^frsse en ühren. 0 0 o o 0 o o o J D0000 u 0 0 u o Q IDOOO teil Ucgtlld. ouu>ag, dcu >ere ’-bcitauis» afee 31, ge- erjuchen wir chren Bedarf 52U2 land. Paul Niewisch' 'g mehrerer, lütter Geräte, roirb em aber igebote unter ). Bt. erbeten» auchtc [5186 irräder leiden gebucht, inflübe smd zu nute, Lollar. )t Kchll. -angabe unter ^•yeb. d. Bl. gegen Fräulem icbme ich tycr- 03U32 irl Schäfer. em Kauimamr »llung 100 Mk. nd pünMlche, blung? . wünsch« i* wenn a. ohne „ ü9tol)-u-£r?‘ 7„, . C.tb»ii.lL i7rniT3»b“*^ “ ■U .1„ .»üben *4 41: riiEie bi3 ® ,-efl. Belohn. nfartw L 0=« Donnerstag Ä.Juli iSO3 153. Jahrgang Zweites Blatt. Nr. 15Ä täglich ander Sonntags. Dem Gretzener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Keffischen Landwirt bte Siebener Kamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt ViolatlonSdrnck u. Ber» log bei 6 c ü h l'schen llnweri.-Buch» u. Stein» bruderet (Pietsch Geben) iSiebaltwn, Lrpedittoa und Drnckereir Gchnlstratze 7. ttbvetle Mr Deveschertt «n-etger Gietzen. Frruiprrchanlchluh Ar. 51. Gießener Anzeiger R M - < Zeilen preiS: total 11 ** General-Anzeiger v- ben poltt. und aUgefiL Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MG« W ” -eiqenteU: Han« Beck. Ein Beleidrgungsprozetz. -t Gießen, 1. Juli. EL (Schluß.) . . _ Geheimrat Professor cujuoel schildert, wie tief ihn die beiden Schreiben oes Angeklagten verletzt hätten. Ter Zeuge schildert den wesentlichen Vorgang. So habe er den Primanern Anweisungen erteilt zu einem Aussatz. Die Schüler hätten sämtlich nachgcschrieben, während Klein un- ausmerksam in die Luft gestarrt hätte. Er, der Zeuge, habe daraus dem Klein vom Katheder aus zugerusen, wenn er nicht nachschreibe, solle er das Klassenzimmer verlassen. Er haoe diese Aufforderung, die Klasse zu verlassen, wiederholt, woraus Klein ihm schroff erwidert habe, das brauche er nicht. Darauf ist der Zeuge vom Katheder an Klern herangetreten, hat ihn leicht am Aermel gefaßt, um chu hinauszuführen. Da habe dieser förmlich eine Kampfstellung gegen chn eingenommen und sei mit dar Hand aus- gejahren. Direktor Schädel ist dann zurückgetreten und hat oor der ganzen Klasse dem Klein erklärt, wenn dieser nicht ihn um Verzeihung bitte, dann habe er sich die Folgen seines Benehmens zuzuschreiben. Klein sei dann am nächsten Mittag zu ihm gekommen und habe ihn um Verzeihung gebeten und dabei hinzugefügt, er sei bei dem Vorfall sehr erregt gewesen und wisse nicht, wie er dazu gekommen. Direktor Schädel erklärt, er habe Hans Klein den Vorfall verziehen, der Klasse sei davon Mitteilung gemacht und der Sache sei von seiner Seite nie mehr Erwähnung getan worden. Vor allem sei dieser Vorfall bei Erteilung der Betragensnote im Maturitätszeugnis außer Beachtung geblieben. Ueber die Zweckmäßigkeit der Betragensnote im Maturitätszeugnis könne man streiten, es müsse aber nach den bestehenden Bestimmungen diese aus dem Gesichtspunkte, den er in seinem (zur Verlesung gebrachten) Brief an Dr. Klein gerichtet hat, erteilt werden. Betreffs seiner beleidigenden Aeußerungen in seinem Bericht an das Großh. Ministerium über die Familie Klein spreche er sein Bedauern aus. Er habe inzwischen erfahren, daß die ganze Geschichte auf Klatsch beruhe. Ec bemerke ausdrücklich, daß jein Bericht an das Ministerium nicht berechnet war, zur Kenntnis des Herrn Klein zu kommen. Auf den Fall Netto eingehend, bemerkt der Zeuge, daß er diesem mitgeteilt habe, daß sein Sohn nicht versetzt werde, und fügt hinzu, daß er in dieser Weise jedem Vater, der sich nach seinem Sohn erkundigt, Auskunft erteile. Auf Vorhalt des Verteidigers Grünewald, daß Geheimrar Netto unter seinem Ew bekundet hat, daß er ohne schriftliche oder mündliche Aufforderung vom Zeugen die Mitteilung erhalten hat, daß der junge Netto nicht versetzt werde, bleibt der Zeuge zuerst bei ferner Aussage, ändert diese aber, als der Vorsitzende an Hand der eigenen von Geheim rat Netto zu den Akten gegebenen Briefen auf einen Irrtum über diesen Punkt hinweift. Rechtsanwalt Grünewald fragt weiterhin diesen Zeugen, ob Hans Klein in jener Geschick)tsunterrichstssiundi in der Oberprima nötig gehabt hätte, nachzuschrerben, ob jener sich nicht hätte aus sein Gedächtnis verlassen können? Und schließlich, ob Geheimrat Schädel ihm befohlen habe, nachzuschreiben, worauf eine klare Darlegung nicht erfolgt. Daraus sagt der ehemals G unnasial-Oberlehrer, jetzige Privatlehrer Dr. R ö s e aw Zeuge aus, daß er nach dem Fortgang des Geheimrat Schiller als dessen Nachfolger empfohlen wurde. Ec stand darauf sehr gut mit Direktor Schädel. Eines TageS erhielt der Zeuge von ihm unbe- Ai« heutige Kummer umfaßt 8 Seite» Ausland. Kallundborg (Dänemark, Seeland), 1. Juli. Dar amerikanische Geschwader ist heute vormittag, von Kie kommend, hier eingetroffen und ankert aus der Rhede. Ei wird einige Tage hier verbleiben. London, 1. Juli. Wie einige Provinzblätter melden lehnte das englische auswärtige Amt ab, eine Resolution der Juden Australiens, betr. Kischinew an Rußland weiterzugeben. Das Auswärtige Amt teilte den Lordmayor Sir MarcuS Samuel, der ihm diese Resolutior übermittelt hatte, mit, die Sache sei dine innere Angelegen, heit Rußlands. Paris, 1. Juli. Der Kreuzer „Gnischen", mit welchen Präsident Loubet seine Reise nach England antritt, verläßt nächsten Sonntag abend Brest und geht in Boulogn vor Anker. Die Mannschaft des Kreuzers und der beider Begleitschiffe sind zu den anläßlich, des Besuches Loubets ir England slattfindenden Festlichkeiten schriftlich eingelader worden. — Wegen des bevorstehenden Besuches des König! Deutsches Reich. Berlin, 1. Juli. Aus Kiel wird gemeldet: Der „Meteor" mit dem Kaiser an Bord beteiligte sich un dem Handicap Eckernförde—Kiel. Es herrschte strammer, etwas böiger Wind aus Nordwest von mindestens sechs Windstärken, so daß die Yawls, welche um 8 Uhr m Eckernförde starteten, zeitig das Ziel erreichten. Mv erste passierte „Navahoe", dicht gefolgt von „Orion die Ziellinie. In weiteren Ab ständen folgten „Therese' und „Zbommo- bore". Die Schonerkreuzer hatten um 9 Uhr Eckernförde verlassen. „Hamburg" traf auch heute früher als der „Meteor" ein und schlug die Kaiserjacht um ea. 1 >2 Mmuten. Als dritte folgte „Iduna". — An den König von Sachsen sandte der a n 11 - semitische Reichstagsabg. Grüse im Verein mit feinen l'-esinnungsgenossen am Abend des Stichwahltages folgendes Telegramm: „Eurer Majestät senden 100 treue Sachsenherzen Gruß und Treuegelöbnis für alle Zeit aus der vom Feinde ungebrochenen Feste des Sachsenlandes. Die Politische Tagesschau. Wahlmogelei. Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns: Wie wir erfahren, ist anläßlich der bekannt gewordenen Falle von „Wahlmogelei", die nicht nur in Berlin, sondern auch anderswo, wie z. B. in Königsberg, sich ereignet haben, ein beschleunigtes behördliches Ermittelungs- Verfahren angeordnet worden. Die Wahllisten werden aus das genaueste insbesondere darauf geprüft, ob Grund zu der Annahme vorhanden ist, daß Wahlberechtigte unter verschiedenen Namen zweimal oder gar dreimal gewählt haben. Weiterhin soll ermittelt werden, ob etwa Planmäßige Vereinbarungen vorliegen, und von welchen Personen der Anstoß dazu ausgegangen ist. Die strafgesetzlichen Folgen für die Schuldigen können sehr ernste sein, Gefängnis bis zu drei Jahren.____________ öalgarijch-türkischm KrenjjUnschevMe. Aus Sofia meldet die amtliche „Agence Telegraphique Bulgare": Die Gerüchte von der Dtobilisieruug einer Division sind vollkommen unbegründet. Infolge der wachsenden Einwanderung von Flüchtlingen aus der Türkei, einer Tat ache, die die Gemüter aufgeregt und Anlaß zur Bildung aufständischer Banden gegeben hat, die die Grenze zu überschreiten versuchten, beabsichtigt die Regierung, eine Anzahl Reservisten aus den an der Grenze gelegenen Ortschaften zur Verstärkung der Grenzposten einzuberusen. — Ferner meldet aus Konstantinopel das Men. Korr. Dur.": Bulgarien verlangte neuerdings bezüglich der letzten Grenzvorsälle von der Pforte freundschaftliche Aufklärungen, die sich jedoch verzögerten, da der Kriegsminister genaue Berichte abwartet. Nach Angaben der Pforte wurde der Grenzposten in Goektepe infolge eines Zusammenstoßes zwischen türkischen und bulgarischen Truppen durch ein Bataillon verstärkt, bas den Grenztruppen entnommen ist. Der Zusammenstoß ist burch bulgarische Truppen hervorgerufen worden, welche die türkische Grenze überschritten und einen Atohamme- baner erschossen. Die bulgarische Regierung setzt fortwährend dem Dementierapparat in Bewegung. Sowie von einer Mobilisierung bulgarischer Truppen die Rede ist, wird flugs das Gegenteil behauptet. In Sofia wittert man zwar Feinde ringsum. Gleichwohl muß die bulgarische Telegraph enagentur zugeben, daß für alle Fälle gewisse kriegerische Vorbereitungen gegen die Türkei getroffen werden, denn nichts anderes bedeutet doch die „Absicht" der Regierung, Reservisten einzuberusen. In Konstantinopel wird auch die Sprache angewendet, um die Gedanken zu verbergen. „Freundschaftliche Aufklärungen" ist gut Wie uns von zuverlässiger Seite mitgeteUt wird, ist die betreffende bulgarische Note an die Pforte in einem Tone gehalten, der dem Charakter eines Ultimatums sehr nahe kommt Nicht genug damit, hat die bulgarische Diplomatie in Petersburg wie in Wien dringliche Vorstellungen erhoben über die Haltung der Pforte Diese gehe darauf aus, Grenzzwischenfälle künstlich zu schaffen, um einen Konflikt vom Zaune zu brechen und dadurch die unbequeme Verpflichtung abzulenken^ wirksame Reformen in Macedonien ein zu führen. Die Pforte erklärt sich für unschuldig und in hohem Grade friedenssreundlich; sie konstatiert, daß der Zusammenstoß durch „Bulgaren hervor- gerusen". Wem sollen nun die „Balkanwächter" Rußland und Oesterreich-Ungarn Glauben schenken? Vermutlich werden sie beide Darlegungen, die bulgarische wie die türkische, mit Vorsicht aufneymen. Es scheint aber, daß die Ver- mittelungsbemuhungen mehr und. mehr ihre Kraft verlieren. Weiß doch das „Wien. Korr.-Bur." auch zu berichten, daß in Bulgarien sich kriegerische Stimmungen zu regen scheinen. Es scheine der Gedanke erwogen zu werden, ob ein Krieg, zu dem man die Türkei herausfordern könnte, nicht die beste Lösung der jetzigen heiklen Lage wäre. Es gehen in Konstantinopel feit einigen Tagen Gerüchte über militärische Vorbereitungen Bulgariens um. Maßgebende diplomatische Kreise meinen einstimmig, daß Bulgarien die Folgen des Krieges allein zu tragen hätte, auch wenn es siegreich bliebe, und weder für sich noch für Mazedonien Erfolge erzielen würde. Es verlautet ferner, daß die Pforte wegen des Zusammenstoßes türkischer und bulgarischer Truppen in Goektepe ein Rundschreiben an die Botschaften vorbereite. Lausitz hält die Treue! Hell! Gräfe, Reichstagsabgeord- neter." Darauf ist folgendes Antwort-Telegramm des Königs eingelausen: „Reichstagsäbgeordneten Gräfe, Bischofswerda. Heute früh Ihr Telegramm erhalten, freue m ich herzlich über Ihren Sieg und den Sieg der guten Sache in Ihrem Wahlbezirk. Georg." — Die Deutsche Tageszeitung gibt nicht zu, daß der Bund der Landwirte eine Niederlage erlitten habe. Sie behauptet, die agrarische Bewegung sei aus den Wahlen durchaus nicht geschwächt hervor- gegangen, sondern habe eine ganz entschiedene Stärkung erfahren, die sich schon dadurch gezeigt habe, daß der Bund der Landwirte numerisch eher stärker als chwächer in das Parlament einziehe. — Die sozialdemokratische Ruhepause wird jetzt nach den Reichstagswahlen wie in Sachsen, so auch in Preußen nicht lange dauern; bereits in den allernächsten Tagen wird die Agitation für d i e Land- tagswahlen einsetzen. Die Sozialdemokratie rechnet ganz positiv darauf, in zwei der Kreise Berlins die Mehrheit der Wahlmänner zu erhalten; sollte dies der Fall ein, dann wird Dr. Leo Arons einer der ersten preußischen ozialdemokratischen Land tagsabgeordneten sein; er hat' die ;anze Organisation für die Landtagswahlen ausgearbeitet und geschaffen. — Der „Bielef. Gen.-Anz." schreibt: „Die Regierung macht Emst. Die Ariegervereine von Leteln, Aminghausen und Wietersheim wurden durch den Amtmann von Lahde aufgelöst. In der Hauptwahl fielen von 102 abgegebenen Stimmen, soweit wir jeststellen konnten, in Leteln 75 auf den sozialdemokratischen Kandidaten; in Aminghausen von 51 abgegebenen Stimmen 21 auf den sozialdemokratischen Kandidaten. Wie wir hören, steht die Auflösung einer ganzen Anzahl anderer Vereine nahe bevor." — Der Staatsanwalt in Köslin hat den Antrag des früheren Reichstagsabg. Dr. Barth auf Verfolgung des Urhebers des während der Wahl-Kampagne in seinem Wahlkreise verbreiteten verleumderischen Fluchblattes abgelehnt. Beuth en a. S., 1. Juli. Der neugewählte polnische Reichstagsabg. Korfanty, der heute hier Hochzell feierte, wurde nicht kirchlich g_e.tr a* /. D?r katholische Pfr. Schirmeister erklärte, daß er die kirchliche Trauung nur unter der Bedingung gewähren könne, daß er alles, was in dem Blatte Korfantys wem „Cornosla^al", gegen die Geistlichkeit stand, widerrufe, und zwar nicht nur in diesem Blatte selbst, sondern auch in mehreren Zentrumsblättern. Korfanty lehnte dies entschieden ab. Der Geistliche ist zu dem Entschluß gekommen auf Grund eines Beschlusses der Geistlichkeit der Dekanate Kattowitz und Beuthen. An bei betreffenden Versammlung haben auch der Berliner Pfarrer Stephan und der frühere Zentrumsabg. Stephan tellgenommen. Straßburg i urbe. baß ein Glementarlehrer Pri^rMnterricht erteile, her förmlich an eine Fabrik erinnere. Die Erwägung, daß, wenn die Angelegenheit unbeliebtet bliebe, der Anonymus seine Behauptung m der Ocsfentlichkeit wiederholen könnte, und