dankte für die Wünsche und die in der Ansprache dest Nuntius enthaltenen Gedanken, von denen keiner mehr Ein- druck auf ihn mache als die Erinnerung an die Kato strophe von Martinique, welche den Festtag für alle fr an* zü suchen Familien so schmerzlich gestalte. Die einmütige Teilnahme, welche Frankreich daber erfuhr, war für daS- selbe sehr wertvoll. Ich wage zu sagen, Frankreich ver* biente es durch das leioeuschaftliche Interesse, welches es immer an dem Unglück anderer Völker nahm und durch die schönen Beispiele von Edelmut, die es im Laufe der langen Geschichte gab. Am Schlüsse unterhielt sich Loubet kurz mit den einzelnen Mitgliedern des diplomatischen Korps. Der schlaue Castro. Die an der Venezuela-Aktion beteiligten Mächte beraten zurzeit über die Antwort des Präsidenten Castro bezüglich des Schiedsgerichtsverfahrens. Herr Castro hat auch seine Bedingungen und Vorbehalte gemacht! Der Ton der verschiedenen offiziellen Erklärungen an die Mächte soll ein ebenso selbstbewußter und von einem wahren „Grandenstolze" erfüllter fein, wie in seinen Gesprächsäuße- rungen. Herr Castro geht von der Ueberzeugung aus, daß ihm die Mächte bitteres Unrecht zugefügt haben, und daß er einen Beweis großer Friedensliebe und Selbstlosigkeit gibt, wenn er auf das Schiedsgerichtsverfahren sich einläßt. Zweifellos ist, so wird uns versichert, daß die Mächte mit Venezuela wenig Umstände machen luürben, wenn nicht die Empfindlichkeit der Vereinigten Staaten zu schonen wäre, oder richtiger, die empfindliche Volksstimmung in den Vereinigten Staaten, die immer eine Verletzung der Monroedoktrin wittert. Präsident Castro persönliche ist auch der Regierung in Washington ziemlich gleichgültig, aber man glaubt dort eben der „Stimmung im Lande"' gewisse Konzessionen machen zu müssen, und man hält darum eine Hand in die Sach e. Als ein glücklicher und acceptabler Weg wird in Berlin das Anerbieten Mwyorker Bankgruppen betrachtet, die venezolanischen Schulden gegen Verpfändung der Zolleinkünfte zu übernehmen. Nur wird bezweifelt, daß Castro mit dem Arrangement einverstanden ist, denn ihm kommt es ja gar nicht darauf an, seiner Verpflichtungen sich zu Antledigen, als vielmehr Zeit zu gewinnen. Herr Castro beherzigt das schlaue italienische Sprichwort, das übersetzt also lautet: ,^Ver klug ist, läßt'die Zahlung schweben. Es können Dinge sich begeben, die der Zahlung ganz entheben." Und außer der Zahlung ist noch die Entschuld i g u n g zu leisten, wozu Castro sich um keinen Preis, verstehen will. Es sind also noch, ^Schwierigkeiten genug vorhanden, auch nachdem, was als sicher gilt, das Schiedsgericht endgültig anerkannt worden ist. Deutsches Reich. Berlin, 2. Ian. Ter Kaiser empfing heute tot*, mittag um 10 Uhr die Abordnung der Lailoren und hatte später int Reichskanzler-Palais £ine Besprechung mit dem Grasen Bülow. An der Früh/tückstafel beim Kaiserpaar nahmen teil: Prinz Heinrich von Preußen und Prinz Arnulf von Bayern. — Weiter empfing der Kaiser den Architekten Botha Ebhardt zu einer anderthalbstündigen Audienz. Terselbe überreichte dem Kaiser den ersten Band seines Werkes „Deutsche Burgen" und berichtete dann über seine im Auftrage des Kaisers ausgeführte Studienreise burch Italien, welche zum Zweck der Erforschung der dortigen Reste mittelalterlicher Burgen vom Marz bis Mai 1902 unternommen wurde. — Der preußische „Sraatsanzeiger" meldet: Dem Regierungspräsidenten v. Heydebrand und der Safa in Breslau ist aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Staatsdienste der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen worden. — Der preußische Minister des Innern giebt bekannt, daß die Eröffnung des auf den 13. Januar ein* berufenen Landtages an diesem Tage mittags um 12 Uhr int Weißen Saale des' hiesigen königlichen Schlosses erfolgt. Zuvor findet Gottesdienst um 11 Uhr in der Tom- interimskirche und um halb 12 Uhr in der HedwigsLirche statt. — Tie Ernennung des Legationsrates Dr. Bu- müller zum Sachverständigen in kolonialen Angelegen- heient bei der Botschaft in Paris ist; nunmehr erfolgt. Derselbe wird seinen neuen Posten sehr bald, wahrscheinlich noch in der ersten Hälfte dieses Monats, übernehmen. — Tas Recht auf Arbeit, so erklärte in der sozialdemokratischen Gemeindevertreter-Konferenz zu Frankfurt a. M. in oer Frage der 'Arbeits'losenbeschästigung der Vorsitzende Abg. Ulrich-Offenbach, könne nicht jede Gemeinde in die Praxis umsetzen. Abg. Ulrich mahnte zur Vorsicht, weil sonst die Wählerschaft leicht gegen die Sozialdemokratie Stellung nehmen könnte. Tiefe Vorsicht galt den Geldausgaben. Tie Sozialdemokratie hat nämlich bei den letzten Kommunalwahlen in Offenbach nicht gut ab geschnitten. Sie hatte die Mehrheit im städtischen Kollegium — wNerdings nur deshalb, weil ein Teil ber Gegner die Flinte ins norm warf — und hat eben auch Geld ausgeben müssen. Hier setzte, so sagte Ulrich, die Krittk der Gegner ein, und selbst ein Tdil der Arbeiter stimmte gegen uns. — Tas für das erste HalBjahr 1903 festgesetzt* Beköstigungsgel d für die preußischen Garnisonen regt zu allerlei Betrachtungen an. Am teuersten ist es für die Soldaten auf «der Burg Hohenzölleru, das Beköstigungsgeld beträgt ni 'ür d i Gemeinen 4-’ Psg.; dann kommt Helgoland mit -10 Psg. billig ist es in Berlin, hier beträgt das Beköstigungsg^.. nur 34 Psg.; ebenso in Charlotten, 2 ÄcMMles D Lekououiiewaa-?^ und 'Jlu«auQn„llu is* WerniehlMchsm VUstoria-protMie,18’ Marktstt, 5 vrockhau^ ' MkW'LeAss, "?\rU,la0e* -u kaufen ge- >uchk. Dfreöen mit Preis unter ?tr. 020 qii die Ervcdmon d. Bl. fti)t zum dnuiji neuen la^rfolüijaL Lenden Sie nur Ädreffe, sol. erh. Sie 600 reiche Partien, auch Gilbet zur Au8w, „KtlnR", tzniüU. silhwW 1 Luche m geeigneter Lage vietzeuS einen Saunt, worin Metzgerei errichtet oder übernommen werden kann, würbe auch, wenn Räumlichkeiten vor- hanben, Wirtschaft milberteiben, isl aber nicht bedingt. Kauf be§ öauleß nicht auSgefchloflen. Gest. Offerten aus dircktt Hand unter Nr. 0S6LS nn die Ex- nebition dieses Blattes erbeten. ßbemlschee LekL tu S' >le »9 ' Oan in 68»*; Höhere FuhMhale für MascblnMbaoB.EIektroteohnlk n eru mir den gs' 66 o t- i» der I vi<ü ogllfhduö ne J Zweites Blatt. 153. Jahrgang Samstag 3. Januar 1903 Nr. 2 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem (Lietzener Anzeiger werden im Wechfel mit dem Kesflschen Landwirt die Siebener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'ichen Unwers.-Buch- u. Stein- bruderet (Pietsch Erben) Redaktion. Lrpeditton und Druckerei: Schulftratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. FernsprkchanschlußNr.bl. GietzenerAmeiaer General-Anzeiger v *** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen veHuaSpretsr monatlich 7bPs., viertel« jährlich Mk. 2.