Mittwoch 3. Juni 1903 153. Jahrgang g der von der Jn- Heilanstalt unterge- Nr. 1X7 Hrs-etut täglich außer ComnagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kftsüfcheg tandwlrt die Oleheaer Zamilien- blätter viermal tn der Woche betaeUgt -Iota rwnS druck n. Verlag der «rahl'sche« Univerl-Buch» u. Gtetn- drucke cettPteÜchGrden» Redaknon, rrpedMoa anb Druckeret: «chalßraße 7. Adresse füt Develchenr «uzetger «t-ßeL ßernlvrechanldiluß Wr 51. Aon der KrlsKranKenKalse Ließen. •L Gießen, 2. Juni. Der Geschäftsbericht der Ortskrankenkasse für das ab- gelaufene Jahr (1902), welcher in den nächsten Tagen im Druck erscheint, konstatiert, daß die Monate November und Dezember v. I. der Kasse einen 'so ungewöhnlich hohen Krantenbestand brachten, wie man ihn nach den Resultaten der Vorjahre nicht erwartet har. Trotzdem ist ein Vetriebs- überscbuß von 11162,97 Mk. erzielt worden und zwar bei einem' durchschnittlichen Mllgliederstcmd von 4618. Ter Vorstand har in 1902 alles getan, um den Versuchen, das Krankenkassenwesen in unserer <5tobt zu zersplittern, zu begegnen. Geplanr waren nämlich tn dieser Beziehung eine Londerkrankenkasse für Bäcker und ebenso für die Angestellten des Kaufmannsstandes. Tagegen konnte einer treten Hilfskasse für die Angestellten des Gastwirts^ gcwerbes tun, welche von dem Verci.r der Gastwirte für Gicßen and Umgegend ins Leben gerufen wnrde, wodurch etwa .50—200 Mitglieder der §rtskrankenrasse abwendtg monatlicbTbvk oiertel» mbrltd) 'M 2.20; durch Ablzvle- il Zweigstellen inonalltd) 65 Vl.; durch diePost Mk.3.— Dtertcl- läbrL aubschl. Hestellg. Annahme von Anzeige, ür die Tagetmummer .11 Donntuagi 10 Uhr. ^rtlenpml: lokal 12Pf, auflivärt» 20 tilg. Vrraalworlltch 'ür den polU. und allgem. TeU: V. Stttfo; für .Stadl und tianb* und ,Genchl»saal^. Auaust D 2 h. Hit den An- jetaentetl: Han« Beck. pro Kopf der Mitglieder. — Tas in Dem Hause Ludwig- sttatze, in welchem die Ortskrankenkasse 5 Räume für ihre Zwecke inne hat, von dieser angelegte kapital von 52 400 Mk. verzinst sich zu 4 Prozent. Tie Einnahmen an Miete decken nicht nur die Zinsen des Kapitals, bie Steuern, die Reparaturen ttjw., sonoern brachten in 1902 noch einen Ueberschuß von 60,92 Mk. zu der zu 500 Mk. veranschlagten Miele für das Kassenlokal, welche bei der Aufstellung pes Hauskontos au 13er Beachtung blieb. Tas Vermögen der Kasse beträgt, enbe 1902 aufgestellt, 134 971,53 Mk., von welchen 74 537,56 Mk. den Reservefonds bilden. Tie Jahres ausgaben in den letzten drei Jahren 1899—1901 c 102 33,78 Mk. (wobei allersings für oas erworbene Grundstück in der Ludwig- sttaße 52 400 Mi. als Au^nabe mit in Ansatz gebracht mürber Landwirte an feine Mitglieder eine Verfügung erlassen, für ben nationalliberalen Tr. Claß zu stimmen. Wie dem „Mainzer Journal" aus dem Wahlkreise Bingen-Alzey berichtet wird, sollen die Sozialdemokraten von der Aufstellung einer eigenen Kandi- datnr absehen wollen; sie wollen die Freisinnigen unterstützen, wenn diese inDarmstadt-Groß- g e r a u ihrerseits für den Sozialdemokraten eilt treten. Möglich, daß die Sozialdemokraten dem Freisinn, als dem nach ihren Begriffen „kleineren liebel", zur Stichwahl verhelfen wollen. Zudem haben die Sozialdemokraten auch bei der letzten Landtagswahl in Tarmstadt die freisinnigen Kandidaten unterstützt. Tarmstadt-Großgerau ist demnach für die Sozialdemokraten durchaus kein sicherer Besitz. Ties merkt die sozialdemokratische Mainzer Volkszlg., welche bie Zentrumszählkandidatur Tr. Schmitt eine „Kuhhcmdels- kandibcrtur" nennt Tie Zentrumspartei hat in sämtlichen neun Reichstagswahlkreisen des Gioßherzogturns Hessen ihre Kanbidaten proklamiert Im Wahlkreise Mainz-Oppenheim tanbibiert Geh. Oberpostrat Tr. König in Berlin, in Bingen-Alzey Landtagsabgeordneter v. Brentano in Offenbach, in Wonns-5)eppenheim-Wimpfen Dfarrer Blum in Oberabtsteinach, in Bensheim-Neüstabt-Linden- fels Frhr. Heinrich v. R 0 d e n st e i n in Bensheim, in Offen- bach-Tieburg Stadttechner Uebel in Tieburg, in Tarrn- stadt-Großgerau Landtagsabg. Rechtsanwalt Tr. Schmitt in Mainz. In den drei oberhessischen Wahlkreisen Gießen-Grünberg -Nidda, Fiüedberg^Büdinaen und Alsfeld-Lauterbach-Schotten proklamierte das Zentrum soeben als yemetnsamen Zähllandidaten den Landtagsabg. M 0 l t h a n tn Mainz. Oueckborn, 2. Juni. Eine gutbesuchte Wählerver- sammlung sand hier Dieser Tage statt, in der, wie der „Gründ. Änz." schreibt, dersozialdemokratischeRe- dakteur Vetters aus Gießen unter Zitterung der bekannten „Schlager" das Programm seiner "Partei entwickelte und im Verlause seiner Ausführungen