Nr. »31 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt dre Gießener Familien- blätter viermal in der Woche bergelegt. biotattonH druck tu Ver» lag. der Brühl'schen Uaivers.-Buch» u, Stein» Uurfnti (Pietsch Erden) Ochnlftratze 7« Adresse für Depeschenr Au-etger Gießen. Fernsprechanicbluß Ar. 51. Erstes Blatt. 153. Jahrgang Freitag ».Oktober 1903 GietzenerAnzeiger M General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen Bezugspreis» monatlich 75Pf^ otertel- iährlich DU. 2.20; durch Abhote- u. Zweigstellen momyltd) 6o Ps.; durch die Post DU. 2.— oiertei» fährt, ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für dle Lagesnummer bis vormUtagS 10 Uhr. üettenprei»: total 12 Pf, ouSwdtiÄ 20 Wg. für den poltt and allgem, Teil. P. Wittko: für .Stahl und Land^ und ,Gerich1«saal't 21 ■ au ft Gütz; tüt den An» -eigenteil: pan« Beck. OEZ Gießen, den 29. September 1903. Betr.: Die auf öffentlichen Gebäuden zu führenden Landesflaggen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Die auf Staatsgebäuden zu führende Staatsflagge ist hinfort bei Neuanschaffungen nach einem neuen Muster anzufertigen, das bei uns eingesehen oder auch auf Verlangen Ihnen zur Ansicht zugesandt werden kann. Sie ist für Staatsgebäude und öffentliche Gebäude bestimmt, insofern nicht im einzelnen Falle (so z. B. für unbewohnte Gebäude, Ruinen, Türme) die Anbringung einer einfachen rot und weißen Fahne genügt. Tr. Breidert. ■i.i . - ■ -- ■■■■■■im Politische Tagesschau. Jesuiten und Bundesstaaten. Man schreibt uns aus Berlin, 1. Oktober: Durch die geharnischten Erklärungen auf der Hauptversammlung des Evangelischen Bundes in Ulm ist die Jesuitenfrage erneut in scharfe Beleuchtung gerückt. Die Stellungnahme des Bundes in dieser Frage kommt ebensowenig überraschend wie die Behauptung der Zentrumspresse, die Mehrheit der evangelischen Bevölkerung stehe nicht hinter dem Evangelischen Bund, sondern hinter den evangelischen Reickistagsabgeordneten, die für Anf- hebung des § 2 des Jesuitengesetzes gestimmt haben. Im übrigen wird sich ja bald Herausstellen, ob für diese Aufhebung auch im neuen Reichstag eine überwiegende Majorität vorhanden ist. Der Jesuitenantrag des Zentrums kommt, aller Wahrscheinlichkeit nach, bereits im Dezember im Reichstage erneut zur Verhandlung. Interessanter als das Votum der Volksvertretung wird natürlich die Erklärung des Grafen Bülow sein, der sich in der unerguicklichen Rolle eines Mannes sieht, dem es nicht gelungen ist, ein gegebenes Versprechen einzulösen. Doch es wird andererseits dem Grafen Bülow über das Peinliche der Situation hinweggeholfen werden, und zwar von niemand anderem als vom Zentrum. Ein hervorragendes Mitglied dieser Partei äußerte kürzlich, der Zorn des Zentrums bei dieser Gelegenheit werde nicht auf den Reichskanzler, sondern auf ■hie Regierungen der 'Bundesstaaten, mit Ausnahme Preu- ,ßens und Bayerns, sich entladen, weil diese Regierungen offenbar von der Absicht geleitet seien, hier Preußen und Bayern im Bundesrat niederzustimmen. Das Zentrum werde diesrstal kategorisch fordern, daß die Bundesrats- bevollmachtigten dieser Staaten im Reichstag das Wort ergreifen zur Präzisierung der Stellungnahme ihrer Regierungen. Ob dieser kategorische Appell Erfolg haben wird, ist zweifelhaft. Das Zentrum dürfte allenfalls die Ge- .nugtuung erhalten, die Herren vom Bundesrat am Re- 'gierungstisch zu sehen. Bei den früheren Jesuiten-Jnter- pellationen ließen sich die Regierungen immer nur durch einige Geheimräte im Hintergrund der Estrade „markieren". In weitem Felde. Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns untarnt 1. Okt.: Der Handelsvertrags verein hat, wie gemeldet, öeschlossen, von der Auflösung einstweilen abzusehen. Er hat allen Grund dazu, denn die Anzeichen deuten darauf hin, daß die Handelsvertrags frage länger auf der Tagesordnung stehen wird, als man bisher glauben konnte. Wenn man von den demnächst beginnenden Verhandlungen zwischen Deutschland und der Schweiz absieht, dann ist von einem Fortschreiten eigentlich nur zu berichten in den Verhandlungen mit Rußland. Ohne zeitweilige Stockungen geht es indessen auch hier nicht ab. Ein gut Stück weiter zurück sind die Verhandlungen mit Oesterreich-Ungarn. Die Wiener Regierung hat wohl einen Zolltarif aus gearbeitet, aber die politischen Verhältnisse in den beiden Reichs- Hälften sind so verworren, daß es sich zurzeit nicht absehen läßt, wann der Zolltarif in den Parlamenten zur Erörterung und Verabschiedung wird gelangen können. Das Zustandekommen dieses Tarifs wie des dazu gehörigen Tarifgesetzes aber ist für Oesterreich-Ungarn die Voraussetzung für die Einleitung von Handelsvertragsverhandlungen. Ganz im Hintertreffen steht Italien, dessen Politiker sich über den deutschen Zolltarif so sehr ereifert hatten. Der „Kreuzztg." wird aus Rom, anscheinend aus diplomatischen Kreisen, mitgeteilt, daß Italien in der Han- delsvertragsfrage fast nichts vorbereitet habe. Was bis- ber geleistet sei, beschränke sich auf Untersuchungen des! Direktors der Banca d'Jtalia über Verhältnisse und Bedürfnisse von Handel, Industrie und Ackerbau, eine Studie, die überdies nur zur Belehrung der Regierung dienen und den Handelskammern nicht zugleich zugänglich gemacht werden solle. Bei dieser Sachlage ist k a u m a n z u n e h m e n, daß der Reichstag in die Lage kommen wird, vor Öftern mit einem der größeren Handelsverträge sich zu beschäftigen. Auch diese Neuregelung der Handelsbeziehungen mit England dürfte vorher kaum spruchreif sein. So deutet altes darauf hin, daß die erste Ta-gung des neuen Reichstages sich bis in den Sommer hinein erstrecken wird. Chamberlain und Balfour über LebeusmittelzöLe. Zu den Neudruck-Artikeln, die von dem^„Daily Tele- gravv" veröffentlicht wurden unter dem Titel „Reichs- rezivrorität, eine Studie über die Fiskatpolitik", schrieb Chamberlain eine Vorrede, in der er die Artikel eine überzeugende Anklage gegen ^rglands gegenwärtiges ein- ker freien Einfuhr nennt, das jetzt klare Zeichen des Versagens gezeigt habe. Chamberlain weist De? Jßorrefce die tz egnerische Behauptung zurück, daß die Frskalreformer alle Nebel der Antikornzoll- zeiten wieder heraustzubeschwören und die breiten Massen der Bevölkerung dem Hungertod auszusetzen bereit seien. Die Gegner der aus der Vorzugsbehandlung sich ergebenden Lebensmittelzölle ließen die Tatsache absichtlich außer acht, daß ein großer Teil der Staatseinnahmen schon jetzt aus den gab en von Lebensmitteln und Getränken stanrme, deren Hauptmasse von den arbeitenden Klassen verbraucht werde. Der Behauptung, daß der gan ze Betrag des neuen Zolles von den Konsumenten bezahlt werde, stehe die Lehre der hervorragendsten modernen Wirtschaftspolitiker entgegen, die von den Erfahrungen bestätigt werde, welche in Schutzzollländern, wie Deutschland und Frankreich, gemacht worden seien. Auch für die