Nr. 284 Zweites Blatt« 153. Jahrgang Donnerstag 3.Dezember 1903 Erscheini IllgNch mit Ausnahme des Sonntag«. Dti „Gietzeuer Kamilienbiätter- werden dem Anzeiger viermal wöchentlich betgelegl. Der „Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. EWtzeKLk Anzeiger tverantwortNch Mr den allgemetneo Teür B. Witiko; tot den Anzeigenteil: & V«L Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'lch« Unwersitätsdruckeret (Pietsch Erd«-» Steffen» General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Iie heutige Wummer umfaßt 8 Seiten. 'schein! Tie Ter japanische (Siefanbie in London erklärte, er wisse nichts über dieses angebliche Ab-kornmen, fügte jedoch hinzu, es sei nichts vorhanden, was gegen die Wahrlich k e i t dieser Meldung spreche. : „Times" meldet aus Tokio, daß die Lage drohender sei denn je zuvor. Sämtliche japanischen Mütter aller Parteien, sogar die Geschäftskreise seien einig in der Befürwortung einer entschlossenen Politik gegen Rußland. Ter „Daily Mail" wird aus Tokio tele- Wetterwolken in Masten. Ein Newyorker Matt meldet aus Paris, Japan und Rußland hätten sich Mer die Grundlagen eines Vertrages zur Regelung der v st asiatischen Frage aeernigt. Tie Regelung sei durch freundschaftliche Vorstellungen Frankreichs bezw. Englands unterstützt worden. Tie Grundlage des Vertrages ist folgeirde: Rußland erkennt zwei zwischen Japan und Korea getroffene Vereinbarungen aus den Jahren 1896 und 1898 an, wodurch sich Japan in Korea verschiedene Rechte sicherte, darunter die Unterhaltung der Garnison in Söul, während Japan den zwischen Rußland und China bezüglich der Mandschurei abgeschlossenen Vertrag anerkennt. Rian nehme auch an, obgleich dies nicht bestimmt erklärt werde, daß die offene Tür unb der unversehrte Bestand Chinas und Koreas unterstützt werde. Die Meldung fügt hinzu: Als Gras Lamsdorff Paris besuchte, hätta Minister Telcasss die Gelegenheit genommen, darauf hin- zuweijen, daß das Interesse Frankreichs auf eine friedliche Lösung der Schwierigkeiten in Ostasien gerichtet sei, wenngleich er dem Grafen Lamsdorsf versicherte, daß, welches Ergebnis sich dort auch Herausstellen werde, im allgemeinen in der Haltung Frankreichs gegenüber Rußland keine Aenderung eintreten werde. Graf Lams- dorfs erwiderte, daß die Politik der russischen Regierung auf eine friedliche Lösung gerichtet sei. Tie Meldung berichtet ferner, daß Cnglcurd unterdessen in Tokio Vorstellungen erhoben habe. graphiert, daß Feldmarschall Iamataga aus Oiso zurück- gekehrt ist und mit dem Minister des Aeußern, Komura, konferierte. Aus Ivkohama wird gemeldet, daß ein Student der Medizin, der einen Dolch bei sich trug, in der Nähe von Marquis Itos Villa in Otso verhaftet worden ist unter dem Verdacht, den Marquis ermorden zu wollen. Ties sei ein Werk der Agitation gegen die Regierung, um sie durch Gewalttaten zum Kriege zu zwingen. In einer Versammlung der fort- schrittllchen Mitglieder des japanischen Landtages wurde eine Resolution angenommen, die in scharfen Worten die dilatorische Auslandspolitik des Kabineits tadell und die Meinung ausdrückt, daß aur Bewahrung des Friedens in Ostasieu die Räumung ver Mandschurei seitens der Russen und die Eröffnung der Haupthäfen in der Mandschurei erforderlich sei. Im japanischen Volke wächst das Verlangen, daß Rußland ein Ultimatum gestellt werde. Tie japanisch eRegierung bewahrt aber ihre ruhige Stellung und die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens. Nach einer der „Russischen Telegraphen-Agentur" zu- gegangenen Meldung sind die russischen Kriegsschiffe „Zesarewitsch" und „Bajan" wohlbehallen in Port Arthur eingetvoffem So lauten die neuesten Meldungen von den Trugen in Ostajien. Tas klingt halb friedlich halb kriegerisch. Was jagt China zu dem allen? Mit der chinesischen Armee mag es nicht weit her jein. Mit heiterem Staunen erfährt man nur, daß die Mannschaften der kaiserlichen Garde in Peking „an die Feuerwaffe nicht gewöhnt jino". Aber die furchtbare Macht Chinas liegt darin, daß auf einen Wink der Regierung allenthalben die Bevölkerung sich zum Auf st and zusammenrottet und dabei Ver- tllgungsmittel anwendet, die dem Völkerrecht Hohn sprechen. In der Mandschurei scheinen bereits solche geheime Aufforderungen zum Widerstand ergangen zu sein. Russischen Offizieren und Soldaten wird von Chinesen ins Gesicht gespieen, den Pferden werden Sprenggeschosse unter die Füße geworfen rc. In China hat der Gedanke eines Krieges zweifellos einen ungeheuren Anhang, im Volke bis zu den hohen Regierungs- kreisen hinauf. Nur die Kaiserin-Witwe scheint noch unschlüssig zu sein, ob sie die Rettung ihrer Herrschaft nach dem Jremdenmord durch Rußlands Vermittlung als aus- gelöjcht im Buche der Schuld betrachten soll. Daß neuerdings