Nr. 153 Zweites Blatt. 153. Jahrgang Freitag 3. Jrrlt 1903 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der B r ü h l'schen Univers.-Buch- u. Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Erpedttton und Druckerei: Schnlstratze7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprrchanichluß Nr. 6L GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen verngsprrt-: monat uch7b Pi viertel» jährlich Mt. 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.: durch die Post Mk.L—viertel- jährU auöschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die Tagesnummer dis vormUtagS 10 Uhr. ZeUenpreiS: lokal ILPf^ auürvärtS 20 Pig. Deraaiworltich iür den poltt und allgem. Tell^ P. Wittko: für ,Stadl und Land^ und .GenchtSsaalE'. August Götz; für den Anzeigenteil: Han 4 Beck. Die Heutige Kummer umfaßt 10 Seite«. Kiu ZLalLankrieg? Nach einer Depesche aus Sofia hat die bulgarische Regierung die Ausfuhr von Pferden und Mauleseln aus Bulgarien verboten, oa zurzeit eine starke Nachfrage aus der Türkei nach diesen Tieren herrscht. In der Regel pflegt ein solches Ausfuhrverbot dem Kriege voranzugehen. Daß den bulgarischen Militärs der Mut in der Brust die Spannkraft übt, daß bei ihnen die Sehnsucht nach kriegerischen Taten groß ist, unterlieget keinem Zweifel. Fürst Ferdinand begünstigt bis zu einem gewissen Grade die unternehmungslustige Stimmung. Gin solcher Rausch des Patriotismus geht von der Armee aus das Bürgertum über und macht das Regieren leichter. Hätte der arme Alexander von Serbien nach Napoleons III. Beispiel rechtzeitig für etwas Ablenkung durch einen äußeren Feind gesorgt, sein Schicksal hätte sich vielleichjt besser gestaltet. Tatsächlich sollen dem Bulgarenfürsten nach der Heimkehr mehrere Attentats-Androhungen zugegangen sein. Die Absender wird man unter den enttäuschten Mazedoniern zu suchen haben, die nach den energischen Vorstellungen der Mächte für eine Weile von der bulgarischen Regierung kühl verleugnet wurden. Es läßt sich denken, daß Fürst Ferdinand nicht gern mit den höchst gefährlichen und resoluten Dynamitarden zu tun haben will und ein kriegsmäßiges Geplänkel mit der Türkei dem Risiko, in die Luft gesprengt zu werden, vorzieht. A tempo leben die macedonifchen Unruhen wieder auf. Die Pforte hat auch eine Kriegspartei, der zu Gefallen das bulgarische Säbelrasseln erwidert wird. Der Sultan fürchtet seit den Ereignissen in Serbien mehr denn je eine Palastrevolution. Persönlich ist der Sultan im hohen Grade ruhe- und friedliebend; er muß aber zu seiner Sicherheit der Kriegspartei Konzession machen. Die Grenz-Zwischenfälle sind Arrangements, die den Tatendurst in Sofia wie in Konstantinopel erfrischen. Trotzdem hat der kriegerische Sport seine bedenkliche Seite. Die Veranstalter können nie mit Sicherheit die Grenzen abschätzen, wo aus der Komödie Ernst wird. Diese Gefahr werden Rußland und Oesterreich-Ungarn, bei allem Verständnis für die Situation in Bulgarien wie in der Türkei, sicherlich nicht aus dem Auge verlieren. Ein Krieg zwischen Bulgarien und der Türkei muß unter allen Umständen verhütet werden, weil durch ein solches Ereignis der ganze Balkan in Brand geriete, _ noch mehr, weil Auseinandersetzungen zwischen den Großmächten sich daran knüpfen würden — der Friedensschluß ist der kritischste Moment eines Krieges von heute —, die dem mühsam gewohnten Frieden Europas die schwerste Erschütterung bereiten würde. Wir glauben, daß insbesondere die russische Diplomatie den Fürsten Ferdinand bereits unter der Hand hat wissen lassen, daß er wenig zu gewinnen und viel zu verlieren hat, wenn er den Kriegsgelüsten im bulgarischen Heer zu sehr die Zügel läßt. Dem „kranken Mann" vom Goldenen Horn braucht das nicht erst angedeutet zu werden; das sagt er sich selbst, daß auf eine Katastrophe gar mancher Erbe längst die Rechnung aufgebaut hat. In diesen beiderseitigen Erwägungen liegt eine gewisse Garantie, daß nicht leicht die Völker „unten weit in der Türkei" auf einander schlagen werden. Doch wie gesagt, immer unter der Voraussetzung, daß das Kriegsspiel nicht unvermutet und gegen die Absicht der um die Ablenkung Besorgten eine Wendung zum Ernsthaften nimmt. Dann allerdings dürfte die Löschung des Brandes auch der Autorität der Großmächte nicht gelingen. Aus Konstantinopel liegen heute folgende offiziöse Meldungen vor: Konstantinopel, 1. Juli. Marschall Omer Ruschdi Pascha, Mali Schakir Pascha und Divisionsgeneral Schensi Pascha sind mit zwei Bataillonen und 7 Batterien gestern, General Vervet Pascha ist mit vier Batterien heute von Djakowa in Pizren eingetroffen. Morgen oder übermorgen soll die militärische Aktion gegen die oppositionellen Albanesen in dem südlich von Pizren gelegenen Gebiete Ljuma beginnen. Die Pforte machte der östreichisch-unga- rischen und der russischen Botschaft Mitteilungen über den türkisch-bulgarischen Grenzvorsall bei Gültepe, wobei eilt türkischer Leutnant, 1 Soldat und vier bulgarische Soldaten verwundet wurden. Die Pforte zeigte den Botschasten an, daß eine aus Militär- und Zivilpersonen gebildete Kommission zur Untersuchung an Ort und Stelle abgesandt sei. Die Pforte teilte den beiden Botschaften ferner mit, daß eine b u l g a r i sch e Ban d e Hol- landireb, Kreis Kastoria im Wilajet YRonastrr, welches zwei mohamedanische und 28 bulgarische Häuser