Behauptung, daß die Lebensmittelzölle hohe sein würden, sei kein Grund vorhanden. Jeder Lebensmittelzoll, der eingeführt werden wird, wird gering sein und wahrscheinlich ganz sicher, aber zum Teil vom Ausland getragen werden, die den Arbeiterklassen entstehende Mehrausgabe — wenn eine solche wirklich entsteht — wird ausgeglichen werden durch eine gleichwertige Ermäßigung anderer, für die Arbeiterklassen ebenso notwendigen Arftikel für den Lebensunterhalt. Andererseits können die Tarife nach dem Gesichtspunkte hin revidiert werden, daß die Zunahme des Handels unserer eigenen Untertanen und besten Kunden, sowie die Kaufkraft unserer ausländischen Wettbewerber gesichert wird, was beides un= serem Volke mehr Beschäftigung und größere Nachfrage nach unserer eigenen Arbeit verschafft. Wenn die Nachfrage nach den Arbeitskräften zunimmt, müssen auch die Arbeitslöhne steigen, und schließlich werden wir auch ein großes Stück zur Einigung des Reiches vorwärts gekommen sein, und den ersten Schritt getan haben zu freiem Handel mit der übrigen Welt. In einer Rede, die Premierminister Balfour in der Zusammen kirnst des „Landesverbandes der konservativen Vereinigungen" luelt, führte er u. a. aus : Der Freihandel sei ein leerer Name, eine eitle Farce. Cobden habe sich niemals etwas von einem modernen Trusy- system träumen lassen, das unter dem Schutzzollwesen aust- gerichtet sei, das dem englischen Kapital wie den englip schen Arbeitern Schaden zugefügt habe. Für den gegenwärtigen Stand der Dinge wisse er kein Heilmittel, wohl aber wisse er ein Palliativmittel. Eine Nation, die sich ihre Macht, zu verhandeln, beraube, könne nicht gute Geschäfte machen! Er verlange von dem Lande, daß es der Regierung Freiheit, zu unterhandeln, gebe. Er glaube nicht, daß das Land zur Einführung der Nahrungsmittelbesteuerung bereit sei. Bei dem gegenwärtigen Stand der öffentlichen Meinung sei eine Lebensmittelbesteuerung nicht innerhalb der Grenzen der praktischen Politik gelegen. Damit später niemand sagen könne, daß er unklar geredet habe, sagte er, daß er den handelspolitischen Zustand der beiden letzten Jahrzehnte zu ändern wünsche. Er wünsche den Schaden zu mildern, der England durch feindliche Tarife angetan sei. Sein Heilmittel werde Fein vollständiges sein, selbst wenn es in seinem ganzen Umfang versucht würde, — und es könne nicht in seinem ganzen Umfange versucht werden, weil das Land eine Nahrungsmittelbesteuerung nicht dulden werde. Wie übrigens aus London gemeldet wird, verlautet dort, daß Lord Miln er es abgelehnt habe, die Erbschaft CH am berlains anzutreten. Er kehrt nach Südafrika zurück. Lord Kromer, der bisherige Gesandte tn Kairo, soll zum Satatssekretär für die Kolonien ernannt werden. Eine offizielle Bestätigung dieser Nachricht liegt jedoch noch nicht vor. Dr. Solf. Aus kolonialen Kreisen wird uns geschrieben: Das Unzutreffende der Meldung vom bevorstehenden Rücktritt des Gouverneurs von Samoa, Dr. Solf, ist bereits festgestellt. Von einer Dr. Solf nahestehenden Seite wird oazu mitgeteilt, daß in den letzthin aus Samoa ein- gegangenen Nachrichten von einer Amtsmüdigkeit des Gon- verneurs nicht die Rede ist. Wohl aber spreche Dr. Solf darin von seiner Bereitwilligkeit, erforderlichen Falles sofort die Reise nach Deutschland anzutreten, um dem Reichskanzler, der Kolonialverwaltung und dem Reichstag gegenüber sein Verhalten aus Samoa persönlich rechtfertigen zu können. Eine Aufforderung, nach Deutschland zu kommen, das er vor nicht langer Zeit verlassen hat, dürfte an Dr. Sols wohl schwerlich ergehen. Dem Grafen Bülow, Dr. Stübel und wohl auch dem Reichstag dürften die schriftlichen Darlegungen des Gouverneurs genügen, die allerdings voraussichtlich zum Gegenstand einer eingehenden Erörterung gemacht werden. Deutsch?? Reich. Berlin, 1. Okt. Wie, L .Kiel telegraphiert wird, geht auf Befehl des Kaiser^ oas Schulschiff „Moltke" in Abänderung des Reiseplanes für die Zeit vom 1. bis 5. d. M. nicht nach K o n st a n t i n o p e l. — Die Wiedervereinigung d e r p f ä l z i s ch e n Bundesbauern mit der nationalliberalen Partei war Beratungsgegenstand auf einer am letzten Sonntag in Neustadt a. d. H. abgehaltenen Sitzung des erweiterten Provinzialbundesvorstandes. Die Rückkehr zur nationalliberalen Partei wurde von der Mehrheit dieser ofsiziellen, von der Berliner Zentralleitung natürlich stark beeinflußten Vol^vertreter vorläufig ab gelehnt. Es wurde eine Resolution gefaßt, in der es heißt: „Der Landes- Vorstand betrachtet sich als einen integrierenden Teil des gesamten Bundes der Landwirte, und weist jeden Versuch, den „Bund in der Pfalz" aus dieser allgemein deutschen Vereinigung^ der Laudwilte zu lösen, zurück, wobei er erklärt, daß für ihn keinerlei Veranlassung vorliege, jetzt irgend welche Abmachungen zu treffen." Aus diesem „jetzt" wird wohl'nicht mit Unrecht entnommen, daß der Bundesvorstand sich darüber klar ist, daß der Wiedereintritt, wenn nicht der bündlerischen Organisation, so doch der dem Bunde angehörenden Landwirte in die nationalliberale Partei auf die Dauer nicht aufzuhalten fein wird. — Der „Vorwärts" veröffentlicht eine Zuschrift Go ehr es vom 1. Oktober, nach welcher derselbe durch ein Schreiben an das Bureau des Reichstags und an den Parteivorstand sein Mandat .zum Reichstage niederlegt. Dies wird mit dem Mißtrauen, dem er feit Jahren in Parteikr eisen begegnet, namentlich mit den auf den Berliner Parteiversammlungen vom 29. September gegen ihn gerichteten Eingriffen begründet. Kiel, 1. Okt. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen haben sich heute abend zu den Hochzeitsfeierlich- keiten nach Darmstadt begeben. Hamburg, 1. Okt. In der gestrigen Bürgerschaftssitzung teilte Senator Oswald mit, es seien Vorbereitungen im Gange, wie sich >zweckmäßigst eine spezielle Beitragsleistung der Interessenten zu den Kosten der Korrektion der Unterelbe herbeiführen lasse. Diese Maßnahme beruht nach unserer Jnformatimr auf der Erwägung, daß für sehr große Schiffe, denen die Korrektion des Flußlaufes in erster Linie zu gute komme, zugleich auch eine Ersparnis der Unkosten dadurch erzielt wird, daß Leichterungen, Fahrunterbrechungen und dergleichen vermieden werden, ^ic Beisteuer der Interessenten würde also die Form einer besonderen Donnen ab gäbe für Schiffe von sehr großem Tiefgänge annehmen können. Rostock, 1. Okt. Die dänische Jacht „Danebrog" passierte um 2i/2 Uhr Wctrrremückde, ohne anzulegen, und fuhr nach Gjedser, wo die dänischen 5)errschasten an Land steigen werden. Der Großherzog und die übrigen Fürstlichkeiten sind gegen 4 Uhr nachmittags von hier nach Schwerin ab gereift Gegen 1.30 Uhr kehrten die dämschen Herrschaften vom Mhlosie nach dem „Danebrog^^ zckrück. Der Grpßherzog, Prinz Heinrich her Niederlande und Herzog Friedrich von Mecklenburg geleiteten die hohen Gäste zum Landungsplätze. Der „Danebrog" ging