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer biS vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Psg. Verantwortlich für, den polit. u. allgem. Teil L.V.: Fr.Hannemann; für,©tobt u. Land* und .Gerichtssaal*: Curt Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck. 2>ie heutige Kummer umfaßt 14 Seiten. _______ .. u ■■ ■ Ale Unruhen in Marokko. Neber die auaenblicklttbe Sitnatton.in Marokko wird tn& ans Madrid gemeldet: Der ^Liberal" empfing Telegramme aus Tanger, wonacy der Sultan von Marokko seine bisherige fremden freundliche Politik ausgeben und sich den reaktionären Elementen in die Arme werfen wolle. Trotzdem sei seine Lage nicht besser. Die unzuftiedenen Elemente in Fez warten nur auf das Heran- kommen deS Mahdis um eine Empörung zu versuchen. An vielen Orten werde der heilige Krieg gepredigt. Aus Oran kommt die Nachricht, daß sich unter den Gefallenen auch ein europäischer Justruttronsosfizier befinde. — Nach einem Londoner Telegramm besagt ein aus Tanger an eine Bankfirma gerichteter, vermittelst Läufer ein getroffen er Brief vom 26. Dezember, daß der Prätendent vier Stunden von Fez steht, und daß alle verfügbaren Truppen die Hauptstadt verließen, um deren Zugänge zu verteidigen. Die Christen in Fez waren bis dahin unverletzt. Der spanische Kreuzer „Jnfanta Isabella" liegt vor Tanger, um die Situation zu beobachten. Zurzett befinden sich keine weiteren Kriegsschiffe im Hafen. Der Kommandant des Kreuzers überbrachte dem spanischen Gesandten Instruktionen ferner Regierung. Der Gouverneur von Tanger erklärte sämtlichen Häuptlingen der Kabylen, daß sie für die Sicherheit der Wege in ihren Bezirken verantwortlich seien. — Aus Tanger wird ferner gemeldet, daß der Bruder des Sultans Mullah Mohammed, mit dem Beinamen der Einäugige, der bisher gefangen gehalten wurde, auf Befehl des Sultans sreigelassen und in Rang und Würden wieder eingesetzt worden ist. Eine andere Nachricht sagt, der Prätendent äußerte, er kämpfe nicbt, um den Thron von Marotta in Besitz zu rmehmen. — In Melilla oauern die Vorsichtsmaßregeln fort. Die Artillerie wird verstärtt. Die Befehlshaber der äußeren Forts dürfen weder Anführer noch Soldaten nach außen passieren lassen. Eine wettere Meldung aus Tanger besagt: Eine dem Hofe des Sultans nahestehende Persönlichkeit hält es für sicher, daß, wenn die Ereignisse erneut ernste Gestalt an* n eh men, der Sultan von Fez nach Rabat flüchten, die Zemmur-Kabylen zur Hllse aufrufen und unter völliger Ausgabe feiner Neigungen zu den europäischen Einrichtungen alsHüterdesJslam auf treten werde. Darauf dürfte der Sultan mit großen Streitkräften nach Fez zurückkehren, um bis zum äußersten zu kämpfen. Reuters Bureau in London erfährt noch, die englische Regierung habe dem Negus Menellk die Vorteile eines gemeinsamen Vorgehens zum Zwecke, den Mullah einzuschließen, vorgestellt. Zwei englische Offiziere, Oberst Rochfort und Hauptmann Cobbold, hätten England verlassen, um sich, dem abessynischen Heere anzuschließen. Es heißt, der Negus habe den Vorschlag zwar noch nicht angenommen, werde aber zweisellös eintoüligen. Man erwartet, daß die englischen Offiziere mit Ras Makonnen in Harrar zusammentreffen, von wo die abessynischen Truppen den Vormarsch beginnen würden. Politische Tagesschau. Die Kronprinzessin von Sachsen. Tie erste Verhandlung in dem Verfahren gegen die Kvonprinzessin soll nach einer Meldung aus Dresden um die Mitte des Januar mit Gewißheit zu erwarten fein. Der Redakteur der „Allgemeinen Zeitung" besuchte den in Freiburg in der Schweiz als Priester und Unwerfitätd* Professor amtierenben Prinzen Max von Sachsen- der infolge der Auftegung über die Vorgänge am sächsischen Königshofe krank darniederliegt. Trotzdem bat der Prinz feinen Besucher um Mitteilung feiner Erfahrungen in Genf, die er mit Ausrufen bitterster Schmerzen und tiefster Abscheu entgegennahm. Prinz Max schiebt die Hauptschuld an dem ehelichen Zerwürfnis des Kronprilizen- paares dem Erzherzog Leopold Ferdinand zu, der den freiesten Anschauungen huldigend, es verstanden habe, sich am sächsischen Königshofe beliebt zu machen, sodaß ihm der Kronprinz vertrauensvollste Freundschaft entgegeii- gebracht habe. Wahrhaft rührende Sorgen äußerte der Prinz um feinen Vater König Georg und die Königin Carola. Von feinem Bruder, dem Kronprinzen, sagte er: „Kann er wohl nun noch König werden?" Sachsen verlangt doch eine Königin. Tie Kronprinzessin schien dazu angetan, das Band zwischen dem .Volke und dem Königshause noch inniger zu knüpfen, als eS schon ist." Die Sehnsucht nach dem „starken Mann". Der konservative Neichstagsabgeorünete Herr von Kröcher, der erste Präsident des preußischen Abgeordnetenhauses, ist bekannt dafür, daß er fein Blatt vor den Mund nimmt, auch dann nicht, wenn er sich, an die Adresse der Regierung wendet. Aber die Rede, die Herr v. Kröcher kürzlich in Perleberg gehalten hat, und deren Wortlaut jetzt vorliegt, ist wahrhaft verblüffend durch ihre Offenherzigkeit. So gründlich ist die Regierung lange nicht äbgekanzelt worden, wie von diesem Fremrde uni) Vertrauensmann maßgebender Persönlichkeiten, die in der Hauptsache Herrn v. Kröcher, nach feinen eigenen Aeußerungen, das Zollkoinpromiß verdanken. Herr v. .Kröcher wendet sich scharf gegen die Weichheit und Pachgiebrgkett der Regierung, zumal dem Auslande gegenüber. Er vermißt die Schneidigkeit im Auftreten. „Herr Gott, was hatten wir früher, noch vor zehn Jahren, für eine Stellung, und was treten sie uns letzt alle aufäte Fuße. So rief der Redner aus. Graf Bülow erscheint offenbar Herrn v. Kröcher allzu sehr Diplomat, zu wenig mit den Eigenschaften des „starken Mannes^ ausgerüstet, nach dessen Kommen, derselbe Parlamentarier, wie man sich erinnert, einmal im Reichstag verlangte. „Wir haben so schöne ,/Kürassiersttefel" so ergänzt der konservative Parteiführer jetzt das Bild, das er vom „starken Mann" entwirft. In Kürasfierstiefeln wird man sich allerdings den Reichskanzler nicht gut vorstellen können. Graf Bülow ist der Meister der verbindlichen, aber zähen Unterhandlungen von Kabinett zu Kabinett. Aber hat nicht insbesondere in der Politik der Erfolg Recht? Hat nicht Graf Bülow eben durch diese Eigenschaften, wozu sich eine gute Dosis Kaltblütigkeit und ein klarer Blick für das Praktische, das Mögliche und Erreichbare gesellen, eine Reihe bedeutender diplomatischer Siege gewonnen? Es ist eine gefährliche Sache, in ber heutigen bewegten Zeit „schneidig" aufzu- treten. Oder es müßte ein sehr erhebliches Interesse, die Würde der Nation, auf dem Spiele stehen. Früher war die politische Konstellation auch eine ganz aitbere; Deutschland hatte nicht ringsum offene und versteckte Neider, wie das jetzt der Fall ist. Würde Deutschland ohne wirklich großen Anlaß mit den Kürasfierstiefeln auftreten, es käme aus den Konflikten nicht heraus, und es sähe sich bald einer geschlossenen Bereinigung von Mächten gegenüber, die darauf warten, dem Bramarbas eine empfindliche Niederlage zuzufiigen. Mit der Machtentfaltung imponiert man heute, wo jede Großmacht auf den Schild schlagen kann, nicht mehr. Tas größte Maß von Klugheit, Geschicklichkeit, von psychologischer Kenntnis in der Tipto- matie giebt den Ausschlag. Ein „starker Mann" als Reichskanzler, nach dem Ideal des Herrn v. Kröcher, würde unter den heutigen internationalen Verhältnissen für Deutschland möglicherweise sogar ein Verhängnis fein! Abschlägig beschicdene Petenten. