Zweites Blatt. Mittwoch 4. Märzl S03 153. Jahrgang Wr. 53 täglich oubei Sonnlags. Dem «Lietzener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwitt die Lietzener Familien, blätter viermal tn der Woche beigelegL KolalionSdruck u. Verlag bei Brühl 'schen Univech-Buch- u.Slein- b ruderet lBielsch Erden) Vtcbaftion, Expedition und *£ruderet; Schalftrahe 7. Äbrefle tüt Depelchenr «azetger Gtetzen. FerniprrchonlchlußAt 51 menatlich7b vl^oterret* lähilich Mk 2.20, durch Adhole- u. Hivetgfiellen monathd) 65 Ps., durch die Poll Tlt.2.— ptertel» löhrl ausichl. Bestellg. Annahme von Anjelge» füt bie 'iageeuuminer dl« pormtttag« 10 Uhr, firtlenprei« lofal 12'Uk aafrvdrt« 20 Big. Verantwortlich: füi den poltt u. allgern. teil. V Wtttko tüt .Stadl und Vantr und .(Lerichtesaal' G url Plato, tüt den An- jetqenieil Pan« Beck. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen Die heutige Aummer umfaßt 12 Seiten. «Hessischer Landtag. R. B. Darmstadt, 3. März Nachmittags»Sitzung. Präsident Haas eröffnet bie Sitzung um 4y< Uhr. Das Haus fährt mit der Etatsberatung fort und bewilligt zunächst Kap. 42, Tum- und Zeichenunterricht, Ausgabe 118U0 Mark, ferner Kap. 43, Landcswaisenanstalt, Einnahme 36 500 Mack, Ausgabe 221330 Mk., Kap. 44, Taubstummen- und Blindenanstalten, Einnahmen 16 890 Ml., Ausgabe 93 629 Morst 9)?? 45' Privat-Erziehungs- und Besserungsanstalten, Bei Kap. 46, Hofbibliothek, Ausgabe 65 890 Mk., ersucht Abg. Hauck (B.-Bd.) die Negierung, einen Betrag von 5000 Mk. zur Förderung de r Volksbibliotheken im Lande auszusetzen. Bei letzterer Position bringt Abg. Dr. Schmitt (Ztr.) namens des rheinischen Altertumsoereins zu Mainz den Wunsch zum Ausdruck, day die im Rhein entdeckten Altertumsfunde dem Lande erhalten resp. wie früher an das Mainzer Museum verkauft werden. Gfregenroärtig gingen dieselben infolge einer Verordnung meist an das Landesmuseum in Darmstadt über. Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben erwidert darauf, es bestehe für alle diese Funde nur eine Anzeigepflicht beim Großh. Landesmuseum; dieselbe habe alleroings nur den Ztvect, dem Landesmuseum die Möglichkeit zum Erwerb dieser Gegenstände Darzubieten. Tie Regierung sei bestrebt, die berechtigten Wünsche der übrigen Sammlungen im Lande möglichst zu erfüllen, und sie habe die Bestimmung getroffen, daß von derartigen Funden Stücke dauernd an die Lokalsammlungen abgegeben werden sollen. Die Wünsche des Abg. Schmitt bezögen sich, vermutlich auf einen Vorgang aus dem Jahre 1899, wo einem Bagger für einen Fund im Rhein von Mainz aus 50 Mk. geboten wurden, während er ihn für 25 Mk. an das Landesmuseum abgeben mußte. Ministerialrat Eisenhut erklärt, daß die Regierung gern bereit sei, dieser Anregung Folge zu geben. — Die Position wird darauf einstimmig genehmigt, ebenso Kap. 47, Landesmuseum, Ausgabe 58 600 Mk. Bei Kap. 47 a, Hosmusik, werden 12 100 Mk. zur Ausbesserung der Gehalte der Hofmusiker gefordert. Der Finanzausschuß ist einig darin, daß sich die Mitglieder der Hosmusil in einer schwierigen Lage befinden und daß eine Abhilfe dieses Notstandes längst hätte erfolgen müssen. Die Mehrheit des Ausschusses hatte ausdrücklich erkannt, daß der Staat keinerlei Verpflichtung habe, diesen Betrag aus die Staatskasse zu übernehmen, aber geglaubt, sich dem augenblicklichen Notstände nicht verschließen zu dürfen und deshalb beschlossen, ohne jede Konsequenz die geforderte Summe für dies eine Jahr zu bewilligen, gleichzeitig aber die Regierung zu ersuchen, daß sie für Die kommenden Jahre für Abhilfe des Notstandes ohne Belastung staatlicher Mittel bemüht sei. Abg. Cramer (Soz.) wünscht über den Antrag des Ausschusses noch hinauszugehen und die Bewilligung der 12 100 Mark auf 2—3 Jahre auszusprechen, bis das Hoftheater nach erfolgtem Umbau in der Lage fei, seine Mitglieder selber vollständig zu bezahlen. Abg. Molthan (Ztr.) bemerkt, er verkenne die Notlage der HofmusitmttglieDcr nicht, er meine aber, daß die Kosten für dieselben nicht vorn Lande, sondern von der Kabinettskasse getragen werden müßten. Er beantrage deshalb namens der Minderheit des Finanzausschusses die Ablehnung der Forderung. Abg. Ulrich (Soz.) legt bar, daß die Zustände bezüglich 6er Bezahlung der Hofmusik die denkbar schlechtesten feien; es seien dadurch schön LeutebiszumWahn sinngetrieben worden (hört!). Es scheine überhaupt, als wenn die Regierung hier in einer Weise wirtschafte, die man nicht mehr für gut halten könnte. Man habe den Musikern indirekt gedroht, daß sie sich „unliebsame Folgen" zuziehen würden, wenn sie in ihrer Sache Beschwerden an die Aufsichtsbehörde richten würden. Bis über den Umbau des Hoftheaters hinaus wolle er sich mit der Bewilligung der 12 100 Mk. auch nicht festlegen, der Umbau habe aber mit der heutigen Forderung nichts zu tun, man habe heute nur die Pflicht, der Notlage der Musiker ein Ende zu machen, und deshalb bitte er, die Regierungsvorlage zu genehmigen. Abg. Säug (frei).) führt aus, die Stadt Darmitadt habe ihrerseits für das Hostheater schon viel (Mb bewilligt, für bie Umbaukosten 365 000 Mk. Die Besolbung ber Hofmusik sei eine innere Angelegenheit des Hoftheaters, in bie sich die Stadt nicht einzumischen habe, sie habe ja auch nichts dabei mitzusprechen. Die Stadt sei auch wegen dieser Sache noch nicht angegangen worden. Hier müsse eben die Zivilliste herangezogen werden. Aba Dr. Frenay (Ztr.): Es handle )ich hier um ein Kunstinstttut, das eine gewisse Bedeutung m ber deutschen Kunstgeschichte besitzt und bas weit über Sarno;abt hinaus bas Interesse erweckt. Es gehe also nicht an. zu sagen, das Hoftheater sei etwas, was das Land gar mmtj angehe. Menn bei jeder Posttion eine besondere gJc'Gro.; Perpfiich- tung nach gewiesen werden sollte, dann fdnnie man gleich den halben Etat streichen. Er meine, h^habe Darmstadt bie Verpflichtung, helfend einzugreifen, ö'W? di?)es Jahr möge man aber bie Forderung aus ber >staatska))e be- Abg. Langenbach (freif.) verteidigt bie Haltung ber Stabt Darmstadt in ber Angelegenheit. Abg.