E2 rochen eine Wahl des Bischoss stattfindet, für den Wahlmodus voroildlrch geworden. Der hessische Kommissar erhielt erst Kenntnis von dem Ausgange der Wahl, als der Wahlakt und auch das Wahlprotokoll abgeschloffen waren. Die landesherrliche Genehmigung erteilte er nicht; auch jeder anderen Bemerkung enthielt er sich. Kekanntmachung. Betr.: Das Meldewesen in der Provinzialhauptstad Gießen. Nach pos. III, 2 der Melde-Ordnung für die Provinzialhauptstadt Gießen vom 10. Mai 1890 haben die dorten des Näheren bezeichneten Meldepflichtigen, mit Ausnahme der Dienstboten, die vorgeschriebenen An- und Abmeldungen persönlich oder schriftlich zu erstatten. Für schriftliche Meldungen sollen vom 1. Dezember L Js. ab eigens dazu eingesührte Fommlarien zur Verwendung kommen. Wir ersuchen die Meldepflichtigen, sich dieser Formularien bedienen zu wollen, und machen darauf aufmerksam, daß solche außer auf unserem Meldebureau auch an den Oktroierhebestellen des Selters-, Neustädter- und Wallthors unentgeltlich verabreicht werden. Gießen, den 26. November 1903. Großyerzogliches Polizeramk Gießen. Hechler. Volitische Tagesschau. Die Mainzer Bischofswahl lst unter neuen Vereinbarungen in Betreff des Regierungs- kommissars vollzogen worden. Die „Köln. Volkszta." teilt darüber mit: Bis zur Wahl des verstorbenen Bischofs Brück bestanden noch Gepflogenheiten aus älterer Zeit, die der Uebereinstimmmw mit den kirchlichen Grundsätzen entbehrtem Nach dem am 2. Fe- bruar 1899 erfolgten Tode des Bischofs Haffner wurde der Versuch gemacht, jene Gepflogenheiten für die bevorstehende Wahl zu beseitigen. Wenn auch am 21. Dezember 1899 die alten Bestimmungen noch in Kraft blieben, nach denen der Wahlkom- m i s s a r d e m W a h l a k t e s e l b st b e i w o h n t e und vor wie nach demselben eine Ansprache an das Kapitel hielt, so blieb doch die Absicht des Domkapitels bestehen, dieselben für künftige Fälle durch Verhandlung mit der hessischen Regierung aus- zuscherden und eine völlig korrekte Lösung herbeizusühren. Wie mir von zuverlässiger Seile mitgeleilt wird, wurde am 28. Oktober d. I. der Senior des Mainzer Kapüels Prälat Dr. Friedrich Schneider, der die Aufmerksamkeit seiner Kollegen wieder aus diese Frage gelenkt hatte, mit den vorbereitenden Arbeiten zu Verhandlungen mit der Regierung beauftragt. Mitten in den Vorbereitungen wurde Bischof Brück am ö. November unerwartet vom Tode ereilt. Angesichts der nunmehr breiinelid gewordenen Frage wurden die Verhandlungen beschleunigt. Durch die kluge Umsicht des geiiannten Prälaten, der mit der Regierung unterhandelte, und durch das Entgegenkommen des Großherzogs wie der Regierung, welche die Teilnahme des Kommissars beider Bischofswahl als gegen das kanonische Recht und die neuesten Bestimmungen des Apostolischen Stuhles verstoßend anerkannten, wurde die Neuordnung geregelt. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, wurde^auch mit dem Nuntius in München über diese Angelegenheit verhandelt, der die ihm oorgelegten neuen Bestimmungen völlig billigte und als den kanonischen Satzungen erufprechend bezeichnete. So ist H e s s e n für alle Diözesen, in zuteil, aber von einem Schwächling, der durch seinen Egoismus das Mädchen in tausend Schmerzen stürzt. Dem gedankenreichen Inhalt dieses eigenartigen Novellenbandes passen sich die Illustrationen Rene Reinickes und die Aus- 1 ftattung an. — In der Herderschen Verlagshandlung zu Freiburg rm Breisgau ist erschienen und soeben zum Abschluß gelangt: Geschichte der b i wenden Künste von Dr. Adolf Fäh, Stiftsbibliothetar in St. Gallen. Zweite, verbesserte und erweiterte Auslage. Mit einem Titelbild, 36 Taseln und 940 Abbildungen im Text. Lex.-Okt. (XX und 786). Mk. 20,40. — Dieses bedeutende Werk reiht sich den gediegenen Kunstgeschichten, die zum Teil viel größeren Umfang besitzen, würdig an. Ohne sich in Details, in Namen und Daten, zu verlieren, gibt sie dennoch für jede Epoche der Kunstentwicklung eine deutliche Charakteristik ihres Wesens und ihrer wichtigen Leistungen. Eine erhebliche Bedeutung des vorliegenoen Werkes bildet der reiche illustrative Schmuck, in welchem nicht wenige Darstellungen Vorkommen, denen man sonst in den großen Und größten Handbüchern der Künstgeschichte nicht begegnet. Der Tert entbehrt nirgends der Klarheit ulid eignet sich darum vortrefflich für die Lektüre großer Kreise der Gebildeten. Xu auch das 19. Jahrhundert vom Verfasser so eingehende als verständnisvolle Berücksichtigung gefunden hat, läßt diese Kunstgeschichte auchj bezüglich seiner Vollständigkeit nichts zu wünschen übrig und verdient anerkannt zu werden als eines der bedeutendsten Erzeugnisse auf dem Gebiete der kunstwissenschaftlichen Literatur der lehren Jahre. Von der im Verlage von Karl Siwinna in Kattvwitz erscheinenden Phönix-Bibliothek sind drei neue Bände erschienen. Bei diesen Büchern ist an dem Prinzip festgehalten worden, auf Grund realer Tatsachen Erzählungen aufzubaucn, die nicht phantastische Erfindungen ent- yauen, sonvern sich streng an wirkliche Geschehnisse halten. In diesem Sinne ist A. Oskar Klaußmanns „Heiß Flagge und Wimpel" geschrieben. Klaußmann führt eine Leser auf das Schulschiff Moltke, das in Dienst zestellt wird, um nachWeftindien zu gehen, und weiht ie zunächst in die verschiedenen Dienstobliegenheiten der Offiziere und Mannschaften, der Kadetten und Schiffslungen ein. Durch die Teile des Schiffes wird der Leser geführt, im Sturm legt er sich mit den Matrosen in den höchsten Raaen aus und lernt, was cs heißt, ein vom Sturm gepeitschtes Segel zu reffen. Der Leser ist ungesehen Zeuge ernster und fröhlicher Szenen und macht die Reise über Plymouth, Lissabon, die Azoren, Madeira, die ■ Kapverdischen Inseln nach Rio Janeiro. Dann geht die Fayrt über Havanna nach New-Orleans, wo die Deut- : sch en ihren Landsleuten einen begeisterten Empfang bereiten, und zurück in die Heimat. Auf diese Weise erreicht 1 der Verfasser das Ziel, das er sich gesteckt hat, ein ge- : treues Bild von dem Leben an Bord eines Kriegsschiffes zu bieten und dem Leser einen Blick in ftemde Länder zu gestatten. Wer das Buch gelesen hat, wird