japanische Instruktoren für die erwähnte kaiserliche Garde ernannt sind, sprint jedoch für eine Annäherung an Japan. Mit einem grotesken Vorschlag erscheinen auch diesmal wieder die Ver. Staaten auf dem Plan. Die Ver. Staat en-Regierung geht, aus russische Anregung, mit der Absicht um, „nahezulegen", die Frage der Räumung der Mandschurei dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. Wir glauben gern, daß ein solcher Vorschlag Rubland sympathisch ist. Das Haager Schiedsgericht braucht, bei einigermaßen geschickter Verschleppungstaktik seitens Rußlands, Jahr und Tag zur Lösung dieses Problems. Inzwischen arbeitet die Zeit für Rußland, d. h. es hat sich inzwischen derart gründlich in oer Mmrdschurer fest- g« etzt und alle Norkehrungcu für die Abwehr eines An- qrisss getroffen, daß 6-Mna kaum hoffen könnte, den ungebetenen Gast jemals loszuwerden. In London wird nian wenig erbaut sein von diesem Worschlsg der Amerikimer, die doch angeblich ein Her; unb eine Seele nut den Engländern fein sollen. Ader „Geschüst ist Geschäft, lagen sich die smarten YaukeeS. Nicht dem Frieden jubiede nuyx zu Shren des Zaren und seiner „Schochsung, des Haager Schiedsgerichts, schickt sich die Llashiugtoner Regierung an zu vermitteln und erzählen von Vertragen -, sondern weil längst mit Rußland feste Abmachungen ge- troii'en sind, die den Ler. Staaten besondere wirtchMlichc Vorteile in der Mandschurei gewähren. Rußland ist gewissermaßen der Meistbietende sirr die Ver. Staaten, folglich liegt es im Interesse der Ver. Staaten, daß Rußchnd die Mandschurei im Besitz hält. Ta hört die Freundschaft für England auf. Tas Hemd ist näher als der Rock. Politische Tagesschau. Die Bittsteller beim Reichstag. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt: Mit dem Bieginne der neuen Legislaturperiode des Reichstages regt sich wieder das Hoffen in den Kreisen des Volkes, die dieses Parlament zum Anwalt ihrer Wünsche und Forderungen machen wollew Durch das verfassungsmäßig verbriefte Petitionsrecht wird die Jnteressen- aemeinschaft zwischen dem Volk und seiner parlamentarischen Vertretung in besonders greifbarer Form' rum Ausdruck gebracht. Doch die praktischen Wirkungen dieses Rechtes find entfernt davon, seiner Bedeutung angemessen zu sein. Tie Behandlung, die der Reichstag den Petitionen bisher air- gedeihen ließ, machen das Petitionsrecht zum nicht geringen Tell illusorisch. Am besten sürd diejenigen Wttttelller daran, die ihre Gesuche im Anschluß an bestimmte Gesetzentwürfe einreichen. Werden diese Petitionen auch nicht gesondert erörtert, so wird doch ihr Inhalt non den Abgeordneten rur Kenntnis genommen, und er wirkt mitbestimmend auf deren Stellungnahme zur Vorlage. Anders aber ist es mit den der Petilions^ommission zugewiesenen Eingaben, die sich aus Lausende belaufen. Ter Kommission soll gewiß kein Vorwurf gemacht werden, sie sichtet und arbeitet mit Eifer und Hingabe. Doch was nützt das, wenn das Plenum des Reichstages so selten Anlaß nimmt, sich mit Petitionen zu befassen? Beim Plenum steht die Entscheidung, und es ist gar manchmal schon der Fall gewesen, daß die Vorschläge der Kommission vom Plenum abgeändert wurden, was für den Bittsteller natürlich von großer Bedeutung ist. Es macht einen Unterschied aus, ob der Reichstag beschließt, der Regierung ein Bittgesuch „als Material", „zur Erwägung" oder „zur Berücksichllgung" zu überweisen, oder ob er den Komwissionsbeschluß „Uebergang zur Tagesordnung" abändert. Der Mißstand ist, daß Petitionen nur gelegentlich, sozusagen als Lückenbüßer, auf die Tagesordnung des Plenums gestellt werden. Wie verhältnismäßig selten aber kommt der Reichstag während der Session in die Lage, ohne anderweitiges Beratungsmaterial zu jein! Ta überdies die Erfahrung lehrt, daß über manche Petition umfangreiche Tebatten sich entspinnen, so erscheint es wünschenswert, daß in der Erledigung von Petitionen eine gewisse Regel innegehalten wird. Wenn beispielsweise alle zwei Wochen eine Sitzung der Besprechung von Petitionen gewidmet würde, so würde das im Volke dankbar empfunden werden und der Popularität des Reichstages zuträglich jein. Kirche unt> Schule. — Das amtliche Kreisblatt für den Unterlahnkreis berichtet über die neunte ordentliche Bezirkssynode in Wiesbaden u. a. folgendes: Ter Antrag der Kreissynode Herborn, die Trauungsordnung von 1884 durch folgenden Zusatz zu ergänzen: „Als zur christlichen Kirche gehörig kann ein Un getaufter nicht angesehen werden. Es ist darum bei Gliedern einer außer- lirchlichen Gemeinschaft der glaMhafte Nachweis der Taufe erforderlich", wird begründet mit dem Hinweis auf das Settiererweserr. Ter Generalsuperintendent und der Kon- sistorialpräsident vertreten die Ansicht, daß es besser sei, eine generelle