besonders die antisemitische Partei als eine höchst zweifelhafte in Dezug auf ihre Versprechungen bezeichnete. Tem ziemlich kühl auf genommenen, von nur vereinzeltem Beifall begleiteten Referate trat Herr Karl Georg Iöckel-Erünbera in einigen Punkten entgegen und redete einer ausgleichenden Wivt- chaftspolitik das Wort; bezüglich des Getreidezolles fei der Minbestzoll von 5 Mark ausreichend, wogegen der Abschluß geeigneter langfristiger Handelsverträge unumgänglich sei, und in diesem Sinne empfahl der Redner die Kandidatur des Herrn Heyligenstaedt- Gießen auf das wärmste. Zur Waylvewegaug ist Kessen. Zur größten Partei, zur Partei der Dahlsaulen, stellte das Großherzogtum Hessen 1898 einen ver- yältnismaßig recht beträchtlichen Anteil, stimmten doch im ganzen Großherzogtum von 235 202 Wahlberechtigten nur 144 704 ab, gegen die Wahl von 1893 8.4 Proz. weniger. In der Stichwahl war bie Wahlbeteiligung allerdings etwas lebhafter, immerhin blieben in den sechs Wahlkreisen, in denen eine Stichwahl ftattfinben mußte, von 148 o38 Wahl» berechtigten noch 46 253 zu Hause. Tie Sozialdemokraten verdanken nicht zum geringen Teile ihre Erfolge Der schlechten Wahlbeteiligung. ie Leistungen der Kasse für bie Mitglieder von 1898—1902 olgenve nicyl unwesentlichen Erweiterungen erfahren: Erhöhung der Krankeuunterstützung um 5 Proz. — Ausdehnung der Dauer Der Unterstützung auf 26 Wochen — Zahlung von Krankengeld auch an Feiertagen, falls diese auf einen Werktag fallen — vollständige Ausschaltung eines Kar- renztages und bei einer rttankhellsdauer von über 14 Tagen amtliche Karrenztage — Unterstützung der von der In» valibenoersicherungsanstalt in einer Heilanstalt unterge* machten verheirateten Mitglieder mit N/sfachem Krankengeld — Stteichung der Bestimmung, daß bei gewissen AuS- chwöifungen und bei Trunksüchttgkeit kein Krankengeld gezahlt wird. — Hierzu kommt, daß vor zwei Jahren — )aS erstemal, seitdem die Kasse besteht — das Aertteyonorar um 1,00 Mk. bezw. um 0,50 Mk. pro Kopf erhöht wurde, und daß außerdem größere Honorare für Svezialürtte aus- 0eroenDct wurden. — Diese Vermehrung der Leistunaen erforderten seitens der Kasse einen Mehraufwand in den in Frage kommenden vier Jahren von 45 000 Mk., bei Belassung des früheren Beittagssatzes von 3 Proz. — In 1902 wurden bie Leistungen bet Ortskrankenkasse mit Genehmigung bet Generalversammlung wie folgt vermehrt und gesteigert: Erhöhung bes Sterbegelbes vom 20fachen auf oen 25fachen Betrag bes jeweiligen statutarischen Turchschnittslohnes. — Ferner wurde, um ben höher entlohnten Mitgliebern ber Kasse Rechnung zu tragen, eine weitere Lvhnklasse mit Zugrunbelegung eines DurchschnittS- lohnes von täglich 4 Mark gebilbet, welche Einrichtung eit April 1903 in Straft getreten ist. — Um ben außerhalb >es Kassenbezirks wohnenden verheirateten Mitgliedern entgegenzukommen, wird für jede Konsultation und Besuch >es Arztes 50 Pfg., und falls der Arzt außerhalb des Wohnortes des Kranken wohnt, 1 Mk. gewährt. — Einführung eines Sterbegeldes für Ehefrauen und für Kinder von 6—14 Jahren, sowie für solche unter 6 Jahren und zwar zur Hälfte, zum Vierteil und zum Fünftel des dem Ehemann zustehenden Sterbegeldes. — Den im Krankenhause untergeb rächten ledigen Mitgliedern wird statt des seitherigen ein Zehntel für die Folge ein Achtel des jeweiligen Tagelohnes außer ber freien Behandlung ic. im Krankenhause als Zuschuß gewährt. — Weiter wurde durch Statutenänderung bestimmt, daß für alle diejenigen Mitglieder, welche in der ersten Hälfte der Woche ausscbeiden, ober in der letzten Hälfte eintreten, Beiträge für die betreffende Woche nicht erhoben werden sotten. — Seit dem 1. Januar 1903 hat ber Vorstanb mit ben Kassenärzten dahin Verträge geschlossen, baß bei komplizierten Entbindungen und Fehlgeburten — auch bei nicht versicherten Ehefrauen von Sian'enmitgliebern, auf Kosten der ftajfe geburtsärztliche Hilfe geleistet wirb. Aus dem Mitgeteilten ist bie erfreuliche Tatsache zu entnehmen, baß bie Ortskrankenkasse Gießen in ben letzten vier Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat, baß mit bet verhältnismäßig erheblichen Vermögensvermehrung, ber Grundlage einer jeden Wohlfahrtseinrichtung, auch eine erhebliche Vermehrung der Leistungen der Kasse für ihre Mitglieder Hand in Hand gegangen ist. Es ist dies zweifellos der vorzüglich arbeitenoen Verwaltung ber Kasse zu danken. Einsichtige Arbeitgeber verschließen sich dieser Erkenntnis auch nicht, und die vielfachen Angriffe, welche der Vorstand unb die Verwaltung Der Kasse in früheren Jahren erfahren haben, sind