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterni 2, Januar: Wenn daS Parlament der Regierung Petitionen zur Berücksichtigung überweist, so bringt es damit seine Ueberzeugung von der Berechtigung der Forderung ber Petenten zum Ausdruck. Um so schmerzlicher muh es dann für die letzteren fein, wenn die Regierung sich trotzdem nicht entschließt, der Petitton Folge zu geben, wie das jedt gegenüber derjenigen des Allgemeinen deutschen Musikerverbandes geschehen ist, die sich gegen ben Wettbewerb der Militärmusiker richtet. Es bleibt den zweifellos in ungünstigen Erwerbsverhältnissen lebenden Zivllmusikem sonach nichts übrig, als erneut beim Parlament vorstellig zu werden. Steter Tropfen höhlt ben Stein. Mancherlei spricht natürlich auch zu Gunsten ber Herren vom Militär, und die Zivilmusiker haben Leibensgenossen in ben Handlungsgehilfen, die vor einiger Zett gegen die Zulässigkeit oer diätarischen Beschäftigung von Militärbeamten in Bankinstituten vergeblich beim preußischen Kriegöministerium petitionierten. Auf jeden Fall ist zu wünschen, daß die Pettttonen in Zukunft in beschleunigtem Verfahren zur Erledigung gelangen. Aus die Eingabe des Musikerverbandes ist erst nach reichlich zwei Jahren Bescheid eingetroffen. An diesem unhaltbaren Zustand trägi allerdings der Reichstag, der Mr Beratung von Pettttonen am wenigsten Zeit übrig zu haben glaubt, ein gut Teil Schuld. Der ostreich-ungarische Ausgleich. Bei dem unter dem Druck der Krone in Wien zwischen ben beiben Ministerpräsidenten abgeschlossenen Ausgleich hat Oesterreich, so wird von dort geschrieben, rücksichtlich des Zolltarifts errekljt, daß cs nach Aufbau und Unterlage für Handelsvertragsverhcmdlungeu frei wird. Tie Agrarzölle bewegen sich in paritätischer Steigerung zur Steigerung der Jndusttiezölle. Für mehrere wichtige Industriezweige ist eine erhebliche Erhöhung der Zölle beschlossen, bei denen die österreichische Industrie leben kann. Der Tiroler Getreidezoll wird 1906 aufgehoben. Der Ausgleich wird auf 10 Jahre beschlossen — Das „Fremdenblatt" schreibt bezüglich des Ausgleichs, man müsse sich vor der Hand mit der allgemeinen, aber auch beruhigenden Aufklärung zu fried en geb en, daß die Idee der politischen wirtschaftlichen Gemeinschaft der Monarchie sich durch- gerungen habe und die schwerwiegenden Interessen Oesterreichs nach jeder Richtung hin vollste Wahrung gefunden hätten. Die Einzelheiten des Msgieichs würden bis zur Vorlegung im Parlamente geheim behandelt. Daraus gehe hervor, daß die auftauchenden Einzelangciben der Blätter nicht authentisch und zudem in vielen Punkten mit der Wirttichkeit nicht im Einklang feien. Die Neujahrsempsäuge in Paris. Aus Anlaß des Jahresfestes empfing Präsident Loubet mehrere Telegramme von Staatsoberhäuptern, darunter ein solches von dem Kaiser von Rußland, dem König der Belgier und von dem König von Griechenland. Am Nachmittag empfing Loubet das diplomatische Korps. In dessen Namen gab Mntius Lorenzelli der hohen Achtung vor dem ersten Beamten der Republik und der Sympathie der ganzen Welt für Frankreich Ausdruck. Diese Sympathie könne der Präsident u. a. in der lebhaften überall verbreiteten Anteilnahme finden, welche sämtliche Nationen bei dem schrecklichen Unglück auf Martinique bewiesen hätten. Schließlich sprach der Redner namens des diplo- matiscken Korps und der von ihm vertretenen Souveräne und Staatsoberhäupter die ausrichtiMen und heißesten Wüni^e für die Zukunft Frankreichs aus. Der Präsident faitg; in Größ-Lichterfelde steigt es ctii'f 35 Pfg.; in Potsdam auf 36 Pfg. Tie billigsten Garnisonen finden sich im Bereiche des 1. Armeekorps, nämlich Goldäp und Stallupönen mit je 31 Pfg. Tic Provinzialhauptstadt Königsberg hat auch nur ein Betüstigungsgeld von 35-Pfg., in Stettin beträgt es 38 Pfg., in Magdeburg nur 34 Pfg., während Bern- bürg, Halberstadt und Dorgau 37 Pfg. und Die übrigen Garnisonen des 4. Armeekorps meistens 36 Pfg. haben. Im Bereiche des' 6. Armeekorps ist das Beköstigungsgeld höher, Breslau hat 36 Pfg., Oels, Ohlau sogar 38 Pfg. Im Bereiche des 8. Armeekorps haben St. Johann und Saarbrücken und Saarlouis sogar 39 Pfg., Köln hat 37 Pfg.,. Aachen desgleichen, Koblenz 38 Pfg. Beköstigungsgeld. Sehr teuer sind die Garnisonen in Lothringen; so haben Metz und Mörchingen 39 Pfg., Tiedenhofen, St. Avold und Horbach 38 Pfg. Beköstigungsgeld. Ausland. Brüssel, 2. Jan. Der König empfing die Glückwünsche des diplomatischen Korps, der Präsidenten des Senats und der Kammer und anderer Vertreter von Behörden. In der Antwort auf eine Ansprache des Kammerpräsidenten spielte der König auf die Initiative an, die er bei vielen Gelegenheiten ergriffen HÄe, wie z. B. in der Chinafrage. Die Kammern nröchten ihm vertrauen, wie er ihr stets vertraute. Er werde das Vertrauen nie mißbrauchen. Tank der Einigkeit zwischen dem König und dem Parlament könne man zur Verwirklichung der Dinge kommen, die jetzt noch nicht weiter ausführbar seien und deren Tragweite das Volk in der Folge begreifen werde. Wien, 2. Jan. Ter Kaiser nahm am gestrigen Vormittag die Neujahrsglückwünsche der Erzherzoge imb der obersten Hofwüroenträger entgegen. Mn Abend fand ein Familienbiner statt, an dem der Erzherzog Franz Ferdinand mit Gemahlin und die übrigen anwesenden Erzherzöge und Erzherzoginnen teilnahmen. — Von unterrichteter Seite wird über Graf La ms- dorffs Besuch gesagt: Wer eine konkrete Vereinbarung von entscheidender Natur für die Austragung der maee- donischen Frage von dem Zusammensein der beiden Minister erwartete, wird sich in seinen Erwartungen getäuscht sehen. Graf Lamsdorsss Reise wird man am besten als eine Jn- jormationsfahrt bezeichnen. Ter Gedankenaustausch der Minister hat genri.fr nur die Einleitung zu weiteren Sdjritten gebildet. Daß es sich dabei um eine Erweiterung der vor fünf Jahren mündlich beschlossenen Petersburger Entente handelt, scheint festzustehen. Aus Stadl mck Land. Gießen, den 3. Januar 1903. — Hofnachrichten. Die „Darmst. Zig." veröffentlicht folgendes Antworttelegramm S. K. H. des Groß- herzogs auS Delhi an den Staatsminister auf die einge» gangenen Glückwünsche; „Ihnen allen, den Kammern und meinem Hessenlande herzlichen Glückwunsch. Ernst Ludwig. • * Personalien. Ernannt wurden der evangelische Pfarrer Karl Zaubitz zu Offenbach zum Pfarrer der ersten evangelischen Pfarrstelle zu BenSheim, Dekanat Zwingenberg, und der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Nieder-Olm Ernst Kliffmüller zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach. * * Das Großh. Regierungsblatt Nr. 81, ausgegeben am 31. Dezember v. I., hat zum Inhalt: 1) Gesetz, die Fürsorge für Beamte infolge von Betriebsunfällen betreffend. Vom 14. Dezember. 2) Verordnung, die Enteignung von Gelände' zum Bau der Nebenbahn Butzbach—Lich betreffend. Vom 17. Dezember 1902. 