Nr L3Ä Vrschet«, täglich außer Sonntag-, Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hesfischcu Landwirt die Siebener Kamillen» blätter mennoi in der Woche beigelegt. SLotaNvn-druck su Verlag der Brühl 'scheu Unwers.-Buch- u.Stem- druckerei (Pietsch Erben) Rebaktwu. ErpedMoa und Druckerei: Schalstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen, Fernlprechanlchluß 9fr.5L Erstes Blatt. 153. Jahrgang Samstag 3. Oktober 1303 0 ZS © moTat?td)75w',ote4rtei- GlchenerAnzeigers ** General-Anzeiger v ää w den poltt. und allgern. Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen MW 1 ** »etqentetf: Han« Beck. Politische Tagesschau. Frauen uub Politik. Die 2. Generalversammlung deS Verbandes fortschrittlicher Frauenvereine, die bekanntlich in Hamburg tagt, beschäftigte sich mit den , Mitteln und Wegen, das politische Interesie der Frauen zu erwecken." Fräulein Martha Zletz meinte, es sei ein trauriges Zeichen der Zeit, daß die Er- örkerung eines solchen Themas überhaupt noch notwendig sei, und daß die Frau immer noch aus die Tätigkeit am Kochtopfe und in der Kinderstube angewiesen bleibe. Von den Männern im allgemeinen sei nicht zu erwarten, daß sie für die politische Gleichberechtigung der Frauen eintreten würden; es bestehe zwischen ihnen und den Frauen eine unüberbrückbare Kluft; deshalb sei es die Pflicht der Frauen, selbst in den Kampf für politische Gleichberechtigung einzutreten; die Töchter müßten über politische Tagesfragen aufgeklärt werden, in den Mädchenschulen müsse Gesetzeskunde gelehrt werden. Eine kleine Besserung sei zu verzeichnen; während bisher alle politischen Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokratie die Mitarbeit von Frauen abgelehnt hatten, seien jetzt fast sämtliche Parteien bereit, Frauen aufzunehmen; die freisinnige Volkspartei sende bereits Frauen aus Agitation s reisen, es empfehle sich daher, daß die Frauen sich den verschiedensten politischen Parteien anschlöffen, um dort sür ihre Gleichberechtigung zu wirken; das A und 0 der politischen Forderungen müsse das allgemeine Stimmrecht sein. Frau Howe meinte, daß die Frauen, wenn sie in politischer Beziehung etwas Radikales erreichen wollten, eine eigene politische Frauenpartei bilden müßten. Pastor Beckmann erklärte, man werde aus die Dauer ohne weibliche Pastoren nicht auskommen können. Chefredakteur Kurt P lat en vom demokratischen „Hamb. Gen.- Anz." führte aus, die freisinnige Volkspartei erkenne die Gleichberechtigung der Frauen vollkommen an; der Erlang- langung des Frauen-Stimnrrechts, das seine volle Sympathie habe, stehe aber das allgemeine, gleiche, direkte Wahlrecht als Hindernis entgegen. (Das ist nicht recht verständlich. Dagegen dürfte die Reichsverfassung dieser Forderung rm Wege stehen. D. Red.). Es sei jedoch die Pflicht aller fortschrittlich gesinnten Männer, die Frau zum Wahlkampfe heranzuziehen und für das Frauen-Stimmrecht einzutreten. Eine volle Gleichstellung der Frauen mit den Männern m politischer Beziehung wird unserer Ueberzeugung nach erst dann möglich sein, wenn die Kinder aus den Bäumen wachsen oder in der Retorte destilliert werden. Die Stellungnahme des Bildes der Landwirte gegen die Nationalliberaien. Die Delegiertenversammlungdes Bundes der Landwirte m der Provinz Hannover faßte eine Resolution, in der es heißt: Für die Landtagswahlen in unserer Provinz befürworten wir, unter keinen Umständen solche Kandidaten zu unterstützen, die auf dem Boden des kürzlich veröffentlichten Wahlaufrufs der nationalliberalen Partei stehen. Dieser Wahlauftmf malt ohne irgerid begründete Veranlassung das Gespenst der Reaktion an die Wand, und das zu einer Zeit, wo im Reiche wie in Preußen die gegenwärtige Regierung dem Liberalismus, dem wirtschaftlichen wie dem politischen, völlig freies Feld läßt. Der nationalliberale Wahlaufruf stellt sich mit seinem Eintreten für den Mittellandkanal auf den einseitigsten Interessen standpunkt gewisser großkapitalistischer Erwerbsrreise, geht über die wrrtschaftliche Bedrängnis des Mittelstandes stillschweigend hinweg und stellt mit der Forderung anderweitiger Abgrenzung der Wahlbezirke den durch unsere neue wirtschaftliche Entwicklung schon vielfach geschädigten Land- bezirten eine weitere Verringerung ihrer Bedeutung 'm Staate in Aussicht. /Al Falsche Prophezeiungen. Die „Preuß. Korresp." schreibt: „Wir erhalten soeben'die überraschende Mitteilung, baß — entgegen den Absichten der Regierung noch vor ganz kurzer Zeit — die Kanalvorlage bei der Eröffnung des Landtags in der