Erstes Blatt. Mittwoch 4. Februar 1903 Deutsches Keich angebracht wie nur möglich. D. Red.) <**ipre8« 7. Ähcefie für Depefchen, «hefceiu FernIprechanIchluß Nr 5L 153. Jahrgang Politische Tagesschau. Gegen die geheiwe Wahl, die von dem Grafen Posodowskh als eine „sittliche Pflicht" bezeichnet worden ist, laufen die Reaktionären Tag aus. Tag em Sturm. u — Zu der neuen Ketzerei in der Sozialdemokratie, dem Agrarprogramm des hessischen Landtagsabg. Dr. David, bemerkt die »Kreuzztg.-: „Wir bezweifeln, daß die sozialdemokratische Presse das David'sche Programm besprechen wird. Das ist nur so ein kleines Nebenprogramm für den Privatgebrauch. Daß darin aber das ganze marxistische Prinzip umgestoßen und die bisherige sozialdemokratische Agrarpolitik für bankerott erklärt wird, kann nicht bestritten werden. Gegen das David'sche Agrarprogramm sind die Bernstein'schen Ketzereien kaum der Rede roert.* Stuttgart, 3. Febr. Die Kammer nahm die Volksschul-Novelle nach Ablehnung der sozialdemokratischen und demokratischen Anträge einstimmig nach dem Regierungsentwurf an, welcher an der geistlichen Ortsschul- aufslcht fest hält. Aus Bayern, 3. Febr. Nach einem Bericht der Aus dem Reichstage. ...... Beniner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt tmttnn 3. Februar: jjnnfiW O.&Oe.A'* $oni^ r«"'K M« b. f °be^ m,fuh|,ungen. Minute. &01 'urd zu ^orstrqßr, und 1304 r ^orstaub, 4 ta Nl Herr® p 7, Nr. 29 t»«Nch auUet Souutagl. fce» ®tebener An-«g« werbe» tm Wechsel mit bem befftsche, LandwlN btt Gteheoer KamUie». Netter mermal in der EL«che beigelegt Ro*m«tH>rud u. 8er- kf bei v r ühllche* Nnwerl^Vuch- u. 6t«*» köderet (Pietsch (ixben) gier: lf°r 3 B°K 0ieße Ausland. London, 3. Febr. Es wurde die amtliche Mitteilung bekannt gegeben, daß der König an einem Anfall leichter Influenza leide, die völlig zufriedenstellend verlaufe. Es wird nötig sein, daß der König zwei bis drei Tage das Zimmer hütet. Paris, 3. Febr. Die Zollkommission der Kammer stnnmle einem Anträge des Berichterstatter Debussy zu, wonach der Zoll auf K 0 hlarten und Sauerkraut aus 1,50 Frs. im Minimaltarif und auf 2,50 Frs. im Generaltarif für den Doppelzentner festgesetzt wird. Madrid, 3. Febr. B u Hamaraist gefangen. (?) Nach einer Meldung aus Tanger fiel er nach der Schlacht, in der seine Anhänger flohen, in die £>änbe der Sultanskruppen, die ihn im Triumph auf einer Eselin durch die Sttaßen von Fez führten. Der Sultan soll den Verrätern 50 000 Tnros gezahlt haben. Zn Madrid ruft die Nachricht große Befriedigung lstiwor, da man nun hofft, daß wieder Ruhe in Marokko einziehen wird. Zürich, 3. Febr. i.ebeu das Befinden des ehemaligen Präsidenten des Oranjefreistaates Steijn erfährt man aus Clärens am Genfer See, daß seine Gesundhett sich täglich bessere. < Konstantinopel, 3. Febr. Die Pforte teilte den hiesigen Botschaftern einen Bericht des türkischen Handelsagenten in Rustschuk mit, welcher meldet, daß sieben bulgarische Banden, 6730 Mann stark, organisiert seien, und welcher die Namen der Bandenführer und Distrikte nennt, in denen sie operieren sollen. Die Hauptoperation oll vom Vilajet Saloniki ausgehen. New York, 3. Febr. Der Senat nahm eine Bill an, derzufolge eine geheime Herabsetzung der Bahnrach ten verboten ist. Diese Bill ist gegen die Trusts gerichtet, ebenso eine vom Justizkomitee befür- wartend vorgelegte, wonach Prozesse gegen Trusts die chnellste Erledigung finden sollen. London, 3. Febr. Eine Verordnung des Ackerbauamtes hebt das V i e h c i n f u h r v e r b 0 t aus Argentinien und Uruguay auf. C a r acas, 3. Febr. Die Truppen des Führers der Aufständischen Matts unter Tucharme erlitten eine neue Niederlage, wobei 200 Aufständische, darunter 50 Offiziere gefangen genommen seien. „Wie kommt die Regierung — schreibt in ihrer Wochenschau die ,Lreuzztg." — dazu, das müssen wir wiederholt fragen, gerade jetzt, wo mit dem allgemeinen ^."^r^recht der schändlichste Mißbrauch getrieben wird, m-e<.j®a^run3 Wahlgeheimnisses für eine „sittliche Mtcht" zu erklären? Unser großer erster Kanzler hat immer den entgegengesetzten Standpunkt vertreten. Offen vor aller Welt soll der Mann seine Meinung sagen: nur bann hat sie den Wert, kann sie ihn haben, den man jetzt der Verheimlichung ^schreiben möchte. Das war deutsch gedacht tm besten S'nne des Wortes. Die heutige Auffassung schmiegt sich den Interessen der Internationale an. ^as aber können wir weder für sittlich, noch für politisch klug hatten." ' 1 7/ J ' Gewiß ist die öffentliche Abgabe der Stimme der Aus Stadl und Land. Gießen, den 4. Februar 1903. •* Geheimrat Haas. Wir meldeten vor einiger Zeit, Gel iinrat HaaS