3) Verordnung über die Aenderung der Bestimmungen des § 33 der Verordnung, die Ausführung der beiden Gesetze vom 27. Juni 1836 über die Ablösung der Grundrenten und die Mitwirkung der Staats- schulden-Tilgungskaffe zu derselben betreffend, vom 10. Januar 1837. Vom 20. Dezember 1902. 4) Verordnung über die Aufhebung des Artikels 15 der Verordnung, die Organisation der Steuerbeamten in den Provinzen Starkenburg und Ober- heffen betreffend, vom 7. Februar 1822. Vom gleichen Datum. * * In unserer Unterhaltungsbeilage beginnen wir am Montag mit dem Abdruck des Romans ,®ine verhängnisv olle Fahrt" von L. M. Croker, autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen von Alwine Vischer, Die Geschichte ist so frisch, der Dialog so unterhaltend und witzig, daß der Roman gewiß den größten Beifall unserer Leser finden wird. Wir wollen ganz besonders darauf aufmerksam machen, daß die in der Unterhaltungsbeilage erscheinenden Romane zu den besten literarischen Werken der Gegenwart gehören, und daß sich deshalb das Sammeln der einzelnen Nummern empfiehlt. Verloren gegangene Nummern werden Abonnenten in unserer Expedition, soweit der Vorrat reicht, gern kostenlos nachgeliefert. — Die Montagsnummer der Unterhaltungsbeilage wird ferner auch die Lösung des Preisrätsels bringen. * * Die Anlagemusik findet morgen um ll1/, Uhr in der Südanlage statt. Gespielt werden: 1. Ouvertüre z. Op. „Leichte Kavallerie" von Supp6. 2. 6 Altniedcrl. Volkslieder von Vallerius. 3. Maritana-Walzer von Dellinger. 4. Fantasie a. d. Op. „Der fliegende Holländer" von Wagner. — Morgen nachmittag y2ö Uhr veranstaltet unsere Regimentsmusik in Steins Garten ein Konzert, worauf wir hierdurch besonders aufmerksam machen. * * Au s dem Theaterbureau. Das bei der ersten Aufführung mit größtem Beifall aufgenommene Zaubermärchen „König Drosselbart" von Leo Melitz wird am Sonntag als 4. Kindervorstellung auf vielfachen Wunsch nochmals zur Aufführung gelangen. Sonntag abend geht die Gesangsposse „Höhere Töchter" von Mannstaedt, Musik von Steffens, als „Vorstellung zu ermäßigten Preisen" in Szene. Die Eintrittspreise betragen im Vorverkauf für Loge Mk. 1.30, für Saal 80 Pfg., an der Kasse kostet Loge Mk. 1.50, Saal Mk. 1.—, Gallerie 40 Pfg. — Am Montag und Dienstag gastiert hier der erste Komiker des Kasseler Hoftheaters, Herr Edmund Schmorsow, und zwar als „Hasemann" in L'Arronge's „Hasemauns Töchter" und als „Wichtig" in MM ^gistrator am Reisen". * • Eine angenehme Neujahrsüberraschung wurde den Mitgliedern des Radklub „Germania", den Herren Rüdiger, Höß, Lauer und Hecker hier, zu teil, indem ihnen die anläßlich des am 19. Juli v. I. beim Bundestag iu Kassel errungenen wertvollen silbernen Medaillen für Preisdauerfahren heute übersandt wurden. Die genannten Herren legten die 129,9 Km. lange Strecke trotz ungünstigen Wetters in 5 Stunden 40 Minuten zurück. " In dem anatomischen Institut der Landes- Universität ist ein Mangel an Leichen für wissenschaftliche Zwecke eingetreten. In verschiedenen Provinzblättern haben daher die Verwaltungsbehörden ein Ausschreiben an die Kommunalverwaltungen erlassen, in welchem auf die bestehenden Bestimmungen in Bezug auf die Ablieferung von Leichen unbekannter Selbstmörder ic. zum Zwecke des wissenschaftlichen Studiums auf der Landesuniversität aufmerksam gemacht wird. Hs. Zimmerbrand. Daß man beim Abbrennen des Christbaumes nie vorsichtig genug verfahren kann, beweist wiederum ein Brand, welcher am Neujahrsabend im evangelis chen Schwestern haus hier ausbrach. Dort waren am genannten Abend die Schwestern um die schön ausgestattete Weihnachtskrippe versammelt, als plötzlich, durch eine brennende Kerze verursacht, der Baum zu brennen an- fing. Ehe man richtig zur Besinnung kommen konnte, stand der Baum über und über in Flammen. Die Flammen sprangen bald auf die Fenstervorhänge und sonstigen Möbel über, sodaß es bald im ganzen Zimmer brannte. Den vereinigten Anstrengungen der Schwestern und Hospizdamen gelang es endlich, das Feuer auf dies eine Zimmer zu beschränken. *• Besitzwechsel in Braunfels. Das Hotel Seipp in Braunfels, bisheriger Inhaber Funke, ist vom seitherigen Hotelpächter Ostermann aus Haltern für 54 000 Mk. käuflich erworben. Dem neuen Besitzer geht als Gastwirt ein vorzüglicher Ruf voran. Herr Funke übernimmt am 1. Februar die von Herrn G. Nauheimer erworbene Buderus'sche Villa, um in derselben außer einer Weinstube eine Pension zu betreiben. ** Das Wetter im Januar. Falb prophezeit viel Regen und Schnee und gegen Ende des Monats starke Kälte. Den 13. bezeichnet er als einen kritischen Termin erster, den 28. als einen solchen zweiter Ordnung. Auch dem lOOjähr. Kalender zufolge gestaltet sich die Witterung im Januar ziemlich feucht und kalt. Am 6. soll Schnee und Regen, vom 7.—13. trübes und windiges Wetter herrschen. Vom 14.—20. soll es „mäßig", am 21. jedoch „grimmig" kalt werden. Am 22. und 23. wäre wieder Wind und Schnee, am 24. bis zum Schluß des Monats aber große Kälte zu erwarten. — Sollten endlich die in ihren Hoffnungen so oft getäuschten Eisbahnunternehmer Glück haben? Jedenfalls raten wir, die Eiskonzerte nicht allzufrüh anzusetzen, bei der bekannten einschüchternden Wirkung, die sie auf das Wetter ausüben. § Butzbach, 2. Jan. Unter Mitwirkung der rühmlichst bekannten Kapelle des Dragoner-Regiments Nr. 24 veranstaltete die hiesige Dienstags-Gesellschaft gestern im Saale des „Heff. Hof" eine Neujahrsfeier mit darauffolgendem Ballvergnügen. Ober-Breidenbach, 2. Januar. Heute früh gegen 4 Uhr bra nnte hier das Anwesen des Bürgermeisters Fischer gänzlich nieder. Die Entstehungsursache deS Feuers ist noch unbekannt. W. Darmstadt, 2. Jan. Die Erbgräfin zu Erbach-Schönberg ist in König imOdenwald in der letzten Nacht von einem Sohne entbunden worden, — Während der Sylvesternacht wurden 48 Personen wegen Ruhestörung zur Anzeige gebracht. Außerdem find 9 Schußwaffen und 17 Feuerwerkskörper konfisziert und 2 Personen wegen Trunkenheit in Polizeigewahrsam genommen worden. Am ersten Neujahrstage wurden 7 Personen wegen Schießens und AbbrennenS von Feuerwerkskörpern zur Anzeige gebracht und eine Schußwaffe ist konfisziert worden. — Heute nacht ist ein Dachdecker aus dem Fenster auf die Straße gesprungen und hat hierbei drei Rippen gebrochen. Mainz, 2. Jan. 25 Jahre Stadtverordneter ist Herr Frz. Jos. Ufinger nunmehr unmtterbrochen und es wurde ihm dieserhalb seitens des Oberbürgermeisters Dr. Gaßner in der letzten Stadtverordnetenversammlung am Sylvester-Abend in einer herzlichen Ansprache gratuliert, und ein schönes Blumenarrangement Überreicht. — Unsere Oktroieinnahmen sind im abgelaufenen Jahre gegen das Vorjahr um Mk. 7000 zurückgegangen: sie betrugen im abgelaufenen Jahre rund Mk. 740000. Trotz der Zunahme der Bevölkerungsziffer sind für eingeführte Lebensrnittel gegen das Vorjahr Mk. 6300 weniger verreinnahmt worden. — Der Karneval zog am ersten Tage des neuen Jahres wieder offiziell bei uns ein. Die bunt gekleideten Gestalten zu