Thronrede Erwähnung finden und- dem Landtag zugleich mit der Vorlage über die Oderregulierung zugehen wird. Wie uns weiterhin versichert wird, ist der abermalige Umschwung in der Haltung der Regierung auf das persönliche Eingreifen des Kaisers zurüctzuführen; die Aenderung der Situation ist vor fünf oder sechs Tagen eingetreten." Der Appell der preuß. Nationalliüeralen auf dem Parteitag zu Hannover Hütte also ungewöhnlich rasch ge- fiuchtet, ein Erfolg ersten Ranges wäre zu verzeichnen, die Zuversicht der Agrarier, daß der Kanal vorläufig abgetan sei,'hätte einen empfindlichen Stoß erhalten — wenn nur die Neuigkeit wahr wäre. Wer, wer's glaubt, bezahlt einen Taler. „Voss. Ztg." und „Verl. Tagebl." nehmen die Information skeptisch auf. Die „Nationalztg." schreibt zur Sache: „Wer nur einigermaßen unterrichtet ist, wie sich die Dinge in Wirklichkeit verhalten, weiß, daß bereits vor längerer Zeit ein endgiltiger Beschluß über die Behandlung der Kanalvorlage gefaßt worden ijt Von einer Aenderung in den Absichten und Dispositionen der Regierung kann gar nicht die Rede sein." Deutsches Keich. Berlin, 2. Okt. Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Ter Pariser „Temps" hat sich erzählen lasten, der Kaiser habe wahrend der Tagung des internationalen Friedens- rougresfes in Rouen in einem Schreiben cm den Fürsten von Monaco, als einen der Mrenprüsidenten des Kongresses, erklctttt, daß nur die Wissenschaften einen Frieden herbeiführen würden. Diese Geschichte ist erfunden. — Der Kaiser hat an den General der Artillerie z. D. und Chef des 1. Posenscheu Feld-Artillerie-Regiments Nr. 20 v. Hoffhauer anläßlich seines gestrigen 50jährigen Tienstjubiläums nachstehendes Telegramm gerichtet: Rom inten, 1. Okt. 1903. Ich wünsche Ihnen zum heutigen Tage, an dem Sie vor 50 Jahren Ihre ehrenvolle, in langer Friedensarbeit wie in drei Feld zögen gleich bewährte militärische Laufbahn begonnen haben, von Herzen Glück und erinnere mich dabei gern und dankbar Ihrer besonderen Verdienste, die Sie sich um die Ausbildung und Entwickelung Ihrer Waffe erworben haben. W i l h e l in. — „Einfach scheußli ch" hat, wie der „Volksztg." aus Hamburg berichtet wird, der Kaiser unter den Entwurf des Z entr a lb a hnh o fs in Hamburg ge- schrieoen, als er chm vorgelegt wurde. Ter Bau des Zentralbahnhofes schreitet so langsam vorwärts, daß jetzt Die Fraktion der Linken den Senat um Auskunft über die Gründe dieser Verzögerung ersucht hat. — Man schreibt aus Mexiko: „Die schon wiederholt bekundete deutschfreundliche Gesinnung des Präsidenten Porfirio Diaz hat jetzt eine internationale Bedeutung erhalten, indem sich der Präsident für den Kaiser hat malen lassen. .— Das neue Militärpensionsgesetz liegt der „Neuen Polit. Korr." zufolge gegenwärtig dem Staatsministerium zur Beschlußfassung vor. In unterrichteten Kreisen wird ^efyofjt, daß es im Januar an den Reichstag kommt. Es tourt) daran festgehalten, daß die Höchstpension bereits bei 3öjähriger Dienstzeit erreicht wird, aber die rückwirkende Kraft ist auf die Kriegsinvaliden beschränkt und bei Friedensinvaliden nur auf die Verstümmelten ausgedehnt. Köln, 2. Okt. Nach der gestrigen Enthüllungsfeier der Denkmäler Kaiser Friedrichs und der Kaiserin Augusta sandte Oberbürgermeister Becker an den Kaiser ein Telegramm. Der Kaiser sandte noch an demselben Abend aus Romurten folgende Drahtantwort: „An den Oberbürgermeister Becker, Köln. Ich danke den Herren für die Meldung von der Enthüllung der von der Stadt Köln errichteten Denkmäler weiland Ihrer Majestäten des Kaisers Friedrich und t)»er Kaiserin Augusta, der ich zu meinem Bedauern nicht selbst beiwohnen konnte. Es war mir eine besondere Genugtuung, durch die Entsendung meines Sohnes, des Kronprinzen, der Stadt Köln zeigen zu können, wie hoch ich ihre dem Andenken der beiden hohen Verewigten bewiesene Treue schätze. Wilhelnr." Stuttgart, 2. Okt. Dem „Schwab. Merkur" zufolge ist auf das Begrüßungstelegramm des evangelischen Bundes aus lllm an den Kaiser aus dem geheimen Kabinett eine Antwort eingelaufen, in welcher der Kaiser für die Begrüßung vielmals danken läßt.