fast vollständig verstummt. — Aus dem Geschäftsbericht für 1902 ist noch folgendes Zahlenmaterial allgemein interessant: Die durchschnittliche Mll» gliederzahl betrug danach 3754 männliche und 834 weibliche, zusammen 200 weniger als im Vorjahre. Er- ttankungsfälle: 2123 (42 mehr als im Jahre 1901) mit 38 287 Erkrankungstagen. Sterbefälle: 33 gegen 32 in 1901. Die Einnahmen betrugen 124 633,56 Mk., wogegen die Ausgaben auf 118519,53 Mk. sich belaufen, sodaß 6114,03 Mk. Kassenbestand vorhanden waren. Tie Einnahme aus den Beiträgen betrugen 100 705,22 Mk. (pro Kopf ber Mitglieder durchschnittlich 23,10 Mk.). — Von den Ausgabeposten dürften interessieren: an Aerztehonorar: 20187,82 Mk. (4,37 pro Kops der Mitglieder); Arznei und sonstige Sxilmittcl: 13 616,06 Mk. (3,03 pro Kopf Der Mit- glieDer); Krankengelder 49 726,30 Mk. (10,77 pro Kopf der Mitglieder); Wöchnerinnen-Unterstützungen: 43,20 Mk.; Sterbegelder 2022 Mk.; Kur und Verpflegung in Krankenhäusern : 5453,24 Mk.; Kapitalanlagen 11500 Mk. (gegen ; 4000 Mk. im Vorjahr. Tie Verwaltung erforderte Un* : kosten: a) persönliche: 11039,60 Mk., b) sächliche: 1038,20 1 Mark oder 1,64 bez. 0,22 Mk, zusammen also 1,86 Mk. Unfall eines deutschen LneuzerS. Bre st, 2. Juni. Der deutsche Kreuzer „Amazone", welcher von England kam unb zu dem an der englischen Küste manövrierenden deutschen Geschwader gehörte, hatte vom Prinzen Heinrich den Beseht erhalten, den Kurier nach Brest zu bringen. DaS Schift fuhr gestern ohne Lootsen in den Hasen ein, als es plötzlich einen St oß erlitt. Es war aus den im Bau befindlichen Damm aufgelaufen. Der SLommandant, Korvettenkapitän Gerdes, ließ bie Maschine mit äußerster Kraft rückwärts arbeiten, aber die Schrauben drehten sich vergeblich. Tas Schift rührte sich nicht. Mau mußte bie Munitionskästen und bie Geschütze in Leichterschiffe schaffen. Tann gelang es, ttotzdem Ebbe lief, mit Hilfe von Schleppern, welche ber Marinepräfell gejanbt hatte, bie „Amazone" ohne sichtbaren Schaden flott zu machen. Tie fr anzösi, chen Behörden stellten alle Hilfs» mittel zur Verfügung. Ter Schiffskörper der „Amazone" tourbc durch Taucher untersucht. Dabei ergab sich, daß keine eriistliche Beschädigung vorhanden ist. Nachdem die „Amazone" die von Bord geschassten Ausrüstungsgegenstände wieder ausgenommen hatte, machte sie segelfertig, um sich wieder zu dem Geschwader, welches auf hoher See geblieben war, zu begeben. Gestern abend stattete der Kommandant der „Amazone" dem französischen Seepräfetten einen Besuch ab, um seinem Tank für die ihm geleistete Hilfe auszusprechen. — Neueren Nachrichten zufolge machte die „Amazone" nach dem Flottwerdcn an der Boje fest und salutierte die Flagge des Komnlanbanten des französischen Nordgeschwaders. Ter Kreuzer „Scanne d Arc" erwiderte den Salut. Mehrere Offiziere und Matrosen der „Amazone" gingen an Land. GietzeimAiMiger General-Anzeiger u Amk- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 3>it innen «Herren. "Wir leben in einer Zeit des parlamentarischen Niederganges, und leider scheint es, al3 werde bei den bevorstehenden Wahlen das Reichstags-Epigonentum noch von seiner jetzigen Höhe herabgcdrückt werden" — so schreibt eine einslußreicke und angesehene Berliner Zeitung in einer Bettachtung üoer die „Suche nach frischem Blut für den Reichstag". Mehr Nutzen als an dieser Suche verspricht sich das Blatt davon, die „bewährten Kräfte der bürgerlichen Parteien dem Parlamcitt zu erhalten." Tas Abfällige in diesem Urteil ist also an die Ad resse der neu für den Reichstag kandidierenden Herren gerichtet. Es wird sich dadurch selbstverständlich niemand getroffen' fühlen. Kein vorurteilsfrei Denkender kann vernünftiger» weise etwas dagegen einwenden, daß frische Kräfte die Betelligung in der parlamentarischen Arena anstreben. Wer der reichsparlamentarischen Schulung ermangelt, ist noch längst nicht politisch unerfahren. Im Gegenteil! Unser Reichstagskandidat Herr Kommerzienrat Heyligen» ft a e d t z B. hat als langjähriges Mttglied unseres Stadt» parlameitts reichste parlamentarische Erfahrung und allezeit hat er mit offenen Augen ins politische Leben geschaut. Nun Die „Theorie" vom Epigonentum, dorn schon jetzt niedrigen Niveau des Reichstags. Sie ist, wie jede rneat» verbreitete Theorie, nicht kurzer Hand zu billigen. Auch der Reichstag ist ein Kind feiner Zeit. Bringt die Zell große Aufgaben mit sich, wird bas Parlament mit seinem großen Beruf, ber Säfuna biefer Aufgaben, wachsen. Die Reichstage früherer Jahre beschäftigten sich eben öfter mit an sich größeren Arbeiten. Unter bem historischen