daraus die ; Ueberzeugung gewonnen haben, daß der Schiffsdienst hart, gefährlich und verantwortlich ist und daß die Hauptbeschäftigung des Matrosen nicht aus Singen, Tanzen und Grogtrinken besteht, sondern daß man von ihm vieh sehr viel verlangt, wird aber auch mit dem Vorurteil brechen, daß der Dienst aus dem Schiffe eine Art Selbstmord ist. — Ist einem weiteren Bande der Phönixbiblrothek „Mit Büchse, Spaten und O ch s e n st r i ck in Süd- west-Asrika", mit Titelzeichnung und Farbenbild von A. Dreßel, führt er seine jugendlichen Freunde nach den deutschen Besitzungen in Südwest-Afrika zu den Schutztruppen, die wir zunächst auf dem Marsch von Swa- kopmund nach Windhuk und in die unzugänglichen Schluchten begleiten, in die Henrick Wittboi sich zurückgezogen hatte, um dort den Deutschen zu trotzen. Von Tag zu Tag schildert das Buch die fast über Menschenkräfte geheichen Strapazen, welche die Schutztruppe ertragen muß, um die Unterwerfung des Feindes zu erzwingen. Dann kommen aufgeregte Patrvuillenritte und Rekognoszierungen und endlich der Krieg gegen die Hereros und Kl/anar-Hottentotten. Daran schließen sich Schilderungen des Postens am Rande der Kalabai, Jägd- abenteuer heiterer und gefährlicher Art und endlich eine Schilderung des jetzigen Zustandes der aufblühenden deutschen Kolonie. Der Junge, der dieses Buch liest, wird nicht sobald auf den Einfall kommen, heimlich nach Südwest- Afrika zu gehen, bean er weiß ganz genau, was ihn dort erwartet. — Endlich hat Klaußmann noch eine für die Jugend bestimmte Bearbeitung von Christian de Mets Werk über den „Kamps zwischen Bur und Briten", illustriert von R. Hellgrewe und mit einer Anzahl nach Origrnalphvtoaraphien ausgeführte Vollbilder erscheinen lassen. Dieses Buch liegt bereits in zweiter Auflage vor. Es unterscheidet sich vorteilhaft von manchen Erscheinungen ähnlichen Charakters. Der Verfasser hat bei seinen Darstellungen auch aus anderen Quellen, als den Mitteilungen de Wets geschöpft. Der Krieg wird nicht nur von der heroischen Seite geschildert, sondern auch eine >Lchrecknllse werden gezeigt und das Unglück und Elend, das er Uber Unschuldige bringt, über Frauen und Kinder. Deutsches Reich. Berlin, 2. Dez. Ter Kaiser hörte heute den Vortrag des Cbefs des Zivilkabinetts v. Lucanus, des Gartendirektors Geitner mid des Staatsministers Frhrn. von Rheinbäben. — Tie Note, durch die der deutsche Geschäftsträger in Washington, Frhr. v. Bußche-Haddenhausen, den Ge- andten der Republik Panama in Kenntnis setzte, daß die deutsche Regierung die Republik anerkenne, chloß: „Tie Regierung Sr. M. des deutschen Kaisers drückt die aufrichtigsten Wünsche für das Wohl und Glück der neuen Republik aus und hofft auf immer freundliche Beziehungen zwischen ihr und dem Deutschen Reiche." — Für den Posten des zweiten Vizepräsidenten des Reichstages an Stelle des nicht wiedergewählten früheren Abg. Büsing kommen, wie verlautet, aus der nationalliberalen Fraktion in erster Linie die Abgg. Prof. Tr.. Paasche und Prinz zu Schönaich- Earolath in Frage. — Tie erste Plenarsitzung des Reichstages ist offi- Ueber befremdliche Vorgänge innerhalb der preuß. Justizverwaltung anläßlich einer Duellforderung lesen wir in pommerschen Blättern: „Vor beinahe Jahresfrist gerieten in einem Restaurant ein Landrichter und ein zur Aushilfe beim Amtsgericht beschäftigter Assessor, der inzwischen in einer Äderen Provinz angestellt worden ist, derart aufeinander, daß der letztere r— der jüngere — den älteren Herrn zum Duell herausforderte. Dieser lehnte dies unter der Er- ab, daß er ein Gegner des Zweikampfes sei, worauf ',rch der Gegner zu Handlungen verstteg, die h-er nicht weiter Hergeyören und die der Heißsporn gesühnt hat. üamrt ist die Sache aber nun keineswegs zu Ende, vielmehr ist gegen den Gegner des Duells, der doch auf dem Boden des Gesetzes steht, das Disziplinarverfahren vor dem Oberlandesgerichtspräsidenten in Stettin eingeleitet. Es sollen schon mehrfach Vernehmungen stattgefunden habem" Hierzu bemerkt der konservative „Reichsbote": „Das muß doch wohl ein Irrtum sein; denn den Gerichten muß doch das Gesetz und nicht eine Sitte einzelner Kreise das Höchste und Ausschlaggebeiide sein. Das Gesetz aber stellt das Tuell — also vor allem den Herausforderer — unter Straw, nicht aber den, der, dem Gesetze gehorsam, das Duell ablehnt." Weiynachts-Litteratur. Ernst Eckstein: Die rote Jula. — Melanie. Zwei Novellen. Illustriert von F. v. Reznicek. Preis geh. 2 Mk. Verlag von Carl Krabbe, Stuttgart. Viel zu früh für seine Begabung ist dieser geistreiche Sohn Gießens aus dem Leben geschieden, das empfinden wir wieder, wenn wir die vorliegenden flottgeschriebenen Novellen zur Hand nehmen. Amüsant, streßend ist ihr Dialog, mitunter sprühend von Witz und Laune; dabei belebt den durchweg spannenden Gang der ungewöhnlichen Handlung ein tiefes Empfinden, eine dramatische Höhe. Eigenartige moderne Menschen, geniale Schriftsteller, aparte Frauen, lebenswahre Vollfiguren, welche nicht nur momentan interessieren, treten uns hier entgegen: „Die rote Jula", — die häßliche Schwester wird aus Liebe zur schönen Edith in ftivolem Leichtsinn geheiratet; ihre gemütvollen ^Eigenschaften aber bekehren den kecken Sünder jo gründlich, daß die reinigende Macht der wahren Liebe einen glänzenden Triumph feiern darf. — ,L>ielanie", — eine psychologische Studie über das Rätsel: Weib und das Geheimnis: Ideal; tief verborgene Herzensfalten werden in dieser mit erschütternder Tragik absMießenden, fesselnden Novelle sreigelegt und dabei interessante Streiflichter auf die Gefahren des Pariser Pflasters, der Genußsucht, der idealen Veranlagung usw. geworfen. F. v. Reznicek hat das hübsche Buch mit Illustrationen geschmückt. C. Viebig: Wen die Götter lieben. — Vor Tau und Tag. Novellen. Illustriert von Rene Rei- ni.de. Preis geh. 2 Mt. Verlag von Carl Krabbe, Stuttgart. Eine geistreiche, sesselnoe Lektüre spricht zu uns aus diesem modernen Buche oder auch mehr; es wird ganz am Leser selbst liegen, ob er Tieferes sich dort herausholen will. C. Biebig, deren berühmter Roman. „Das Weiberdsrs" unlängst bei Fleische! u. Eo. in 