________________ Kirche und schule. Evangelische Konferenz. Man schreibt uns: Wie alljährlich, so hielt auch am 30. September die evangelische Konferenz für das Großherzogtum Hessen ihre Jahresversammlung zu Friedberg ab im Saale des „Hotel Trapp". Eröffnet wurde sie durch den stellvertretenden Vorsitzenden, Pfarrer Sturmfels vor: Seligenstadt. Er begrüßte die Mir sehr kleine Zahl von Mitgliedern und Gästen und sprach am Schlüsse seiner Ansprache ein Gebet. Pfarrer Schulte von Beuern erstattete die Rechnungsablage für 1901/02 und konnte die Mitteilung machen, daß die Mitgliederzahl der evangelischen Konferenz die Zahl 200 im letzten Jahre überschritten habe. Nach Erledigung des zweiten Punktes der Tagesordnung „Geschäftliches, Mitteilungen, Anträge von Mitgliedern usw." trug Sencinar- Oberlehrer Lic. theol. Jäger aus Friedberg sein Referat vor über die Frage: „Welche Anforderungen stellen wir an eine neue Biblische Geschichte?" Das sehr lehrreiche ^und gründlich ausgearbeitete Referat wird im Korrespondenzblatte der Konferenz abgedruckt werden. An das Referat schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion an. Am Schlüsse wurde folgende Resolution angenommen: „Die Konferenz stimmt mit dem Refernten dahin überein, daß den ün- zweiselhast bestehenden Mißständen im Biblischen Geschichtsunterrichte, insbesondere den fortgesetzten Wiederholungen und der Ueberfülle an Stoff durch Be- schränkung uni) scharfe, sinngeämße Verurteilung des Stoffes auf die verschiedenen Altersstufen nach Möglichkeit abgeholfen werden muß. Sie wünscht baldige Verwirklichung der ausgestellten Grundsätze durch eine neue biblische Geschichte, die durch ihre Gruppierung des Stoffes zugleich elastisch genug wird, um den verschiedensten theologischer! Richtungen gerecht zu werden." Der 32. Kongreß für Innere Mission in Bra. unschw eig in den Tagen vom 21. bis 24. Sept, hat den von uns ausgesprochenen Erwartungen im vollen Maße entsprochen. Seine bedeutsamen Verhandlungen werden ihren Crndruck nicht verfehlt haben. Unter sehr starker Beteiligung wurde in den berden Hauptversammlungen das Verhältnis der Inneren Mission, zur Moderrren Welt nach seiner theoretischen und praktischen Seite erörtert. In klarer und von tiefer Sachkenntnis zeugender Weise behandelte D. Mayer ans Straßburg die antichristlichen Geistesströmungen der Gegenwart, wie sie die Masse der Gebildeten und deS Voltes beein.flussen. Er zeigte, daß der Materialismus wissenschaftlich überwunden, Haeckels Welttätseln trotz ihrer weiten Verbreitung von den bedeutendsten Männern der Wissenschaft das Todesurteil gesprochen sei. Es gelte daher, diesen und anderen Systemen Den falschen Glorienschein der strengen und aUeinigen Wisserrschastlichkeit herunterzureißen, und in öffentlichen und privaten Diskussionen das wissenschaftliche Recht der christlichen Welt- und Lebensanschauung zu erweisen. Hier hat die Innere Mission große Aufgaben an den Gebildeten aller Stände, die sie mit neuem Ernst und eindringendem Verständnis lösen muß. Dekan Dr. LZurster aus Württemberg besprach das Verhältnis der Inneren Mission und der humanitären Liebestätigkeit. Er gab jeder ihr Rech-, und ihr gesondertes Arbeitsgebiet, sie müssen sich ergänze.^ und tDUTien sich nicht entbehren. Um eine Zersplitterung der Kräfte zu verhüten, müssen fteilich die evangelischen Kreise sich in der Regel aus die Arbeit der Inneren Mission tonzenrrieren, deren Kern Seelengewinnung ist. Beherzigenswerte Worte fielen dabei aus dein Munde eines hochgestellten Juristen. Was wir brauchen, sagte er, sind nicht mehr Worte, sonderrr mehr Opfer, persönliche Opfer. Gebildete Männer und Frauen nrüssen ihre Zeit urrd Kraft in den Dienst stellen, nach der Berufsarbeit die Abendstunden jungen Leuten widmen oder dergleichen. Er erzählte, daß er seit Jahren in dieser Weise der Jugend diene; und es ist sicher, daß ein solches Beispiel persönlicher Hingabe mehr wert ist als viele Predigten. In den Dier Spezial- tonferenzen standen brennende Fragen des ösfentlichen und sozialen Lebens zur Erörterung, während die beiden großen Abendversammlungen und die vier Gottesdienste dazu dienten, die großen Gedanken der Inneren Mission in weitere Kreise der braunschweigischen Bevökke-nmg zu ttagen. Auslanö. London, 2. Okt. Dem „Standard wird aus Tientsin gedrahtet: Wenn die bezüglichen Dokumente echt seien, so hätte China die Goldminen Wei-hai-wer's vor der britischen Besetzuirg an Deutschland verpachtet, wodurch die brrtischeti Rechte null und nichtig würden. Sheffield, 2. Okt. In einer Rede, die Balfour heute hier hielt, teilte er mit, daß Lord Miln er das 2lmt des Kolonialsekretärs ausgeschlagen habe. Es bestehe keine Meinungsverschiedenheit zwischen Miluer und der Regierung. Milner sei jedoch der Ansicht, daß er der schwierigen südafrikanischen Frage besser Herr werden könne, wenn er an Ort und Stelle sei. Brüssel, 2. Okt. Tie Konferenz für internationales Recht