Gesichtspunkte betrachtet, überragt Die Bergangenhell Die Gegenwart. Heute roirD an dem Ausbau des Reiches gearbeitet; bas erscheint weniger großzügig. Es ist auch bas psychologische Moment nicht außer Acht zu lassen, daß früher bas allgemeine Interesse auf bie .Vorgänge im Parlament sich konzentrierte, weil diesen Vorgängen der Reiz des Eigenartigen anhaftet. Heule hat man sich an bas Parlament gewöhnt, man nimmt es als etwas SelbstverstänDliches, unb baraii würde auch kaum etwas geändert, wenn geistige Koryphäen, etwa vom Range eines Mommsen, in stattllchererZahl imReichsiag versammelt wären. Man versteht übrigens auch so, Reben zu halten, bie mehr in bie Tiefe als in Die Breite gehen. Tie erste Lesung des Zolltarifs z. B. bot rhetorische 'JüifUrleiftungeu. Nicht minber Hervorragendes wird man bei bet Beratung über Die HanDelsverträge zu hören bekommen von Niännern, Die mitten im praktischen, inbuftriellen Leben stehen und diese Materie besser beherrschen als manche weltbekannte wissenschaslliche Größe. Ter Reichstag ist ja auch nicht eine Hochschule für blendende Bcredsamkell, sondern eine Stätte Der Gesetzgebung. Und diese Arbeit wird ein mit den einschlägigen Berhälmissen vertrauter Mann besser leisten, als ein auf ben Wetten ber Phrase getoanbt dahin- qleitenber Schönredner. Gerade unter diesem Gesichtspunkt ift zu wünschen, daß mehr Abgeordnete in den Reichstag kommen, die es mit positiver Gesetzgebungsarbeit hallen mll> nicht mit uferlosem Reden, das in unserem hessischen Landtage sich des öfteren gar sehr unliebsam bemerkbar macht. Auf die Breitsputigkell ist Das Nachlassen des öfsentlichen Interesses am parlamentariscken Leben hauptsächlich zurückzuführen. Eine Zufuhr frischen Blutes wirb paS Niveau Des Reichstages also durchaus nicht sinken machen. Tie „Epigonen" haben bisher ihren Marin noch immer gestelll. Das leugnet selbst Die „Äreuzztg." nicht. Tie Volks» Vertreter sinD auch nicht mehr unD nicht weniger „Epi» gonen" als Die Herren von der Reichsregierung, Die aller» Dingö wie bekanill, vor den StonjervaiiDen ebensowenig Gnade finden. Ten Letzteren wird das Kennzeichen das Epigonentums" wohl erst dann als ausgemerzt gellen, wenn Regierung unb Volksvertretung zur extrem agrarischen Polllik sich bekehren. 3 pEt. Oest. Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Aufangs- . 209.40 . 209.— . 136.50 . 173.— . 179.10 Zwanzig Pfennige s 1 k -• b,~lQ£u Eintauis eines Waschpulvers, für welches occ vetreffende Fabrikant nicht einmal seinen Namen heraiebt wen es mein Loda, wenn nicht noch schönere Stoffe, wie r XIC wertvollere Sparsamkeit lieat tm mhS b,C ^!che, und dies kann nur durch Anwendung eine« -E" ««lenpnivers geschehen, roie G.oth's ge.nahlene Kcitjioi c mit -salinmf und Serpentin, iür welche dcr ."vabnfant ie^«tSlöC4'ClnC 51nna 0Ui ,Ci,Cm "yade* sarantittt. 3735 Schluß-Tendenz: fest. — Der Privatdiskont ermäßigte sich auf Märkte. Grün berg, 30. Mai. Fruchtmarkt. Sport. Da? erste Gau-Sommerfest deS ® a u e 3 IX (Frankfurt) findet am 27„ 28. und 29. Ium in Gelnhausen Ilatt. Tort hat sich em Komitee gebildet, welches nn Verein mit dem Vorstand des sestgebenden Radfahrer-Klub „Barbarossa" das Arrangement des Festes in die Hand genommen Hal. Das Fest umfaßt an sportlichen Veranstaltungen einen Preiskorso, welcher in drei Abteilungen (1. für 15 Fahrer, 2. bis 20 Fahrer, die 3. über 20 Fahrer) ge,ahren wird. In jeder dieser drei Abteilungen sind drei Preise ausgesetzt. Ferner sind drei Preise ausgesetzt für das Schulreigenfahren, drei für den Blumenreigen, drei für das Kunstreigenfahren und ein Preis für das Gruppenkunstsahren. Tie Fahrbühne für diesen Wettbewerb ist 20:20 Meter groß und mit Tribünen umbaut. Schl sitzturse. 209.75 209.12 136.25 174.75 180.37 Universitüts Nachrichten. Lands m a n n f ch a fte r - § e st. Seit einer Reihe von fahren treffen sich Mitglieder der zum sog. Koburger L. E. gehori- gen Landsmannschaften mit chren Damen um die Vsingstzeit an der Bergslraße, um die Erinnerung an die fröhliche Burschenzeit zu erneuern. Der Ausflug findet am 7. Ium statt. Sammelpunkt ist Zwiiigenberg, wo tm Gasthof zum Löwen vor 35 Jahren der Bund der deutschen Landsmannschaften begründet wurde. Dort rndet Konvent mit Frühschoppen statt. Der Nachmittag wird in Auerbach verbracht, sämtliche Landsmannschaften der benachbarten Hochschulen entsenden Vertreter, sodaß neben den .Alten Herren" auch die akademische Jugend zur Stelle sein tvird. Alle leyigen mtd früheren Angehörigen oder Freunde der deutschen Landsmannschaften sind zu diesem AuSfluge willkommen. 