zählte, angegriffen und nre d er g eb r ann t habe. Die bulgarische Bevölkerung flüchtete ins Gebirge. — In, einer an die Kabinette in Wien, Petersburg und Parts gertchteten Zirkularnote beschwert sich die bulgarische Regierung über Ausschreitungen dertürkischen Truppen, sowie der Baschibozuks in Macedonwn und beklagt, daß die Pforte die letzten Anträge Bulgariens, gemeinschaftlich auf die Beruhigung der Lage hinzu- arb eiten abgelehnt habe, und im Gegenteil gegen ihr eigenes Interesse und gegen das des Fürstentums handelte. Die bulgarische Regierung protestiert gegen die Truppen konzentrativn an der Gr enze un d lehnt die Verantwortlichkeit für die daraus en tsteh e n d e n Fol g e ii ab. — Es verlautet, die Pforte richtete an ihre Botschafter int ^lstSlnnde ein Zit kular, in dem die jüngsten geringen Verstärkuitgen an der lml- garischen Grenze damit motiviert werden, daß dieselben gegen bett Uebertritt der Banden aus Bulgarien gerietet seien. Volttische Tagesschau. Wie fich die russische Regierung entschuldigt. Ein Leser unseres Blattes sendet uns folgenden Anschnitt aus der antisemitischen „StaatSburgerztg.": »Der Minister des Innern, v. Plehrve, empfing eine Deputation von Juden aus Kischi new, die ihm wegen der dort vorgekommenen antisemitischen Ausschreitungen Verteilungen machte. Der Minister übte der Deputation gegenüber eine ftrenge, aber gerechte Kritik an den Juden. Er sagte, wenn die Regierung mit ihnen streng verfahre, so käme es daher, daß sie es nicht anders verdienten; einem recht- chaffenen, ehrlichen Bolt könne die Regierung niemals Beschränk ungen auserlegen. In ihrem Charakter wären die I u d e n feig und f r e ct)f feig, wenn sie einzeln, und frech, wenn sie zusammen handeln. Em Teil der russischen jüdischen Bevölkerung hat sich der revolutionären Bewegung angeschlossen, und der Minister drohte wegen dieser Erscheinung gegen die Juden mit drakonischer Strenge voipugehen. Die Regierung werde der Judenauswanderung einen geeigneten Nachdruck geben und die Schulen vor Zöglingen dieser Rasse schließen. Wie gesagt, diese Strafe treffe das „auserwählte Volk" nur dann, wenn es ferner illoyal sein wolle. Sonst sei die Regierung in letzter Zeit gerade geneigt, dem Judentum eine gewisse Förderung angedeihen zu lassen; so sei das Ansiedelungsgebiet um 108 weitere Ortschaften erweitert und könnten die Rechte der Juden auch noch günstiger gestaltet werden." Deutsches Keich. Berlin, 2.Juli. Heute hörte der Kaiser in Kiel den Vortrag des Stellvertreters des Chefs des Militärkabinetts Oberst v. Oertzen, und empfing hieraus den Korvettenkapitän Hintze, welcher als Murineattachee nach Petersburg geht, zur Meldung. Mittags fand an Bord der „Hohen- zollern" bei den Majestäten Frühstückstafel statt. Es waren u. o. geladen Gräfin Eckbrecht-Dürkheim, Graf Ernst Moy, Landrat Dr. v. Brandt, Prmz Hermann zu Stolberg-Wernigerode, Mister Alison v. Armour re. — Wie aus Paris telegraphiert wird, erklärte nach einer Meldung des dortigen „Newyork-Herald" der amerikanische Botschafter in Berlin, das wichtigste Ergebnis der Kieler Woche bestehe darin, daß jeder Amerikaner von den freundschaftlichen Gesinnungen KaiserWilhelmsfürdieVereinigtenStaaten völlig überzeugt sei. Der Besuch des Geschwaders sei bei den allerseits herzlichen Kundgebungen ein vorzügliches Mittel, die Bevölkerung Amerikas über die guten Gesinnungen Deutschlands auszuklären. — Nach einer Newyorker Depesche hat sich auch Admiral Cotton in seinem Bericht an daS amerikanische Marineamt ganz begeistert über den glänzenden Abschluß der Kieler Festlichkeiten ausgesprochen. Als er an Bord der ,^ohenzollern" vom Kaiser Abschied nahm, habe derselbe seine wärmsten und herzlich st en Gefühle für den Präsidenten Roosevelt und die Vereinigten Staaten ausgedrückt und nur bedauert, daß der Aufenthalt der Amerikaner in Kiel so kurz sei. Er habe ferner die Hoffnung ausgesprochen, daß der Besuch bald wiederholt werden würde. — Wie der „Konfektionär" zu berichten weiß, soll der Kaiser während der Kieler Woche in einem Gespräch über die Reichstagswahlen zu einer bekannten Persönlichkeit gesagt haben, die Sozialdemokratie sei eine Erschei-n- ung, deren Entwicklung man ab warten müsse. Er halte es nicht für au der Zeit, in diese Beto e g u n g e i n z u g r e i f e u. — Der Kaiser hat, wie aus Kiel berichtet wird, den Großherzog von Mecklenburg-Schwerin a la suite der Marine-Infanterie gestellt. — Wie der „Post" zufolge nunmehr feststeht, wird Kaiser Wilhelm während seines diesjährigen Aufenthaltes in Oesterreichs-Ungarn Pest nicht besuchen. — Das preuß. Staatsmini st eri um trat heute unter dem Vorsitz seines Präsidenten Grafen von Bülow zu einer Sitzung zusammen. Graf Bülow reiste alsdann nach Norderney. — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, ist der im Januar dieses Jahres als Gesandter in außerordentlicher Jahresbericht der Kroßh. Kandelskammer Parteileitung in Mainz soll nach dem „Darmst. Tägl. Partei Mißbilligung" erfahren salzendes gespielt, fand großen Beifall. •* DaS Verhalten der nationalliberalen bildeten im Mittelgange der Kirche Spalier. Einen besonders hübschen Eindruck machte es, daß die äußeren Plätze der Bank am Mittelgang von kleinen weißgekleideten Mädchen besetzt waren, deren duftige Kleidchen rote Schleifen schmückten. Die goldglitzerndcn