damit der fedjule großen Nachteil Kusügen könne, der- anlabte den Zeugen, das Sck';nslstück an das Großh. Ministerium tii übersenden; dies führte zu einem Zerwürfnis mit Direktor Sclbidel und von drefem Zeitpunkt an datiert das Lia gen seines Sohnes über ungerechte Behandlung durch ^heimrat Schädel. Bei Gelegenheit einer hierdurch veranlaßten Rücksprache mit je ner Frau hat Direktor Schädel das Gespräch auf zwei Ärtike. der „Frkf. Ztg." gebracht, welche aus Anlaß de- Ablebens des Geheimrats Schiller die Kranzspende der Lehrer hiesigen Gymnasiums und das Verhalten des Direktors Schadet zu dieser Sache be- handeUell, ob er, Dr. Rose, diese Artikel eingesandt oder versaßt habe. Frau Dr. R'.ue konnte dies mit Recht in Abrede steUen. Der Zeuge erklärt, daß er dann alles getan hat, um sich Geheimrat Schädel gegenüber von diesem Verdacht zu reinigen. Er hcu sich schriftlich an Direktor Schädel gewendet und diesen gebeten, die Animosität, welche er gegen chn wegen dieser Angelegenheit etwa gehabt, nicht Vts feine Kinder übertragen zu wollen. Rechtsanwalt Dr. Spohr richtet an den Zeuaen die Frage, welche Tatsache er angeben könne für seine Behaup, tung, daß Geheimrat Schadet seinen Sohn animos behandelt habe. Dr. Rose verweist auf die Tatsache, daß fein Sohn über Geheimrat Sel)ädel sich fortgesetzt beklagt bat, solange zwischen diesem und ihm das gespannte Verhältnis bestand, daß des Sohnes Klagen aber verstummt sind, seitdem die Spannung zwischen ihm und dem Leiter des Gymnasinu.s nicht mehr besteht, fitere Tatsachen, daß sein Sohn von Geheimrat SckMel sck)lecht oder ungerecht behandelt worden ;et, wären anzugeben ihm unmöglich, da er in der Schule nicht zugegen gewesen sei. Auf Befragen des Rechtsanwalt Grünewald bestätigt Dr. Rose, daß er Dr. Klein, der sein Hausarzt sei, seinerzeit seine Klagen über das Verhältnis jeines Sohnes in Der schule mitgeteilt hat. Geheimrat Schädel bestreitet, daß er dem jungen Röse etwa habe fühlen lassen, wenn zwischen ihm und dem Vater desselben eine Zeit lang em gespanm.es Verhältnis bestanden habe. Dr. Rose könne sich über ihn nicht beklagen, er habe dafür gesorgt, daß demseloen für seine beiden Söhne Freistellen im Gyninasium gewährt würden. Wenn er den Verkehr mit Rose abg.brechen hat, so geschah dieses, tocil dieser fick in die Angelegenheiten der Lehrer oder auch der Schüler des Gymnasiums gemischt hat und weit die Lehrer sich dies nicht gefallen lajicn wollten. Lehramtsassessor Knauß schildert den Vorfall in jener Geschichtsstunde zwischen Hans Klein und Geheimrat Schädel. Er, der Zeuge, Hal m der Klasse so geses.en, daß er nur gesehen hat, daß Klein eine abwehreiide Bewegung gegen den Direktor machte, als dieser ihn gefaßt hatte. Der Zeuge hat den Eindruck gehabt, daß Geheimrat Schädel erregt war, als er das Katheder verließ, um zu Klein zu treten. Die ehemaligen Kameraden des Hans Klein in der Oberprima, Stud. theol. Rühl und Srud. Forst. Seeger, bestätigen, daß der Direktor erregt und eilig das Katheder verließ, als er an Klein herantrat und ihn faßte, genau konnten diese Zeugen den Vorfall, der sich schnell abfpielte, nicht beobachten. Stud. jur. Steinreich ist der Ansicht, Geheimrat Schädel habe Klein an der Brust gefaßt Steinreich deponiert weiter, daß auch in der Unterprimc Geheimrat Schadet den Mein einmal, als dieser am Katheder vorüberging, an der Brust gepackt und ihn förmlich geschüttelt habe. Hans Klein, der später über diesen Punkt vernommen wird," bestätigt dies, worauf Geheimrat Schädel erklärt, da beide Zeugen es behaupten, müsse er diesen Vorgang als möglich zugeben, aber er könne sich nicht mehr daran eminent. Oberlehrer Tr. Ur st ad t gibt als Zeuge an, daß der Direktor ihn seinerzeit gefragt habe, ob er von dieser Affäre etwas wisse, die jener von einer Dame gehört haben wolle. Der Zeuge hat dies bestätigt und hinzugefügt, daß er auch davon gehört hat. Sicher sei, daß mit dem Gockel aber nicht der damals abgegangene Oberprimaner Hans, sondern der ältere Klein gemeint gewesen sei. Nach seiner Ansicht sei Hans Klein als Primaner noch ein wenig unreif gewesen, er habe sich kindisch benommen; daß er heftig gewesen, habe er nicht wahrgenommen. Ter 27 Jahre alte Kand. theol. Einjährige Bühler dient zurzeit mit dem 18y2 Jahre alten Hans Klein und verkehrt viel mit ihm. Er schildert ihn als einen den Frieden liebenden guten und gutmütigen Kameraden, der gesellschaftlich lustig, aber keineswegs mutwillig ist. Hans Klein sei „nicht selbstbewußter, als andere junge Leute", er habe sich in die militärische Disziplin gut eingelebt. Hans Klein erklärt, er wolle Zeugnis ablegen, und bemerkt, daß er gar nicht zu Hause gewesen sei, als das Maturitätszeugnis einaegangen ist. Was sein Vater in der Sache unternommen habe, sei nicht etwa auf seinen, des Sohnes, Einfluß hin geschehen. Dr. Schmidt, Lehrer am Gymnasium, bekundet betreffs oes jungen Röfe, dieser sei überaus empfindlich und fühle sich leicht zurück gesetzt. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Grünewald, beantragt, Professor Tr. Stamm und weiter einen von der Gegenjette geladenen Zeugen als Sachverständigen zu vernehmen. Geheimrat Pros. Schädel erklärt, daß er seine Handlungsweise als Pädagoge nur beurteilen lassen könne von der ihm vorgesetzten Behörde, nur dem Ministerium stände darüber ein Urteil zu. Rechtsanwalt Tr. Spohr spricht gegen die Vernehmung der Sachverständigen. Es handle sich hier im Verfahren darum, festzustellen, ob die Tonart der Briefe des Angeklagten gerechtfertigt ist ober nicht, ob Dr. Klein deswegen bestraft werden müsse ober nicht. Tie Gegenseite hatte Zeit genug, Beweisantrage vor ber Verhanblung zu stellen, es gehe nicht an, bie Lehrer als Sachverständige gegen ben Direktor ber Anstalt zu vernehmen. Der Gerichtshof erläßt Beschluß, baß ber Antrag bes Verteidigers Rechtsanwalt Giünewalb abzulehnen sei, weil ber Gerichtshof ber Ansicht ist, baß der Punkt, worüber die Sachverständigen gehört werden sollen, sehr entfernt zur Anklage steht und daß die Mitglieder des Gerichts, soweit als dies &ur Urteilsfindung nötig, sich über bie Frage, um bie es sich allenfalls breht, ber Sachverständigen entraten können. Staatsanwalt Reuß erklärt daß ber verhältnismäßig einfache Tatbestand ber Anklage, zu bessert Beweisführung er nut drei Zeugen gclaben habe, eine verhältnismäßig sehr grOj/i Zuhörermenge, meistens bestehend aus ehemaligen Schulen Gymnasiums, veranlaßt habe, in den Gerichtssaal zu kommen, um interessante Tatsachen zu vernehmen, welche die Verhanblung nicht gebracht habe. ES handle sich uni zwei Briefe, bie ber Angeklagte gfrei) rieb en und die den Geh. Schulrat Pros. Dr. Schädel, >en Direktor deS Gießener Gymnasiums, schwer beleidigt haben. Der Staatsanwalt beantragt eine Geld- träfe von 300 Mark, eventuell einen Mvnat Ge- ängnis. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Grünewald, plaidiert in längerer Rede für bie Freisprechung seines Klienten, bem der § 193 (Wahrnehmung berechtigter Interessen) zur Seite tehe. Rechtsanwalt Dr. Svohr spricht als Nebenkläger seine Ansicht dahin aus, daß Der Angeklagte geflissentlich Dinge in die Verhandlung hineingetragen, bie schlechterdings nicht hineingehören. Der Fall Netto habe sich als ein müßiges Gerede entpuppt, und mit bem Fall 9iöse fei~ gar nichts bewiesen. Wegen ber Höhe ber zu erkennenben Strafe wolle er kein Wort verlieren. Das Urteil lautete, wie bereits gestern mitgeteilt, auf 150 Mark Geldstrafe gegen Dr. Klein. Aus Stadl und Land. Gießen, 2. Juli 1903. • * Landesuniversität. Von der hiesigen Universi- ätSbibllothek ist der außerordentliche Hilfsarbeiter Dr. pbil. Will). Tavernier am 1. Juli als außerordentlicher Hilfsarbeiter an die Kaiser Wilhelm-Blbliothek nach Posen übergesiedelt. — Die theologische Fakultät hat aus Anlaß der Einweihung der EhristuSkirche in Mainz Kirchenrat Frohn- häuser zum Doktor und Pfarrer Grünewald zum Licen- tiaten honoris causa ernannt. Ter Dekan der theologischen Fakultät, Prof. Dr. Baldensberger, hat gestern beiden Herren die Ehrenurkunden überreicht. * * Zum Jahresfest der Landesuniversität haben, wie es üblich ist, auch gesellige Veranstaltungen statt- gesunden. Gestern nachmittag von 4 Uhr ab war Konzert tm Garten des neuen Saalbaues, wo die hiesige Regimentskapelle die zahlreichen Festteilnehmer gut unterhielt. Abends war im Saale der Kommers der Studentenschaft, wozu der Rektor, bie Lehrer der Universität und zahlreiche Gäste sich eingefunden hatten. * • Gesetzentwurf, die Dienstverhältnisse der Staatsbeamten betreffend. Seitens des Großh. Staats- minisleriums ist der „Darmst. Ztg." zufolge den Ständekammern, zunächst der Zweiten Kammer, em Gesetzentwurf, die Dienstverhältnisse der Staatsbeamten betreffend nebst Begründung mit dem Ersuchen um verfassungsmäßige Beratung zugegangen. Wir bringen den Gesetzentwurf morgen im Wortlaut. ** Oktroi-Einnahmen der Stadt Gießen. Nach dem Jahresbericht des Oktroi-Inspektors Mäser pro 1902/03 1902,03 1 1. 4. Abschluß. 190L02 2. 3. 3. 4. 5. beträgt: A. Das Oktroi-Einnahmen der Stadt Gießen. Von Schlachtvieh..... , Fleisch, Flenchwaaren und Wildpret # Biemunalerlallen . . . . , Mühlensabrilcuen und Hafer , toetiänfen • • • « • Summa In 1902,03 wurden vergütet Daher m 1902/3 weniger . Summa In 1902/03 gingen cm Daher in 1902,03 weniger B. Rückvergütung Für gefallenes Vieh und ausgeiühries Fleisch . . . . . , ausgeführtes Brennmaterial. , ausgeführie Mühlenjabritate und Hafer...... 4. , ausgesührte Getränke ö. an das Militär, für Fleisch und Kohlen C. Von dem Einkommen Die Rückvergütungen ab . 37 439 12 35 738 62 7 272 10 6 385 65 36 025 17 37 826 68 5 644 83 5 014 57 33 316 11 32 716 71 119 697 33 117 682 23 117 682 23 2 Ulö 10 e 11. 822 25 942 71 6UU 33 720 52 3 246 93 2 555 87 6 761 68 6 631 48 2 686 62 2 762 05 14 117 bl 13 612 63 13 612 63 505 18 119 697 33 117 682 23 14 117 81 13 612 63 Bleiben 10Ö Ö79 62 104 069 6u In 1902,03 104 069 60 Daher in 1902 03 weniger 1509 92 ** Kirchbau. Die im Neubau begriffenen Kirche ber hiesigen katholischen Gemeinde in der Liebigstraße wird bis Ende September oder Anfang Oktober im Rohbau soweit fertiggestellt sein, daß man sich dann ungefähr schon ein Bild von dem Gesamteindruck ber Kirche machen kann. Sie wird in rheinisch-gotischem Styl in der bekannten Berckschen Manier ausgeführt und verspricht mit zwei der inneren Stadt zugekehrten Türmen eins der schönsten Bauwerke unserer Stadt zu werden. An eine Änweihung ist vor nächstem Jahr natürlich nicht zu denken. •* Die Soiree (Sief ermann im Stadttheatersaal hat gestern Abend die Besucher sehr vergnügt und befriedigt. Herr Eickermann und seine Frau sind ein fideles Künstlerpaar, das sich dadurch nicht entmutigen ließ, daß der Besuch ihrer Erstlingsvorstellung zu wünschen übrig ließ. Man hatte keinen günstigen Tag gewählt. Die humoristischen Vorträge sind nicht von gewöhnlicher Art, sondern verdienen ein .besseres" Publikum. Möge es sich zur nächsten Vorstellung zahlreicher einsinden. *♦ Jubiläums- und Schützenfest. Wie schon gemeldet, begeht am 19. bis 21. Juli unser Schützenverein das Fest seines 25 jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß sind in unserer Feststadt der Bedeutung des Vereins würdige, große festliche Veranstaltungen geplant. Mr erfahren darüber das Folgende: Dem Motto aller deutschen Schützen-Gilden getreu, „lieb’ Äug' und Hand für's Va'ter- land", werden an den drei Festtagen große Preis- und Jubiläumsschießen ftattfinben, an denen sich zahlreiche auswärtige Schützenvereine beteiligen. Am Vorabend des Festes, gewissermaßen als Einleitung dazu, wird am 18. Juli abends im Neuen Saalbau ein Bankett ftattfinben, zu welchem sämtliche Vereine Gießens Einladungen erhalten; man erhofft von diesen eine rege Beteiligung! Am ersten Festtage, dem 19. Juli, wirb in ber Frühe ein Weckruf bie Burger unserer Vaterstadt begrüßen. Für drei Uhr nachmittags ist ein großer Festzug geplant, dem sich auf bem schattigen Schützenplatz ein großes Volksfest an- schließt, wobei bas junge Volk reichlich Gelegenheit finden wird, sich im Reigen zu schwingen. Am Montag, den 20. Juli, ist auf bem Festplatz vormittags Frühkonzert, mittags um 1 Uhr im Schützenhaus Festmahl und nachmittags wieber im Schützengarten Konzert und Tanz vorgesehen. Ter Dienstag, 21. Juli, ist tagsüber bis abends 6 Uhr für das Schießen bestimmt, nach dessen Schluß bie Preisverteilung stattfinbet. Am 9lbcnb wirb Konzert, Tanzdeiusttg- ung uno ein Monstre-Schlachtenseuerwerk bas Jubiläums- est beschließen. •* Garde-Verein Gießen. Nach einer an das Großh. Hessische Staatsministerium gelangten Note der König!. Preußischen Gesandtschaft vom 12. v. MtS. hat S. Nt. der Kaiser genehmigt, daß der Gardeverein zu Gießeil auf seiner neu zu beschaffenden Fahne Gardeadler und Garde st er n nach einer Sr. Majestät vorgelegten Zeichnung neben den übrigen darauf gezeichneten Wappen ühren darf. Da der Garde-Verein kauin drei Jahre besteht, ist dies als eine recht ehrende Auszeichnung für den Verein zu bezeichnen, zumal die Allerhöchste Genehmigung zur Führung einer derartigen Jahne bis jetzt nur wenigen Vereinen erteilt wurde. Wie uns mitgeteilt wird, ist die An- fertigung der Fahne, die sehr gediegen und geschmackvoll auSgcfüßrt und demnächst in würdiger Weise geweiht werden oll, der Thüringer Jahnenfabrik zu Eoburg übertragen worden. ** Bismarckturm auf dem Taufstein. Von heutL ab ist der Entwurf eines Bismarckturmes auf dem Taufstein in den Schaufenstern der Papierhandlung von Kühn auf dem Seltersweg ausgestellt. Er rührt von dem auch hier wegen einer kunstsinnigen Erneuerungen und Ausbesserungen alter