-Jo utz erkennt ben Notstand der $ormu|iferjin. Er sei aber ber Ueberzcugung, wenn die Kammer die Forderung ablehne, werbe die Stadt Darmuadt oder die Zivilliste schon Mittel und Wege finben, die Forderung der Musiker zu befriebigen. Eventuell sei er zur einmaligen Bewilligung der Forderung bereit, wenn sich die Regierung verpflichte, vorn nächsten Jahr ab anderweitig die Mittel wetter zu beschaffen. Abg. Weidner meint, daß die Regierung bei Annahme des Ausschußantrages zu letzterem verpflichtet sei. Abg. Wolf bemerkt, die Darmstädter Vertreter hätten ja ausdrücklich angebeutet, baß man sie gar nicht um diese Summe angegangen habe. Wenn die Kammer die Forderung einfach ablehne, werbe bie Stadt schon so nobel sein, und die Summe bewilligen müssen. Abg. Damm (freif.) spricht sich gegen die Bewilligung aus. Staatsminister Dr. Rothe macht darauf aufmerksam, daß es sich hier nicht um eine Regierungsvorlage handle, sondern lediglich um die Ausführung eines Beschlusses, den die Kammer im vorigen Jahre gefaßt hat. Ter Herr Staatsminister bespricht die näheren Umstände bei dem vorjährigen Beschlüsse, ist aber bei der herrschenden Unruhe im Saale auf der Journalistentribüne nur bruchstückweise zu verstehen. Er empfiehlt, das Haus möge feinen früheren Standpunkt in der Sache nicht verlassen, die Großh. Cioil- liste habe für das Hofcheater ohnedies viel mehr Aufwendungen gemacht, als sie verpflichtet gewesen wäre, ober man zu glauben scheine. Abg. Schönberger führt aus, im Lande verstehe man absolut nicht, wie man überhaupt eine solche Forderung stellen könne. Den Zusicherungen, daß späcer Die Summe in anderer Weise beschafft werden würbe, schenke er wenig Glauben. Er stimme für einfache Ablehnung ber For- berung. Abg. Schill spricht ebenfalls für Ablehnung unb meint, Darmstadt sollte sich schämen, baß es diese Forderung nicht gleich bewilligt habe. Abg. Sang legt unter teilweise großer Heiterkeit des Hauses alle die großen Lasten dar, die der Stadt für bie Ehre, die Residenz des Großherzogtums zu fein, aufgebürdet würden. Nicht einmal bas Recht habe sie Dafür, einer Straße einen Namen zu geben. Nicht die Stabt, son- bem bas Laub habe die Pflicht, für die auskömmliche Besoldung ber Hosmusik wenigstens für bas eine Jahr zu sorgen. Abg. Kramer (Soz.) macht darauf aufmerksam, daß Darmstadt ein Siebentel ber ganzen Staatssteuem aufbringe. Rebner pläbiert bann nochmals mit großer Wärme für bie Annahme des Regierungsvorschilags. Abg. Dr. Heidenreich (natL; legt kurz den Standpunkt ber Mttiderheit bas Finanzausschusses dar, welche bie Ablehnung ber Vorlage beantragt. Wenn eine solche Position einmal in bas Budget mit aufgenommen worben sei, werbe sie schwer wieber baraus zu entfernen fein. Dem Abg. Ulrich gegenüber, ber bie Vorlage so begeistert verteidige, und sie gar noch ausgebehnt wissen will, müsse er boch bemerken, baß bie Regierung selber anerkannt habe, es liege eine gesetzliche Verpflichtung hier nicht vor. Abg. Ulrich entgegnet, wenn auch eine rechtliche Verpflichtung nicht vorliege, so sei doch eine moralische Verpflichtung für die Kammer zur Bewilligung dieser Forderung vorhanden, denn das Ersuchen an bie Regierung um Besserstellung ber Hofmusiker sei mit 27 gegen 3 Stimmen gestellt worben. Abg. Braun kann nicht einsehen, worin bie moralische Verpflichtung für das Land bestehen soll, dem Notstand ber Hofmusiker abzuhelfen. Moralisch verpflichtet bazu könne nur bie Stadt Darmstadt fein. Abg. Dr. Schmitt meint, gegen den Antrag der Aus- schußmajorität auf Bewilligung ber 12 000 Mk. hätten eigentlich am meisten die Vertreter ber Stadt Darmstadt selber gesprochen. (Zustimmung.) Es handle sich boch in 9 von je 10 Bewilligungen stets um bie Interessen von Darmstadt, unb dessen Vertreter kämen jetzt und klagten noch Gerade Darmstadt wäre doch in erster Linie berufen, für diese Ausgabe aufzukommen, und roeim ber eine Vertreter sage, wenn bie Kammer nichts tue, so werbe die Stadt erst recht nichts tun, nun, so könne man es ja einmal darauf ankommen lassen. Redner empfiehlt schließlich die Forderung für dieses eine Mal zu bewilligen. Abg. Bähr wird mit seinen Freunden für bie einmalige Bewilligung stimmen in der bestimmten Hoffnung, daß Die Regierung bie Sache im nächsten Jahr nicht wieder bringe. Damit ist die Debatte geschlossen. Auf Antrag ber Abgg. Pennrich, Molthan u. Gen. erfolgt namentliche Abstimmung, in welcher ber Ausschußmehrheitsantrag auf einmalige Bewilligung mit bem schon erwähnten Vorbehalten mit 19 gegen 17 Stimmen angenommen wirb. Für die Bewilligung stimmten sämtliche Sozialdemokraten und ein Teil des Zentrums, von den Freisinnigen die Abgg. Dr. Gutfleisch und die beiden Darmstädter Bertteter, von den Nationalliberalen Die Abgg. Reinhart und Haas-Darmstadt. Alsdann wurde bie Sitzung um 6Vt Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung Mittwoch früh 9 Uhr. politische Tagesschau. Vom preußischen Kultusetat. Bei ber Forftetzung Der Beratung Des Kultusetats in ber Budgetkommission des Abgeordnetenhauses wurde auf eine Anfrage, ob bie Behauptung, Daß ber für ein Berliner Extraordinariat in Aussicht genommene Gelehrte nur vier Monate in Afrika gebummelt habe, unb von afrikanischen Idiomen, über die er lesen solle, wenig wisse, zutt-sftnd sei, wurde von ber Siegierung festgestellt. Daß ber fragl.che Geistliche sich in seiner pommer- schen Gemcinbe im Verkehr mit afrikanischen Eingeborenen eine außergewöhnliche Kenntnis ber afrikanischen Phonetik ungeeignet habe, unb dieselbe so vortrefflich beherrsche, wie kaum ein anderer Gelehrter. — Aus der Mitte ber Kommission wurde angeregt, auf den deutschen Hochschulen den Doktor med. bet, ähnlich, wie dies bereits in Gießen geschehen sei, ein zu führ en. Ministerial- Direktor A l t h o s s erklärte, der Gießener Dr. med. vet sei eine Singularität, Die nicht auf andere Hochschulen zu übertragen sei. Dagegen wurde aus ber Kommission geltenb gemacht, baß biefe Erklärung doch nichtssagend sei. Warum sollten Denn nicht auch in Preußen die Tierärzte durch Zulassung zum Dr. med. vet. zu wissenschaftlicher Betätigung angeregt werden. — Für Hallea. S. wurde eine Professur für Phonetik gefordert, auch aus dem Grunde, weil ber sächsische Dialekt einer solchen Korrektur besonbers bedürfe. Ministerialdirektor Althofs erklärte, dieser Anregung wohlwollend gegenüberzustehen. Doch sei zu erwägen, ob nicht für Westfalen eine gleiche Korrektur ebenso wünschenswert märe. (Heiterkeit.) — Ans die Anregung, in Halle eine Professur für technische Chemie zu errichten, erklärte der Regiemngs-- Vertreter, diese Frage werde Gegenstand weiterer Erwäg-, ungen sein. — Auf eine Anfrage, ob ber Sekretär des Historischen