Nr. 79 • tS-ltch auDft Sonntag«. Dem Siebener 'ttnietget werden im Wechsel mit n hessische, Canöcoirt Oirheaer Zamilien- tler viermal m der Word« deigelegt. IRotanontörud u. Verlag bei früh l'lchen Umvers.-Vucch- »r. Stein» bcudfiei(tlicnd)l4rbcn) Nedaknon, Drvedinoa und Drucker«: Gch»Iße«te 7. Ldiesie tüt Develchen: Anzeiger Gieret». ^rnit»rrdiont(blii6 'Nr 51. Freitag 3. April 1903 153. Jahrgang Erstes Blatt. __ Vezng4»rei»: GietzenerAMigerW Eeneral-Anzelger w .=.ä, v den pohL und öligem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen MZs V » VJ zementell: Pan« Beck. eftaifcc MiLyctm in Kopenhagen. Ter ftuifer ist an Bord der,HcHeuzollern" am Donnerstag 5 Uhr nachmittags in Kopenhagen eingetrosfen. Lttcz daraus begab sich K ö u i g C h r l st i a n mit bem ürouprinzeu und dem Prinzen Christian, alle in deutscher Unisocm mit dem Schwarzen Adlerorden, von der Landungsbrücke au-, wo sie vor ö Uhr cingetvoffen waren, au Bord der,^ohen- Kvllern", wo am Fallreep die vegrüstung durch Umarmung stattsand, und kehrten kurze Zett darauf zurück, woraus .naiict Wilhelm mit dem Prinzen Albert von Schleswia- Holstein-Soiiberburg-GlückSburg und Gefolge um 5Vi Uhr unter den jubelnden Hurrarufen der zahlreichen Menschenmenge das Land betrat Ter König emp,ing den Kaiser auf der untersten Stufe der LandungLorücke und h.est ihn durch Lust uiid Umarmung willkommen. Der König stellte den Kaiser, welcher Admiral-uniform mit dem dänischen Ele- santeiiordcn trug, den dem Laisec beigcgebenen Eyeeitpienst, das Personal der deutschen und englischen Gesandtschaft, die Minister und andere zum Empfange erschienene Persönlichkeiten vor. 'Jtadjbem der Oberpräsident von Kopenhagen den Kaiser namens der Stadt bewiltkonunnet und ein Hoch ausgebracht hatte, schritten beide Herrscher die Front der Chreukompagnie ab, während die Musik Heil dir im Sieger- kranz spielte. Der Kaiser und der König bestiegen dann den Wagen und fuhren, von Gordchusaren eskortiert, nach Schloß Amalicnborg, von der zahlreichen Menschenmenge jubebub begrüßt, wahrend die Spalier bildenden Truppen präsentierten und die Musikkorps spielten. Gleich nach der Ankunft des LaiserS wurde die Laiserstandarre aus dem Paiais gehißt. Auf dem Schloßplatz paradierten bei Ankunft deS Kaiser- eine Abteilung Husaren uiü> Zi-ldartillerie und die Schloßwache. Um 6 Uhr begab iich der Kaiser nach dem Resideiizpalais zur B e g r ü st u n g er Kaiserin Maria Feodorowna, der Königin von England, der Kronprinzessin von Däne- mark und der übrigen königlichen Damen. Der deutsche Gesandte in Kopenhagen, v. Schön, tr- hiett das Großkreuz de- DanebcogordenS. Latser Wilhelm wurde vom König von Dänemark zum dänischen Admiral ernannt Ter Kaiser verlieh dem thüringischen Ulanenregiment Str. 6 den Namenszug seines uhess, des Königs von Dänemarks in Cpaulctts und Achselstücken, und überreichte dem Könige die Epaulettes Uiid Achselstücke nut dem neuen Namenszuge. PrinL Waldemar von Dänemark wurde k La suite der deutschen Marine gestellt Ter König holte persönlich den Kaiser zur Galatasel ab. Ter Kaiser führte dre Köliigin von England, der König die Kaiserut Wittve von Rußland. Der König und bet Kaiser sagen nebeneinander, rechts vom Kaiser die Königin von England und der kronvruiz, links vom König die katserui Wittve von Rügland, Prinz Waldemar und die Kroiiprinzessin- Gegenüber fasten die Präsidenten des Landslhing und tzolkething. Dec König brachte in deutscher Sprache folgenden Trinkspruch ans: Euer Majestät! CS gereicht mir zu einer ganz besonderen Befriedigung und Freude, Cure kaiserliche und Königliche Majestät wttlkommen zu heißen. Inbem Ew. Majestät geruhten, nur in Beranlasiung meine- bevorstehenden Ge- burlsiageS einen hochgefchägten Besuch zu machen, geben Ew. Majestät mir wiederholt einen neuen Beweis der freundschaftlichen Gesinnung, wofür ich den herzlichsten und wärmsten Tank ausspreche. Möge der Besuch zum weiteren Gedeihen des herzlichen Verhältnisses zwischen unseren Häusern und stammverwandten Böllern beitragen. Ich LiüiEe auf das Wohl Eurer Nttljcstär und ihrer Majestät der Kaiserin, für deren baldige vollständige Genesung wir dte aufrichtigsten Wünsche hegen. Cs lebe der Kaiser, die Kaiserin unb allerhöchst dero Hans! Die Musik intonierte die deutsche dtaiumalhymne. Dar Kaiser er widerte : Euer Majestät bitte ich meinen auö dem tiefsten Herzen entströmenden Tank gnädigst enLgegennehmen zu wollen. Ich danke Cw. Majcslut für die gnädige Erlaubnis, Ihnen meinen Besuch mach en zu dürfen, unb danke aus aufrichtigem und treuerfülltem