Gebäude von architektonischem Wert rühmlichst bekannten Architekten Hofmann her. Der Entwurf, der in der Gestaltung des unteren Teiles des Turmes kraftvolle Originalität zeigt, hält sich doch im ganzen und besonders in den oberen Teilen an die gebräuchliche Form der Blsmarcktürme. Es ist zweifellos, daß der Turm in der Gestalt des Entwurfs auf dem für ihn bestimmten Platz einen würdigen und, dem Grundzlige des bismarckischen Eharakkers entsprechend, wuchtigen Eindnlck machen wirb. — Unseren Lesern ist es bekannt, daß der hiesige Zweigverein Taufstein des Vogelsberger Höhenklubs (gleichzeitig Sektion Belchen des Vogesen- klubs) sich seiner Zeit mit einem Aufruf an die Oeffentlichkeit gewendet hat, indem er zu freiwilligen Gaben für den geplanten Turm aufforderte. Seinen erfolgreichen Bemühungen i|t es mit zu danken, daß bis jetzt schon über die Hälfte der erforderlichen Summe von 12 000 Mk. aufgebracht ist. Die vom Verein abgeschickten Einzeichnungslisten sind noch nicht alle zurückgestellt worden. Es sind also noch Beiträge zu erwarten, und wir werden deshalb ersucht, auch an dieser Stelle wiederholt zu weiteren Zeichnungen aufzufordern. ** Unnötige Sorge. Die „Neuen Hess. Volksbl.^ hatten dieser Tage eine Warnung vor dem Verschlucken der Kirschkerne ergehen lassen. Jetzt schickt diesem Blatt ein Leser folgende sehr zutreffende Antwort darauf: Tie Warnmig vor den Kirschenkernen Erscheint in diesem Jahr wie Hohn; Tenn um die Kerne zu emsernen Bcbürse es der „Kirschen" schon. Toch diese sind so sündhaft teuer, Taß man sie kaum erschwingen kann. Drum hat man mchts zu iürd)tcn beiter: „Das Volk verschluckt sich nicht daran. i. Lich, 1. Juli. Ein schwerer Unfall trug sich im benachbarten Ettingshausen zu. Ter Landwirt Heinrich Keil stürzte gestern in der Scheune vom Gerüst und blieb bewußtlos in der Tenne liegen, wo ihn die Angehörigen fanden. Es wurde sofort der ^lrzt geholt. Der Bedauernswerte zog sich mehrere Rippenbrüche, äußere und wahrscheinlich auch innere Verletzungen des Kopfes und Rückens zu. — Das Bezirksfest des Kriegerbezirks Lich des Hassia-Verbandes wurde am Sonntag und Riontag in Nonnenroth abgehalten. 25 Vereine nahmen an dem Feste teil. Grün berg, 29. Juni. Gestern fand eine Revision der hiesigen Handwerker-Sonntagszeichen- fchule jiuit, zu der Baumeister Traber auS Gießen, sowie der Vorsitzende des Bezirksverbandes der Ortsgewerbevereine, Herr Petri-Gießen, und sämtliche Vor- I iflcnbe der letzteren erschienen waren. Erfreulicherweise konnte sowohl den Einrichtungen der Schule, wie der Tätigkeit der Lehrer und den Leistungen der Schüler hohe Aner^nnung gezollt werden. Nach der Schulrevifion fand im „Will)en Mann" eine Versammlung des Bezirksverbandes statt, die sich vornehmlich mit Fragen beschäftigte, die in der in Darmstadt stattgefundenen Plenarversammlung des Landesgewerbevereins zur Erledigung gekommen waren. — Das vom hiesigen Schützenverein veranstaltete Hauptpreis schieß en, an dem sich Schützen aus Gießen, Alsfeld und Laubach beteiligten, nahm gleich den jünf seit Bestehen des Vereins vorausgegangenen wiederum den besten Verlauf, wenn auch die Beteiligung diesmal eine etwas geringere war. Die Ehrenscheibe am ersten Tage erhielt Herr Dr. Fritz-Grünberg, am zweiten Tage Herr Rudolf Ritter-Laub ach. („G. A.") u. Bad-Nauheim, 1. Juli. Der Gesangverein Frohsinn, der älteste hiesige Männergesangverein, feiert am 4., 5. und 6. Juli fein 60 jähriges Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe. Aus diesem Anlaß sindet am Sonntag ein Gesangwettstreit, bestehend in Ehrenpreis- und Klassensingen im Konzertsaale des Kurhauses statt. Nahezu 60 Vereine haben ihr Erscheinen zugesagt. Montag ist ein großes Volksfest. Der erste Ehrenpreis ist vom Großherzog gestiftet. 6. Alsfeld, 1. Juli. Die katholische Gemeinde im benachbarten Ohmes weihte gestern in Anwesenheit des Bischofs von Mainz ihr neues Gotteshaus ein. R. B. Darmstadt, 2. Juck. Hier hat bekanntlich noch die Neuwahl zweier Landtagsabgeordneten anstelle der ungiltigen Wahlen der Abgg. Seng und Langenbach stattzufinden. Es bestand die Absicht, die Nemvahl ' auf den 20. Juli festzust'tzen; die Regierung hat jedoch in Rücksicht auf die heiße Jahreszeit und die damit verbundenen Wahlbehinderungen den Termin definitiv auf den Herbst d. I. verschoben. Offenbach, 1. Juli. Mit dem heutigen Tage ist das sozialdemokratische „Offenbach er Ab end blatt" des Herrn Earl Ulrich in die Hände seiner Parteigenossen des Kreises Offenbach-Dieburg übergegangen. Als Firmeninhaber sind in Vertretung der soz. Partei die Genossen Kaspar Spieß- Offenbach, Andreas Roth-Offenbach und Peter Zahn lil.- Mühlheim in das Handelsregister eingetragen. Tas Verlagsrecht wird von einer offenen Handelsgesellschaft ausgeübt. Die Geschäftsführung ist dem Genossen Julius Wolff übertragen worden. Die redaktionelle Leitung des „Offenbacher Abendblattes" bleibt in den Händen des Genossen Ph. Schei- demann. Neu eingetreten ist in die Redaktion mit dem 1. Juli Genosse Hauschildt. Die technische Herstellung des Offenbacher Abendblattes erfolgt nach wie vor in der Druckerei des Herrn Ulrich. — DaS Offenbacher sozialdemokratische Preßorgan schreibt übrigens, mit den Ausschreitungen hätten die sozialdemokratischen Arbeiter nichts zu tun gehabt. Als die Nachricht von den Tumulten, bei denen auch Dr. Becker einen Stockhieb über den Kops erhielt, im „Schützenhos", wo die sozialdemokratischen Arbeiter versammelt waren, bekannt wurde, erregte sie dort allgemeine Entrüstung. - k-. Mainz, 27. Juni. (Eigentelegramm des „Gieß. Anz."). In Anwesenheit S. K. H. des Groß- herzogs und des Staatsministers Dr. Rothe sand soeben die feierliche Einweihung der neu erbauten Ehristus- kirche statt. Frankfurt, 1. Juli. Das Großfeuer ist bis zur Stunde noch nicht erloschen und die Feuerwehr arbeitet noch fortgesetzt mit zwei Schlauchlinien an der Bewältigung des Brandes. In der Nacht brach in dem Hauptbau, der bis jetzt noch zum Teil verschont war, das zweite Stockwerk plötzlich durch und stürzte durch den 1. Stock aus das Parterre nieder. Dadurch vergrößerte sich der Brandschaden sehr, well sehr wertvolle Maschinen uunmehr vernichtet sind. — Einen interessanten Prozeß führen zwei Theater- Abonnenten hier mit der Theater-Aktiengesellschaft. Der Rechtsstreit wirft zugleich ein Licht auf die Verhältniffe im neuen Schauspielhause. Die beiden Abonnenten weigern sich, die von ihnen abonnierten Logenplätze, zweite Reihe, zu bezahlen, well sie angeben, sie könnten von dort nichts sehen. Das Gericht hat die Verhandlung aus September vertagt, inzwischen soll durch Inaugenscheinnahme festgestellt werden, ob man in der Tat von jenen Plätzen aus nichts sehen kann. Marburg, 30. Juni. Eine von 80 Genoffen besuchte sozialdemokratische Versammlung hat mit allen gegen 3 Stimmen ein