besprach die internationale Schiedsgerichts frage. Der französische Delegierte Hubbard erttärte u. a., Mi- nisterpräsidenr Combes sei bereit, die Mächte zur Einstellung jeder Vermehrung der militärischen .Rüstung aufzuf ordern. M ür z st eg, 2. Sept. Aus unbekannter Ursache wurden heute dieSicherheitsvorkehruugen für den Zaren außerordentlich verschärft. Die Gendarmerie ist wesenttich verstärkt worden und die Straßen, welche die beiden Monarchen auf der Hin- und Rückfahrt zum Jagdrevier benutzten, wurden für jeden Verkehr abgesperrt. In der Nähe des Standes des Zaren wurde ein (Ändarmerie- posten ausgestellt. — T)ie Abfahrt des Zaren nach Darmstadt erfolgt morgen nachmittag. — Die Konferenzen der Minister hatten, tote es heißt, das macedonische Reformprogramm zur Grundlage, dasselbe sei ertoeitert lieber das Ergebnis der Konferenzen werde in den nächsten Tagen eine Veröffentlichung erfolgen. Oesterreich-Ungarn und Rußland hofften noch immer, daß es die Türkei-Reformen durchführen urrd daH es ge- lingen werde, in Macedonien Ordnung zu schaffen. Aus uni) Kani). Gieß e.n, 3. Oktober 1903. ** Personalnachrichten. S. K. H. der Großherzotz hat, wie uns aus Darmstadt drahtlich gemeldet wird, den Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Stade in Gießen auf sein Ansuchen aus dem Amte eines Mitgliedes der Landessynode entlassen und zu seinem Nachfolger den Geh. Kirchenrat Professor Dr. Kattenbusch ernannt. — Der Pfarrverwalter Georg Becker in Hopfgatten (Dekanat Alsfeld) wurde daselbst zum Pfarrer ernannt. — Die durch die evang. Dekanatssynode zu Büdingen erfolgte Wahl des Pfarrers Ernst Büchner zum Stellvettreter des Dekanats Büdingen erhielt die Großh. Bestätigung. •* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Oberlehrer an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt, Professor Dr. Heinrich Schopp auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm d:e Krone zum Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmüttgen verliehen. — Der Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Mainz, Professor Karl Stoltz, wurde zum Oberlehrer an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt ernannt, der Pfarrer Otto Gros aus Zotzenheim zum Oberlehrer an dem Gymnasium und an der Oberrealschule zu Worms. — In den Ruhestand wurde versetzt der Bahnwärter in der Heff.-Preuß. Eisenbahngemeinschast, August Schulz zu Büches, auf sein Nachsuchen. **Von der Landes Universität.. Nach dem amtlichen Teile der „Darmst. Ztg." wurde der außerordentliche Professor für römische? Recht an der Universität Leipzig, Dr. jur. Paul Kr et schm ar, zum außerordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Landes- uniüerjität Gießen ernannt. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Die am Sonntag stattfindende Premiere von „Der blinde Passagier", Lustspiel in 3 Akten von Blumenthal und Kadelburg, findet al§ erste SonntagS-Abonnementsvorstcllung statt. Das Publikum kann aus der Ansetzung dieser Novität für Sonntag wiederum ersehen, daß die Direktion auch für Sonntag ein gewähltes Repertoire vorgesehen hat. Es wäre daher zu wünschen, daß sich auch für dreses Abonnement eine noch größere Beteiligung einstellte. -Die Novität selbst ist mit vollständig neuen Dekorationen aus dem Atelier von E. Fack (Berlin) ausgestattet. Der erste Akt führt uns an Bord eines großen Vergnugungsdanipfers; wir wohnen der Ausfahrt aus dem Hamburger Hafen bei, fahren elbadwärts, erreichen die hohe See, mährend der Schluß des Aktes das Rollen des Schiffes auf hoher See und die Wirkungen derselben zeigt. Der zweite Akt spielt in einem norwegischen Fjord und der dritte wieder an Bord des Dampfers. Die Dekorationen sind genau nach Berliner Muster hergestellt. — Kunst verein. Die Gemälde-Ausstellung im Turm- haus am Brand ist von morgen Sonntag an wieder geöffnet und zwar an Sonntagen mittags von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen, an Wochentagen mit Ausnahme Samstags von 11 bis 1 Uhr und Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags. Eintrittsgeld für Nichtmitglieder an Sonntagen 20 Pfg., an Wochentagen 50 Pfg. *• Die Anlagem usik fällt morgen aus. - Besitzwechsel. Die seither der Schleenbecker'schen Maffe gehörenden Bauplätze in der Ebelstraße gingen durch Kauf an Weißbindermeister K. Nikolaus über. Derselbe soll beabsichtigen, alsbald einige Wohnhäuser zu errichten. •* Das Projekt des Bahnhofs-Um- und Erweiterungsbaues der Stadt Gießen von Architekt Hofmann in Herborn ist, wie wir hören, vom preußischen