cnaiis- rpachtung. Ql» 7. und 8. ^uni tfinbenben litt* rbandiestzvKro» Jirö em tulyuger gejuxt NjtiDciütt } im Metemslolal t Ebert am lü.Äpril llhr einsmden. Ter Vorstand. »söseee S&s -LZ F“WS SM** 00« 11.,. „ Mllrllf A .7?--- i. wyit 19°8' ftOI|»>"S- •; ea»lie^8 UtfiiliKM Mtf-hlMiiMll iUung jum ttiu> ii Primauer« uno tuUnejamen, joiuu ,tm ui miulere unO aneii höherer Ayr- . Uaiyemaliiqt >uug iurWcuma« uauj°Äo^lraulcu. i des eommei'-cf 20. April. |2öä2 äi. L'lja*. Freitag 3. April 1903 153. Jalirgang Str. 79 Zweites Blatt. rid>iet ist, einen a l ( JHe yeulige Dummer umfaßt 10 Selten. cil Tie Dr. Breidert. Äbrrfle für Tepeldien: «»teiger «trtzen. ^frnlprfd)anld’lu§4fr.5l. worden sind, mit, daß die AitSlcgung der Wählerlisten nicht bereits Mitte April, sondern Dienstag den IS. Ata i d. I. zu beginnen hat. Wir setzen Sie hiervon mit dem Auftrag in Hnmlnifl, 1. die Wählerlisten unfehlbar biS zu genanntem Termin fertig zu stellen; 2. SamStag den 16. und Montag den 18. Mai l. I. in ortsüblicher Weise bekannt machen zu lassen, baß die Listen der Wähler von Dienstag den IS. Mai biS Dienstag den 2 6. Mai l. I. beide Tage einschließlich, auf dem Gemeinde- Hause oder dem etwa sonst hierfür bestimmten Lokale zu Jedermanns Einsicht auSgelegt feien, und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Listen innerhalb 8 Tagen nach Beginn dieser Auslegung bei Meidung des Ausschlusses den betreffenden Bürgermeistereien vorzutragen seien. Wellcre Anweisung für daS Wahlgeschäst folgt demnächst. oui,er SonntagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen landwlrt die Giehener $amilicn blätter viermal in der Woche deigelegt. RoiaiionSdruct u. Verlag der Brüh l'lchen Unioerl.-Buch- a.Siem- brudrrti (thedCbUcben) Redaktion, Erveduwn und Druckerei: GietzenerAMiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Zur KcientpouUL. DaS Mißbehagen Rußland- über die Dricnt^xotitiT Frankreichs, von dem der gestern von uns auSzugsiveisc wiedergegebene Leitartikel eines osfi^iüsen russischen Blaues mit deutlichen Worten sprach, datiert, wie man darauersehen kann, aus der Zeit der „Operettenfahrl" des fron» zos ischen Geschwaders nach den Gewässern von Eypern. Man sano damals, daß Minister Telcassä allzu schweres Ge- schuß aussuhr, um dem EntschädigutigSanspcuch in der Lo- ranoo-Tubitii-Angelegenhcil in llvnftaniiiuopel Geltung zu verschaffen. 9tod> mehr verdroß an der Newa das herriscist und hitzige Auftreten deS damaligen fratizösischen Botschafters am Goldenen Horn. Rußland wünscht nicht, daß über die breite und ruhige Position, die es im Orient einnimmt, Frankreich oder eine andere Macht „hinwegsetze". TeSwegen befriedigt daS Verhalten der englischen Regierung in der Orientpolllik bei weitem mehr. Zn Balkansragen gilt Frankreich dem Verbündeten nur wie jemand, der allenfalls „gehört" wird, aber nicht mitzustimmen hat. Daher die unverhüllt rücksichtslose Zurechtweisung Del- casfoS durch den Grasen Lambsdorff, dtach der hier verbreiteten Ansicht ist die Stellung DelcassvS erschüttert. Der Minister deS Auswärtigen, der längst in Petersburg als ein Mann von zuviel Ideen, zuviel Selbstbewußtfeitt gilt, werde dem Zorn des mächtigen Verbündeten zum Opfer gebracht werden müssen. Zn Pari - soll man in der auswärtigen Politik da, wo wichtige Interessen Rußlands in Betracht kommen, nach Petersburger Instruktionen handeln. Und nun ist gar die Verwegenheit soweit getrieben worden, Frankreich in der macedoirischen Frage „in den Vordergrund zu rücken und Rußland im Schatten zu lassen"! Dies Streitigmachen der führenden Rolle verzeiht Rußland nicht, am wenigsten dem Verbündeten, der sich die Schuhsohlen abgelausen hat, um die Allianz zu erringen. Frankieiu) Ijat sich diese abkauzelnde Behandlung selbst zuzu- schreiben; das kommt davon, well es so außerordentlich verwöhnt worden ist von dem Freund, durch Darlehen, durch ungezählte Aufmerksamkeiten. Aber der „Rüssel" ist verdient. Tie maeedonische Auf- standsbeweguna hat in Paris mit stiller Billigung der Regierung mindestens ebensooiel Unterstützung erfahren, wie in Sofia. Tie russische D i p l o ma t i e, die einen sorg- faltig organisierten Ueberwachungsdienst in der französischen Hauptstadt unterhält und diesen Dienst auf die hohen und höchsten Beamten der Republik ausdehnt — gelegentlich sind interessante Berichte der Geheimagenten in die Hände von Unberufenen gelangt — die russische Diplomatie dürfte im Besitz eines umfassenden Tatsachenmaterials nach dieser Richtung hin sein. Man mußte sich in Petersburg fragen, woher es komme, daß dürft Ferdinand von Bulgarien allen väterlichen Ermahnungen zum Trotz immer wieder „rollenwidrige Seitensprünge" verlebte, statt gründlich und entschieden Ernst zu machen gegen die Umtriebe der bulgarischen Macedonier? Tie russisch. Kundgebung lüftet nur einen Zipfel des Schleiers. Sie wirst bezüglich der Depesche des französischen Vertreters in Sofia an TeleassS, „Man hoffe, daß Frankreichs Wort die Mächte mit sich reißen nud über ihre Unemschiedenhett triumphieren werde" die scharf inquisitorische Frage auf: Vonwelcher Unentschiedenhell fpredje der französische Vertreter, und wohin werde Frankreichs Wort die Mächte mit sich reißen? In Paris wird die Frage begriffen werden; es ist eine von denen, die dem Angeschuldiglen zu verstehen geben, er sott sich nicht die Mühe machen, zu leugnen, alle» fei klar am Tage. Tie französische Tiplomatie hat für gut befunden, in Soph.a Rontreminen gegen den Gin- iluß Rußlands zu legen, um als Protekwr der Balkanstaaten auszutreten. Tie Entrüstung Rußland- über den „seltsamen Versuch" — au» der Tiplomatensprache in die Sprache ^r Deutlichkeit übersetzt: Zntriauenspiel — ist unter diesen Umständen berechtigt. Man darf gespannt sein, welchen Rechtfertigungsversuch Delcasss unternehmen wird. 't, einen allgemeinen Ausstand hervorzn- rujen. Tie Komitees hofften, indem sie die Ehristen nnssciit- lich zu dem ungleichen Kampfe au|ricfen, eine Einmischung Europas herbeizusühren. Die Stimniung ist soivoyl bei den Muselmanen wie bei den Christen äußerst beunruhigend. Die Behörden sind in der Voraussicht von Lerwick» tungen mit dem Bau von Wegen und Laternen beschäftigt. Die Bandenzahl wachst mit jedem Tage. Im ganzen Bezirk giebt es kein Torf, indem sich nicht eine Bande Ausstan- vischer befindet, welche von der chrisllidstli Bevölkerung gezioungen oder freiwillig verborgen wird. Die Komitees bereiteten mit ficbcihafter Eile alles für einen Ausstand Rötige vor und jorgten für die Anwerbung junger Ehristen, für die Besü-afjung von Schuhwerk, ftleioung, Verbandzeug und anocren Vorräten. Was das Programm des Aufstandes betrifft, so betont dasselbe die Nonzentrierung oer Banden in den Bergen, wohin auch die Einwohner Ls muß sehr bald etwas geschehen, denn die russische Regierung geht, einmal mißtrauisch gemacht, den Dingen bis auf den Grund und schreckt keineswegs vor einer Bloßstellung zurück. Rußland bleibt auch ohne Frankreich die gewaltige Macht, Frankreich ohne Rußland verliert gleich die Hälfte seines Einflusses im Rat der Völker. Dem Artikel der „dtowoje Wremja" wird der „Nat.