Tadelsvotum gegen den „Vorwärts" beschlossen und den „Vorwärts" um Abdruck dieser Resolution ersucht. Der „Vorwärts" hatte sür die Stichwahl entgegen dem Beschluß der hiesigen Lokalparteileitung die Wahl o. Gerlachs (nationalsozial) empfohlen. Die Mehrzahl der Genoffen hat sich nämlich, wie bekannt, für Herrn v. Gerlach entschieden. () M arb urg, 2. Juli. Bei Erd arbeiten in der Schwanallee stießen die Arbeiter gestern in einer Tiefe von etwa 3 Metern auf eine uralte Holzwasserleitung. Die Heerstraße entlang zieht sich ein dicker, hohler, aber mit einem Deckel versehener Eichstamm, in dem noch Wasser fließt. Das Holz ist tiefschwarz und so hart wie Glas. — Um 11 Uhr nachts brach in der Haas'schen Lumpenfabrik, mit welcher zugleich ein großes Papierlager verbunden ist, ein furchtbares Feuer aus, das in Zeit von drei Stunden die gesamte Fabrik, sowie zwei Nebengebäude und ei n. e Scheune nebst Stall der Bierbrauerei Bopp in Schutt und Asche legte. Die gesamte Feuerwehr war am Platze; man mußte sich hauptiächlich darauf beschränken, das Feuer von den angrenzenden Wohnhäusern und von der Oberstadt abzuhalten. Durch die brennenden Lumpen- und Papiersetzen entwickelte' sich ein furchtbarer Funkenregen. Das Feuer war weithin sichtbar. Wie der Brand entstanden ist, weiß man nicht. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die bauernbündlerische „Deutsche Volksmacht" schreibt: „Der liberale Sieg in Alsfeld-Lauterbach wird den Reichstag noch beschäftigen, der entscheiden wird, ob die Herren Beamten aus dem Vogelsberg ein Klein- Sibirien machen dürfen". — Der Verband der Herdbuch- gesellschaften für das Vogelsberger Rind mit dem Sitz in Biedenkopf, der sich aus Oberheffen erstreckt, hat bet der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Hannover einen großen Erfolg gehabt. Auf 30 ausgestellte Nummern entfielen 22 Preise im Gesamtbeträge von 2530 Mk., darunter 11 erste Preise und ein Sieger-Ehrenpreis. Die Preisrichter lobten besonders die Ausgeglichenheit der ausgestellten Tiere. — Aus der sogen. Maulbeerau bei Worms, jenseits des Rheins, wurde bei einem Gewitter ein Landwirt aus Biblis samt seinen beiden Pferden vom Blitz erschlagen. Vermischtes. * Mühlheim a. Rh., 1. Juli. Auf Friedrichs Wilhelmshütte wurden drei Arbeiter durch glühende Eisenmassen tätlich verletzt. * Kiel, 1. Juli. Drei Dampfpinassen des Kreuzers „Victoria Luise" und des Schulschiffs „Moltke" kollidierten im Kriegshafen gegenüber dem Admiralitätsgebäude, Beide erhielten ein Leck und sanken sofort. Die Besatzungen der Pinassen wurden gerettet. l— Wißmar, 1. Juli. Vor einiger Zeit berichteten wir von einem Uebeltäter, der hier einen jungen Mann durch Messerstiche jo schwer verletzte, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wurde, weiter, daß der Täter aus dem Hastlokal ausbrach, seinem Schwager Geld stahl, und hieraus die Flucht ergriff. Der Täter wurde im April d. I. in Frankfurt a. M., wo er ebenfalls schwere Körperverletzung begangen hatte, ergriffen. Heute sollte vor dem Gericht in Wetzlar gegen den Täter verhandelt werden. Kurz vor der Verhandlung ist dieser mit Hilfe des Mitangeklagten Heinrich Wagner hier, der dem Inhaftierten von außen das Fenster öffnete, entflohen und mit ihm noch ein zweiter Sträfling. Der Helfershelfer Wagner, der schon selbst wegen schwerer Körperverletzung vorbestraft, und in unserem sonst so friedlichen Dorf gefürchtet ist, hatte dem Flüchtling Geld zugesteckt. Infolge oieier Vorgänge wurde Wagner verhaftet. Auf dem Transport iiciuj uciii Amtsgerichtsgejängnls setzte er bem Polizeibeamten heftigen Widerstauo entgegen. Nach einem in Wißmar verbreiteten Gerücht sollen die Flüchtlinge heute abend in der Nähe von Gießen wieder ergrifjen worden sein. * G e n f, 1. Juli. Samstag früh brachen sieben deutsche Stüderlten von der Genfer Universität von hier aus zu einer M o n t bl a n ep a r t i e auf. Bis heute abend sind keine Nachrichten von ihnen eingegangen. Der Verein, welchem sie angehören, organisiert zwei Expeditionen nach Chamo unix. * Die deutschen Land wirte in Amerika. Der „Times" wird darüber aus Newyork folgendes Nähere gemeldet: „Von den vielen ausländischen Deputationen, die uns in letzter Zeit aussuchten, scheint keine so wenig zu bewundern gcfintben haben als die Deputatioil der deutschen Landwirte, cl bestaub aus 1/ Herren und wurde von bem kaiserlichen Oekouomierat Speck von Fleugge geführt. Die Deputation war vom Kaiser direkt zum Studium der amerikanischen Ackerbaumethoden gesandt worden. Bei ihrer Rückkehr nach Newyork nach einer Tour von sieben Wochen erklärten sie, Amerika sei ein wundervolles Land, aber es könne in Bezug auf den Ackerbau Deutschland nichts lehren. Die amerikanischen Farmer seien so verschwenderisch, daß sie demnächst von Deutschland Holz importieren müßten, weil sie die W ä l d e r zerstörten, und Kunstdünger, wett sie den Boden erschöpften. Die Herren kritisierten auch die amerikanischen Schlafwagen, die schmutzigen Negerdiener und die übertriebenen Preise sür Speisen und Zigarren. Karl Fuhrmann, der Student der Berliner Unrverfität und ein Mitglied der Deputation ist, sagte, die amerikanischen Uni* versitäten seien vorzüglich mir Ausnahme des Umstandes, daß das Biertrinken nicht Aepslegt werde. Wenn die Studenten Wasser trinken, so können sie nicht den Enthusiasmus besitzen, oen wir auf unseren deutschen Schulen, von Bier inspiriert, an den Tag legen." * U eb-er die Zigarette des Kaisers hatte sich in sachlichen Kreisen eine Meinungsverschiedenheit entspannen. Das Fachorgan „Die Zigarre" hat in dieser Angelegenheit folgerte Feststellung gemacht: Als der Sultan bem Kaiser vor 15 Jahren Zigaretten zum Geschenk machte, gefielen diese dem Kaiser so gut, daß ein Hoflieferant in Berlin bald darauf aufgesorbert wurde, ein in Größe und Qualität ähnliches Fabrikat herzustellen. Die Zigarette ist 150 Millimeter' lang, wovon 75 Millimeter auf das Mundstück kommen. Der Durchmesser ist 9 Millimeter. Die Zigarette ist aus dem feinsten türkischen Mowsal-Dubee gearbeitet. * Luise von Toskana hat einen Brief an eine Freundin in Dresden, datiert aus Schloß Ronno, gerichtet, in welchem es u. a. heißt: „Ich bin froh und Gott von Herzen dankbar für die Gnade, die er mir infolge der Aussöhnung mit meinen Eltern erwiesen hat. Hier . . . hoffe ich nach schweren Kümmernissen an Leid und Seele wieder zu genesen. Ich lebe nur meinem Kinde und bin stets glücklich, wenn ich von meinen lieben Dresdener Freunden gute Nachrichten über das Wohlergehen meiner so heißgeliebten übrigen Kinder erhalte. Mir sind in der letzten Zett aus ganz Sachsen so mannigfache Beweise treuer Anhänglichkeit des lieben Sachsenvolkes, an dem ich mit unveränderter Liebe hänge, zuteil geworden, daß ich die schöne alte Heimat nie in meinem Leben vergessen werde. Ich