beabsichtige, in BenSheim-Erbach für den Reichstag nicht wieder zu kandidieren. Dieser Meldung wurde bald daraus von den ,N. Hess. Volksblck widersprochen. Jetzt wird unsere damalige Nachricht indeß von der „Köln. Volksztgck bestätigt. Dem genannten Blatte wird aus Bensheim geschrieben: Der bisherige Vertreter des hessischen Wahlkreises Bensheim- Erbach, Geh. Regiernngsrat Haas, wird nicht mehr zum Reichstag kandidieren. In den 70er Jahren brachte es die Zentrumspartei aus eine ganz erhebliche Stimmenzahl, schwankend zwischen 3000 und 3800; 1884 aus 3081. Mit Ausnahme von 1890 wurde kein eigener Zenlrumskandwat mehr ausgestellt, sondern für andere Parteien im ersten Wahlgange gestimmt. Auf dem vorigjähriqen hesstichen ^acholikentage m Mainz bemerkte der Zentrumsaba. -tr. Schmitt: »Wir zählen nur dann, wenn wir uns zeigen, sonst nimmt man ferne Rücksicht auf uns/' Tas bleibt abzuwarten. LU. Der ordentliche Professor der klassischen Philologie an der Universität Basel, Dr. Erich Bet he, hat „Münch. Zig." hat Dr. Heim in der geschlosicnen Delegiertenversammlung auf dem Zentrumsparteitag in München folgende, in den offiziellen Berichten allerdings nicht enthaltene, aber bislang unwidersprochen gebliebene Aeußemngen gemacht: Er bedauere, daß einige Blätter die Friedensschalmei in Bezug auf Minister v. PodewilS gc- blasen hätten; PodewilS sei für ihn keine andere Nummer als die Feilitzsch und Konsorten; wer in ein solches Ministerium gehe, müsse sich mit ihm hängen lassen; man werde PodewilS die schärfste Opposition zu machen haben. Heer und Flotte. Mit einer bemerkenswerten Neuerung wird jetzt ein Versuch in der Verwaltung der MilitLr- werkstatten gemacht. Die Direkttonen sämtlicher Fabriken der Militärverwaltung, die doch rein industrielle technische Betriebe sind, bestehen lediglich aus Offizieren. Diese Einrichtung rührt daher, daß in diesen Werkstätten bei ihren ersten Anfängen meistens Militärmannschaften arbeiteten, wie heute noch in den Bekleidungsämtern. Im Laufe der Jahre sind nun gegen die rein militärische Zusammensetzung der Leitung der königlichen Fabriken, insbesondere hinsichtlicb des Verkehrs mit den Arbeitern, Bedenken entstanden. Tie schon seit längerer Zett bestehenden Erwägungen wegen zeitgemäßer Umgestaltung der Direktionen haben nun dazu geführt, eine Probe zu machen mit einer anderweiten Zusammensetzung des Jn- stituttvorstandes. Es ist zu diesem Zweck auf Anordnung der Feldzeugmeisterei in das Direktorium eines Artillerie- konstruktwnsbureaus in Spandau ein Zivilbeamter aufgenommen worden, der, wie die Offiziere, Sitz und Stimme in der Leitung hat. Von dem Ergebnis dieses Versuches wird es abhängen, ob eine ergreifende Umgestaltung in den Leitungen der Militärwerkstätten zur Durchführung kommt. 'erein, 7 ’• »«bn,«: Verhandlungen mit sichtlichem Interesse folgte. Beim Etat des Reichs kanzlers schnitt der Führer de» Zentrums, Abg. Dr. Spahn, die Diäten- und die die Jesuitenfrage au, in dringlichen Worten Aus- kunst vom Reichskanzler heischend. Mit Ersolg. Graf Bülow war in der Lage, dem Zenttum wenigstens die teilweise Erfüllung des Wunsches bett, die Jesuiten in Aussicht stellen äu können, nämlich die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes, der die Aus w ei su n gs be fu g- nis enthält. Bestehen bleibt somit in Zukunft nur das Verbot der Niederlassung von Jesuiten in Deutschland. Abg I Dr. Spahn beeilte sich, dem Reichskarrzler den Dank des Zentrums und des katholischen Volkes zum Ausdruck zu bringen, vergaß aber nicht, hinzuzufügen, daß eitel Zu- ftiedenheit nur platzgveisen werde bei völliger Aufhebung de. Jesuttengesetzes. Sehr viel weniger befriedigte, was Graf Bülow bezüglich der Diäten mttteilte oder richtiger nicht mitteilte. Er erklärte nämlich, heute nicht sagen zu können, ob der Bundesrat dem Reichs tagsbeschluß über die Diäten zu st im men werde. Was der Reichskanzler über die Bedenken der verbündeten Regierungen ausführte, aus dem Gebäude der Reichs- Verfassung einen Stein herauszunehmen, das läßt nicht erwarten, daß der Bundesrat in absehbarer Zeit zur Diätenbewilligung im Sinne des Reichstages sich verstehen werde. Abg. Basser mann (nl.) bezeichnete es als höchst wünschenswert, daß die Regierungen angesichts der Neuwahlen nochmals in Erwägungen über die Gewährung von Diäten eintteten, während Abg. Fürst Bismarck (wild) sich be- müljte, den Reichskanzler gegen dtt Tiätenbewttligung ^Berlin, 3. Febr. Der Kaiser sprach heute wieder „scharf zu machen", da diese nur geeignet sei, das Parla- beim Reichskanzler vor. Später hörte er im Schloße die wr^I-L^ri^eren' rechts. Daran, Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Chess des - - «* 4SSS D.