Eisenbahn-Minister genehmigt worden. In Kürze wird mit der Ausführung begonnen werden. ** Verlauf der Witterung von Donnerstag dis Freitag. Die Wetterlage hat sich rasch in dem seitherigen Sinne geändert und ist der schon Dienslag vermutete Witterungsumschlag eingetrelen. Das Hoch, welches gestern noch ganz Deutschland bedeckte und so heiteres warmes Wetter hervorrief, ist durch eui im Nordwesten erschienenes Tief, an dessen Südostralide ein Teiltief bis nach Ostdeutschland vorgedrmigen ist, nach den: Süden des Erdteils gedrängt worden. Tas Teillief verursachte gestern abend Trübung und in der Nacht Regensälle, stellenweise mit schwachen Gewittererscheinungen. Auf der Rückjeire des abziehenden Tiefs nahm das Wetter heute, Freitag, bei westlichem Winde böigen Charakter an, Sonnenschein wechselte rasch mit Bewölkung, vielenorts fiel Regen. Die Temperaturen sind gesunken, sodatz es nachmittags 5—6 Grad kühler war als gestern. Da nunmehr niederer Druck den ganzen Oiorden Europas bedeckte und hiermit den ozeanischen Tiefs freie Bahn geschaffen ist, so haben wir eine Zeit lang trübes, kühles, gelegentlich unruhiges Wetter mit Regenfällen zu erwarten. A. P e p p l e r. p. Nieder-Bessingen, L Okt. Wieder einmal ist durch einen kleinen Jungen ein diesmal glücklicherweise nicht bedeutender Brand verursacht worden, indem mehrere Wagenladungen Stroh, die dem hiesigen Landwirt Georg Klös H. gehörten, auf dem Felde lagen, von einem füns- ^jührigen Jungen angezünder wurden. Die rings lustig brennenden Haufen Kurtoffelkraut haben offenbar den Meinen dazu verführt. E. B. Darmstadt, 2. Okt. Die Kaiserin von Rußland, der Großherzog und die fürstlich battenbergischcn Herrschaften besuchten gestern abend nach der Rückkehr von Jagdschloß Wolfsgarten — wohm sich die Kaiserin, der Großherzog und Prinz Andreas mittelst des dem letzteren vom Aarenpaar zur Hochzeit geschenkten Autoinobils begeben hatten, — die Vorstellung des Anzengruberschen „Pfarrers von Kirchfeld * im Hostheater. Später sand Familientafel im Neuen Palais statt. Heute vormittag besuchten die Zarin und der Großherzog wieder mehrere Geschäfte, so die Möbelfabrik von I. Glückert und die Darmstädter Möbelfabrik und Kunstsalon. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, deren Ankunft in Darmstadt für heute vormittag wir bereits gestern mitgeteilt, wurden im Alten Palais von der Zarin und dem Großherzog empfangen. Heute nachmittag unternahmen die Kaiserin, der Großherzog, Prinz und Prinzessin Heinrich mit den kleinen Prinzessinnen eine Ausfahrt nach der alten Schloßruine Frankenstein bei Eberstadt, woselbst auch ein Imbiß eingenommen wurde. Am Abend wurde wieder das Hostheater besucht. B. B. Darmstadt, 3. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Die Kaiserin von Rußland besuchte heute vormittag ihre Verwandten im alten Palais und stattete auch dem Prinzen und der Prinzeffin Heinrich und den battenbergischen Herrschaften Besuche ab. — S. K. H. der Großherzog erteilte heute vormittag Audienzen. — Der griechische Archimandrit ist gestern ans München hier eingetroffen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. hat sich der 40jährige Kaufmann und Bankier Dr. R. Goldschmidt er- schoffen. Das Motiv zu der Tat ist Schwermut.__________ Vermischtes. * Hamburg, 2. Okt. Bei Helgoland kenterte ein tnit 8 Personen besetztes Segelboot, wobei der Steuermann den T o d in den Wellen sand. * M ann heim, 2. Okt. Auf dem Friedhöfe er s cho ß sich der 66jährige Tabakagent Florian Franke, der früher der Bühne angehört hatte. * Ein schauerlicher Fund wurde vor einigen Tagen bei Tilsit gemacht. An einer Gerichtsverhandlung, die im Sommer vorigen Jahres dort stattfand, war auch der Schneidermeister Kmbat aus Meischlanken beteiligt. Nach dem Termin war er spurlos verschivuuden, und auch alle nach ihm angestellten Ermittelungen waren vergeblich. Bor httfrem fand nun ein Junge beim Pilzelesen Kleidungsstücke und Knochen vor. Das hiervon benachrichtigte Ermittlungsgericht begab sich' an Ort und Stelle und stellte hierbei an den Kleidungsstücken und Stiefeln fest, daß dies Ueberreste von der Bekleidung des verstorbenen Kubat waren. Ein Riemen, der noch am Baume hing, ließ daraus schließen, daß der Tod des K. durch Erhängen erfolgt ist. Offenbar hat Raubzeug später die Leiche bis auf die Knochenreste aufgesresfen. Kunst und Wissenschaft. Berlin, 2.Okt. Geheimrat Friedrich Lippman, Direktor des Berliner Kupserstichkabinets, ist heute früh gestorben. Berlin, 2. Okt. Heute vormittag sand