Uniformen der Offiziere vereinten sich mit den eleganten und vornehmen Toiletten der Damen und dem ernsten Schwarz, in das die Herren gekleidet waren, zu einem sehr eindrucksvollen Bild. Der Groß Herzog, der für jeden Empfang gedankt hatte, war um 9 Uhr 50 Min. auf dem waltungSbeamten betr.: Antrag der?lbgg. Dr. FrenayI und Genossen, Aushebung der Beiträge zur Großherzoglichen Offizier-Witwen und Waisenkasse, sowie zur Unterossizierkasse betr.; Antrag der Abgg. SchönbergerI und Genossen, gesetzliche Regelung des Milch Verkaufs betr.: Antrag der Abgg. Schönberger und 22 Genossen, die Nebernahme sämtUcher VolkSschulla sten auf den Staat bett.; Antrag deS Abg. Wolf, die meßbriefliche Wahrung der .zeitlichen landwi rtschaftUchen'Kulturveränderungen in den Grundbüchern und Cteuerkatastern betr.; Vorstellung des Eisenbahnkommiteek Mücke Ulrichstein, das Bahnprojekt Mücke — Ulrichstein— Rirfeld bett.; Vorstellung deS Zugführers Port zu Gießen, "anderweite Feststellung seines Besoldungsdienst' alter« bett.; Vorstellung von Gehülfen im mittleren Eisenbahndienst, ihre dienstlichen Verhältnisse jett.; Wahl eines Mitgliedes in den vierten Ausschuß an Stelle des auSgeschiedenenen Mitgliedes Langenbach: Wahl eines Mitgliedes in den Ausschuß für den Gesetzentwurf, die Landstände betr., an Stelle deS zurückgetre- jenen Abg. Dr. Heidenreich; Antrag zur Geschäfts- -rdnung, die Wahl eines Ausschußes für den in Aussicht stehenden Entwurf eines L a n d w irt s ch a ftSk am me r- Gesetzes eventl. Wahl der Mitglieder dieses Ausschusies; Regierungsvorlage, die Großh. Offizier-Witwen- und Waisenkasse sowie die Unteroffiziet-Witwen- kasse betr.; Regierungsvorlage, Verkauf des Steuer- kommissatiatSgebäudeS zu Friedberg und Errichtung eines Steuerverwaltungsgebäudes daselbst bett.; Regierungsvorlage, die Tiefbohrung auf Sool- und Thermalwafler in Bad Salzhausen betr.; Regierungsvorlage, die Veräußerung von fiskalischen Grundstücken betr* •* Die Eröffnung deS neuen Friedhofes fand am Mittwoch statt. Auf ihm sollen bis heute drei Personen begraben werden, und zwar beute ein 6 Monate altes Kind, morgen nachmittag ein 2* ^jähriges Kind, und als dritter Tote ein armer Taglöhner, der seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht hat. Die Beerdigung, bei der sich aus Anlaß der Eröffnung deS neuen Friedhofes der Stadtvorstand beteiligen wird, liegt bis jetzt noch nicht vor, da der betr. Verstorbene eine erwachsene Person sein muß, die mit kirchlicher Beteiligung zu Grabe getrageu wird. — Verhaftung. Den Betrüger, der den Schwindel mit den Drahtstiften zum Nachteil der Spediteure verübt hat, über welchen wir warnend berichtet haben, scheint man gefaßt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat einen Mann in Hast genommen, der früher Eisenbahnbediensteter gewesen ist und später bei derselben Drahtstiftfabrik im Geschäft war, welche bei dem Betrug als Absender der Ware bezeichnet war. Der beste Beweis, daß man den richtigen Vogel eingefangen hat, ist aber, daß deffen Handschrift auf den ersten Blick derjenigen auf ein Haar gleicht, welche auf den verfälschten Frachtbriefen sich befindet. — DaS Geschäft in Baumaterialien in unserer Provinz erfreute sich bisher einer überaus günstigen Lage. Die Kalk, und Ziegelwerke m unserer Umgebung haben nicht! nur über mangelnden Absatz nicht zu klagen, sondern befinden sich im flottesten Betriebe und hoffen auch, daß der Geschäfts- gang die Saison über so bleiben wird. Ganz besonders günstig für die Branche ist, daß in diesem Jahre auch auf dem Lande eine überaus rege Bautätigkeit herrscht. - Unsere Militärkapelle spielte gestern abend im Garten de§ Neuen SaalbaueS mit großem Erfolg vor dem ihr treuen musikliebenden Publikum Gießens. Hatten auch die festlichen Veranstaltungen der letzten Tage veranlaßt, daß die Zahl der gewöhnlichen Besucher der Abonnementkonzerte diesmal nicht vollzählig war, so war doch der schöne Garten recht lebhaft gesellschaftlich belebt. Musikdirektor Krauße hatte sehr interessante, gern gehörte Stücke auf das Programm geschrieben. Ein Teil der Nummern ist gestern schon an dieser Stelle bekannt geworden. Die beiden Wagner-Nummern, Quintett aus den „Meistersingern" und Fantasie auS „Lohen- grin" übten, sehr gut wiedergegeben, ihre alte, nie versiechende Wirkung au§. Ein Solo für Posaunen, von Herrn Trinks Hießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach ist soeben erschienen. Er umfaßt 97 Seiten und berichtet im Allgemeinen Teil über Handelskammergesetz und innere Angelegenheiten der Handelskammer, sowie über Unterrichts-, Verkehrsverhältnisse, Bankwesen usw., Versicherung, Gericht, Steuern, Zölle, Arbeiter- und Arbeitsangelegen-' hieten und Verschiedenes. Die Berichte über die einzelnen Industrie- und Handelszweige haben einen breiteren Raum im besonderen Teil erhalten. In einer sehr interessanten Einleitung ist ein kurzer Bericht, über die allgemeine Lage von Handel und Industrie im Jahre 1902. LandeSausschuffeS zur Verhandlung gebracht werden. — Bekanntlich hat die Mainzer Parteileitung sich entschlossen gehabt, in der Stichwahl zwischen dem Zentrumskandidaten Geh. Posttat König und dem Sozialdemokraten Dr. David keine bestimmte Marschroute abzugeben. Der nationalliberale Landesausschuß hatte dagegen das Eintreten für den Zen- ttumskandidaten