Mittwoch Ä. Dezember 1903 Zweites Blatt« 153 Jahrgang Nir. Ä83 1. 2. 3. Kessischer Ausgleichsfonds die den Naberschuß der Hessisch-Preußischen Ei s e n b a h n gemeiw- schaftsverwattung und der 5Aessisch-Thüring!schen Staats- lotterie ist ein Ausgleichsfonds mit dem Zwecke zu bilden, den Staatshaushalt von den Schwankungen der Ueberschüsse aus der Eisenbahn- und L-otterie-- verwaltung, sowie der Leistungen an das Reich möglichst unabhängig zu machen. Eine an die Landstände des Großherzogtums, zunächst zweite Kammer, gelangte Regierungsvorlage betrifft Entwurf eines Gesetzes zur Bildung eines Ausgleichs- fonds. Ter Entwurf zählt folgende 9 Artikel: Art. 1. Aus den Anteilen des Großherzogtums am ' I 1 Milff WH »» WWMIHWMB—I Die Hunde des ,,^>auß" gaben sich wahrend der Fahrt vom Kriegshafen nach der Hörn (es waren 20 ausgewachsene und 21 junge Tiere- ruhig verhalten. Ter Dampfer „Klaus Groths hatte aber kaum den Quai erreicht, da gab es kein Halten mehr an Bord. Die Tiere stimmten ein wahres Freudengeheul an. Die Sehnsucht nach Land war bei den Hunden nicht zu zähmen, kopsübev und kopfupter gings an Bord her. Die mit der Pflege betraut gewesenen Matrosen vom „Gauß" hatten ihre liebe 9iot, die an Ketten befestigten Tiere einzeln an Land zu bringen. Der ganze Hundepark ist für den Hamburger Zoologischen Garten bestimmt. Die Tiere sind ausgezeichnet gepflegt. Bekanntlich erhielt der „Gauß" bei der Ausreise auf den Kerguelen 63 Polarhunde, die über Australien! nach den Kerguelen bestimmt waren. Die Tiere haben sich während der Fahrt in der Eisgegend ausgezeichnet bewährt. Auch an Nachkommenschaft fehlte es nicht, und zeitweilig war ein Höchstbestand von 105 Hunden zu verzeichnen. Der größte Teil des ehemaligen Hundebestandes ist in der Südpolargegend geblieben; beim Antritt der .Heimreise wurden die Tiere erschossen, da eine Ueberführ- ung nach Deutschland zu umständlich war. — Goethes Gartenmauer. Tie. „Weimarer Ztg." veröffentlicht einen Erlaß des Großh. Staatsministeriums, wonach der Antrag aus Niederlegung der Gartenmauer des Goethehauses vom Staatsministerium abschlägig beschieden wurde. Der Grostherzog als Protektor des Eoerhe-Natioualmuseums lehnte es ab, irgend welche Maßnahmen z.u. genehmigen, die der ernst und gern geübten Pflicht Weimars zuwiderlaufen, Goethes HauS und Garten in der weihevollen Eigenart zu erhalten. Wie die „M. N. N." melden, ist der srühere Bürgermeister von Oberammergau, M a y e r, bekannt als ehemaliger CHristusd ar st e ller bei den Oberammergauer P a s s i o n s p i e l e n, in München g e st o r b e n. 2>te heutig« Bummer umfaßt 12 Seite». /______ ' - ....." Art. 2. Ter Ausgleichsfouds wird in der Weise gebildet, daß von den ihm zuzuführenden lieberschußanteilen (Artikel 1) abgezogen werden: L die auf der Eis enbahneinn ahme ruhenden Lasten. II. der durch die Ueberweisungen des Reichs nicht gefreute Betrag der Leistungen des Großherzogtums worden sind; 4. ein Betrag von 152 000 Mk. entsprechend dem Betrag der durch die Verstaatlichung der Hessischen Ludwig sei; enüb ahn wcggesallenen Staatssteuern (Artikels des Gesetzes vom 3. Oktober 1896). Für das Rechnungsjahr 1903/04 ist diesen Lasten weiter die letzte Rate des Staatszuschusses zu den garantierten Linien der vormaligen Hessifchen Ludwigseisenbahn (Artikel 2 Ziffer 3 a des ,Staatsvertrags vom 23. Junv 1896) zuzurechnen. Art. 4. Tie Höhe der dem Ausgleichsfonds jährlich zuzuführenden Ueberschnhanteile und der von ihnen nach Artikel 2 und Artikel 3 erster Absatz abzuziehenden Beträgt bestimmt sich nach dem Ergebnis des Bücherschlusses des' jeweils ab gelaufenen Rechnungsjahres. , » Für die Berechnung der in Artikel 3 unter Ziffer 1 bis 2 bezeichneten Betrage haben die für das Rechnungs-, fahr 1902/03 durch Unser Ministerium der Finanzen end- giltig sestgestellten Summen als Grundlage zu dienen. Art. 5. lieber den Ausgleichsfonds ijt eine besondere; Rechirung zu stellen. Seine Zinsen fließen der Hauptstaatskasse zu. . | 1 iJi ägfesü faÄ Art. 6. Reichen die Anteile des Großherzogtums am Ueberschuß der Eisenbahngemeinschaftsverwaltung und der Hessisch-Thüringischen Slaatslotterie nach Abzug der in Artikel 2 Nr. I und n erwähnten Beträge nicht aus, um hieraus zur teilweisen Teckung der sonsttgen ordentlichen Ausgaben für die allgemeine Staatsverwaltuna im ab-! gelaufenen Rechnungsjahre einen Betrag von 2 Millionen Mark (Artikel 2 dir. III) zu verwenden, so ist der dadurch in der Rechnung der Staatseinnahmen und -Ausgaben für die Verwaltung entstehende Ausfall, soweit die Bestände, des Ausgleichs sonds ausreichen, durch Entnahme aus diesem Foiids zu decken. Art. 7. Hat der Ausgleichsfonds die Summe von sechs Millionen Vttrrk erreicht, so sind die nach Artikel 1 bis 4 ihm weiter zufließenden Beträge durch Einstellung in fr en nächsten, noch nicht abgeschlossenen Hauptvoranschlag zur Teckung außerordentlicher Ausgaben der Vermögensrechnung, und zwar zunächst zur Bestreitung von Ausgaben für die Erweiterung und Ergänzung der baulichen Anlagen der Staatseisenbahnen und für die Beschaffung von Betriebsmitteln, sowie zur Leistung von Staatszuschüssen zur Erbauung von Nebenbahnen zu verwenden. Art. 8. Tie Vorschriften dieses Gesetzes finden zum! erstenmal 9(mueiifrnng auf den Abschluß des Rechnungs- jahres 1903/04. Art. 9. Mit der Ausführung dieses Gesetzes ist Unser- Ministerium der Finanzen beauftragt. Auch die Regierungsvorlage betreffend: den Staatsvertrag zwischen Hessen und Baden über die Auflösung des bezüglich der Gemeinde Kürnbach bestehenden Kondominatsverhältnisses hat die Zustimmung des 1. Ausschusses gefunden. Der Marktflecken Kürnbach, 2V2 Stunden nordöstlich von Bretten, nahe der badlsch-württem- bergischen Grenze, hat, so führt der 1. Ausschuß u. a. aus, nach der letzten Volkszählung 1421 Einwohner, von denen 914 die hessische, 507 die badische.Staatsangehörigkeit besitzen. Der Ort ist im Kondominate von Hessen und Baden. Hessen hat 2/s, Baden Vs- Das behagliche, tatsächlich steuerfreie und von den Behörden unabhängige Dasein der Kürnbachjer, die wie auf einer politischen Insel lebten, kann unter keinen Umständen fortdauern. Daß die hessischen Kürnbacher seither die polnischen Rechte der Hessen, insbesondere das Wahlrecht zur Volksvertretung im Landtage und zur kommunalen Selbstverwaltung im