alsbald in der Richtung nach Warnemünde in See. Köln, 1. Okt. Hier ^ist rmumehr auch ein Aerzte- streik aus gebroch en. Sämtliche Kassenärzte verlangen ein Mindesthonorar von 3 Mk. pro Mitglied und Jahr mit der Bestimmung, daß Beschwerde^! nur durch eine Kommission, die aus Aerzten 'und Kassenmitglledern besteht, unter Leitung von unparteiischen Sachverständigen beigelegt werden. Nachdem die Kassenvorstände das Verlangen der Aerzte abgelehnt haben, haben sämtliche Aerzte ihre Kündigung eingereicht. München, 1. Okt. Prinzregent Luitpold richtete ein Telegramm an den Zaren nach Wien, worin er für die Auszeichnung des ersten Ehevauxleger-Regiments, dessen Inhaber der Zar ist und das dieser auf der Durchreise in Nürnberg auf den Bahnhof befohlen halte, herzlichen Dank sagt. — Gestern fand zu Ehren des hier ütfogni6> weilenden Königs von Rumänien Familientafel statt. — Ein bayerisches Verkehrsministerium soll am 1. Januar 1904 in Tätigkeit treten. Seinem Ressort werden zugeteilt werden: die Staatseisenbahnen mit den ihnen an gegliederten Verwaltungszweigen, nämlich dem Betriebe des Ludwig-Tonau-Main-Kmrals, der Bodensee- dampfschiffahrt und der Kettenschleppschissahrt auf dem Maine; b) die Posten und Telegraphen nebst dem Telephon- Wesen; c) die Aufsicht über die 'Privateisenbahnen einschließlich der Straßenbahnen; h) die Beaufsichtigung des Schiffsahr tsbetriebes auf Binnenseen, Flüssen und Kanälen. — 2 er BayerischeLandwirtschastsrat hat zur Frage der F l e i s ch v e r s o r g u n g nachstehenden Beschluß, einstimmig gefaßt: / „Unter Bezugnahme auf die Zentralversammlung vom 28. September 1903 erklärt der Bayerische Landwirtschasts- rat: 1. die Viehzucht Bayerns befindet sich zurzeit in einem erfreulichen Zustand, der die Fleischversorgung des Landes unbedingt gewährleistet. 2. Den Wünschen einzelner Städte, namentlich Münchens, nach einer vermehrten Zufuhr von Groß-Schlächtvieh erster Qualität wird durch Gewährung der Einfuhr von Schlachtrindern aus Oesterreich-Ungarn genügend entsprochen. 3. Wenn auch in der Zentralversammlung vom 28. September d. I. einige M einun gsver schie denheit en über die Erweiterung der bestehenden Einfuhrbedingungen für Zug- und Nutzvieh aus dem Auslande zum Ausdruck kamen, so hegt der Bayerische Landwirtschaftsrat mit Rücksicht auf die bezüglichen bestimmten Aenßerungen des Staatsministers des Innern, Frhrn. v. Feilitzsch, das feste Vertrauen, daß die verbündeten Regierungen niemals den Schutz der deutschen Viehbestände aus dem Auge taffen werden. — Der Bauer nbun d für Altbayern, der öa9 Oktober- fest zu einer Gen eralver sa mm lun g, benützte, hat beschloffen, sich mit dem Bund d er Landwirte nicht zu ver- guicken, aber ihn auch nicht zu bekämpfen, wenn er den Bauernbündlern nichts in den Weg legt. Eingesetzt wurde eine Kommission, welche die liebem ahme der gesamten Schul la st en auf den Staat beraten und dazu Vorschläge machen soll. — Gestern fand eine große sozialdemokratische Versammlung statt, in welcher über den Dresdener Parteitag verhandelt wurde. Die Grundstimmung aller Bersarmnlung bebauerl, da > uuf t>em Wcitofl persönlich« gen 1 ' ...... $Y?niim i'hinnTmien SITC1I 1903 (&ru|t Di o m m c l, Theodor F ahr, (tioltiricb Büscherhoff Heinrich Rendjchmidt Richard Sartorius, Zum Dr. p h 11.: nahmen das vorher bestellte Frühstück daselbst ein. L. U. Promotionen. Im Monat September wurden an der Landes-Universität promoviert: Yeues vom AalKan. Der „Frkf. Ztg." wird aus Sofia telegraphiert: Von /der Grenze bei Küstendil wird gemeldet, daß fünf vereinigte Kommandos der i)lusständigen gegen 8000 Mann türkischer Truppen bei Lukowo, etwa 30 5Ülometer von der bulgarischen Grenze kämpfen. Die Ausständigen schlugen mehrere Angriffe ab und warfen 160 Bomben. Die türkischen Verluste betragen mehrere Offiziere und 300 Mann. Daö Gefecht dauert noch fort. Lukowo ist abgebrannt. Auö Konstantinopel meldet die ,Frkf. Ztg.": Der ^utzomalachische Delegierte in dem dem General-Inspekteur Hilmi Pascha beizugebenden Nationalitätenrate wurde nu: Wunsch des rumänischen Gesandten durch Dr. Pandeli Maschu auö VeleS ersetzt. Die Delegierten erhielten Auftrag, sich nach Monastir zu begeben. Ihre Bezüge sind aus 30 Pfund nronatlich festgesetzt. DaS Gerücht, dag Griechenland gegen die Anerkennung der anderen Nchionalitäten protestiert habe, wird von den griechischen Diplomaten für unbegründet erklärt. Griechenland habe nur gegen eine eventuelle Bevor- zugimg Bulgariens im Mttionalitätenrate protestiert. — Eine Jrcrde deL Sultans bestimmt, daß der Vorschuß aus die neue Anleihe, der sich aus eine Million Psimd beläuft, ausschließlich für Kriegsanschassungen Verwendung finden dürfe. worben haben. Es sind dies der in der Stadt Gießen noch in sehr guter Erinnerung stehende Polizeirat Nover, der sich schon vor dem Jahre 18<8 um die Stadt sehr Oer- biciit gemacht hat, und weiter Pvlizeirat Fresenius, unter dem. die Reorganisation der Polizei un Fahre 1878 sich vollzog. Bis dahin bestand die Gießener Schutz Mannschaft aus 8 Polizeidienern und 3 Hilsspoiizeidnuern (Nachtwachtern). Im Jahre 1878 wurde das Korps vermehrt, sodaß es einen Wachtmeister und 14 Schutzleute zählte. Tie Stadt Ivar damals in 13 Patrouillen ein geteilt. Im Xicutfe der Zeit trat dann durch die weitere Ausdehnung der Stadt und nehrung ■ sodaß wir jetzt 1 Wachtmeister, 26 Schutzleute und 6 Hilfs- schutzleute haben. Statt zusammen 15 Schutzleute im Jahre 1878 haben wir jetzt 32; damals hatte die Stadt laum 14 000 Einwohner, jetzt zählt sie mehr als 26 000, Nachdem Polizeiamtmann .vechler in seinem Rückblick aus die Geschichte der Schutzmannschast tonstatiert hatte, daß in den 2.» Fahren keine Klagen über Ilebergriffe u. dgl. der Polizei sich erhoben hätten, überreichte Provinzial- direltvr Dr. Breid er t mit einer ehrenden A«sprache den Zum Dr. med. Foses Oertgen, approbierter Arzt auö Katernberg, Theodor Goldenberg, wieder eingestürzt. R.D. Dar m st ad t, 1. Ott. Die Kaiser in von Rußland, der Groß her zog und die übrigen Fürstlichkeiten unternahmen gestern nachmittag noch einen Ausflug nach dem reizend gelegenen Schlosse zu Seeheim. Seilte früh begab sich der Großherzog zur Jagd in den Großh. Wild- parl bei Einsiedel und von dort zurückgekehrt, besuchte er mit der Kaiserin mehrere hiesige BerkaufsgeschLste. Heute nachmittag unternahmen die Kaiserin, der Großherzog und die anderen fürstlichen Herrschaften zu Wagen einen Ausflug nach Jagdschloß Wolfsgarten, wo auch der Tee eingenommen wurde. . Offenbach, 1. Ott. Die heutige Sitzung der Stadtverordneten stand unter dem Zeichen der Amtseinführung des neuen besoldeten Beigeordneten Zopfs. Ter Vorsitzende richtete hierbei Worte der Anerkennung und des Tankes an Beigeordneten Gerhäuser, welcher li/2 Jahre vertretungsweise, die umfangreichen Geschäfte zur größten Zufriedenheit führte. Beig. Zopfs sprach