Seemanns- Herzen für die hohe Ehre, welche Ew. Majestät mir erwiesen durch meine Ernennung zum Admiral der dänischen Flotte, der Flotte, die mit ehernem Griffel ihre Geschichte in die Tafel der Weltgeschichte eingefü^ieben hat. Ich danke Ew. Majestät für die gnädige Erlaubnis, daß Ihr Ulanenregiment für alle Zeiten Ihren uns so teuren Namen fuhren darf, unb danke für den gnädigen, liebenswürdigen und prächtigen Empfang Eurer Majestät unb des gesanuen BolkeS. Ich, der jüngsten einer unter Europas Herrschern, neige mi dj in Ehrfurcht vor unserm Haupte. Ich spreche ans ganzem, tiefstem und vollen Herzen und weist mich einS mit meinem gesamten Volke, das stammverwandt dem brauen dänischen ist: Gott schütze, erhalte und segne Ew. Majestät, zu der wir aufblicken a(5 einem gnädigen, sorgen- und herzenSvollen LandeSvater, der ein Muster ist als Fürst, Muster als Eh-mann und Vater auf dem Throne. Möge es Ew. Majestät noch lange vergönnt fein, im Kreise blühender Kinder und Heranwachsender Enkelktttder für das Wohl Ihres treuen Volkes j. sorgen, möge noch reicht lange König Christian vor feinem hogen Ma,te stehen, auf bem Tan.brog weht, dessen Falten ihn noch lange um- rauschen mög.n! Seine Majestät Hurra! Tie Musik intonierte die dänische Nationalhymne. DaS preußische Herrenhaus beschäftigte s.ch am Dien-tag mit Petitionen, nur die der Staot i^ailottenburg über die Fl e i f ch t eu er u n a gab Anlaß zu längeren Erörterungen. Nach Herrn v. Pobdieist-. ivär«k allein die Zwischenhändler an den hoyen yolüifdjt ^üßrsfdjau. Fleischpreisen schuld, die Schiveinezüchrer erzielten jetzt |o niedrige Preise, dast sich die Schiveincmall kaum noch lohnte. Tie Oberbürgermeister, besonder- Herr Bcnder, waren allerdings anderer Meinung, jedoch entschie.d sich da- Hau- für den Minister und verwarf die Petttion. Am Mittwoch begann das Haus mit den Elatsberatungcn. Am Donnerstag teilte Fürst Wied mit, daß man im Abgeord- netenbaufe mit dem noch zu erledigenden Material bis zum 2d. April fertig zu werden hoife. Am 29. Aprtt werbe bann da- Herrenhaus wieder zuiammentreten und noch bis zum 1. und 2. Mai lagen. Bei der Beratung des Etats erwähnte Eifenbahnminisier Budde, dast das bei der ersten Etatsberatung im Abgeordnetenhaufe vom Finanzminister auf 35 Millionen veranschlagte Defizit int GesamtstaatShauShatt für 1902 nach dem neuesten Ergebnis bei der Eifenbahnverwaltung gänzlich verfchwindeu werde. Beim Iustizetat erklärte Minister Schönstedt, der Entwurf zu einem Fideikornmißgefetz |ei vollendet. Terfelde beschranke sich auf den G r o ß g r u n d b e f i tz. Beim Etat des Ministeriums deS Innern bemerkte Muchier von Kammerstein, die Reid-sregieruug sei stets bestrebt gewesen, gerade den kleinen Staaten zu Helsen. Was dte Schultaste, i anlange, werde die Regierung demnächst ein Schul» oerwaltungSgesetz vorlegen, das einen Ausgleich schassen soll. Tie diesjährige Sprozentige Reichsanleihe, die wir gestern ui Aussicht steltten, ist, wie W. T.-D. heute meldet, soeben in dem Betrage von 290 Millionen Mark seitens der Rcichösiuanzverwaltung an ein unter Führung der Reichsdank stehendes Konsortium von Banken und Bankiers begeben worden, toeld)«m außerdem angehören: Die Generaldirektion der Seehandlungs-Sozietät, die Bank für Handel und Industrie, die Berliner B Wechsclbank in München, die Königliche Haupkbank in Nüriiberg, die Ostbank sür Handel und Gewerbe in Posen, die Württemberg.sche Vereinsbank in Stuttgart. Das Konsortium wird den übernommenen Betrag am 17. April zur öffentlichen Zeichnung zum Preise von 92 für je 100 Nkark Nennwert auslegen. Tie zugeteilten Stücke können vom 27. April ab ganz, müsfen aber an diesem Tage zur Hälfte unb mit je einem Viertel am 1L und 25. Mar gegen Zahlung des Preises abgenommen werden. Bedrohte „Hochburgen". Unser Berliner par.ameniarlfcher Mitarbeiter schreibt unierm 2. April: Mit dem „trabitioneUen Rech^ ber Parteien auf bestimmten politischen Besihstanb bürste im Wahl kämpf verschiedentlich ausgerauntt werben. Keine einzige Partei ist ihrer sämtlichen Hochburgen" sicher. Dein Zentrum erwachsen Sorgen seines bäuerlick-cn Anhanges wegen, den ihm namentlich im Rhcinlaiid der „Bund der Landwirte" abspenstig zu machen sucht. Den Sozialdcuiokraten stellen sich bei|pielöiueife in Hamburg und Lübeck die vereinigten bürgerlichen Parteien entgegen Den Nationalliberalen werden von bünblerischer Sette in der Pfalz, von konfer- vativer üt Hannover die ,Lagbgründe" streitig gemackst. Ebenso ergeht es den Freisinnigen ui Niederjchletien, wo ihre Zirkel von den ZLonservativen bedroht werden. Sie gedenken stch zu revanchieien durch LrfclMkterungSversuche am konser- valiveu Besitzstände m den altpreußijchen Provinzen und m Pommern. Auch die polttische Wett i|t rund uiU) soll sich dreyn. Im Grunde aoer wünscht jede der betrcfienben Parteien, daß „ihre" Wähler „konseruatw" seien, d. b. daß sie der alten Partei treu bleiben unb ihr bie „Hochburg" qicht verloren gehen lassen.