Kreistage, nicht benutzt und in der ganzen Vergangenheit nicht einmal verlangt haben, zeigt, wie die Hessen^ eigenschast nicht allzu hoch veranschlagt wurde. Daß nicht schon längst dingliche Beschwerden an die hessische Regierung gelangten, ist offenbar nur dem Umstande zuzuschreiben, daß die Kürnbacher ihre Steuerschonung nicht gefährden wollten. Hessen darf Kürnbach nicht behalten, wenn es seine Pflichten gegen das Dorf richtig erfaßt. Der seitherige hessische Besitz Kürnbachs wird uns eine interessante, manchem, der sich des idyllischen Jnseldaseins des Dörfchens freute, auch eine angenehme Erinnerung bleiben, aber dies macht uns nicht blind für die Vorteile, die dem seitherigen Kondominatorte durch die dauernde Zuteilung an Bad en erwachsen. Wir trennen uns von dem Orte mit dem zuversichtlichen Wunsche und Ver- ttauen, daß er und seine Bewohner durch die bevorstehende ftuchtbare Verbindung mit frem! durch seine ganze .Sage einflußreicheren Staate Baden einer neuen Aera fortschreitenden Gedeihens zugefiihrt werde. Aus diesen Erwägungen hat sich der Ausschuß in seiner Mehrheit (5 gegen 2) entschlossen, dem Staatsvertrage zuzustimmen. Hessen empfängt die Hoheitsrechte über die Enklave Michelbuch (486 Hektar 7836 Quadratmeter) und über 295,22 Hektar des an Hessen angrenzenden Teils des Badischen Domanialwaldes im DisMkt Adlerstein bei Heddesbach. Der Verlust an Gebiet wird dadurch für Hessen ausgeglichen. Tie Zahlung von 175 000 DL ar k an Hessen soll den verschiedenen Steuer- wert der ausgetauschten Gebietsteile insbesondere im Hinblick darauf ausgleichen, daß Hessen beim Tausche nur Gebiet erhält und den steuerkräftigsten Teil der Gemeinde Kürnbachs verliert. Die Summe ist weit Unter dem Betrage, der fr-ent badischen Interesse an Kürnbach entspricht. Man hält es aber mit der Regierung nicht für angemessen, hierüber weitere Verhandlung zu pflegen, zumal man glaubt, fraß die bodischie Regierung zur Heranziehung Kürnbachs zu allen Steuerlasten nur allmählich schrecken könne und werde. Den Betrag von 175000 Mark wird die hessische Regierung nach ihrer Erklärung nicht für die laufenden Bedürfnisse des Staatshaushaltes verwenden, sondern dem Staatsvermö-gen beischreiben und seine künftige Verwendung der Verjtündig- ung zwischen Regierung und Landtag Vorbehalten. an das Reiche III. ein Betrag von 2000 000 Mark, der zur teilweistn, Teckung von fonsttgen ordentlichen Ausgaben für die allgemeine Staatsverwaltung zu verwenden ist. Art. 3. Als auf der Eiienbahneinnahme ruhende Lasten (Artikel 2, I) haben zu gelten: ' der Aufwand für die Verzinsung der (Sifenbanat*-, schuld, insoweit fr er Erlös Der Anleihen tatsächlich, bereits für Eisenbahnzwecke verausgabt worden ist;, der Betrag, der nad)i Artikel 6 des Gesetzes tarn' 3. Oktober 1896, den Erwerb der Hessischen Ludwigs-) Eisenbahn, insbesondere die Aufbringung der hierbei erforderlichen Mcktel betreffend, zur Tilgung von Staats;chuldverschreiburrgen zu verwenden ist; die Ausgaben, die von dem Großherzvgtum auf! Grund des Arttkels 10 Ziffer 4 des Staatsvertragsj zwischen Hessen und Preußen über die gemeinschast^ liche Verwaltung des beiderseitigen Eisenbahnbesitzes' vom 23. Juni 1896 für öffentliche Abgaben geleistet Gießen, den 30. November 1903. Betr.: Die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler in 1904. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a* die Grotzh. Bürgermeistereien deS KretteO. Sie wollen mnerhalb 8 Tagen benchlen, wieviel scheine und Verzeichnisse Sie voraussichtlich für im Jahre 1904 zur Bedeckung kommenden Stuten nötig haben. _____________I. V.r Dr. Wagner._______________ Bekanntmachung. Die wegen Ausbruchs des Schwemerotlaufs über das Gehöft des Friedrich Geißler III. zu Lollar verhängten Sperrmaßregeln werden aufgehoben. Gießen, den L Dezember 1903. Grotzyerzogliawä streiöamt Gießen- ’ I. V.: Dr. Kranzbühler. Dckaimtlmichung. Betr.: Das Meldewesen in der Provinzialhaupfftadt Gießen. Nach pos. III, 2 der Melde-Ordnung für die Provtnzwl- hauptstadt Gießen vom 10. Mai 1890 haben die dorten des Näheren bezeichneten Meldepflichtigen, mit Ausnahme der Dienstboten, die vorgeschriebenen An- und Abmeldungen persönlich oder schriftlich zu erstatten. Für schriftliche Meldungen sollen vom 1. Dezember l. Js. ab eigens dazu eingefühtte Formularien zur Verwendung kommen. Wir ersuchen die Meldepflichtigen, sich dieser Fonnularien bedienen zu wollen, und machen darauf aufmerksam, daß solche außer auf unserem Meldebureau auch an den Oktroierhebestellen des Selters-, Neustädter- mrd Waüthors unentgeltlich verabreicht werden. Gießen, den 26. November 1903. .Großherzogliches Polizeramt Gießen. Hechler. Ifrer Abfahrt, so habe man fr er Expedckron wahrend ihrer Reise frauernfr Vertrauen geschenkt und ein Zeichen solchen Vertrauens, das der Expedition treu, geblieben, sei auch die eben gehörte Ansprawe und das Geschenk, das die Reichs-Verwaltung den Mannschaften überwiesen habe. Stürme haben das Schiff von außen umtost, und Stürme haben gelegentlich auch wohl sich im Innern bemerklich gemacht; aber wie das wackere ^Scksiff nicht ins Wanken geraten, so sei auch das Gesiige der Teilnehmer an der Expedition niemals erschüttert. Redner schloß mit einem dreifachen Hurra auf freu Kaiser. Schließlich nahm noch Kaprtän Ruser das Wort, um vor dem Auseinandergehen noch dessen zu gedenken, der sich des Wohls der Expedition in so überaus reicher Fürsorge angenommen habe. Erbrachte ein dreifaches Hurra dem Staatssekretär des Reichsamts des Innern Gras PosadowskY. Geheimrat Dr. Kautz verabschiedete sich sodann von den Gelehrten der Expedition, die er jedoch, wie er in seiner Ansprache zum Ausdruck gebracht, noch loiederseheu wird, und reichte darm : jedem Matrosen die Hand zum Abschied, um dann mit dem Geh. Regierungsrat Blumenthal und Professor v. Drygalski das Schiff zu verlassen. Die „Gauß" wird, wie bereits mckgeteilt, mit Besatzung von der kaiserlichen Werst von Kiel nach Geestemünde übergeführt, wo das ’ Schiff mit dem Forschungsdampfer „Poseidon" im Schuppen des Deutschen Hochseefischereivereins untergebracht werden wird. Ein Teil fror Instrumente des Schiffes wird eben* . jalls in Geestemünde an den genannten Verein abgegeben; ’ ein anderer Teil kommt an die Gesellschaft für Tieffee- . sorschung in Berlin, während die Pelzausrüstung