^Vo^m^r (Soz^tttt, dann"wuw er^b« Kc^ienmg ~ ^us Wunsch des Kaisers unternimmt, wie die „Schl, in irgend einer für diese bedeutungsvolle Frage ©iitgegen- 3*9-" ^tdet, Negiernngsprapdent Dr. Holtz aus Oppeln kommen bezeigen müssen. „Wenn Du hoben willst, so m nächster Zeit eine Studienreise nach Amerika. gib!" Leichten Kaufes läßt Graf Bülow dieses Aequioalent — Die „Post" erfährt an maßgebender Stelle, daß die Jedenfalls nicht aus der Hand, so, wenig er persönlich der Nachricht von der (Ernennung des Herrn v. Prollius zum Zwectmaßrgkeit der Diäten sich verschließt, wie er auch heute G esandten in Venezuela auf einem Irrtum beruhe ^Uvertt)tgkett der Neuemteilung Designiett für diesen Posten ist seit längerer Zeit wie ander.' ^°ch wA--..d «bgÄch^/r ®rS'^t8®)afrine jÄf nK’™" wird der Generalkonsul P-lldram. . r r , 3 ordnung in dn: Art eines Handbuchs der parlamentarischen Man sckweib^um^ ^tengeseheS. Praxis^ aus dem sich ein sicheres Urteil gewinnen läU S V ö-euruar; über die Auslegung der verschiedenen Besttrnmnngen n’k Ueberraschungen reichen Zett ein nicht unberechtigter Wunsch. Als Abg. Beckh-Koburg LftüHnr?^ (fr. Vp.) darüber klagte, daß das Reichsägsgebäude nlit ^^o^^ ^i Reichstag verkündigte: chie 2lu,Hebung seinen ttiegerischen Emblemen wie ein Zeughaus aus sehe ^rur ^llusweiiungsbefugnis). Daß betrat Prinz Heinrich von Preußen in Admiralsunifvnn Ävn9 ^"ttengesetzes eine Mehrheit mit feinem^ Wuta7ten bic^öoiLae (Sofort beaab firf^^u^e3r^ei:ungen bered Trnben werde, das mußte Vizepräsident Graf Stolberg zu dem hohen (tofl 9ber den langer Zett durchaus zweifelhaft erscheinen. Berbandlunaen mit firhttiM oen d«: Kamps um den Zolltarif wogte, tauchte eines Tages das Gerücht aus, das Zeittrum habe sich für seine Hilfeleistung die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes I ausbedungen. Wir gaben damals die sehr bestimmt lautende Aeußerung aus Zenttumskreisen wieder, daß nicht mit einem Wort dies Thema ztvischen der Oiegierung und den Zentrums führ etn, bei (Megcnljeit ber Tarifverhandlungen, erwähnt worden sei, und daß das Zentrum zudem nur die Aushebung des ganzen Gesetzes ats befriedigend betrachten könne. Diese Information tourde kurz daraus von Zentrumsblättern bestätigt. Wie man sieht, hat Graf Bülow Gedanken zu erraten verstanden, beim wesentlich auf seine Bemühungen dürste die Beseit.gung der Schwie- rigfeiten zurückzuführen fein. „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft". Von einer stolzen Zurückweisung dieser Gabe, gewissermaßen als eine Zumutung, wovon auf Katholikentagen und in Zentrumsversammlungen die Rede gewesen ist, so oft man • sich mit dieser Forderung be- schäftstzte, war heute im Reichstag nichts zu bemerken, sonst hätte der Abg. Dr. Spahn nicht so warmen Dank für das katholische Volk abgestattet. Immerhin betrachtet das Zenttum die Aufhebung bad § 2 des Jesuitengesetzes aucy nur als eine Abschlagszahlung. Es scheint allerdings, wie die Tinge liegen, und in der sicheren Voraussicht, daß das Zentrum noch für eine gute Wette die ausschlaggebende Partei bleiben wird, die Aufhebung des gan- zen Gesetzes nur eine Frage der Zeit zu sein. Offenen unter Nr. M du Lxped. d. Bl, iki» Lchumrcparaior^ . «luhlstecht. Geschäft IW sich jeyi i-tL 16* iNeajtabt li. vrau H. Htyer. wasche HrdU a^eu. atbü^tu und aiiie» essen Lrednepir. 33, lll,^(: H-s. Lehrer, j« Uubüöuuö (einer slchr W, n bet Äadl wohnen chmde BeschMhunL litiU. mL 91t. 934 tt. o. {rrp. etteu;. den Ruf als Nachfolger des nach Heidelberg berufenen Prof. Dr. Dieterich angenommen. ** Provinzial-Siechenhaus. Die Arbeiten zur inneren Einrichtung des Provinzial-Sicchenhauscs schreiten rüstig vorwärts, überall wird die letzte Hand angelegt. Am Samstag sind die Schreiner- und Schlosserarbeitcn re. vergeben worden, während die Lieferung von 200 Betten vor einiger Zeit bereits an die Möbel- und Bettenfabrik von Th. Brück hier übertragen wurde. ** Vo m Städtebundtheater. Herr Hermann St ei ngoetter, derzeit Oberregisseur und stellvertretender Direktor am Stadttheater Erfurt, ist, wie wir hören, zum Direktor der Städtebundthcaters Hießen-Marburg- Nauheim aus 61 Bewerbern gewählt worden. Das auf neuer Grundlage zu führende Unternehmen soll in vornehmem künstlerischem Stile geführt werden. Herr Stein- goetter, der sich speziell der künstlerischen Seite des Unternehmens widmen wird, wird in der Direktionsführung durch seinen Bruder F. A. Steingoetter unterstützt werden, der die geschäftliche Seite wahrnehmen wird. •* Berliner buntes Theater. Uns wird geschrieben: „Einen hervorragenden