Auslegung dahin, daß Nichtgetaufte nicht als Christen anzusehen seien, zu vermeiden, dies vielmehr nm besten der Beurteilung des einzelnen Falles Vorbehalten bleibe. Mit der Annahme des Antrages werde eher eine Verschärfung als ein Ausgleicy der Gegensätze erreicht, und dies liege nicht im kirchlichen Interesse. Tie ernsteste Pflicht des Pfarrers sei es, in solchen Fällen auf die Leute ein» zuwirken, damit sie die Taufe nachholten. Doch dürfe man denselben nicht das Stigma der Nichtchristen aufdrücken. Synodale Professor Knodt (Herborn): Ein Christ werde man nicht durch Sakramente, sondern durch den Glauben. Turch ein Kirchengesetz könne diese Frage nicht geregelt werden, ein solches müsse nur schädigend wirken. Synodale Landgerichts rat Steubing (Limburg): Die Zugehörigkeit und Rechtsfähigkeit eines Gliedes der Kirche könne nur bestimmt werden durch die Taufe. Nichtchrist unb Nicht- getaufter sei gleichbedeutend. All der weiteren Debatte beteiligten sich noch die Synodalen Haußer (Herborn), S ch m id t b o r u und Epstein (Nassau). Die Synode beschließt Ueberweisung des Antrages an eine Kommission. Proviuzial-Ausschutz. Gießen, 2. Dezember. Der Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhessen beschäftigte sich in seiner heutigen um 10 Uhr beginnenden Sitzung, nachdem der 1. Punkt der Tagesordnung betr. Klage des Ortsarmenverbandes Marburg gegen die Gemeinekrcmken- kasse zu Ober-Breitenbach wegen Erstattung von Kur- und Pflegekosten für den Dienstknecht Johannes Listmann ausgefallen war (die Gemeindekrankenkasse erkannte die Zahlungs- verpstichtung an) mit dem 2. Punkt, einer Klage des Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M. gegen den Ortsarmenverband Kirtorf wegen Kostenersatz für die Dienstmagd Johanna Höchster aus Kirtorf. Der Ortsarmenverband Frankfurt a. M. führte gegen den Ortsarmenverband Kirtorf darüber Beschwerde, daß dieser sich weigere, 31 Mk. 05 Pfg. nebst 4 Prozent Verzugszinsen vom Tage der Klagezusiellung an zu bezahlen, welche durch die Verpflegung der Johanna Höchster im Krankenhaus zu Frankfurt a. M. infolge einer Geschlechtskrankheit entstanden seien. In dem Klageantrag führte her Kläger u. a. aus, die Erkrankte habe z. Zll der eingetretenen Hilfsbedürstigkeit in keinem Dienstoder Arbeitsverhältnis im Sinne des § 29 des Reichsgesetzes über den Unterstützungswohnsitz gestanden, auch einer Krankenkasse nicht angehört. Der Beklagte sei fürsorgepflichtig, weil die Höchster sestgestelltermaßen den Unterstützungswohnsitz in Kirtorf habe. Demgegenüber macht der Beklagte geltend, daß die Höchster am 30. August 1897 von Kirtorf polizeilich abgemeldet worden fei. Da sie seit dieser Zeit, abgesehen von einem einmaligen nur ganz kurzen und vorübergehenden Besuch bei ihren Eltern ununterbrochen von Kirtorf abwesend war, habe sie gemäß § 32 Ziffer 2 des Unterstützungswohnsitzgesetzes ihren Wohnsitz in Kirtorf verloren. Es wird daher bte kostenfällige Abweisung der Klage beantragt. In der heutigen Verhandlung wurde durch die Mutter der Höchster festgestellt, daß ihre Tochter in der Zeit vom September 1900 bis März 1901 in Kirtorf bei ihren Eltern zur Pflege der Mutter sich aufgehalten habe. Dem Anträge des Vertreters des Ortsarmenverbandes auf Abweisung der Klage konnte jedoch nicht gefolgt werden, sondern es wurde der Klage stattgegeben, die Gemeinde Kirtorf zur Tragung der Kosten und zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 5 Mk. an die Provinzialkasse verurteilt. Der Provinzial- Ausschuß ging hierbei von der Erwägung aus, daß der Aufenthalt von Herbst 1900 bis März 1901 nicht als ein vorübergehender anzusehen sei und der Unterstützungswohnsitz in Kirtorf nicht verloren war. Bezüglich des dritten Punktes der Tagesordnung, betreffend Beschädigung von Solms-Laubach'schen Grundstücken durch den Betrieb der Grube „Friedrich" bei Trais-Horloff, hier Antrag auf Enteignung nach dem Berggesetz, sind Vergleichsverhandlungen im Gange, weshalb auf Antrag der Parteien die Sache ver. tagt wurde. Sodann wird über die Beschwerde des Rentners Adolf Nies aus Frankfurt a. M. wegen Heranziehung zu den Gemeindesteuern der Gemeinde Blofeld verhandelt. Nies hat in der Gemarkung Blofeld eine Jagd gepachtet und bringt zu ihrer Ausübung in jedem Jahre wenige Tage dort zu; hauptsächlich geschieht dies im Mai und Juni. Zu seiner Bequemlichkeit hat er dort ein kleines Gebäude errichten lassen, in welchem sein Jagdaufseher mit seiner Familie wohnt und in dem mehrere Zimmer im oberen Stockwerk während seines kurzen Aufenthalts dort zu seiner Verfügung stehen. Während der ganzen übrigen Zeit komnit N. höchst selten nach Blofeld. Am 10. Oktober 1902 hat der Ortsvorstand der Gemeinde Blofeld beschlossen, den Beschwerdeführer aus Grund