________________________________ Aus Hlaöt uni) ^uiiü. Gießen, am 3. April 1903. w Personalien. In den Ruhestand versetzt wurde der KreiSschulinspcktor Brilmayer in Lkainz auf fern Rach- suchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. Zugleich wurde ihm daS Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. — Ernannt wurde der Schullehrer Hofmann zum KreiSschulinfpektor in Bingen, der KreiSschulinfpektor Schrod zu Heppenheim zum Kreiöfchulmspektor in Mainz. — Ter Charakter als Professor wurde erteilt den Oberlehrern an dem Gymnasium und der Lberrcalschule zu Offenbach Dr. Weißgerber und Dr. Siebert und dem Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen, Luley. — Ernannt wurde der Ingenieur Heinrich Schöberl au6 Vappenheim zum ständigen technischen HilsSarbeiter bei der Abteilung für Bauwesen deS Ministeriums der Finanzen mit dem AmtStitel ,Cbcrmgenteure. — Dem Grotzh. Bürgermeister Steg müll er zu Erbach i. O. wurde das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. — Berfeyt wurde der Cbcqtcuer- iinfpektor, RegierungSrat Römheld in Offenbach, in gleicher Diensteigenschaft an daS Hauptfteueramt Vtainz —, der Cber» stcuennspektor in Worin-, RegierungSrat Dr. Heil, m gleicher D»ensleigenschast an da- Hauptsteueramt Offenbach. *^Die Enteignung des Klinikgel ünde-vor dem Provinzialausschust In unserem gestrigen Schlustberichte war durch das Verseljvn eine- Setzer- ein 'Passus in Wcgsall gckommeii. Wir sehen un- veranlaßt, ihn hier nachzuhvleii. Herr Äreisbauinspektor Becker suhrt« in einem Schlußworte folgendes auS: Gegenüber der Darstellung, als ob die freihändigen Verkäufe unter einem gewissen Zwange erfolgt seien, könne er an fuhren, datz andere Vcrkäuser den gezahlten Preis von 5 Mk. sür am gemessen hielten, z. B. der Maurermeister Haubach. Bezüglich der Abtretung der slädtisä-en Parzellen an den Staat zu 5 Mk. müsse er ausdrücklich tonslcttieren, daß die Stadtverordneten in der betressenden Sitzung den tatsächliche» Wert auf 5 Mk. pro Quadratmeter taxiert hätten. — Gelegentlich der Einweihung des Provin- zialsiechenhauseS stiftete der seitherige 9!achlwächtcr, jetzt HilfSgärlner Geißel auS Allenbuscck den jetzt noch dort «bei- lenden Dachdeckern und Betonarbeitern einen Humpen. Die Arbeiter brachten auf die Provinzial-Siechenanstalt ein Hoch auS. — Gießener Volksbad. Im März wurden 7921 Bäder verabreicht gegen 7581 im Februar 1908 unb 7244 im Marz 1902 oder tm Durchschnitt auf ben ganzen Badelag 278 Bäder gegen 297 im Februar 1903 unb 278 im März 1902. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 3766 Männer, darunter 744 zu 10 Pfg^ , 765 Frauen, , 177 , 10 , Wannenbäder 1. Klasse 259 Männer, 92 Frauen, , 2. , 708 , 461 , Dampf- und Heißluftbäder, sowie SDlaffage zusammen 146 Männer, 41 Frauen. Brausebäder 1439 Männer, 249 Frauen. Die Personenwage wurde von 200 Personen benutzt. DaS Bad von einer Person besichtigt. — PassionSfpiele nach Oberammergauer Art sinden zur Zeit in Darmsladt statt. Die erste Aufführung war am Sonntag abend. Sind die Spiele auch natürlich nur eine sehr schwache Nachahmung der weltberühmten Aufführungen in bem kleinen oberbayerischen Dorfe, so finb sie doch eine ganz würdige Darstellung des größten WeltdramaS, deren Wirkung nur durch den leider sehr störenden Dekorationswechsel beeinträchtigt wird, der viel zu lange Pausen mit dem obligaten Lärm hinter dem geschlossenen Vorhang verursacht. ** Buntes Theater. Wie sollte man nicht kommen, wenn es galt, das Spiel ber fröhlichen Künstler unseres Stadttheaters noch einmai zu feben? DaS Haus war vollständig besetzt. Unb ein sehr unterhaltsamer, vergnügter Abeiib würbe un5 bereitet, in buntester Abwechslung. TaS Lustspiel „Der Giftmischer wird den liebenden oder eifer« süchtigen Eheleuten unter den Besuchern manck-e Anregung geboten haben. UnS hat eS auch vergnügt. Onkel Ram« seyer ist ein famoser Helfershelfer, auch ein schlauer Bursche seines Leutnants, wie wir später, in der Neulersche» Posse, sahen. Er kann mit dem Erfolg, den die Künstler unter seiner Leitung in den vielen Nummern dc^ProgrittnmS daoontrugen, vollauf zufrieden sein. Man scheiitte