vor- ’ läufig noch an Bord bleibt. Tie wisseilschaftlichen Mit- > glieder der Expedition bleiben bis aus weiterem Beamte , des Reiches, mit Ausnahme der Professoren Dr. v. Drygalski . und Vanhoeffen, die als Urckversitätslehrer preußische t Staatsbeamte sind und nur nebenamtlich mit der Reichs- L Verwaltung in Verbindung bleiben. Erscheint tAgNch mit Ausnahme des Sonntag«. A . . . ? . . A , verantwortlich für den allgemeine» Ml Di- „Siebener Kamilienblätter" werden dem jl! ^l^tflenleUl * ®t, Gtetzm» General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen. parlamentarisches aus Kessen- Mck fr er Einbringung der Vorlage betresfenfr> Hagel- v er sicher ung ist die Regierung bekanntlich mehrfach geäußerten Anregungen und Anträgen aus dem Landtag nackgekommen. Der Landesausschuß fr er landwirtschaftlichen Vereine des Großherzpgtums kam zu dem Schluß, fraß zwar prinzipiell die Erruhtung einer staatlichen Hagel- Versicherungsanstalt mit Versicherungszwang anzustreben sei, daß aber zurzeit ein solches Unternehmen etwas gewagt sei, und deshalb bei der Regierung zu beantragen fei, mck einer Hagelversicherungsgesellschaft einen Vertrag abzuschließen. Die Regierung hat in der Vorlage ebenfalls diesen Weg eingeschlagen, und die Mehrheck des Aus- schüsieö hat sich derselben angeschsi)ssfen. Grundsätzlich machte sich zwar auch im Ausschuß die Stimmung für eine staatliche Hagelversicherung geltend. Eme solche Versicherung hätte jedoch! nur Aussicht auf Erfolg, wenn sich das Reich entschlösse, sie in Angriff zu nehmen; dazu sind jedoch keinerlei Aussichten vorhanden, fra Norddeichchland bei der Hagelgefährlichkeck Süddeutschlands nicht zum Beitritt geneigt ist. Das Großherzogtmn Hessen ist nach ern- stcknmendem Urteil von Regierung und Ausschuß, für eme staatliche Hagelversicherungsanstatt ein zu kleines Gebiet. Aus vielfachen Erivagungen heraus beanttagt der erste Ausschuß mck 6 gegen 1 Stimme die Kammer wolle dem Abschluß eines Vertrages wrt der Norddeutschen Hagelversicherungs-Gesellschaft auf Gegenseitigkeit in Berlin nach dem der Regierungsvorlage beiliegenden Entwurf sowie der Mldung eines Hagel- fr e r si ch e r u n g s f 0 n d s ihre Zustimmung erteilen. Die deutsche SUSporarerprdttion 4t, tote matt aus Stiel meldet, mit einem Schlußakt tot | twb der „Gauß" aufgelöst morden Auf der Kommandobrücke des Schiffes versammelten stch um den Letter der Expedition Professor Dr. ü. Drygalskt und denFuhrer der „Gauß" Slapttän Ruser dte Gelehrten und Offtztere Ser Expedition, wahrend die Mannschafcett sich auf dem Teck an Steuerbord feite rangierten. Kürz nach 10 llhr erschien der Vortragende Rat im Reichsamt des Innern Neheimrat Dr. Kautz und hielt alsbald an frie Teilnehmer her Expeditton eine Ansprache, in der Redner u. a. daraus hiiiwies, daß, wo so viele Menschen von verschiedenem 2_<>eruf so lange auf einem Schiffe zusammen zu arbeiten haben, es nicht ausbleiben könne, daß hier und da Mbm- angsverschiedenheiten Vorkommen; aber wenn das auch der Fnll gewesen, so sei frodu die Brücke zur Verständigung niemals abgebrochen gewesen. In bester Harmonie sei dant des Charakters und des guten Geiste^ der Mitglieder der Expedition die glückliche Heimkehr ermöglicht gewesen, -frie Gelehrten der Expedition aber köiftren Mit Freuden zuruck- blicken auf das hinter ihnen Liegende; sie können nun in Ruhe aufbauen auf dem Erforschten und aus diese Weise Zeugnis davon ablegen, was sie geleistet wahrend ihres Aufenthaltes an unwirtlichen Gestaden. Um den SRannschaften ein besonderes äußeres Zeichen ihrer Anerkennung und ihres Dankes zu geben, habe die deut.che Reichsverlvaltung. Redner beauftragt, den alten --^anu- fchasten, die die ganze Expedition Dan Anfang bis ost Ende nitgemacht haben, eine Be l0 hnung v0 n ein e r Ex t r o- Monatsheuer zu übermitteln. Bevor wir uns aber trennen, bitte ich Sie alle, noch einmal nut mir einzu- ttmmen in den vtuf: die freutsckst Sud;wlar.Expeditton und tr Leiter Hurra, Hurra, Hurra! Das Wort nahm dann Vroiessor Dr. v. Drygalski, um von Herzen für die freundlichen 'Sorte zu danken, die zum Abschied wieder an )le Spedition geriLtet seien. We vor zwer Jahren bei Dor der ßröffnuvg des Derchstugs. Die erste Rede im neuen Reichstag wird von einem der schweigsamsten Mitglieder des Hauses gehalten werden, vom Abg. v. Winterfei d-Menkm (kons.). Dieser einige sechzig Jahre alte uckermärkischc Landedelmann ist bekanntlich Alterspräsident und gehört dem Reichstage seit langer Zeit an, eine ehrwürdige kleine Gestalt mit weißem Knebelbart und blauen Brillengläsern. Rednerisch betätigt hat sich Herr v. Winterfeld nur äußerst selten, aber zur Stelle gewesen ist er allezeit. Wenn die 143 neu in den Reichstag Gewählten in dieser Beziehung den Alterspräsidenten sich zum Cluster nehmen .wollten, dann wäre das Leidwesen der Beschlußunfählgkeit aus der Welt geschafft, denn die parlamentarische „Stamm* Mannschaft" würde die zur Beschlußfähigkeit erforderliche Zahl voll machen. Zutreffend dürste aber wohl die Annahme |ein, daß man auch unter den neuen Männern verschiedene bemerken wird, „die nicht da sind". Für den Anfang freilich kann auf guten Besuch gerechnet werderr. Es hat feinen Reiz, sich an die parlamentarische Luft zu gewöhnen. .Gießens neuer Vertreter, Kommerzienrat Heyligenstaedl, zu deffen Ehren hier neulich „unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit" ein Abschiedsessen stattgefunden haben soll, wird der Eröffnungsfeierlichkeit beiwohnen. Der neue Reichstag wird ein neues parteipolitischs Gebilde aufweisen, bie Fraktion der Lothringer, die sich durch Abzweigung von den Elsäffern konstituiert und aus vier Abgeordneten besteht, deren verhältnismäßig bekanntester der vorn Kaiser mehrfach ausgezeichnete Baron de Schmid ist. Ein besonderes Interesse wendet fiel erklärlicherweise der äußersten Linke zu, die in Stärke von 81 Mann auf den Plan tritt und unterschiedliche Ueberraschungen im Schilde führen soll. Alan spricht beispielsweise von einem Verlangen nach Wiedereinführung der alten Bestimmungen der Geschäftsordnung. Der Sozialdentokratie eine Vizepräsidenten stelle zu bewilligen, ist das Zentrum, das die Entscheidung in der Hand hat, jedenfalls nicht geneigt. Die „Fraktion Bebel" wiederum wird nicht willens fein, diese Ablehnung ohne weiteres hinzunehmen. Es dürften