bin aber auch meinem Gatten, dem Kronprinzen, zu aufrichtigem Donk verpflichtet, daß er meinen Wünschen und Bitten in so weitem Maße in edelmütigster und ritterlichster Weise entgegengekommen ist. Mein Töchterchen kann ich nun auf Jabre hinaus bei mir behalten, und auch die vermögensrechtliche Regelung meiner Verhältnisse wird nicht mehr auf Schwierigketten stoßen. Ich bin glücklich und froh, daß attes Schwere überstanden ist... . Ihre Luise." Kunst und Wissenschaft. Augsburg, 1. Juli. Die Teilnehmer an der Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure trafen heute vormittag mit Sonderzug hier ein. Im goldenen Saale des Rathauses wurde zunächst eine geschäftliche Sitzung abgehalten. Vlad) einigen Begrüßungsansprachen wurden verschiedene Vereins- angelegenyeiten beraten, und u. a. em fünfgliederiger Ausschuß eingesetzt zur Mitwirkung des Vereins bei der Beteiligung an der Wettausstellung in St. Louis. Ferner wurde ein Jahresbeitrag von Dlk. 5000 für das Museum von Meisterwerken der Naturwisjenjchaft und der Technik in München genehmigt und zum Vorsitzenden für 1904/05 Professor Linde-München gewählt. Als Ort der nächsten Hauptversammlung wurde Frant- i nrt a. 9JL bestimmt. Hierauf hielt Diplomingenieur Paul Möller- Berlin einen Vortrag über die amerikanische Maschinen-Jndustrie und die Ursachen ihrer Erfolge. Nach der Sitzung fand ein gemeinsames Essen statt. Am Nachmittag ruurben verschiedene industrielle Anlagen besichtigt. — Ibsen. Aus Kopenhagen berichtet man, daß Henrik Ibsen nad) längerer Krankheit gestern zum ersten male wieder ausgefahren ist. — Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß in der neuesten Nummer des „Magazins für Literatur" (H. Seemann Nachf. in Leipzig) Hegner rm Aufsatze gegen „Strindberg gegen Ibsen" sehr entgegen Stellung nimmt zu gunslen des jüngeren schwedischen Poeteti gegen den greisen Norweger. Gerichtssaal. — M ainz, 1. Juli. Wegen verleumderischer Beleidigimg des Bürgermeisters Hoffmann und der Gemeinderatsmitglieder von Sprendlingen hatte sich gestern der katholische Pfarrer Peter Schönherr aus Ober-Ingelheim, zur Zeit Pfarrer in Sprendlingen, vor der S t r a f k a in m e r zu verantworten. Der Angeklagte hat wegen des Voranschlages der Gemeinde an den Bürgermeister einen Brief geschrieben, in dem er ihn der Urkundenfälschung und der schlechten Geschäftsführung beschuldigte. In anderen Briefen warf er ihm Ungesetzlichkeiten vor und als dem Pfarrer zur Abhaltung einer Versammlung das Rathaus verweigert wurde, meinte er zu dem Polizeidiener, der Bürgermeister habe mit dem Aermel das Zuchthaus gestreift. Im „Rhein. Beobachter" veröffentlichte er dann ein Inserat, in welchem er den Bürgermeister, den Beigeordneten Schnell und den Gemeinderat beleidigte. Die Vernehmung des Angeklagten und von 24 Zeugen nahm fast den ganzen Tag in Ansprud). Der Angeklagte will nur das gesetzlidie Recht verteidigt haben, aber niemals die Absicht gehabt haben, zu beleidigen. Die Staatsanwaltsd)ast beantragte eine mäßige Gefängnisstrafe oder eine empfindliche Geldstrafe, die Verteidigung, Herr Rechtsanwalt Loewensberg, Freisprechung. Der Vertreter des Nebenklägers, Herr Justizrat Görz, schloß sich den Anträgen der Staatsanwaltschaft an. Das Urteil wird in acht Tagen verkündet. (M. Tgbl.) Wiesbaden, 1. Juli. Als Nachtrag zu den Reichstagswahlen wurde heute vor dem hiesigen Schöffengericht eine Bele i b i g u n g k l a g e des nationalliberalen Reichstagskandidaten Kommerzienrat Bartling gegen den verantwortlichen Redakteur der „Franks. Ztg." verhandelt. Am 9. April war in der „Franks. Ztg." zum ersten Male gemäß einer Bemerkung des Bürgermeisters Wolff in Biebrich öffentttd) festgestellt, daß Bartling auch Mitglied des Bundes der Landwirte sei. Zur Erhärtung dieser Tatsache war dann gesagt: Tie Aeußernngen sind stenographisch sestgelegt und wenn Bartling demnächst vielleid)! versichern sollte, daß er nicht Mitglied des Bundes sei, so wird man annehnten dürfen, daß er schleunigst wieder ausgetreten ist. Bartling erblickte darin eine Beleidigung und klagte. Das Gericht nahm nicht an, daß in dem Artikel irgend eine Beleidigung enthalten fei und es erfolgte demgemäß die Freisprechung. Frankfurt a. 9)1., 1. Juli. Die heutige Schwurgerichts- s itz u n g nahm ein unerwartetes End e. Auf der Rolle stand die Verhandlung gegen den 32jährigen Gärtner Wilhelm Strack, dessen Tat Ende Januar ganz Rödelheim in hochgradige Aufregung versetzt hat. Am Abend des 29. Januar war die Tochter des Bäckers Josef Simon in Rödelheim, die 10jährige Julie Simon, spurlos verschwunden. Sie hatte noch um 7 Uhr mit anderen Kindern gespielt. Alen suchte alles nack) ihr ab, unb am 2. Februar fand der Weißbinder Leonhard die Leiche in der Nidda, 300 Meter unterhalb der Eisenbahnbrücke, in eine Baum- ivurzel eingeklemmt. Der Tod war durch Ertrinken erfolgt; Spuren äußerer Gewalt fanden sich an der Leiche nicht vor. Die Ein- wotzner von Rödelheim waren aber überzeugt, daß das Kind einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei, und der Verdackst lenkte sick) bald aus den Wilhelm Strack Erst am 14, März machte er die ersten Zugeständnisse. Er gab zu, das Kind an sich gelockt und unsittliche Handlungen mit ihm vorgenommen zu haben. Aber er versicherte, er sei kein Mörder und Totschläger; das Kind habe sich von ihm losgeriffen und fei dabei über Oie steile Böschung in die Nidda gestürzt. Der Angeklagte wurde wegen versuchter Notzucht und vorsätzlicher Tötung vor das Schwurgericht verwiesen und für die Verhandlung wurden zwei Tage in Aussicht gennmmen; denn es waren nicht allein 45 Zeugen zu verhören, sondern es erschien auch eine Fahrt nach Rödelheim zur Besichtigung des Tatortes erforderlich. Indessen es kam nicht dazu. Heute teilte Staatsanwalt Dr. Knecht mit, der Angeklagte habe sich durch Selbstmord der irdischen Gerechtigkeit entzogen. Strack hatte sich (wie bereits kurz mitgeteilt), zwischen 5 und 7 Uhr früh an seinen Hosenträgern in der Zelle erhängt. Landwirtschaft. Der Hessische Landwirtschaftsrat teilt uns mit, daß eine größere Zahl Landwirte, die sich für die Studienreise nach dem Nheinlande und Belgien (6.—11. Juli) bereits angemeldet hatten, ihre Anmeldung zurückgezogen haben, sodaß noch einige Teilnehmer ausgenommen werden können, wenn sie sich sogleich beim Landwirtfchaftsrat anmelden. Insbesondere wäre erwünscht, wenn sich für die Vorreise an die Mosel (6. und 7. Juli) noch Teilnehmer finden würden, da für dielen Teil der Reise die Anmeldungen weniger zahlreich sind. Gottesdienst der israelitischen ßeligionsgelellschast. Sabbathfeier am 4 Juli 190 3. Freitagabend 8 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 9.35 Uhr. Wochengottesdiensl: Morgens 6 Uhr, abends 8 Uhr. Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Leihgestern. Es ist doch wohl ein kleiner Unterschied, ob Herr O., oder ob Herr „Dr.* Bebel, wie Sie schreiben, redet. Neueste Melau naen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. Berlin, 2. Juli. In der Schwimm-Anstalt des Pionier-Batattlons in Spandau ereignete sich $in tätlicher Unfall. Vor den Augen einer Anzahl Mannschaften versank der Pionier Lengler und kam nicht wieder lebend zum Vorschein. Nach einiger Hell wurde seine Leiche geländet. Er war einem Schlaganftttl erlegen. Seidig, 2. Juli. Der akademische Verein der Armenier an der hiesigen Universität protestiert öffentlich gegen die Unterschrift „armenische Studentenschaft" unter der Glückwunschadresse, die an die sozialdemokratische Reichstagsfraktion zum Wahlerfolg gerichtet wurde. Der Korporation sei von der Adresse nichts bekannt gewesen. London, 2. Juli. In der stark besuchten Versammlung des Generalausschusses des Verbandes der liberalen Vereine, die besonders einberufen war, um CH amb erlains Zollvorschläge zu erwägen, wurde eine Resolution gefaßt, die zum Widerstande gegen die Vorschläge ermahnt, deren Annahme unvermeidlich die Lebensmittel und Rohstoffe verteuern, durch Erhöhung der Produktionskosten oen Handel herab- mindern, England in Zollkriege verwickeln, die Beziehungen zu den Kolonien gefährden und die Festigkeit oes Reichesbedrohen wurde. Asquith brachte Gründe gegen die Aenderung des Zollsystems vor. Deutschland habe allerdings riesige Fortschritte gemacht, aber England könne nicht erwarten, das Handelsmonopol zu behalten. Rotterdam, 2. Juli. Von der Ostküste Sumatras wird ein heftiger Kampf zwischen holländischen Truppen und aufständischen Atchinesen gemeldet. Eine holländische Kolonne stieß auf starke Befestigungen, welche genommen werden mußten. Aus.holländischer Seite gab es drei Tote und 45 Verwundete. Die Verluste der Eingeborenen waren schwer. Die Kolonne kehrte zurück, da die vielen Verwundeten ein Hindernis für den Wettermarsch bildete. Wien, 2. Juli. Der Kohlen-Großhändler Siegfried Landau ist nach Verübung großer Betrügereien und Wechselsälschungen flüchtig geworden. Kaufleute erleiden einen Schaden von mehreren hunderttausend Kronen. Man glaubt, daß Landau sich nach Amerika geflüchtet habe. Arad, 2. Juli. Der Kutscber eines Grundbesitzers in Ten ko, Namens Szabo, welcher mit der Frau seines Dienst- Herrn ein Liebesverhältnis unterhielt, dem ein Zwillingspaar entsprossen war, wurde von Gendarmen wegen Diebstahls verhaftet. Vor seiner Abführung bat Szabo die Gendarmen, nochmals in das Haus treten zu dürfen, um seine Habseligkeiten zu holen. Daselbst angelangt, tötete er die im Bette liegende Frau und ihjre Zwillinge. 'Nur mit Mühe konnte der rasende Mörder überwältigt werden. Belgrad, 2. Juli. Die Münster, Senatoren und Abgeordnete waren zu einem längeren Gastmahl bei Hose. Der König drückte in einer Rede den Wunsch aus, datz durch einiges Ärbeiten die Festigung des Landes gelingen möge. Der Senatspräsident anttvortete in ähnlichem Sinne. Nach Tisch hielt der König Cerele ab, woraus er mit den Anwesenden Kolo tanzte. Tie Stimmung war sehr herzlich Konstantinopel, 2. Juli. Mehemed Ali Bey, der die Polizei im Aildiz Kiosk leitet, wurde in Bujukdere verhaftet und nach Angora verbannt. Den Vorwand bildete feine Anzeige, daß ein Beamter der Regie Beleidigungen gegen gegen den Sultan ausgestoßen habe. Red Star Linie. Der Postdampser „Kroonland" der Red Star Linie in Antwerpen ist laut Telegramm am 29. Juni wohlbehalten in New- Pork angekommen. Telephonischer Kursbericht» fr VHtikiujM m. 2. Juh 3 3Va°/o Reichsanleihe . . 102.10 30/9 do. . . . 91.80 3Ve% Konsols . . . . 101.95 3°/0 do .... . 91.70 SVg0/« Hessen . . . . 100 95 8*/, 96 Oberhessou . . . 100.00 496 Oesterr. Goidrente . . 102.80 4l/6 96 Oesterr. Silberrente 100.25 496 Ungar. Goidrente . . 101.75 4°/v Italien. Rente . . . 103.50 4Va 96 Portugiesen . . . 50.00 3°/ Portugiesen. . . . . 81.10 196 0. Türken . . . . 34 20 Türkenlosu..... . 132.00 4% Griech. Monopol.-Anl. 44.80 4l/a% iiuBBtiro Argentiner —.— 3u/o Mexikaner . . . 26.60 4,/sVü Chinesen , . . 92.95 Electric, »otuckert . . . 93.20 Nordd Lloyd . . . . 99 80 Kreditaktien . ... 208.30 Diskonto-Kommandit. . 187.20 Darmstädter Bank . . . 137.20 Dresdener Bank .... 147.60 Ber iner Handolsges. . . 154.50 Oesterr. Staats bahn . . . 143.80 Lombarden . . . . , 18.20 Gotthardbahn ..... 190.00 Laura hätte ...... 216.00 Bochum.......172.00 llatpener......179.75 Tendenz: still. wft in-Herz' kuf^rSühly 1 Rote und braune echt Ziegenleder-Knopf- und Schnürstiefel 21—24 Mk. 2.— Herren-Boxcalf-Schnürstiefel (kräftig und elegant) . 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Heute morgen 6 Uhr verschied nach schwerem Leiden im dritten Lebensjahre unser liebes Töchterchen und Schwesterchen Anni. Die tiestrauerude KamiNe Philipp KrSck, Gietzem den S. Juli 1903. 5200 CmbkM PseröMrßchttMMreiii. Die im Juli stattzusindende Besichtigung der Pferde soll Samstag den 4. Juli, vormittags 8 Uhr, auf dem Jahrmarttplatz dahier vorgenommen werden. Für die Orte der Rabenau wird die Besichtigung Montag den 6. Juli, vormittags 8 Uhr, zu Londorf auf der Straße nach Nordeck vorgenommen. Auf § 21 des (Statuts wird verwiesen. Gründerg, den 29. Juni 1903. 5187 Der Direktor: Georg Keil. Landwirtschaftliche Ausstellung Gießen Meine Wohnung befindet sich von heute an 33 Bahnhofshasse 33 Gießen, den 30. Juni 1903. [03093 ' Dr. med. vet. Köhler, Telephon Nr. 310. Tierarzt. 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Es wird damit den Ausstellern und sonstigen Firmen Gelegenheit gegeben, ihre Waren und Produkte weiteren Kreisen anzubieten. Annoncen können bis zum 15. Juli ausgegeben und die Bedingungen durch die Geschäftsstelle des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen zu Alsfeld bezogen werden. 5030 Ter geschästssühreude Ausschuß. Gesangverein Liederblüte Garbenteich feiert 5193 nächsten Sonntag den 5. und Montag den 6. Juli fein Außer den von mir seither geführten Bieren bringe jetzt auch Mainzer Mtienßier ^jähriges Stiftungsfest verbunden mit Fahnenweihe wozu ergebenft einladen die Wirte: Eintritt frei. selbe die V1 Flasche zu 18 Pfennig 9 5020 beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle das- Peter Becker- Ludwig Wehrum Sichele Prima Stabflteer gee. gesch., bester kalt in streichender, nicht ablaufender Dachleer Schiffsteer, Carbollneum Steinkohlengasteer Stabil-Holzcement Asphalt, Goudron Trinidad, Asphalt V- Lqqp . ..ob/ / tJiag 8 tha $ Krer-Hrohhandtuug Marburgerstratze 7. Telephon 344. Geschäfts - Empfehlungen liefen billigst vrühl'sche Univerfitäts-Druckerei, Gießen. Bauartikel-Fabrik A. Siebei DÜSSELDORF-RATH und METZ. Düsseldorfer Ausstellung 1902: Goldene und Staats-Medaille. Siebei» Fflgpappe D. B.G. 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