ben Zauberkunststücken soviel Aufmerksamkeit, toie fröhlichen Beifall ben Couplets unb Gesängen. Auch Klavier unb Violine trugen viel zur angenehmen Stimmung bei. Wollen die Künstler einen solchen bunten Wend noch einmal wiederholen, so werden die meisten, die gellem abend ün Theater weilten, sicherlich wieder zur Stelle fein. *• Professor Dr. Wasfermeyer, der bekannte Lehrer der chemi,chen Analyse an der Technischen Hochschule zu Aachen, war am 1. d. M. hier eingetrossen, um bie von uns angekündigten technischen Erläuterungen zu dec bcrorllehcnben Erbauung eines Sprubelbrunnens auf dem Bahnhossvlatze vor der versammelten Bürgerschaft Gießens zu gcoen. Durch einen widrigen Umstand hat er jedoch davon abstehen müssen. Leider konnten wir erst in unserer am späten Nachmittage hier zur Ausgabe gelangenden Nummer von dem Bevorstehen dieses bedeutsamen Ereignisses Kunde geben. Nur einem kleinen Teile unserer Stadtabonennten lag die Nummer bereits um 5 Uhr in Händen, und von diesen hatten sich nicht gerade bie Intelligentesten mit Garbenien im Knopfloch zum Empfange des hervorragenden Aachener Gelehrten auf dem Baynhoje ein» gefunden. Professor Wasseimeyer erkannte aber bald feine Pappenheimer, und nacljbem er ein Gläschen von dem neu erbohrtcn Sprudelwasser, gemischt mit Baldriantropfen, zu sich genommen hatte, um sick> den Aerger über sein verfehltes Kommen wegzuspülen, reifte er bereits mit dem nächsten Zuge wieder unverrichteter Sache ab. Wie wir hören, wird nun die Erbohrung des Brunnens nicht vor bem 1. April des nächsten Jahres vor sich gehen können. v. Watzenborn, 1. April. Seit einigen Tagen sind unter vielen hiesigen Schulkindern die Masern ausgebrochen. In Steinberg ist bie unterste Klasse darum schon gefchlosien worden. § Butzbach, 2. April. Ter hiesige Elementarlehrer und Gesanglehcer unserer städtiscken Schulen, Herr Kammer hat einen Ruf als Mui Mehrer an die Großh. Lber- Realschule zu Offenbach erhalten. Sein Weggang wirb sowohl von Kollegen unb Schülern, als auch von unserem Frauenck-or bebauert; letzterer verliert in bem Scheibenden einen Mitbegründer und eifrigen Dirigenten. — Tie Verwaltung des hiesigen Math il den st ifts hat ben Zinsfuß für Einlagen auf 3Vs Proz., für Hypothekendarlehen auf 4 Proz. unb für Schuldscheinbarlehen auf 4% Pcoz. mit Wirkung vom 1. Juli ab festgesetzt. X Sonborf, 1. April. Durch bad schöne Wetter Schlußkurfe. 217.3U 211,90 142,87 193,90 184,25 Anfangs- u. . 217,oU . 212,20 . 143,00 . 194,30 fürchterliche Szene ab. Fräulein Sachs drang in da? Ztmmer ein, in dem Flegenheim eben zu Bett gehen wollte. Beim Anblick seiner ehemaligen Braut erschrak F., der bereits halb ausgekleidet war, heftig, flüchtete sich hinter das Sofa und rief um Hilfe. Tas Mädchen streckte ihn, ohne daß eine längere Auseinandersetzung oorausgegangen wäre, durch einen Reoolverschuß in die Brust nieder und richtete hierauf die Waffe gegen sich selbst. Lin Schuß in die Schläfe machte ihrem eigenen Leben sofort ein Ende. Kunst und Wissenschaft. Björn >onö Schauspiel -Auf Llor Hove' wurde bei seiner Aufführung im .Deutschen Dealer' zu Berlin kühl und nicht ohne Widerspruch anigenonunen. Die Darstellung ,var oor- lrefflich. Irl. L r l e j ch vor allein bot in der Rolle der verbrecherischen perversen Krau eine psychologische seine, vollausgerelite Leistung, doch vermochten weder ne noch die übrigen Laiiteller über die Schwächen des zusammenhanglosen, aufdringlich lenoen- zlösen Dramas himvegzutäujchen. Der Baritonisl Vectra nksurterOper, Richard Breitenfeld, wurde vom Herbst 1904 ab für sechs Jahre an die Wiener Hofoper engagiert. Uebernahme der neuen Anleihe. Privat-Diskont 2*/s Prozent. Deft. Kredit. . . Deutsche Bank Darmstädter Bank . Bochumer Eich . . Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 2. April 1903. (Mugeteiit von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Auch heule war von Anfang an der Verkehr an der Börse em recht träger. Tie weiier ungülistig lautenden Nachrichten aus MaceDonien ließen aus malle Pariser Kursmeldungen schließen, weshalb nmn auch hier mu Ver- käuien aus fast allen Gebieten vorging. Auf Eifenaltien brüdic auch die New-Porker Meldung des iron age, nach welcher Rohmaterial reichlich zu billigeren Preisen am Markt sei. Türkische Werte weiter nachgebend auf Macedonien, während Spanier «ich gnt behaupteten. Von sonstigen Werten sind nur Tynamite Trusts als fester zu erwähnen; mail taxierte an heutiger Vörie die Dividende auf 9 pCt. und wurden daraufhin kleinere Memungsläule vorgetiommen. Auf dem Kassan'arkt