- Gießen, den 1. April 1903. Betr.: Reichstagswahlen. Das (tzrohhtrzoßliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreise». Im Anschluß an unser AuSschreiben vom 26. v. M., 9h. 73, 2. Blatt deS .(Siebener Anzeiger»^ teilen wir Ihnen, nachdem durch Kaiserliche Verordnung vom 28. d.M. monaihd>7b'V1^oiertel- föbrhcb 4)11. 2.20. durch ')lbbole- il Zweigstellen monaihtti 65 PI.: durch die Post Mk.2.— oienel- jäbvL au*ltt)L Bestellg. Annahme von Lnzelge» •ür die Tageouuminer l'ti Dormiuoge 10 Uhr. Zeitenorel«: total!2Pk^ aueiuartt 20 Pig. Veraniworilich tflr den doIil und düfltm. Teil P. W > llto. »ür ,Siadi und Vanö* und (Mcnd)l«laal*; Auaust ® öt). (ür den II r>- zeiaenteil: $>on< Beck. Die neuesten Meldungen vom Balkan lauten recht schauerlich. Nach einer Wiener Depesche überfiel eine bulgarische Bande am 29. März ein Dors an der Orientbahn, ermordete einen bulgarischen Mülstcn- besitzer, der sich trotz der Drohung des VauoenfübrerS gc- ivcigert hatte, diesen zu unterstützen und sich dec ^niurict- ilon anzuschließen, tötete auch den Müht knecht und schlachtete auch die schwangere (Sattln deS Müllers barbarisch ab. In der ganzen Qxgenb herrscht unter der Bevolllrung Panik und Furcht vor der Bande. — In dem Bezirk Tewwo plünderten die Albanesen mehrere serbische Türfer und steckten zwei serbische Kirchen in Brand. Ein Telegramm des russischen jwnsuls in lleskueb bestätigt, daß der russische Konsul in Mitrowitza verwundet wurde und zwar aU er in Begleitung seiner jtaiuaffen das HauS Verließ Ein Soldat albanefu- scher Herkunft Namens Ibrahim trat ihm entgegen, anscheinend um ihn zu grüßen. Der Soldat richtete fein (Se» wehr auf den Jbonful und verwundete ihn an der linken Selle. Nachdem er noch auf die Kawassen geschossen hatte, wurde der Soldat von der Beglellmannsd)ast des Konsuls entwaffnet. Ibrahim behauptet, aesck-osien zu haben, um sich für die am Samstag erfolgte Beiwunduiig emed feiner Verwandten zu rächen. Der Milllär^lvmmandant von Mllrowitza eilte sofort in Begleitung eine» Arztes herbei und brachte den Konsul nach dem Konsulat. Der General- Inspektor Hilmi-Pascha sprach unverzüglich telegraphisch fein Beileid aus. Nach Ansicht der Aerzte befindet sich der ilvnful außer Gefahr. Am L d. M. begaben sich der Grvßwcsir Ferid Pascha und der Sekretär des türkiscl-en Ministeriums des Aeußcrn, 9äiri Dcy, auf die russiiche Botschaft, um dem Botschafter Sinowjew das lebl-aste Bedauern des Sultans über den Zw.schenfall in Mitrowitza und die Verwundung des Konsul- auszusprechen. Zugleich wurde dem Botschafter die Zusicherung gegeben, daß dec Täter und etwaige Mitschuldige auf das strengste bestraft würden, und daß Der Sultan durchgreifende Maßnahmen zur vollständigen Wiederherstelluna der Ruhe und Ordnung angeordnei habe. Der Vorfall scheint im Dildiz und bei der Pforte liefen Eindruck gemacht zu haben. Der türkische Minister- rat beschäftigte sich mit demselben. Er beschloß die schärfsten Maßregeln gegen die Albanesen und den energischen Divi- sions-Eeneral mit der Ausführung derselben zu betrauen. Delcl>e polllischen Konsequenzen das Attentat gegen den russischen Konsul in Mitrowitza, das kaum dem Täter allein zur Last zu legen ist, haben wird, ist schiver abzusehen. Zum Mindesten wird die russische Regierung auf Todesstrafe für den Attentäter bestehen. ES wird sich bald zeigen, wie well daS albanesische Solidaritäts- gefühl mitspricht, und ob die Albanesen wirklich den Mut besitzen, den Sultan in die Schranken zu rufen, llnterwirst er die Albanesen nicht, so wird das Attentat gegen Schterbina blos als Vorspiel weiterer iScau- I am leiten gegen die dortigen Christen und die Er- teilung eines europäischen Mandats zur bewaffneten Intervention an eine oder mehrere Großmächte zu Folge haben. So sehr man sich auch selbst in den nächst beteiligten politischen Kreisen bemüht, daS Attentat in Mitrowitza vorläufig als die feige und nichtswürdige Handlung eines Einzelnen hinzustellen, so kommt im Zusammenhang mit den anderen Ereignissen und Erscheinungen eine äußerst ungünstige Beurteilung der Lage zum Vorschein. Tie im Vilajet Smyrna zu mobilisierenden 16 Redifbataillone sollen in drei Tagen ma.schfertig sein und nach Albanien und Macedonien abgehen. Der russische „Regierungsbote" veröffentlicht Telegramme des russischen Konsuls in Mllroivitza vom 26., wO. und 31. März. Danach forderten die in der Ncähe der Stadt Wutschitrn versammelten Albanesen die En fernung der chrisllicl-en Zaptiehs (Gendarmen). Als die Behörden diesem Verlangen nicht nad)tarnen, begaben sie sich am 26 .März nach Wutschitrn und brachten die christlichen Zaptiehs nach Pnfchtma. Am bO. März belagerten sie Mitrowitza, wurden aber von den türkischen Truppen durch Artittericfeuer zuruckgeschlagen und zerstreut. Tie Zahl der Toten und Verwundeten beträgt über 100. Neue Scharen von Albanesen rücken aus Jpck nach Ieni-Dazar. — Ter „Regierungsoote" veröifentudjt ferner einen Auszug aus dem kxrid>t des russischen Gene- ralkonsulars in Saloniki vom 14. März, in dem es heißt: Ten Unorbnungen im vergangenen ^etoft ist eine Periode der Ruhe, aber energischen Tätigtell der revolutionären Komitees gefolgt, deren Augenmerk fortgesetzt daraus gc- gelockt werden sollten, und die Angriffe einzelner Abteilungen auf die türkischen Truppen an veischiedenen Punkten. Rad) den Zusammenstößen zivischen den Bauden uiid türkischen Truppen, die in der letzten Zeit mertbac zunahmen, ist es |ujwer, die Annahme gelten zu lassen, oay die revolutionäre Agitation, iveld)€ im Lause vieler Jahre liefe Wurzeln gejagt hat, in friedlichem Wege von iclber aufyören wird. Obgleich noch kein Grund vorhanden ist, einen allgemeinen Aufstand zu erwarten, darf man ooch nicht aus dem Auge verlieren, daß gleichzeitig an verschiedenen Pünkten der drei Wllajets der Auf st and auS- bredk-n könne. --- -■ ..... ' ■■■! "■________ ■ , ■■ ."JB Dnilschts jlkidj. Berlin, 2. April. Der x aijet wird während seine- Aufenthalts in 91 u m der Benediktiner-Abtei von klonte Cassino, einer früher von ihm gemachten Zusage entsprechend, einen Besuch abstatten. — Wie die Blätter melden, haben die Pläne für das Deutsche Haus auf der Weitaus st ellung in 5 t. Louis in der Form, in der sie vorgelegt wurden, die Zustimmung des Kaisers nicht gefunden. — Im Befinden der Kaiserin ist weiterhin ein normaler Verlauf des HeilungsproLesses zu verzeichnen. Tas Allgcmeinbesinden ist dem,^Lok.-^nz." zufolge durchaus befriedigend. — Durcy militärische Beförderungen sucht der Kaiser bekanntlich hohe Beamte von Zeit zu Zeit zu erfreuen. Vor Jahresfrist ist Graf Büloio zum Husarenoberst a la suite befördert worden. Jetzt hat der Kaiser dem früheren Staatssekretär v. Bötticher, Dem jetzigen Oberpräsidenten der Provinz Sadllen, den Eharalter als Oberst der Landwehr verliehen. Oberpräsident v. Bottichcr gehört noch als Oberstleutnant zum ersten Aufgebot der Inianterie des Landivehcbezirks Magdeburg und feierte am L April sein 50 jähriges Milllär- dienstjubiläum. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz betreffend die Kinderarbeit in den gewerblichen Betrieben vorn 30. März. — Zur Ausführung des Fleischbeschau-Ge- jedes hat der Bundesrat nach der „Berl. Karr." de- ichlossen: Schweine, bei deren Beschau durch die mikro- |Iopi|d)e Untersuchung von mindestens je 6 aus den Zwerch- jellpfetlern, dem Rippentelle des Zwerchfells, den Kehl- kopsmuskeln und den Zungenmusleln zu untersuchenden Präparaten in nicht mehr als acht Präparaten Tridftnen festgestellt werden, gelten als schwach trid)inöd. Die ganzen Tierlörper von solchen Schweinen sind als bedingt tauglich anzusehen. Dte Brauchbarmachung fold)cn Flelschos zum Genüsse für Mettschen hat durch Kod)vn ober Dämpfen zu geschehen. Von Ähweinen, btt Deren Bcsd>au sich ergiebt, daß es sich nur um eine schleichend, ohne Störung des Allgemeinbefindens verlaufende und mit erheblicher Abmagerung nicht verbundene Erkrankung an Schweineseuche ooer nur im Ueber- bleibsel dieser Seuche (Verwachsungen, Vernarbungen, eingekapselte, verkäste Herde und deral.) handelt, sind die ganzen Tierkörper mit Ausnahme der als untauglich au faustenden veiänderten Teile als tauglich zum Genüsse für Menschen anzusehen. — Ter „Dearusbat. Organ des sozialdemokratischen Verbandes der Eisenbahner Deutsd)lands, verbreitet die Nachricht, daß infolge von Mißstimmungen zwischen Vorstand und Mitgliedern die forigefd)rittenften Mitglieder dcS Vereins Teutjcher Lokomotivführer diesem Verein den Rücken gelehrt und dem soz i a lde m o kr a ti- schen Verbände beigetreten seien. Tie „Deutsche Eisen- bahn-Ztg.", das PubnkalwnSorgan des Dereuis Deutscher Lokomotivführer, erllärt d.ese Nacksticht für eine „ebenso infame, wie bewußte Lüge." Dresden, 2. April. StaatSminister von Metz sch wurde gestern telegraphisd» zum König Georg nach Gardone berufen. Er reiste noch am Abend dorthin ab und passierte heute vormittag München. Er halte dort auf dem Bahnhofe eine längere kouserenK mit dem sächsischen Gesandten. Es wird vermutet, dag diese Reise mit Der Ehe-Angelegenheit d e s KronpriNAen zu- sammcnhängt. Es sollen zur Zell oerschiedene hochstehende Persönlichkeiten nneoer eifrig bei Der Arbeit fein, den König zu einer milderen Auffajsuug der As,alle zu bewegen. Heer und Flotte. AuS dem Milreär-Wochenblatt: Ternen, Major und BatS-^ommandcur im 4. Gvoßh. Hess. Ins.- Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, zum Stabe deS Ins-Oiegts. Frechere v. Sparr (3. Westfäl Nr. 16 versetzt. Krause, Major aggreg. dem 4. Hess. Ins-^egl. (Pr^nz Carl) Rr. 118, zum vadS.-Lommandeur im Regt, ernannt Ztg." zufolge in Berliner unterrichteten Kreisen keine polllische Tragweite beigemessen, durch die das Verhältnis zwischen Rußlaiid und Frankreich berührt werden Lönnte. W i r haben eine andere Ausfassung, näutlich die, daß das eussisch-sranAösifche Einvernehmen ziemlill) die ReichStagswahlcn auf den 16. Juni d. I. anberaumt getrübt ist, und daß nicht nur die Dalkansragen die Ur» lache bilden. Ucber die lategorisd-en Erklärungen Londoner Bläller, daß England eine eventuelle einseitige Intei- ucnlion Rußlands und Oesterreichs auf Der Ballanhalbmsll nicht dulden werde, dürste man in Petersburg zur Tagesordnung übergehen. Die britische Regierung ist nicht so tatenlustig und sie ist außerdem ^lußlano »ioch den Dank für Die loyal gehaltene Zusage deS Zaren schuldig, daß er den südafrikanischen Krieg nicht benutzen wolle, um England anderwärts Schwierigkeiten zu machen. L Md von p" Cl)m tle’. ®0 *. iraB^iL---—\ t» * »uerDen billigst KU eruiU. Cfieneix an bit d. 61 ibmi tzitvi-lachhllst' i. Cfj. uni'Jit. UM? eoition d.dl. eibtun. fofo« zu vn- yttlltu pad)ieir Ulal). von beute ab -anlage VI e Dammsiraktt- rber.LcWMint^ gauje lZenfio»' I mit n*; ' ,in merfin»* ,ldl i« j mnuieii Kirche und Schule. Trier, 2. April. Demnächst soll ein katholischer Oberlehrer an der Töchterschule und am Seminar den Unterricht im Deutschen und in der Geschichte erteilen und die Pfarrgeistlichen von Lorenzius im Auftruge des Bischofs ftorum den Religionsunterricht übernehmen. Damit dürfte Ser Trierer Schulstreit vollständig erledigt sein. Berlin, 2. April. Kultusminister Tr. S t u d t machte tn einem Erlaß die Pflege einer guten, lefer- l i ch e n L> a n d sch r i ft bei den Schülern allen Leitern und Lehrern der höheren Lehranstalten zur besonderen Pflicht. Ausland. London, 2. April. Der nach Kapstadt zurückgekehrte Bu r e n k o m m a n d a n t D e r o ß meldet, daß die inTa- mara-Land (Deutsch-Südwestafrika) angcsicdel- ten Buren mit den Weide ei gen schäft en des Landes unzufrieden seien, ter ist überzeugt, daß die 1300 Durenansiedler nach und nach auf britisches Territorium zurücllehren werden, und spricht auf das Rüh- mendste von den Deutschen, die alles tun, um die Duren dort zu behalten. — Im Unterhause erwiderte auf eine Anfrage betr. bie Zucterfabrikation Lord Cranborne, in Oesterreich sei ein Gesetz angenommen worden, durch welches die Quantität Zucker festgesetzt werde, die für den heimischen Markt produziert werden dürfe. Wie verlaute, habe der Staatssekretär des deutschen Neichsschatzamtes erklärt, daß die verbündeten Regierungen bislang keinerlei Grund hätten, für Deutschland eine derartige Maßnahme vorzuschlagen, welche die Schaffung eines Monopols für die bestehenden Zuckerfabriken bedeuten würde, und daß die Entscheidung über die Frage, ob jene» Gesetz der Zahlung einer Prämie gleich zu achten fei oder nicht, der ständigen Kommission in Brüssel zusiehe. Haag, 2. April. In der Kammer sprach heute Lroelstra über drei Stunden. Er sagte u. a., der Ministerpräsident Kuyper habe neben feinem persönlichen Körper augenscheinlich noch einen Astralleib, der sich bald in einen kleinen Calvin, bald in Stapoleon oder Bismarck verwandle, und wie letzterer, suche er die Liberalen im Kampf gegen die Sozialoenrokratie an die Wand zu drängen. Lissabon, 2. April. König Eduard von England ist an Bord seiner Jacht und in Begleitung der Kreuzer „Venus" und „Pallas" hier eingetroffen. Gefolgt don portugiesischen Kreuzern dampfte König Eduard die Tajobucht hinauf und ankerte. Inzwischen fuhr König Car- los auf der von 80 Ruderern bemannten Staatsgaleere zwischen den paradierenden Kriegsschiffen zur Jacht des Königs Eduard und verweilte dort anderthalb Stunden. Dann begann unter dem Donner der Geschütze die Fahrt historischer Barken, in deren erster die beiden Könige jaßen, zum Landungsplatz. Nachdem die Könige in dem Empfangs- vaoillon die Würdenträger begrüßt hatten, bestiegen sie den historischen Hofgalawagen und hielten unter dem Jubel der Bevölkerung ihren feierlichen Einzug in die Stadt. Rom, 2. April. Die Blätter bestätigen, daß König Eduard Ende April Rom besucht. Der „Messa- gero" meldet, daß dasjenige Geschwader, das nach Algier gehen werde, um den Präsidenten Loubet zu begrüßen, am 21. April nach Neapel zurückkehren und sich dort mit dem Geschwader, das den König Eduard erwarte, vereinigen werde. Die „Tribuna" sagt, ein Besuch des Königs von England im Vatikan fei nach den Verhandlungen zwischen Kardinalftaatsfekretär Rampolla und dem Erz- bischof Vaughan im Prinzipe feststehend. Die einzige Sctstvierigreit würde der Ort bilden, von dem aus der König zum Vatikan fahren werde, da England keine diplo- matstche Vertretung beim Vatikan besitze, diach einer Meldung desselben Blattes hätte der Vatikan vorgeschlagen, daß dies vorn englischen Kolleg aus geschehe oder vorn Palaste des Fürsten Massino. In diesem Palaste