die Hoffnung aus, daß seine Tätigkeit der ^tadt zum Segen gereichen werde. — Es besteht mit einer Theater-Gesellschaft ein Vertrag mit der Stadt, der vom 1. Ott. ab bis 31. März 1904 weitere Gültigkeit haben sott und nach welchem die Stadt etwaige Fehlbeträge in der Tages- tasse bei den einzelnen Theatervorstellungen bis zur Höhe von 50 Mk. auf die Stadt lasse übernehmen soll. Tie Versammlung nahm den Vertrag an. . Marburg, 30. Sept. Ter hiesige national- soziale Verein beschloß als selbständiger Verein unter seinem bisherigen Namen und in seiner bisherigen Weise fortzuarbeiten. Marburg, 1. Okt. Vor einem halben Jahre nahm das Projekt der neuen Pferdebahn greifbare Gestalt an unb heute ist es schon verwirklicht. Der erste geschmückte Wagen verkehrte heute aus der Strecke zwischen Nordbahnhos unb Universitätsstraße, fortwährend dicht besetzt mit Fahrgästen. — Gestern mittag wurde der Bahnarbciter Vorname von Unterrespe bei Güttingen aus der Strecke Marburg—Cölbe von dem von Kassel kommenden Schnellzuge überfahren. Der 60jährige Manu wollte einem von Marburg abgegangenen Güterzuge aus dem Wege gehen, wurde aber in dem anderen Geleise von dem beranbrausenden Schnellzuge ergriffen und Uteimtr äußerte sich in einer Erbitterung gegen Bebel. Es wurde ein Beschluß angenommen, in dem die „ Gießen, „ Ernstthal, „ Pirmasens, „ Voljiic, „ Bereut, „ Gießen. hiesigen Regiments aus seinem Zimmer in der Stadtkaserne. Das Geschoß drang ihm durch den Kopf, sodaß der Tod sofort eintrat. Die Beweggründe sind in der vorschriftswidrigen Behandlung eines Untergebenen zu suchen; der Vizefeldwebel sollte heute deswegen vernommen werden. Ueberspanntes Ehrgefühl hat ihn zu dieser Tat veranlaßt. Siebert war ein guter und tüchtiger Soldat, nur leicht erregbar. ** Ein alter Spruch- In einem Orte Oberhessens ließ, wie man uns mitteilt, jemand das Dach seines Houses reparieren. Tie alten Dachziegel wurden entfernt und durch neue ersetzt. Auf einem Ziegel sand inan die Notierung der Jahreszahl 1786 vor und ferner folgendes Spruck)- lein: „Gib Gott allein die Ehr, sonst keinem Nicht mehr. ES ist kein Vöglein so klein,'es will sein Nest haben altern. Aus Leimen der Erde bist Du gestaltet, und zu leimen der Erde sollst Tu werden." Es ist ein Hohlziegel und noch gut erhatten. u. Grünberg, 1. Okt. Gestern weilte hier der In- genieur einer Eifenbahn-Baugesellschaft und besichtigte in Begleitung einiger hiesigen Herren das für das Bahn Projekt Grün berg — Li ch in Vorschlag gebrachte Gelände bis nach Ettingshausen, von wo sich bis hierher über Queckborn eine Steigung von 1: 50 ergeben wird. 0. Mücke, 30. Sept. Heute fand die feierliche Eröffnung der sertiggestellten Bahnlinie Mücke-Laubach statt, aus welchem Anlaß heute nachmittag um 3 Uhr ein Sonderzug von hier abgelassen wurde, welcher schon auf der hiesigen Station von einer großen Anzahl Jestgäste besetzt wurde. Als Vertreter der Großh. Regierung war der Finanzmimster Exz. Gnauth erschienen, außerdem Se. Erl. Graf Solms- Laubach, Provinzialdireltor Dr. Breidert, Eisenbahndirektwns- präsident Thonw-Franksurt, Geheimrat Schönfeld-Schotten, Obcrfinanzrat Rothe-Darmstadt sowie eine Anzahl von Gemeinde- und Bahnbeamten. Ueberall wurde der mit Fähnchen und Guirlanden geschmückte Zug von der Bevölkerung, den Schulen u. s. w. mit jubelnden Hurrarufen begrüßt. Auf der Station Stockhausen hielten Lehrer Dirlamm, in Weickartshain Pfarrer Weinberger von Lardenbach Begrüßungsansprachen; in Weickartshain wurde auch noch dem Eisenbahndircltionspräsidenten durch das Töchterchen des Herrn Stendal ein prächtiger Blumenstrauß überreicht. Besondere Freude über den Bahnbau bekundete Freienseen, wo der erste Zug unter den Klängen einer Musikkapelle und freudigem Hurra emlief. Pfarrer Röschen sprach namens der Gemeinde allen denen, die sich um das Zustandekommen der Bahn verdient gemacht, innigen Dank aus und schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog, worauf die Anwesenden die Fürstenhymne anstimmten. Nachdem den eingangs genannten Herren von hiesigen Damen Blumensträuße überreicht worden und der Gesangverein ein flottes Lied gesungen hatte, wurde das Stationsgebäude m Augenschein genommen und darauf unter fröhlichen Zurufen der Bewohner die Fahrt nach Laubach fortgesetzt. In Freienseen selbst ivurde das heutige Ereignis abends noch durch eine Ortsfeier bei Musik und Gesang in fröhlichster Weise begangen und den Schulkindern die üblichen Festbretzeln oer* teilt. — Rach Passieren der Station Laubach-Wald, wo die Festgäste mit einer Gewehrsalve der Forstwarte begrüßt wurden, lief der Sonderzug gegen * 1/i 5 Uhr in den festlich geschmückten Bahnhof Laubach ein, woraus sich die Teilnehmer unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Festessen in den Schützenhof begaben, wobei die animierteste Stimmung . herrschte. Die bei solchen Anlässen üblichen Toaste wurden ausgebracht von Exz. Gnauth, dem Grafen zu Solms-Lau- bach, dem Präsidenten Thoms, dem Bürgermeister Jochen und Kaufmann Ritter, beide von Laubach. Abends um 3/4 8 Uhr fuhr der Extrazug mit den Festgästen wieder zurück 1 über Mücke nach Gießen. — Möge die nun dem öffentlichen' ' Verkehr übergebene neue Bahnlinie die von den beteiligten ’ Gemeinden gehegten Hoffnungen in vollstem Maße erfüllen und ein Mittel zur Hebung der gegenseitigen wirtschaftlichen ( Interessen sein und bleiben. 0. Ak ücke, 1. Okt. Ein seltener Transport traf gestern von Gießen hier ein; es war ein Wasserzug, der zur Speisung der Lokomotive des heute hier zur Einweihung der Bahn Mücke—Laubach beförderten Sonderzuges dienen sollte. Wie wir hören, war der für diesen Zweck gegrabene Brunnen Mugelmeier, Bärrn und Rühl. Daraus ergriff Oberamksrichter Gebhard das Wort und stellte als langjüh-riger hiesiger Richter ebensalls mtt Genugtuung fest, daß ihm kein Fall vorgekommen sei, tn dem etwa von der Schutzmannschaft fahrlässige Anzeigen erhoben worden seien. Auch Oberstaatsanwalt Theobald gedachte in lobender Weise der Polizei; insbesondere hob er die Tätigkeit der Kriminalpolizei hervor. Oberbürgermeister Mecum, der mit mehreren anderen Zerren vom Stadtvorstaude erschienen war, stellte dar, wie Polizei und Bürgerschaft im besten Einvernehmen stunden, beglüclwiiuschte die Schutzmannschast und überreichte im Namen der Stadt Gießen den Jubrlaren je ein ansehnliches Geldgeschenk. r ytach diesen Ansprachen dankte Wackftmeister Kaspar im Namen der Jubilare für die ihncm gewordenen Auszeichnungen und sür die ehrende Anerkennung, die Provin- zialdirettor Dr. Breidert und Amtmann Hechler ausge- prochen hatten, und Oberbürgermeister Mecum und den Vertretern der Stadt sür die Gratisikationen. Er gelobte, daß die Polizeimannschaften auch sernerlsiu als Wächter der Gesetze und zum Schutze von Eigentum und Leben treu tätig sein wollten und wüiisclfte, daß die jüngere schutzmannschast an biefem