erfuhren die Aktien der Elektrizitäts-Werke größere Kurssteigerungen, während im Allgemeinen eher kleine Kursabbröckelungen zu beobachten rodien. Reichsanleihe fester auf die für heute nachinittag zu ertoartende Cl°iel— Verein der deutschen Ztgarettenfabrikantcn. AuS Berlin wird gejchrleben: Tie namhauesten Berliner Zigarrenen- iabrikanten beäbsichtigeii, sich zu einem Verein zmamm'.'nzujchtieuen. Zum Programm diefes Vereins gehören vor allem dieBekan,pl- u n q der Beniühungen des amerikanischen Ta b a k i r u fl S, die deutsche Zigarreltcnindtistrie zu kontrolieren, und die Bekampiung einer evculueiien Erhöhung der Tdi'ak'lcuec. Vermischtes. Berlin, 2. April. Der Stadtälteste Kochhann ist nach längerem schwerem Leiden im Alter von 73 Jahren gestorben. — Der geflüchtete Impresario der Anna Rothe, der frühere Sprachlehrer Jen t sch, soll sich spiritistischen Blättern zufolge in Newyork befinden und mit hiesigen Freunden in Briefwechsel stehen. x Düsseldorf, 3L März. In der bekannten Düsseldorfer S 5 a n d a l a s s ä r e ist abermals eine Ucberraschung zu verzeichnen Der verhaftete Leutnant n D. Freiherr o. L ö w hat vor dem Untersuchungsrichrer ein G e st ä n d n i s abgelegt und zugegeben, daß er vor dem Schöffengericht einen Meineid geleistet habe. Es sei richtig, daß er mit der inzwischen verstorbenen 29jährigen Ehefrau des In-, genieurs Eck längere Zeit ein Veih-iltnis unterhalten und seine Geliebte zu verschiedenen Malen in einer von ihm unter dem Xiamen eines Herrn o. Löb gemieteten Wohnung der Charlottenstraße empfangen habe. Bremen, 2. April. Tas Schulschiff des deutschen Schulschisfvereins „Großherzogin E l i s a b e t h", das, von Havana kommend, etwa am 28. März im Kanal erwartet wuroe, ist vermutlich wegen starker, außerhalb drs Kanals herrschender Stürme noch nicht e in g e tro f f en. Infolgedessen hat die aus den v. April in Hamburg angesetzte Scylußbesichtigung, zu der der Protektor Großherzog von Oldenburg, sowie Vertreter der Kriegs- und Hanoelsmarine ihre Beteiligung zugesagl haben, wieder abgesagt werden müssen. * Gleim itz, 2. April. Auf der „König in Luise- grübe" im Oftseld fano unter Tag eine Explosion d e r Pulverkammer statt. Der Betrieb wurde sofort eingestellt und alle Mannschaften wurden zu den Rettungsarbeiten ausgeboten. Bisher sind vier Bergleute tot und sieben schwer verwundet zu tage gefördert. Bei den Rettungsarbeiten kamen ein Steiger uno ein Aufseher um. Man fürchtet, daß ein Teil des Schachtes eingestürzt ist. Die Förderstrecke in dem Heinitzflötz südlich bis etwa 3uO Meter ist zu Bruch gegangen und im Brande. Unter den Toten befindet sich ein Aufseher. Eine Person wird noch vermißt. Tie im Felde beschäftigte Belegschaft ist bereits ausgefahren. Eine neue Pumpe ist vorläufig außer Betrieb, Die alte Pumpe im Betrieb. * London, 2. April. In einem Logierhause in Whitechapel hat heute nachmittag ein Engländer plötzlich mü einem Revolver zu schießen angesangen und vier junge Deutsche Namens Heinrich Maus, Karl Ever, Bruno Weiß und Wilhelm Molges verwundet. Die vier Verwundeten sind ün Hospitale. * Madrid, 2. April. In Salamanca hatte ein Polizei-Beamter aus offener Straße einen Studenten mißhandelt und fesigenommen, worauf sich dessen Kommilitonen vor die Präfektur begaben, die Fenster ein» schlugen und die Polizisten mit Steinen bewarfen, wobei mehrere Polizisten verwundet wurden. Tor Präfekt hat Die Stadt verlassem * Aussee, 2. April. Seit gestern ist heftiger Schneefall eingetreten. ♦ Budapest, 2. April. Der Ballon Tor ul des Aero-Älubs stieg heute früh gegen 9 Uhr mit den Abgg. Erdoessy und Belacupic sowie einem Artillerie-Leutnant auf. Kaum hatte sich der Ballon erhoben, so wurde er in einer Höhe von ca. 70 Meter von einem Windstoß erfaßt, der den Ballon a n d e n S ch o r n st e i n der Maschinenfabrik Vulkan schleuderte. Der Ballon erhielt ein Loch und s ank. Erdoessy sprang aus Angst aus dem Korbe und erlitt schwere innere Verletzungen. Der Ballon wurde noch eine Strecke weiter geschleift, bis er schließlich an ein weiteres Hindernis anprallte, wobei auch die anderen Insassen Verletzungen davontrugen. * Cettinje, 2. April. Der vou seinem Amte suspendierte Direktor der Po st und Telegraphie in Montenegro, Popovito, hat Unterschlagungen in Höhe von 200000 Kronen verübt. Er wuroe gegen das Versprechen, den Schaden zu ersetzen, auf freiem Fuß belassen. * Eisenbahnunglück. Nach einer Meldung aus Breslau ereignete sich auf der Eisenbahn-Neubaustrecke Mittel st ei ne - Wünscüelburg ein schweres Eisenbahnunglück. Als