Kunstgenuß bringt uns das Auftreten des Direktors spritz Unger mit seinem Berliner bunten Theater. Derselbe gastierte bereits im vorigen Jahre im Saale der Turnhalle, und dieses Gastspiel hinterließ damals einen überaus günstigen Eindruck. Wir haben allen Grund zu glauben, daß bie für Sonntag, den 8. Februar und Montag, den 9. Februar angekündigten Gastspiele in der Turnhalle sich eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen haben werden. In den Städten Iserlohn, Soest, Dortmund, Bochum re. spielte das Ensemble vor ausverkauften Häusern. ** In der Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrich st ein befanden sich Ende Januar stellen- resp. arbeitslos 128 Mann. (?) Allendvrs a. d. Lda., 3. Febr. Der hiesige Briegerverein hielt am Sonntag abend anläßlich des Geburtstags des Kaisers im Lüllschen Saale eine Festlichkeit ab, welche sich eines großen Besuchs zu erfreuen hatte. Der Vorsitzende hielt die Festrede, die iu ein Hoch auf den Kaiser ausklang. Das Festprogramm war sehr reichhaltig; es brachte u. a. mehrere Theater- und Konziertstücke, die vielen Beifall fanden. Ein Tanzkränzchen bildete den Schlutß des Festes. Hungen, 3. Febr. Die Generalversammlung des Ge- Mgelzuchtvereins beschloß, eine Zucht st ation reiner weißer Italiener Hühner zu errichten. Bon einer Ausstellung in Hungen soll in diesem Jahre abgesehen werden. §§ D armstad t, 4. Febr. Die gestern abend stattgehabte Generalversammlung des National- libe ralen Vereins unter Leitung des Herrn Justizrat S ch m e e l vollzog nach Erstattung des Jahresberichtes und der Rechnungsablage die Ergänzungswahl des Vorstandes; der langjährige frühere Reichst«gsÄg. Geh. Justizrat Dr. Osann wurde yim Ehrenmitglied ernannt. Alsdann beschäftigte sich die Versammlung noch mit der bevorstehenden Reichstagswahl und faßte mehrere diesbezügliche Beschlüsse. Offenbach, 3. Febr. Um die Frage der Offenhaltung der Schaufenster an Sonntagen zu besprechen, hatte auf gestern abend der hiesige Detaillistenverein eine Versammlung einberufen. Um es vorweg zu sagen, wurde nach der Debatte ein Antrag, sich gegen bie Offenhaltun g der Schaufen st er auszusprechen, angenommen. Der Referent Kegelmanu äußerte sich etwa folgendermaßen: Der Vorstand des Detaillistenvereins habe sich gegen die Offenhaltung ausgesprochen. Zunächst hatte die GießenerHandelskammer eine diesbezügliche Eingabe gemacht, war aber damit von der Großh. Regierung abgewiesen worden; darm habe sie sich an die Stadt Gießen gewandt; diese habe sich der Sache angenommen und erneut eine Eingabe an den hessischen Landtag gemacht, sowie andere Städte zur Teilnahme an der Eingabe ausgefvrdert. Worms und Mainz hätten sich derselben bedauerlicherweise (!) bereits angeschlossen, während die Stadtverordnetenoersammlung von Offenbach, beschlossen habe, die Handelskammer zu einer gutachtlichen Aeußerung zu bestimmen. Diese habe ihm, dem Redner, die Eingabe zur Begutachtung übergeben. Der Vorstand des Detail-» listenverems, mit dem er darüber beraten, habe beschlossen, eine Versammlung einzuberufen. In der Diskussion über bie Gießener Eingabe meinte der Kaufmann Jung, daß ein Offenhalten der Schaufenster keinen Zweck habe und nur den Besitzern viel Unzuträglich ketten und Unbequemlichkeiten machen würde. Bei Gießen und Frankfurt seien die Verhältnisse anders; nach Offenbach aber kämen Sonntags keine Landleute. Und selbst roeirn sie kämen, so würden sie doch nicht deshalb in der Woche wieder Herkommen, um sich einen Gegenstand Lu kaufen, den sie Sonntags im Schaufenster gesehen Haven. Der Referent Kegelmanu betont sodann die Gründe, warum der Vorstand des Vereins dagegen war. Erstens würden von der Maßnahme nur die in den Hauptstraßen gelegenen Geschäfte Vorteil, die abseits gelegenen kleineren Geschäfte aber Nachteil haben. Zweitens würde es der Anfang einer Durchlöcherung der Sonntagsruhe sein, weil entweder der Geschäftsinhaber oder einer seiner Leute zu Hause bleiben müsse, wenn man nicht einem Hausgenossen die Schlüssel anvertrauen wolle. Denn des Nachts die Schaufenster offen zu lassen, sei zwar in großen Städten, nicht aber in Offenbach angängig. Für Offenbach sei auch kein Bedürfnis vorhanden, weil kein Landvolk herkommt; die Offenbacher selbst aber gehen Sonntags entweder nach Frankfurt oder in die freie Natur. Auch die Kosten für die Ladeninhaber würden sich erhöhen. Die auf der Sonnenseite Wohnenden würden zweifellos im Nachteil sein. Der jetzige Zustand sei das Bild der richtigen, absoluten Sonntagsruhe. Zur Weihnachtszeit seien auch in Offenbach die Schaufenster prächtig dekoriert, trotzdem laufen die Leute