befürwortet. •* .Flora und Vegetation deS Vogelsbergs". Unter diesem Titel ist soeben im Verlage von Emil Roth ein 130 Seiten zählendes Schriftchen von Dr. Ludwig Spilger erschienen. Professor Dr. Hansen, der Direktor des hiesigen botanischen Gartens, empfiehlt das Büchelchen den Studierenden und Freunden des Vogelsbergs. *• Ein komischer Kauz. Die Wetterprognose Falbs für die ersten Tage des Juli lautet: 1. bis 7.: Es finden ausgebreitete und sehr ergiebige Regen statt, die nur vereinzelt von Gewittern stammen. Die Temperatur liegt allenthalben tief unter der no rmalen. Kreissäge zurückgeschleudert wurde. Der Verunglückte wurde alsbald in das Krankenhaus in Hungen verbracht, wo er die erste ärztliche Hilfe fand. r. Odenhausen b. Lollar, 2. Juli. Wie wir hören, Anz." ,in weiten Kreisen der haben und in der nächsten Sitzung des nationalliberalen wird unser allverehrter Pfarrer Lindenborn am nächsten Sonntag seine Abschiedspredigt halten. Bereits längere Zeit trug sich der geliebte Seelsorger mit dem Gedanken, in den wohlverdienten' Ruhestand zu treten. Heber 30 Jahre hat er hier gewirkt. Es waren 7 Bewerbungen für die hiesige ------- , , , Pfarrstelle eingegangen, wovon die Pfarrer Harn ei- Zentralbahnhofe eingetroffen, begleitet von Generaladiutant Barmen und Sproedt, zur Zeit in Cappeln bei Moers, in u. Röder und Oberstallmeister v. Riedesel. Als der Großherzog die engere Wahl kamen. Die vereinigte Kirchengemeinde in die Vorhalle der Kirche gekommen war, blieb er stehen und Odenhausen-Salzböden entschied sich zuletzt für Pfarrer schaute gespannt in das Innere der Kirche, wo auf dem Altar Sproedt, welcher längere Zeit als Synodalvikar zu Wetzlar die elektrischen Lichter erstrahlten. Prälat Walz hieß lhn wirkte und daher bereits in vielen Landgemeinden als ein willkommen. Dann überschritt der Großherzog langsam, ge- beliebter Prediger hinreichend bekannt ist. folgt von der glänzenden Suite, die Schwelle des Gottes- G-.-D. Darmstadt, 2. Juli. Dem Vorstande de§ Hauses. Sowie der Großherzog das Gotteshaus betrat und Darnistadt'er Journalisten- und Schriftsteller-VereinS sind aus durch die Menge, die sich erhoben hatte, schritt ertönte macht- Anlaß der vorgestrigen Einweihung des Darmstädter Goethe- voll von 32 Posaunisten: „Ein feste Burg ist unser Gott", den km als eine große Anzahl GlückwunschdepeschenDie Weiherede verlas Prälat D. Walz, die Festrede hielt und Begrüßungsschreiben zugegangen. So telegraphiert Pro- Kirchenrat Frohn Häuser. Nach Schluß der Feier fuhr fessor Dr. Erich Schmidt in Berlin kurz und bündig: der Großherzog mit Begleitung unter freudigen Begrußungs- „Griiß und Heil!", während ein anderer berühmter Goethe- rufen der Menge zu dem Provinzialdirektor Gehenne- forscher, Geh. Hofrat Prof. Dr. Suphan, der Direktor des rat Freiherr von Gagern, um dort das Frühstück emzunehmew Goethe- und Schiller-ArchivS in Weimar, u. a. schrieb: „In- Die Abreise nach Darmstadt erfolgte kurz nach 3 Uhr. dem ich meinen aufrichtigen Dank für die mich höchlich ehrende w. Dutenhofen, 2. Juli. Gestern nachmittag kamen Einladung ausspreche, bezeuge ich zugleich den freudigen An- die ausgedehnten Gemeindegrasflächen zu beiden Seiten teil den ich an dem Gelingen deS edlen Werkes nehme, und der Lahn zur Versteigerung. Da die durch die Gunst der l sende zu der festlichen Stunde herzlichen Glückwunsch von der Witterung so rasch beendete Heuernte hier und tu der ganzen Stätte meines Wirkens mit meinen Archivgenoffen!" Von Umgegend gegen frühere Jahre verhältnismäßig knapp aus- dem Deutschen Journalisten- und Schriftsteller-Verein für gefallen ist, so war die gestrige Heugrasverlteigerung von Mähren und Schlesien traf folgende Depesche ein: „Wir auswärtigen Käufern sehr stark besucht, die die Preise auf senden Ihnen zu der schönen Feier die herzlichsten Grüße eine hier zu Lande nicht gewohnte Höhe trieben. Dadurch Möge das Denkmal den Beschauer nicht bloß an den großen hat unsere Gemeinde einen nicht geahnten Erlös erzielt, zu- Dichter erinnern, sondern ihn auch immer wieder zu dem mal der diesjährige Stand des Grases sehr zu wünschen ewig frisch quellenden Born seiner Dichtungen zuriickführen. übrig ließ. Allein die anhaltende Trockenheit, infolge deren Professor Emil Söffe, Präsident." — Ihr Nichterscheinen bei sich fast überall ein Mangel an Grünfutter bemerkbar macht, - der Feier hatten u. a. entschuldigen lassen: Wirkl. Geheime- mögen diese erhöhten Preise wohl mit veranlaßt haben; denn rat Dr v Knorr Exz., Generaladjutant General v. Wachter was an Grünfutter fehlt, muß bei der alltäglichen Fütterrmg Erz., der Rektor der Landesuniversität Gießen, Profeffor D. das Dörrfutter ersetzen. Unserer Gemeinde, die in ihren Ge- Krüger, Kammerpräsident Geh. RegierungSrat Haas, Ge- meindeeinnahmen in erster Linie auf ihre Gememdewlesen an* heimerat Dr. Kittler, Profeffor Christiansen, KreiSrat gewiesen ist, da der Wald fast gänzlich fehlt, ist der gestrige o. Hahn in Oppenheim, Gymnasialdirektor Profeffor Dr. Erlös wohl zu gönnen, zumal da sie im laufenden Jahr Löbell in Friedberg, Profeffor Dr. Schleierinacher in Karls- bedeutende Ausgaben zu machen hat. Wir wollen nur an ruhc :c< die Errichtung der Güterverladestelle, die Beschaffung eines R. B. Darmstadt, 3. Juli. Wie aus sicherer Quelle weiteren SchulraumeS sowie die Anstellung