wohnte der König, alü er als Prinz von Wales Rom besuchte. Tie Neden bei Eröffnung des Provinzial Siecheuhau,es. Die erste Rede bei der feierlichen Eröffnung des Pro- dinzialsiechenhauses am 1. d. M. hielt der Erbauer, Geh. Oberbaurat o. Weltzien. Er führte aus: Hochgeehrte Herren! An dem Tage, an dem die Provinz Oberhessen den ersten von ihr errichteten Hochbau der Benutzung übergeben will, ist es wohl begründet, einiges über seine Entstehung und seine Baugeschichte mnzuteüen. Seitdem am 14. Juli 1880 der Provinztaltag mit 12 gegen 10 Summen den Antrag abgelehnt hatte, eine Siechen- Anstalt für 300 Pfleglinge zu erbauen, fehlte es nicht an stets erneuter Anregung, einen solchen Bau auszusühren, um eine den heutige« Ansprüchen besser genügende Fürsorge für gebrechliche, chronisch Kranke und Altersschwache zu schaffen, die bisher der Arineuverjorgung der Kreise und Gemeinden anheimfielen. Unter dem 26. Oktober 1898 erteilte der Provmzialausschuß mir dcn Auftrag, den generellen Enrwurf zu einer Siechenanstalt auSzu- arbeiten, die möglichst in kleinerem Umfange, aber zur Aufnahme von 600 Pfleglingen erweitert iverden könne. Der Provmzialtag vertagte indessen am 8. Juli 1899 eine Beschlußfassung über diese Bauangelegenheit uiid beauftragte eine Kommission mit der Klarstellung einiger noch aiiiklärungsbedür'tiger Punkte. Diese Kommission erstattete unter dem 7. März 1900 einen Bericht und beschloß in einer gememschaitlichen Sitzung mit dem Provinzialaus- schuß die Einberuiung des Provinzialtages aut den 4. Juli 1900 zur endgilngen Erledigung der Sache. In dieser Sitzung herrschte zwar über die 9lolioenbmteit des Baues Einigkeit, doch bot bie Entscheidung über deu Ort, an dem die Anstalt zu errichten sei, euilge Schwierigkeit, weil außer Gießen auch Grünberg, Alsfeld und Lich |id) um die Anstalt bewarben und das dazu erforderliche Gelände kostensrei zur Verfügung fteUcii wollten. Die Vorteile des von der Stadt Gießen angebotenen Platzes ergaben sich bei der Abwägung nur als so erhebliche, daß der Pro- vinzialtag beschloß, auf diesem ein SiechenhauS für zunächst 2öO blS 280 Pfleglinge unter einigen Abänderungen des generellen Entwurfs mit einem Kostenaufwand von 600000 Mk. zu erbauen. Tie dem gestellten Verlangen entsprechend abgeänderte Entwurssskizze genehmigte der Provinzialauöschuß am 26. September 1900 und beauftragte mich dann nut der Ausarbeitung der Baupläne und des Kostenanschlages. 9iach Erfüllung dieser Aufgabe erhielt ich am 27. April 1901 die Ermächtigung, mit der Bauausführung vorzugehen. ES ist nun sogleich die Vergebung der Bauarbeiten vorbereuet und die baupolizeiliche Genehmigung eingeholt worden. Am 21. Akai 1901 wurde mit den Erdarbeiten begonnen, am 8. Juli der erste Stein vermauert und am 10. Dezember war das Dach des letzten Gebäudes gerichtet. Bei Eintritt des Winters waren alle Dächer emgedeckt. Vom 30. Januar bis 1. Februar 19o2 fanden Probebelanungen der über den Schlassälen der großen Psleglingsgebäiide aangeführten Henmbigen-Decken statt, die ein durchaus günftigeS Resultat ergaben. Am 20. Januar wurde die Montage der Heizanlagen begonnen, — am 1. 'März die Tüncherarbeilen im Inneren der Gebäude — and am 1. Juli die Kanalisaiionsardeuen. Am 6. März dieses Jahres erfolgte die Uebcrgabc der Gebäude an die Baukonnnission des ProvüizlalauSschusjeS, der die Bauten seitdem mit Betriebsinventar auSftattete, bei besten Deschassimg von meiner angebotenen Mitwirkung abgesehen wurde. Bei dem Entwurf wie bei Der Ausführung war es mein Bestreben, den eigenartigen Anforderungen der Bauanlage in vollem Blaße Rechnung zu tragen, jedoch in der durch bie verfügbaren Mittel gegebenen Begrenzung. Möchte es mir gelungen fein, das in mich gelegte Vertrauen verdient und eine Anstalt erbaut zu haben, bie ben neuzeitlichen Verhältnissen entspricht imb Zeugnis ablegt von ber greisen Füiforge, welche bie Provinz Oberhesien ihren Pslegebebüiftigen roibmet. Zum Zeichen, baß benfelben nunmehr bie Pforten bei Anstalt geöffnet werden können, überreiche ich dem Herrn Prooinzialbirektor, als ben Vertretern ber Bauherren, symbolisch biefen Schlussel, begleitet von bem herzlichen Wunsche, daß alle armen Gebrechlichen imb Altersmüben des oberhessijchen Landes hier em willkommenes Asyl finden mochten. Das walte Gott. Tie Rede des Provtnzialbirektors Dr. Breidert hatte folgenden Wortlaut: Sehr geehrte Herren! ES sind nun gerade zehn Jahre, daß es der dankenSiverten Tätigkeit des Damaligen Provnizialolrektors der Provinz Rheinhesten, jetzigen Herrn -Ltaatsministers Rothe Exzellenz, gelungen war, das eilte Provinzialfiechenhaus des Landes in Heidesheim zu eröffnen. Heute ist bie Provinz Oberhesien im Begriff, bem bewährten Beispiele bet Schivesterprovmz zu folgen. Wenn ber Bau heute vollendet, in gefälligen und ansprechenden Formen vor Ihnen steht, so gebührt der Tank dafür in erster Linie ber Opierwilligkeit ber Provinz und ihrer Vertretungskörper, bem freundlichen Entgegenkommen der Stadt Gießen und ihres Stabt- Vorstandes, der trefflichen Bauleitung und allen, die sie unterstützt und gefördert Haden, ganz besonders aber dem Provinzialausschug, der von ihm gewählten Kommljfion und seinem Vorsitzenden, dem leider nicht mehr unter uns weilenden Herrn Gehennerat o. Bechtold, der sich durch seine großen Verdienste um daS Zustandekommen und die Errichtung des Siechenhauses ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat. Aber nicht allein die ganze Provinz ilt ihm dafür zu Tank verpflichtet, sondern auch die zahlreichen Siechen und Gebrechlichen, für welche dies Haus gebaut ist, und welche in ihm eine liebevolle Aufnahme, eine gute Heimstätte und sorgsame Pflege finden sollen. Tenn des Menschen vornehmste Ausgabe zu erfüllen, anderen Menschen zu helfen, wenn sie ber Hilfe bebürfen, bazu ist das SiechenhauS bestimmt. Tiefem edlen und erhabenen Zrvccke zu dienen, haben Sie übernommen: Ter Leiter der Anstalt mit bem Verwalter, ben Schwestern, Oberwärtern, Wärtern unb bem gesamten Peiional. Ihrer liebevollen Fürsorge, Ihrer treuen hingehenden Sorgsamkeit übergebe ich das Haus unb seine Pfleglinge mit ber Hoffnung, aber auch mit ber festen Zuversicht, daß es Ihnen gelingen wird, ben Ihnen anvertrauten Armen und Hilfsbedürftigen in diesem Hause jederzeit ein zusnebenes unb segensreiches Leben zu bereiten. Sodann sprach der dirigierende Arzt Dr. Markwald: Indem ich ben Schlüssel unb bamit bie Leitung biefer Anstalt übernehme, spreche ich ber Prooinzial-Verwaltung meinen Tank aus für bas ehrenvolle Vertrauen, das Sie mir burch Uebertragung ber Stelle bewiesen haben. Ich bin mir bewußt, daß ich ein schwieriges Amt übernehme, denn bie Aufgabe, bie ber leitende Arzt einer so großen Anstalt zu erfüllen hat, stellen große Ansprüche an seine Arbeitskraft. Jeder ihm anvertraute Pflegling hat das Recht auf gewissenhafte ärztliche Fürsorge; sie auszuüben ist die erste und vornehmste Pflicht des Arztes. Dabei möchte ich besonders heroorheben, daß bie Provinzialverwallung im vollen Verständnis für die Wichtigkeit einer geordneten Krankenpflege, die Beschaffung hierfür notwendiger Hilfsmittel und Einrichtungen angeordnet hat. Hand In Hand damit geht bie Aufgabe, bafür