also gleich in den ersten Tagen intereffante Dinge hch begeben. Ein Berliner Mitarbeiter schrei bt uns: Kaum, daß der Reichstag begonnen und sein „Bureau" gewählt haben wird, bewilligt er sich wieder ein paar Tage Ferien, abgesehen von dem katholischen Feiertag am 8. Dez. Die Unterbrechung wird damit begründet, daß die Fraktionen ihre Stellungnahme zur ersten Lesung des Etats vorbereiten wollen. Demgemäß dürfte die Etatsdebatte erst am 10. Dezember ihren Anfang nehmen. Rian kann eine mindestens achttägige Dauer dieser Erörterungen voraussetzen. Richt nur ist das Material an Wünschen, Beschwerden, Anfragen ein gewaltiges, wie selten; vor allem muß mit der gesteigerten Redelust der verstärkten äußersten Linken gerechnet werden. Der Dresdener Parteitag gicbt andererseits den bürgerlichen Parteivertretungen Stoff genug zu Bemerkungen. Die Möglichkeit freilich ist ziemlich gering, daß bei dieser Gelegenheit die leidenschaftliche Fehde in den Reihen der Sozialdemokratie eine Fortsetzung „vor allem Volk" finden könnte. Auf dies brüchige Eis taffen sich die Genoffen nicht locken — oder es müßte denn dem „Diktator" Bebel auch hier das fort* reiß ende Temperament einen Streich spielen. Ein Gericht- Halten Bebel's würde von der Gruppe Vollmar-Bern- stein-Heine nicht ohne wuchtige Erwiderung bleiben. Parlamentarier also, die etwa ein solches Schauspiel offenen Bruderzwistes herbeizuführen trachten, brauchen es nur darauf anzulegen, den „Wächter von Küßnacht" zu reizen. Daß die äußerste Linke darnach trachtet, vor der Etatsberatung im verschwiegenem Fraktionszimmer die Differenzen zur Schlichtung zu bringen, ändert an der Situation nicht viel. 9)ian hat ja gesehen, wie nach dem Dresdener Parteitag, der doch die denkbar gründlichste „Aussprache" brachte — wenn man diesen harmlosen Ausdruck hier anwenden will — em doppelt grimmiger Ton angeschlagen wurde. Roch eins kommt hinzu, um zu vermuten, daß das Thema „Sozialdemokratie", mit oder ohne Reserve der äußersten Linken, einen breiten Raum in der Etatsdebatte einnehmen wird. Fast alle anderen Parteien haben durch die Sozialdemokratie bei den Wahlen Einbuße erlitten, und das regt Verlangen an, Abrechnung zu ,halten. Jer Zi"chsyaus>alls-Ktat für 1904 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 2460 735 004 Mark (mehr 43 706 092 Mk.); die fortdauernde n Ausgaben betrugen 2 057 047 075 Mk. (mehr 59 817 552 Mk.) und zwar für das Auswärtige Amt 15 552 207 Mk. (mehr 734 458 Mk.), das Reichsumt des Innern 68995157 Mk. (mehr 5 686 680 Mk.), das Reichs he er 579 267 585 Mk. (mehr 4 014 367 Mk.), das Reichsmilitärgericht 549 630 Mk. die Marine 99 827 620 Mk. (mehr 6 558366 Mk.), die Reichsschuld 105 312 550 Mk. (mehr 6 228330 Mk.), den allgemeinen Pensionsfonds 78867320 Mk. (mehr 132? 362 Mk.), den Reichsinvalidenfonds 41 621 3b9 Dlurk (weniger 7 382 350 Mk ), die Eisenbahnverwaltuna 71460 500 Alk. (mehr 4 642 200 Mk.). $ie einmaligen Ausgaben betragen 403687921) Mark (weniger 16111460 Mk.), davon im -ordentlichen Etat 174 551 765 Mk. (weniger 45 398 800 Mk.), und zwar für die Kolonialverwaltung 17 2861,6 Mk., das Reichsheer 38880 307 Mk. (weniger 4 507 279 Mk.), das Reichsmilitärgericht 16 000 Mk., die Marine 88 024 370 Mk. (mehr 6 564 358 Mk.), im außerordentlichen Etat 229136164 (mehr 29 287 340 Mk.), die Eisenbahnverwaltung 6 851 500 Mk.; und zwar für das Reichs he er 32631230 Mk. (mehr 2 89? 647 Mk., die Marine 50 685 000 Mk. (mehr 3 510 000 Mark), die Eisenbahuvecwuttung 14 491600 Mk. (mehr 2 0dl 600 Mk.), dieo st a j i a t i s che Exp e di tio n 14 104 712 Mark (mehr 1 776 886 Mk.). Tectung des Fehlbetrages im ordentlichen Etat 1902 30 608622 Alk., Zuschuß zu den einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats 59 500000 Mark (weniger 12602 415 Mk.). Aus den Einnahmeri ist zu erwähnen: Zölle und Verbrauchssteuern 811 6ö2 980 Ml., Post- und Telegraphenverwaltung 480 144 130 Alk. (mehr 2)3924 030 Alt.), Eisenbahn- verwulrung 96 305 700 Mk. (mehr 8426100 Mk.-, Reicks* invalidenfonds 42 502 624 Mk. (weniger 6 441 125 Alk.), Al a - tritutarb eiträge 577645860 Mk. (mehr 11,89 626- Mark), Anleihe 214 713 352 Mk. (mehr 20018897 Mk.). Tie Ueberwei,ungen bleiben hinter den Malrnularbeiirägen um 23 714 850 Mk. (weniger 49 374 Mk.) zurück. Ter Eiaisgesetz- entwurf ermächtigt den Reichskan-lex, 214 713352 Alk. im Wege des Kredits flüssig zu machen. Tiefe Summe " setzt sich laut Denkschrift zusammen aus den außerordentlichen Bedürfnissen des Reichs- amrs des Innern, des Reichsschatzamts, der Post- und Tete» graphenverwaltung, des Reichsheeres, der Marine, der Reichseisenbahnen und der Expedition nach O st - a s i e n , sowie aus Deckung des FebLbetrags im ordentlichen Etat 1902, andererseits aus dem Zuschuß zu den einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats, wozu folgendes zu bemerken: Tro,'- der größten Sparsamkeit fehlen zur Teckung' dieser Ausgaben 83 2 1 4 8 6 0 Mk.; davon übernahmen die Bundesstaaten an ungedeckten Al atrikular beiträgen 23 714 860 Mk., während der Rest von 59 500 000 M k. den Betrag des Anlcihezu schuss es darstellt. Da )d)iou 1902 und 1903 die Bundesstaaten sich außer Stande erklärten, mehr als rund 24 Millionen Matrikutaubeiträge zu tragen und seit 189 9 bereits über 95i/z Millionen ungedeckter Matrikularbeiträge dem Reiche zuführten, ergibt sich, daß bis zur Besserung der Reichseinnahmen nochmals auf eine Anleihe zu - r ü rf g e g r i f {e n werden muß, so unerwünscht eine solche Maßnahme auch vom Standpunkt einer gesunden Finanzwirtschaft ist. Bon den 23 714 860 Mk., die das Reich aus seinen eigenen Einnahmen nicht aufzubringen vermag, wird wohl der Reichstag ein paar Millionen herunterstreichen, aber auch der Rest bliebe „zu tragen peinlich". Mehr beiläufig wird die Bemerkung gemadjt, daß das Reich ohne eine Besserung in seinen Einnahmen seine steigenden Bedürfnisse lncift bestreiten könne. Bedeutung für einen nahen Zeitpunkt scheinen danach die Steuerproiekte nicht zu haben. Zum Schluß führt die Denk,chRst aus: Den vielfachen Wünschen auf Ein ko mm env e rb e s serun gen für Beamte steht die Erwägung entgegen, daß jedes H-eraus- greijen einzelner Klagen erfahrungomäßig zu weiteren Berufungen fuhrt, sowie daß auch Rückwirkungen auf die Bundesstaaten zum Teil in verstärktem Maße ein tret en müßten. Ganz