nach Frankfurt. Also einen nrate- rietten Nutzen würden die Ladeninhaber nicht haben. Der Kaufmann Marx erklärte, daß er im Gegensatz zu den Vorrednern sehr für die Eingabe sei. So öde sei es an Sonntagen denn doch nicht m Offenbach; man brauche nur die Viebererstraße zu betrachten (Um die große Bedeutung des Offenhaltens der Schaufenster an Sonntagen ermessen zu können, ist allerdings ein höherer Standpunkt erforderlich, als ihn der Offenbacher Derailliftenvereui cinninimt. Und wenn Gießen die Spitze in den Bestrebungen für das Offenhalten der Schaufenster eingenommen hu, so ist das ein schöner Beweis dafür, daß Gießen nicht mehr em Krähwinkel ist, dessen Horizont nicht über die Stadtmauern hinausreicht.) Mainz, 3. Febr. Die allgemeinen Wünsche hinsichtlich per Neuregelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe haben die städtische Deputation für sozialpolitische Angelegenheiten beschäftigt. Die Hauptpunkte sind 1 einer Beratung unterzogen worden. Es würden denr , m Fabrik-, Engros-, Bank- und Warenagentur-Geschäften, sowie in der Zeitungsspedition Handlungsgehilfen und -Lehrlinge an Sonntagen nur vormittags und zwar nicht länger als zwei Stunden beschäftigt werden dürfen. Für die Festsetzung dieser Stunden wird wohl die Zeit von 7 bis 9 Uhr vormittags in Betracht kommen. Als Verkaufszeit für Ladengeschäfte und Verkaufsstellen aller Art würden an Sonn- und Festtagen im allgemeinen die Stunden von 101]1 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags bestimmt werden, während am ersten Oster-, Pfingst- und Weihnachtsfeiertage die Geschäfte geschloßen sein sollen. Ausnahmen würden eintreten für Verkaufsstellen von Milch, Fisch- und Fleischwaren an Son- u. Festtagen am 1. Oster-, Pfingst- und Weihnachts-Feierlag 5—1 Uhr. 5—9 und 1012 Uhr. Kartoffeln, Gemüse, Obst- und Spezereiwaren 7—9 u. 10V2—1 Uhr. 7—9 Uhr. Back- und Konditoreiwaren 5—3 Uhr. 5—9 und 10^—12 Uhr. Tabak, Zigarren und Rauchutensilien IO*/,— 4 Uhr. 101/2—12 Uhr. Roheis vom 1. Mai bis 30. September 5—1 Uhr. Pfingsten von 5—1 Uhr. Roheis vom 1. Oktober bis 30. April 6—9 Uhr. Ostern u. Weihnachten von 7—9 Uhr. Für Zeitungen, Bücher u. s. w. an Bahnhöfen unbeschränkt. Für den Hausierhandel wären dieselben Stunden freizugeben, wie für die jeweils in Betracht kommenden offenen Ladengeschäfte. Handlungsgehilfen und -Lehrlinge dürften außer in den vorerwähnten, für den Verkehr mit dem Publikum an Sonn- und Festtagen freigegebenen Stunden nicht beschäftigt werden und in den Geschäftsräumen nicht anwesend sein. (Wenn die Vorschläge der Mainzer soz.-pol. Deputation in manchen Punkten wohl noch, begründeten Anträgen aus interessierten Kreisen entsprechend, modifiziert werden dürsten, so besitzen sie im allgemeinen doch eine so große Bedeutung auch für das Handelsgeiverbe in Gießen, daß eine eingehende Beachtung derselben den für Gießen in Betracht kommenden Kreisen nur empfohlen werden kann.) Mainz, 3. Febr. In Wiesbaden entwendete ein kaum zehn Jahre alter Knabe seiner Mutter einen größeren Geldbetrag und fuhr damit hierher nach Mainz. Er besuchte auch eine Wirtschaft, wo er natürlich ausfiel. Man folgte ihm und nahm ihn schließlich in Kastel am Bahnhof fest. Die Polizei verständigte telegraphisch die Mutter des Schlingels, die ihn dann gestern abend bei her Polizei abholte. Worms, 3. Febr. Beim Beginn der heutigen Stadtverordnetensitzung gab nach der „Wormser Ztg." Oberbürgermeister Köhler folgende Erklärung ab: Die Großh. Bürgermeisterei hat wegen der angeblich im städtischen Krankenhause stattgehabten Vorkommnisse eine Unter» suchung eröffnet, deren Ergebnis der Stadtverordneten-Ver- sammlung demnächst bekannt gegeben wird. Die Großh. Bürgermeisterei spricht zugleich im Interesse des städtischen Krankenhauses die Ermattung aus, daß die öffenlliche Meinung mit ihrem Urteil in der fraglichen Angelegenheit bis zur Beendigung dieser Untersuchung zurückhalten werde. — Medizinalrat Dr. Salzer hatte die Absicht, diese Angelegenheit heute öffentlich zur Sprache zu bringen, stand aber davon ab. — Im Auftrage und im Namen der Erben des am 16. Juli in Patts verstorbenen Arztes Dr. LeopoldOrden- stein, wurde der Stadt Worms, in welcher der genannte Verstorbene seine Jugend verlebt hat, zum dauernden Andenken ftiftungsgemäß ein Kapital von 2000 Mk. übergeben, welches zinstragend angelegt werden soll. Die eingehenden Zinsen sollen alljährlich durch den Stadtbibliothekar nach Beratung mit dem Aerzte-Verein zur Anschaffung medizinischer Wette verwendet, durch einen Eintrag als zur Ordenstein- Stiftung bezeichnet und der Paulusbibliothek (medizinische Abteilung) einverleibt