Sorge zu tragen, daß bie desonbers Hilfsbedürftigen geschützt und vor Schaden bewahrt unb bie Schwachen geschont werben und dahin zu wirken, daß ein geordnetes unb friedliches Zusammenleben aller Insassen ermöglicht wirb. So bietet sich bem Arzte ein reiches unb vielseitiges Arbeitsgebiet dar. Ich hoffe, baß es mir im Zusammenwirken mit allen Angestellten ber Anstalt gelingen wirb, baß uns entgegengebrachte Vertrauen voll unb ganz zu erfüllen unb daß ber Zweck in jeder Hinsicht erreicht wird zum Wohl dieser Jnsasten und zum Stutzen unserer ganzen Provinz. Die Ansprache des Ministerialrats Weber lautete: Im Auftrag des Slaatsministers habe ich am heutigen Tage die besten Glückwünsche zu überbringen zur Eröffnung dieses schönen Werkes, für das bie Provinz fo zahlreiche Opfer aufgebracht hat, die nicht genug zu schätzen sind. Die Regierung ist der Ueberzeug- ung, daß daS Werk, das heute vor Ihnen steht und das Sie tu Betrieb übergeben haben, bie segensreichsten Früchte tragen unb bie Hoffnung wahr machen wirb, die wir auf dasselbe setzen. Wir haben bannt in unserem engen Vaterlanbe ein Werk werktätiger 'Menschenliebe eingerichtet. Auch Se. Kgl. Hoheit ber Großherzog nimmt an biesem Werk, das Sie heute vollendet haben, lebhasien Anteil und er hat den Wunsch gehabt, fernem Interesse an der Anstalt auch einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen, indem er Allergnädigst geruht hat, den beiden Mitgliedern des Provinzial- Ausschusses, die bis zur Vollendung des Baues mitgearbeitet haben, bie Krone zum Ritterkreuz 1. Kl. zum Verbienstorben Philipps deS Großmütigen zu verleihen. Se. HgL Hohert ber Großherzog haben Allergnäbigst geruht, dem Landgerichtsrat Dr. Schäfer und Ingenieur Schiele zu Gießen die Krone zum Verdienstorden Philipps des Großmütigen zu verleihen und ich bin beauftragt, Ihnen diese Auszeichnung zu übergeben unb bamit zu oerbinben bie herzlichsten Glückwünsche zur Allerhöchsten Auszeichnung- Aus AtuSl und Kund. Gießen, 3. April 1903. M Das Großh. Regierungsblatt Nr. 22, au§- gegeben am 1. April dS. IS., enthält: 1. Gesetz zur Ab- änderung deS Gesetzes, die Ausführung der deutschen Strafprozeßordnung betreffend, vom 9. Juni 1879. Vom 17. März 1903. — 2. Verordnung, den Ansatz, die Erhebung und die Beitreibung der Gerichtskosten betreffend. Von gleichem Datum. ** Reichstagswahlen. Wir machen die Leser an dieser Stelle noch einmal aufmerksam auf die vom Kreisamt erlassenen Bestimmungen an der Spitze unseres heutigen Blattes. Die Auslegung der Wählerlisten beginnt danach Dienstag, den 19. Mai. • * Bei den Kanalisationsarbeiten in der Wall- thorstraße fand man vorgestern abend ein umfangreiches Skelettstück, das zunächst die Finder mit großen Erwartungen erfüllte. Man glaubte vorerst, eine Seltenheit aus der Mammuthzeit gefunden zu haben. Nachdem man unter sachverständiger Leitung das Fundstück gründlich gereinigt hatte, stand man bedauernd und mit enttäuschter Miene vor einem ganz gewöhnlichen, nicht einmal unversehrten Skelett eines Pferdekopfes. ** Die Gemäldeausstellung am Brand, welche seit acht Tagen geschlossen ist, wird voraussichtlich am kommenden Dienstag wieder geöffnet sein. Wir können schon heule unseren Kunstfreunden mitteilen, daß die diesmalige Serie hervorragende Kunstwerke bekannter Meister aufzuweisen haben wird. Außer einer Kollektion von Werten des hervorragenden Sck-wcdcn Bruno Liljefors gelangen noch Werke Den Bracht-Dresden, Thoma-Karlsruhe, Grützner- München, Klimpsch, M. A. 2ker und Burnitz-Frantsurt, Keller-Reutlingen, R. Scholz-München, Munthe-Düsselborf, Eckenbrecher und FalatBerlin, Kielwein-Gutach, C. Ächmoll v. teiseniverth und A. Hofmann-Paris, sowie von Gadano Ehertzi-Neapel zur Ausstellung. • • Männertnrnoeretn. Wie bereits in Dem gestrigen Inseratenteil bekannt gegeben ist, findet die Frühjahrs- Hauptversammlung morgen (Samstag) im »Hotel Schütz* statt. AllserttgeS Erfchemen ber Tntgiteoer tfi jeyr erwünscht. • * Ein silb crneS Kegler-Jubiläum beging in dieser Woche em Handwerksmeister unserer Stadt. Seit 25 Jahren ist der Herr Mitglied einer im .Frankfurter Hof kegelnden Herren-Gesellschaft. Zur Feier des Eceigniffes erschienen die Kegler am Mittwoch abend auf der Kegelbahn in feierlicher Kleidung und hielten ein Jubiläums-Preiskegeln ab. Der 1. Preis fiel übrigens an ein Mitglied, das auch bereits 21 Jahre lang den Kegelsport betreibt. ♦* Ter Landes- Lehreroerein für Hessen hält, wie wir dem „Schulboten" entnehmen, am 2. und 3. Juni seine Vertreter- und Hauptversammlung in Neu-Isenburg ab. Tie Vertreterversammlung findet am Psingstdienstag statt. Auf der Tagesordnung stehl u. a. Jahresbericht, Rechnungsablage und Voransch.ag des Landcslehrervereins und des llnterstützungsoereins für provisor.sch angestellte Lehrer unb die Gründung einer Militar-Tarlehnskajse. Tie Hauptversammlung wird am 3. Juni abgehalten. Dabei wird Lehrer Lampert-Neu-Jsenburg über„La.zmanns Bedeutung für unsere Zeit" unb Hauptlehrer Hujf-Darmstadt sprechen über die Fi.age: „Welche Wünsche haben wir bezüglich der Lehrerbildung, und weiche Berechtigungen sind daraus ah- zuleiten?" •* Die Darmstädter Künstlerkolonie, die, wie wir erfahren, keineswegs in der Auflösung begriffen ist, sondern ganz im Gegenteil unter den Professoren Olbrich, Habich und Bosselt über einen ganz stattlichen, im Ernst - Ludwig-Hause fleißig schaffenden jungen Nachwuchs verfugt, wird demnächst eine wesentliche bedeutungsvolle Erweiterung erfahren. Eine hervorragende Kraft auf bem Gebiete der graphischen Kunst soll von der Dresdner Kunsthochschule nach Darmstadt berufen werben und ferner ficht, an Stelle dcS aus dem Leben geschiedenen Patnz Huber, die Berufung einer anerkannten Au tontat auf dem Gebiete ber Innendekoration bevor. ** Bon der Jagd. Zu bem Artikel unseres D.» Korrespondenten haben wir nachzutragen, daß „ttuer-Birk- fasanen, Truthähne, Trappen, Schnepsenarten, Brachvögel und alles übrige gesetzlich g.schätzte Wild" vom 1. September bis Ende Mai Jagdzeit haben. j-s Li ch, 2. Aprck. Lehrer i. P. GilbertSeipp wurde heute hier unter zahlreicher Beteiligung ber Lehrer von hier und der Umgegeird beerdigt. Der Verstorbene stand tm 78. Lebensjahr und hat lange Jahre segensreich im benachbarten Btrtlar gewirkt. § Friedberg,2. April. Mit bem Bau ber Straßenunterführung am Fauerbachertor unter ber Main-Weser- Bahn burch ist nun begonnen worden, nachdem vorige Woche das Gelände enugiltig envorben wuroe. Tab et bekam Herr Reuß sür einen Kohlenlagerplatz z2 Mark pro Quadratmeter, für die Durchfahrt 10 Man, andere An- grenzer erhielten 8 Mark pro Quadratmeter. Mit zwei Besitzern konnte eine Einigung nicht erzielt werden, sobaß bas nötige Gelände enteignet werden wirb. Darmstadt, 2. April. Die Ankunft Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs hier erfolgt morgen nachmittag über Heidelberg mit bem Zuge 3 Uhr 39 2Xm. — Heute abend trifft Se. Hoheit Prinz Albert zu SchleSwtg-Hol- l'tem hier em unb nimmt im alten Palais Wohnung. R. B. Darmstadt, 3. April. (Eigener Draht- bericht.) Aus Anlaß der nach mehr ats 3^monalliu-er Abwesenheit erfolgenoen Rückkehr Sr. Kgl. Hoheit des Großherzvgs herrscht in ber ganzen Stadt festliche Bewegung. Alle