25,9- C. 11,6' C. Kandel und Verliehe. NolliÄwirischaft. Berliner Börse vom 2. Juni 1903. (Mitqeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Tie neue Börse»,woche zeigte im Ganzen ein freundlicheres Gepräge; trotzdem Newnork recht matte Kurse meldete, eröffnete man hier bereits auf allen Gebieten über dem Kursnioeau des letzten Börsenschlusses. Tie Angstverkäufe scheinen ausgehört zu haben, und die Kontreinlne schritt infolge von 'Meldungen, daß die ungünstigen Berichte über den Amerikanischen Eisenmarkt stark Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. übertrieben seien, zu umfangreichen Deckungen, welche ein kräftiges Anziehen der Kurse zur Folge batten. Tynamite-Trust-Shares, ivelche iii letzter Zett infolge des Berichtes in der Generalversammlung andauernd zurückgingen, erfuhren eine mehrprozentige Kurs- aufbesierung, welche auf Nachrichten betreffend der befferen Lage für die Zukunft zurückzuführen sind. Ter Bankenmarkt zeigte gute Haltung. Eanada, welche bedeutend über Newyorker Parität ein- setzten, gaben tm weiteren Verlaus, durch londoner Verkaufe gedrückt, nach und schließen zur niedrigsten Notiz; von sonstigen Bahnen italienische tm Einklang mit den heimgchen Börsen gedrückt. Ter Kasfarnarkt zeigte auf allen Gebieten feste Haltung. Privat-TiSkont 3 Prozent. „ (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.00 bis —Mk., Korn 14ü>0, bis 00.00 Alk., Gerste 14.60 bis 00.00 Hafer 14.00 bis 00.00 Alk., Erbsen 18.00—00 Alt., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Alk., Wicken 00.00 Mark, Samen 00.00—00 Alk., Kartoffeln 6.96 bis 7.00 Mk. Höchste Temperatur am Niedrigste , Alter von 16—20 Jahren besucht werden, welche in allen denjenigen Kenntnissen und Fertigkeiten unterrichtet werden, die zur Führung eines bürgerlichen Haushalts erforderlich sind. L Alsfeld, L Juni. Die israelitische Religions- geineinde hat die Erbauung einer Synagoge beschlossen. Der Bauplatz befindet sicy neben der Realschule. — Die Stadt erbaut ein neues Schlachthaus. — Der Stadtvorstand hat dem Alice-Frauenverein einen jährlichen Beitrag von 400 Mk. bewilligt. k. L. Darmstadt, 2. Ium. Zum Evangelischsozialen Kongreß, der morgen und übermorgen hier tagt, sind bereits heute zahlreiche Teilnehmer von auswärts eingetroffen. Auf dem Begrüßungsabend, der im Kaifersaal stattfand, waren über 100 meist auswärtige Mitglieder, darunter auch Damen, versammelt. Der Vorsitzende des Ortsausschusses, Geh. Kabinetsrat Röm Held, richtete an die Versammlung eine warmherzige Begrüßungsansprache, worin er das kraftvolle zielbewuße Eintreten des Ortsausschusses für die evangelisch-soziale Sache mit Prof. Dr. Har- nacf an der Spitze feierte. Dieser dankte für die freundliche Begrüßung und widmete der Stadt Darmstadt seinen Trinkspruch. Spater sprach noch ein Schwabe, Pfarrer Kapust, feine Freude darüber aus, daß der Kongreß zum dritten Mal unterhalb der Mainlinie tage und wünschte namens der württembergischen evang. Arbeitervereine glücklichen fruchtbringenden Verlauf. Würzburg, 2. Juni. Die 13. Jahresversammlung ver Deuts chen Zoologischen Gesellschaft wurde durch den Vorsitzenden, Profeffor Chun-Leipzig, eröffnet. Rektor Meurer bewillkommnete die zahlreichen Teilnehmer namens der Universität und Bürgernreister Michel namens der Stadt Würzburg. Knust und Wissenschaft. . _ Köln, 2. Juni. Heute wurde unter dem Vorsitz de« Professors Dr. posiert der deutsche Geographenlag cröfjnct t-berpiasidem Nage begrüßte die Mitglieder nu Namen der Rc> gieruug. Nach weiteren Begrüßungsreden hielt Dr. ^uijfen einen Vortrag über die Kerguelenstation der deutschen Sudpolar-Er- pedttion und schilderte eingehend die wiffenjchaitttchc und onstiae ^.attgteu der Expedition. Im weiteren Verlaufe der Sitzung sprach •cappcr-«tiibmgen über die vulkanischen Ereignisse im Alittelmeer und aut den Antillen, berührte das Erdbeben in Guatemala und die vulkanischen Ausbrüche auf St. Vincent und Martinique und aufmerksoi'i.^^ öeülichen Annäherungen der vulkanischen Ereignisse ~ V? u' ^unL '^cfIcrn nachinittag wurde unter dem Vorsitz des (Seb. i berbaurates Sarazm die 13. Hauptver- laminlung des allgemeinen deutschen Sprachvereins durch eine ^lguiig des Geiamworstandcs eröffnet. Um 6*. Uhr fand eine freie Besprechung dcr aus ollen -Zeilen Deutschlands und Defierrciai5 zahlreich erschienenen Teilnehmer stau. Dcr Verein uunavt 244 Zweigvereine mit über 23 000 Atualiederw “ e?,Fuh®rer,6le, " wird wegen seiner Fein- hett und Wohlbekoinmlichkcit allgemein gelobt. 