eines dritten verlautet, hat der Kais'er von Rußland die bestimmtesLehrers und den Umbau unserer Kirche erinnern. Mitteilung hierher gelangen laffen, daß er mit der Zarinj dem Großherzoglichen Hofe schon Anfang September ** § Holzheim, 2. Juli. Heute nachmittag brach in der Hofraite der Witwe Georg Grieb II. ein Brand aus, welcher bei der herrschenden Dürre von der Scheuer aus rasch um sich griff. Da wegen der Trockenheit auch Waffermangel ein* getreten war, enstand Großfeuer, dem bis 7 Uhr etwa Tagen ihren Anfang nimmt, so seren unsere Leser hiermit dustrie und Handel günstige und langfristige Handels- 10 Scheunen und 3 Hofraiten mit Nebengebäuden zum Opfer auf diesen letzteren Umstand ganz, besonders aufmerksam vertrüge abzuschließen bestrebt sein werden, 'so sehr muß fielen. Die Besitzer haben nur teilweise versichert. Ueber die gemacht. . man doch anoererseits Besorgnisse hegen, ob die neuen Entstehungsursache des Feuers ist Bestimmtes noch nicht " ........... ~ ....... festgestellt. b. Langd, 1. Juli. Auf der durch den hiesigen Zimmermeister Hübner vor einigen Wochen hier errichteten Holzschneiderei verunglückte heute nachmittag 4 Uhr der erst 15 Jahre alte Lehrling Wilhelm Knorr von hier, indem ihm beim Lrttcnichneiden mrch die Kreissäge die linke Hand mitten durch den Handteller vollständig abgeschnitten ivurde. Das Unglück soll oadurch geschehen sein, daß das von dem Sßerunfllücften auin Durchziehen angefaßte Stück Holz von der einen längeren Besuch abstatten werde. R. B. D a rm st a d t, 3. Juli. (Tel.) Den vielen gemeinnützigen Griindungen, die sich in den lebten Jahren in unserem Großherzogtum vollzogen, hat sich soeben eine neue hinzugeseUt: Ein hessischer gemeinnütziger Verein zur Vermittlung von Kur- und Landaufenthalten". In der konstitutterenden Versammlung, die gestern abend im Palais-Restaurant stattfand, gab Oberbergrat Prof. Chelius im Namen des provisorischien Ausschusses einen Ueberblick über das, was der neue Verein erstrebt. Er will dafür eintreten, daß die wunderschönen Punkte in unserer hessischen Heimat, und deren Umgebung, im OdenwaU), Vogelsberg, Main- und Neckartal und ^hein-i^^^ heißt es' Hessen mehr und mehr dem Verkehr erschlossenund durch Beginn des Berichtsjahres vielfach gehegten Verbesserung der allgemeinen Untx?T^unft§nel:f)a^tnlffe in (?rtüarhm5ßen, Faß der wirtschaftliche Rückgang, den vielen sck>onen Land- und Kuraufenthalten dem er-1 ^r dem Industrie und Handel seit dem Jahre 1900 holungsbedürftigen Publikum zugänglicher gemacht werden, Teiben nunmehr sein Ende erreicht und daß als dies bisher der Fall ist. ^n unserem nerbofen ßci bereits eine Besserung begonnen habe, haben sich alter sei ein längerer oder kürzerer Sommeraufenthalt aus ^ider nicht erfüllt. Wenn sich auch am Anfänge dem Lande ein Bedürfnis für jedermann, doch nahmen tnelc be§ gaf)re§ 1902 in einzelnen Industriezweigen eine Besser- davon Abstand weck es an dem notigen Nachweis zweck- bemerkbar machte, so war diese doch nicht stark genug entsprechender, billiger^ Erholungsorte ehlc- und weil diel ^wn hinreichender Dauer, um gegenüber der allletzteren meist so primitiver Natur hinsichtlich der Unter- n Stand zu halten. Von größeren kunft und Verpflegung seien, daß man es vorziehe^ den tmc sie das Vorjahr brachte, blieb zwar Schwarzwald oder die Schweiz, den Harz oder den Thüringer Berichtsjahr verschont, doch wurden jetzt auch Jn du- Wald aufzusuchen. Der von Oberfmanzrat Fuchsi ange- ftr . c . * öon be^ Rückschläge ergriffen, die regte Gedanke zur Bildung eines ^oprechenden H vorhergehenden Jahre hiervon nur relativ wenig be- Vereins sei von der preußisch-hessischen Eisenbahndirektton l^rl worden waren, wogegen wieder andere Erwerbs- Mainz, der hiesigen Stadtverwaltung, der Handelskammer . au§ ber ungünstigen Lage des Wirtschaftslebens usw. mit großer Sympathie ausgenommen worden, und aucv Urteil ziehen konnten. Verschärft wurde die rückläufige der Vorstand des Odenwaldklubs unddes Verkehrsvereins Regung in einzelnen Industriezweigen dadurch, daß die hätten sich zu eifrigster Forderung bneit erklärt Ober- taugftistigen Abschlüsse zu Beginn des Berichtsjahres ab- finanzrat Dr. Fuchs gab hrerzu noch nähere Dusführ- Iiejcn unb neue Aufträge nur zu sehr niedri- ungen und bemerkte, daß der Verein auch die Bestrebungen Reifen erlangt werden konnten. zur Gewährung von Erholungsurlaub an die männlichen Ueber bie Neugestaltung der Handelsverträge und weiblichen Angestellten fördere und mit Hilfe eines L {rb bcm bricht folgendes ausgeführt: Mit größerer größeren Kreises von Verttauensmannern gewillt sei, leder- Besorgnis (als dem „beispiellosen Aufschwung der Ver- mann unentgeltlich Auskunft zu erteilen und gute, preis-1 Diäten Staaten" und dem drohenden Konkurrenzkampf werte Unterkünfte, nicht nur Erholungs-, sondern auch für e{n ^oßer Teil unserer Industrie der Kuraufenthalte, nachzuweisen. Herr Schneider, ..