Instituts in Rom, Professor Schulte, einen doppelten Gehalt beziehe, erklärte Ministerialdirektor Althoff, Professor Schulte lese im Sommer in Breslau und wirke im Winter in Rom. Sein Gesamteinkommen sei nicht höher, als es ihm nach seinen Leistungen zustehe. Indessen schwebten schon Verhandlungen, um in Zukunft das römische Gehalt bem Professor Schulte als Remuneration zufließen zu lassen. Aus Der Zbommissivn wurde Dem Ausbru>ck gegeben, daß es ungehörig sei, daß die Regierungsvertteter bei Der Forderung von 10000 Mk. für das Archiv in Rom Die doppelte Besoldung des Professors Schulte verschwiegen haben. — Ta bie Universitätskliniken oielsa ch erhebliche Etatsüberschreitungen aufweisen, würbe die Frage aufgeworfen, wie diesem Uebelstande zu begegnen sei. Ein Regierungsvertteter legte Dar, baß Die Ansätze auf Anschlägen beruhen, bie einerseits wegen Verteuerung ber Verbrauchsmittel, andererseits infolge Mehrbebarfs an Des- infektions- mib Verbaubematerial überschritten worden seien. Aus der Kommission heraus wurde Darauf hingewiesen, daß sich viele Ersparnisse erzielen ließen, wenn Dem Direktor Der Klinik tüchtige subalterne Verwaltungs- beamte beigegeben mürben. — Aus ber Mitte ber Kommission wurde angeregt, die S t ad t B e r li n zur Erstattung der Unkosten für ben Unterhalt der Charite heranzuziehen, ba bie Gemeinde ja ben Unterhalt eines großen Krankenhauses erspare. Don einem Mitgliede ber Rechten wurde verlangt, daß man überhaupt Die Stadt Berlin für Die großen Vorteile, Die sie durch Errichtung staatlicher Gebäude in ihrem Weichbilde ohne Gegenwert erhält, zu besonderen Abgaben an bie Staatskasse, eventuell auf Dem Wege eines Spezialgesetzes heranziehen solle. Tie Regierung erklärte sich mit der Anregung, Berlin zu erhöhten Abgaben heranzuziehen, einverstanden. Veteranen und Wehrsteuer. Unser Berliner parlunieiiiarifujer Mitarbeiter schreibt unterm 3. März: Der Gedanke, durch Einführung einer Wehrsteuer eint umfangreichere und durchgreifendere Veteranenfürsorge ins Werk zu setzen, ist nicht neu. Wiederholt sind in diesem Sinne bie deutschen Kriegervereine in der Stärke von li/2 Millionen gedienter Soldaten und 60000 Veteranen beim Reichstag vorstellig geworden. Auch an parlamentarischen Anwälten fehlt es diesem Steuerprojekt nicht; es seien nur die Abgg. Dr. Arendt (Rp.) unb Prinz Schön- aich-Carolath (wildlib.) genannt, bie auch heute wieder beim Etat für ben Reichs-Jnvalibenfonds, biefe Frage anschnitten. Dr. Arenbt verkündete sogar, daß er eine entsprechende Resolution einbringen werde, von der er hoffe, daß sie ber Mehrheit des Reichstages genehm sei. Auch wenn bies &u treffen sollte, ist es sehr zweifelhaft, ob die Regierung ber Resolution Folge giebt Tie heutige Erklärung des Staatssekretärs Frhrn. o. Thielmann lautete nicht gerade entgegenkommend. Ter Schatzsekretär erinnerte an die einstimmige Ablehnung ber Wehrsteuervorlage burch den Reichstag im Jahre 1881: er verwies auf die finanziell wenig günstigen Erfahrungen, Die Oesterreich-Ungarn unb Fr untre ich mit biefer Steuer gemacht haben, und meinte, daß bie Erträge auch bei uns, selbst mit 20 Millionen Mark, zu hoch geschätzt seien. Man geht wohl nicht fehl in Der Annahme, Daß bie Regierung hauptsächlich mit Rücksicht auf bie ibeale Seite ber allgemeinen Wehrpflicht, die durch Die Wehrsteuer gewissermaßen zu einer geldlosen Leistung im Sinne des Stell- verttetungswesene fjerabgebrüdr würde. Der Einführung dieser Steuer widerstrebt. .us diesem Grunde war s. Zt. auch der Fttdma . - oitke Gegner der Wehrsteuer. Richtig nun . -; für bie oft ui kümmerlichen Verhältnissen . J_:e an... neue Reichsgelber flüssig gemacht werben .. ai; .benso richtig aber ist, wie Abg. Dr. Seniler sti.ic. barfegte, daß es nicht Sache des Reichstags, sotd au Der Regierung sei, einen Weg zu finben, auf bem bie- öewe.rAelligc werden kann. Ho'sentlich zählt eine entsprechende ccaage zu ben ersten gesetzgeberischen Arbeiten, mit Denen sich Der neue Reichstag zu beschäftigen haben wird. Doppelt giebt, wer schnell giebt Polen und Zentrum. Daß bie Pole . : an S..l nterschätzung leiden, ist eine allbekannte Tatsache. Das G iihl Des /i jenen Wertes liegt ihnen noch von früheren G.an-.eiten her im Blute. Im parlamentarischen Leben genannt aber dadurch Der Ver- kechr mit den Polen nicht an Annehmlichkeit. Davon weiß zumal das Zentrum ein Lied zu singen. So grob wie der Pole, der sich auf seine Eleganz etwas zu gute tut, kann nur noch oie sittenfeine Offenbacher „Volkswacht" mit ihren „urbanen" Hintermännern werden. Jetzt sind die Polen dabei, ihre „Bedingungen" für eine W a h l a b- rn a ch u n g mit dem Zentrum zu entwerfen. Da wird denn u. a. dem Bundesgenossen zugemutet, auf die Aufstellung eigener Kandidaten zu verzichten, d. h. Mandate preis- zugeben, die teilweise einen „totsicheren" Besitz des Zentrums bilden! Außerdem soll das Zentrum dafür sorgen, daß die deutschen Katholiken in der Provinz Posen für die nationalpolnischen Kandidaten eintreten. Wie gering die parlamentarische Hilfeleistung der ausschlaggebenden Partei von den Polen geschätzt wird, erhellt zur Genüge aus der Forderung: Die Polen in ihrem Kampfe gegen die polenseindliche Politik energisch, und nicht nur mit Redensarten, zu unterstützen. Da hat das Zentrum seinen Dank. Deutsches Deich. B e r l i n, 3. Äcärz. Das Kaiserpaar empsinggestern km königlichen Schloß den Besuch der Königin-Witwe Carola von Sachsen. — Der Kaiser und Prinz Heinrich trafen heute mittag kn Wilhelmshaven ein und begaben sich nach dem Exerzierhause der zweiten Matrosendivision, wo die Re- krutenvere idigung stattfano. Nach der Vereidigung hielt der Kaiser eine Ansprache an die Rekruten. Nach Beendigung der Feier besichtigte der Kaiser das kürzlich eingeweihte Denkmal der im Chinakriege gefallenen Soldaten des zweiten Seebataillons, nahm militärische Meldungen entgegen und begab sich sodann zur Besichtigung nach dem neuen Seemannshause und von dort nach dem neuen Offizierspeisehause. Der Kaiser verließ kurz vor 4'Uhr das Offizierkasino und begab sich an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm IL". — Zur Feier des Papst-Jubiläums haben heute die katholischen Kirchen geflaggt. In den katholischen Schulen wurde heute auf die Bedeutung des Tages hingewiesen. — Ter „Reichsanz." warnt die Personen, die nach Transvaal oder der Oranjekolonie