werden. In heutiger Stadtverordnetensitzung wurde die Stiftung angenommen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der physikalische Verein Frankfurt a. M. erhielt folgende Melonng aus Bingen: In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar um 2 Uhr 39 Min. wurde hier ein ziemlich heftiges Erdbeben wahrgenommen. Die Erschütterung dauerte ca. 5—6 Sekunden. Man konnte nach dem Getöse meinen, eine Erdmasse stürzte im Erdinnern ein. Die Wahrnehmung wurde dem Berichterstatter durch sieben Personen bestätigt. Vermischtes. * Dortmund, 14. Febr. Gestern abend wurden auf den Privatsekretär des kürzlich verhafteten Bankdirektors Hermann Wulff zwei Schüsse ab gefeuert, die ihr Ziel verfehlten. * Essen, 3. Febr. In Hamborn im Kreise Ruhrort wurde abermals eine große Falschmünzerwerk statt entdeckt. Die Falschmünzer, frühere Bergarbeiter und ein Schlosser wurden verhaftet. * Hamburg, 3. Febr. Ter Dampfer „Xenia", auf der Fahrt nach Shields-Boston, ist unweit Aberdeen gesunken. Der Kapitän und 24 Mann wurden gerettet, ein Heizer und der dritte Maschinist ertranken. * Luxemburg, 3. Febr. Eine furchtbare Feuersbrunst zerstörte das Kohlenlager der Firma Kani- vetz. Der Schaden beträgt über eine Million. * Die größten Grundbesitzer in Preußen. Wir haben neulich hier angeführt, daß der Kaiser 83 Güter sein eigen nennt. Diese haben in Wald und Feld einen Gesamtumsang von 98 740 Ha und liefern einen Grundsteuer-Reinertrag von 516 631 Mark im Jahre. Dem Kaiser folgen im Güterreichtum der Fürst von Pleß mit 75 Gütern (51112 Ha. Gesamtumfang und 324 042 Mark Grundsteuer-Reinertrag), der Herzog von Ujest mit 52 Gütern (39 742 Ha. Gesamtumfang und 233 301 Älark Grundsteuer-Reinertrag), der Herzog von Ratibor mit 51 Gütern (33 096 Ha. 274 627 Mk.) und schließlich König Georg von Sachsen, der im Königreich Preußen 50 Güter mit rund 31000 Ha. Gesamtumfang besitzt. * D i e Begnadigung eines Duellanten wird aus München gemeldet. Ter Prinzregent hat den belgischen Generalkonsul Steub, nachdem derselbe 14 Tage seiner breimonatigen, ihm wegen Zweikampfs 3ucnan1u.ii Festungshaft verbüßt, begnadigt. Genchlssaul 2. Gieße«, 3. Febr. Strafkammer. Den Vorsitz fühtt Landgeruptsbirektor Bücking, die Staatsanwaltschaft vertritt Staatsanwalt Reuß. — Ein wegen Diebstahls vielfach vorbestrafter Mensch, der Taglöbner Emil Z. von Gießen, wird aus der Unter- suchungshast vorgeführt. Er ist geständig, am 5. Januar aus dem unverfchlossenen Gartenhäuschen des Apothekers D. einige Patronen entwendet zu haben. Er würde wahrscheinlich noch mehr gestohlen haben — denn er ist ein Gewohnheitsdieb — wenn nicht die Zeugin Pf. gerade in das Häuschen gekommen wäre. Er gab zuettt an, wegen des Regens in das Häuschen gegangen zu jein, um Schutz zu suchen, heute meint er, er habe dies ans Furcht vor dem Mädchen getan, das er gesehen habe. Tas Gericht erachtet jedoch für voll erwiesen, daß er von vornherein in Tiebstahlsabsicht in das Häuschen gegangen ist und verurteilt ihn zu der geringsten Strafe oon_ drei Monate n Gefängnis, entsprechend dem Antrag des Staats- anwalts. Tie Untersuchungshaft wird ihm ganz angerechnet. — Durch Urteil des Schöffengerichts Homberg war die Anna L. von Elpenrod wegen Beleidlgnng zu einer Geldstrafe von 30 Mk. verurteilt worden. Sie hatte gegen die Privatklägerin Dorothea G. in Elpenrod Widerklage erhoben und erzielte deren Verurteilung in eine Geldstrafe von 20 Mk. Das Schöffengericht erachtete für sestgestellt, daß die Widerbeklagte die Aeußerung getan habe: „Wer so em schlechtes Mensch — gemeint war die Angeklagte Anna L. — im Hause hat, ist selbst noch schlechter." Auch eine zweite Aeußerung hielt das Schöffengericht für erwiesen. Beide bezogen sich auf den der Verurteilung der Anna L. zugrunde liegenden Vottall, wonach die L., die auf Grund eines anonymen Briefs in eine Untersuchung wegen Fruchtabtreibung verwickelt mar, die Dorothea G. und deren Mann beschuldigte, biejen anonymen Brief geschrieben zu haben. Gegen ihre Verurteilung oerfolgt heute die Dorothea G. Berufung. Sie erreicht die A u f h e b u n g des schöffengerichtlichen Urteils, soweit sie verurteilt ist, und ihre F r e i s p r e ch u n g. Das Berufungsgericht ist der Ansicht, daß die erste Aeußerung in der Art, wie sie behauptet wurde, nicht erwiesen sei, zumal sie nur von einem Zeugen bestätigt wurde, der sie selbst vom Hörensagen hatte. Tie zweite Aeußettrng hält das Gericht für festgestellt; es billigt aber der Widerbeklagten den Schutz des § 193 zu (Wahrnehmung berechtigter Interessen), beim sie enthielt die Zurückweisung der Beleidigung, deren sich die Anna L. schuldig gemacht hatte und wegen bereu sie auch rechtskräftig verurteilt worben ist. Hierbei stellt bie Kammer ausbrücklich fest, baß weder in der ersten noch in der zweiten Instanz irgend etwas zu Tage getreten sei, was bie Frau G. im Licht ber Schwatzhaftigkeit erscheinen lassen tonnte, ober ben Verbacht, ben anonymen Brief geschrieben zu haben, auch nur im entferntesten begrüubete. 