(.it- ^bnaestaltung unserer Handelsverträge mit dem Auslande glich der Eisenbahndirektion Mainz, begrüßte die. Bildung ^tqcgen. Wenn auch der einheimische Markt den wich- eines solchen Vereins mit großer Freude; gerade die Eisen-1^^» Abnehmer für die Erzeugnisse unserer Industrie bahnbehörde habe ein großes Interesse daran, ihren falb et, so darf doch nicht verkannt werden, daß wir auch Tausenden zählenden Beamten und ''.lrbeitern Nivglichst I aut ben Absatz nach dem Aus lande angewiesen günstige Erholungsorte nachzuweisen. Auch Beigeordneter si^b^ cfas unsere Industrie nicht schwere Schädigungen Dr. Glässing sicherte dem Verein namens be§ Ober» Reiben. Wir bebürfcn daher günstiger Msatzverhältnisse bürgermeisters und der Stadtverwaltung eifrige Unter- nacf. b^ Auslande und langfti'stiger Handelsverträge, und stützung zu. Die nun erfolgte Statutenberatung ging glatt faerzu ist erforderlich, daß auch dem Auslande geeignete von statten, ebenso die Konstituierung des 23cmn3. errnäßwungeit unserer Tarifsätze geboten werden können, hatten sich bereits 68 Mitglieder im voraus angemeldet, Ermäßigungen sind aber für die wichtigsten land- sodaß mit den gestern abend Hinzugekommenen schvn das wirtschaftlichen Artikel durch die MiuimalzöNe ge- erste Hundert erreicht sein dürfte. Die Versammlung wählte vnnhen, und an vielen Jndustriezöllen hat schon die Kom- noch einen aus neun Personen bestehenden Vorstand, dar- Mission des Reichstags, deren Beschlüsse infolge der en bloc- nnter Oberfinanzrat Dr. Fuchs, Oberbergrctt^Professor Annahme des Zolltarifs im Plenum des Reichstags bei- Eh elius, Rechtsanwalts S ch n e eb erg er, Geh. Ober- vehalten wurden, solche Abstriche vorgenommen, daß sie forsttat Sey d ii. a. Sämtliche der genarmten Herren «ohne die betreffenden Jndusttiezweige ernstlich zu gefähr- wie auch der Geschäftsführer, Sekretär der ^ctrrebskranken- b^n, nicht oder nur wenig ermäßigt werden können. So lassen Harth, erklärten sich sofort zu jeder Auskunft- sifa man daher auch das Verttauen zu den Verbündeten | erteitung bereit Da bte ErholungsMt gerade in diesen Regierungen babcn kann, daß sic für Deutschlands In- —' . _ , _ .. ... - , I »null VVU) UHUCLVL City yvyvn, uv Uiv uvuvit Mainz, 2. Jul. In feierlicher Weise ist heute morgen Handelsverträge dem heimischen Gewerbefleiß die erfvr- die Weihe der evc^ngel ischen ChristuSkirche in^Mainzberlichen Msatzmärkte im Auslande gewähren, vollzogen worden. Der Festlichkeit wohnten bei der Groß-! . ■ ■ ----- ---- Herzog von Heffen, die Minister und Ministerialräte, die 311 prIlliffhtPG Generalität der Garnison und die Spitzen der Behörden. Die ~ l • * Kirche, zu deren Baufonds der Kaiser 25 000Mk. spendete, * Hamburg, 2. Juli. In einer Herberge de§ Stadtmacht einen prachtvollen Eindruck. Zwei kostbare, mit Gold teils St. Pauli wurde heute nacht ein Schmiedegeselle namens und Edelsteinen gezierte Decken der Kanzel sind eine Spende Deutschmann verhaftet, der einer schweren Bluttat des Großherzogs^ — Dem „M. Tgbl." entnehmen wir noch beschuldigt wird. Deutschmann konnte erst nach heftiger Unteroffiziere des 117. Infanterie-Regiments I Gegenwehr überwältigt werden; er ist verdächttg, den Bild- der und mit Schlußkurse. u. 4^5% Oesterr. 8ilberrente 100.30 4% Ungar. Goldrente, -Anl. dies- Tendenz: abgeschwächt. 41/, % äussere Argentiner Gießen und 3 S\ 208.30 210.60 136.75 172.75 179.37 101.65 103.60 49.90 31.30 3410 131.60 44.90 Oest. Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau 4°/o Italien. Rente 4V,56 Portugiesen 3% Portugiesen. . 1% C. Türken . Türkenlose . . . 4% Grieoh. Monopol Anfangs- 208.50 210.65 136.60 172.75 . 102.20 . 91.70 . 102.00 . 91.75 . 100.95 . 100.00 3% Mexikaner . . iVi'Vo Chinesen . . Electric, bchuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . « . Gotthardbahn . . . Laurahütte .... Bochum . . « . . Harpener .... 3l/t% 3% 3V,°/o 3°/o SWo munion. , um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vormittags um 9 % Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21/, Uhr: Christenlehre; darauf Andacht Segen. Hauer Emil Uter, dessen Leiche am 23. Juni d. I. in Frankfurt aus dem Main gelandet wurde, ermordet und beraubt zu haben. • Duellierende Präparanden. Aus Fischbach am Inn wird einem Münchener Blatte berichtet: Schüler des 3. Präparandenkurses in Rosenheim haben sich wegen eines gememsam geliebten Mädchens in einem Walde hier geschossen, wobei einer der Duellanten unter der Herzgegend so schwer verletzt wurde, daß er in die Klinik nach München verbracht werden mußte. Fahrochsen und etwa 200—260 Kälber vorhanden. Für Milchvieh war unsere alte Kundschaft gekommen, während für Fettvieh starker Begehr von Käufern aus den Badeorten und auch aus Frankfurt a. 'M. und Mainz war. Der Vormarkt in Milchkühen war besonders in schwarzbunter Waare bei guten Preisen sehr gut,, wie Liberhaupt der Handel in frischmelkenden und tragenden Kühen bei der guten Futterkonjunktur nichts zu wünschen übrig ließ. Das Geschäft in Fettvieh war wie schon bei den letzten Märkten sehr flott, wenn auch die Preise des letzten Marktes zu drücken versucht wurden. Der Kälbermarkt war nur ein mittelmäßiger, obschon unsere heimischen Metzger bei den nicht sehr bohen Preisen lebhaft in den Handel eingriffen und dadurch ein Sinken der Preise für gutes Vieh hintanhieltem Der Vorrat in Ochsen wurde ebenfalls gut und schnell abgesetzt; er wäre zu klein gewesen, wenn fremde Reflektanten dafür am Markt gewesen wären, doch konnten die Provinz und die umliegendeir preußischen Gebietsteile den Markt aufnehmen, sodaß das vorhandene Vieh aller Gattungen schlank geräumt wurde. Die erzielten Preise stellten sich für Kühe frischmelkend und tragend per Stück L Sorte 425—475 Mk. (einzelne chwere Tiere bis 500 Mk.',, 2. Sorte 360—400 Mk., 3. Sorte 275 bis 340 Mk., ältere Abmelkkühe 180—250 Mk. Es wurde gehandelt per Ztr. Schlachtgewicht, fette Rinder 1. Qual. 68—70 Mk, 2. Qual. 63—65 Mk.; fette Kühe 1. Qual. 60—62 Mk., 2. Qual. 55 bis 58 Mk.; Kalber 1. Qual, (über 50 Pfund wiegend) 65—70 Mk., 2. Qual, (zwischen 40—50 Pfund schwer- 58—62 Alk., 3. Qual, i leichtere Tiere) 52—55 Mk. Gangvleh ging mit 7—900 Mk. per Paar, je nach Güte, ab. Nächste Markttage 21. und 22. Juli, am zweiten Tage auch Krämermarkl. Krleskaften Oft Keöaittwii. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Zur Nachahmung. (Aufgelöste Kriegervereine). Sie lesen wohl nicht unsere ständige Rubrik „Deutsches Reich" ? Wir brachten diese Meldung gestern bereits. ^Uiuiir Mewuiigeu. Originaldrnhtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Berlin, 3. Juli. Zu der Angelegenheit des Pr e s s e- klubs und der Po mm er scheu Hy p o th e ken b an erhält die „Voss. Ztg." ein Schreiben des Kommerzienrats Goldberger, in welchem er sagt, daß zur Heranziehung zu Spenden für die Einrichtung des Presseklubs aus Ro- meick selbst hingewiesen wurde, da er em wohlhabender, angesehener Mann und außerdem Mitglied des Vereins ,-Berliner Presse" war. Romeick erklärte sich bereit, die fehlenden 15 000 Mk. und die Kosten eines Fahrstuhls in Markusgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11^4 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. In der Johauuestirche. Vormittags 8 Uhr: PsarrassisteM Vogt. Vormittags 9ty Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die Johannes- gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinbe. Pfarrer Dr. Naumann. Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbcsprechung im Konftrmandensaale der Johanneskirche. Katholische Gemeinde. Samstag, den 4. I u l i 1903. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 5. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6 7i Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kom- Gießen, 3. Juli. Vieh Marktbericht. Auf dem — wöchigen Viehmarkt waren 1150 Stück Milchkühe und Fettvieh, 60 Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 2 Juli 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Nachdem das Geschäft während der vergangenen Tage sich einigermaßen belebt hatte, trat heute wiederum vollständige Ruhe ein. Dre auswärtigen Börsen verkehrten ebenfalls ohne besondere Anregung und konnten mithin auf unseren Markt feinen Einfluß ausüben. Die Tendenz war auf allen Gebieten gut behauptet. Der Kassaindustriemarkt zeigte durchwegs Kursaufbesserungen, besonders für Terramwerte, sowie Aktien der Zement- und Elektrizi- /7. | 2Ö./6. Staatspapiere. Deutsche. D. Reichs.-Anl. Spanier. . Ung. Goldrente do. Staatsrente desgl. . . . Ztanderhrl. Anl. Nordd. Lloyd . 100.— 99.20 4 M eining. Ser. 8 103.30 103.20 4 Warschau Wien 3 Lj 3 3/4 3 102.10 91 80 102.10 91.50 4 4 4 3^ 101.75 99.95 91.40 101.90 99.80 91.40 4 3V, 37a Solms-Brauns. do..... Isend.-Birstem. 98*80 100.70 98*10 Dortmunder Hamb.-Amcrik. Packelfahrt . 101.— 102.90 101.60 3Va 4 102.75 4 do. abg. . Preuß. Boden- Credit . . . Rhein.Hypoth.» 97.70 102,50 97.70 102.30 4 4 stsr..... do. XI. 1911er Wladtkaml 95 steuerfr. . . 100*80 99.60 Preuß. ConsolS do..... 10T- 91.70 102*10 91.50 0 i'A Argent. v. 1887 do. Gold v. 1888 do. äuß. v. 1897 Chile Gold-Anl. Chinesen. . . 86*10 78.20 104*60 100 70 85.90 78 50 Bank Aktien. Böckum Bergw. Concordia „ 169.- 298.- 169.50 299.25 3‘, Bank 1907er do. 102.60 98.50 102.60 98.40 iQ CO Anatolter . . Salon.-Monast. 103.85 64.50 103.60 64.20 4 3^ 4 Badische. . . do..... Bayer. St.-Ob!. 105.10 101.60 104.40 104.60 101.50 103.90 v/a 6 5 4. V 104*20 100.90 Reichsbank . . Berliner Hdlsg. Darmstädter Bk. 152.20 137*20 151.05 153.- 135.45 Eschweiler „ Geljilkirch.Brgw Harpener 224.- 184.10 179.40 232.- 4 178.50 182.20 4 Preuß. Central- Boden . . . Westdeutsche. . 104 — 102.90 103.80 102.90 Lose in Prozenten. do..... 101.10 101.10 92.95 92.85 Deutsche Bk. . 211.20 209.30 Hibernia , 178.70 176.80 3'/z do..... 98.10 98.10 4 Lad. Thlr. 100 145.90 145.80 4 Hess. St.-Obl. . 104.85 104.70 5 Mexicaner Silb. Serie 1—4 . Disconto-Ges. . 187.60 185.40 Laura „ 216.10 219.25 4 Preuß. Hypoth.- 100.10 100.— 4 Bayer. Thlr.100 ——* . — 161.60 3^ do..... 100.95 101.- 40.85 41.95 Dresdner Bk. . 147.40 146.50 Horder „ 116.40 112.25 Akt.-Bk. abg.. 3Vi Gothaer Präm.- 121.75 3 do..... 90.— 90.20 5 Mexikaner v. 99 i)o. Silber 101.40 9tattonal-Bk. . 120.50 118.80 Ilse 193.10 191.20 Lisend.-priorit. Pffdbr. I. . . —.—■ Württemberg. . 101.20 101.20 3 26.60 25.90 Schaffhsr. Bkv.. 129.30 123.80 Phönix „ 128.2a 12/.1U 96.75 96.- 3V» do. II. . . 110.30 110.60 3J4 Bremen o. 1899 100.50 D. Effekten- und Hoesch Stahl . 155.— 153.— °Vk Südd.Eisenbahn 3V2 Cdln-Mindener 136.— 136.60 3^ ^Qiiibg. v. 1899 102.70 100.80 Provinz- und Wechselbank . D.Genoss.-Bank 104.75 100 — 104.80 100.— Schalter Gruben Buderuö. . . 410.— 111.10 414.75 4 110.- Dux-Bodenbach von 1891. . 101.20 100.50 3 4 Ri'adrlder . . Hieingv. Präm.- 49.— —«— 5 4% 5 4 Ausl-tldische. Vulgär. Tabak Bosnier . . . Griea). E.B. dou 1890 . . . Griech. Aionop. 91.10 101.70 40.90 44.80 91.20 101.90 41.30 45.10 3J4 4 3/4 3)4 Ztädte-Anlethe. Starkenburger. Giegeuer. . . co..... Frankfurter. . ^/armiladler 100.- 103.