des Art. 3 des Gesetzes, die Gemeindeumlagen betreffend vom 30. März 1901, zur Gemeindesteuer von 1902/03 ab heranzuziehen. Am 24. Juni ds. Js. hat nun der Vertreter des Beschwerdeführers bei dem Kreisamt Büdingen wegen Heranziehung seines Vollmachtgebers zur Gemeindesteuer in der Gemeinde Blofeld Beschwerde erhoben, indem er aussührte, daß N. keinen Wohnsitz im Sinne des Gesetzes wegen Beseitigung der Doppelbesteuerung vom 13. Mai 1870 in Blofeld fyabe, vielmehr seinen einzigen Wohnsitz in Frankfurt a. 9)1. habe und auch dort mit seinem vollen Einkommen zur Steuer herangezogen werde. Er bitte, den Gemeinderats- bejchluß auszuheben. Der Provinzialausschuß gab in seiner Sitzung vom 9. Dezember 1902 der Beschwerde statt und entschied, daß der Beschwerdeführer von der erfolgten Zuziehung zur Einkommensteuer zu befreien sei unter Verurteilung der Gemeinde Blofeld zur Tragung der Kosten des Verfahrens, einschließlich derjenigen der anwaltlichen Vertretung des Beschwerdeführers, sowie zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 10 Mk. an die Kreistasse. Nachdem diese Entscheidung rechtskräftig geworden ist, reichte Rechtsanwalt Freund seine Kostenrechnung in Höhe von 207.38 Mk. ein, welche jedoch von dem Kreisausschuß Büdingen auf 93.20 Mk. sestgesetzt wurde. Gegen diese Entscheidung verfolgte Rechtsanwalt Freund Rekurs mit dem Anträge, den Festsetzungsbeschluß vom 4. Juni 1903 dahin aufzuheben, daß die von ihm liquidierten Kosten dem ganzen Umfange nach der Gemeinde Blofeld zur Last gesetzt werden. Nachdem der Provinzialausschuß beschlossen hatte, das Urteil des Kreisausschusses zu bestätigen, die Beschwerde zurückzuweisen und den Beschwerdeführer in die Kosten des Verfahrens zu verurteilen, wurde die Sitzung um halb 1 Uhr geschlossen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. Dezember 1903. ** Die Zweite Kammer der Land stände tritt am 8. Dezember, vormittags 10 Uhr, wieder zusammen. Auf der Tagesordnung stehen folgende wesentliche Punkte: Botschaft Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs; Neuwahl des Abg. Orb im Wahlbezirk Offenbach-Sellgenstadt; Summarische Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Staatsschuldenverwaltung in den Rechnungsjahren 1894/95, 1895/96 und 1896/97 betreffend; Regierungsvorlage, Staatsvertrag ztvischen Hessen und Baden über die Auflösung des bezüglich der Gemeinde Kürnbach bestehenden tlondominatsverhältnisses betreffend; Antrag der Abgg. Korell und Brauer, Diäten und Gebühren der Staatsbeamten betreffend; Regierungsvorlage, die Errichtung einer Parallelklasse an der Präparandenanstalt zu Lich betreffend; Regierungsvorlage, Hagelversicherung betreffend; Antrag der Abgg. Ulrich und Genoffen, Vertretung der Arbeiterschaft im Großh. Ministerium betreffend; Antrag der Abgg. Dr. Schmitt und 44 Genossen, die ^Ausbildung der Verwaltungsbeamten betreffend; Antrag der Abgg. Korell und Genoffen, Einrichtung genossenschaftlicher Heng st Haltungen betreffend; Antrag des Abg. Nipper, Prämiierung von Pferden betreffend; Eintrag der Abgg. Dr. Frenay und Genossen, Gewerbeinspektion betreffend; Antrag des Abg. Leun, die Gebühren für die Fortführung der bisherigen Grundbücher betreffend; Anfrage des Abg. Köhler (Langs- dorf), die den Studierenden an der Universität Gießen Bewährte Toüett-ArttteL JIÄ“ stets willtommcue Geschenksgegenstände. Es dürfte daher wohlangebracht jein, wenn wir alle jene, die den Einkauf von Welh- nachts-Gefchenfen zu beiorgen haben, auf Doeriugö hübsche WeihttachtS-Äartous aufmerksam machen. Diese Kartons enthalten 3 Stuck der berühmten m Dainenkreisen fo hochgeschätzten Toenng's Euleu-Scife und sind überall ohtte Preisamschlag erhältlich. 2301 ■&r> Man veiianpo Muster von dar Fabrik und Handlung: von Elten & tassen, Krefeld Stu tuet jouteit niemals ihre Tatze Milch ohne ^)ii|üij von einem Teelöffel „Matena" erhalten Taufende von Müttern haben ihre Babie« mit „Maizena" groß und LrLflig gemacht. Miau befrage alle die es schon gebraucht Haden. 7063 piftchenden Stipendien und etwaige anderen Wohl- fahrtß - Einrichtungen betreffend; Vorstellung der KreiSamtsdiener des GroßderzogtumS, Regelung ihrer GehaltSverhältniffe betreffend; Vorstellung des Allgemeinen ^Deutschen Vereins für Cchulgesundheitspflege, die Anstellung ^on Schulärzten im Deutschen Reich betreffend; Vorstellung einer Anzahl Oberlehrer, Regelung ihres Besold n n gs d ie n sta lt e rs betreffend; schließlich em paar Vorschläge zur Reform der Unfallverhütung bei Bauausführungen. ** Gießener Volksbad. Im November wurden 8514 Bäder verabreicht gegen 8449 im Oktober 1903 und 8024 im November 1902 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 310 Bäder gegen 291 im Oktober 1903 'und 292 im November 1902. Der