13. Auflage erschien, ist auch in diesen beiden wirkungsvollen Novellen ihrer realistischen Tendenz treu geblieben; neben dem poetischen Tust und dem süßen pauch der Liebe vergißt die Autorin doch nicht das Leben, wie es sich tatsächlich abspielt und in dieser ihrer Naturtreue, mit welcher sie auch das Herzens- und Seelenleben von Mann und Weib wiederzugeben weiß, zeigt sie sich als Meisterin. Susanne, die Liebreizende, mit dein setM^rden Herzen und der dürstenden Seele rafft der Würgengel Tuberkulose crbarrnungslos hinweg. Liebe war diesem Sonnenkinde Lebensbedürfnis und mit heißem §unger darnach auf den Lippen geht es als Liebling der Götter zu früh dahin. — Auch Irene in „Vor Tau und Tag" bedarf der Liebe zur Entfaltung ihres Dichtertalents; sie wird ihr zielt für morgen 2 Uhr nachmittag angesetzt worden. Auf der Tagesordnung steht die Feststellung der Beschlußfähigkeit. — Tie sozialdemokratische Reichstags- fr a ktiv n wählte in den Fraktionsvorstand wieder Be b e l, Auer, M e i st e r, P s a n n k u ch und Singer und beschloß, für die Präsidentenwahl im Reichstage Singer als ersten Vizepräsidenten, Jttscher und Schippet als Schriftführer vorzuschlagen. Außerdem wurde beschlossen, zwei Interpellationen ernzubringen, betr. die Murmkrancheit der Bergarbeiter und betr. das gegen ostpreußische Sozialdemokraten eingeleitete Strafverfahren wegen Beihilfe zum HochverratgegenRuß- land und zur Beleidigung des Zaren. — Tie Fraktion der Freisinnigen Volkspartei desReichstages hat sich konstituiert und die bisherigen Vorsitzenden Abgg. Eugen Richter, Tr. Müller-Sagan und Schmid t-Elberfeld wiederum zu Vorsitzenden gewählt. Tie Fraktion hat folgenden Antrag eingLbracht: „Ter Reichstag wolle beschiiejzen, den Reichskanzler zu ersuchen, darauf Bedacht zu nehmen, im Wege der Gesetzgebung und Verwaltung dura)grerfender als bisher den unter Mißbrauch der dienstlichen Gewalt ftattfindenden So ldatenmig Handlungen entgegenzuwirken, wie sie trotz aller dagegen bisher ergriffenen Maßnahmen in großem Umfange wieder mehrfach m Verhandlungen der Militärgerichte sestgeftellt worden sind, und geeignet erscheinen, ebenfo loeite Kreise des Volkes zu beunruhigen, wie dem guten Rufe der deutschen Armee Eintrag zu tun." — Ter Bundesrat hat, wie die „Allg. Fleisch.-Ztg." aus zuverläzsiger Quelle erfährt, beschlossen, von einer Neuregelung der Vorschriften über die Fleischeinfuhr, wie sie für die Zeit rrach depr 31. Dezember 1903 im § 12 Absatz 3 des Fleischbeschaugesetzes vorgesehen ist, Abstand zu nehmen, da das Gesetz, erst kurze Zeit in fttaft ]ei und es nicht angezeigt erscheine, es schon jetzt zu änderm. Dem Reichstage werde eine entsprechende Vorlage zugehen. — Jni Reichsamt des Innern wurden gestern die Ver> Handlungen über das Roheisen-Syndikat fortgesetzt. Cs ivurde mitgeteilt, daß die Verhmrdlungen über die Kartelle der Walzzverk-Jndustrie Ncitte Januar stattfindeu werben. — Ter „Verl. Korresp.'" zufolge hat der Reichskanzler denjenigen deusichen Zündholz sabrikauten, welche beantragt haben, ihnen ein vom Reich erworbenes Verfahren zur Herstellung weißphosphorfreier Zündmasse zur Verfügung zu stellen, die Zusammensetzung der Zündmasse und eine eingehende Beschreibung des Verfahrens zur Herstellung der Niasse mitgeteilt. Tie Mitteilung erhalt der Zündholzfaürikant ausschließlich zur eigenen Benutzung. Auf Wunsch werden die Fa^ri^ante^^ nach Maßgabe der bei dem vieichsamte des Innern eingehenden Meldungen auf Reichskosten in der Herstellung der Zündmasse praktisch unterrichtet. ' — Tie „Berl. Korresp." meldet ferner, daß wegen Erstes Blatt. 158. Jahrgang Donnerstag 3. Dezember 1903 außer Sonntag*. © ye-ngSpret»r Dem Gletzener Anzeiger Jg ” iSr monalllch7b viertel- ESS?« fi*i AttAü M llitWA A-ü SM8 blätter viermal in der DD JW u.'M BH W feA /j by LA Lj die Pop Mk-L."» vtertel- Woche betgeUgt MM M W ET tfW feiF H K W l| H H W lährl. auLfchl. veslellg. Rotationsdruck ». Der- WT M EL U M W. W M W J01 W Wä VA II FA M W Annahme von Anzeigen lag de. Brühl'fchen M M W W W W feL W gL VVl vSv ül öle ^ti^nummet Univers.-Buch-u.Stein- M VJ 'M W W M K V W Xr Xf "t» ovrmMagS 10 Uhr. druckeret(Pietschltrben) flF v M >,eilervretS; lokal 12Pt^ General-Anzeiger v ggs Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Eichen MZ n ■ । ___________________________________________ __________________ jetqentetl: Han« Beck. empörender Vorgänge, die sichbei der setzten Landlaaswahl in der Kirche zu Bernau nbipieltcn, von den Kirchcnbchörden eine eingehende Untersuchung ein* geleitet wurde. Der Gemeindekirchcnrat zu Bernau ha- beschlossen, die Kirche infolge der Vorkommnisse bei der letzten Landtagswahl zu Wahlzwecken nicht mehr herzu geben. Ausland. Wien, 2. Dez. Die ,Polit. Korresp.^ meldet aus Rom, die französische Regierung sei benachrichtigt worden, daß der Papst gegenüber den Besuchern fremder Staatsoberhäupter die gleiche Haltung beobachten werde wie Leo XIII. Daher sei ein Empfang des Präsidenten Loubet im Va tikan ausgeschlossen. Swakopmund, 1. Dez. Nach der Erstürmung Sandfonteins durch den deutschen Hauptmann Koppp zogen sich die Bondelzwarts auf die aus britischem Gebiete gelegenen Inseln des Oranjestusses zurück. Der Kampf hatte am 20. und 21. November stattgefunden und war heftig. Die Hottentotten erlitten dabei schwere Verluste. Budapest, 2. Dez. Abgeordnetenhaus. Nachdem von der Obstruktion verschiedene formale Amendements zum Protokoll beantragt waren, führte Ministerpräsident Graf Tisza aus: Die Obstruktion erweist durch solche frivole Ainendements denjenigen einen großen Dienst, die prophezeien, daß Ungarn das Schicksal Polens erleiden werde, falls auf diesem Wege fortgefahren werde. Wir wollen die Herren, die auf diese Weise ihre patriotische 9)liffion zu erfüllen meinen, nicht hindern. Aber wir werden seinerzeit schon Waffen gegen dieses Treiben finden. (Lebhafter Beifall rechts.) Petersburg, 2. Dez. Aus diplomatischen Kreisen wird mitgeteilt, daß in denselben eine gedrückte Stimmung herrsche angeblich infolge des Ergebnisses verschiedener Auskünfte, die über die wahre innere Lage Rußlands eingeholt worden sind. Das Ergebnis dieser Auskünfte ist die Feststellung einer öffentlichen Gährung, sodaß der Winter nicht ohne traurige Ueberraschungen vergehen dürfte. Die Zuverlässigkeit der Auskünfte lasse sich schon daraus schließen, daß verschiedene Gesaiidte in Petersburg dieselben zum Gegenstand offtzieller Berichte an ihre Regierungen gemacht haben. 