besonders war bei der eben dargelegten Finanzlage dringend geboten, eine Erhöhung des Personal^ aufwands seruzuhatten. Eine Ausnahme ist für die ge- ringft besoldeten ünierbeamten gemacht, wo ein besonders dringendes Bedürfnis und Berufuiig zu gun ft en anderer im Reichsdienst nicht erwartbar ist. Ter Ansangssatz von 700 Mk. soll iept allgemein auf 800 Mk. erhöht werden. Der Mehrbedarf beträgt zusammenl 717 85. Mark. Aus den Bemerkungen zum Etatentwurf ist noch hervorzuheben, daß abweichend von der bisherigen Hebung zur Deckung des Fehlbetrages im ordentlichen Haushalt für 1902 3o 608 622, beim außerordentlichen Etat unter Kap. 16 der einmaligen Ausgaben eingestellt sind. Ter Etat der R e i ch s s ch u 1 d weift solgende Ziffern auf: Einnahmen 13 700 Mark fortdaueriide Ausgaben, 105 312 550 Mk. (mehr 6 228330 Mk.), und zwar für Verwaltung 532 500 Mk., für Verzinsung 104 780 000 Mk. (mehr 6 511700 Mk.). Tie 3h2proz. Reiwsichuld erfordert zur Ver- ziiisung 43 400 000 Mt., die 3proz. 53 505 000 Mk. (mehr 5 070 000 Mk.), die Verzinsung der zur Deckung des An- lechebedarss bestimmten Mittel 6 375000 Mk. (mehr 1441 760 Mark), sowie der zur vorübergehenden Verstärkung der ordentlichen Betriebsmittel der Reichshaupttasse aufgenommenen Mittel 1 500 000 Mk. ftoiouialppfU — Nachdem Oberst Pavel durch seine Expedition zum Tschadsee die Gebiete im äußersten Nordosten Kameruns der deutschen Herrschaft unterworfen und dem Handel erschlossen hatte, wurde dieRiger-Benuß-Tschadsee-Expedition dorthin entsandt, um vom Standpunkte des Kaufmanns jene Gegenden zu erkunden. Die Expedition ist vor kurzem nach Deutschland zurückgekehrt. Lieber ihre Aufgaben und die Erfolge, die sie erzielt hat, äußerte sich Konsul Vohsen in einei Tischrede, die er auf dem Festmahl des Kolonialrats hielt; er sagte: Die Niger-Benue-Tschadsee-Expedition wurde von Herrn Bauer geführt und hatte die Aufgabe, den Niger- Benuö zu befahren, Erfahrungen zu sammeln und dann zu versuchen, den Tschadsee zu erreichen und über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Gebiets eine genaue Auskunft zu geben, woraus wirtschaftliche Unternehmungen in diesem Gebiete ein- sctzen können. Die Expedition ist mit dem Resultat zurückgekommen, daß die Wasserstraßen des Niger und Benns für deutschen Handel absolut frei sind, daß die Transitbestimmungen geregelt sind, daß Stationen auf dem englischen Niger- Mfer eingerichtet werden dürfen, wo deutsche Waren nieder- gclegt werden können; sie kam ferner mit dem Resultat zurück, daß ein Pachtvertrag fix und fertig ist, und daß Faktoreien an den bedeutendsten Punkten des Niger jederzeit errichtet werden können, um auf den internationalen Strömen den Handel und die Kultur in unser deutsches Benuegebiet zu tragen. Die Expedition hat ferner festgestellt, was dort zu holen ist, daß sowohl der Baumwollbau gefördert werden kann, wie auch Tabakbau möglich ist, und über die Produkte und Waren, die dort gehandelt werden können, die nolwendigsten Informationen beigebracht. Ich glaube, wir müssen dem Expeditionsführer, wie auch feinen Begleitern» den Herren Edlmgen und v. Waldow für die treue Arbeit sehr dankbar sein. Vermischtes. * Im Lause des Prozesses Kwilecki meldeten einige Blätter, daß die auf das Datum der Geburt des unehelichen Sohnes der Cäcilie Parcza, verehelichten Meyer, Bezug habenden Angaben in den Krakauer Taufbüchern ausradiert feien und daß der Geburtsschein des jungen Parcza mit anderen Geburtsscheinen auch aus dem Ilalistischen Amte in Krakau spurlos verschwunden fei. Auf Grund amtlicher Erhebungen ist nun feügestellt, daß nicht nur der Geburtsschein des genannten Kindes ordnungsgemäß in den Geburtsbüchern der Pfarre bet St. Maria in Krakau eingetragen ist, sondern auch die Anmeldung dieser Geburt im Krakauer statistischen Amte ordnungsgemäß aufbewahrt wird. — Gegen das freisprechende Urteil im Kwilecki- Prozeß wird die Staatsanwaltschaft keine Revision einlegen. Das Urteil wird demgemäß heute (Mittwoch) abend Recht straft erlangen. Das Verfahren, das gegen Frau von Koczorowsky und Frau Kacmareck während der Hauptverhandlung wegen Begünstigung eingeleitet wurde, ist eingestellt worden. * Die Schreckenstat einer wahnsinnigen Mutter erregt in Köpenick die Gemüter. Dort hat heute vormittag die Frau des Arbeiters Biester in einem Anfall? von Jrrsucht ihr dreijähriges Töchterchen durch Messerstiche in den Hals getötet und dann Selbstmord versucht. Die Wahnsinnige hat sich erhebliche Verletzungen zugefugt. Gerichtssaal. — Als zweiter Dippold entpuppte sich, wie bereits kurz gemeldet, der 15 Jahre alte Kontorlehrling einer Eisengießerei und Maschinenfabrik zu Liegnitz namens Alfred Hütter. Am 25. Juli in der Mittagsstunde lockte er den siebenjährigen Jander mit der Bemerkung: „Kleiner, willst Du Dir etwas verdienen? Du kriegst zehn Pfennig", auf eine Wiese. Hier zog er einen Zettel aus der Tasche und las dem Kleinen vor: „Knaben und Aiädchen düften die Wiese nicht betreten bei 5 Mark Strafei* Und weiter fragte er: „Soll ich Dich nun anzeigen oder bestrafen?" Da der Kleiiie fein Geld hatte, so entschied er sich für die Strafe. Der Angeklagte schnitt sich nun eine Gerte ab und hieb dem Knaben so lange auf das Gesäß, bis er nicht mehr konnte, wohl eine h a l b e S t u n d e lang. Ter Kleine schrie jämmerlich: da aber drohte Hütter: „Wenn Du nicht ruhig bist, so werfe ich Dich in den Teich." Dann entliefe er ihn mit der Weisung, daheim ja nichts zu jagen. Dies war dem Kinde aber unmöglich, es wurde krank, und der Arzt fand, daß das ganze Gesäß mit Schwielen bedeckt mar; auch stellte er eine Rückenmark- erschütterung fest. Der kleine Jander ist erst nach einer Woche genesen. Ani 29. Juli traf der Angeklagte den 11 Jahre alten Walter Fechter in der Mittagsstuiide, und am selben Tage abends den ebenso alten Erich Feist, die er in ganz ähnlicher Weise peinigte, sodaß auch diese beiden längere Zeit nicht zu >itzen vermochten. Tie Nachforschungen nach dem Täter bücbeu lange erfolglos. Eines Tages aber ging der kleine Jander die Wilhelmstraße entlang und bemerkte, wie sein ehemaliger Peiniger ans dem Fenster eines Hauses sah. Schnell lief er zur Mutter und diese ließ durch die Polizei den Täter zur Verant* mortung ziehen. Vor Gericht verteidigte sich Hütter sehr gewandt: er sei von den Kindern arg gereizt