Besuch hat sich wie folgt Verteilt: Schwimmbad 4691 Männer, darunter 687 zu 10 Pfg., w 882 Frauen, „ 172 ,10 w Wannenbäder 1. Klasse 271 Männer, 103 grauen, „ 2. „ 606 , 392 Dampf- und Heißlustbäder, sowie Massage zusammen 147 Männer und 11 grauen, Brausebäder 1200 Männer 'und 211 grauen. Die Personemvage wurde von 180 Personen benutzt, das Bad von 10 Personen besichtigt. ** Eine Uedersicht über den Bestand des Realgymnasiums, der Realschule und der Vorschule im Winlerhalblahr 1903/04 stellt folgenden Schülerbestand auf: 1. Realgymnasium: Klaffe Öl 21 118 im Vorjahre); UI 16 (23); OII 18 (16); UII 37 (26); OIII 29 (35); UIII 25 (27); IV 27 (30); V 27 (29); VI 45 (29); die Gesamtzahl der Schüler beträgt 245 gegen 233 im Vorjahre. — 2. O b er r e a l s ch u l e: Klasse Ib 11 (0); II a 13 (9); Hb 35 (38); IIIa 40(46); IIIb 1 35 (26); III b 2 36 (24); IVA 41 (34); IVB 44 (33); VA 37 (46); V B 34 (46); VIA 31 (25); VI B 28 (25); die Gesamtzahl der Schüler beträgt 385 gegen 352 im Vorjahre. — 3, Vorschule: 1. 55 (60); 2. 29 (41); 3. 39 (27); zusammen 123 gegen 128 im Vorjahre. — Die in Klammern beigesetzten Zahlen geben die entsprechenden Be- stände des Vorjahres an. - Die Uhr als Weihnachtsgeschenk. Der Vorstand des Deutschen Uhrmacher-Bundes bittet uns um die Aufnahme folgender Zeilen: Um die Weihnachtszeit bieten in- und ausländische Ver- /andtgejchäste, die sich bisweilen sogar fälschlich als Uhren'abrilen bezeichnen, für anscheinend billigen, m anbetracht der angeboteneu Waren aber noch viel zu Hoheit Preis Uhren der orömüriicn Gattung als .Präzisionsuhren", als .von echten Golduhren nicht unterscheidbar" oder womöglich gar .völlig umsonsl" a»i. selbst der Staute „Glashütte" wird iür Schuudsabrikate gewissenlos mißbraucht. Bejottders ausländische Firmen, die vor der Verfolgung durch das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbetverbes sicher sind, juchen um die Weihiiachtszeit auf diese Weise leicht- gläubiges Publikum zu töbenu Jedem Käufer sei daher geraten, sich an Firmen zu wenden, bereit Inhaber nicht nur mit Uhren handeln, sondern den Bau und die Qualität derselben auch gründlich kennen, so daß sie in der Üage sind, dem Käufer dte tatsächliche Garaiitie zu gewähren. Fenier sei bemerkt, daß die in den erwähiiten Reklamen angepriejenen billigen Uhren keine verläß- licheti Zeitmesser abgeben können. Frankfurt, 2. Dez. Die Fleischpreise fallen. Rach der letzten Preistabelle der Fl e is ch er innu n g kostet für den Monat Dezember Schivemefleisch ohne Beilage 80, Solber und Koteletts 85 Pfg.^ Im übrigen entsprechen die Preise denen im November. Schnitzel und Fricandeau kosten noch 1.80 Mk., während Kalbfleisch, das vorübergehend um 5 Pfg. teurer war, wieder 80 Pfg. kostet. Im Juni 1901 waren die Preise für Koteletts und Solber und Schweinefleisch ohne Beilage 85 und 80 Pfg. Im Februar 1902 stiegen die Preise auf 90 und 85 und im September auf 95 und 90 Pfg. Am 6. März 1903 machte die Innung den ersten Preisabschlag von 5 Pfg. bekannt; jetzt ist der zweite Abschlag erfolgt, sodaß die augenblicklichen Preise für die genannten Sorten denen vom Juni 1901 entsprechen. Teurer als damals sind noch Ochsenfleisch-Kochsleisch, Roastbeef und Lenden, Rinderfleisch, Kalbfleisch und Hammelfleisch um 5 und Schnitzel und Fricandeau um 20 Pfg. Ems, 2. Dez. Gestern abend fand hier eine Besprechung der S ch i f f a h r t s t n 1 e r e s s e n t e n an der unteren Lahn statt, in welcher mttgeteilt werden konnte, daß der Lahntanalverein nunmehr gleich den Industriellen an der unteren Lahn die Ueberzeugung gewonnen hat, es werde sich auch bei einer Schiffahrtsgröße von 300 t noch eine lohnende Schiffahrt auf der Lahn erzielen lassen. Tannt ist das große, von der Firma Havestad u. Contag in Berlin - Wilmersdor, ausgearbeitete 30 Millionen Kanalprojekt, von dem man eine genügende Rentabilität nicht erwarten konnte, beseitigt und die Einigung unter der Lahnindustrie wieder hergestellt. Baurat Röder -- Diez ist mit der Ausarbeitung eines neuen Projektes beauftragt, das die Verbesserung des bestehenden Lahnschiffahrtswegcs bis oberhalb Wetzlar vorsieht, mit einem voraussichtlichen Kostenaufwand von 10 bis 12 Millionen Mark und 1 800 000 t Fracht jährlich. Im Projekt ist bereits für die nächste Zeit die Anlage eines Staues bet Friedrichs- fegen, um die Fahrrinne zu vertiefen, vorgesehen. Kleine M r t r e 11 u n q e n aus s6- u 11 e n und den Nachbarstaaten. In Offenbach ist August Kegel- mann gestorben, der sich in den achtziger Jahren um den Radfahrsport sehr verdient gemacht hat. Kegelmann war einer der Pioniere des Hochraoes, der namentlich in seinem heimatlichen Gau eine führende Stellung einnahm. WtmisHles. • London, 1. Dez. Es sind gigantische Pläne, die ein