1. Gießen, 4. Febr. Kriegsgericht. Berufung gegen ein Urteil bes Kriegsgerichts, bas am 25. Januar hier tagte, hat ber Gerichtsherr eingelegt. Es hanbelt sich um bie Angelegenheit eines Unteroffiziers unb eines Gemeinen, bie sich f. Zt. im Neuen Schützenhof unb später an ber Ecke ber Grünberger- unb Landmannstraße abgespielt hat. Wie wir berichteten, wurde ber Unteroffizier, der betrunken war, wegen wörtlicher unb tätlicher Be- leibignng in je einem Fall zu 1 Woche Arrest, ber Gemeine aber wegen Ächtungsverletzung zu 4 Wochen strengen Arrestes verurteilt. Diese Angelegenheit wirb nun vor bem Ober-Kttegsgettcht noch einmal verhanbelt werben. Arbeiterbewegung. Charlcroi, 3. Febr. Ein neuer A u s st an b der Glasarbeiter steht bevor. Die Glasfabriken von Marirnont haben burch Maueranschläge bekannt gemacht, baß vom 1. Februar ab eine Lohnrebuzierung von 15 Proz. erfolgen soll. Falls bie Bebtngungen nicht angenommen werben sollten, würben bie Fabriken am L März geschlossen werben. Da diese Bedingungen von ben Arbeitern nicht acceptiert werden, ist ein Streik unausbleiblich. Amsterdam, 3. Febr. Heute Abend fand in ber großen Börse eine Versammlung von 4000 Arbeitern statt, welche im Dienste ber Stabtgemeinbe stehen unb 17 verschiebenen Zweigen des öffentlichen Dienstes angehören. Tie Versammlung beschloß, dem Bürgermeister bie Forberungen ber verschiedenen Kategorien ber Arbeiter zu überreichen und Beantwortung derselben vor nächstem SDlontag zu verlangen. Sollten bie Forberungen abgelehnt werden, so soll am Montag Abend in einer neuen Versammlung in ber Börse über den Eintritt in ben Generalausstanb beraten werben. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Schuckert—Allgemeine ClektrizitätS « Gesellschaft. Die „Hamb. Nachr." können von authentischer Seite mitteilen, baß ber Schuckert-Gesellschaft wie ber Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft aus bem Unternehmen in Valparaiso — Umwanblung der Pkerde- bahn m eine elektrische Bahn 2c. — zusammen für etwa 6 Mill. Mk. Aufträge zufallen bürsten. Das für den Ausbau erforberlid)c Kapital von 10 Mill. Mk. werbe 311m großen Teile in Chile unb England aufgebracht. Die Elektrizitäts-Gesellschaften seien dabei nur mäßig beteiligt. Schisssnachrichten. Nordbeut scher Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplah. Bremen, 2. Febr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschraubenbampfer ,23ranbenburgä, Kapitän E. Wolters- borff, vom Norbbeutschen Lloyb in Bremen, ist gestern 2 Uhr morgens wohlbehalten in Newyott angenommen. Krieskasten der Reduktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Stockhausen. Wir fbnncn Berichte über Begebenheiten, wie Sie sie uns niclbcn, nicht aufnehmen, wenn es in ben Berichten stets heißt: „wie man hört" ober „es soll geschehen fein" u. s. w. Wir können nur bestimmte unb birefte Berichte gebrauchen, für die unsere Herren Berichterstatter uns gegenüber auch die Verantwortung für bie Richtigkeit übernehmen. . 102.90 . 93.10 . 102.95 . 93.10 . 101.20 . 100 50 . 103.30 3V>°/° 3% 3V,% 3% 3‘ e% 104.10 51.90 32.55 31.30 135.20 46.00 4l/g /o Chinesen . . . Electric, tichuckert . . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatöbahn . . Lombarden .... Gottharabahn .... Laurahütte..... Bochum...... Harpener*..... Tendenz: ruhig 4% Ungar. Goldrente . 4°/ Italien. Rente . . 41/7 56 Portugiesen . . SO/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4l!,% äussere Argontiner 25.80 . 92.80 . 92.50 . 97.20 . 221.10 . 198.00 . 141.00 . 150.30 . 162.50 . 149.50 . 16.30 181.50 . 218.— . 185.40 . 173.50 3% Oberheesen 4% Oesterr. Goldrente Reichsanleihe do. Konsols do . . Hessen 4',.56 Oesterr. Silberrente 101.20 " * ‘ - . 