Tage sich vornehmen möge, treu ihre Pflicht zu erfüllen. Ec schloß eine Ansprache nut einem Hoch aus Se. K. H. den Groß- die Feier in der Turnhalle beendet war, harrte im Schulhos schon der Photograph, um von der Schutz- mannschajt nut ihrem Ches und dem Bureaupersonyl ein Bild auszunehmen. ~ c c. . Am Abend sand sich din großer Teil der dienstfreien Mannschaft zu ►tfner privaten Feier im Cafo Ebel ein, wobei auch von den eiiigeladenen Herren Provinzial- direttor Dr. Breidert, Regierungsrat Dr. Wagner und Amt mann Hechler awvesend warcm. Mehrere Ailsprachen wurden gehalten; Provinzialdirektor Dr. Breidert dracksie ein Hoch aus den Großherzog aus, Regierungsrat Dr. Wagner feierte in humorvoller Rede die Schutzmannssrauen. Bis spät in die Nacht tyinein blieb man in fröhlicher Unter* Haltung zusammen. Wachtmeister Kaspar feierte, was man erst nachträglich vcriiahm, am selben Tage noch ein Jubiläum; gestern waren iiämlich 40 Jahre verstossen, daß er als 18jahriger Freiwilliger in das damalige Großh. .Hess. Ehevauxleger-Regi- inent in Butzbach, das nachmalige Garde-Dragoner-Negi- ment Nr. 23, eintrat. Kcer und Alottc. — Strenge Strafe. In Heidelberg ist cs anläßlich eines kriegsgerichtlichen Urteils zu Skandal- sieuen gekommen. Es handelte sich um vier Gr en a- diere der 6. Kompagnie des in H<'ä)elberg garnisoniereil- den Balaitlons vom 2. badischen Grenadier-Regiment Kaiser Wilhelm 1. Nr. 110, die wahrend des Manövers in Zivil- ficiberu Unteroffiziere überfallen unb miß* bandelt hatten. Sie wurdeir ^n 10, 6 und 3 Jahren 9 Monaten verurteilt. Als das kriegsgerichtliche Urteil besannt wurde, rottete sich eine starte Masse zusammen, die die Militärrichter mit Pfeifen, Johlen und Sdjjreien eui- pfiug. Spöttische Hochrufe aus Hüssener wurden laut. ES kam zwar nicht zu Tätlichkeiten, aber der Skandal spottete aller Beschreibung. Nur langsani und widersttcbend zerstreute sich die Menge. Ausland. London, 1. Ott. Ein englisches Syndikat erklärt, daß das (Gebiet, aus dem Lebaudy sein Saöara-Reich errichten wolle, betn Syndikat gehört. Falls Lebaudy dieses Ctebict (ui sich ziehen wolle, so werde es eine Klage wegen Piraterei gegeii Lebaridy anstrengeu. Madrid, 1. Ott. Ter Oberst de Bourbon ist tvegen einer Zwisttgkeit mit dem Gouverneur vom Kriegs gericht zu zwei M o naten Festung verurteilt worden. Mürz ft eg, 1. Ott. Tie heutige Hofjagd lieferte ein oen Vorbereitungen wenig eichprechendes Ergebnis. Von sämtlichen 21 Jägern wurden bei 300 Schüssen 63 Gemsen und ein Hirsch erlegt nick) mehrere Stücke angeschossen. Ter Zar bewährte sich als guter SckKtze, da er 9 Elemsen erlegte. Kaiser Franz Joses erlegte Mei Böcke und eine Geis, Erzherzog Fran^ Ferdinand 15 Gemsen. — Die Po litt s che n Konferenzen begannen heute. Nach der Nück- kchr von der Jagd hatte der russische Botschafter Kapnist mit LamSdorss eine Zusammenkunft. Nach dem Tiner konse- rirrten GoluchowStt und LamSdorss bis jpät abends. Nach Besichtigung der Strecke zogen sich auch der Kaiser und der Zar in die Appartements zu einer längeren Besprcchiurg zurück. drei Jubilaren, die vam Jahre 1878 an noch jetzt tätig sind, die ihnen vmn Ewoßherzog perliehenen Auszcichnun- uv.i, nämlich dem Wachtmeister Kaspar das Srlberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüttgen, den Schutzleuten Göbel und Pfeffer das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjälirige treue Dienste." Von den älteren Polizeidienern imiroen übrigens im Jahre 1878 übernommen die Schutzleute Heim, Mulchs Gemmecker, Aus Stüdt uuü Kani». Gießen, 2. Oktober 1903. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Oberleherer an dem Neuen Gymnasium zu Darmstadt Dr. Wilhelm Büchner den Charakter als Prosessor erteilt. — Durch Entschließung Großh Ministeriums des Innern vom 1. Oktober d. I. wurden die Lehramtsaccessisten Dr. Bruno Beutler zu Rimbach i. O., Max Halm zu Dieburg, Heinrich Michel zu Friedberg, Olftied Pr ät orrus zu Friedberg, Dr. Johannes Schroder zu Gießen, Dr. Reinhard Strecker zu Butzbach, Friedrich U b l zu Offen* baty, Wilhelm Wagner zu Lauterback) und Ludwig Wers- bar t zu Laubach zu Lehramtsassessoren ernannt. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Hojreitknecht Konrad Jox das Dienstehrenzeichen sür 25 Hosdienstjahre verliehen. '* Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen passierten heute srüh 7 Uhr 57 Min. nut dem Schnellzug 76 von Kiel kommend im Salonwagen die hiesige Station und Jas 2üjäl)nge Jubiläum der Gießener SchuH- mannschast. Gießen, 2. Okt. Gestern beging die Gießener Schutzmannschast, ohne vorher viel Auswand und Okrebe zu machen, die Feier ihres 25jährigen Bestehens fast nur im Kreise ihrer Bearnteuschast und besonders gelodeicer Gäste. 25 Jahre in einer auf* blüljenbeii Stadt mit so verschiedenartigen Strömungen, Universität und Militär und einer wachsenden Industrie, die ässentliche Ordnung aufrecht zu erhatten, ohne daß es zu harten Maßnahmen und Unzusriedenheiten führt, ist eine schwierige Ausgabe. Unsere städtische Polizei hat sie zu aller Zufriedenheit vollbracht. In dem sreudigen Bewußtsein, ihre Pflicht stets gewissenhaft erfüllt zu haben, tonnte sie gestern mit ihren Gästen zusammen eine Feier begehen, der diese Erfolge unb die gerechte Freude darüber den Stempel ausdrückten. Gestern vormittag uni 11 Uhr war eine offizielle Feier in der Turnhalle der höheren Mädchenschule, wobei die Scnutzmanuschast bis aus einige, welche Wache hatten, vollzählig vertreten war. Auch die Spitzen der Behörden und andere eingeladene Gäste hatten fich eingesunden. Viele der früheren Chefs der Polizei, die jetzt auswärts tätig sind, hatten Glückwunschschreiben gesandt. In der Turnhalle der INädchenschule hielt zunächst der jetzige Ehef der hiesigen Polizei, Amtmann Hechler, eine Ansprache, in der er die Verhältnisse der hiesigen Polizei früher nnd jetzt beleuchtete. Besonders wies er aus die Verdienste hin, die zwei Herren sich um die Reorganisation der hiesigen Polizei er- mals sei in letzter Stunde aus die heutige Premiere von Stobitzers liebenswürdigem Lustspiel „Liselvtt" mit Frl. Hohl in der Titelrolle hingewiesen. Arn Sonntag geht zum ersten Male „Ter blinoe Passagier", Luitjpiel von Blumenthal und Kadelburg, in Szene. Tie Verfasser von „Im weißen Röhl" haben mit dieser Novität wieder em Stück geschaffen, das überall einen durchschlagenden Heiler- l'eitserfotg erzielt hat und schon ourü)i das originelle Mitteu — die Handlung spielt teils auf einem modernen Vergnügungsdampfer, teils an einem norwegischen Touristenort lebhaftestes Interesse erregen dürste. ** Soiree Fly und Sl ade. „Zwei .Stunden tm Reiche der vierten Dimension" betitelt sich, wie uns ge-^ schrieben wird, eine Vorstellung, welche am 8. Oktober tm Neuen Sa alb an (Steins Garten) von dem Künstlerpaare Fty und Slade gegeben wird. Es sei jedoch schon heute bemerkt, daß es sich bei den Soireen von Fly und Stade, welche das Gebiet des Ottnttismns, Somnambulismus, psychologischer Studien betreten, nicht um solche Darbietungen handelt, wobei Personen in einen willenlosen, schtasähniichen Zustand ' versetzt werden. Fly nnd Slade, die schon vor Jahren in Berlin, in Kroll's Theater austraten, haben dort in* der letzten Wintersaison Vorstellungen unter .g.'oßem Andrange des Publikums gegeben. Tie Künstler -roten am 6. und 7. Oktober in Frankfurt am Main auf. I nb 1 täe n. Pfandmeister Mn Ich und Ratsdiener Ochs feierten gestern ihr 25 jähriges Dienstjnbiläum. Ihre Dienstzeit beginnt ebenfalls mit der Gründung der Schug- inannfchast. ** Selbstmord. Gegen 9 Uhr gestern abend erschoß sich der Vizefeldwebel Siebert von der 2. Kompagnie des '’ludeinanber efriutflcu einen so breiten Raum einnahmen unb eneraiscl» neuen die Diorionrse Protesteerl, bie gegen die M.