9tew-Port, 2. Dez. Ein Telegramm aus Panama meldet: Ter Isthmuskanal-Vertrag wurde heute vormittag unterzeichnet. Präsident Roosevelt erwartet, daß der Islhmuskanal-Vertrag, der von Panama ohne Abänderung genehmigt ist, binnen 14 Tagen zur Ratifizierung nach Washington zurückgelangt sein wird. Er wird, wie cs zur Zell den Anschein hat, sofort dem Senat vorgelegt werden. Washington, 2. Dez. Der neue britische Botschafter Mortimer Durand wurde heute dem Präsidenten Roosevelt vorgestellt. Er erklärte, er habe von König Eduard die Weisung erhalten, dem Präsidenten die ernsten Wünsche des Königs zu versichern, daß die freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen beiden Staaten befänden, aufrecht erhalten und befestigt werden möchten. Er habe Auftrag erhalten, dieses Ziel ständig im Auge zu behalten. Aus Stadt und KanS. Gießen, 3. Dezember 1903. - Personalien. S. K. H. der Großherzog haben /em Hoskanzleisekretär Adolf Feeling den Charakter als Hofsekretär und dem Hofmarschallamts - Assistenten Heinrich Meinhardt den Charakter als Hoskanzleisekretär verliehen, sowie den Schloßbeschließer Philipp Huth zum Schloß- verwalter des Jagdschlosses Kranichstein ernannt. — Dem Pfarrer Heinrich Koller zu Herchenhain wurde die evangelische Pfarrstelle zu Kelsterbach, Dekanat Groß-Gerau übertragen und der von Sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach auf die evangelische Pfarrstelle zu Brauerschivend, Dekanat Alsfeld, präsentierten Pfarrverwalter Heinrich Schlösser für diese Stelle bestätigt. *♦ Kreisausschuß. Seither sind dem Kreisaus- fchuß vielfach Gesuche um Dispensationen von den Vorschriften der allgemeinen Bauordnung und Lokalpolizeiordnung eingereicht worden, nachdem das betreffende Bauwesen bereits vollendet war. Wir haben in Erfahrung gebracht, daß der Kreisausschuß beschlossen hat, künftig derartige Gesuche abzu- wei]en und nach vorheriger Prüfung der Sachlage nur Dispensationen von den Bauvorschriften für diejenigen Gesuche ve. zu erteilen, bezüglich derer der Bau noch nicht begonnen ist. * * Folgenden Aufruf an alle Hessen veröffentlicht die /Worms. Ztg.", von Frhrn. Heyl zu Herrnsheim, Kreisrat Dr. Kayser und Oberbürgermeiiter Köhler, sowie sämtlichen Bürgermeistern des Kreises unterzeichnet: Jii den Tagen jähen Unglücks, das Miseren geliebten G r o ß- .) erzog nach emer Zeil frohen Zujammeujems mit seinen Angehörigen so plötzlich mid so schmerzlich betrosten hat, ist au,richtigue Teilnahnie und Stilgefühl m allen Teilen unserer Bevölkerung ziiin herzlichfien Ausdruck getommeii. Wohl in jedem lebt der uuuge Wunsch, dem twndesherrn das tiefe Ueiö miuragen zu Hellen, ihm aber auch durch die Tat zu beroeijen, daß der schmerzliche Verlust die Bande zwischen Füru nnb Volk nur noch inniger geknüpft hat. — Aus bieiem Empfinden heraus ist der Gedanke empaiiden, der wohl überall im Hesjenlande freudigen Anklang finöen wird, dem Großherzog a m 1. Januar, an dem nach seinem Wun,ch seiii Geburtstag gefeiert werden soll, aus dem gejaulten Volke heraus eine Freude z u bereiten. Wir Alle wissen, daß jein hoher Sinn gerichtet i|l auf die Hebung und Veredelung der Kunst und des damit veibunbcnen Handwerks m unserem Lande, wir Alle wissen, wie er unabläfjig bemüht ist, auf bieiem Wege auch Gewerbe und Jiidustrie zu sördern und neuzu- beleben, wie es sein Wille ist, bau auch durch Herstellung muster- giltiger Wohnungen für MindervemUleUe vorwärts geschritten werde. Wir Alle seheii, welche schönen Erfolge auch bereiiS gezeitigt sind zur Wohlfahrt uni) zum Ruhm unseres HefsentaiideS und seiner Bewohner. — -lliesen Hoheit Benrebungen und Jiileressen wird unter trauernder Landesherr nach dem smweren Schicksalsschlag sich mit erneuter Krall zuwenden, in ihnen wird er Befriedigung suchen, mid sie werben ihn wieder amrichten unO zum Leben zurückführen, nachdem ihm der Tod das ltieb|le geraubt. — Hierin emer Förderung durch sein Volk teilljaitig zu werden, müßte chin die reinfie Freude jein. Es soll daher durch Spenden aus allen Tellen unjeres Landes und aus allen Berustkreiien ein Fonds geichasjen werden, der dem Grogherzog am 1. en die Herstellung einer neuen Einzäunung aus dem Jriedhos. § Flensungen, 2. Dez. Ein dreijähriges Kind versuchte Brot zu schneiden. Hierbei glitt ihm das Messer aus und geriet ins Auge. Das Kind wurde noch am Abend in die Klinik nach Gießen verbracht. Dort mußte ihm das schwer verletzte Auge herausgenommen werden. §§ Aus dem Vogelsberg, 3. Dez. In einem Dorfe unseres Gebirges huldigte der Ehemann zuweilen dem Trünke, nicht dem des Bachus und auch nicht dem Gambrinus, son- dern — wie man hier zu sagen pflegt — dem „Korzen". Darob erzürnte denn allemal die biedere beffere Ehehälfte und machte, wie Busch singt, nicht selten „mit einem Besen groß und lang dem Ehemanne angst und bang". Bei einer solchen Gelegenheit erhob sich kürzlich im Hause ein nicht geringer Tumult, der die Nachbarn auf die Beine brachte. Als sie bei der resoluten Nachbarin erschienen, gewahrten sie den Mann unter dem Tische sitzen, davor seine bessere Hälfte mit einem Lesen. Drohend ruft sie dem unter dem Tisch Kauernden zu: „Gihst D' herraus!" — „Häi bleib ich", schallt es ihr entgegen, „ich will doach seh', wer Herr vom Haus easl" li. 11. D a r m st a d t, 2. Dez. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer hielt heute vormittag eine Sitzung ab, in welcher eine allgemeine Vorbesprechung über den neuen Staatshaushalt fiattfanb. Tie dann zu Tage tretende bessereGestaltungdergesamtenFinanzlage macht auch bei den Ausschußmitgliedern einen durchaus günstigen Eindruck. Der Ausschuß wird zwecks Vorberatung des Etats jetzt täglich Sitzung abhalten. — Großfürstin Sergius wird am nächsten Samstag den Großh. Hof wieder verlassen und nach Rußland zurückkehren. Heute ist der russische General Stepanoff hier eingetroffen, der die Großfürstin nach Rußland geleiten wird. — Ter Großherzog erteilte heute vormittag im Residenzschloß eine Anzahl Audienzen. Maiyz, 2. Dez. Das hiesige naturhistorische Musenm erhielt auf die Fürsprache unseres Großherzogs vom Kaiser von Rußland einen ausgestopften Wisent nebst dem Skelett zum Geschenk. — Tas Großh. Kreisamt Mainz hat den Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung, daß das Offenhalten der Ladengeschäfte von 10'/, bis 1 Uhr nachmittags an Sonntagen gestattet werden soll, nicht gutgeheißen. Der Vorstand des Vereins Mainzer Kaufleute hat daraufhin eine Beschwerde an die Bürgermeisterei gerichtet nut dem Ersuchen, den Stadtverordnetenbeschluß aufrecht zu erhallen, da die hiesigen Geschäftsleute ohnedies durch die Konkurrenz der benachbarten preußischen und auch hessischen Städte geschädigt seien. Kleine M i c l e t l u n g e n aus Hessen und den N a d) b a r ft a a 11 e n. Das Verfahren in dem 1901 in Hanau verhandelten Ltordprozeß gegen den Bauernburschen Johann Gläser von Herolz, der damals zum Tode verurteilt und zu Anfang April 19ü2 in Hanau hingerichtet wurde, ist wieder ausgenommen worden. Der Mittäterschaft war auch der Vater des Hingerichteten angeklagt, doch wurde dieser frei- gesprochen. Auf Grund von Itotizen seines toten Sohnes, die unter den Dielen von dessen Gefängniszelle versteckt aufgefunden worden sein sollen, ist nun erneut das Verfahren gegen den alten Glcher eingeleitet worden. TaS Ergebnis per siattgehablen Vernehmungen war bis jetzt nicht derart, daß die Verhafiung GläierS verfügt roerb.tn konnte. — An dem Rhemufern bei Mainz wurde ein Hiit und ein Stock aufgefunden, bei welchen ein mit zitternder Hand geschriebener Zettel lag, nach welchem sich der Eigentümer der Gegenstände durch einen Sprung in den Rhein das Leben genommen habe. In dem Selbstmörder vermutet man einen nahezu 70 jährigen Mann. — Von dem oberen Rhein wird noch fortwährendes Steigen gemeldet, die Wiesen bei Gauls- Heim sind schon überschwemmt. Auch die 9t a h e ist enorm angeschwollen, hat verschiedentlich die Ufer überfliegen und große Flächen Landes unter Wasser gesetzt. Vermischtes. • Köln, 2. Dez. In einem hiesigen erstklassigen Hotel wurde heute nachmittag ein Mord und Selb st mord verübt. Ein feingekleideter Herr aus Paris, der seit gestern mit einer Berliner Dame dort logiert und mittags noch mit seiner Begleiterin gespeist hatte, erschlug mit einem Hammer die Dame und entleibte sich alsdann durch einen Schuß in den Kopf. Die Beweggründe sind unbekannt. Aus den vorgefundenen Briefschaften ging hervor, daß der Mörder aus Pans hierhergekommen war. Seine Familie wurde durch die Kriminalpolizei von dem Verbrechen verständigt. Die Identität der Berliner Begleiterin ist noch nicht festgestellt. * Duisburg, 2. Dez. Th eaterdirektor Stein- furt, der seinerzeit größere K autionsschwindeleie n bei der Gründung eines Theaterensembles verübte, ist in Hanau ergriffen worden. * Berlin, 3. Dez. Bei einer Probe im Zirkus Busch, bei der eine D a m e den dort ausgeführten Todes- s p r u n g auf dem Zweirad nachmachen wollte, verunglückte sie und erlitt mehrfach Verletzungen. • Kiel, 2. Dez. Die „Gauß"erlitt auf der Fahrt nach Geestemünde eine Maschinenhavarie und mußte Anker werfen. * Breslau, 2. Dez. Aus Zabrze (Oberschles.) wird berichtet, daß auf der Gottessegen - Grube zwei Häuer von herabstürzenden Kohlenmassen verschüttet wurden. Der eine ist getötet, der andere schwer verletzt. * Dresden, 2. Dez. Eine furchtbare Bluttat bat, wie schon kurz gemeldet, die Bewohnerschaft des V'llenvororts Plauen in Angst und Schrecken versetzt. Tie in der Villa „Camilla" wohnhafte Kaufmannswitwe Tannenberg ist meuchlings ermordet worden. Verschiedene Wahrnehmungen lassen darauf chlietzen, daß der Mordgeselle nach verübter Tat in der Wohnung nach Geld Umschau gehalten hat, bei dem Suchen aber gestört worden ist. - Es liegt also zweifellos ein Raubmord vor. Als gegen 9 Uhr die Tochter ahnungslos heimkehrte, fand sie die Mutter hinter der Korridortür mit schweren Kopfwunden tot vor. Dr. Lunge stellte fest, daß Die 66jährige Dame wahrscheinlich mit einer Rüstklammer erschlagen worden und sofort tot gewesen ist. Eine Stunde nach der Mordtat umzingelten 12 Kriminalbeamte -das Grundstück und suchten den Garten nach hinterlassenen Spuren ab. Im Schnee fanden sie wahrscheinlich von dem jlüchtigen Mörder herrührende Fußsiapfen vor, in welchen genau die abgedrückten Stieselzweaen zu erkennen waren. Diese Wahrnehmung führte zunächst zu der Verhaftung eines im Souterrain wohnhaften jungen Menschen, dessen Stiefelsohlen mit Zwecken versehen waren. Er wurde aber, als er fein Alibi Nachweisen konnte, wieder auf freien Fuß gesetzt. Ter Verdacht lastet nun auf dem einen Sohn der Ermordeten, der in Berlin einen lüderlichen Lebenswandel führt und vor dem die eigene Mutter wiederholt Furcht zu erkennen gegeben hat. Wahrscheinlich ist es ihm bekannt geworden, daß feine Mutter kürzlich 2200 Mk. in der Lotterie gewonnen hat, zumal diese in ihrer Freude jedermann Mitteilung davon gemacht hat. Tie sofort nach dem Sol>ne angestellten Ermittelungen haben noch zu feinem Resultat geführt. — Amtlich wird hierzu noch gemeldet: Tie Tat ist durch. Schläge mit einem oierfantigen Jri,crumeiit, vermuilich einer Rüstkammer, einem Schie.er- deckerhammer oder dergleichen, ausgeführt worden. Anscheinend mit dem gleichen Werkzeug hat der Täter einen im Wohnzimmer stehenden Schrechseiretär an verschiedenen Stellen augehackt und zu öffnen verbucht. Tie im Besitze der Berstorveneen gerne jenen Wertpapiere und ein Spar- lajjenbuch hat er nicht gefunden, dagegen sind ihm mehrere in einem Kästchen ausbewahrte Schmucksiüae: eine goldene Brosche in tzujeisenform, eine Mojail'brosche, ein goldener Ohrring mit Wach sperre, ein paar g-wdene Ohrringe, rund, Platte mit ein gravierten: Stern, ein goldener Tamenring mit einem eingelegten Rubin, in die Hände gefallen, vielleicht auch einiges Kleingeld. Tie Tat ist vermutlich in Den Nachmittag:-guriden zwischen 3 und ö Uhr begangen mürben, während welcher Zeit die Eruiordete