öffentlichen Gebäube ic. hoben Fahnenschmuck angelegt, und bie Straßen, die der Landesi-err bei feiner Fahrt ins Schloß passiert, sind gleichfalls Haus bei Haus festlich geschmückt. Die amtliche „Darmst. Ztg." widmet Sr. Kgl. Hohett einen hübschen Begrußungsartitel. — Ernannt wurden ber Staatsanwaltsgehilse Georg Denn in Mainz zum Gerichtsschreiber in Friedberg, ber Gerichtsschreibergehilfe Karl Ran in Herbstein zum Hilfsgerichtsschreiber in Alsfeld, der GerichtsschreibermHilfe Jvh. Heinr. Wambold in Grünberg zum Gerichtsschreiber ui Fürth, der Gerichtsschreibergehilfe H e i n r i ch F i s ch in Lau- rach zum Hilfsgerichbsschreiber in Offenbach, der Gerichts- schreibergehilfe Ludwig Schar mann in Lich zum Hilssgerichtsschreiber in Umstadt und ber Gerichlsschreioer- gehilse Christian Otto Schäfer in Büdingen zum Hilfs» gerichtsschreiber in Gernsheim. sc. Vom Odenwald, 2. April. Seit drei Tagen herrscht hier S chneegestöber. Der Schnee bleibt auf den Bergesgipfeln liegen. Mainz, 2. April. Der Schiffer Andreas Reinhart versuchte in der vergangenen Na-cht an einem Dienstmädchen am Rheinufer ein Verbrechen zu begehen. Als er Widerstand erfuhr, wollte er das Mädchen in den Rhein werfen. Auf die Hilferufe der schwer Bedrohten eilte ein Lkiroi- beamter und mehrere Passanten heroei, denen es gelang, dasselbe aus ben Händen des Schiffers zu befreien. Ter letztere wurde von Schutzleuten bann verhaftet unb kam ins Untersuchungsgefängnis. Er wirb sich wegen Mordversuchs unb Sittlichteitsverbrechens zu verantworten haben. Mainz, 2. April. Zur großen Freude aller Haus» frauen ist hier endlich ein A b s ch l a g d e r F l c i s ch p r e i ss eingetreten, vorerst zwar nur beim Schweinefleisch, das um 10 Pfg. das Pfund abgeschlagen ist. Worms, 2. April. Bon einem Gehirnschlag betroffen wurde gestern vormittag nach Beendigung de- UnierrichtS im Korridor des Gymnasiums Oberlehrer Prof. Heinr. Beith. Er wurde in seine Wohnung verbracht und ist dort abends, ohne das Bewußtsein w.eder zu erlangen, verschieden. Der Verstorbene halte gestern feine Berufung an bie Oberrealschllie nach Darmfiaal erhalten^ ter war wegen seiner liebcnSroürbigeii Art unb seines aufrichtigen iiharalters bei allen Kollegen und iklannteir äußerst beliebt Seine Schüler verehrten in ihm einen vorzüglichen und gerechten Lehrer. Frankfurt a. M., 3. April. Die Festordnung des Längerwett st reirs ist nunmehr cnbgiltig fest* gestellt. Die Tage des Wettstreites sind der 4., J. und 6. Juni; an diesen Tagen beginnt das Wettsingen der einzelnen Gruppen jeweils vormittags um 10 unb nachmittags um 3 Uhr. TaS große, vom Frankfurter Sängerbund unb bet Frankfurier Sängerocreiniguiig gegebene Begrußungs* konzert, bei bem 1700 Sänger mitwirken, findet am Milt^ woch, ben 3. Juni, abends 8 Uhr, statt. Am letzten Wett^ [Ireittage, am 6. Juni, nachmittags 3 Uhr, ist das Prcis- Imgen der elf zum engeren Wettbewerb bestimmten Vereine uno daran schließt sich bie Preisoerteilung. Um 9 Uhc desselben Tages beginnt ber Festkommers für die Sänger. Aus N a s sa u, 2. April. In Tachsenhaus.n wuroe del. 53jährige Altersrentenempfänger PH. ZehreS von eure» von ihm gefällten, nach einer anderen Seite, als erwartet war, umfallenden Cbftbaum erschlagen. Vermischtes. • Köln, 2. April. Heule nachmittag wurde hier eine xu8 vier Personen bestehende Falschmünzerbande verhaftet. , «... - Feuer. Nm 2. dS. MtS. brach m Görlitz m der Spiritusbrennerei und Preßhcflnfabrik von HogSphiel u. Co. em Brand aus. Das Gctceibelager und bic Malzvorräte wurden vernichtet. Der Schaden ist bedeutend. • Zgr,ch, 2.April. Hier wurde der wegen Urkunbe'n- fälschung von der Staatsanwaltschaft Schneidemüdl fleck, brieflich verfolgte Fischereipächter August Bork zu Äleu-Wastrow verhaslet und an bic deutschen Behörden autzgelicfcrt. * Aus einen Aprilscherz hineingesallen ist in ergötzlicher Weise die Wiener „Neue Freie Dresse", xrin Berliner Blatt hatte zum 1. April feinen Lesern unter allerlei ausschmückendem Beiwerk genießet, der Kultus- Minister lasse im Auftrage des Käfters ein Denkmal von dem Assyrcrkönig Hammurabi anfcrtigcn, baä im Park von Babelsberg Ausstellung finden solle. Ter Berliner Kvrre- spondenl ocr „Neuen Freien Presse" und die Slebaftßn dieses Blattes Haden die Nachricht für Ernst genommen, und so liest man jetzt in der genannten Wiener Zeitung: , Man berichtet uns aus Berlin: Wahrscheinlich auf An- regung des Kaisers Wilhelm hat der Bildhauer Pfretzsch - n e r vom Kultusminister den Auftrag bekommen, Entwürfe zu einem D e n km a l des aus Anlaß des Babel-Libel- Streites vielgenannten a s s Y r i s ch c n Kö nigstzammu. ra b i herzustellen. Professor Delitzsch hat bekanntlich auf ein Dioritrclief des LönigS hingewiesen, der unter dem Namen Amraphel als Zeitgeno.se Abrahams im ersten Buch Moses erwähnt wird. Aus diesem Bilde ergeben sich Grund- lagen für ein Porträt Hammurabis. Das Denkmal wird vermutlich im Park von Babelsberg aufgestellt werben." Kunst und Wifscuschast. Berlin, Sl.fDlän. Ter .ReichSanzeiger^ schreibt: Tie bisher im Louvre aufgefteUtc sog. Tiara deS SaitapherneS hat ju vielerlei, auch die hiesigen königl. Museen berührenden falschen Augaden in der Presse geiührt, denen gegenüber Folgendes sesigesieUl wird: Ersten-: Tie für das Louvre angetanste Tiara deS Lauaphernes ist den königlichen Museen in Berlin niemals zum Haut angebolen worden. Zweiten-: Ehe diese .Tiara des «ailaphernes in Wien und dann in Pari- zum Rauf angebolen wurde, war dem Berliner Museum im Sommer 1895 eine andere angeblich in Lüdrußland ausgegrabene, mit der Inschrift eines KallimkoS versehene Goldkrone angeboten worden. Ueber diese machte in der Sitzung der Archäologischen Gesellschaft im Juli 1895 Ernst Eurlius nach einer Photographie einige Mitteilungen. Bei genauerer Unlersuchung deS Originals m den konigl. Museen wurde diese als Fälschung erkannt und der Rauf abgelehnt. Tiefe gefälschte RaUmikoskronc besand sich also me im Eigentum der königlichen Atuseen und ist nie dort ausgestellt gewesen, lieber ihrru Verbleib »st der Verwaltung der Museen nichts bekannt. — Tenkmalpslege. In ersreulicher Weise mehren sich bic Anzeichen, bay die Beoölker^na wie die Negierungen der verschiedenen Bundesstaaten sich intensiver als bisher mit der Frage des Schutzes und der Pflege der geschichtlichen Denkmäler befassen. Tas Beispiel unteres Großherzogtums — wir haben in Hessen befannilid) seit dem 1. Oktober v. I. ein besonderes Gesetz betreffend den Schutz der Tenkmäler — erweist sich alü wirksam und fruchtbringend. Für Preußen, wo die Tenkmalspslege im wesentlichen Lache der Provinzen ist, ist in den letzten Tagen im Herrenhaus ein entsprechendes Gesetz für die nächste oder Übernächste Lesfion angekundigt ivorden. J>» Elsaß-Lothrinaen hat der zuständige Staatssekretär kürzlich eine neue Dienstanweisung für die Ronservatoren der geschichtlichen Tenkmäler erlassen, welche einen weitgehenden Schutz der Tenkmäler gestatten, namentlich auch gegen die vielfach beliebte uiwernünfiige „Restaurierung" derselben. Rom. 2. April. Bei prächtigem Wetter fano hier in Gegen- wart des Röingo und der Rönigin, der Minister Giolitti, Morin, Nasi, Ottolengi, Caicano, Eocco-Orm