ünci>ener Pnrpngenossen erhoben ivuiben. Der Renchstags- abgeordnete n. Bollnlar Ivar rn der Versaänmlnng antoefenb, nnlpn aber nicht das Wort. Nothirvan G u s fa s p , cand. forcst. aud Curat (Indien), Otto K e 1) in, HandetSkanunersetrelär aus Höß lins wart h, Heinrich Doll, caud. phil. aus Homberg a. O., Hermann H c r m annsdörier, cand. ehom. aus Weißenburg 1. E. Robert I 0 l l e n i u 2, cand. ehern, aus Dnrmstadl, Heinrich B a ch, caud. uiatli. aus Sprendlingen, Kurt W 1 a i c r , caud. phil. aus Gießen. ; • Ausd e in B u r e audesStadtt Heater s. Noch Billige Preise. ■ üodewsrenhaus A. Fangmann 7035 Bahnhofstrasse 29. 3Ve% 3% 3V,% 3% 372% . 101.75 . 90.30 . 101.80 . 90.50 . 100.- . 99.20 . 101.60 100.50 . 99.65 . 103.20 . 51.90 . 31.75 . 30.90 . 133.40 , 43.90 41.70 Reichsanleihe do. Konsols . do. . . Hessen 3% Mexikaner . . . 472% Chinesen . . . Electric, bohuckert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Konnnandit. . Darmstädter Bank « . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Oesterr. Staatabahn . . Lombarden . . . Gotthardbahn .... Laurahütte..... Bochum ...... Harpenei’..... Tendenz: fest. vollständig in Stücke zerfahren. Der eigene Sohn des Verunglückten konnte nur noch die Körperteile zusammenlesen und nach Hause bringen helfen. Frankfurt, 1. ££t. In einer Wirtschaft wurde gestern abend der Mann verhaftet, der am Dienstag auf oon Börneplatz den Taglöhner Albert Schmitt aus Nöaiuz er stochen hat. Er heißt Simon Gemmel; seine Geliebte, die Prostituierte Ida Lehmann, wurde gleichfalls festgenommen. Homburg, 1. Okt. Magistrat und Stadtverordneten besichtigten gestern nachmittag das vor dem Kaiser Wilhelms- bad im Kurpark aufgestellte Modell des für diesen Platz bestimmten Denkmals Kaiser Wilhelms L, welches dem hiesigen Bildhauer Prof. Gerth von der Stadt in Auftrag gegeben ist. Danach würde der Kaiser in Ueberlebensgröße auf ein etwa 4 Meter hohes Postament zu stehen kommen, barhäuptig in Uniform und mit einem zum Boden nieder- wallenden Herrschermantel bekleidet. Zu seinen Füßen flankieren den Sockel zwei nackte Kindergestalten, welche ein Lorbeergewinde halten. Das Postament steht auf zwei Stufen. Das Standbild und die beiden Figuren nebst Guirlande werden in Bronze zur Ausführung gelangen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In verschiedenen Gemeinden ist bereits 1903 er in Zapf genommen worden. Das halbe Liter kostet 25 Pfg. Der „Neue" ist meist aus Frühburgunder-Trauben hergestellt. . 27.10 . 92.30 . 96.00 . 103.00 . 203.10 . 188.00 . 132.50 . 147.90 . 154.90 . 139.20 . 16.50 . 192.00 . 227.50 . 182.00 . 187.50 3 x/2% Oberhossen . . . 4% Oesterr. Goldrente . . 4l/s% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 47.56 Portugiesen . . . 30/, Portugiesen. . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 4% % äussere Argentiner Vermischtes. Aachen, 2. Okt. Die Spielbank in Altenberg kann definitiv als geschlossen betrachtet werden. Das Klublokal wurde heute fortgesetzt von preußischen und belgischen Gendarmen bewacht. Von den Spielern ist fast niemand mehr hier. Heute und gestern wurde nicht gespielt. Hamelu, 1. Okt. Ein schrecklicher Unglücksfall hat eine hochgeachtete hiesige Familie in tiefe Trauer versetzt. Die einzige Tochter des Amtsgerichtsrates Plaöl hatte gestern abend vor dem Schlafengehen sich in dasBad-ezimmer der Wohnung begeben, um ein Bad zu nehmen. Heute morgen fand man das junge Mädchen entseelt int Badezimmer vor. Zweifellos wird Leuchtg as ver giftun g die Todesursache sein Der Umstand, daß die unglückliche junge Dame das Bad bereits verlassen hatte, läßt den Schluß zu, daß sie bei. dem Versuche, sich zu retten, bewußtlos zusammengebrochen ist. Hamburg, 1. Okt. Nach der heute veröffentlichten Statistik sind in den Stürmen im August 64Segelschifse und 26 Dampfschiffe vollständig verloren gegangen, darunter 2 deutsche. 339 Schiffe sind durch Unfälle beschädigt worden, darunter 29 deutsche. * Hamburg, 1. Ott. Bei Sielbauten auf der Groß- borstelerchaussee erfolgte gestern nachmittag em Sieleinsturz, durch welchen zwei Arbetter verschüttet und lebensgefährlich verletzt wurden. • Plauen i. V., 1. Okt. Dem „Voigtl. Anz." zufolge sind gestern abend und vergangene Nacht in Falk en st ein, wo bereits am Montag 11 Gebäude eingeäschert wurden, wettere fünf Häuser niedergebrannt. • Wien, 1. Oktober. Marie Geislinger hinterließ testamentarisch dem Verein deutscher Bühnenmitglieder 20 000 Mark. . -Mewyork, 1. Okt. In Dannemora rm Staats- gefänanrs wurden die drei Brüder van Wormer wegen Ermordun g sshres Onkels, des Farmers Kenbeck, hingerichtet. * Ein Bauunsall. Wie die „Post" aus Posen meldet, stürzte auf dem Fort 3 bei Glowno ein Baugerüst em und riß fünf Arbetter in die Tiefe. Drei wurden schwer, zwei leicht verletzt. Universitäts-Nachrichten. — An Stelle des nach K o n i g s b e r g berufenen UnmerfitätS- Professors Dr. Bomhoesser rst der auberordentüche Proseffor und btsheriqe Oberarzt der psychiatr-lchen Klimk z» Halle Dr. Heilbronner, zum ärztlichen Letter der Beobachtungsslatwn für geisteskranke Gefangene in B r e s l a u ernann worden. München, 1. Oktober. In teilweiser Abänderung der Ministerialverordnuna vom 18. September 1901 roiirbe genehmigt, daß vom Wintersemester 1903/04 an w e l b l ich e St udierende welche das Reisezeugnis eine? deutschen hummttftiichen Gymnasiums oder Realgymnasiums besitzen, zur Immatrikulation an bayer, chen Universitäten »ach § 4 der Satzungen für Studierende an bayerischen Universitäten zugelassen werden. m , Graz 1. Oll. Universitätsproiesior R o l l e t, der Vorsteher des geologischen Instituts der hiesigen Universität ist g e st o r b e n. - Aus der U n i v e r si t ä t V a l 1 a d o l r d kamen schwere Studentenunruhen vor. Bei der Verhandlung^über die Beschwerde der Studenten wegen allzu scharfen Vorgehens bei den Prüfungen ; verletzte ein Professor einen Studierenden durch Stockhiebe schwer. Darauf begingen Studenten Exzesse gegen die ProiehorE" und er- ' öffneten ein Steinbombardement gegen deren Hauser. -Ler l z e- rektor verwundete mehrere Studenten durch Schüsse. Die Universität wurde geschlossen. Für die Anmeldung zur Konfirmation für: sämtliche Gemeinden haben wir besondere Formulare drucken lassen, die wir bei den Schul- dienern in Empfang zu nehmen und zur An-, melduiigmitzubringenbitten. Nachmittags 4 Uhr: Weihe des neuen Friedhofs. Um 3*/o Uhr wird mit den Glocken beider Kirchen gelautet werden. Am Ernte-Dankfest beginnen die Abendgottesdienste', und zwar um 5 U h r. Hsttrsdiculi her israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 3. Oktober 1903. Freitagabend 5.45 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 6.45 Uhr. , Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 5.30 Uhr. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. S a m-s lag, den 3. Oktober 1903. Vorabend 5.45 U h r. Di 0 r g e n s 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 6.40 Uhr. Arbeiterbewegung. Berlin, 1. Okt. Zur A uss p e r ru n g d er B erline r Metallarbeiter wird gemeldet: Nach den bisher aus einem Drittel der Betriebe vorliegenden authentischen Nachrichten find gegen Abend m diesen 4500 Arbeiter entlassen worden, wozu noch 2100 schon Ausständige kommen. Nach Angaben der Arbeitgeber ind mindestens 9000 Arbeiter jetzt beschäftigungslos. Berlin, 1. Okt. Zum Streik der Omnibus-Angestellten teilt die Dttektion der Gesellschaft mit, daß sich bereits gestern abend gegen hundert Angestellte, die länger als 10 Jahre bei der Gesellschaft beschäftigt waren, zur Wiedereinstellung in den einzelnen Depots gemeldet haben und auch sofort wieder angenommen worden sind. Trifail (Steiermark), 1. Okt. Die Arbeiter des hiesigen Kohlenwerkes sind wegen Ablehnung des geforderten Minimallohnes in den Ausstand getreten. Tie Zahl der Ausständigen be- trägt 2247.________ Kandel und Verkehr. UMsunttschasl. L. G i e ß e n, 1. Oktober. (V i e h m a r k t b e r 1 ch t). Der dies- wochige Rindviehmarkt hatte in anbetracht der wegen der Seuchengefahr von der Behörde geübten Vorsichtsmaßregeln immerhin noch einen bedeutenden Auftrieb. Es standen zum Verkauf etwa 900 Kühe, 150 Ochsen, 250 Kälber und 400 Schweine. Der Handel war, was Rindvieh, ganz besonders aber Mttchvleh angeht, sehr lau; ein Geschäft war nur zu weichenden Preisen zu machen. D:e Kundschaft aus den preußischen Nachbargebieten, aufs ine der Gießener Markt nun einmal angewiesen ist, fehlte gänzlich, aber auch die Zufuhr von Vieh von dorther unterblieb. Der Mllch- viehmarkt selbst hatte nur unsere heimische Landrasse aufzuweisen, da die wenigen schwarzbunten Kühe am Vormarkt bereits glatt abgesetzt waren. Fettvieh war recht wenig aufgettieben. Der Kälbermarkt machte sich dagegen sehr gut. Außer Frankfurt hatten bei dem schönen Herbstwetter die Bader nicht unbedeutenden Bedarf, der knapp gedeckt wurde, so daß die Preise besonders für gute Ware sogar recht teuer waren. Auch der Gangviehmarkt machte sich einigermaßen. Der Handel in Schweinen war bei dem kleinen Auftrieb lohnend: der Schweinemarkl war auch seit längerer Zeit das erste mal wieder freigegeben. Es wurde verkauft Milchvieh 1. Qual. 430—470 Mk., 2. Qual. 340—380 Mt., 3. Qual. 250 bis 300 Mk. Die Fettviehpreise stellen sich per Zentner Schlachtgewicht: Ochsen auf 73—75 All., Stiere 70—72 Mk., Rinder 1. Sorte 68 bis 70 Mk., 2. Sorte 66—67 Mk. Die Preise für Kälber am Markt stellten sich: 1. Sorte auf 72—76 Mk., 2. Sorte auf 65—70 Mk., 3. Sorte auf 58—62 Mk. pro Zentner Schlachtgewicht. Die Preise für Fahrvieh waren pro Paar schwere Tiere 850—900 Mk., 2. Sorte 775-825 2RL, 3. Sorte 675—750 Mk. Der Vorrat in Milchvieh wurde nicht vollständig gerämnt. Nächste Markttage sind am 20. und 21. Oktober, am zweiten Tage auch Krämer- markt. Kunst und Wissenschaft. — L e i p z i g, 30. Sept. Wie das „Lpzg. Tageb. berichtet, überbrachte Oberbürgermeister Tröndlin heute Vormittag dem Dichter Rudolf v. Gottschall, anläßlich seines 8 0. Ge burtsta g es das ihm vom König von Sachsen verliehene Komturkreuz zweiter Klasse des Albrechtsorhens und verkündete, daß die stä d t is ch en K 0 l l e g i e n von Leipzig dem Dichter eine Ehren- d otation von 12 00 Mark jährlich verliehen haben. Der Festausschuß überreichte ein von Verehrern des Dichters g eia mm eite Ehr engabeirn Betrage von 1 3,000 Mark. Im Auflage des Schillervereins wurde em silberner Pokal überreicht, außerdem sind zahlreiche Beglückwünschungen eingegangen. Grosse Auswahl, Beste Fabrikate. Telephonischer Kursbericht Jb'rankinrt a. 22., 2. Oktober 1903. Elegante Neuheiten in Hern ; üten Spezial-Abteilung für Herren-Eioden. la. weißleuchteude Gas-Lhrcu rr. Kroueu » « « Gas-Lüsters u. Ampeln * « Gas-Glocken u. Chlinder » •» Gas-Koch- u. Bade-Apparate Gas-Leitungen n.Neparaturen Bade-Klosetts u. Heizanlagen Wasserleitungen u. Armaturen Auch Reparaturen billigst. Carl Graf, 6739 Mrcherrplatz 11, Schloßgasse. Gerichlssaal. Mainz, 30. September. Ein umfangreicher Urkundenfälschungsprozeß spielte sich vor dem Schwurgericht ab. Der Landgerichtskanzlist Neumann halte sich seit dem Jahre 1894 Anweisungen auf fingierte Sachverständige und Zeugen angefertigt und un ganzen die Summe von 16 720 Alk. herausgeschwmdett, ohne daß man bei der Kontrolle die Fälfchungen entdecken konnte. Der Angeklagte wurde zu 5 Jahren Gefängnis unb 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. _ w c , Magdeburg, 1. Ott. Wegen vollendeter Notzucht, begangen in zwei Fallen an der eigenen Tochter, verurteilte das Schwurgericht den 39 jährigen Arbeiter Dieke zu 3 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. — Das Kriegsbericht verurteilte den Musketier Lüdemann vom 26. Infanterie-Regiment wegen Fahnenflucht und schweren Diebstahls zu 3 7, Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. * Cassel, 1. Ott. Direktor Raeher von der verkrachten Hilfskasse „Glückauf" wurde heute.' von der Strafkammer wegen Untreue und Urkunden fäftcyuug zu einer Gefängnisstrafe von 10 Vdonaten und Ehrverlust auf 3 Jahre verurteitt. Ueuejle Mewmigeu. Originadralhtureldungeu des Gießener Anzeigers. Köln, 2. Okt. Einen Abschluß der heutigen Festlichkeiten bildete eine Aufführung in dem neuen Stadttheater. Die Festvorstellung wurde durch den von Ernst v. Wildenbruch gedichteten Prolog „Zwei Denkmäler" emgeleitett Der Kronprinz fuhr vom Theater nach dem Bahnhofe, um Köln wieder zu verlassen, während der Großherzog und die Großherzogin von Baden sich ms Hotel zurückbegaben. Aus Anlaß der heutigen Feier erhielt Bildhauer Prof. Breuer den Kronenorden 3. Klasse. , t f Berlin, 2. Ott. lieber eine Polizei-Attacke urel-» bet der „Vorwärts": In später Abendstunde Hütte auf dem Nettelbectplatz, dem Halteplatz zweier Omnibus-Linien eine Menschenansammlung stattgefunden. Eine Anzahl junger Leute pfiff und johlte bei Ankunft und Abfahrt der