zu reisen beabsichtigen, nachdrücklich davor, die Reise anzutreten, wenn sie sich nicht zuvor vergewissert haben, daß chnen der zum Eintritt nach Transvaal und die Oranjekolonie und zum Aufenthalt daselbst erforderliche britische Erlaubnisschein erteilt ist. Deutsche müssen zur Erlangung des Erlaubnisscheines die Vermittlung der kaiserlichen Konsulatsbehörden in Südafrika in Anspruch nehmen und haben sich hierzu an dasjenige Konsulat zu wenden, das für den südafrikanischen Hafenplatz zuständig ist, von wo die Reise nach Transvaal oder der Oranjeflußkolonie erfolgen soll. In den Anträgen auf Erteilung des Erlaubnisscheins ist genau anzugeben, ob der Schein für einen dauernden oder vorübergehenden Aufenthalt, in letzterem Falle für wie lange, gewünscht wird, der Ort, für welchen der Schein ausgestellt werden soll, der Name des Gesuchstellers und seiner Familienangehörigen, die gegenwärtige und frühere Adresse des Gesuchstellers, Stand oder Beschäftigung des Ge- suchstellerS, ob der Gesuchsteller ein eigenes Geschäft oder feste Anstellung besitzt, ob er über die notwendigen Mittel zum Lebensunterhalt für sich und seine Familie verfügt und ob er zwei gute Referenzen in Südafrika bezeichnen kann und welche. Da von dev britischen Regierung nur monatsweise einer begrenzten Anzahl von Personen die Reiseerlaubnis erteilt wird und es unbestimmt ist, wann ein jedes Gesuch zur Erledigung kommt, ist es daher dringend empfohlen, die betreffenden Anträge so frühzeitig tvie möglich bet dem zuständigen Konsulat in Südafrika einzureichen. — Im hochkonservatcven „Reichsboten" liest man: Wenn ullramontane Blätter, wie die Bonner „Reichsztg.", die traurigen Gerüchte über die Großherzogin-Witwe Anastasia von Mecklenburg-Schwerin benutzen, um schadenfroh von dem Skandal eines protestantischen Hofes zu sprechen, nachdem sie eben den in allen Mitwirkenoen reinkatholischen zu Dresden gehabt haben, so sollten sie nicht vergessen, hinzuzufügen, daß die mecklenburgische Fürstin-Mütter, der man eine folgenschwere Verirrung mit einem untergeordneten Manne nachsagt, noch heute griechisch-katholischen Bekenntnisses ist. Hamburg, 3. März. Dem ,Zamb. Korresp." zufolge wurde hier ein Verein „Seefa h rt" gegründet, an dem unter Führung der Bürgermeister Dr. Burchard und Dr. Mönckeberg zahlreiche Mitglieder von Rhedereien und der Kaufmannschaft beteiligt sind. Der Verein wlll neben der Heranbildung von Seeleuten auf Hamburgischen Segelschiffen Rennyachten bauen, den Renn spart betreiben, sowie einen Stamm deutscher Pachtmannschaften erziehen und besondere Leistungen zur See oder beim Segelsport durch Medaillen oder Geldgeschenke belehnen. Der Kaiser ist ordentliches Mitglied des Vereins geworden, ebenso der Hamburgische Senat. Tie Geschäftsführung des Vereins, für den bereits über 300000 Mark gezeichnet sind, hat einstweilen Generaldirektor Ballin übernommen. Ausland. Rotterdam, 3. März. Die Regierung verhindert durch Truppenaufgebot, daß Soldaten den Protestversammlungen beiwohnen, die im ganzen Lande fortdauern. Unter den Typographen im Haag ist eine Bewegung im Gange, die Artikel der rcgierungsfteundlichen Presse nicht mehr zu setzen. Gegen einen Amsterdamer Oekonomie- Privatdozenten wurde wegen Aufreizung zu Gewalttaten ein Strafverfahren eingeleitet, weil er in einer Versammlung die Soldaten angespornt hatte, in entgegengesetzter Richtung zu schießen. Ein großer Amerikadampfer ist im Rotterdamer Hafen zur Aufnahme von 800 Soldaten hergerichtet worden. Brüssel, 3. März. Wie au§ halbamtlicher Quelle verlautet, sind augenblicklich Verhandlungen im Gange, betr. die Einstellung von 30 belgischen Offizieren in das für M a c e- donien neu zu schaffende Polizeikorps. Dieselben sollen den Rang eines Kommandanten erhalten. — Die Königin-Witwe von Sachsen ist gegen mittag hier eingetroffen. Sie wurde am Bahnhofe vom König, dem Grafen und der Gräfin von Flandern und dem deutschen Gesandten empfangen. Paris, 3. März. Der Abg. Dauzou' hat an den Justizminister eine Bittschrift gerichtet, er möge die gegen Studenten wegen Straßen un ruhen verhängten Strafen aufheben. — Ter heute im Elysäe abgeha'tcne Mimslerrat beschäftigte sich mit dem Budget. Es wurde die Erwartung ausgesprochen, daß die Deputiertenkammei die Beratung de» Budgets vor Ablauf dieser Woche zu Ende führen werde, um die Bewilligung eines weiteren Budgetzwölftels zu vermeiden. Finanzminister Rouvier teilt mit, daß die Emission von 100 Millionen Francs Obligationen, für welche die Zeichnung vorgestern begonnen hat, bereits gezeichnet sei. Montreux, 3. März. Die Befferung im Befinden des Präsidenten Stein macht erfreuliche Fortschritte. Der Präsident kann bereits 100 bis 150 Schritte ohne Hilfe gehen. Er wird anfangs Mai von Montreux nach Reichenhall übersiedeln. Prag, 3. März. Der hervorragendste czechische Staatsmann Dr. Franz Ladislaus Frhr. v. Rieger, der über em halbes Jahrhundert im politischen Leben stand, ist heute nach- mittag im 85. Lebensjahre an Altersschwäche gestorben. Aus tzladt uni) Kaud. Gießen, den 4. März 1903. *• Hessisch-Thür. Staatslotterie. Bei der heute begonnenen Ziehung der 6. Klasse wurden folgende Gewinne gezogen: 100 000 Bll. auf Nr. 23193 (Worms), 60000 Mk. auf Nr. 88487 (Eisenach), 50 000 Btt. auf Nr. 29032 (Weimar und Offenbach), 10 000 Mk. auf Nr. 72439 (Darmstadt), 8000 Mk. auf Nr. 22722 (Schotten), 33396 (Roda sS.-A.j), 28022 (Alzey), 87174 (Jena, Weimar), 3000 Mk. auf 9k. 18392 12005 (beide nach Offenbach), 14225 23955 (beide nach Darmstadt), 34049 (Seligenstadt), 56667 (Weimar), 87818 (Gotha), 90883 (Mainz), 67553 (Gotha), 13535 (Coburg und Mainz), 4733 (Altenburg), 6666 (Gießen, Balser), 76461 10160 33344 (sämtlich nach Mainz), 2000 M. auf Nr. 43862 61300 90982 33907 25154 47497 62631 27554 35010 9733 (sämtlich nach Mainz), 96852 (Alzey), 62602 (Mainz). Ohne Gewähr. ** Verkehrsverein. Gestern abend fand im Cafe Ebel die konstituierende Versammlung des „Verkehrsvereins" statt. Die Anregung zur Gründung eines derartigen Vereins war vor ca 3 Monaten int Cafe Leib gegeben worden. Es wurde eine Kommission gewählt, um die Vorarbeiten für die Gründung des Vereins zu erledigen. Gleichzeitig sollten schon möglichst viel Mitglieder geworben werden. Bis jetzt gehören, wie oer Vorsitzende in der Ein- lettung ausführte, dem Verein 271 Mitglieder an. Das Einkommen des Vereins