worden; wo immer er sich nur gäbe sehen lassen, seien sie hinter ihm hergelaufen, hätten ihn be- ichimpjt und mit Sternen beworfen, und da habe er sich etwa sechs oder sieben Uebeltaier herausgesucht, um an ihnen ein Exempel zu Itatuieren. Tas waren aber, roie die Beweisaufnahme ergab, Aus- ceden. Der Verteidiger führte aus, daß Hütter sich wahrscheinlich m einem Zustande krankhafter Störung seiner Geistestätlgkeit be-- lunden habe, durch welche seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen wäre, und beantragte, ihn auf seinen Geisteszustand iintersuchen zu lassen. Das Schöffengericht lehnte aber diesen Antrag mit der Begründung ab, es habe die feste Ueberzengung, daß der Angeklagte im Vollbesitz seiner Geisteskräfte sei. Gegenüber dem nur auf 60 Mark Geldstrafe lautenden Strafantrag des Amtsanwalts erkannte der Gerichtshof auf drei Monate Gefängnis. Eingesandt. = Für Form und Juhaa u^c. uhul oicser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießer oder Gießener? Es ist im schönen Hesfenland Ganz neuerdings ein Kampf entbrannt, In dieser Saure-Gurken-Zeit Em ganz wohlfeiler Zeitvertreib. Wie man wohl die Bewohner nennt Von Gießen, die Ihr alle kennt, Tut man jetzt mit der Feder sechten Und auch am Biertisch eifrig rechten. Um gütlich diesen Streit zu schlichten, Der Sprache Dunkel Euch zu lichten, Das sich gesenkt auf Eure Stadt, So höret denn auf meinen Rat: Sagt „Gießener" im allgemeinen! So wills grammatisch richtig scheinen, Doch meint Ihrn ur d i e Spießer, So nennt sie ruhig „Gießer"! E i n Lauterbacher. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben nnberückfichtigt.) Ein Staatsbeamter. Ihr Wunsch soll in den nächsten Tagen möglichst ersüllt werden. Gegen Schnnpsen ist der Schnupfenäther „Forman" anzuwenden, der ärztlicherseits mehrfach als „geradezu ideales Schnupfenmittel" bezeichnet wird. Bei leichtem Schnupfen For- man-Watte(Dose30Pfg.),bei starkem Schnupfen Forman-Pastillen (50 Pfg.), zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant: Bei beginnendem Schnupfen fast unfehlbar. In allen Apotheken Man frage seinen Arzt. 8125 ■ QUAKER WEftSE 0AT5 beim Einkauf geschlossenen, Achtet auf die Packung von Quaker Oats; nur in gelben Packeten mit der Quaker Schutzmarke erhältlich. Ein Gericht aus echten Quaker Oats ist ein Genuss, und giebt Kraft und Leben« Quaker Oats >0 niB Bahnhofstrasse 58 Giessen MUMN Bahnhofstrasse 58. ?Tuba-^ Vanillinzucker und Backpulver Vorzüglich fek im Gebrauch. A r ■ li u D ■;V 'K ■■ * ?■ feg?; A II I I < f < ? A w. I I ■ • ■ m T" i:W' M . W - ,»* B ■• M W M 'M/v MW MM I . . L kpl m ' Ä>M W »MM W a 7911 eigener Anfertigung. Uebernahme ganzer Ausstattungen Ferd. Nennsliel Möbelhandlang Plockstrasse 8 Glessen Piockstrasse 8 Spezialität: Beiten und Polstermöbel ■■I ■■■ 8858 unserer Kundschaft berechtigt zu dem Schluss, dass unsere Solidität, E besonders Preiswiirdlgkeit auszeichnen. die vollste Zufriedenheit des verehr liehen Publikums gefunden haben und dieselbe auch verdienen, weil sie sich durch England Nr. 237. 8931 futter Niederlage bei 8838 za Mk. 15.— bis 2e8©i 8260 Fr. Hennings Seltersweg 14. Ludwig Kohl ermann, Bleichstraße 12. Deutschland D. R. G. M. Nr. 182853« Kinder-Jäekdeeu zu Mk. 5.— 4.— 3.25 2.65 2.— |a Holzschuhe mit ledernen Oberteilen und Filz« Nm Mnchse Nciic rch. SarDinen i. P. Ncue ÄisMik-hcrillge empfiehlt billigst 7603 Georg WallenfeSs l Marktplatz 21. Telephon 46. Keine Kalten jujje iney Patent-Fußwärmer Kinder-Kleidchen in modernen Wollstoffen, ganz auf Futter gearbeitet, mit Volants Suchard verwendet nur Rohmaterialien erster Qualität, sowohl für seine Tafel- als auch für seine so beliebten Dessert-Chocoladen; dieselben werden daher auch mit Recht bevorzugt. Suchards Velma (Dessert- Chocolade) und Suchards Milka (Milch-Chocolade) verdienen besonders erwähnt zu werden. nuch v orbcuntc ues deutschen Arzneibuches, garantiert rein, empfiehlt Adolf Kieler, V iktoria-Drogerie. Alm ktstrasse 5. 7551 Derselbe ist weil er nur Körperwärme abgiebt, von unschätzbarem Wert für Rheumatismnskranke und an kalten Füßen Leidende, sowie Mr Personen in sitzender Lebensweise, wirklich angenehm m Kontoren unter den Schreibpulten, in Ladenräumen hinter den Theken, in Equipagen, Schlitten und Automobilen und dient nebenbei als Zimmerschmuck. Glühkohlen-Berbrauch in 3 Stunden nur 1 Pfennig. *33® Rauchlos und geruchlos und ohne jede FeuerSgcfahr. gtjtülll: Peter Kronenberg, Hießen, MöSek-Davriklaüer. Kaplansgasse 18. •‘tf* Magdköurger | Lebens-Versicherungs-Gesellschaft gewährt Jedermann lebenslängliche ^iienbahn-Anlallversicherung i zur Prämie für 3 Mark für 1000 Mk. Versicherungssumme. I Ausdehnung auf Aampfschlffs-Nnfallversicherung öOPf.sur jelOOO^Lk General-Agentur Giesien: H. Krieb, Goethestraße 46. 837j Kinder-Capes in blauen Stoffen mit roten Capuchous zu Mk. 8.50 7.50 6.50 5.50 4.50 und 3®5©a Kinder-Man in weissen und farbigen Stoffen zu Mk. 10.— 7. 5. 4b35 - -m * /Medaillen. H M Giessen 20 Seitersweg 20. Aug. Montanus Nach! Inh.: Robert u. Max Imheuser Damen- und Herren-Moden Marktplatz 9-10 Marktplatz 9-10 16.- Mk. 9- Mk. Fernsprecher 358. MW UM Baei-Barterate in eigenem Atelier. Alleinverkauf für Giessen Unterröcke Mines awmag ‘»*>V N Vt- K Oberhemden Nachthemden Kragen Manschetten Kravatten Hosenträger JW 4 $r. frIÄ Slni n6< Ar bett 0c.l £üW* ünterzeuge und Socken in allen Grössen und besten, feinsten Qualitäten. Hüte Stöcke Schirme Handschuhe Manschettenknöpte etc. Cheviot, Loden, Melton das Kleid, 6 Meter 2.90 Mk. 3.60 Mk. 4.75 ». 5.90 ». % Kostüme Jackenkleider Kostümröcke Binsen iorgenröcke Schönes Weihnachts-Geschenk. 20 Mir. Eisäss. Hemdentuch zu 7.50 Mk. und 9.— Mk. 1 Tafeltuch mit 6 Servietten feine Bielefelder Qualität, 4.25 Mk. 12 Jacquard-Handtücher gesäumt und gehangelt, schöne, kräftige Bielefelder Qualität, 6.50 Mk. 6 st. weisse Kissenbezüge an vier Seiten ausgebogt, 4.M Mk. Schönes Weihnachts-Geschenk. Schönes Weihnachts - Geschenk. Schönes Weihnachts-Geschenk. Seidenstoffe für Strassen- und Gesellschaftskleider das Kleid, 12 Meter 7.20 Mk. 9.- Mk. 12.— Mk. Iß.- Mk. 24.— Mk. bis 69.— Mk. Seide u Sammet Waschseide für Blusen in reicher Auswahl von 50 Pfg. per Meter an Schwere, warme Wollstoffe Schönes Weihnachts-Geschenk. Schönes Weihnachts-Geschenk. Schönes Weihnachts-Geschenk. Baumwollene, wollene und seidene Scblafdeckeii darunter Entwürfe von Professor Olbrich und Professor Behrens 5.