4286 AUSM ans ötu Kirchkiibiilhkrii brr Stabt Kietzen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Matthäusgerneinde. Deti 24. Mai. Dem Registrator Otto Sier ein Sohn Wilhelm Karl Otto Theodor, geb. den 4. April. — Lukasgerneinde. Den 22. Mai. Dem Reisenden Heinrich Eduard Köth ein Sohn Fritz Heinrich, geb. 5. Marz. Den 24. Mai. Dem Elektrotechniker Max Weißbäcker eine Tochter- Gertrude Käche, geb. 12. Mai. — Johanuesgemeinde. Den 24. Mai. Dem Regierungsaffeffor Karl Lindenstruth eine Tochter Elisabethe, geb. den 22. März. Getraute. Matthausgernernde. Ten 23. Mai. Konrad Pseiffer, Bahnarbeiter zu Gießen, und Johanna Hedwig Stickel, Tochter des Bergmanns Jost Heinrich Stickel zu Atedenbach. — Georg Eijenbrandt, Fabrikarbeiter zu Gießen, und Anna Etlmg, SenanM Schäfer, Tochter des Taglöhners Georg Dietrich Etling zu .Isfeld. Den 25. Mai. Friedrich Eberth, vratt. Arzt zu Gießen, und Thekla Luise Emma Müller, Tochter des Privatiers Kaspar Atüller zu Gießen. — Lukasgerneinde. Den 24. Mai. Ludwig Henß, Lokomotivheizer zu Gießen und Wilhelmine Elisabeth Euler, Tochter des Schuhmachermeisters Friedrich Euler. — Johannes- g e mein de. Ten 23. Mai. Georg Peter Marlin Schalch, Eisen- bahn-Bureaugehilfe zu Gießen und Barbara Fischer, Tochter des verstorbenen Taglöhners Friedrich Fischer zu Scl)liy. — Jean Schmidt, Fuhrmann zu Gießen, und Katharina Heizenroder, ^achter des verstorbenen Taglöhners Johann Heizenroder zu Gießen. — Ludwig Wilhelm Eich, Schneidermeister zu Gießen, em Wittwer, und Ehrlitma Müller, Tochter des Schuhmachers Karl Muller zu Reiskirchen. — Bernhard Albert Ferdinand Kasten, Aiusiklehrer zu Gießen und Johanna Magdalene Kasper, Tochter des Polizeiwachtmeisters Heinrich Kasper zu Gießen. Ten 26. Atat. Veinrich Jughardt, Kaufmann zu Gießen, uub Pauline Stein, Tochter des Architekten Jakob Stein zu Gießen. Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 24. Mai. Wil- Hel'" ^choinber, .Kaufmann, verheiratet, 40 Jahre alt, starb den 20. Akai zu Höchst a. At. Ten 26. Mai. August Römer, Lehrer i. P., 66 Jahre alt, starb den 24. Mai. — Lutasgemeinde. Den Mai. Wilhelm Lang, Kaufmann, 68 Jahre alt, starb den -0. Mai. -ten 25. Mai. Klara Voigt, Tochter des verstorbenen Kausma>ms Augmt Voigt, 19 Jahre alt, starb deii 23. Mai. Den 26. Mai. Marie -Lchmidt, Ehefrau des Lokomotivführers Wilhelm Lchmidr, 27 Jahre alt, starb den 23 Mai. - Babette Bauer, Wilttve des Polizeidieners Georg Bauer, 72 Jahre alt, starb den ne sgemeinde. Den 22. Mai. Minna Petri, geb. Wallemeis, Wtttwe des Weißbrndermcisters Louis Petri I A.Jahre alt, starb deir 20. Mai. — Aus dem Provinzial- ^icchenhaus Ten 26. Mai. Katharine Marie Sommer, geb. M amberger, 87 Jahre alt, starb den 23. Mai. Vermischtes. * Berlin, 2. Juni. Der hiesige Duchdruckereibesitzer Bernstein stürzte sich in einem Anfall von Geistesstörung aus dem 4. Stock auf die Straße und war sofort t o t. * Magdeburg, 2. Juni. Aus dem Personendampfer „Rudolf" platzte die Packung eines Dampfrohres, wodurch ein Maschinist getötet und ein anderer so schwer verletzt wurde, daß er ebenfalls bald daraus starb. * Erfurt, 2. Juni. ZweiMen scheu verbrannten infolge des leidigen unvorsichtigeil Umgehens mit Spiritus. Die 13jährige Tochter des Postbriefträgers Lang goß aus einer Blechkanne Spiritus in den noch brennenden Spirituskocher. Es kam zu einer Explosion, durch welche die Kleider des Mädchens und auch diejenigen der Mutter, welche dem Kinde zu Hilfe eilte, in Flammen aufgingen. Nach wenigen Stunden starben beide unter gräßlichen Schmerzen. *Coburg,2. Juni. Wie das „Cob. Tagebl." berichtet, ist gegen einen pensionierten Offizier v. B. ein Verfahren wegen Vergehens gegen § 175 des Str.-G.-B. eingeleitet worden. Es sollen auch Erpressungsversuche in die Sache hineinsv-ielen. * Breslau, 2. Juni. Heute vormittag fuhr der von Königszelt auf dem hiesigen Freiburger Bahnhöfe ein- trefsende Personenzug 391 auf den Prellb'lock, wobei einige Reisende leicht verletzt wurden. — Am Sonntag nachmittag stürzte ein Tourist von der Kesselkoppe in die Kesselgrube ab. Er blieb tot. * Mannheim, 2. Juni. Der altkatholische Stadt- -farrer Bauer, gegen den wegen Sittlichkeitsverbrechens eine Untersuchung eingeleitet war, erhängte sich im Untersuchungsgefängnis. * Tri est, 2. Juni. Der hiesige Augenarzt Heibzel stürzte aus dem Görrer Schnellzuge. Er geriet unter die Räder und wurde zermalmt. Petersburg, 2. Juni. Fünf Wagen eines gemischten Zuges der Nikolachahn entgleisten gestern abend auf der Brücke im Weichbilde der Residenz. In zwei Wagen befanden sich der „Nowoje Wremja" zufolge von der Jubiläumsfeier an den Standort zurückkehrende Militärper- onen. Ein