Omnibusse und bald erschien ein größeres Aufgebot von Schutzleuten zu Fuß und zu Pferde. Die Polizei soll rücksichtslos in die ^Menschenmenge mit blankem Sabel geschlagen und verschiedene bei den Vorgängen gänzliche unbeteiligte Personen mehr oder minder schwere Verletzungen davongetragen haben. In der Bevölkerung herrscht gewaltige Aufregung. Berlin, 2. Okt. Der viel besprochene Beleidigungs- Prozeß der Vertreter des Hakatismus gegen den Professor Hans Delbrück wegen eines in den „Preuß. Jahrbüchern erschienenen Artikels über den Fall Löhning, in dem gesagt ist, daß der Hakatismus einSpionage- und Denunziantentum dunkelster Art groß gezogen hätte, stand in der Revisionsinstanz vor dem Kammer- gerickft zur Verhandlung. Durch den Artikel hatten sich die Führer des Ostmarken-Vereins Major von Tiedemann, Justizrat Wagner, Rittergutsbesitzer Kennemann und der kaiserliche Gesandte Raschdau beleidigt gefühlt. Das Kam- meraericht erkannte auf Aushebung und Zurückverweisung des angefochtenen Urteils, das auf 300 Mark Geldstrafe lautete, an die Vorinstanz. London, 2. Ott. „Daily Mail" berichtet aus Kobe: 25 000 japanische Soldaten wurden nach Korea transportiert. Trotz aller Dementis bereitet sich Japan energisch zu einem Konflikt mit Rußland vor. Rußland seiner- setts trifft ebenfalls Vorkehrungen. Die Mitttär-Behörde hat soeben den Bau von Kasernen in Port Arthur beendet, welche 50 000 Mann fassen können. Rußland habe augenblicklich mehr als 300000 Mann im äußersten Osten zusam- mengezogen. _ London, 2. Ott. Die Rede Balfours ist Gegenstand eifriger Besprechungen in mehreren Blättern. Daily News, Daily Graphic, Daily Expreß und Morning Posft welche bisher eine abwartende Haltung einnahmen, erklären sich nunmehr für Balfour. Sämttiche literalen Blätter bekämpfen seine Ausführuiigen auf das schärfste. Der Standard, das Hauptorgan der Konservativen, nimmt die Erklärungen mit Befriedigung entgegen. Indes fei es ein großer taktischer Fehler gewesen, die Zollftage herauszubeschwören, in welcher Form es auch sei. Belgrad, 2. Ott. Das neue Kabinett Sava Gruitsch wird sich am Samstag der Skuptschina vorstellen. ter für den Posten des Kriegsministers stehen noch zwei Kandidaten in Frage, der General Putnik und der Oberst Maschin. Sofia, 2. Okt. Wie hier verlautet, ist es den Führern der maeedonischen Organisation gelungen, sich in den 'Besitz von Berichten Hilmi Paschas an den Sultan zu setzen. Aus, denselben geht klar hervor, daß die Zerstörung chrrst- sicher Dörfer und die Christen-Massacres von den türkischen Behörden anbefohlen wurden. Washington, 1. Okt. Die Staatsschuld nahm im September um Doll. 6 171812 ab. Der Barbestand des Schatzes beträgt Doll. 1 387 221 829. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 17. Sonntag nach Trinit atis, den 4. Oktober. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. NaumanN. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldungen dazu vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Die Kinderkirche der Matthäusgemeinde wird Sonntag, den 11. Oktober, wieder ihren Anfang nehmen. Die Vorbereitung dazu findet Samstag, den 10. Oktober, nachmittags 3 Uhr, im Konfirmandensaal statt. Der Konfirmandenunterricht für die Matthäus- gemein de beginnt Montag, den 12. Oktober, und wird jeden Montag und Donnerstag für die Knaben von 3 bis 4 Uhr, für die Mädchen von 4‘/4 bis 57< gehalten werden. Die Anmeldungen dazu werden im Pfarrhause, Kirchstr. 1, Mittwoch, den 7. und Donnerstag, den 8. Okwber, jedesmal vormittags von 11 bis 1 Uhr, und nachmittags von 3 bis 6 Uhr entgegen genommen werden. Die feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Matthäusgemeinde, zu der besonders die Eltern und Angehörigen der Kinder eingeladen werden, findet Sonntag, den 11. Oktober, im Anschluß an den Hauptgottesdienst statt. Wegen des K o n f i r m a n d e n u n t e r r i ch t s für die Markusgemeinde werden später die nötigen Mitteilungen gemacht werden. In der Johanneskirche. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Euler. 8Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas- gememde. ' Pfarrer Euler. Am nächsten Sonntag, den 11. Oktober: E r n t e - D a n k f e st. An diesem Tage nach allen Gottesdiensten besondere Sammlung für die Armen. Die Anmeldung der Konfirmanden der L u k a s g e m e i n d e und der M i l i ä r g e m e i n b e wird Mittwoch, den 7. und Donnerstag, den 8. Oktober, vormittags von 11—1 Uhr, und nachmittags voii 3—6 Uhr ui der Wohnung des Pfarrers, Alieestraße 13, erbeten. Die feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrtchts findet Sonntag, den 11. Oktober im Anschluß an den Abendgottesdienst statt. Pfarrer E u l e r. Die Anmeldungen der Konfirmanden ans der Johannes- gemeinde wolle man vornehmen vom Montag, den 5. Oktober bis Freitag, den 9. Oktober, am sichersten vormittags bis 1072 Uhr und nachmittags von 2—4 Uhr, ober auch abends. Die feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Johannesgemeinde findet statt am Sonntag, den 11. Oktober, im Anschluß an den Vormittagsgottesdienst. Pfarrer Dr. Nau m ann. 186 StB OchkMkll befindet Hochachtungsvoll Telephon Nr. 166. in vervollstanorgter Neuester Dammstraße 6. kaufen Plakat-Zahrplan die 7394 von 04725 werden. Neustadt 45 mieten. Novität! Novität! (Offene .Stellen UerftljikdciM Vereine Ö4677] Fast neuer Kochofeu zu verkaufen Steinstraße 49. aus freier Hand zu verkaufen. Näheres Eichweg 2. NB. Der Divan kann vormittags von 10—12 Uhr eingesehen 7144] Wir suchen für einen Sficnglmetzilseüung^stem Lande. Gießen, 21. September 1903. Armenamt. Fahrzeiten der Vieberthalbahn zmn Preise von 20 pfg. in der Expedition der Siebener Anzeigers vorrätig. — Der Fahrplan kann auch durch die Austräger des Gießener Anzeigers bezogen werden. 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Ottbr. in den Abendstunden von 6 brö 9 Uhr in unserer Verkaufsstelle zur Auszahlung gelangt. 7395 Berechtigt sind die Dividcnden- ifcheine 9tr. 609 bis 1845 inklusive. Die Quittungskarte über eingezahlte Anteilscheine ist vorzulegen. Der Vorstand. M. Kessler. Paul Niewlsch. H. Baum. StzllhNchWjelle gescht. 7335] L. Bernhardt, Neuenbäue 15. süchtiger, ziwerlässiaer, nücb- * terner Kutscher gesucht; geb. Kavallerist oder Artillerist, welcher in diesem Herbst abgegangen ist, gutes Zeugnis besitzt und wenn möglich Krümperwagen gefahren hat, wird bevorzugt. Offert, unt Nr. 7371 an die Exped. d. Bl. Ung., Mull. Kllusblltslhe gesucht. [4780] Marktplatz 7. 0477) Ein jüngerer Arbeitsbursche sofort gesucht. Earl Stückrath, Möbelfabrik. Tüchtiges Mädchen mit guten Zeugnissen sofort ge- ucht. Schulstraße 11. 7400 Frau Weitzcrttorn. ,5,d)ön möbll Zimmer zu verm. 04770] Grabenstraße 8, II. 04766] Möbliertes Zimmer zu vermieten Seltersweg 67, rechts. 04797] Eins. möbl. Zim. sos. z. v. 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