englisch-amerikanisches Syndikat unter Führung des Finanz- nianneö Charles T. Perles für den Bau elektrischer Niveau- und Untergrundbahnen in London und Umgegend ausgearbeitet hat. Im Ganzen sollen, wie Charles T. Perles dieser Tage den Interessenten in New-Pork auseinandersetzte, für die elektrischen Bahnen 85 Millionen Toll, ausgegeben werden, davon 40 Millionen amerikanisches Kapital, größtenteils aus New-Pork. Das Bahnmaterial wird von amerikanischen Fabriken geliefert. Insgesamt soll eine Stecke von 160 englischen Meilen gebaut werden. Die elektrische Kraft wird eine Zentralstation liefern, welche die größte der Welt fein wird. Sie soll ihren Platz m Chelsea Creet erhalten und wiro 4 Acker Land bedecken und 1100 Fuß Wasserfront an der Themse haben. Ihre Krafterzeugung wird 75 000 Pferdekräfte betragen. Die Kosten des Baus der Zentralkraftstation werden auf 6 250 000 Doll, berechnet. Ein Teil des Bahnsyskems soll bereits im nächsten Jahre tn Betrieb fein. Die „Vereinigten Londoner Straßenbahnen" beabsichtigt man in das System aufzunehmen/ Unter den amerikanischen Direktoren des Gründungssyndikats befinden sich James Hyde von der „Equitable" Lebensversicherungsgesell- schast, Richard McCurdy von der „Mutual"-Lebensversicherungsgesellschaft, James Speyer, James Blair, I. Jefferson Coolidge jun. und L. F. Losec, Präfiident der Baltimore and Ohio-Bahn. ♦ Brüssel, 1. Dez. In der Militärstrafanstalt in Vil- vorde vergriff sich gestern ein zu Hausarbeiten verwendeter Häftling an einem Sergeanten, dem er zahlreiche Stiche mit einem Küchenmesser in den Kopf versetzte. Der Zustand des Sergeanten ist bedenklich. * Antwerpen, 1. Dez. Die geistesschwache Tochter der 70jährigen Schiffersleute Hollemans hatte an Bord des den Eltern gehörigen Frachtprahms „Oskar" deren sämtliche in Wertpapieren bestehende Ersparnisse verbrannt. Die Klagen der Eltern veranlaßten die Kranke sich ins Wasser zu stürzen. Der Vater rettete sie und brachte sie in ein Krankenhaus. Inzwischen hatte die alte Mutter aus Verzweiflung den Tod im Wasser gesucht. Auch der Vater ist spurlos verschwunden, und mau nimmt an, daß er sich ebenfalls ein Leid angetan hat. * Paris, 1. Dez. Einern Gerüchte zufolge soll em Skandal in dem feudalen Klub der nie Royale zur Ausschließung eines einen berühmten Namen tragenden Mit- gliedes geführt haben. Es soll sich um den Grafen de la Rochefrucauld handeln, der beim Falschspiel ertappt und sofort dem Vorsitzenden, Herzog de la Trennille, angezeigt worden sei. • Marseile, 1. Dez. Gelegentlich einer durch einen Prozeß veranlaßten Haussuchung bei einem hiesigen Groß- aufmann wurden 5 0 Ki st e n m i t I u w e l e n und anderen Wertsachen entdeckt. Die Behörden nehmen an, daß diese Sachen aus der Jesuitenkapelle flammen und vor der Unter» suchiing des Visitators hier in Sicherheit gebracht worden sind. Infolge dieser Entdeckung sind die gerichtliches Siegel außer an die vorgefundenen Wertsachen auch an zwei Privatkapellen, in welchen man gleichfalls derartige Schatze vermutet, angelegt worden. * New-Pork, 1. Dez. Eine Menge von ungefähr 1200 Personen, bestehend aus Weißen und Negern, nahm teil an der Lynchung von drei Negern, die des Mordes an einer Weißen in Bolitzor (Lousiana) beschuldigt waren. 'Chicago, 2. Dez. Amtliche Maffenverwalter beschlagnahmten den Besitz des Propheten Dowie in Zion City, dessen Wert auf 20 Milllionen Dollars geschätzt wird. Dowie erklärt, zahlungsunfähig zu fein. Seine Verluste rühren hauptsächlich aus seinem Kreuzzilge nach New- Pork her. ' Vom Wetter. Wie aus Osnabrück gemeldet wird, führt die Ems wiederum Hochwasser und hat von neuem an zahlreichen Stellen Ueberschwemmungen verursacht. — Aus ganz Oesterreich-Ungarn wird starker Schneefall gemeldet. Die Conmiunikation sowie der Telephon- und Telegraphenverkehr sind vielfach ge- fiört — Auch in mehreren spanischen Provinzen ist infolge starken Schneefalls die Bahnverbindung vielfach unterbrochen. In Bilbao und St. Sebastian liegt der Schnee einen Meter hoch. Ein schrecklicher Sturm zerstörte die Oelpflanzungen, stürzte Wagen um und zerbrach die Tele- grapl)cnleitungen. Mehrere Personen wurden leicht verletzt. In Santander dauert der Sturm an. .Mehrere Dörfer wurden überschwemmt. Die Verluste sind bedeutend. — Der „dienen Hamb. Börsenh." zufolge ist der am 20. Nov. von Middles- b o r o u g h nach Hamburg abgegangene, der Reederei A. Kirstem gehörige Dampfer „Lutetia" bis heute noch nicht angekommen. Es herrscht lebhafte Besorgnis über den Verbleib des Schiffes. Es steht zu befürchten, daß der Dampfer ein Opfer der in der Nordsee herrschenden Stt'irme geworden ist. Die Besatzung bestand aus dem siapitän Michelsen und 15 Mann. — Auf dem Como-See kippte infolge heftigen Sturmes ein