Soldat des Wiborgschen Regiments ist tot; mehrere Soldaten wurden schwer verletzt. — Das Forst- korps feierte sein lOOjühriges Bestehen und ernannte zu Ehrenmitgliedern folgende deutsche Professoren: Schwapp ach und Kienitz in Eberswalde, Weber, Mayr und Ramann in München, Bühler in Tübingen, Kuntze und Skoebbe in Tharandt, Borggreve in Wiesbaden und Direktor Weise in München. * Newyork, 2. Juni. Einem Telegramm aus Gains- ville (Georgia) zufolge sind in dem Tornado 6 0 Per- o n e n u m g e ko m m e n und 39 lebensgefährlich verletzt. Die Liste der Getöteten ist noch unvollständig. Der Gouverneur von Georgia erließ eine Bekanntmachung, in der er um Unterstützung der zahlreichen Notleidenden bittet. Das Gebäude der Gainsviller Baumwollölgesellschaft, die Personen- und Güterbahnhöfe der Suthern Railway Com- xrny und andere Gebäude wurden zerstört. Unter den Getöteten befinden sich hauptsächlich Angestellte der Gainsville und Pacolet Baumwollmühlen. § Gymnasiallehrer und Kellner. Ich bitte um meine Rechnung! — Hier! — Aber, Kellner, Sie schreiben hier „Kokelet" — da fehlt ja ein „k"! — Bitte, werd' ich gleich korrigieren! (schreibend) Ein Tee — 80 Pfennig' Aus Stadl uni) Land. Gießen, 3. Juni 1903. — Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Steuerboten bei der Bezukskasse Offenbach, Peter Anton Weingärtner zu Offenbach das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift "Für langjährige treue Dienste" verliehen. — Von der Jagd. Am 1. Juni begann in Heffen die Hegezeit für Auer-, Birk- und Fasanenhähne, sie endet mit dem 31. August. ** Pfingsten ist vorbei und alle Welt, ob groß ob klein, ob vornehm ob gering, beginnt davon überzeugt zu werden, daß er einer Erholung bedarf; und wem es seine Verhältnisse nur einigermaßen gestatten, der ist in der angenehmen Lage, Reisepläne zu machen. Der allsonntägliche Ausflug in die Umgebung genügt den sauerstoffbedürftigen Städtern nicht mehr; weiter, weiter wollen sie wandern, frische reine Gebirgs- ober Seeluft einatmen. Grieben und Kursbuch sind augenblicklich die gelesensten Bücher, und die armen Schneider und ihre weiblichen Kol- 'legen möchten sich verzehnfachen, um allen Ansprüchen gerecht werden xu können. Sv mancher pater familias unterzieht ängstlich seine I-inanzen einer Musterung, ob und wohin er seinen erhvlungsvedürstigen Anhang versenden kann, ob ihnen die nähere Umgebung, etwa Braunfels, der Vogelsberg, der Taunus oder der Obenwald Kräftigung bringen soll, oder ob sie sicy diese aus Skorderney, dem Harz, der Schweiz, Tirol oder Ostende holen könnten. Die Hausfiau sorgt unterdessen, daß Lie Garderobe in ordentlichem Stand sei, schaudert bei Dem Gedanken an die Ein- motterei, Teppichaufirahme rc., b.. ch die sie sich erst zu chrer Erholung durchringen muß, macht sich schwere Sorgen, wie die Lieblinge der FamUie wohl unterzubringen srnd. Die erwachsene Tochter träumt von einer Verlobungsanzeige zu Ende der Saison, auf der ihr Skame im Verein mit einem hoffentlich recht wohlllingenden Männernamen figurieren wird. Die lieben Kleinen reden von nichts anderem als den J-estungen, die sie tapfer gegen das andvingende Meer verteidigen, und den Flotten, die sie gegen den Feind ausienden wollen. Schippen und Eimer voni letzten Jahre werden hervorgesucht, um sestzustellen, ob sie noch brauchbar sind. Die kleinen Mdck)en debattieren eifrig über die hochwichtige Frage, welche Puppen mitgenommen werden und nur ein Machtwort aus mütterlichem Munde hält sie davon ab, der ganzen Puppenfamilie eine Badereise zu versprechen und so das Gepäck aus 'unnatürliche Dimensionen zu bringen. Auch unsere,^ausgenossinnen" — man darf ja nicht mehr sagen: Menstboteu — beginnen sich hier und da Urlaub ausbedingen, um sich im Vogelsberg bei Muttern wohl sein zu lassen. Ja, einmal muß der Mensch ausspannen, in andere Luft und andere Umgebung kommen, dann geht die Arbeit nocy einmal so gut von statten, und die Nerven werden gestähll. Darum hinaus ins Freie und eingestimmt mit dem Dichter, der singt: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen. Den schickt er in die weite Welt, Dem will er seine Wunder weisen In Berg und Tal, in Flur unö Feld. § Butzbach, 2. Juni. Gestern wurde der in weiteren Kreisen bekannte Schreinermeisler Althenn hier in seiner Wohnung tot aufgefunden; ein Herzschlag soll den 58jähr. Mann betroffen haben. Bad Nauheim, 1. Juni. Folgende Unterhaltungen sind in dieser Woche: Mittwoch nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: „Zwei Wappen". — Donnerstag nachmittags und^abendS^auf der Terrasse Konzert der