— 99.60 10u.— 99.50 100.40 102.50 100.25 100.— 99.50 Mitleid. Kredit Pfalz. Bank . Preuß. Hypoth.- Akticn-Banl. Berl.Hhpoth.-B. Oest. Ercd.-Akl. 114.30 107.- 110.80 113.75 107.10 110.30 372 4 Deuts ch-Luxcmb Pfandbriefe. Hcss.Hypoth.-Bk. ^rants.Hypotbk. Sern 14 do. Serie 19 92.— 99.80 101.50 98.30 87.70 4 4 4 99.70 ö 101.20 5 98.40 Elifab. stenerfr. Franz Joseph . UaschaU'Oderbg. Oesterr. ’Jioiö- westbahn B. . do. Südbahn (Lomb.) 100*50 100.60 106.70 107.10 100*50 100.10 106.50 106.70 4 3 Pfdbr. Thlr. 100. . . . Cejicrr. v. 1860 do. v. 1854 Oldenb.Lhlr.4^ Türk. Frs. 400 135.45 154.40 129*50 132.20 135.60 154.40 129.60 132,80 4 3 Italiener Rente do..... 103.50 100*50 102.95 50 — 31.10 98.80 88.— 100.40 103.30 4 3X Babeilhaujen Rtailizer. . . 99*90 99*90 Industrie -Aktien Frkf.Hyp.-Crcd.- Verein 1905. 101.40 4 101.40 3 do. ... . do..... 66.80 95.30 66.25 lluverzmöliche pr. Sluck u. Mt. LlnSbacher st. 7 ÄugSvurg. st. 7. Lrlchw.Lhlr.2o Finnldr.Lhlr.10 Mailand.FrS.45 do. FrS. 10 Oesterr. st. 100 von 1864. . Pappenh. st. 7 r* 4^ 3 5 4 4 3* Oeiicr.Silberrte weiter. Gotdrle. Portug. totaat abgeil. . . do. abgest. . Rum. üui. Rte. Ruuiäu. u. 1890 Gold-Russen v. 1880 . do..... 100.50 102.90 50.05 32.75 99.— 86.80 100.10 97.20 3/4 4 3)4 313 4 37, 3X 3/4 37- 4 Offenbacher. . Wormlcr . . do..... .Heidelberger Mannheimer . Bad Wan()cinicr i?ahr . . . . Wiesbaden . . Bularest. . . Lissaboner . . 100*25 99.60 98.70 99.65 94.— 99,41) 100*25 99.60 102.65 99*50 100.— 81*70 Farbw. Höchst. do. Griesheim Brauerei Kempff „ Bindung „ Henninger „ Rettenmeyer „ Stern. . „ KiclcrSchloß Elektr.Lahmeyer „ Scl)uckert „ Siemens 11. Halske Adler Kleber . Bad. Am''N . 367.25 135*50 249 — 170.50 108.50 240 — 141.75 83.— 93 — 365.- 225.50 135.— 252.- 170.— 122.80 240.- 142.- 8L50 93.20 s'/. r* 4 4 87. do. 1906. do. tilgbare Frkf. Landwtsch. Hamburger Hy- pothelen-Bank Ser. 141-250 do. unkündbar bis 1910 do. Serie 46 bis 190. 97 30 97.30 99.40 100.30 103.25 96.30 97.30 3 97.30 99.50 4 2Vio 100.50 2‘/io 103.25 4 96,40 3Va Raab-Oedendg. Ebf. . . . Rudolfbahn. . Jtal. staatl. gar. E. B. . . . Livorneser . . Sard. Sec. ft fr. gar. . . . Gotthardbahn . 75.40 100.50 71.60 72.55 103.- 101.40 77.— 100.50 71.30 72.25 102.90 101.30 60.- 139.10 424.40 39.— 35*45 61.90 35.60 20*.- 38.— 4 4 Russen b. 1902 Serben u. 1895 100.75 77.40 100.55 76.70 4 4 Moskau . . . Wiener 1902 . 95,40 101.60 95.50 101.70 128.25 187.50 439.40 128 37s do. Serie301 bis 310. 98.— 98.— 4 KurSk Kiew. stfr. gar. . . . ___ ——— . Meininger fl. < Ungar. Staats 31.30 1 1 Xürten Lit. B. do. „ 0. do. w I 1 1 f f s 1 1 । 1 1 1 6 47, Buenos-Aires . do..... 43.— 85.— 43.— 189.— 438.60 87. Preuß. Pfand- brief-Bauk 100.75 100.75 4 Rnss. Südost 97 stsr..... —,— 99.80 st. 100 . . Beuetianer 8.30 343.60 344.20 33.50 Ailanz am 31. Dezember 1902 4 5230 von nachmittags Vi* Uhr ab: 500969.69 187048.27 26000.— 9133.58 15600.— 83036.65 936627.73 1901 5229 5106 postlagernd Wetzlar. Infolge Sterbesalles ist eine seit 65 Jahren mit gutem Erfolg 4905 betriebene nach o67/10 %. 5232 51721 Eine schöne 3-Zimmerwhng. mit Zub. zu verm. Druchslrape 9. 2 Wiesen an zu haben bei 5179 ca. 20—30 Zentner Mdrosenfilet. oder Kran gejucht. (03163 «-teinslraße 10, III. wird auf die im Grundbui Kopf- und Kleiderbürsten etc werden 4979 gut erhalten, Offerten mit A. Welz, Sclterswcg 6. 3n vermieten itlictijelnihc MpfklÜilWN (Offene Steller llcreinv lhuif-(Gelnd)c 891058.74 26493.05 In dem Konkurs über das Vermögen des Gastwirts Wilhelm Weidtmann in Gießen soll Schlußverteilung erfolgen und habe ich das Verzeichnis der hierbei zu berücksichtigenden, nicht bevorrechtigten Forderungen, welche Mk. 13105,29 betragen, bei der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts Gießen zur Einsicht der Beteiligten heute niedergelegt. Der Masiebestand berechnet sich auf Mk. 7430,70. Aus jene Forderungen entfallen so- 110707.16 13265.96 vermögen. Darlehen gegen Hypotheken Darlehen gegen Schuldscheine Darlehen an eine Genossenschaft Bestand an Staatspapieren (Eours vom 31. Dezeui- ber 1902) Ledierte Güterkaufgelder Immobilien Kasievorrat und rück- ständige Forderungen Möbelmagazin Äug. Ossmann 89 Seltersweg 89. Bekanntmachung. In das Handels - Register wurde heute eingetragen, daß die Firma .Georg Kalkbrenner & Este.* zu Gießen erloschen ist. Gießen, am 29. Juni 1903. Großh. Amtsgericht. [5214 Stachelbeeren zum Einmachen und Einkochen, frisch gebrochen, verkauft [03167 Karl Malkomesius, 03167] Grünbergerstr. 14, H. 03116] Schone Vier-Zimmer» wohnung, 1. Stock, mit Zubehör zu vermieten Grünbergerstraße 33. 5091] In meinem Haufe ist die Diansardenwohnung mit allem Zubehör an ruhige Leute per sofort oder später preisw. zu verm. I. Pfeffer, Marktplatz 6. Wer Schomber Walltorstratze 51. billig zu verkaufen. 5220 Heilanstalt Waldhof Elgershausen, Kr. Wetzlar. 3-Zimmerwohunug zmn September zu mieten gesucht. Offerten unter 5124 an die Erved. d. Bl. dz 9942.86 Ernestine Höpfnei Griiudergerstratze 17. Gießen, den 3. Juli 1903. I. Boeck, Konkursverwalter. 5208] Frau -um Wecktragen gejucht Walllhorstraße 20. Während 1902 gingen zu ..... . Daher Stand der Mitglieder Ende 1902 . Hungen, den 2. Juli 1903. Zwiebelkuchen Dienstags, Donnerstags und Samstags von morgens 9 Uhr Arbeits-Vergebung. 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