Fuß und hoch zu Roß, die sich 11 Uhr 11 Vormittags in der Schulstraße aufstellten, erregten natürlich wie immer großes Aufsehen. Alle Straßen, die der Zug passierte, waren dicht besetzt und eine nicht zu kleine ständige Begleitung blieb dem Zug bis zur Auflösung erhalten. Ueberall wurde der Karneval jubelnd begrüßt und der zwar verbotenen, aber trotzdem abgegebenen Freudenschüsse war kein Ende. — Eine verlusireiche Sylvesternacht hatte em hier wohnhafter Reisender, dem während der Sylvesterfeier in einer Wirtschaft an der großen Bleiche der Ueberzieher im Werte von 60 Mk., eine braune Reisetasche und ein schwarzer Regenschirm gestohlen wurden. — Gestern nachmittag 2 Uhr versuchte ein verheirateter, im Kirschgarten wohnhafter Schneider sich vor dem Fischthor im Rheine zu ertränken. Von einem Schutz- manne hieran gehindert, gab der Mann als Grund seines beabsichtigten Selbstmordes an, feine Frau habe sich schon zwei mal eines Verbrechens gegen das keimende Leben schuldig gemacht und eine Hebamme habe ihr dabei gegen Entgeld Hilfe geleistet. Bingen, 1. Jan. Hier wurde ein Taglöhner, namens Herzberger verhaftet, der dringend verdächtig ist, im vorigen Jahre die Pulverexplosion an dem Wege nach Rochusberg veranlaßt zu haben. Der Verhaftete war damals in der Nähe des Pulverhäuschens bedienstet. Man vermutet einen Racheakt. in. Hanau, 2. Jan. Leopold Lilienfeld, Inhaber des kleinen Bankgeschäfts Mich. Benjamin Nächst, wurde wegen Unterschlagungen sowohl an barem (Selbe wie an Depots verhaftet. Die Unten schlagungen sollen sich auf 60 000 Mk. belaufen. In der Kasse befanden sich ganze 6 Mk. Von anderer Seite wird auch angenommen, daß es sich nicht um einen so hohen Betrag handeln kann, da das Geschäft nur in kleinem Umfange betrieben wurde. Geschädigt sind meist Leute in geringerer Vermögenslage. Seit 1896 sind die Bücher nicht mehr ordentlich geführt und keine Bilanzen mehr gezogen worden. Vom Main, 30. Dez. In einem größeren Orte am Maine brachen mehrere Spitzbuben bei einem Kaufmann ein, fanden aber nur wenig Kleingeld vor. Nach zwei Tagen aber erhielt der Kaufmann folgenden Brief: „Sehr geehrter Herr! Es freut uns, daß Sie so ruhig schliefen, als wir bei Ihnen einbrachen. Da wir nun nicht wollen, daß der Staat um sein Geld kommt, so senden wir Ihnen den von uns mitgenommenen Steuerzahlbefehl zurück und er- suchen Sie, für die Zukunft mehr Geld im Laden zu lassen, damit sich unsere schwere Arbeit auch besser lohnt. Wir zeichnen — Hochachtend! Auf Wiedersehen! Die Einbrecher." Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Enkheim erschoß sich ein Soldat des 81. Infanterie-Regiments. — In Frei-Weinheim schoß der 7jährige Sohn des Tünchers Philipp Zerban seinem 4jährigen Brüderchen mittels Pfeil und Bogen ein Auge aus. — Im mittleren und südlichen Odenwald grassiert die Influenza in der heftigsten Weise. In manchen Orten ist fein Haus davon verschont. — Gegen den politischen Redakteur der „Franks. Neuesten Nachrichten" Wertheimer wurde wegen eines Artikels über die Breslauer Kaiserrede ein Verfahren wegen Majestätsbeleidigunfl eingeleitet. Unwersitäts Nachrichten. Gleichst ellun g d er bayerischen Technischen Hochschule. Eine königlicb bayerische Verordnung bestimmt, dafr an der Technischen Hochschule München die Bezeichnungen Direktor, Stellvertreter des Direktors und Direktorium durch die Bezeichnungen Rektor, Prorektor und Senat ersetzt werden; ferner, daß der Rektor den Titel Magnifizenz führt. Die Verordnung trifft ferner Bestimmungen über die Ernennung des Rektors durch den König beziehungsweise das Vorschlagsrecht des Gesamtkollegiums. Professor Dittrich von der theologischen Fakultät des Lyceums Hosianum zu Braunsberg lehnte einen Ruf an die neuerrichtete katholisch-theologische Fakultät in Straß- durg im Elsaß ab1. Kunst und Wissenschaft. Mainz, 3. Jan. Die Primadonna des Stadttheaters, Frl. tzedrvig Materna, wurde heute mittag mit Herrn Redakteur Heinrich Hrrsch standesamtlich getraut. — Weil Gras Leo Tolstoi zum Ehrenmitglieds der Dov- pater Universität ernannt worden ist, hat der Priester Joann von Kronstadt, der bekannte Wundermann, die ihm anläßlich der Dorpater Jubiläumsfeier zugedachte gleiche Ehrung entrüstet zurück- gerotefen. .....--- ■ ™-"'— ------4 UNnatur. Physikalisches Spielbuch für die Jugend. Zugleich eine leichtfaßliche Anleitung zu selbständigem Experimentieren und fröhlichem Nachdenken. >Von Tt. B. Donath. Mit 156 Abbildungen.' gr. Oft. eleg. geb. in Lnwd. Mk. 6. (Verlag von Frttdr. View eg u. Sohn in Braunschweig.) An naturwissenschaftlicher Jugeirdltteratür besteht eigentliche kein Mangel; Bücher jedoch, in denen ferner der Stoff so systematisch geordnet und aufgebaut erscheinst daß er neben der Freude, an zielbewußter Fröhlichkeit auch diejenige an naturwissenschaftlichem Erkennen und selbständigem Denken erweckt, dürften bisher dünn gesäet sein. Spielend zu belehren und belehrend zu unterhalten, ohne in den trockenen Magistertou zu verfallen, ist eine schwere Kunst und kann jedenfalls nur von dem zur Auswahl seines Stoffes berufenen Fachwissenschaftler ausgeübt werden. Soll seine Arbeit einen dauernden Wert befitzen, so darf sie weder das Spiel und); die Belehrung zum Selbstzweck machen. In diesem Sinne ist das „Physikalische Spielbuch" eine neuartige Erscheinung, für die Jugend ein heiterer Kamerad, für den Erwachsenen mehr: ein zuverlässiger und fröhlicher Lehrmeister, der sich nicht scheut, gerade die dem jungen Gehirne aufstoßenden Schwierigkeiten zu suchen und zu beseitigen. Mit dem Bemerken, daß hinsichtlich seiner Verwendbarkeit keine Grenzen gesteckt sind, legen wir das „Physikalische Spielbuch" dem deutschen Knaben als Gabe auf den Weihnachtstisch. Der Gymnasiast wird es dort ebenso gern finden wie der Gemeindeschüler, ohne Unterschied des Alters. Vielleicht nimmt es auch der Erwachsene einmal zur Hand, um mit Interesse darin zu blättern. Möricke undGoethe betitelt sich eine literarische Studie von Dr» Heinrich Ilgen st ein, welche bei Rich. Schröder, Berlin, foebeu erschienen ist. Dem Verfasser ist es gelungen' in einer ungemein fesselnden Darstellung zwischen dem Schwaben Möricke und Goethe eine künstlerische Verwandtschaft nachzuweisen, die in diesem Grade und von dieser Feinheit in der Literaturgeschichte wohl einzig ist. Möricke, den erfreulicherweise gerade in letzter Zeit auch wettere Kreise schätzen gelernt haben, erscheint hier in einer Beleuchtung, die selbst dem Kundigen viel Neues offenbart. Dem Goethesreunde dürfte das Büchlein, das dem künstlerischen Empfinden des Verfassers das beste Zeugnis ausstellt, von besonderem Werte sein. Gerichtssaat. Crefeld, 31. Dez. Eine frech-fidele Einbruchs- Gesellschaft stand gestern vor der hiesigen Strafkammer. Tas Meeblatt bestand auS dem jugendlichen Kellner Schmitz, einem Kommrs Siemen und einem Hausdiener. Tie Tret brachen im September in die hiesige Volksschule Nr. 31 ein, deren Lokalitäten ihnen noch aus der nicht lange hinter ihnen liegenden Schulzeit bekannt waren. Mit erbeuteten Wein- und Biervorräten ihres früheren Rektors hielten sie in dessen Klassenziimmer ein veri- tables Gelage a»b, holten die Schulgeige hervor und veranstalteten unbekümmert um Polizei und Publikum auch in tiefer Nachtstunde ein Konzert. Sie wurden bald ermittelt und erhielten gestern auch noch wegen anderer Vergehen Strafen von 2 Jahren bis zu vier Atonalen. Hamburg, 1. Jan. Eine interessante Entscheidung über den Unterschied zwischen Tiebstahl und Unterschlagung Beweis der Achtung zu geben. Für die freuitblidui Wfc’ nähme sei der Prinz dem König Dunk schuldig. Aus d« Märkte. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. LL., 3. Januar Der hiesigen Bäcker. . 25 102.40 91.85 102.10 91.86 101.30 99.80 105.20 101.55 101.50 103.30 81.40 12180 44.60 66 . U . 46 48 an** Die, 8% Mexikaner . . 4Vz'Vo Chinesen . . Electric, tichuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . Lombarden . . . Gottbardbahn . . . Laurahütte .... Bochum . . « » . Harpenor .... Tendenz: fest. nschllst. ; des StadttheaterS, Frl. mitberm Redaktem Hein- hrevmitgliede der Dov- t dec Priester Joann von . die ihm anläßlich dn >e Ehrung entrüstet zurück- Gießen, den 2. Januar 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Hrotpreise vom 4. bis 18. Januar 1908. 1903. . 25.00 . 914.0 . 81.50 . 97.30 . 217.90 . 191.90 . 136.80 . 146.70 . 159.70 . 149.40 . 16.60 . 179.00 . 218.75 . 182.50 . 170.50 Vermischtes. ♦ Berlin, 2. Jan. Ueber den Verlauf der Syl- desternacht hat die Berliner Polizei folgenden Bericht ausgegeben: Die Sylvesternacht ist im ganzen ruhig verlaufen. In der ganzen Stadt wurden nur 227 Festnahmen erforderlich, gegenüber 258 in der vorhergehenden Sylvesternacht. । Die Hauptmasse der Sistierungen (147 Fälle) erfolgte wiederum in den in der Nähe der Straße Unter den Linden gelegenen Stadtteilen. ♦ Frankfurt a. O., 2. Jan. Der „Frankfurter Oder- Zeitung" zufolge wurde der wegen Unterschlagung von Mk. 30 000 seit drei Wochen flüchtige Kassierer der Darmstädter Bank in Berlin, Gollnow, heute hier verhaftet. * Breslau, 2. Jan. Wie der „D. G. A." meldet, ist in Breslau unter dem Verdachte, gestern nachmittag seinen P/. Jahre alten Sohn erschlagen zu haben, der Schiffer Zote verhaftet worden. Zote und seine Frau sollen dem Trünke ergeben sein. Das Kind ist durch Schläge auf den Beim Einkauf yon Knöterioh-Thee und -Bonbons achte man auf den Bussen. Siehe heutige Annonce. 98 Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Getreide. Die Stimmung blieb auch! während dieser Woche anhaltend fest; die Forderungen von Amerika mid Rußland sind bei tleinem Angebot neuerdmgs hoher, cmcy Argentinien ist fest preishaltend, umsomehr, als. England schlank die Forderungen bewilligt. Dre Umsätze halten sich in engen Grenzen, wie stets vor der Jahreswende. Zrvggen. fest lerftc: sch. H-s-r: pr-ish°lt-nd matt: etwas 2te heutigen Notierungen Md: iiiedwrnter 2 loO, svanfaa 2 Mk. 12;; Süvrun. Heizen Mk. t-t-142 tarn Weizen Mk. 125-135; 3tu|j. RaggenMi. 104 ^Rns> FEer gerfle Mk. 95; Rufs. Hafer Mk. 105—125, -aplata Mais 3*/a% Reichsanleihe . . 3% do. . . . 3V,o/o Konsole . . . . 3°/o do 3*/t% Hessen . . . . 3% Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente . . 4'/,-6 Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente, . , 4°/o Italien. Rente . . . 4*/,-6 Portugiesen . , < ßO/o Portugiesen. . . . \% 0. Türken . . . Türkenlose..... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 1471% äussere Argentiner London, 3. Jan. Wie der „Daily Telegraph aus Gibraltar vom 2. d. M. meldet, verließ der Bruder des Sultans von Marokko, Mullah Mvhammed, welcher die kgl. Armee befehligt, am 27. Dezember Fez, um die Auf- ftandischen^anzugre^san^ ^erfltt)D veröffentlicht ein Schreiben des Akademikers Cotarelo, in welchem dieser sich als Urheber des Schreibens an die französische Botschaft bekennt, in dem die Wohnung der Familie Humbert mitgeterlt wurde Cotarelo erklärt in dem Schreiben, er werde die Belohnung von 25000 Franks zwischen den spanischen I Boli?.isten, dem Portier des Hanfes der Humberts und dem l Ausschuß des Vereins wohltätiger Frauen verteilen. Barcelona, 3. Jan. Der Aus stand der Rollkutscher hat eine große Ausdehnung Angenommen. Die ^r-rlader machen mit ihnen gemeinschaftliche Sache. Zahl- 2che Mgriffe gegen Arbeitswillige haben stattgefunden. Äizei- und Militärpatrouillen durchziehen die Straßen. Cine Mzahl Verhaftungen wurden vorgenommen ^ Lissabon, 3. Jcui. Die Cortes wurden mit einer Thronrede eröffnet, in welcher der König seiner Genug- ttmuna Ausdruck giebt, feststellen zu können, daß die Be- 'wbungen zu allen Mächten durchaus freundschaftliche feien, ^ie Thronrede kommt sodann aus die Reise des Kronprinzen mr Mining des Königs von England zu sprechen, die unter- | Lrnm^ worden sei, um der verbündeten Nation einen . ndele Strast ' am», dein 5 ^7 HM Zeinen irl wjl richten. sch en Technischen ffche Verordnung be. chschule München die r des Direktors und Rektor, Prorektor und >er Rektor den Titel , wisst ferner Bestim- tors durch den König )es Gesamtkollegiums. ^logischen Fakultät des lehnte euren Ruf an : Fakultät in Straß- Trauben 00—00 Pfg. Die Marktzeil dauert von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Gegenstände des Wochenmarktoerkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Sttmden der Marktzeit nur auf den dafür bestimmten und angewiesenen Verkaufsplätzen, also auch nicht im Umherziehen, feilgeboten werden. > für die fugend, g zu selbständigem Erdenken. Ä)N Tr. B. gr. Oki eleg. geb. in : Meweg u. Sohn in ftlicher Jugendliteratur ücher jedoch, in denen ordnet und aufgebaut an zielbewuhter Früh- rivissenschaftlichem Er- kweckt, dürften bisher .lehren unb belehrend )toen md tom «g» Z berufenen Fachwissen w Libeit einen bauen;- »3ÄÄ» ru blättern- ^r.^^sche fetfuf!« ’l1 m Darstellmb n Mstlerhq- ,dtz>oelhe eine rn t in W® KS gSSfes 9hnög». . ’Mtet Li- «, • b'(uufen " °"d°r« ilne" iou * >r. snftx em wollet S 7 1 wir ^«2.8 kl n ä i* 1L utei-$8einbeim g ft rl“«* und Jooapn »n Ok*«’ ~ ^egen den pM, Nachrichten« ©ert. '.