— Mk. bis 20.— Mk. Garantiert reine Kameelhaardecken sehr leicht und warm, in prachtvollen Mustern als Schlaf-, Wagen- u. Reisedecken zu verwenden der Damen-Handschuhe „Perrin" der Herren-Handschuhe „Banniger der Herren-Hüte „Hakig" der Regenschirme „Grand Prix“ NUNg senk' und v Saul ne«1 Griull Lande- unpr ungsu los d kein nung Kat beut) tige als < Sfr seine U behnup Äagdad und vc Freundk ten Krei lesen w in bet beutjd den, i heilen, aus d fischte' Grünt Caialt zurüa bette) verge die 1 rechfi die ] daß i Hegt, Rotzrö angele gietui ch m W unbe eine öach Zuris gebili Franl uns ( aus b verwu ist es, hier r dci„r !«d j seiner Gelege um 3u Siamesen und bedruckte Waschstoffe das Kleid, 6 Meter 1.75 Mk 2.10 Mk 2.40 mx 2.90 San i U-N ca. 2000 Stück auf Lager Halbfertige Kleider in Batist, Mull und Tüll das Kleid Elegante Wollstoffe in schwarz, weiss und allen Farben das Kleid, 6 Meter 5.90 Mk. 6.65 Mk. 7.50 Mk. bis 49.--- Für Herren empfehlen wir unsere Spezial -Abteilun; Htra-UHmra. Dort finden Sie Neuheiten in: Golfkragen j in guten, warmen Stoffen, besonders für ältere Damen passend tür 5.- Mk. 7.50 Mk. 9.- Mk. und höher. Damen-Jacketts neueste Fa^on auf Baumwoll- und Seiden-Futter 4.— Mk. ß- Mk. 9.“ Mk. 12“ Mk. bis SO.- Mk. bis 100.- Mk. r von Nr. 283 Drittes Matt. 153. Jahrgang Mittwoch 2. Dezember 1903 Erschein! täglich mit Ausnak:^» deS toonntagS. Di- „Gießener Zamilienblätter" meroen dem Anzeiger viermal wöchentlich betgelegt. Der "Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Giehener Anzeiger Verantwortlich Mr den aüflenetnei Iffl: P. Wittko; für den 91n»eteentetl: Be< Rotationsdruck und Verlag der BrQhl'sch« Unwersitätsdruckeret (Pietsch Erden), Bietzen, Genera!-Anzeiger Amis- und Anzeigeblatt für Len Kreis Gießen. reis verkaufe icn wegen vorgerückter Saison 8824 aus aus 051H1BO®üiit©9 garniert, sind teils bis zur Hälfte des Preises herabgesetzt Moderne Damen-Jacketts Moderne Damen-Jacketts prima Double, elegant ausgeführt, feinem Eskimo, apart ausgeführt, jetziger Preis jetziger Preis jetziger Preis jetziger Preis 5.75 9.50 11.50 14.50 Moderne Damen-Jacketts aus Satin-Double mit Tresse, garniert, Moderne Damen-Jacketts aus prima Zibelinestoff, chic garniert, Damen-Winterkragen, reine Wolle, jetz. Preis 7.75 Damen-Wiuterkragen, schwere 'Qual. „ „ 11.75 Kinder-Jacketts, starker Cheviot, jetz. Preis — Kinder-Paletots, modern gearbeitet, jetz. Preis 4.50 w- M ÄM DHAM im ÄS Ralitifche Tagesschau. Dr. Rohrbach. Mr haben geftern bereits kurz Notiz genommen von den gegen den Reichskommissar Dr. Rohrbach in Deutsch- Südwcst-Afrira erhobenen Beschuldigungen. Ls wurd-e n. a gesagt: Die Siedlungs.gesellschaft hat früher auf Farm Hoffnung Unjummeu verschwendet und für Repräsentation verschleudert, der Festlichkeiten und des Champagners war kein Ende, aber die Bauten, Farmanlagen, Geräte und Brunnen wurden von der Zeit zerstört ohne Aussicht auf Erfüllung ihres Berufes! Aber auch die Regierung dieses Landes disponiert über die Etatsglieder häufig recht unpraktisch, daß, wie in diesem Falle des Regierungskommissars Dr. Rohrbach, große Summen zwecklos dahinfließen. Herr Dr. Rohrbach weiß nun kein Deut mehr wie vor seinem Besuch in Farnr Hoffnung über deren Betrieb und Einrichtung. Es ist sonnenklar und nicht immer durch die geringen Geldmittel der deutschen Negierung zu entschuldigen, daß das Auswärtige Amt wüt geringere koloniälwirtschastliche Fähigkeit als England aufweist." Man wirft ferner dem Dv- Rohrbach, dem „Theologen" seine Unkenntnis der afrikanischen Verhältnisse vor, man behauptet in dunklen Redewendungen, er sei von denn Bagdadunternehinen als sozusagen abgesügt zu betrachten und verdanke nur der Fürsprache eines hochnwgenden Freundes aus eben jenen an der Bagdadbahu interessierten Kreisen den Posten, den er gegenwärtig bekleidet. Jetzt lesen wir in Dr. Friedr. Naumanns ,Hilfe": „Ter Herr Heinrich Nippler macht sich die Mühe, in der „Tägl. Rundschau" um die Mitteilungen des alldeutschen Zentralorgans einen Leitartikel herumzuschreiben, dessen Gedankenarmut er hinter mißglückten Bosheiten, wie der, daß das Kolonialamt sich „diesen Mann aus dem Konkurse der nationalsozialen Gruppe heraus- ftschte", zu verbergen sucht- Auf die fadenscheinigen Gründe, mit denen die Zweifel an der wissenschaftlichen Qualifikation Rohrbachs belegt werden, gedenken wir zurückzukommen, nachdem wir uns eingehender über die betreffenden Punkte informiert und uns weiter auch vergewissert haben, daß wir zur Bekanntgabe gewisser die Ernennung Rohrbachs begleitender Umstände berechtigt sind; für heute beschränken wir uns darauf, die bemerkenswerte Tatsache gebührend hervorzuheben, daß eine Notiz, deren kleinliche Gehässigkeit aus der Hand liegt, den Anlaß zu einem ä ternpo-Losschlagen auf Rohrbach bietet. Herr Rippler der über Kolonialangelegenheiten so wenig Bescheid weiß, daß er „Re- bierungskommissar"' und „Reichskommissar" verwechselt, rft aus leicht begreiflichen Gründen an der Spitze der Hetzer. Wer mit Preßdingen Bescheid weiß, der muß unbedingt zu der Vermutung kommen, daß hier irgend eine Jntrigue hinter den Kulissen spielt. Daß Rohrbach Gegner hat, ist nicht verwunderlich. Er war weder Jurist noch Soldat, er war „nur" ein wissenschaftlich gebildeter Mann, und was in artderen Ländern, in Frankreich und England, gang und gäbe ist, das ist bei uns etwas Unerhörtes. Da wird denn flugs die Jagd auf den Bönhasen eröffnet Das ist, wie gesagt, nicht verwunderlich, aber zu bedauern, lebhaft zu bedauern ist es, daß sich in Deutschland eine Presse findet, die hier Treiberdienfte tut. Spalten die Blätter vom Schlage der „Tägl. Rundschau" Bedenken gegen Rohrbach, warum sind sie »nicht hervorgetreten, als die Nachricht von seiner Ernennung bekannt wurde und Rohrbach noch Gelegenheit hatte, auf ihre dunklen Andeutungen Zug um Zug zu antworten? Sie geben vor, erst Taten Rohrbachs haben abwarten zu wollen. Und min urteilen sie auf Grund des Berichtes eines anonymen Briesschreibers, nachdem Rohrbach ausgerechnet 14 Tage im Lande gewesen ist. Die noble Kanrpfesart erreicht ihren Höhepunkt in der Medergabe des Gerüchtes, Rohrbach beziehe, „wie man sagt", 30 000 Mark Gehalt. Hätten die guten Freunde den dritten