Kurtapelle. Abds. im Saale: Tanz. — Freitag nachmittags und abends auf der "Terrasse LLonzert der Kurkapellc. Abends Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurtapelle: „Mein Leopold". — Samstag nachmittags und abends auf der Terrasse Äon- §ert der Kurtapelle. Abends Russisches Natioiralkonzert und bei gutem Wetter Lanipionsbeleuchtnng der Terrasse anläßlich des Geburtstages I. M. der Kaiserin von Rußland. — Sonntag Konzert der Kapelle des Infanterieregiments Kaiser Wilhelm Sir. 116 ans Gießen Abends Symphoniekonzert mit Kompositionen russischer Meister. tz Friedberg, 2. Ium. In den Kreisen Friedberg und Büdingen sind 39 Gemeinden, welche noch unter dem Druck alter Kriegsschulden aus dem Ende des 17. Jahrhunderts leiden. Es kommen dort nach einer Uebersicht der Kommunalumlagen pro 1903/04 auf die Mark Steuer- kapital Beträge zivischen 1 und 20 Pfennig als besonderer Zuschlag zu den Gemeindesteuern zur Erhebung, damit jene Schuldenlasten allmähllch aus den Wirtschaftsplanen ver- schwtnden. "Friedberg, 1. Juni. An der hiesigen Gewerbe- akademic fanb am 28. und 29. Mai die Vorprüfung und Diplont-Hauptprufung für Maschinen-, Elektro- und Bauingenieure vor der hierzu beauftragten Prüfungskommission unter dem Vorsitt des Oberbaurats Lehmaiul statt. Die Stadt^ Friedberg war hierbei tnird) ihren Bürgermeister, Eaurat Stahl, vertreten. Auch anbcrc Fachleute und Freunde der Anstalt hatten sich, 6a diese Prüfungen öffentlich sind, hierzu eingefunden. Von 32 Kandidaten konnte 28 das Vor resp Diplom Prüfungszeugniö gegeben werden; hiervon bestattdcn fünf in den meisten Fachern mit den ersten Noten. Tie nächsten Vor- und Trplom-Hauptprüf- uugen werden «voraussichtlich Ende August resp. Ende Oktober hier stattsinden können. L Ltndheim i. d. Wetterau, 1. Juni. Am Freitag nachmittag fand die Schlußfeier des ersten diesjährigen Kursus an bei landwirtschaftli. chcn Haushalt- ungsschule statt, woran sicki eine Besichtigung der aus- gestcllten weiblichen Handarbeiten und sainstttchen Arbeiten schloß. Ein -weiter Kursus beginnt am 1. Kaiii und bauert bis Ende November. Die landwirtschaftliche Hausl-altungs- schule wurde 18S9 gegründet. Sie kann von Mädchen tm den). Bis zu dieser Höhe muß allerdings gesetzlich der Reservefonds gebildet werden, so daß daran noch 27 074,83 Mark fehlen. — Ob man die Kapitalcullage für das Haus in der Ludwigstraße als ordentliche Ausgabe bei Bestimmung der gesetzlichem Höhe des Reservefonds mitin Rechnung Liehen muß, darüber läßt sich wohl streiten. Wir halten diese Ausgabe für keine reineAusgabe im Interesse der Kassenmitglieder, sondern für eine Kapitalanlage, die genau so als Objekt für den zu bildenden Reservefonds in Rechnung zu ziehen sein dürste, wie die vorhandenen Wertpapiere oder die Spareinlage mr Betrage von 11500 Mark. Würde unsere Ansicht richtig sein, so wäre der gesetzliche Reservefonds bei' der Ortskranientasse bereits erreicht, und man könnte bald eventuell damit beginnen, die Beiträge zu ermäßigen. 1.-2. Ium 1.-2. , Ium 1903. Bcnomcler aui 0° __reduziert 1 Temperatur Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit cs i -O s Windstärke Wetter 2. 2“ 741,1 19,0 13,7 84 nne. 1 Regen Bed. Himmel Regen co tc g" 7“ 743.2 746,5 16,1 10,4 10,9 8,6 80 92 SE. N. 4 4 3 pCt. rzburg^rrsitSt l.M, ®iefifn, LZ W “ff'8= «US. ‘ "lieren «V”' •test sr:r ’e'lt Haltung. 209.75 209.12 136.25 17175 180.37 lDurchlchnitiz. ■> »orn 1150, bis 00.00 'M 'M., Wicken 00.00 7.00 Mk. es Gaues II Gelnhausen rs im Acrein mit .Barbarossa' das i hak. Das Fest skorso, welcher in hrer, die 3. über Ableitungen sind nsgesetzt lut das :et iüt das Kunst- iahren. Tie Fahr- >roß und mit Tri- Ädt 6iffen. lüilgeu Weiler § )e» 21 Mai. Tem Otto Theodor, geb. Mai. TemNeisen- >nch, geb. b.^Marz. bäcker eine Tochter gemeinde. Ten :rutf) eine Tochter 23. SDlai. Konrad i Hedwig Nickel, )U Medenbach. - und Anna lrümg, > Dietrich Aling zu L Arzl zu Gießen, Privatiers fiajpar 121 Mai. Ludwig .ne Elisabeth Euler, r-Fohannes- ctin Lchalch, Ensen- rischer, Tochier des i Säilitz. - arma veizenroder, in veizenroder zu ister zu Gleßen, em rchuhinachers Mti Ferdinand Kasten, nie Kasper, Tochter eßen. Ten 26. Man üb Pauline &M Sen 24.*» chre °8,Mk» Ke—* •* S5LO- [b lür 5 'Jte* ^'^sürwelchk M^^aemahlen; Siolt? Fabrikant 4S S-Z 9 • z> äS s - c jo o S a *5" £ K "o ■ ? 7* == -9 - P --"Kch • S O o -P •» s « ö‘ ZA E »sE . O •— o <9> tf>Sp ä w N 5 L - O ö O=S =^65 s. er. -2 5 -TD “ ««=* 8 5 . C o *6' - 5 - - - - . x> C e .2 t g = s U £.tE X C Lk-Nör^ L = s 5^ O ? . 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