über die Breslauer estätsbeleidigung Tabak. Im Laufe der Berichtswoche wurde im badi- jüngsten Reise nady Frankreich, England und Spanien feiert schen Oberlande der größte Teil des neuen Tabaks in der dem Könia, seiner Familie und der Portugiesischen Ncttiou •oA&ina» 92—96 Mk verkauft uud sind ieüt nur noch so viele Beweise von Sympathie erbracht worden, daß er 0'Wien, 3. Jan. Der ungarische Ministerpräsident von Szell trifft am Montag hier wieder ein, um mit Körber die Schluß-Redaktion der Aus gleich s-Pun kt atro n vorzunehmen. Sodann wird den beiden Parlamenten das wesentlichste Ergebnis des Ausgleichs mitaeteilt werden. M e r a n, 3. Jan. Nack) hier ein getroffenen Meldungen wird der Kronprinz von Sachsen, falls es der Gesundheitszustand des Königs zulätzt, demnächst mit seinen fünf Kindern zu längerem Aufenthalt hier eintreffen. Belgrad, 3. Jan. In gantz Serbim herrscht dauernd starker Frost bei heftigem SchneefaL Verbindungen sind vielfach unterbrochen. Ber Risch wurden eine Anzahl Schiulkinder erfroren aufgefunden. Car acas, 3. Jan. Zahlreiche RegierungStrutz« ven sind nach; dem Tugtale abgegangen und zwar gegen die Insurgenten, welche auf Caracas marschieren. DaS unter englischer Flagge in La Guair« eingebrachte venezolanische Kanonenboot „Salvador"' ist nach Trinidad abgegangen mit 7 venezolanischen Schoonern im Schlepptau. gern seine Genugthuung sowie Tank dem Präsidenten Loubet und den Königen von England und Spante« ausfpreche. Der König erinnert sodann daran, daß Portuaav dem Protokolle der Mäcbte in Peking zugesllmmt habe. China habe sein Zollregime um Macao geändert. Den Cortes werde die Konvention hierüber zur Prüfung zugehen. Auch andere Vorteile seien Portugal zugestanden worden, durch die der Bau einer Eisenbahn erleichtert werde, welche Macao mit den Handelszentren Chinas verbindet. Die ^ronrede zählt hierauf die Maßnahmen für den Wetter^ ausbau des Hafens von Laurenzo Marques sowie die xxxdxrt* nommenen Arbeiten in anderen Kolonien Portugals auf. Tie Tronrede fährt sodann fort: Tie Generalverhand- lungen der Inhaber der äußeren Schuld in Deutschlands England, Frankreich- Belgien und Holland Hütten der Konversion zugestimmt, welcl>e mit Genehmigung der CorteA> bereits in Ausführung begriffen sei. Mehr als vier Fünftel der Titres seien schon konvertiert. Die Lage des Wechselkurses habe sich sehr gebessert. Die demnächstige Erneuerung der Handelsverträge rate zu einer Revision der Zolltarife. Die Regierung würde die Konvertiort der Titres der inneren Sämtd in neue Titres insbesondere zur Konsolidation der scbwebenden Schuld beantragen. Zuur Schluß kündigt die Tronrede militärische Reformen an unv konstatiert den Fortschritt im militärischen Bildungsw^en. Gibraltar, 3. Jan. Zwei englische Schlachtschiffe und zwei Kreuzer sind aus Malta hier eingetroffen. Der Befehl, Verstärkungen nach Mgericas, abgehen zu lassen, ist zurückgezogen worden. W i e n, 3. Jan. Tas „Reue Wiener Tageblatt" etfäRrt von besonderer Seite: Am Dresdener Hofe bilde das Schicksal des zu erwartenden Kindes der Kronprinzessin von Sachsen den Gegenstand sorgfältigster Erwägungen. Es besteht die feste Absicht, das Kind sofort nach seiner Geburt an den sächsischen Hof zu bringen und es gleich den übrigen Kindern des Kronprinzen erziehen zu lassen. Man befürchtet den Widerstand der Kronprinzessrn, die vielleicht zu einer List Zuflucht nehmen, ja sogar vor Unterschiebung eines Kindes nicht zurückschrecken würde, um ihr Kind ui behalten. Tie sächsische Geheimpolizei erhielt die strengste Weisung, in Genf in dieser Beziehung im größte Wachsamkeit zu üben. ... L .. t . Wien, 3. Jan. Dre an gekündigte Rerfe des beut * , schen Kronprinzen nach Petersburg wird an offizieller । Stelle in Wien mit dem Empfange des Grafen Lamsdorff । in engen Zusammenhang gebracht. Es wird erklär^, durch । die Reise ist der Beiveis erbracht^ daß Lamsdorfss Mission ' keinerlei Verstimmung zwischen Berlin und Petersburg her- Neueste Meldungen, vrigtnaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger. Berlin, 3. Jan. Gestern morgen wurde der Restaurateur Alich auf der Waisenbrücke von einem jungen Manw Namens Otto v. MansD) «aus Rache ü b e r f a l l e n und durch zwei Revolverschüsse so schwer verletzt, daß er bald daraus verstarb. Ter Thäter wurde verhaftet. Krefeld, 3. Jan. Die in Bonn verstorbene Frau Franck vermachte ihrer Vaterstadt Krefeld ihr gesamtes Vermögen im Betrage von 400000 Mark zu wohl- ^^rfäben, 3. Jan. Bei eintretender Nacht schien fufji der Zustand des Kranken zu verschlimmern. Er wurde von Fieber befallen, sodaß Geheimrat Fiedler nach gegen 10 Uhr abends zugezogen wurde und fast zwei Stunden am Kranken- i lager verbrachte. Durch das neu hinzugetretene Freber ist eine weitere Kräfteabnahme unverkennbar geworden. Tre Auftiahmefähigkeit von Nahrung hat sich nicht werter gehoben, die Hust en an fälle zeigen keine Abnahme. Von anderer Seite wird dem genannten Blatte noch berichtet: Tie Herzthätigkeit vom König ist geschvächt. Die Arterien sind etwa» verkalkt und ein geringes Emphysem macht ich bemerkbar. Ter Puls setzt zuweilen aus. Dresden, 3. Jan. Nach einem Telegramm erschoß sich in Monte Carlo der Leutnant Axel Oßmann vom 2. sächsischen Grenadier-Regiment. Das Motiv zur That ist I unbekannt. n, $ $er Karlsruher Korrespondent der „Münchener Reuest. Nachr." erfährt von zuverlässiger Seite, daß in Beamtenkreisen in bestimmter Werse das Gerücht auftritt, ein von allen Ministern unterzeichneter Antrag aus Zulassung von Klöstern liege zurzert dem Großherzog vor. (Klingt sehr unwahrschernlrch!) Freising, 3. Jau. In einem Anfälle von Gerstesstörung erschlug am Neujahrstage erne 43jahrrge Wüwe ihre fünf Kinder im Alter von 4 bis 11 Zähren mrt einem Belle. Die Frau wurde in eine Irrenanstalt ge- gericht nicht eine 1 . Diebstahl, da die Sachen sich _ an tut Gewahrsam des Wirtes befunden hätterr, und das Mädchen sie hieraus unredlicherwer.se weggenommen hätte. Tie Laftung der Beamten für unrichtige Aus- kunftöertellung hat das Reichsgericht kürzlich in einem bemerkenswerten Erkenntnis für Rechtens erklärt. Zollbeamte hatten, ohne dazu verpflichtet zu sein, eine Auskunft er-l haben, so hätten Haupts teilt, die aber unrichtig war und dem Empfänger Schaden Preise angelegt werden zufügte. Tas Reichsgemcht entschied, daß die Beamten per- 1 ' sönlich für diesen Schaden aufzukommen hätten, indem eS, erziel , der „Köln. Ztg." zufolge, auöführte: Allerdings setze der kanten dür § 839 des Bürgerlichen Gesetzbuches ein amllicheS Handeln, gemacht h> — Thun oder Unterlassen — des Beamten voraus; eine Handlung, die derselbe nicht in Ausübung seiner amtlichen Funktionen, lediglich als Privatmann, vornehme, oder die ihrer Natur nach, gar nicht in den Bereich seines Amtskreises fälle, sei keine Amtshandlung. Aber im gegenwärtigen Falle liege fctine Amtshandlung zweifellos vor. Tie Auskunft sei erteilt von dem ^Hauvtzollamt", also von der Behörde, bei der sie auch der Kläger erbeten hatte. Tie von dem Beamten unter amtlicher Autorität erlassene Kundgebung begründe dessen Verantwortlichkeit gegenüber der Dienstbehörde und auch gegenüber dem beteiligten Tritten. Das staatliche Interesse und der öffentliche " verlangten, daß nicht ein unrichtiger Bescheid amtlich werde, und dem um V* über — im Sinne des sei der Beamte verpfllchtet, zwar nicht dazu, Antwort zu 84 geben, aber wenn er solche als amtliche Auskunft gebe, 50— .v VIB.,, — ..o..