Boot mit 5 Insassen um, von denen 3 ertranken. — Infolge des anhaltenden Landregens ist in fast ganz Bosnien Hochwasser eingetreten. In Tarnowo und Praca wurden Brücken sortgeriffen. Die Stadt Trebinje ist teilweise überschwemmt. Auf der Bahnstrecke Rama - Jablanica wurde der Bahnkörper auf eine Strecke von 130 Meter fortgerisfen. Auf der Bahnstrecke Moster-Gabela wurde der Verkehr eingestellt. Tas Hochwasser des Narenta übersteigt den höchsten bisher bekannten Hochwasserstand. — Auch m Tunis dauert der heftige Sturm an, der dort große Verwüstungen anrichtet. — Das Segelschiff Asta ist auf der Fahrt von Methil nach Krageroe bei Sturm in der N o r d - sed untergegangen. Sechs Mann der Besatzung sind ertrunken. * Elsenbahnunfälle. Die Maschine eines Arbeiterzuges fuhr am 2. d. M. auf der badichen Station Herbolzheim der Maschine des diese Station ohne Halt durchfahrenden Schnellzuges Nr. 7 in die Flanke. Infolge des wuchtigen Anpralles wurde die Maschine des Arbeiterzuges vollständig zertrümmert. Die Schnellzugsmaschine wurde über die östliche Bahnböschung hinuntergeworfen und schwer beschädigt, der Gepäckwagen schräg über beide Gleise gestellt und 2 Personenwagen über die östliche Böschung herabgeworfen. Die folgenden Wagen blieben im Gleise auf der Bahnstrecke. Ferner wurde das östliche Gleis auf eine kurze Strecke zerstört. Tas westliche Gleis war von 2 Uhr ab wieder fahrbar. Getötet wurde der Heizer des Schnellzuges Winterbauer, verletzt der Führer des Schnellziiges Zanger, der Führer des Arbeiterzuges Ott und ferner der Gepäckschaffner Hirschmann. Außerdem wurden 10 Reisende leicht verletzt. Um 2 Uhr nachmittags konnte der eingleisige Betrieb wieder ausgenommen werden. Bis dahin war der Betrieb durch Umsteigen an der Unfallstelle aufrecht erhalten worden. äü]1‘ utzien. —- Dem LandgerichlSrat und ordentlichen Professor für deutscher Recht au der Universität Bonn, Geh. Justizrat Dr. jur. Konrad C o s a ck ist die nachgesuchte Entlassung aus dem Amte als Land- aerichtsrat erteilt worden. Cosack trat sl875 m den preutzsichen Justizdienst ein. 1880 zum Gerichtsassessor ernannt, wirkte er m Breslau, dann beim Amtsgericht Berlin. 1882 erhielt er die venia legendi an der Berliner Universität. 1885 wurde er a. o. Pro- feßor in Berlin. Dann lehrte er als Ordinarius in Gießen und seit 1893 in Freiburg t. Br. Mit Begum des Wintersemesters 1896/97 siedelte er nach Rom über. Nebenamtlich wurde er 1902 zum Landgerichtsrat am Bonner Landgericht ernannt. Einen Ruf an das Oberlandesgericht in Hamburg (April 1903) hat er abgelehnt. Gerichtssaal. -K-. M a i n z, 2. Dez. In der letzten Sitzung der Strafkammer wurde em 14jähriger Schuljunge aus Herrlisheim zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt, der aus Spielerei auf der Bahnstrecke Worms-Gundhein Steine zwischen d i e W e i ch en legte, um zu sehen, ob die Steine von den Zügen zerdrückt werden. Tie Folge dieser Spielerei war, daß ein Gulerzug aus dem G e l e l s e s p r a n g. Gisenllahll-Zeitung. Interessante Probefahrten finden gegenwärtig auf der Berlin-Wetzlarer Eisenbahn zwischen den Berlin benachbarten Stationen Drewitz und Wiesenburg statt. Bon Gruiiewald aus werden täglich Zuge mit zwei Lokomotiveii neuester Konstruktion und eiroa zwanzig leeren Per,onenwagen abgelassen, ivelche auf der erwähnten Strecke m schnellster Fahrt dahmsausen und bann plötzlich, nachdem die Lokoinolive dazu das Signal gegeben, durch einen noch geheim gehaltenen Aiechanismus zum Stehen gebracht werden. Es handelt sich darum, die Wirksamkeit dieser Bremsvorrichtung, die sich bisher bewährt hat, zu erproben. ________________________________________________ Wetterbericht vom 2. Dezember. Verlauf der Witterung von Dienstag bis Ai i 11 w o ch. Die Herrschaft des niederen Druckes über der Osthälfte Europas dauert fortgesetzt an, sodaß bei nördlichem Winde vorwiegend trübes Wetter mit geringen Schneefällen und leichtem Frost herrscht. Tas nordwestliche Hoch hat sich verstärkt und breitet sich ostwärts über Schweden aus. Daher für Donnerstag und Freitag Fortdauer des meist trüben Wetters, geringe Schneefälle bei langsam sich verstärkendem Froste. Wetterdienst zu Gießen : A. P e p p ler. juisjag aus itu Kllchnbiichttü irr statt feiern Evangelische Gemeinde. Getraute. L u k a s g e m e i n d e. Den 21. November. Johannes Erdmann, Privatmann zu Gießen und Marie Plock, Tochter des Schneiders Johannes Plock zu Ulrichsteim Den 24. November. Georg August Berg, Großh. Regierungs-Assessor zu Atauiz und Karoluie Jakobine Schlüter, Tochter des Kaufmanns Karl Aiatthias Schlüter zu Gießen. Johan nesgemeinde. Den 15. November. Wilhelm Georg Ernst Schmidt, Eijenoreher zu Gießen und Katharina Aiargarete Schmidt, Tochter des Tag- löhners Friedrich