aus den Beiträgen. ketrug 1013 Mark. Es ist tief bedauerlich, daß sich bis jetzt nicht mehr Mitglieder für den Verein gefunden haben. Die Ziele, die oer Verein verfolgt, sind rein gemeinnützige; die Vorteile, die ein gesteigerter Frem- )e n-Verkehr für Gießen in jeder Weise und für alle Kreise mit sich bringen muß, liegen auf der Hand. Besonders unsere Kaufleute sollten sich bestreben, den Verein durch Detträge rc. zu unterstützen, da sie an einer Hebung des Fremdenverkehrs doch am meisten interessiert sind. Jeder ollte in seinem Bekanntenkreise nach Möglichkeit Anhänger ür den Verein zu gewinnen suchen. Denn nur, wenn die inanzielle Lage des Vereins gesichert ist, d. h. wenn er iber genügende Mitgliederanzahl verfügt, kann er mit Erfolg für die Allgemeinheit tätig sein. Das nähere über die Ziele des Vereins rc. findet sich in den Statuten. Die Statuten, die von Oberbürgermeister Mecum verfaßt sind, wurden in der Form, die dem Entwürfe mit einer einzigen geringen Aenderung entspricht, einstimmig angenommen. Der Verkehrsverein ist ein eingetragener Verein. Er bezweckt, Fremde zum Besuch Gießens mtd zum vorübergehen-- oen oder dauernden Aufenthalt zu veranlassen. Zu diesem Zweck will er auf die Schönheiten der Stadt und ihrer Umgebung, sowie auf die Annehmlichkeiten des Auftritt Halts in derselben aufmerksam machen; Veranstaltungen, welche den Fremdenzuzug zu fördern geeignet sind, veranlassen oder unterstützen und zur Besettigung von Mißständen, die ihn beeinträchtigen können, beitragen; Fremden über alle hiesigen Verhältnisse Auskunft erteilen und ihr Interesse fördern; mit anderen Vereinen, deren Bestrebungen den Zwecken des Verlehrsvereins förderlich sind, zusammen wirken; die hierfür nötigen Mittel beschaffen Die Geschäfte werden geführt von der Mttgliederversamm- lung, dem Ausschüsse und dem Vorstände. Der Ausschuß besteht aus mindestens zwölf Vereinsmitgliedern. Er hat das Recht der Zuwahl. Der Ausschuß wählt aus seiner Mttte den Vorsitzenden, den Schriftführer (zugleich Stellvertreter des Vorsitzenden) und den Rechner. Der Ausschuß führt die Geschäfte des Vereins und verwaltet das Vermögen desselben nach Maßgabe des.Voranschlags. Der Vorstand besteht aus den Herren. Max JaSkowsky, Th. Haubach, C. Röhr, Wilhelm Hornberger, Kindt, H. Winn, Otto Meyer, L. Pirr und Mecum. G- Stadttheater. Gestern schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe. FrauJennygab ihr Benefiz undFrl.Hohenfels, unser vorjähriges Bühnemnitglied, war von Hanau herübergekommen, um die Rolle der Crevette in Feydeau's „Dame von Maxim" zu übernehmen. Der tolle Schwank verfehlte auch gestern nicht, die Lachmuskeln der Zuschauer beständig in Tätigkeit zu erhalten. Frau Jenny hatte sich gestern wieder mal eine der ihr besonders gut liegenden Rollen der resoluten „komischen Alten" ausgesucht. In der Tat leistete sie auch als Gabriele Gutes und „verkörperte" diese mit einer derartigen Natürlichkeit, daß wir für die „Affaire" ihres kleinen schmächtigen Ehegesponstes mit der kleinen Tänzerin vom „moulain rouge“ eine tiefe psychologische Erklärung fanden, zumal da diese Crevette derartig chik, sidel und ausgelassen war, daß man ein kleines „über die Stränge schlagen" desjenigen, der ihr in die Hande fiel, vom menschlichen Standpunkt aus wohl begreiflich finden konnte. Frl. Hohenfels hat entschieden Fortschritte gemacht, sie kann damit zuftieden sein. Diese Excentric-Demimondaine mit ihrem „Hoppla, Vater sieht's ja nicht", toll und übermütig, stets bereit, den Philistern ein Schnippchen zu schlagen, lebte und war natürlich. Sicherheit und Gewandheit der Bewegung, neckisch und ausdrucksvoll Minenspiel, Eleganz der Erscheinung, alles das sind Vorzüge, die einer Künstlerin nur von Vorteil sein können. Wie wir hören, beabsichtigt Frl. Hohenfels sich um ein Engagement am neuen Städtebundtheater zu bewerben — „so ost sie kommt, sie soll willkommen sein". Herr Zoder als Dr. Petypon zeigte sich wieder als jugendlicher Komiker von seiner besten Seite. Geschickt, und jeder Uebertreibung abgeneigt, versteht er sich trefflich in den Rahmen des Ganzen emzufügen, zu dessen Gelingen er auch gestern wieder einen Hauptteil beitrug. Herr Ramseyer als General war sowohl in Maske wie Spiel vorzüglich. Mit Herrn Gerl ach als Dr. Mongicourt konnte man zufrieden sein. Ten Corlgnon 1. , >,xrrn d. £ : * hatte man sich etwas anders gedacht. Ter Schwc: ' , Freund" Crevettc's, der sich zur Vernunftheirat entschließt, muß freier und kecker sein, stmimlich schien Herr v. S. auch wenig disponiert. Es würde zu weit führen, die übrigen Leistungen im Speziellen aufzuführen; es wurde flott gespielt und die (Spielleitung hatte vorzüglich dafür gesorgt, daß alles am Schnürchen ging. Das Haus, das leider noch bedenkliche Lücken aufwies, unterhielt sich allem Anschein nach trefflich. Sowohl die Bene- fizlantin, wie Frl. Hohenfels, wurden mit hübschen Blumen- und Lorbeerarrangeinents bedacht. w. D ü n s b e r g, 3. Dkärz. Die 2. Lehrer stelle zu Fellingsha usen wurde vom 1. März ab dem Schulamtsbewerber Heinrich Berg aus Bornheim und die zur Erledigung kommende Schulstelle zu Crumbach Hermann Bott vom 1. April ab übertragen. Wie wir erfahren, erhalten sämtliche Schulamtstandidaten, welche in diesen Tagen die Abgaiigsprüsung in Ufingen bestanden haben und nicht gesonnen sind, am 1. April tn das Heer einzutreten, noch vor diesem Zeitpunkte eine Anstellung. Auch hier ist diese rasche Verwendung im Schuldienst ein erneuter Beweis von dem herrschenden Lehrermangel. w. Wetzlar, 3. März. Zu der am vorigen Sonntag in den „Schützengarten" einberufenen Versammlung zur Besprechung der schwebenden Eisenbahn f ragen yalten sich wohl 500 Personen aus Stadt und Land erngefunben. Bürger meiner Ioutz - Butzbach war als Bevollmächtigter der Stadt Butzbach erschienen und nahm an den Verhandlungen lebhaften Anteil. Zum Schlüsse einer kurzen Debatte einigte man sich fast ein|iimmig in einer Resolution für den Bau der,Bahn von Ao-etzlar über Nauborn, Weidenhausen, Volpertshausen, Ober- uno "Niederkleen nach Butzbach. 