ein Lastzug zum erstenmale eine Kreuzung passieren sollte, kam der Zug in ein schnelleres Tempo, sodaß auch die Maschine mitgerissen wurde. Die Wagen stürzten mit der Maschine am Ende des Eisenbahndammes um. Der Lokomotivführer wurde sofort getötet, der Heizer erlitt schwere Brandwunden. * 'D i e neue russische Blutmordgeschichte, von der wir kürzlich Mitteilung macksten, ist schnell in nichts zerflossen. Der offiziöse Draht meldet: In der Ortschaft Tumanow (Kreis Tiraspol) hat eine Judenhetze stattgefunden, doch ist die Riihe wieder hergestellt. Dem Blatte ,Lug" zufolge ist die Hetze durch die Gerüchte über einen ,Mitualmord" an einem Christenknaben in Dubossari veranlaßt. Eine zweimalige Sektion der Leiche ergab indes die völlige Unrichtigkeit der Dlättermeldung, daß ein sogenannter Ritualmord vorliege. * Marcel Prevost, der beliebte französische Romancier, ist, wie wir berichteten, einer doppelten Lebensgefahr glücklich entgangen. Nachdem er von seiner früheren Geliebten, Frl. Thouret, mit einem Revolver angegriffen worden war, focht er zwei 'Tage darauf mit deren Bruder ein Säbelduell aus, bei welchem Thouret eine Arm» wuiide davontrug. Es ist das alte Lied: Don Juan tötet den Vater des Mädchens, das er verführt, und Valentin fällt, weil Faust Gretck)en betörte. Tas ganze Ereignis erschciiit heute als etwas verspätete Lösutig eines Konfliktes, welcher Prevosts Leben schon seit drei Jahren bedrohte und dem er sich bis jetzt in minder ritterlicher Weise durch ein kompliziertes Verleugnungssystem und durch Fernsein von Paris zu entziehen versucktt hat. Als Frl. Thouret am Tage der Versammlung Der Schriftstelter- genossensck)aft Prevost in einer Droschke auflauerte, war es nicht der erste Hinterhalt gewesen; seit dem Jahre 1900, als Prevost sie verlassen, pflegte sie mehrmals in der Woche in ähnlicher Weise smndcnlang vor seiner Wohnung zu warten. Ihr wurde stets bedeutet, daß Prävosl verreist sei. Tiefer Auskunft sck-enkte sie jedoch keinen Glauben und bestach de» Portier, j» fogar Stra^ukctzreri»»e», um xn ihnen zu erfahren, wann Prevost pcunreDrtE. zwang ue Prevost, tatsächlich den größten Teil des Jahres fern von Paris, auf seinem Schloß La Roche an der Garonne zu Derbringen und nur insgeheim, unter tausend Vorsichtsmaßregeln, die Hauptstadt zu besuchen. Frl. Thouret wußte, daß nun auch ihr Bruder sich ihrer anzunehmen und das ihr von Prövost angetane Unrecht zu rächen gedenke. Da ihr aber Prsvosts Ueberlegenhett in der Führung der Waffen bekannt war, beschloß ]ie, ihn unter allen Umständen früher anzugreifen und ihn am rechten Arm zu verwunden, um das Tuell mit ihrem Bruder unmöglich zu machen. So erklärte sie ihre Absicht dem Polizeiiommissar. Prsvost hat jedenfalls am Tage des Attentats gaiu ungewöhnlicheSelbsd- beherrschung und Kaltblütigkeit an den Tag gelegt. Unmittelbar nachdem er der Kugel entgangen war, trat er lächelnd in den Sitzungssaal, wurde zuni Vorsitzenden der Schriftstellergenossenschaft gewählt und hielt mit ruhiger Stimme eine glänzende Ansprache. — Gegen Fräulein Thouret ist die Unntersuchung einaeleitet worden. Ihr Bruder protestiert gegen das Gutachten der Aerzte, welche Das Tuell für brennet erklärten, als er eine unbedeutende Stichwunde erhalten hatte. Er erklärt, die Gründe des Duells seien so ernster Natur, daß der Ausgang desselben mit einer so leichten Verletzung nicht genüge. ♦ Der bakterienfreie Zweikarnps. Eine geistreiche Verspottung des Duellwe,ens in Frankreich bringt die Pariser Gazette Medicale, indem sie sich den Arischem gibt, den Kämpjern gute Ratsckstäge für die beim Wassen- gana zu beobachtenden hygienischen Vorsichtsmaßregeln zu erteilen. Ter Minimste tzeind sei bei den Zweikämpfen doch nicht der Gegner, sondern die Ansteckungsgefahr, nicht der Sabel oder Degeii selbst, sondern die in eine etwaige Wunde hineingelangenden Bakterien. Allerdings habe man sich angewöhnt, die Tegenspitze zu glühen, aber man könne doch nie wissen, wie tief fte etwa eindringen werde. Ucbrigens hänge die Bedeutung der Wunde ma>t lediglich von der eauberteit der Waffen ab, sondern namentlich auch von der keimfreien Beschaffenheit der Zweitämpfer selbst und dessen, was sie auf dem Leibe tragen. Umgeben doch die Batterien den Menfchen stets in Millionen und warten nur darauf, daß sich ihnen eine Tür öffne, um sich auf ihr Opfer zu stürzen. Für den Zweikampf der Zulunfr wird man nach dem Pari,er Aerztcblatt folgende blondere Skr- sChristen erlas,en müssen: Die Beteiligten mufien am Abend vor dem großen Tage für gründliche Abführung sorgen