Teil der Summe genannt, so wären sie der Wahrheit erheblich näher gekommen. Aus Stadt und Kund. Gießen, den 2. Dezember 1903. Die Büste Professor HermannLöhleins, die kürzlich in der hiesigen Frauenklinik enthüllt wurde, ist eine Arbeit des Professors Ludwig Brunow in Berlin. ** Die F erbe rsche Universitäts-Buch Handlung übersendet uns ihren diesjährigen Weihnachts-Katalog. Das stattliche Heir ist mit Sorgfalt zusammengestellt und bringt besonders alle Neuerscheinungen aus sämtlichen Gebieten der Litteratur. Wer ein gutes Buch zu kauten beabsichtigt, wird aus der Fülle der aufgeführten Erscheinungen leicht eine passende Gabe zu finden wissen, mag diese für Kinder, für die reifere Jugend oder für Erwachsene bestimmt sein. Wie wir hören, gelangt die große Auflage des Katalogs in den nächsten Tagen zur Verbreitung an den Kundenkreis der Firma. -r. Grünberg, 1. Dez. Am 28. November hatten die Lehrer des Bezirks Grünberg unter dem Vorsitz und der Leitung des Kreisschulinspeklors Kleinschmidt die Herbstkonferenz int „Hirsch" zu Grünberg. Die Konferenz nahm um 10 Uhr ihren Anfang. Der Vorsitzende gedachte der Trauer unseres geliebten Großherzogs «nb die Mitglieder erhoben sich dabei von ihren Sitzen. Das Protokoll der vorigen Konferenz wurde verlesen und ohste Aender- ung von der Versammlung angenommen. Von einem Vortrag mußte diesmal abgesehen werden. Der Kreisarzt Medizinalrat Dr. Haberkorn war verhindert, seinen Vortrag zu halten. Die folgende Debatte war bei einigen Gegenständen sehr lebhaft. Grünberg, 1. Dez. Seitens der hiesigen Mitglieder der Bezirkssparkasse Grünberg wurden als Vertreter Bürgermeister Zimmer und Dekan Wagner gewählt. Auf Grund ihrer Mitgliederzahl hat die Stadt von 36 zwei, alle übrigen Gemeinden nur einen Vertreter zu wählen. — In Reinhardshain brach in dem Anwesen des Michael Jakob Feuer aus, das beim Eintreffen der Feuerwehr bereits Scheuer und Stall ergriffen hatte. Das stark gefährdete Wohnhaus konnte gerettet, das Vieh rechtzeitig aus dem Stall getrieben werden. Die Heu- und Strohvorräte, landwirtschaftliche Geräte usw. sind aber verbrannt. Lieber die Entstehungsursache ist nichts näheres bekannt. (Gründ. Anz.) -j- Lindheim i. d. W., 30. Nov. An der hiesigen landwirtschaftlichen Haushaltungsschule fand vorigen Samstag" die feierliche Entlassung der Schülerinnen in Anwesenheit des Kreisrats aus Büdingen und der Mitglieder des Aufsichtsrats statt. An die Feier schloß sich eine Besichtigung der ausgestellten Handarbeiten. Die Anstalt wurde 1889 ins Leben gerufen und erfreut sich seitdem eines stets steigenden Besuchs, im abgelaufenen Kursus zählte die Schule 43 Schülerinnen. Die Schule hat die Aufgabe, junge Mädchen im Alter von 16—20 Jahren zur Führung einer bürgerlichen Haushaltung vorzubereiten. Der Unterricht für den Winterkursus beginnt am 4. Januar. ? Vom oberen Vogelsberge, 30. Nov, Gegen 80 000 Christbäumchen werden in dieser Woche per Bahn nach Frankfurt verbracht; sie werden meist auf Grundstücken gehauen, die in der Nähe von Fichtenwaldungen liegen getränt des deutschen Volkes gemacht. 7987 und durch Selbstpflanzung gewachsen sind. Die Nachfrage wird von Jahr zu Jahr stärker. -k- Mainz, 1. Dez. Der Seniorenkonvent der Stadtverordnetenversammlung beschloß, den Stadtverordneten die Anstellung eines dritten besoldeten Beigeordneten vorzuschlagen. Mit dem neuen Beigeordneten würde die Stadt Mainz für die Folge fünf Beigeordnete haben. Bingerbrück, 1. Dez. Der Weichensteller Müllet von hier fischte eine Flasche aus der Nahe, die einen Zettel mit folgendem Wortlaut enthielt: „Wer diese Flasche findet, der bete für ein unglücklich v e r l a s s e n e s Weib und verfluche die daran schuldige Dirne aus Bonn, die mich von meinem Manne getrennt hat. Gott erlöse mich von meinem Leid und Qual.* Vermischtes. * Elberfeld, 1. Dez. Die Firma Sch lie per und Baum st i f t e t e anläßlich ihres 75jährigen Bestehens für die Beamten und Arbeiter 100 000 Mark. * Triemerheim, 1. Dez. Heute früh gegen 7 Uhr fuhr der von Hochfeld in den Güterbahnhof in Rheinhausen einfahrende Güterzug Nr. 6303 in Gleis 3 a u f den in diesem Gleis stehenden verspäteten G ü t e r z u g 6240 auf. Durch den Anstoß wurden 27 Güterwagen beschädigt und zum Teil zertrümmert. Zwei Bremser wurden getötet, einer leichter verletzt. Der Lokomotivführer,^ Heizer und Zugführer blieben unverletzt. Obgleich die Gleise unsahrbar wurden, wurde der Verkehr aufrecht erhalten. Der Unfall wurde durch unrichtige Befehlserteilung seitens des dienst- habenden Stationsbeamten herbeigeführt. * Tondern, 1. Dez. Die in Sachen des Nord- s e eb a d e s N a k o l k sich seit Freitag in Untersuchungshaft befindlichen Direktoren und Gründer bezw. Gesellschafter Jacobsen, Thammsen, Schmidt, Petersen, Oluffen Lasten, Sonntag und Vogel wurden heute wieder au§ Haft entlassen. * Thorn, 1. Dez. Heute mittag entstand infolge einer Explosion in einer Droguerie in der Breitestraße ein Brand, welcher das ganze Häuserviertel an der Ecke der Breite- und Schillerstraße in Flammen setzte. Das Feuer war um 3 Uhr nachmittags ziemlich gelöscht. Zwei Häuser sind zum Teil abgebrannt. Ein Droguisten- lehrling erlitt infolge der Explosion Brandwunden im Gesicht und an den Händen.- Familien Nachrichten. Gestorben. Jakob Frank in Grünberg. — Otto Herzberger in Laubach. — Georg ' "">ber in Friedberg. Wan geöe Acht daß der Sekt stets in liegendem Zustande aufbewahrk wird, damit der Kork von der Flüssigkeit völlig umspült wird. Dadurch wird das Entweichen der Kohlensäure verhindert und der Sekt kann infolgedesten jahrelang aufbewahrt werden, ohne an Qualität imb Mouffeux zu verlieren. Die Temperatur des Aufbewahrungsortes sei k ü h l. „Kupferberg Gold" ist derjenige deutsche Sekt, welcher völlig einwandfrei dasteht. Seine erstklassigen Eigenschaften, sein vorzüglicher Geschmack, seine leichte Art und seine große Bekömmlichkeit haben ihn zu einem Lieblings- Jacob Heilbronner Marktstrasse 17 Part., I. n. HI. Marktstrasse 17 Part, I. n. III. Bitte Schaufenster zu Beachten. Einen grossen Gelegenheitsposten eleganter Bitte Schaufenster zu beachten, ■ 1 11 f M W I ■A’. D gebe ich, so lange Vorrat reicht, auffallend Billigen Preisen * Giessen Marktplatz 6. Ms! liessen Marktplatz 6. Pianistss von Mk, 90.— an. Fl ßge! mühle Kaffee- FRANCK Nähmaschine. 81,81 x