2. Marburg, 3. März. Eine traurige Spinnstuben- geschichte, die am Abend des 1. Dezember v. I. in Röddenau bei Franlenberg sich abspielte, oejchäftigte heute das Schwurgericht. An dem Abend wurden sich beim Tanzen die Burschen uneins und später gabs auf der Straße eine Schlägerei, in deren Verlaus ein junger M ann Namens Mütze durch einen Messerstich in den Kopf getötet wurde. Heute standen zwei Burschen Namens Gunst und Maurer deshalb vor den Geschworenen. Nach einer umfangreichen Verhandlung bejahten die Geschworenen, da nicht viel Klarheit geschaften werden konnte, nur die F.age betreffs Be- teiügung an einem Raufhandel mit tödlichem Ausgang. Das Gericht verurteilte darauf beide zu je einem Jahr Gefängnis. Vermischtes. * Berlin, 3. Marz. Heute Nachmittag stürzte anscheinend infolge einer Gasexplosion das auf dem Vorortteile des Stettiner Bahnhofes belegene alte Stellwerkgebäudc ein. Dabei wurde ein Bahnarbeiter verschüttet. Die Leiche ist geborgen. Ein anderer Arbeiter wurde leicht verletzt. • Magdeburg, 2. März. In der Citadelle hat jetzt der Oberleutnant Werner v. Grawert seine zweijährige Festungshaft angetreten, die ihm wegen Tötung des Rechtsanwalts Dr. A y e-Flensburg im Duell zuerkannt ist. * Karlsruhe, 3. März. Der Studirende der technischen Hochschule Goldberg aus Warschau ist infolge der Verwundung, die er am Sonntag Morgen im Pistolenduell erhielt, gestorben. Er wird in Warschau beerdigt. Zur Duell-Affäre erfährt die „Badische Korr." von zuständiger Seite, daß der Anlaß nicht in einer Liebesgeschichte, sondern in einer persönlichen Streiterei zu suchen ist, die schon fünf Wochen zurückliegt. Die Duellanten waren früher eng bc freundet, bis es eines Tages wegen Geldangelegenheiten zum Streit kam. Goldberg soll den Schwarz in dessen Wohnung und später auf der Straße geohrfeigt haben. Es erfolgte eine Forderung und beide suchten bei den Korps „Alemannia" und „Frisia" um Waffenschutz nach. Der Ehrenrat genehmigte nach langen Verhandlungen eine Pistolenforderung, da Schwarz, der schwer herzleidend ist, mit blanker Waffe nicht fechten konnte. Es steht nicht fest, wohin Schwarz geflohen ist. • Paris, 3. Mürz. Depeschen aus La Rochelle, Brest und Bordeaur berichten von einem heftigen cyclonartigen Sturme, der in dem ganzen westlichen Frankreich herrscht. Bei La Rochelle ist auf hoher See em großes Schiff, dessen Nationalität noch nicht festgestellt ist, untergegangen. In Bordeaux riß der Sturm Dächer und Schornsteine von den Häusern und zerstörte die Telegraphen- und Telephondrähte. * Paris, 3. März. In Rethel verhaftete die Polizei einen auf dem dortigen Bahnhofe eingetroffenen Mann, welcher der Polizei mitteilte, daß seine Tochter im Zuge gestorben sei. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß das Mädchen an Entbehrungen gestorbeu war. Sie war bis zum Skelett abgemagert. * Budapest, 3. März. Auf einer Kohlengrube in Hun fand eine Dynamit-Explosion statt, durch welche ein Schachtmeister tätlich verletzt wurde. ' Babel und Bibel. Der »Stoib. Anz." bringt daS folgende interressante „Eingesandt:" „Als Leser des „Stolb. Anz." muß ich auf gründ der^eiligen Schrift und der Bekenntnisschriflen unserer evangelisch-lulherychen Kirche gegen die in dem Aufsatz der Nr. 16 jenes Blattes „Babel, Bibel und der Kaiser" gepriesene B ek e n u l n is st c ll u n g e r. Majestät, unseres kaiserlichen Herrn, um bes Gewchens willen protestieren, weil sie nicht 0en Christus der cchrisl zum Gegenstände hat. o. B r a n d t, Amtäger.chtsrat • Die Urteilsbegründung im Ehescheidung 8- prozeß des sächsischen Kronprinzenpaares beschränkt sich, wie der „Frkf. Ztg." mitgeteilt wird, auf das eigene Geständnis der Prinzessin Luise, mit Giron Ehebruch begangen zu haben. Das Geständnis wurde von den Prozeßbetelligten nicht angezweifelt, die Beweisführung durch Einvernahme von Zeugen rc. weder gefordert noch durchgeführt. • Feuer. Wie man aus Corsenz (Schlesien) meldet, brach in der Nacht zum Sonntag in dem Gemeinde-Armen- Hause Feuer aus. Dieses sowie das Wohngebäude und das Stallgebäude eines benachbarten Gastwirts brannten vollständig nieder. Vier Frauen kamen in den Flammen um. • Durch Ueberschwemmung und Feuersnot wurden in Korea etwa 4000 Häuser zum Einsturz gebracht, wobei, soweit bis jetzt feststeht, 18 6 Menschen um8 Lebe» käme n. ,____________ _ Kunst und Wstenschüst. — Profehor W. Trübner hat den Ruf an die Akademie K a r 1 s r u h c angenommen. Er wird am 1. November d IL nach der badischen Hauptstadt übersiedeln und in die Stellung emeS Mehrer«, der Malerei an der Akademie eintreteu. Telephonischer Kursbericht. 2L60 frage seinen Arzt. 1169 in 1928 0981 a) 5 St. Fstm., Flamme. Morgens Wellfleisch mit Kraut. der heil^ ; Marburg, den 2. März 1903. 1924 Die Biehmartt-Kommisfion. MB 1) 2) 3) 1) ist die Beste! b) c) Gießen, den 3. März 1903. Nordanlage 1. 4°/0 Uriech. Monopo* -Anl. . 45.30 4* , % äussere Argonhne'- —.— Krielkallen -er Pedaktlim. («uonyme «vfrageu bleiben unberücksichtigt.) M. L. S. Wenden Sie sich an die Handwerkskammer in Darin siadt. . 92.85 . 98.25 . 97.40 . 216 80 104.60 . 141.60 . 14830 . 159.30 , 148.30 . 1540 . 183.10 . 218.00 . 18730 12 Mänsburg 12 Frankfurter Schuhlager. Reiohnaü leibe do. Konsole . do . . Wlo 8°/v 3‘/,% d°/o = 56,18 Fstm., 30 St. IV. ÄL = 6,53 5 Stangen I. und 3 11. Kl., Buchen: 3 St. II. Kl. — 6,83 Fstm., Wctchholz: 3 St. 111. Kl. = 1,11 Fstm. und IV. Kl. = 1,23 Fstm., Wegen Ausgabe der Bienenzucht verlaus! Lehrer Bernhard zu 9Bicneuvölkcr ' im Kalten und verschied. Bttnen- ■ gerate zu billigem Preis. [1714 Art, eine Partie Schuhwaren, eine Ladentheke u. 1 Warenregal, eine Kiste Würfelzucker, eine Kiste Seifenpulver, eine Partie Schwämme u. v. a. S'/u Mexikaner 4Vt /u Chinesen . . Electric, öci ackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . Diekonto-Kommandlt. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Ber iner Hande sges. Oesterr StaaUbahn . Lombarden . . . Uottnar ibahn . . . Laurau Qtte . . . . Bochum . . . . . PMaiiö-lieMiil-Wtck „Wetterau“ in Lengsurt a. empfehlen ihren vorzüglichen Die am 28. Februar abgehaltene Versteigerung von Eichen- und Nadel-Stamm- Holz in dem Gemeindewald zu Allertshausen ist nicht genehmigt. 1921 Allertshausen, d. 3 März 1903 Großherzogl. Bürgermeisterei Allertshauien. Hillgärtner. . 103.- . 93.15 . 103.50 . 93.15 . 101 20 . 100.00 . 103.35 101.00 . 102.25 . 103.40 . 51.b5 . 82.30 . 30.10 . 130.00 Eine gebrauchte, sehr gut erhaltene, olive Pltischgarnilnr billig zu verkamen. 1877 Nah. bet Th. Bruch Schloßgafie. l'/g0/.) Heesen . . . \% Oberbeseen . . X% Oesterr. Goldrente . 4' „% Oesterr. bilberrente 4% Ungar, Goldrente . 