s einforderte, um sie dem Landgrafen vorzulegen. Statt dieser Aufforderung nachzukommen, geht Feuerborn in B.gleilung des Pfarrers Mylius zum Zwecke einer persönlichen Unterredung zu Sa-rautenbach. Tas Gespräch, in dem der Hauptmann energisch die Partei der Juden ergriff, verlief resultatlos. Ter Kriegsmann und der geistliche Herr sagten einander derb die Wahrl)eit, schieden aber mit einem Händedruck. Ter zweite Artikel befaßt sich auf Grund von Akten des Darmstädter Archivs mit einer „angeblichen Papsnvahl in Gießen 1725." Am 20. Juli dieses Jahres brachte die Düsteldorfer Postzeitung eine Nachricht, derzufolge „auf einer benachbarten Lutherischen Universität eine furnehme liompagnie sich luftig gemacht" und einen Papst aus ihrer Mitte gewählt habe. Ter Papst habe einen Thron bestiegen, aber als bie Übrigen sich an schickten, ihm die Füße zu tüffen, habe es sich herausgesteltt, daß er eines plötzlichen Todes vcr,.oroen sei. In dec nächsten Nummer der Po,.zeiiung luuroc berietet, daß Gießen jene Universität sei. Tie oüüjc crveg.c ungeheures Aufsehen, sie wurde in jivln und in Wien icbyajt besprochen. Landgraf Ernst Ludwig, dem das Ansehen seiner Universität nicht gleich^ giltig sein konnte, ordnete strenge Untersuchllng an, i te durch eidliche Zeugenaussageti die vollkommene Grundlofig- keit des Gerüchts ergab. Im Hausgarten des Kriegszahl- Meisters Thom hatte am 9. Juni eine fröhliche Zusammenkunft stattgefunden, an der u. a. der Stadlfchrewer, Aat Maleomesius, beteiligt war. Als sich die Gesellschaft trennte, blieb M. allein im Gartenhaus zurück und wurde dort zwischen 3 und 4 Uhr morgens tot aufgefunden. Tas war der ganze Sachverhalt; von einer Papsttvahl oder auch nur ber Absicht einer folck)en, war niemandem etwas bekannt. Energisch ging der Landgraf an die Bestrafung der Schuldigen, zumal gar ein gedrucktes Flugblatt von Regensburg aus verbreitet worden war. Ter Kurfürst von der Pialz sagte auch zu, die Sache untersuchen zu lassen und den Düsseldorfer Trucker der Postzeitung zum Widerruf anzuhalten; der Kurfürst von Mainz aber, dessen TomdechatU als Empfänger des verleumdcrifchen Berichtes aus Gießen genannt wurde, verhielt sich sehr ablehnend. Unterdessen erschien ein neues Flugblatt aus Köln, das als Teilnehnier an der „Papstwahl" die hessischen Räte und LffiMnten in Gießen und als Ort der Wahl den Garten des Luper- intenbenten Bielefeld bezeichnete. Dieses Pamphlet ^wurde auf Verfügung der Tarmstädter Regierung vom Scharfrichter in Gießen öffentlicy verbrannt. Tie Untersuchung hat aber den Urheber dec ganzen Geschichte niemals ermittelt t An größeren Arbeiten bringt das vorliegende Heft den Anfang einer „Reformaäonsgest^ichte von LppenheiNi' von Haus- und Staatsarchioar Tr. I. 'JL Dieterich m Darmstadt uno „tiidjen- und kulturhistorische Nachrichten aus dem ältesten Reinheimer Kirchenbuche" von dem dortiaen Pfarrer Alexander Schuchard K. —t in reicher Auswahl für Damen, Pfädchen und Kinder, 2737 K. Hoferhofff Söhne ]7 Achtung für Radfahrer Marktstratze 4. 6903 2532 4.75 Mk. Acclylen-Latcrnen von 3.00 auf Lager. an 2630 Telephon 246 A. B*. Christ onherseii ,55 ■ ■ Gegründet 1H8. ■ 172 Braubach & Fischer Keuentveg 4 Giessen. Färberei 2212 Prompte und billigste Bedienung. F !■ Gr er 8 p OT •ET 2 o •* O — <2 2 —■ ex er ui er 2 L 05 3 2 er 2 e»S 25 ~ L ~ • 2 rr Er » •—X CD >±3" ? rr §■?> Q 3 § 3 ©3 3 er "ö* 3 ra r-r « • e o er "El *3 £.3 C- & er teD o 2 yjO £ CD SJ 5 - ft.“ r- o =" C- - q" 2. 3. 2 er ist seit der unter dem 16. März 1900 vor- Verteilung der Kaitnnermitglieder oiif die beiden eine wesentliche Verschiebung der Stärkeverhält- »ungen, der Ortsgeiverbevereiuc und der sonstigen Vereinigungen nicht eingetreten und wird darum Verteilung beibehalten. der Anzahl der nach § 4 Absatz 2 deS Statuts werkskaminer auSgelosten Llaminermitglieder sind bien zu ergänzen: >en Wahlkörper „Handwerkerinnungen" die aus- den 8 Kaminerinitglieder und 8 Ersatzmänner r ien Wahlkörper „Ortsgewerbeoereine und sonstige liche Vereinigungen" die ausscheidenden 10 rmitglieder und 10 Ersatzmänner. eilung des Kammerbezirks in Wahlbezirke und ?c durch Neuwahl zu ergänzenden Kammermit» Ersatzmänner auf diejenigen Wahlbezirke, deren jeder ausgelost worden sind: Lahlkörper: Handwerkerinnungen. 1 sonstigen gewerblichen Bereinigungen 7 ereini ® "» 2 5. -2^ ” o; 05 ex CD Gesamtzahl der als wähl- berechngk in Betracht kommenden BereinS- milgtieder 129 gungen. 3-3 3 3 2 g 5‘jj.o ßöD 5 7Y'<3§ a2 >-* Kammermitglieder Zahl der zu wählenden H* ~ 3 3 59 & S. S s Ql»? ** Zahl der zu wählenden 'S $*• Ersatzmänner H Ersatzmänner 5 ca to CD CB D CD G CG CB er 3> D 2 er ce <5 o o" 05 to ex 05 to 00 07- er B er cd’ L< S cd c & 3 er cd" 3 3 O 2 A CD _ 3 2.A 3 ^4- 3 _ 3- s • A ' CD s e -2. o 3 er o" *3 ©< 05 CD O h- 3 CO E 3 08 r cd 3 3 S< D 7$ © ° re 1? 3" ° CD oärt ’ § ro P „ T-1 O 3 G/Z O ä 8< CD o cc 3 3* 5> 3 Or CT L L n 3 D 3 o H 3 $2 er «• -9 D Z S c CB -y 2 2 3 " 3 __ 5 = tO = * 3 2=2. -?L! n ra S*«.» . 3 Ze o C <6 Lz *° 2 ® o 5 9 5 o er' 3 . -- i o 2. 2 er re 3 3» 3 s-zr er _ = £: 3 51 3 w.°* S» CO -ET — «-►<». ,. 3 -G; er D: - 3 3 *=* dB ra 2 IJü to 5 ffi 3 o 3 er 5?. D H «LV M o K D CD et ” CD D "S’d 3 = e. O ri — _ Z M p =3 5 3 e - &> 3 3 A er — § 5 CD o CD Q< 3 Ct 35 2 33 3« er 3 2 »e o «1 " D c z a «• 3 Z1 37. =