— : ■ ihn richtig zu bescheiden. Eine Amtspflicht, die Änftage Stück00-00., ^roiebefn‘^3^« zu beantworten und darauf Auskunft zu erteilen, habe nicht Lrter 18 Pfg. ^^Aepfel per Pfd. o—00 Pfg., m Korben Pfg. bestanden. Daraus ergebe sich aber nicht cnufy daß e3|Xrau jener Behörde und dem Beklagten untersagt gewesen sei, die erbetene amtllche Auskunft zu erteilen; es sei auch undenkbar, daß es den preußischen Zollbehörden verboten sein sollte, die an sie von Interessenten in Zollsachen gerichteten Anftagen zu beantworten. Kopf getötet worden. . • Paris, 2. Jan. In einem Wagenabteil beS m der Nei-jahrsn-icht von hiernach der belgischen Grenze abge. gangenen Zuges befanden sich fünf Reisende, welche sich über Politik unterhielten. Plötzlich sprang e.ner der Re. enden aus und gab auf feine Mitreisenden zwei Revolver, schüfse ab, welch- einen derselben schwer verwundeten. Em Soldat warf sich dem Angreifer entgegen, es entstand em Handgemenge, wobei di- Streitenden gegen die Waggontür fielen, wodurch letztere sich öffnete, sodaß die an dem Kamp- Beteiligten in d-i» Augenblick aus b-m Wagen stürzten, a s der Zug in di- Station Noyan -inlief. Der durch den Schuß schwer Verletzte, sowie einer der aus dem Wagen gesallenen Reisenden wurden in ärztlich- Behandlung gegeben, während der Attentäter verhaftet wurde. . Der Geldschrank als Diebes,alle. Bei einem in die Geschäftsräume der Firma Poensgen u. Heyer in Berlin verübten Einbruch hatten d,e Einbrecheri den Geld, schrank von der Wand gerückt und von hinten zum »er. sucht. Dabei stürzte der Schrank um und ftel dem 3™mer mann Ulbin auf die Beine, sodaß er einen schweren Knochenbruch erlitt. Sein Spießgeselle li-b 'hn NNi Stich. Durch das Jammergeschrei des unter dem Schrank U-g^d-n Spitzbuben wurden Hausdiener alarmiert, die den Mann aus seiner Lage befreiten. Er wurde dann als Gefangener m die nttec Schwiegersohn hatte in ben letzten Tagen an einer Hauptstraße in Köln-Rippes eure sonderbare Schaustellung veranstaltet. Auf einem gerückten, mit der blauen Marke des VollziehungSbeantten beklebten Schrank las man die Inschrift: von meinen lieben Schwiegereltern, in Köln. .. . . totraß«: J • •• • wohnend.' Daneben hingen die Photographien d s ^i^iunger Lebemann stellt seiner Zeitung den folgenden von seinem Schneider erhaltenen Mahnbrief zur Verfügung: „Wer war es, der im Sommer mich dazu zu bewegen wußte, Ihnen einen Anzug aus Kredit S" liefern? Sie, Herr A. Wer versprach mir hoch und heilig, bis zum 1. Dezember zu bezahlen? Sie HerrA. Wer war e , der nicht bezahlte? Das waren Sie A. Wer ist al^o em elender Betrüger und großer Lump? Ihr ergebener Hannen, Schneid erm elfter." ____ 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrot bei: Geara Dern IL, Gr.-Lmden 42 Heinr. Weber, Heuchelheim 44 Jakob Ap7eh Gosdorf . . 42 , Karl Post Wieseck. . . .44 ä Steinmüller, Gr.-Linden 44 „ Jakob Appel, Krofdorf W. Steinmüller, LcuiH-Göns 44 „ W. Lein, 5ilein-^mden W.' Weitzel, Lang-Göns . . 44 „ 3 Kilogramm (6 Pftnid) Schwarzbrot bei: W. Fabel, Wieseck . . . 66 Karl Post, Wieseck ♦ 2 Kilogramm (4 Pfund) Kornbrot bei: Jakob Appel Krofdorf . 42 W. Lein, Kleiii-Lmüen Der Brotverkäufer: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, 3. Stan. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butterpr.Pfd. 0,80—90,0Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0—0 Pfg., Käse vem v^^tu^>vr.Stck.5-8Pf.,Kasematte2Stck.5-6Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pfg., öfs^itlicke Dienst Linjenvr. Lster 32 Pfg., Tauben pr.Paar0,70-0 95Atk Huyiler pr. Sv m -L|entTr-I * ■2 00—1,20 Mk., Hahnen pr. Stück 0,80—1,40 Mk., Enten pr. Stuck amtlich erteilt tz'yg—2,60 Mk., Gäiise pr. Pfd. 58—70 Pfg., Ochsenfleisch pr. Psmid Auskunft eriucheuden Privaten gegen- i^g'P.-g Kuh-und Rindfleisch pr. Pfund 60-64 Pfg., Schweine- >es § 839 dem Tritten gegenüber — fleuch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweiiiefleisch, gesalzen, pr. Pfund ----- *• ----------- “ "eisch pr. Pfd. 68—72 Pfg., Hammelfleisch vr. Pfund artofseln pr. 100 Kgr. 6,00—0,00 Mk., Weißkraut per Der answärttgeu Bäcker. 1 Kilogramm (2 Wund) Weißbrot bei: ^Pm TI Gr-Linden 23^» W.Weitzel, Lang-Gons . L StenVmüller/ Gr.-Linden 24 v L. Steinmüller, Gr.-Linden 25 „ W. Sleinmüller, L.-Göiis . 24 , W. ^em, Kllin-Linden . 2A , W. Fabel, Wieseck . . . 2o a Karl Post, Wieseck ... 26 , Heinr. Weber, Heuchelheim 25 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbwt bei; Georg Dern Ist, Gr.-Linden 46^ W, Weitzel, Lang-GonS . . 60 , o Steinmüller, Gr.-Linden 48 „ Hemr. Weber, Heuchelheim 60 , W.Steinmüller,Lang-Göns 48 „ L Stemmuller, Gr.-Lmden 50 „ W. Fabel, Wieseck . . . o0 , W. ^n, Klein-Lmden . . 52 , ^atob Appel, Krofdorf . .50 „ Karl Post, Wieseck . . . 5 r 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot bet: ßum.o Dern II. Gr.-Lindert 21^ pch. Weber, Heuchelheim 22 , ® SteinSet/ Gr.-Linden 22 W. Sein, Kt/n-Linden . . 24 , W.Steinmüller, Lang-Göns 22 „ Hochfeine, stilvolle i Hof-Möbeifabrik und —* i • q 1 Kunstsohreinerei von Einrichtungen | «ä Etablissement allerersten Ranges. Grossh. Hessischer und Kaiserlich Russischer llotlleferaat Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtung« Auf Wunsch kostenlose Unterbreitung meiner Haupt-Kollektion. 1 Kg. (2 PId.s Tos-lbrot - A 1S0. (S Psd.) Schwarzbrot 1 (2 ” ) W-isbrot 26 , 3 , (6 , ) , TO , 2 : (4 . M . 1 , g . j «Ebrot to . hnt das hanseatische Oberlandesgericht dieser Tage adgs» r» t ML 109; Mixed Mais Januar-Abladrmg Mk. 96 per geben. Tas Dienstmädchen deS Besitzers etneS größeren Tonne cif Rotterdam. Wirtschaftsetablissements hatte am Morgen nach einer Fest- *** F *"e' c*“ u"” lichkeit beim Reinigen deA Saales einige Kleinigkellen/welche schen Oberlande der größte Teil des neuen Tabaks in der dem König, seiner Kamille unv oer porru von Gästen verloren oder zurückgelassen wcweu, an sich ge- Preislage von 22—26 Mk. verkauft und sind jetzt nur noch so viele Beweise von Sympathie erbracht nommen und behalten. Hierin erblickte das Oberlandes- einige Orte im Ried. Hanauer land unb im ©ü^tertal, gern seme« Genugthuung sonne ^ank bloße Fundunterschlagung, sondern einen die iedoch höhere Preise fordern, zu verkaufen. Der Tabak Sachen sich vom Moment des VeEerenS ist dort teilweise verhagelt und hat sehr viel unreife Ware ----- ~ auszuweisen. Mit dem Einwiegen her Neckartabake wird flott fortgefahren, doch fallen diese Tabake sehr schlecht auS, unreif, mangelhaft in Brand und teilweise schlecht abgehänat. Würden die Händler, die im Neckartale und im Overlande kauften, Zurückhaltung im Einkäufe beobachtet haben, so hätten hauptsächlich im Neckartale nicht so hohe D_:,D: müssen. In der Rheinpsalz ist es noch sehr ruhig, da die Produzenten hoffen, höhere Preise zu erzielen, was wir sehr bezweifeln. Die Händler und Fabri- ' L Irften übrigens in diesem Jahre die Erfahrung gEuchr haben, daß, wenn man ruhig in den Einkauf geht, man viel Geld sparen kann und doch jeder genügend Ware erhält. In allen Tabaken sind uns Umsätze von Belang nicht bekannt geworden, es liegt das Geschäft hierin, wie alljährlich zum Jahreswechsel sehr ruhia In losen Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine 9—10 Mk., gebündelte 11 i biS 12 Mk. auageführt von der 196 Eintritt 40 Pfg. 212 jnung mtt warten zu verr Näh. BtSmarckstratze 16. 028] 8-Ztmrner-Wohnung au vermieten Schützeustratze 6, II. 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