4U, Italien Rente . . 4* t% Portugiesen . . 0/ । ortiig.es» n. . . . \% C. Türken . . . Pürkenlose ..... Harpener......175.40 I end»nx: einheitlich. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 1934 Seipel, Gerichtsvollzieher. Gegen Schnupfen ist der Schnupscnäther „Forrnan" anzuwenden, der ärztlicherseits mehrfach als „geradezu ideales Schnupfenrntttel" bezeichnet wird. Bei leichtem Schnupfen Forman- Watte(Dose30Pfg.), bei 'tarkem Schnupfen Forman - Pastillen (50 Pfg.) zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant: Bei beginnendem Schnupfen fast unfehlbar. In allen Apotheken. Dian für dessen Güte wir schriftliche Garantie übernehmen. 819 tz>enera>vertrieli: Vchenhc'UrLLchliiiiiidttgcr engre? Baumaterialien «O d-laii Alarburgersiraße. 22. Stöbt. Schlachthaus. Freibank Heute und morgen: 1880 ©.iiicnliriid) • 0 pfg. N-sSKrislh 45 Pfg. tztliistpällge, Klobechilkt, jowie Mieile aus Hanf gesponnen, empfiehlt zu billigsten Preisen und hält stets aui taget 0846 Ludwig Lazarus, Asterweg 55. Die Geburt eines strammen Jungen zeigen hocherfreut an Joseph Stern und Frau Selma, geb. Meier. Versteigerung. Donnerstag, den 5. d. Mts. nachmittags 3 Uhr sollen dahier im Löwen — Neuenweg 28 — Haus- und Küchengeräte aller Sie MzversteigcrW vom 25. und 26. Februar L Js. ist genehmigt. Die Ab- fuhrfcheine können von Dienstag, den 10. d. Mts. an bei den Hebestellen in Empfang genommen werden. Gießen, den 3. März 1903. Großh. Oberförsterei Wieseck. Weigand. 1936 Heilung garantiert. ßett»ässen bulurtiger brfolg bei je lern Alter u. Geschlecht durch neuestes, patentieites Verfahren. Zeugnisse u. Prospekte frei durch Herrn. Marburg, Frankfurt a. M., AUerbeiligeustr. 76. Nutzholz-Versteigerungen im Gememdesaal zu Niederkleen, Kreis Wetzlar, Freitag den 13. März 1903, Beginn vormittags 10 Uhr. I. Niederkleen: a) Eichen: 19 St. III. Kl. ---- 10,97 Fstm., 8 St. IV. Kl. = 2,05 Fstm. und 30,5 Rm. Nutzholz, b) Nadelholz: 64 St. HL und IV. Kl. = 25,08 Fstm., und 75 Rm. Nutzholz. Irm- wii Herren Stiefel II. Ebersgöns: Erchen: 6 St. IT. Kl. = 9,98 Fstm., 89 St. III. Kl. d) Nadelholz: 43 St. 111. u. IV. Kl. — 17,84 3 Stangen I., 7 II., 35 HL, 100 IV., 150 V. und 70 VI. Kl. III. Oberkleen: a) Elchen: 1 St. TI. Kl. = 2,32 Fstm., 40 et. HL Kl. = 24,19 Fstm., 3 St. IV. Kl. = 0,78 Fstm., b) Nadelholz: 59 St. HL u. IV. Kl., — 14,13 Fstm., 21 Stangen I. Kl., 7 II., 44 III. Kl. und 144 Rm. Nutzholz. Gr.-Rechtenbach (Kr. Wetzlar), 2. März 1903. 1919 Das Biirgcrmeister-Ämt. Ä?*“- handel und Verkehr. Volkswirtschaft Halle a. d. Saale, 3. März. Ter Artfsichtsrat der sächsisch- türingischeit AttienoeseUschast für Br a u n t o h l e n-Lertvertung beschloß 5'/, pC-t. Dividende bet einem Rohaewüm vott 706 106 Alk. (gegen 1 220 071 Mark im Vorjahre) zu Abschreibungen zu oerwendett. Posen, 3. März. Ter Saatenmarkt war auch in diesem Kahre außerordentlich stark besucht, vortviegend aber wiederum von hiesigen und auswärtigen Händlern, während Gutsbesitzer nur vereinzelt erschienen waren. Tas Geschält war anfangs ziemlich lebhaft und wurde bald im Lau'e des Alarktes rrthiger. Tas Angebot war recht reichlich. Bon (Betreibearten war Weizen bevorzugt, während Roggen vernachlässigt blieb. Bon Haier nur ganz geruchlos begehrt, alles andere vernachlässigt und kaum bei um 2 bis 3 Mark billigeren Preisen Abnehmer zu finden. Gerste fein war begehrt, Rotklee sest, mittel 60—65, fein 70—76, Weißklee nachgebend 60—70, fein 75—90, Wundklee ruhig, 80—45. Electoral bis 54 bezahlt und gesucht. Gelber Klee fest, 20—26, schwedischer Klee ruhig 67—75. Inkarnatklee nicht gehandelt. Seradella mehr begehrt, neuer 7*/,—9, alter fest Thimoler und amerikanischer 27—29, ieibcnfrei 29—38. Reygras hiesiges 17—20, englisches 19—22. Wicke 150—180. Luzernen blaue 104—106, gelbe 120—130. Luzerne (Provenoe) unverändert 60—66, nordsramösische 54—58. Wetter: Schön. Hönningen. Heute sollen zum ersten Male die Aktien der Chemischen Fabrik Hönningen vorm. Walther Feld und Co. Akt.- Ges. an der Beiliner Börse notirt werden. Der AufsichtSrat der Dresdner Straßenbahn hat beschlossen die Verteilung einer Dividende von 8 % Voranschlägen. & stürzte anschei. i ba8 aus dem Sorort« ine alte Stellwerkgebäudc r verschüttet. Die Leich wurde leicht onlegt. $n der Lito-elle hat jetzt Krawert seine zweien, die ihm wegen Atun- rg im Duell zuerkanni r Studirende derikä« Warschau ist infolge::t Morgen im Pistolen •b in Warschau beerdigt, e Äon/ oon zuständiger Liebesgeschichte, sondern chen ist, die schon fünf waren frützer en^ bt Keldangelegechiien M varz in dfijen Wohnung tzrfeigt haben. Es tv juchten bei den Kow ^schütz nach. Der Ehrem, aen eine Pistolensordem; ist, mä blanker icht fest, wohin TchM, in aus La Rochelle, M heftiqen cyclonartigen suchen Frankreich W* t ist, untergegangei- v unb Schornsteine von «" pi)eJ mdw-E :is>‘ IN statt * btin9‘w Landwirtschaft. P. Gießen, 4. März. Ter Geflügel- und Dogelzncht- Verein für Gießen und Umgegend, der gestern abend im Hotel Schütz eine Vereinsversammlung abhtett, sagte folgende an den Landwirtschaftlichen Verein für die Provinz Cberbefjen zu richtende Anträge: Ter landwirtschaftliche Provmzialoerein wird gebeten, seinen Einfluß beim Verband dahin geltend zu machen, daß bei allen von diesem zu veransialtenden Geflügel-Ausstellungen zu dem Amte als Preisrichter nur solche Personen gewählt und zugelafsen werden, welche ihren Wohnsitz ausierhalb der Provinz haben, ferner, baß in den Verband nicht solche Geflügelzuchtoereiiie ausgenommen werden, welche sich an Erlen neu gründen, an denen bereits em dem Verbände angehörender Verein besteht und wenn der neue Verein sich als Konturrenzgrüiidung erweist. — Es soll den Verbandsvereinen unterlagt werden, als Mitglieder Personen auszu- nehmen, welche oon einem anderen Verbandsveretn wegen ehrenrühriger Handlungen aus der Mitgliederliste gestrichen, oder welche veran- laßt wurden, chren Austritt aus einem Verbandsverein wegen eben dieser Handlungen anzumelden. Dieser letztere Amrag soll rückwirkende Kraft haben. Weiter soll beim Verband beantragt werden, daß die einzelnen, demselben angehörenden Vereine md)t mehr jeder eine Stimme bei den Abstimmungen hat, sondern daß die einzelnen Vereine je nach ihrer Mitgliederzahl für 50 'Mitglieder eine Stimme erhalten. Tiefe, im Interesse der Entwickelung des Verbandes