anläßlich der Wagner-Feier das erste der drei historischen Konzerte statt. Das Programm bildeten Ouvertüren zu Glucks „Iphigenie", zur „Zauberflöte", zum „Freischütz" und Beethovens neunte Simonie. Dungent war Hoskapellmeisler Pohlig-Stuttgart. Tie Musik sührte das verstärkte philharmonische Orchester Leipzig, die Chöre der Stern'icbe Gesangverein und der CacllienvereimBerlin aus. Als Solisten wirkten die Damen Laporte und Schumann-Heink, die Herrett Sommer und Heinemann mit. — Friedrich Wernburg, der angesehene Berliner Publizist, vollendet heute (Santstag) das 70. Lebensjahr. Geboren am 3. Oktober 1833 zu Mainz, ist er der jüngere Bruder des be- rühmten Juristen. Auch er selbst widmete sich hier in Gießen zuerst der Rechtswissenschaft und wurde Hofgerichtsadvokat in Darmstadt. Dann zog ihn die Politik in ihre Bande. Friedrich Dernburg wurde Abgeordneter der zweiten hessischen Kamrner und Führer d e r h e s s i s ch e n F o r t s ch r i t t S p a r t e i; als solcher ivar er ein Hauptgegner der Dalwigkschen Politik. Von 1871 bis 1881 gehörte er als nationalliberaler Abgeordneter dem Deutschen Reichstage an. 1883 nahm er an der Reise des Kronprinzen nach Spanien und Rom teil unb entwarf davon ^eine farbenreiche Schllderung. Es folgten weitere vielbeachtete Schriften, töte die Sommerfahrt „Russische ßeute", „Berliner Geschichten", „Aus detitscher Bahn in Klemasien" und als eines der reifsten Werke der zweibändige Roman „Der Oberstolze". Friedrich Ternburg ist einer uiiserer geistvollsten Publizisten, der eine glänzende Feder und reiche Lebenserfahrtlng besitzt. Prof. Dr. Biermanri in Gießen ist ein Schlviegersohn des Siebzigjährigen. Ardoiterlrcwcgung. Berlin, 2. Okt. Gestern abend nach Schluß der Fabriken kam es zu A u s s ch r e i t u n g e n in der Gegend des Nettelbeck- platzes, wo eine Omnibushalte st elle ist. Ktttscher und Fahrgäste wurden belästigt. Die eingreifenden Schutzleute wurden verhöhnt und von allen ©eiten bedrängt. Die Menge, welche die An- chlagsäulen m Brand setzte und den Feuermelder beschädigte, ntnßte mit flacher Klinge auseinander getrieben werden. Bon deii Unruhestiftern, die die Schutzmannschafl mit Steinen, Flaschen und ähnlichem belvarfen imb mehrere Polizisten verletzten, so daß der Platz wiederholl mit blanker Waffe gesäubert werden mußte, wurden acht verhallet. In der Nähe des Nettelbeckplatzes, wo der Volkshaufe den Un'ug forlsetzte und die Pferde der Schutzleute durch Feuerwerk scheu zti rnachen suchte, wurde ein Kutscher bet der mut- willigen Alarmierung der Feuerwehr abgeiaßt. Gerichtssaal. G i e ß e n, 2. Okt. Strafkammersitzung. In der Strafsache gegen den Viehhändler M. L. von Neustadt, über die wir schon früher berichtet haben, wurde heute das Urteil dahin verkündet: Die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das sreisprechende Urteil des Schöffengerichts Homberg wird verworfen. — Die Verhandlung gegen den Tagtöhner K. F. von Lollnr, der des Verbrechens im Sinne des § 176 Ziffer 3 des Strafgesetzbuches beschuldigt wird, findet unter Ausschluß der Oejfentltchkeit statt und endigt mit der Verurteilung des Angeklagten zu sechs- Monaten Gefängnis, abzüglich eures Monats Unter such ungs- hast. — Der Taglöhner A. F. von Gießen hat sich des gleichen Verbrechens schuldig gemacht. Die Verhandlung and gleichfalls bei verschlossenen Türen statt. Urteil: Ein Juhr sechs Monate Zuchthuus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre. — Der Erdarbeiter I. E. von Dersberg, der sich in strafiechtlichem Rücksalle'be- indet, erhält wegen Entwendung eines Hemdes und einer Hose aus einem verschlossenen Bleichgarten zu Wenings unter Zubilligung mildernder Umstände ein Jahr Gefängnis. — Der Weißbindergeselle H. R von Daubringen, Witwer, hat sich heute wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Personen unter vierzehn Jahrep $n verantworten. Urteil: 2 Jahre Gefängnis. — Der Händler H. K. von Wolf wurde vom Schöfsengerichr Ortenberg wegen Betrugs mit 4 Tagen Gefängnis bestraft. Er hat einem Wirt, der infolge eines Alters sehr schlecht sieht, ein 20 Pfennigstück in Zahlung gegeben und erhielt von diesem im Glauben, es sei mit einer Mark gezahlt worden, 80 Pfennig zurück, die er auch trotz später erfolgter Aufforderung zur Rückerstattung für sich behielt. Die vom Angeklagten eingelegte Berufung wird kostenfällig verworfen — Der angeklagte Schlossergeselle W T. von Büdingen, der gelegentlich eines in diesem Sommer in Büdingen slattgehabten Festes mit seinem Vetter Ludwig Treut in