allein in der Wohnung gewesen ist. * Dresden, 2. Dez. Prinzessin Schönburg- Waldenburg reift Freitag nach Italien zurück, da der zweite Termin im Ehescheidungsprozeß nach Weihnachten stattfindet. * Mannheim, 2. Dez. In Hockenheim ist heute vormittag die Zigarrrensabrik von Alfred Le vyso hn zuin größten Teil niedergebrannt. Von den bedeutenden Vorräten konnte nur wenig gerettet werden. * London, 2. Dez. Das richterliche Tribunal des Oberhauses unter dem Vorsitze des Lordkanzlers entschied gegen die Zulassung vonDamen zurJuskiz- t a r r i e r e in England. • Montreal, 2. Dez. Tie katholische Universität in Ottawa wurde heute durch ein Feuer total zerstört. Eine Anzahl Priester und Studenten wurden teilweise schwer verletzt. Der Verlust beträgt eine halbe Million. Das Gebäude war mit 125 000 Dollars versichert. * Bergamo, 2. Dez. Gestern abend zerstörte ein Schadenfeuer die Gebäude der V e r l a g § a n ft a 11 für graphische Künste. 5 00000 Bücher verbrannten. Der Schaden beläuft sich auf zwei Millionen Lire. * Wien, 2. Dez. Der von mehreren Gerichten steckbrieflich verfolgte Kaufmann Heinrich Knson aus Borsigwerk ist hier verhaftet worden. * 3 n Stier uiewiee hat, der „StsatSb.-Ztg." zu- foltze, schon seit dem Frühjahr bei den Truppen der ThphuS geherrsiht. Iu unverantwortlicher Weise hat man das ver,ihwlegen. Leckrer hat sich inzwischen bei Der Kaiserin oos Ohrenleiden, eine Folge forcierten Aut-o mv bil) po rts, dcrorr verjchlcMiuert, duß ,ie genötigt war, in Stieruiewice zu bleiben, und darum ulieb auuj der Mi,er einstweilen fort. Arckürlich sind al.e B^r^iMsma^iegetu geLr^fjen, um die Lyphusgesahr für oas Kicherpäa-r va St.srniewice zu beseitigen. TS hat sofort eine strenge Untersuchung st«L.ge,unbrn, um bU^cuigen J&e- C o. Telephonischer Kursbericht* . 26.40 3u/o Mexikaner -Anl. 41,, % äussere Argentiner GOLD A. Holterhoff Söhne 20 Seltersweg 20 Trocken und leicht1 37s% /j 3V,°/o 3% 31/2% Ausserordentlich bekömmlich 102.00 91.05 102.20 91.15 11010 100.00 102.80 101.20 100.25 103.60 64.45 32.60 37.30 144 20 44.80 43 00 426 Ungar. Goldrente 4% Italien. Rente , 4V326 Portugieser » >0/ Portugiesen. . . 126 C. Türken . . Türkenlose .... 4% Griech. Monopol.- Israelitische Neligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Samstag, den 5. Dezember 1903. Vorabend 4.30 Uhr. Liorgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärnng. Sabbathausgang 5.15 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Deligionsgesellschast. Sabbathseier am 5. Dezember 1903. Freitagabend 4.00 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. Sabbalhausgang 5.15 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.05 Uhr, abends 4.00 Uhr. 4,/g')/o Chinesen . . . Electric, bohuckert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Oesterr. Staats bahn . . Lombarden . . . , Gottharabahn .... Lauraiiütte..... Bochum ...... Harpener..... Tendenz: fest Märkte. Limburg (u d. L., 2. Dezember. Fruchtmarkt. Durch- schnittsoreije pr. Atalter. Roter Weizen 13.37 'DLL, altes Korn 10.00 Mk., neues Korn 00.00 Gerste 9.10 Mk., Haier 6.25 Alt., Haier alter O.OO Wik., Erbsen O.OO Mk., Kartoffeln O.OO All. amten zu ermitteln, die infolge ihres Vertusch ungs- systerns das Leben des Zaren aufs Spiel gesetzt haben. Mehrere hohe Beamte sind bereits ihres Dienstes enthoben worden, weitere dürften ihrer schweren Strafe nicht entgehen. (Auch aus dieser Mitteilung geht hervor, wie ungehörig und gewissenlos alle übrigen Meldungen aus Skierniewree gewesen sind. Leider aber unterliegt es dennoch auch kaum einem Zweifel, daß nichts anderes als ein ganz unverantwortliches Ver- tujchungssystein den frühen Dvd unserer Prinzessin.Elisabeth verursacht hat.) • Raubmord im Trödelladen. Ein Verbrechen ist in Leipzig geschehen. Ter 57 Jahre alte Händler Joseph Cohn wurde in einem Trödelgeschäft mit einer schweren Kopfwunde tot aufgesunden. Tie nähere Untersuchung ergab, daß der Tod herbeigeführt worden ift durch ' einen Revolverschuß, den der Unglückliche in das Genick erhielt. Es liegt Raubmord vor. Außer einer größeren Anzahl Wertsachen fehlen 700 bis 800 Mark. "DieSchwesterderverstorbenenKönigin Draga von Serbien, Christine Petrowitsch, geb. Lunjevitza, annonciert in englischen Blättern den Verkauf der Juwelen der Königin Draga. Nach einem Londoner Telegramm erklärt Christine in einem Briefe namens ihrer Schwestern, daß sie außer diesen Juwelen nach Abzug aller Kosten nur 127 000 Frcs. erhalten haben. Unter den Juwelen befinden sich das Brillantdiadem, das Draga am Hochzeits- tage trug, ein Armband mit Brillanten und Smaragden, ein Hochzeitsgeschenk des Zaren, ein Diadem mit Schleier und vollständigem Kostüm, eine Brosche und Ohrringe mit Brillanten und Perlen. . 91.40 . 111.70 . 105 45 . 215.80 . 198.20 . 147.75 . 159.10 . 165.25 . 145.40 . 17.50 . 191.60 . 240.00- . 188.75 . 205.75 5>u ßröffnuug des Reichstages. (Eigener Drahtbericht des Gieß. Anz.) Berlin. 3. Dez. Ter deutsche Reichstag ist heute mittag mit der vom Reichskanzler Grasen Bülow verlesenen Thronrede eröffnet worden. Tarin wird zunächst der kaiserliche Dank für die dem Herzen des Kaisers wohltuenoe Anteilnahme an dem Leid en und der Heilung des Kaisers ausgesprochen. Dann heißt es weiter: Die Finanzlage macht neben der Hinzuziehung der Bundesstaaten zu den M a t r i k u l a r b e i t r ä g e n eine Auleiye zur Notwendigkeit. Dem Reichstag wird ein Gesetzentwurf über anderweite Ordnung des FinanzwesensdesReiches zugehen. Die Verlängerung des Gesetzes betr. die Friedenspräsenzstärke um ein Jahr soll vorg-eschlagen werden. Ein Gesetzentwurf betr. Neuregelung des Versorgungswesens für Offiziere und Mannschaften des Reichsheeres und der Marine wird angekündigt. Die sozialpolitische Gesetzgebung soll auf der früher vorgezeichneten Grundlage fortgeführt werden. Angetündigt wird eine Vorlage betr. schleunige Austragung der Streitigkeiten der Handlungsgehilfen aus ihren Dienstverhältnissen, ferner eine Reform des Börsen gesetz-es und damit zusammenhängend eine Reform des Reichsstempelgesetzes. Tann wird eine Vorlage ausgearbeitet zur Bekämpfung der Schädlinge, welche einen Teil des deutschen Weinbaues bedrohen. Ter Bundesrat verhandelt über einen Gesetzentwurf betr. die Entschädigung unschuldig Verhafteter (von Hessen beantragt. D. Red.). Ein Gesetzentwurf über Zinsdarlehen für die Bahn von Dar- es-Salaam nach Mrogoro wird neuerdings angekündigt. sjjdt mehreren Staaten sind Verhandlungen über Handels-Verträge eingeleitet worden. Betr. Großbritannien wird ein Gesetzentwurf an gekündigt, wodurch die M e i st b e gü n st i g u n g s b e h a u d l u n g bri- Handcl und Uerkcyr. Vollnuürhchas!. Berliner Börse vom 2. Dezember 1903. (Mtgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskoiit 3% Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit. . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Reiohsanleihe do. \ Konsola . do . . Hessen Kerichtsjaal. a. Gießen, 1. Dez. (Strafkammersitzung.) Auf der Anklagebank nehmen nach Eröffnung der Sitzung zuerst „Max und Moritz, die beiöeu bösen Buben", Platz. Es mögen kaum 14 Tage her sein, als der „Gießener Anzeiger" von einein „neuen Streiche" zu berichten wußte, roie Max em fremdes Fuhrwerk in Abwejen- hell des Fuhrmanns bestiegen hat und zum nicht geringen Aerger des letzteren, aber zur um fo größeren Freude feiner Schulgenosten en pleine carrtere loskutjchiert ift, hierdurch Leben und Bewegung in die ländlich-stillen Gasten von Leihgestern bringend. Eine ganze Anzahl solcher und ähnlicher Streiche hat nun Max und den von ihm unzertrennlichen Moritz so berühmt gemacht, daß in den beiden sogleich die Täter vermutet werden, sobald ein „neuer Streich" vor- ioinint. Und so geschah es auch in folgendein Fall: Onkel Nolte hatte eilten großen Stall, in welchem eine Menge Futter und streit- zeug lag, eine meckernde Ziege stand imö bumgescheckte Kaninchen munter hin- imD herhüpften. Die Fama berichtet nun, daß eines Tages, als Onkel Nolte nicht zu Hause war, zwei böse Buben in ben Stall emgedrungen seien, und daß sie die bulitgescheckten Kanin- chen sehr geängstigt'hätten. Als aber des andern Morgens Tante 9lolte die Kaninchen vermißte und nachsuchte, fand sie ihrer sechse tot unter Stroh imb Streite. Der Verdacht, die Tierchen vorsätzlich gelötet zu haben, richtete sich sofort gegen Max uud 'Moritz, und das zwölfjährige Schorfchchen sagte zu dein jüngeren Bruder von Max: „Wenn Du mir sagst, daß Dein Bruder bie Häschen tot gemacht hat, bekommst Du noch eine „gute Cigarre". Und er, der neunjährige, verspürte schon den Rauch dieses edlen Krautes um feine Olafe prickeln, sagte aus, wie gewünscht wurde, und erhielt — feine Cigarre. Ter Lehrer erteilt als Leumundszeuge Max und Moritz das größte Lob. In der Schule treibt Max Allotria, sobald er das Auge von ihm abrvendet, und in der Kirche schneidet er Grimassen. In der Schulstube hat Max einen besonderen Ehrenplatz, der nach dem allgemeinen Sprachgebrauch der Schule bie fchniuckoolle Bezeichnung „Eselsbank" führt. Moritz steht hinter seinem Freunde Max im Alter und in der Entivickelung noch um ein volles Jahr zurück, doch besteht begrüiidele Aussicht, daß er ihm in einem Jahre gleichkomtnt. Da die Aussage des 12jahrigen Schorsch'chens fast das einzige Beiveismaterial bildet, so hebt das Gericht das wegen Sachbeschädigung auf Leriveis lautende Urteil bes Schöffengerichts auf und erkennt auf Freifprechung. Dieses war der erste Streich, doch der aiidere folgt — rote lang^roirds bauern? — Ein verliebter Jünglmg ist ber 21jährige A. *&t. oon Alsfeld. „Tas Schönste sucht er auf den — Touren, womit er feine Liebe schmückt", nämlich auf den Touren, die er als-schlosser- geselle zivecks Ausiühr-ung übertragener Berufsarbeiten in fremden Wohnungen machte. Ein eleganter Damen-Unlerrock schien ihm ein geeigneter und angesichts der kalten Jahreszeit sehr praktisches Geschenk, während zwei Brillantrmge im Werte von 1500 Alk. dein Schmucke der äilßeren Person Rechnung trugen. Die Sache aber wurde ruchbar und der nunmehr geständige Angeklagte spaziert wegen D i e b st a h l s auf 4 Monate 2 Wochen ins Gefängnis. — Inzwischen hat sich der Saal mit Zuhörern dicht gefüllt u>id mit Spannung sieht man der Berhandluiig gegen den Studenten der Tierheilkunde E. R. von Merzenich wegen Körperverletzung entqege.i. Ter Angeklagte ist im vorigen Jahre zur Nachtzeit durch einen Sleinwurf lebensgefährlich verletzt worden und fuhrt seitdem einen scharf geladenen Revolver bei sich. Diesen hatte er noch m ber Tasche, als er vor vier Wochen nachts gegen 2 Uhr bas Casö Grobherzog verließ, um sich in Begleitung eines befreimbete» Studenten nach Hause zu begeben. J.i der Bahnhofstraße wurden beide tedoch von emer Anzahl nächtlicher Unholde angerernpell und von zweien hinterrücks überfallen. Als der Angeklagte, der euuge Schritte vorgelaufen war, sich umroaubte, sah er gerade, wie einer der Angreifer auf seinen Freund einhieb und em anderer flcb m drohender Haltung aut diesen lossturzte. Da zog er semen Revolver, gab zunächst zwei Schreckschüsse ab und als nun auch der andere Angreifer auf feinen zusaminenb rech en den freund losschlug, tjielt er aui biej.en unb gab zwei we.lere setjuffe ab, wovon einer trat, aber nicht lebensgefährlich v-rletzte. Tas Gericht ver» urtetlle, wie schon berichtet wurde, den Angeklageeti wegen Ueberlchreitung der Notwehr zu der g-Mch-ll ftraie von zwei Monaten Gefängnis. Ais ein Mensch, der alles gebrauchen kann, entpuppte sich der Metzger- aelelle ö T von Pfiffelbach. Gute Blechbüchse mit gebranntem' Kaffee, eitt Frauenhalstuch, Glücktvun chkarten mit fremden Rauten, eine Schnurrbartbutde kurzum allen mog chen Kram eignete er sieh rechtswidrig an. Tabet UN erfchlt^ er Kunde, , gelber und fälidne das Haupibttch. Als rückfälliger D e b erhall er 1 Jaltr 8 Alonate Gefängnis. - A ll ernste,n Gesicht versichert der letzte der Angeklagten, er fei der Bedtenltele S. Kontgl. H°h- b%% Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente . . 4%56 Oesterr. Silberrente Harpener Bergbau ♦ . 