höchst wichtigen Beschlüsse wurden sämmtlich einftünnüg nach recht lebhafter Aussprache über die Gründe und über die Zweckmäßigkeit von der Versammlung gefaßt. Zum tüylcn Grund. Donnerstag den 5. Mürz: 1930 Rfletzelsuppe. Eingesandt. (Für Form und Inhalt ui.l mua uiejer Rubrik stehende, Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein Kommentar zu dem Eingesandt „Eine grobe Mißhandlung" öoin 25. er. bezüglich der Drangsalierere, und Qiiälerei der Pferde des Spediteurs S. durch feinen Sohn halte ich für sehr angebracht. Tas Gespann war beloben mit meist leichten und teils leeren Kisten, welche vielleicht eine Last von 25 bis 30 Rentner haben konnten. Die Pferde ivaren nicht sehr ermattet, sondern standen tagsüber meistens im Stalle und machten die zweite Fuhre zur Bahn. Durch eigenen Ueberinut fuhren sie sich fest und da das eine Pferd em feiten störrtges und schwer zu bändigendes Tier ist, hat der Fuhrmann sehr ost seine Arbeit nut ihm. Wenn Herrn R. die paar Peitschenhiebe, welche noch nicht einmal Striemen auf dem Pferde zeigten, so nahe gingen, empfehle ich ihm, mit der fahrenden Artillerie einmal em Herbslmanöver iNitzumachen. Mit derartigen Bagatellen sollte man doch nicht seine Muße oertreiben. Den Fuhrleuten wird das Leben sauer genug. A- Z* .HnrlDHcln. Pr. Lpeifekarlonelu, magnum bonum. gelbe Rose, Pauls Juli, gelbe Mäuschen rc. empfiehlt W j Geisel, r°°b Telephon 235. Sonnenstraße 6. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. L. 11. Darmstadt, 4. März. Ter Senatspräsident beim Oberlandesgericht, Hermann Schäfer, wurde laut „Darmst. Ztg." von der Stelle eines Mitgliedes der Prüfungskommission für das Justiz- und BerwaltungSfach entbunden und an desien Stelle der Ministerialrat Dr. Gg. Best ernannt. Darmstadt, 4. März. (Original-Tete gr. des Gieß. Anz.) In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurde bei Fortsetzung der Etatsberatung des Ministeriums des Innern eine große Reihe von Anfragen unt> Einzelwünschen an die Regierung gerichtet, der 5. Abschnitt des Etats, ,F)effentIiche Gesundheitspflege", und der 6. Abschnitt, „Fürsorge für die Hinterbliebenen von Beamten, Unterstützung, Versicherung rc.", sowie ein Teil des 7. Abschnitts, „Landes-Kultur und Landwirtschaft", genehmigt. Nächste Sitzung morgen früh 9 tlhr. Essen a. d. 9t, 4. März. Zn der Kruppschen Räderschmie de haben sämtliche Schmiede wegen Einführung eines neuen, jie benachteiligenden Akkordsatzes die Arbeit niedergelegt. Metz, 4. VLärz. Der Generalleutnant und Kommandeur der 34. Division in Metz, Prinz Heinrich XIX. Reusi ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches. zur TiSposi - tion gestellt. Sein Nachfolger wurde der bisherige Kommandeur der 43. Jnfanteriebrigade Generalmajor v. Ho ch- wächter unter Beförderung zum Generalleutnant. L o n d o n, 4. März. Die afrikanische Sektion der Liver pooler Handelskammer beriet gestern über die Frage von Konzessionen im f r a n z ö s i s ch e n K o n g o g e b i e t e. Die Verhandlungen erhielten einen besonderen Wert durch die Anwesenheit einer Anzahl Vertreter der deutsch - we st afrikanischen Vereinigung in Hamburg und der Mörmannlinre. Unter den sonstigen Gästen befanden sich mehrere Vertreter der deutschen Botschaft und des britischen Auswärtigen Amtes. Den Vorsitz führte der Liverpooler Kaufmann Helt, der ein H o ch a u f d en deut- s ch e n K a i s e r ausbracyle und die deutschen Gäste begrüßte. Parlamentsmitglied Max Arthur hielt eine Rede, in welcher er ausführte, daß in Weftafrika Raum für alle Nationalit äten fei Der Vorsitzende rühmte, was die Deutschen in Westc^rika getan haben. Die Engländer seien ihre Mitarbeiter in Weftafrika. Zn Kamerun behandelten die Deutschen die E ngländer, als wenn sie Deutsche wären. Wo immer die deutsche Flagge in Südafrika wehe, würden sie gut behandelt. Das sei auch in einigen französischen Kolonien der LSestküste der Fall, aber nicht im französischen Kongo gebiete. Der deutsche Delegierte Victor-Bremen stimmte dem vollständig zu. Auch die Deutschen seien der Ansicht, daß jene Frage für sie von größter Wichtigkeit sei, und hofften, daß sie in Westafrika mit den Engländern stets Hand in Hand gehen würden. , t , Rom, 4. März. Der Papst mußte sich wahrend der gestrigen Feier mehrmals wegen leichten Unwohlseins hinter den Thron zurückziehen. Nach Beendigung der Feier begab sich der Papst, überaus müde, in seine Gemächer zurück, wo er sofort zu Bett ging. Gegen Abend war er wieder wohlauf. Der Feier hatten auch mehrere Unterstaatssekretäre, ein Flügeladjutant des Königs und Prinz Mirco von Montenegro auf der Tribüne der Kurie beigewohnt. r , Venedig, 4. März. Wie der Bürgermeister bekannt giebt, haben die Sammlungen zum Wiederaufbau >' ; und bie R%e[Ien Qm^nürTltftratze 42 HL Stock, 7 evtl. 6 Zimmer, neu hergerichtet, Mitbenutzung des Gartens, auf 1. April 1903 oder später zu vermieten. 1398 _____Rechtsanwalt Baab. 1621] 5-Znnmerwohnung mit Gas- und Wasserleitung (Alk. 65u) zum L April oder später zu oer- mieten Franksurterstraße 25, IIL 1716] Kleinere 4-Zimmerw. per 1. April z. v. Näh. Weserstr. 9,11. Alicestratze 11, 1. Etage 7-Zlmmer°Wohnung mit allem Zubehör, Gartenanteil u. Bleichplatz für Alt. 850 per 1. April anderweit zu vermieten. [149 6-Zimmer-Wohuuug, 3. oder 2. 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Heute vormittag ^12 Uhr verschied nach kurzem, aber schwerem Leiden meine inniggeliebte Frau, unsere gute Tochter, Schwester und Schwägerin Fm Anna Schmidt Emma Seuling Maschinenstrickerei 1929 45 Wetzsteinstraße 45 Billigste Bezugsquelle von lS.WÜ.MlKMlM in allen Farben und Qualitäten. Stricken und Anstricken von StrümpstU, Socken, Aein- (änßctt wird billigst besorgt. WWhaiis z» nettanfcn. Ein im Alittelpunkt der Kreisstadt Wetzlar belegenes Geschäftshaus mit Hintergebäude, in welchem seit bereits 40 Jahren ein Kolonialwaren-Geschäft betrieben wird, ist mit Laden und Geschäftsinventar unter günstigen Bedingungen sofort zu verkaufen. Zur Uebernahme genügt eine Anzahlung von Mk. 5000 und bietet das Geschäft einem strebsamen Kaufmann ein gesichertes Auskommen. 1913 Näheren Aufschluß erteilt Der Generalbevollmächtigte: Fr. Heinzenberg, Wetzlar. Zuu» Abbruch zu verkaufen: Lagerhaus 14 x 11 Meter groß, auf der früher Klsbe'schen Besitzung. 1920| Jul. 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