unö ihre Beroauungslvege durch antiseptische Mittel von etwaigen Keimen befreien; sie müssen nüchtern auf dem Platze erscheinen, ihr Körper muß sorgfältig geseift und gebürstet, mit Alkohol entfettet und au,s gründlichste mit iiötenben Mitteln behandelt sein. Ferner dürfen sie sich nur in Kleider hüllen, die vorher in einem Brutschrank Durch Hitze von allen Keimen befreit worden sind. Erst in solchem Zustande kann der Kampfer sich nut einem Läa-eln auf den Lippen seinem Feinde stellen. Er wird nun, dank seiner Vorsicht, die größtmögliche Aussicht haben, von einer etwaigen Verwundung durch einen ungeschickten Gegner keine bösartigen Folgen davonzutragen. Krieskalten der Kedaklion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) R. M. Sie schreiben unS: .Liebe Redaktion! Leider bin ich in der Geographie noch nicht soweit fortgeschritten, um Die Loge des Ortes “ipra, Der Heimat Prof. BreltschneiDerS, zu kennen. Hätten Sie Die Güte, Dieselbe anzugeben? Ich möchte das Denkmal gern persönlich besichtigen." — Ja, das wird etwas ichiver halten. Wir können Ihnen leider die "age Des Ortes 2ipia auch nicht genau angeben. Selbst in Ritters grobem Geographischen Lexikon ist er merkwürdigerweise nicht verzeichnet. Wir glauben aber Doch mit gutem Grunde annehmen zu können, dob er unweit der Ihnen gewiß wohl bekannten direkten Eisenbahnlinie Gleveii— Bonames — Bukarest gelegen ift nahe Der Eisenbahnuation Spiegetberg im Fürstentum Prila. Leiber halteii Die Durd)qchenDeit Schnellzüge an Dieser Station aber nur einmal im Jahre, und ■ ■ ’?. v r.jv an 1. ___ aünstigt, schreiten die Wasserleitungsarbeiten in hiesiger Gemeinde rüstig vorwärts, sodaß dieselbe in etwa zwei Monaten ihrer Vollendung entgegensieht. Auch das neue Schulhaus, welches einen wahren Prachtbau für unseren Ort geben wird, soll im Laufe des Sommers seiner Bestimmung übergeben werden. Mögen beide Neueinrichtungen unserem aufblühenden Orte zum größten Wohle gereichen. — Der hiesige Gesangverein „Frohsinn" hat beschlossen, sich an dem am 5. Juli d. I. zu Bad Nauheim stattfindenden großen nationalen Gesangswettstreite zu beteiligen und diesmal in einer höheren Abteilung wie bei früheren Wettstreiten zu singen. -h- Burkhards, 1. April. Heute fand hier das Dekanatsmissio nsfest des evang. Dekanats Schotten statt. Um 2 Uhr begann der Festgottesdienst, in welchem zwei Missionare über Erlebnisse während ihrer Wirksamkeit in China und Kamerun berichteten. Zur Verschönerung der Feier bot der hiesige Kirchengesangverein unter Leitung des Lehrers Mohr zwei wohlgeschulte, gemischte Chöre. Beim Ausgang aus dem Gotteshause wurde eine Missionskollekte erhoben. §§ Volkartshain, 1. April. In dem benachbarten Lichenroth stürzte ein Landwirt in der Schauer vom Gerüst, wo er Stroh zum Streuen holen wollte, herunter in die Tenne, wobei er sich den Brustkasten arg verletzte. An feinem Aufkommen wird gezweifelt. Es ist ein trauriger Schlag für die Angehörigen, zumal da jetzt die Arbeit beginnt. §§ Bermuthshain, 2. April. Die Unfälle an dem Bahnbau Grebenhain-Gedern mehren sich. Einem hiesigen Arbeiter wurde der Daumen zerquetscht, einem andern hiesigen Arbeiter brach beim Um kippen eines Wagens die Stange, wodurch der Wagen rückwärts kippte und der Arbeiter unter ihn geriet, sodaß man nichts mehr von ihm sah. Mit Mühe konnte der Wagen (2t/2Kbm. Steine) gehoben und der schwer Verletzte halb tot herausgezogen werden. Auf einem Wagen wurde er nach Hause gebracht. Man fürchtet für sein Leben. -dd. Darmstadt, 1. April. Der Spie lplan für die zweite Hessisch-Thüringische Staatslotterie ist erschienen. Die Ziehungstage sind wie folgt festgesetzt: 1. Klasse 9. und 11. Mai; 2. Klasse 9. und 10. Juni; 3. Klasse 4. und 6. Juli; 4. Klasie 28. Juli; 5. Klasse 13. August; 6. Klasie 9. September bis 1. Oktober d. Js. Auch diesmal sind für die Schlußziehung wieder Prämien von SDlarf 300 000 und Lik. 200 000 bestimmt, während auch schon in den Vorklassen Prämien von 2)ck. 60 000 bis Alk. 100 000 vorgesehen sind. Darmstadt, 31. März. Der hessische Bauernbund stellte als Kandidaten für den Reichstagswahlkreis Offenbach-Dieburg den Landtagsabg. Hauck auf. Ter Bund der Landwirte wird diese Kanoidatur unterstützen. () Krofdorf, 2. Münz. Nach einer soeben vom hiesigen Bürgerrneisteraint b.kanntge^eb.nen P^lizeiverord- nung dürfen in sämtlichen Ortschaften der vereinigten Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach Personen unter 16 Jahren d i e Wirtshäuser für die Folge nicht m e y r b e s u ch e n. In der Tat war eine solche Verordnung