206.25 205.62 Tendenz: Ruhig. Ein glücklicher Aktionär! Die Standard Oil hat für das letzte Quartal ds. Jrs. eine Dividende von 12 Doll, pro Aktie erklärt. Diese Gesellschaft hat gezahlt von 1891 -95: je 12%, 1896: 31%, 1897: 33%, 1898: 40%, 1899: 33%, 1900 und 1901: je 48% 1902: 45% und für dieses Jahr 44 %. Für das gegenwärtige Kapital von 96%Mill. Doll, bedeutet die diesmalige Twidendenerklärung eine Gewinnverteilung von 11.700.000 Toll. Wir Halen ausdrücklich die Ueberjchrist: ein glücklicher Aktionär- gewählt, da Rockefeller 58% des gesamten Aktienkapitals besitzt. Seine Einahmen aus diesem Besitz belaufen sich also in diesem Jahr allem auf 24.800.000 Doll, und in den letzten 5 Jahren hat er nahezu 100.000.000 Doll, auf fernem Besitz an ben Aktien ber Standard Oil Co. verdient. heit des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha, zugleich der Bedienstete des amerikanischen Frelherrn von Ferth gewesen. Nur der Ernst der Gerichtsstälte verhindert bei dieser Erklärung die allgemeine Heiterkeit. Als solcher hat der Angeklagte sich allerdings überall gerirt und eine ganze Anzahl H o ch st a p e l e i e n verübt. Er wird unter Einbeziehung einer früheren Stra'e zu 14 Tionalen Gefängnis verurteilt. Er aber erklärt beim Verlassen des eaales, baß er nun Beweise seiner Unschuld demnächst seme Livree — die nebenbei bemerkt auch gestohlen ist — schicken lassen will. r. b. Darmstadt, 2. De-. Wegen Maiestatsbeleidigung hatte sich heute vor der hiesigen Strafkammer der Maurer Beter August Jäger zu verantworten. In einer Wlrtfchait in Dudenhofen hatte in vorgerückter Stunde ein ehemaliger Rekrut, Namens Wachter, die Vortrefflichkeit des deutschen Atültärdienstes gelobt und daran einige patriotische Worte angeknüpft. Als er zum Schluß em begeistertes Hoch auf den Kaiser ausbrachte, wobei sich alle Anwesenden mit Ausnahme des Angeklagten erhoben, rief dieser mit lauter Stimme eine unanständige Beleidigung auf den Kaiser dazwischen und schrie „Hoch die Republik". Als der Angeklagte darauf von dem zugegen gewesenen Nachtwächter zur Rede gestellt wurde, bedauerte er nicht etwa seine Worte, sondern bekräftigte sie noch mit der Behauptung: „So rote ich denken alle Arbeiter/ Ter Staatsanroalt beantragte 4 Monat Gefängnis, der Gerichtshof verurteilte ihn zu 3 Monaten. Hamburg, 2. Tez. Das Schrourgericht verurteilte den früheren Oberarzt Mill lon är Tr. Hagenow, wegen wiss en t- lichen Meineides zu 18 Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. ____ Für den Weihnachtsbedarf. Mit ausserordentlicher Preisermässigaing ist ein grosser Posten Wollwaren, Wäsche und Blusen ausgelegt. 899 * Uscher ÄuH>ehoriger und von Erzeugnis)en t>ax 31. Dezember hinaus ermöglicht wird. Das Deutsche Reich unterhalt zu allen Machten freundschaftliche Beziehungen. In der fchwte- riaen macedonischen Frage hat die Regrerung mu> gewirkt, ernsteren Verwicklungen tunlichst vorzubeugen, und zum Erfolg der Bestrebungen der nächstbetetltgten Alachte nir ruhige und geordnete Zustände beizutragen. Ber den Besuchen des Kaisers in R o m und Wien, entern Perfon- liehen Gedankenaustausch mit dem Kaiser von Rußland wurde der Wunsch und die Hoffnung aufs neue bestätigt, den Frieden auch vor gefährlichen Störungen zu be- wahren. _---------------- Urne sie Welömitzen. Berlin, 3. Dez. Der Etatsentwurf für 1904 wird dem Vernehmen nach Steigerungen der Posten anfweisen, die das Reich als Arbeitgeber für die Kranken-, Unfall- und Jnvaliden-Versicherung aufbringen muß. Dabei kommen namentlich die Militär- und Ma rin e v e rw al t un g und die Reichsdrttckerei in Betracht. Im Ganzen belaufen sich die Aufwendungen des Reichs für 'Arbeiterversicherungen im Jahre 1904 auf rund 50 Millionen Mk. Berlin, 3. Dez. Ein Röntgen-Kongreß wird anläßlich der 10 jährigen Wiederkehr der Entdeckung der Röntgen-Strahlen zu Ostern 1905 in Berlin in Anwesenheit Professor Röntgens ftattfinben. Frankfurt a. M., 3. Dez. Der frühere Lehrer und Homöopath Felgentreu wurde wegen Abtreibungen in etwa 15 Fällen verhaftet. Die Angelegenheit, die in der nächsten Schwurgerichtsperiode zur Verhandlung kommt, umfaßt weite Kreise. London, 3. Dez. Die Zahl der Verunglückten beim Brande der katholischen Universität in Ottawa ist, wie von dort gemeldet wird, etwas größer als die Annahme der ersten Berichte. Darnach wurden vier Priester, sechs Studenten und zwei Diener schwer verletzt. Zwei Priester sind bereits ihren Verletzungen erlegen. Das Uni» versitäts-Gebände ist völlig zerstört. Petersburg, 3. Dez. Vom Kischinewer Prozeß wird gemeldet, daß der Polizeirevier-Aufseher Blagoj aus- : sagte, die ausgestellten Truppen hätten in einer Vorstadt die Plünderungen unterstützt und dafür einen Teil der Beute erhalten. Der Oberst hatte eine Untersuchung eingeleitet, ■ worauf die Soldaten einen Teil der geraubten Sachen zurück- 1 gaben. Ein zweiter Polizeirevier-Aufseher, Borowitzky, sagte ' im Gegensatz hierzu aus, die Juden seien mit Stöcken bewaffnet gewesen. Ein Deutscher namens Wedemayer, sah einen Arbeiter, der, ein Telegramm schwingend, rief: „Von hoher Stelle ist Befehl ergangen, gegen die Juden loszugehen." Washington, 3. Dez. Wieder sind zwei Geistes, gestörte im Weißen Hause verhaftet worden. Der eine gab an, er wollte Roosevelt hypnotisieren, der andere trug ein großes Messer. Die Wache im Weißen Hause ist verdoppelt worden auf die Nachricht, daß ein Insasse dcS Irrenhauses in Minneapolis ausgebrochen sei und die Absicht ausgesprochen habe, bei Roosevelt einzudringen. fflKUPfERBER« . 216.10 215.87 . 223.60 223.60 . 147.75 147.75 . 189.— 188.90 . 206.25 205.62 MeM Backart) Pfg. handgewählte p. Psd. 0.90 u. 1.— Mk. p. Pfd. 70 Pfg. Hafeluußkerue Mk. and -Zutaten billigst Bahnhofftraffe 27 Gießen Lindeuplatz 12. Einen Posten gratis und franko 8993 Gg. Beck in Lille-G (Frankreich). Reste guter Kleiderstoffe sehr preiswert. 9002 Kreuzplatz 13. Kreuzplatz 13. 9003 Blcichstratze 4. weg 2o. 8179 Exp. d. Blatt. 05961 tiges, zuverlässiges 8990 ganuur 1004 üb vergebeii merOtn. 8 7 Riegelpfad 30, einreichen. Der Vorstand. empfiehlt 6962 8929 Ludwigstraße 6, I. 8852 Carl Nowack. 8028 zur 7472 u lugeben WWWWtz 145000 24 3000 2 4 2000 541000 5003 6000 4000 5000 Würfelzucker Mandeln 14 17 15 Zwei 3-Zimwer-Wohuungen per sofort zu vermieten. 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