102.50 Telephonischer Kursbericht. IFraukiart w. 4. Februar 19U3 3u/o Mexikaner . . . ! Neueste Meldungen. Originaldrahtn'.eldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 4. Febr. Das Kaiserpaar ließ den sechsjährigen spanischen Pianisten Pepita Ariola, der bekanntlich augenblicklich unter der Leitung von Nikisch ausgebildet wird, zu sich ins Schloß kommen, um das Wunderkind zu hören. Für heute nachmittag ist Pepito nochmals von der Kaiserin eingeladen, damit er auch mit der Prinzessin Viktoria Luise spiele. — Leonca- vallo h-atte einem italienischen Blatte mttgeteilt, daß legung, r Ausstand berS!o*- ibriten von Marimau hab« l, daß vom I.FebruvLd M n soll. Falls die SM* rden die Fabriken am L ngen von den Arbeitern nicht sbleiblich. -nb fand in der großen Mist statt, weiche im Tienste der icn Zweigen des öfjentlidjen beschloß, dem Bürgermeister Ionen der Arbeiter zu übev jt nächstem MMcrtz miw Ai werden, \o W ® m*6 beraten werden. ____ 92 » ' 92» 1 ' 0 * • x ■ B • 'B >' B * W • # PlkMG üzitätS-Gesellschaft. - ijdjer Seite lernen Elellrizila^^ , _ Umwandlung betf ;* . -»jammen iür etroa 6 jur bm Wb°-ch"°: „ Itile m W l,lf” ** lichlcil. r Lloyd. ,rl ttansallantischen •. i Bremen, V “ angelommem^^^»K 1 ; 1 i.W^eo ■ 5^ ,.lMk HaOt wdaräso • < beu uoderö^Äten, w“ MeüberE^ en, wenn v wVJ' cs soll E chen, mr b . gegenuder _____ men- — [>cbo® . ■: llCB 5 ■irr ° B 4^8 chest 9 - "wer m «Ms B-Zr »d,rn2ni«t* Ar*?? 'hm qqiu ,9 oes vtaaiz. bet’ w»id»L'°ch»^- toünttlQQerjn < ver. ?^>elte der!» i°totfwQ hi. -chchngeZ Teilung eu'5etunq W n Slete iur vbleWf£^bc:Ä Auck pi„,.,9le Anna V. - Liegenden «oiä m'ben ^e's m eine Un £öd) d>e Dorothea tzMng ^^ejchnebm 6°B biente & ^^cht ,ur ieftgeiteU • 3 chutz des |193 5 S’2 : - Ichuldig gemach, Ham :J ,öerutlei*t worden ist W, M weder m der erste» Sffi. iu-i-age getreten sei, ^amgfeit erlernen lassen pmen Bries geschrieben w nbele. lertdiL Berufung gegen “• >Muar hier tagte, Hai *lfh um die Angelegenbk,! -n. dre lich s. 3t im Neuen ier forunberger- unb tland- crichleten, wurde der Unter- vörlllcher und tätlicher Bk- t Arrest, der Gemeine aber i strengen Arrestes verurteilt ■ Ober-Kriegsgericht noch d 180] Zu vermieten per sof. ob. später 2 sreundl. 5-Zirnrner-Woh- nungen mit Zubehör ober Haus zum Alleinbewohnen, 8 Zimmer mit Zubeh. 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Die große Silber- steinsche Zigarettensabrik ist nie b er geb r ann L Der Materialschaden ist bedeutend. L o nd o n, 4. Febr. Während offiziell die Krankheit des Königs Eduard als ein leichter Influenzaanfall bezeichnet wird, meldet man von angeblich zuverlässiger Seite, der Gesundheitszustand des Königs werde in seiner nächsten Umgebung viel e r n st e r angesehen, als man zu- geben wolle. Die Eckrankung sei diesmal ebensowenig ganz plätzlich eingctreten wie im letzten Sommer. Das Allgemeinbefinden habe schon feit einiger Zeit zu wünschen übrig gelassen. Wien, 3. Febr. Der Wehrausschuß verhandelte über die Mehrvorlage. Im Lause der Debatte erklärte Landes- Verteidigungsminister Graf Webersheimb, eine Verringerung d er Militärlasten sei, solange alle Staaten chre Wehrmacht vergrößern, unmöglich. Mentvne, 4. Febr. Expräsident Krüger liegt an einer Lungenentzündung darnieder. Sein Privatsekretär erklärt, daß die Erkrankung keineswegs lebensgefährlich fet Eine Rückkehr nach Südafrika erscheine aber bet der zerrütteten Gesundheit gänzlich ausgeschlossen. Tanger, 4. Febr. Der Sieg der Negierungstruppen bestätigt sich, doch fehlen immer noch Einzelheiten Wie versichert wird, ist es dem Prätendenten doch gelungen, mtt dem größten Teile seiner Truppen zu entkommen. Andererseits wird erklärt, daß der Sieg der Regierungstruppen bedeutend aufgebauscht worden fei. Bis setzt sind 30 Köpfe und 85 Gefangene nach Fez gebracht worden. Es ist nicht wahrscheinlich, daß mtt diesem Siege der Kampf beendet sein wird. Caracas, 3. Febr. Tie Niederlage des Generals der Aufständischen Rolando Ducharme sand bei Cama- tngua statt. Die Regierungstruppen wurden von General Alcantara befehligt. Durch seinen Sieg gilt die von Mato- gekettete revolutionäre Bewegung hier als endgiltig unterdrückt. 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Februar, nachmittags Sl/2 Uhr, in Darmstadt Tom Portale des Friedhofs ans statt, die Einsegnung */4 Stunde Torher im Trauerhauso, Gerrinusatrasse 63. Wegen Betriebs-Vergrößerung gut erhaltene, ea. 25 pferdige Dampfmaschine und Röhrenkessel (Walther & Lre.) ea. 26 Heizfläche mit 10 Atmosphären Ueberbrwcf, zu Mitte Mürz billig Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem un§ betroffenen schweren Verluste und für die trostreiche Grabrede beß Herrn Pfarrer Hellwig sowie für die überaus zahlreichen Blumenspenden sagt innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heute nachmittag 5x/2 Uhr verschied plötzlich infolge eines Schlaganfalles unser guter Vater, Bruder, Schwiegervater und Grossvater ~7 Samstag, d. 7. Febr. \ Maskenball int Las« Leib. Geheimkarten sind erhält- Jranksurterstraße 7, HI, Ludwigstraße 26, I, Schillerstraße 5, II. [1060 Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittags 4