und die Broglio, des Senats und des Kannnlrpräsibenten, der Spitzen der Behörden und einer groben Anzahl Rongreymitglieder im prächtig geschmückten groyen feaale des ätadtrats die Gross nungdes internationalen Hi st oriker-Ron greises statt. Ter Bürgermeister von Rom begrüyte die Teilnehmer namens der Stadt Rom. Taraus hielt Unterrichtsminlster Dlafi bte Eröffnungsrede. Ter König und die Rönigin begaben sich später auf das Rapitol, um den dort ausgestellten ältesten Plan der Stadt Rom zu besichtigen. Während der Besichtigung deS ältesten Planes von Rom überreichte Profeffor Gierke-Berlin dem König namens deS deutschen Kaiser- vier Bände nut Photograhien römischer Aus- grabuiigen, und zwar von der Saalburg unb vom Tempel zu Baalbeck. Professor Gierke sühne aus: Der Kaiser beauftragte »hn, das Werk bem Koiigresse zu überreichen, um bem Kongresse seine Sympathie für historifche Studien und den Ruhm des römischen giomeiiß unb der ewigen Stadt auszubrücken. Es umfaffe die ersten Bände, die von der -caalbmg und Baalbeck erschienen seien, von diesen gewaltigen, an den Grenzen gelegenen Resten deS römischen Reiches. Sie bezeugten glanzvoll bic Größe der alten, die Welt umfassenden Zivilisation, bereu Mittelpunkt ber heilige Hügel des Kapitols getvesen sei, wo heute so feierlich die neue Einheit menschlichen Wissens in Eilcheiiiung trete. Tie Worte Gierke's wurden mit begeifertem Beiiall auf genommen. Vnioersllüls-AaHrichlrn. In Oesterreich-Ungarn ist eine von den tierärztlichen H o ch s ch u l e n tn B ii d a p e st, L e mj> erg und Wien ausgehende Bewegung im Gange, bie die Schaffung eines Toktors der Tierheil kunde erstrebt. In Deutschland wird dieser Titel, wie bekannt, nur von der Universität Gießen verliehen. Preußen erkennt ihn nicht an. Kandel und yrilirljr. Volkswirtschaft. — Bank für Handel und Industrie Darmstadt. Zn dem gestrigen Bericht muß geändert werden: Bankbtreltor Parcus ltiicht HarguS). — Der Bruttogewinn beträgt M. 15 895 716.68 and der Reingewinn nach Abzug aller Unkosten, Unterstützungen und Abschreibungen von , 6 610 158.52 somit SDlf. 9 285 558.16 Die Dividende mit 6 Prozent beansprucht Mk. 7 920 000, während ber Gewinn-Vortrag auf neue Rechnung sich auf Mk. 117 304.63 beziffert. Frankfurt a. M., 2. April. Ter Wen der Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten ans dem Generalkoiifulat Frank- fnrt und den ihm unterstellten Konsulatsbezirken betrug im ersten Vierteljahr des Jahres insgesamt 11844 052 Dollars, das ist eine Zunahme von 2 263 446 Dollars gegen den gleichen Zeitraum deS Vorjahres. Alle Bezirke, mit Ausnahme von Freiburg u Baden, weisen eine Steigerung der Ausfuhr auf. Rcuncö, 2. April. Die Passiven des salliten Dank- leschästs oonGlcquet betragen vierMtllioiienFrcs. Gicquel wurde wegen betrügerischen Bankerott- verhaftet. Märkte. Grünberg, 2. April. Tas Wetter, welches unseren heutigen Ostermar't begünstigte, hatte nach dem gestrigen echten Aprilwetter niemand vorausgesehen. So wurde der 'l'iarft em recht ausgedehnter und nahm einen sehr günstigen Verlaus. RegeS Tre ben herrschte am dem Viehmarkt. Der ednvemeivartl zeigte außerordentlich starke Auffaknck. Trotz deS vielseitigen Angebots herrschte lebhafter Handel. Aber bie im vorigen Frühjahre abnorm hohen Preise sind nicht mehr oorbanben. TaS sinken ber Preise für fette Lchweme im Verein nut bem starken Angebot zeitigt wieder normale Preise. So bezahlte man für bas Paar werkel zweiter Gute im Durchschnitt 48 bie 50 DIL, für daS Paar erster üh'ue £>0 bis 60 Pik. Auch ber Rmbviehmarkt wies zienllich gute Beschickung auf. Hier aber zeigten sich recht hohe Preise bei lebhaftem Geschäft. Gutes Jungvieh war gesucht; bezahlt wurde z. B. für einen 16 Monate alten Ochsen 460 9)lr. AiiyerordeniUch hoch werden, die Kälber bezahlt; gilt doch zurzeit daS Pfund Lebendgewicht bis 47 Pfg. Reiche Junci Vorräte unb gute Futteraussichten |mb hierbei bie treibenden Ursachen. Arbeiterbewegung. Marseille, L April. Tie Rheder- und CchiffahrtSgefell- chasten madicn durch Maueranschlag belannt, daß alle Hafenarbeiter, welche eigenmächtig bic Arbeitsstätten nach neunen |t a 11 nach zehnstundigerArbeitszeit verlassen, nicht mehr eingestellt merben. Jufolgedeffen befinben sich heute bereits zwei Drittel ber Hajenarbeiter im A u S st a n d. Merichtsslilil. — Gießen, 31. März. Gewerbegericht. Ten Vorsitz führt CberburgermciUer Tlecum. AIS Beisitzer sind amvejeiid Lpenglermeister E. 9L Fader dahier und Lackierer Johtz. Schäfer von äteinberq. In der Klagefache deS KüserS Franz E. hier gegen ben Rüicnnenier Karl Sch., iiber welche wir bereits berichteten, erging hellte Verfäumnisurteil gegen ben Beklagten. — 2luch bie Klage beS Fuhrknechls Justus R. hier gegen Fuhrunteniehmer Karl I. wegen Lohnforderung wurde durch Vcrläummourlett gegen den Beklagten erledigt — In ber Klagefache des fedjlofferä Wilhelm R. hier gegen Schloffermeister Karl p., welche auf Herausgabe von Papieren gerichtet war, sinb bic Parteien nicht erschienen. — AIS letzte Lache kommt die Klage deS Kürschners L. hier gegen Richard F. wegen Lohnforderung zur Verhandlung. Es tarn Vergleich zustande. Posen, 2. April. Die Strafkammer öerurtciltc den Generalsekretär der LandwirtschaftSkammer Eber, der früher die iniaiijiellc Leitung des .Landivirtfchaftlichen ZentralblatteS" hatte, ivegen Steuerhinterziehung zu 60 0 Alk. Geldstrafe. •C Wetter s 2 2 April 2" 9» 73 90 84 € B 8,6° 6. 0,3“ C. 3 Z 740,7 742,1 746,5 April 1903 5*f C eo + 8,4 6,0 ch 4,8 5,8 ch 2,1 4,5 1.-2. 1.-2. i Bew. Himmel ' Bed. Himmel Sonnenschein 2. 2. 3. tiJiclcuiolugifdic rveobuchluugen der Station Gießen. w. 8. 8. Höchste Temperatur am Niedrigste , . Kirchliche Unchrichien. Evangelische Gemeinde. Palmarum, Sonntag den 5. April: Landes-Buß- und Bettag. Kollekte für hilfsbedürftige evangelische Gemeinden unseres Landes, die unter vorwiegend katholischer Bevölkerung wohnen. Gottesdienst. Ju der Stadtklrche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Rinderkirche der MattbäuS- gemeinde. Pfarrer Schlosser. Abends 6 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Ju der JohauueSIirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Tr. St a u m a n n. Vormittags 11 Uhr: Rinbergotte4bienfl für bie JohcmneS- gemeiiibe. Pfarrer Tr. 91a um an n. Abends 6 Uhr: Pfarrafsistent Vogt. Beichte unb heiliges Abenbmahl für die LukaS- und Jo- hannesgemeinde. AumeWungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Gründonnerstag, ben 9. April: In der Stadtkirche. Vormittags 9 V, Uhr: Vorstellung und Prüfung ber Konfirmanden der Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Abends 6 Uhr: Beichte und heil. Abendmahl für Mauhäus- unb Markusgemeuide. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeiiide erbeten. Pfarrer Scheunemann. Ju der JohauucStirchc. Abends 7'/« Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für die LukaS- und Johannesgemeutbe. Attmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Euler. Karfreitag, den 10. April: Ju der Stadttirche. Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl für AtatthäuS- und Markus- gemeinbe. Annielbung vorher bei bem Pfarrer jeder Ofememde erbeten. VorniittagS 11 ’/4 Uhr: Kmderkirche für Matthäus- und Markusgemeinbe gemeinfanu Abends 6 Uhr: Siehe JohanneSkirche. Ju der JohaoucSkirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Tr. Naumann. Beichte und heiliges ülbendmahl für die Lukas- und JohanneS- gemetnbe. Anmeldung vorher bei bem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends 6 Uhr: Liturgische Andacht unter Mitwirkung deS Kirchengejangverems und der Knabenchorschule. Pfarrer Guter. Tie Konfirmation der Kinder au5 ber MatthäuSgemembe und in Verbmbung damit Feier des heiligen Abendmahls sinder am 1. Cftcrfeiertag in ber Stadttirche statt. Tie Beichte dazu am L Feiertag im Anschluß an den Abendgottesdienst um 6 Uhr. Am 2. Cfierfeiertag, Nachmittags 2 Uhr findet die Vorstellung und Prüfung der Ronfirmanben aus ber Markusgemeinbe m ber Siadtkliche, derer aus der Johannesgemeinde in der Johannesktrche statt. Tie nächste gemeinsame Kon^rmandenstunde der LukaS- gemeuibc und der Ällluärgemeinde nnbet Dlontag, ben 6. April, nicht Vormittags 8 Uhr, fonbem 11 Uhr im Konsirmandenjaal ber Johanneskirche statt. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag, den 4. April: Nachmittags um 5 Uhr unb ^abenbä um 8 Uhr: Gelegenheit gut Von 5—10 Uhr wird ein fremder Priester Beicht hören. Sonntag, den 5. April. Palmsonntag. Dormtttags von 6', Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Tie erste heil. 9)1 eye, vor und in derselben Austeilung ber heil. Rom- munion. Vormittags um 8 lltjr: Tie zweite heil. Mesie. , 9, Hochamt. Dor dem Hochamt findet die Palmwethe statt. RachnuuatzS um 5’4 Uhr: Predigt, darauf Artdacht. Slbenb» um 8 Uhr f.nbet in ber Restauratton T’arana Tn» fammlung beS BolkSvereinS statt, rooxu em auSwärttger Redner fein Erscheinen zugesagt hat unb alle katholischen Männer emgclnben sind. Laubwirlschnst. D i e deutsche Ernte betrug nach den jetzt in den ,t3iertcljabrM)chen* veröffentlichten Hauptergebnissen im Jahre 1902 im Vergleich zu 1901 in Tonnen 9 494 150 (8162 660) Roggen, 4 383 517 (2 931 041) Wetzen, 3100 227 (3821 102) Gerste. 7 467 250 (7 050 153) Haser, 43 462 393 (48 687 261) Kartoffeln. _____LJ!-__L__________U Zjnefkaükn. v. Tie neue hessische Hypothenbank in Darmstadt besitzt z. Z., so Diel wir wissen, noch keine Filialen. । ■ — , ■ - ynir|tr Melvungrii. Originaldrahtmcldungcn dc- (üicstcncr Anzeiger-. Berlin, 3. AprU. Die „Nat.-Zta." berichtet, bie kaiserliche Ordre, das- der AuSivahl und Auodt-ßung der Unteroffiziere des Beurlaubtenstandcs hohe Sorgfalt zugcwcndct werden (oll, enthält die Bestimmung, da» die Einjährtgfreiwtlligcn für die Ausbildung von Offizieren ungeeignet fuß, jedoch versprechen, brauchbare Unlerofftzterc der giejcrve und der Landwehr zu werden, ferner daß die E o l k s s ch u l l e h r e r und Kandwalen deS VolkSschulanttes, die nicht als Gin- jahrigfrciwtllige dienen, und schließlich von icder Kvnr- nagnte 5 Prozent der zur Entlajsung kommenden Mann- ,ä-aften alS Un te r o f f t z ier-A s pt ra n t e n auSzubü- oen seien. — Der Kurpfuscher Nardenkötler beauftragte- von London auS seinen Verteidiger, die Revision zu- rückzuziehen. Er wolle sich den deutschen Behörden zur Strafverbüßung stellen. Weimar, 3. Aprtl. Hier wurde gestern daS Dolks- stück „D o r f m u s i k a n l" bei seiner erstmaligen Auffahrung am Hofthcater sehr freundlich ausgenommen. Der Tichtcr Heinrich Sohnrey erschien auf der Bühne. Kopenhagen, 2. April. Nack den Trinke s p r ü ch e n umarmten und küßten sich die Monarchen. Rach Aushebung der Tafel zog der Kaiser eine Anzahl der Anwesenden ins Gespräch. Tav Wetter war am BormiUag trübe und wurde bet der Ankunft des Kaisers schon. Paris, 3. April. Der „Figaro" verzeichnet aus Rom das Gerücht, daß König Viktor Emanuel beabsichtige/ dem Präsidenten Lo u b e t in diesem Sommer einen Besuch abzustatten und zwar vor seiner Reise nach England. Ein italienisck)es Geschwader werde den König in EalaiS erwarten, um ihn nach England zu^ bcßi, Die Rückreise nach Italien würde aus dem Seewege er- solgcn. Marseille, 3. April. Die Dockarbeiter beschlossen in einer sehr zahlreich besuchten Versammlung, svrtan nur noch einen h alb e n Ta g z u ar b e i t e n. Ter Antrag betrefsetß den Generalstreik wurde abgelehnt. Madrid, 3. April. Sitte seltsame Kundgebung ereignete sich in Maestrc. Aß der O r t s g e i st l ichc sich von seiner Gemeitße nach längerer Wirkungszeit verabschieden wollte, wollte ihn diese nicht ziehen lassen. Sie bemächi tiglen sich seiner Iperson, sodaß Gendarmerie einschreitetr inußte. Diese wurden jedoch von der Bevölkerung mit Revolverschüssen empfangen, wodurch drei Geni barmen getötet wurden. Zahlreiche Verhaftungen:, wurden vorgenommen. Madrid, 3. April. Infolge der vorgestrigen Mißhandlung etnes Studenten durch Poliziften wurde gestern die Präfektur in Salamanca durch Studenten mit Steinen bombardiert. Die Gendarmerie schoß auf die Studenten und tötete drei, viele wurden verwundet. Der Gouverneur dankte ab, nachdem gedrahtet worden war, die Verhängung des Kriegszustandes sei unnötig. L i s s a b o n, 2. April. Heute abend trafen die K ö n i g e im königlichen Schßsse ein, wo sie von der Koniginmuttev empfangen wurden. Das Tiner wurde im Famtlienkreiss eingenommen. Die Stadt ist festlich erleuchtet. Rom, 3. April. Bei der Eröfsnung des Historiker- Kongresses verursachte eine große Anzahl Teilnehmer, meist Italiener, Ruhestörungen. Giolitti erschien mit zehn Polizisten und Ivies die Rubestörer energisch zur 3luhe, worauf diese mit Pfeifen und Pereatrusen antworteten. Tie Polizisten bewachten auf Befehl des Ministers die Türen mit gezogenem Säbel. — Der italienische Kunslgelehrte Bonola wies nach, daß das im Britich Museum befindliche berühmte Basrelief Santa Eecilia von Donatells eine Fälschung sei. Es sei erst im letzten Jahrhundert hergesteltt. Triest, 3. April. In einem Koßnialwarengeschäft in der Via Martini faick eine Dynamit-Explosion |tatt, wobei die Geschäsrs-Anhabertn und drei Kinder schwere Brandwunden davontrugeo und ein großer Materialschaden angerichtet wurde. Bozen, 3. April. Ter Tourist Frotschniag ist von der ^ochschoweir-Gruppe abgestürzt und wurde tjr ausgesunden. Budweis, 3. April. Bei einem in Teutsch^Nalikeiv ausgebrochcnen verheerenden Brande sind sechs Hin» oer ums Leben gekommen. Sofia, 3. Aprrl. Infolge der Verwundung de- russischen Konsuls in Mitrowitza erhob der Bül^ schafter Sinowjew energische Vorstellungen über die Lauheit: und die Ohnmacht der Behörden und betonte, daß Rußland sich weitere Schrille Vorbehalte. In Mustapha Pascha wurde- ein größeres Petroleum-Magazin in nächster Nähe des Barackenlagers burch Dynamit in die Luft gesprengt. Warschau, 3. 21pril. Tie 68iähnge Rentiere Hirschberg wurde ermordet, ßstbare Pretwsen uno einige 100G0 Rnbcl, sowie Wechsel über 100 000 Rubel wurden geraubt. Verdächtig ist oas verschwundene Dienstmädchen der Ermordeten. Telephonischer Kursbericht, 3’/j% Reich »anleihe . 30/ . do. - 3’/j*/d Konsole . . . do . . X'-t0/« Hteeen . . . 81/, % Überliessen . . 4% Oestorr. Goidrente . 4' 8% Ueeterr. öiibcrrento 4% Ungar, uoldrente . 40 Imbeu. Rente . . 4* Portugiesin . . 0/ r ortng es- n. ... 1% C. Tbraen . . . 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