Streit geriet und hierbei seinen Vetter mit einem Messerstich verletzte, erhält heute wegen schwerer Körperverletzung eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten, abzüglich ein Monat erlittene Untersuchungshaft; auch wird auf Einziehung des gebrauchten Messers erkannt. — Zum Fall Hüssen er wird gemeldet, daß der Antrag des Hüssener, ihn aus der Hall zu entlassen, ablehnend beschieden worden ist. Maßgebend hierfür war die Erwägung der Militärbehörde, daß durch die Haitentlasiung das Publlkum sich zu Ausschreitungen könnte hinreißen laffen Es ist bereits versügt worden, daß Hüssener in den nächsten Tagen zur Verbüßung seiner Strafe in em Militärsestungsgesängnis transportiert werde. AllSM BUS dkll StüuSrssmlsregistklll dkl Siaöt LMikll. Aufgebote Am 28. Sept. Ludwig Rum, Arbeiter dahier, und Christine Reich, Dwnstmagd zu Treihausen. — 29. Louis Schmidt, Artist zu Gießen, und Elisabethe Leisek, Artistin zu Bukonunk. — 30. Wilhelm Wirth, Metzger dahier, und Barbara Eichmann dahier. — Peter Rosenbecker, Taglöhner dahier, und Wilhelmine Luise Hütter dahier. — Mathias Willems, Techniker dahier, und Anna Luise Griesbach zu Sobernheim. — 1. Okt. Friedrich Karl Philipp Bachmann, Schlaffer dahier, und Wilhelmine Luise Georgine Elisabethe Berta Lehmann, Büglerin dahier. Eheschließungen. Am 26. Sept. Friedrich Karl Heinrich Preis, Maschinist zu Wald-Michelbach, und SDlarte Charlotte Hill, Dienstmädchen dahier. — Philipp Brunnengräber, Spengler dahier, uni) Juliane Luis« Struth, Tochter des verstorbenen Schreiners Werrrer Struch dahier. Geborene. Am 20. Sept. Dem Ausläufer Heinrich Pitz eine Tochter- Elisa Lma Wilhelmine. — 21. Dem Hilfsbremser Georg Jaust eine Tochter Anna Aiarie Elisabeth. — 22. Tem Briefträger Georg Rockel eine Tochter. — 23. Tem Schneider Hellwig Franz em Sohn Erhard Heinrich. — 24. Dem Tapezier Wilhelm Rohrbach ein Sohü Hermann Wilhelm. — Dem Rechtsanwalt Ferdinand Arnold eine Tochter Emma Josephine. — 25. Dem Schausteller Hermann Walldorf eine Tochter Ida Elisabethe. — 28. Dem Friseur- Ludwig Schenk eine Tochter. — Dem Rabbiner Dr. David Sander eine Tochter Flora. — 29. Dem Schlosser Konstantin Nikola: em Sohn Max Heinrich Hermann. — Dem Schneider Hermann Fleischer eine Tochter Sophie. — Dem Kutscher Johannes Fülsiiig eine Tochter Marie. — Dem Bäckermeister Wilhelm Christian Karl Löber ein Sohn Wilhelm Philipp. — 30. Dem Bäcker Wilhelm Strack ein Sohn Friedrich Wilhelm. Gestorbene. Am 25. Sept. Katharine Junker, geb. Hohmeier, 76 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. — 29. Heinrich Stroh, 76 Jahre alt, Großh. Renda,it t P., dahier. — 1. Okt. Friedrich Peter Setzer, 26 Tage alt, Sohn des Formers Friedrich Peter Setzer dahier.— Luise Anguste Vigelius, 76 Jahre all, ohne Berus, dahier. — Heinrich Hans Prang, 3 Jahre alt, Sohn des Dachdeckermeisters Johannes Prang dahier. Kandel und UerKeyr. VoüiLwlrflchaft. — Getreide. Ter Verlauf des Getreidegeschäftes war diese Woche im allgemeinen ein ruhiger. Für Weizen konnte sich die Stimmung wieder etwas befestigen. Effekt. Ware ist noch immer gefragt, auch auf spätere Lieferung zeigt sich gute Ateinung. Tas Angebot von Amerika ist nach wie vor verhältnismäßig sehr schwach und von Rumänien hat solches wesenllich nachgetaffeii. Rußland bleibt dagegen mit Offerten immer reichlich am Markte, unter voller Behauptung hoher Forderungen für .Prima-W Roggen matt und etwas billiger. Gerste unverändert. Haf schäftslos. Mais flauer. Tie heutigen Notierungen sind: Weizen. Red Winter II Mk. 134—135 Kansas II j, 134-- Ulka-Weizen 9 p. ,6/»o * 126—127 „ 10p. , 130-- Rumänischer, 80/81 Kilo „ 131—135 , 79/80 „ , 129-130 78,79 , 128-129 Roggen. Russischer 9 p. 16/2» * 100-- Gerste. Ruff. Filltergerste 60/61 Kilo * 84-- Hafer. Russischer 47/48 Kilo * U)0—102 „ 50/51 , „ 104—109 Mais. mixed „ 06-- Laplclla r. t. i> 00-- ‘S't-i per Tonne cif Rotterdam. Q C T jQ 2"? ej oj _ Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Betreffs der für morgen, 4. Oktober, nachmittags 4 Uhr, angesetzten evangelischen Weihe des neuen Friedhofs sei der Geniemde noch mitgeteilt, daß der diensttuende G e i st l i ch e, nebst den beiden Kirchenchor schulen, soivie auch die Alltglieder des Gesanit-Kirchenvorstandes und der Gesanit-Gemeindeverlretung sich ausstellen werden an der Treppe, die zur S a k r i st e i der FriedhoiSkapelle führt. Die übrige Gemeinde wolle sich an dieselben anschlleßenl Katholische Gemeinde. S a in 5 t a g, den 3. Oktober 1903. Nachmittags nm 