zurzeit sehr am Platze, denn das junge Geschlecht hat es in den letzten Jahren bei seinen Zusammenkünften an den Sonntagen, namcntlid) aber auch in den an vielen Orten no.ch üblichen Spinnstuben, in welchen dieselben leider ost vhiie jegliche Aufsicht hausten, so boll getrieben, daß ein Einschreiten der Polizeiorgane nur erwünscht war. Jedoch glauben wir annehmen zu dürfen, daß dieses Verbot namentlich die Wirte der betreffenden Gemeinden schädigt, denn die jungen Butschen werden für die Folge mit Vorliebe solche Wirtschaften aufsuchen, welche von dieser Pvlizeiver- ordnung nicht berührt werden. tz Ehringshausen, 1. April. Am 4. April werden eg 50 Jahre, feit unser Lehrer Hunergarth in den Schuldienst trat. 9iach kürzerer Dienstzeit in anderen Orten des Kreises Scholien wirtte er 18 Jahre lang in Zeilbach. Vorübergehend in Heidelbach tätig, fällt die größte Zett seiner Wirksamkeit — 24 Jahre — hierher nach Ehringshausen. Stets treu in Erfüllung seiner Berufspflichten, freundlich und entgegeiitommend gegen jedermann, insbesondere gegen seine Kollegen, befindet sich der Jubilar in einer bewundernswerten körperlichen und geistigen Frische und Elastizität, die ihn befähigt, die Anstrengungen seines Berufes noch ohne jede Beschwerde tragen zu können. Die allgemeine Jubiläumsfeier foll am 16. Mai stattsinden, zu der seine Kollegen und Freunde besondere Ehrungen vorgesehen haben. Frankfurt, 2. März. Auf telegraphische Requisition bes Untersuchungsrichters des Landgerichts Frankenthal wurde gestern der frühere Direktor und Vorstand der in Konkurs verfallenen Aktiengesellschaft Gebriwer Hemmer in Neidenfels, Kommerzienrat Hemmer, in einem hiesigen Hotel verhaftet. Er ist bereits nach Frankenthal übergeführt und ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Die Verhaftung hängt mit dem aus Anlaß des Konkurses gegen den Vorstand und Aufsichtsrat der genannten Aktiengesellschaft eingeleitcteii Strafverfahren zusammen. (?) Frankfurt, 1. April. Während die Frankfurter der Meinung waren, das für die Mainstadt bestimmte Bismarck-Denkmal schreite rüstig seiner Vollendung entgegen, sind eben jetzt mit Prof. Siemering in Berlin bindende Abmachungen getroffen worden, die i'iberhaupt erst die Inangriffnahme der Denkmalarbciten sichern. Die Dc- veiler des Denkmals haben eine Schablone davon in einer improvisierten Anlage am Platz vor dem neuen Schauspiel- Haus ausgerichtet. Das Denkmal wird in zweieinhalb- facher Lebensgröße in Kupfer getrieben ausgeführt werden und Dürfte in etwa üier Jayren fertiggestellt sein. Der Kostenpreis wird rund 200 000 Mk. betragen; der größte Teil dieser Summe wurde durch Sammlungen gedeckt Da das Dcnkinal wegen seiner besonderen Anlage einen Hintergrund braucht, wurde ein Frankfurter Architekt beauftragt, eine passende Umrahmung zu entwerfen. Kasfel, 1. April. Ihren ungetreuen Geliebten and sich f elbst erschossen hat hier eine Berlinerin namens Emma Sachs. Tas 29 Jahre alte Mädchen hatte mit dem früher in Berlin tätigen Bankbeamten Max Flegenheim, der feit August v. I. im Bankhause Grünsfeld hier angestellt war, jahrelang im Verkehr gestanden und wurde jetzt kurz vor ihrer ^Niederkunft von dem Mann zurückgewiesen, da er mit einem anderen Mädchen eine Ehe eingehen wollte. Flegenheim, der 33 Jahre alt war und aus Frankfurt a. M. flammte, hatte Fräulein Sachs m Berlin kennen gelernt. Die verlaßene Braut war gestern hierher gereist und wartete nachts m der Wohnung Flegenhcuns desicn Heuukehr ab. Gegen Mitternacht spielte sich nun bart eine Appenzeller Stickerei! 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April, von vormittags 10 bis nachmittags 1 Uhr, im Lehrsaal 111 der Schule — Nordanlage 15 — auSgelegt. Wir laden Jnlcrestcnten zu diesen Veranstaltungen Rotweine Ellerstadter Türkheimer Feucrbcrg AuSlcse . Obertugelheimer Aßmannshauser Äug. Gabriel Jr., Giesjen. s?s per Flasche 1.10 Alk. 1.80 , 1.40 2.20 , mU Hochglanz rasch und hart ttodnenö, 2088 IMF' Fußbodcuöle, “tu Celfarbcu, Lacke, Pinsel, Par- tctt- und Linoleum • Wichse, Ltahlspaue einphel)li Viktoria-Drogerie Adolf Bieler. Wiarltftrane 5. Anger den von mir seither geiuynen Bieren bringe )eyt auch Mainzer AKtienöier beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil eS anßerordenllich gut bekommt, zum Berkaus und empfehle daS- Casseler Schirmsabril Giessen Seltersweg 9. Seltersweg 9. ES gibt wohl billigere Reifen, aber auf der ganzen Welt keinen besteren Reifen als den Continental PNEUM ATIC für Fahrrad und Automobil. 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