Schmidt zu Butzbach. Ten 21. Nov. Johannes Emmerico, Taglöhner zu Gießen und Karoline Elisabethe Schäfer, geb. Scholl, Wiiwe des Zlgarrenmachers Friedrich Schäser zu Gießen. Getaufte. Lukasgemeinde. Den 14. November. Dem Agent Hemrick) Schmitt eine Tochter Auguste Berta Niagdalene, geb. den 1. Ott. Ten 15. Nov. Tem Backer Wilhelm Strack em <5ohn Friedrich Wilhelm, geb. den 20. Sept. Tenjelben. Tem Schuhmacher Heinrich Friedrich Linn eine Tochter Anna Elise, geb. den 22. Oft. Denselben. Dem Kaufmann Karl Aiandler ein Lohn Hans Wilhelm. Tenselben. Dem Schreiner Ludwig Erb eine Tochter Alane, geb. den 27. Oktober. Ten 22. Dlov. Dem Kutscher Adolf Beinen eine Tochter Alane Elise, geb. den 15. Oft. Denselben. Tem Bureaudlener Georg Hermann Trapp eine Tochter Amalie Alane Katharine, geb. den 31. Oktober. Denselben. Dem Eisenbahnwerfställen-Arbeiler Otto Wittfopp eine Tochter Emmy Wilhelmine, geb. den 30. Oft. Tenselben. Tem Schreiner Johannes Pitz em Sohn Otto, geb. den 20. Sept. I o h a n n e s g e m e t n d e. Ten 15. Nov. Dem Trechslermeisler Emil Krämer eine Tochter ^uia Elisabethe, geb. den 22. Sept. Ten 22.9lov. Tem Taglöhner Heinrich Alüller em Sohn Ernst, geb. den HL. Sept. Denselben. Tem Aletzgermeister Otto Don-Eiff ein Sohn Willi Georg Julius, geb. den 15. Oftober. Üsaii-Seiflie — Zollfrei! — Muster an Jedermann! — 7519 Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich. tzin deutscher Kraul!! Kathreiners Malzkaffee ist ein gutes und ehrliches Getränk. Er hat feine Heimtücken und verborgenen Schädlichkeiten wie so mancher andere verführerische Trank; er meint e s ehrlich mit unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden, mit unserem Herzen, mit unserem Magen und mit unseren Nerven. 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Damit wir aber in der Lage sind, unseren jetzt ca. bO Pfleglingen diese Weihnachlsireude zu bereiten, so bitten wir herzlich, uns die Hände zu füllen zu solchem Werk. Wer selber Freude hat oder erwartet, ist auch gerne bereit, Anderen solche zu machen. Aller Art Gaben, große, kleine und kleinste, werden mit herzlichem Tante entgegengenommen von der Leitung der Epi- leptischen-Anstalt. Nied er-Ra mstadt bei Darmstadt, im Dezember 1903. 8991____________________________Weimar, Plärrer, Inspektor. TÄKWÄT Wir machen daraus aufmerksam, dasr die Geschäfte bis Weihnachten auch 8986 Sonntags bis abends Uhr geöffnet find._______________________Der Vorstand. AHn Bersicheruugsstand über 4S Tausend Polizcn. —a Allgemeine Kenten-Anstalt gegründet 1833. zu Stuttgart. Aeorganisterll855. | Versicherungsverein auf volle Gegenseitigkeit. Lebens-, 3ientcn= v.MpitalnerUernngell Aller Gewinn kommt ausschließlich den Mitgliedern der Anstalt zu gut. ZSilllgK berechnete Prämien. 623 Koye Zlenlenvezüge. Außer den Prämienreserven noch bedeutende, besondere Sicherheitsfonds. Nähere Auskunft, Prospekte und Aiitragsformulare kostenfrei bet den Vertretern: Generalagentur Darmstadt: August Berbenich, Waldstr. 20,1: in Gieße»: Hauptagcut Alb« rt Wallen- | lei», i. Fa. (Christian Walleiifels; lleinr. Tichy, ftrijeur, g Seltersweg 43; .Louis Knikel, Fraiiksurterstr. 25; in E Großeu-Liudcu: Meine. W ei««, Bauunternehmer; in I Großeu-Buscck: ^al<»n>o« Berti»; in Laubach: W ilu. g iviip*teii>; in Wieseck: Ludwig Cteuer, Kausm.; B in Steiuberg: Marl ilinkier, Werkmeister. [4059 gj Girstrner Eisverein Jgzöxj E. V. kg JTngÄJ Diejenigen unserer Mitglieder, welche die I I Quittungen beim Umgang des Dieners nicht ^n Empfang genommen haben, können die- selben bis zum 7. Dezember einschließlich bei Herrn (Stuft Balser, Mäusburg, ab- holen lassen. Wer seine Quittung bis dahin nicht eingelöst hat, gilt als ausgetreten. Die Eröffnung der Eisbahn wird an den Plakattafeln, Säulen und Omnibussen durch Plakate bekannt gegeben. Die Eisbahn ivird geöffnet sein von früh 11 Uhr bis abends 7Vi Uhr (mit Ausnahme von Konzerttagen) und täglich elektrisch beleuchtet werden; ein Zuschlag für die Beleuchtung wird nicht mehr erhoben. Nichtmitglieder geben für einen einmaligen Eintritt 20 Pfg. Jahresbeitrag 2 Mk. Eintrittsgeld 1 Mk. Gießen, den 28. November 1903. [8909 Der Vorstand. wird gebraucht von .... \ ■d Bofmann, Sodowski, PaderewskI, Rosenfhcl, Sauer etc. und dennoch Ist es so einfach, dass Jeder, ohne IHusIk studiert zu haben, alle Klavlerkomposltonen richtig und mit vollem Ausdruck der eigenen Huf« fassung wiedergeben kann. Preis des Planola Ul. 1200.- WibH. RUDOhPH Leitersweg 91 * Giessen • Seltersweg 91 Filiale Marburg a./ti, eiisabethstrasse 4 Reichhaltiges Lager. 8581 Adker-Jroaerie, Seltersrv g 39° §1to Schaaf. Aesne kalten Füße snehv!!! Patent-Fußwärmer Deutschland D. R. G. M. Nr. 182853. 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