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. von 5—10 Uhr wird ein srenider Priester Beichr hören. Sonntag, den 4. Oktober. Noseukranzfcst. Vormittags von 6 V, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe, vor und in derselben Austeilung der hell. Kommunion. Gemeinschaflliche hl. Kommunion des kath. kaufmännischen und kath. Gesellenvereins. v um 8 Uhr: Tie zweite hell. Atesse. „ um 9 '/, Uhr: Hochanit mit Predigt. Nachmittags um 2'/, Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranz- Andacht mit Segen. An den Werktagen ist abends um 6 '/, Uhr Rosenkranzandacht mit Segen. Neuesse Mewmissea. Originadralytmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 3. Okt. An der Spitze seiner heutigen Ausgabe erklärt der „Vorwärts : Der Parteivorpand hat die Erörterungen, welche auf dem Dresdener Parteitage über die Mitarbeit von Parteigenossen in der bürgerlichen Presse, speziell an der „Zukunft" stattgefunden haben, noch fortgesetzt beraten. Der Vorstand ist zu dem einmütigen Beschluß gelangt, die Angelegenheit, nachdem das Material vollständig vorliegen wird, von Partei wegen zur Beratung und Entscheidung zn bringen. Berlin, 3. Okt. Im deutschen Theater hat Octave Mirbeaus breiaftige Komödie „Geschäft ist Geschäft" einen durchschlagenden völlig unbestrittenen und überaus starken Erfolg davongetragen, an dem die glänzende Darstellung der Hauptrolle reichen Anteil hatte. (Dagegen wurde dasselbe Stück bei der Erstaufführung im Wiener Burgtheater, wie von dort telegraphiert wi.rd, scharf abgelehnt.) Hamburg, 3. Okt. Auf dem RathauZmarkte über» fiel ein Strolch die Gemahlin des Geir er al ko n suis von Uruguay, Frau Browe, entriß ihr die goldene Uhr und Kette und versuchte zu entkommen. Schutzleute nahmen ihn fest. Metz, 3. Okt. Ter Gemeinderat beschloß einstimmig, daß die Sperrung der Bouillon-Quelle jeder gesetzlichen Grundlage entbehre, wenn die Aufsichtsbehörde den Beweis nicht liefern könne, daß die Bouillon-Quelle wegen Typhus-Gefahr geschlossen wurde. L. London, 3. Okt. Chamberlain wird, wie die „Daily Mail" erfährt, die Einführung neuer Steuern auf Lebensmittel im Betrage von 10 Millionen Pfund Sterling Vorschlägen. Der gleiche Betrag würde bei anderen Verbrauchsartikeln Wegfällen. Die bestehenden Lebensmittelzölle betragen annähernd 13 Millionen Pfund Sterling. Die noch verbleibendeu 3 Millionen Pfund sollen aufgehoben und durch Abgaben auf ausländischie Fabrikate ersetzt werden. P a r i s, 3. Okt. In Montauban zerstörte eine furch t? bare Feuersbrunst den Stadtteil des Freiheits Platzes. Drei große Kaffeehäuser, ein Tabak-Geschäft und mehrere andere Häuser gingen in Flammen auf. Der Schaden beziffert sich auf mehrere Millionen. Man weiß noch nicht, ob Personen verunglückt sind. Wien, 3. Okt. Nach bisher unbestätigten Privatmeld^ ungen ist es am jüdischen Versöhnungstage inMo- hileff unweit Kischchew zu Jud en-Ma s s acr es gekommen. Die Polizei war gegenüber den mit Knüppeln be.» wafsneten Buuern hilflos. Telephonischer KursberschL JfcrHHkiuri 3. Oktober iyu3. 3x/2% Reichaanleihe . . 101.80 3% do. . , . 90.35 37,0/v Koneols .... 101.65 3% do.....90.50 372% Hussen .... 100.— 37a% Oberhessen . . . 99.20 4% Oesterr. Goldrente . . 101.80 4xI6% Oesterr. bilberrente 100.60 4% Ungar. Goldrente . . 99.70 4% Italien. Rente . . . 103.20 473% Portugiesen . . . 51.90 3°/ Portugiesen.....31.70 1% C. Türken .... 36.05 Türkenlose......133.44 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 41/, % äussere Ar^entiner 3% Mexikaner . . . 27.80 4%% Chinesen .... 92.35 Electric, bchuckert . . . 97.50 Nordd. Lloyd . . , . 104 20 Kreditaktien . ... 203JO biskonto-Kommandit. . . 188.60 Darmstädter Bank . . . 138.90 Dresdener Bank .... 148.30 Berliner Handelsges. . . 155.00 Oesterr. Staatsbahn . . , 140.2g Lombarden ..... 16.3q Gottbardbahn.....192.50 Laurahütte ...... 228.00 Bochum ....... 184.30 Harpener......189.25 Tendenz: fest. Warnungl Die meisten Nachahmnngen von Dr. Hommels Haematogen werden, um das D. K. V. Mo. 81,391 zu umgehen, mit, Zuhilfenahme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommel’s Haematogen und achte auf die Schutzmarke „Säu- gende Löwin. *__________________________ _________ 92 Lowells mit Firma B vrühttche Universitäts-Druckerei. Giesien. ?iii u er miet eit 047931 Kleine Wohnung an ruhige Leute zu vermieten. __Wallthorstraße 21. 7228] Alansardenwohng., drei Zimmer, Küche, Keller u. Boden- raum, zu verm. Bahnhofstraße 1. 04789] Logrs zu vermleten. Th. 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