Samstag Ä. Mai 1903 153. Jahrgang Zweites Blatt. Nr. 102 n Ubrefle tüt Deoeschenr Anzeiger «leben, fr"nlprfd)anld)lu6Vlr 51. rm Uns wird sie Rede stehen, die Regierung. So haben vielleicht die erlauchten und edlen Herren gedacht, die Sine neue „Unfreundlichkeit". Unser Berliner parlarneutarrscher Mitarbeiter schreibt enterm L Mai: in Brest, Marseille, Nantes rc. vor). Mentone, 1. Mai. Fürst Ferdinand von Bulgarien leidet an rheumatischen Schmerzen und muß das Zimmer hüten. Infolge dessen wurde seine Abreise noch verschoben. (Tie Krankheit kommt dem Fürsten angesichts der Vorgänge m seinem Lande sehr gelegen. D. Red.). Rom, 1. Mau Ter ,Popolo Romano* giebt ein Ge- M W S*'s 1U la for Ladies sh Cir^ the Summer linbles Q Wednesda.v ,ter J at 3 p. May \ “Lgirem teLessons iW« rücht wieder, wonach durch Vermittelung Delcastö'S ein Einvernehmen zwischen England und Frankreich getroffen wurde, auf Grund dessen Frankreich den westlichen Teil von Marokko als AuSdehnungSgebiet erhält, bie Seeküste aber unberührt bleibt. — Verschiedene Blätter fordern die Regierung auf, falls Oesterreich-Ungarn von den ihm laut Art. 26 des Berliner Vertrages zustehenden Rechte der Besetzung des ganzen VilajetS Novibazar Gebrauch machen sollte, sich rechtzeitig in Wien mit dem Auswärtigen Amte zu ver- tändigen. Wien, 1. Mai. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses bringt Herzog (parteilos) den Antrag ein, daß die Juden nicht das österreichische Staats- 4>ie Heutige Kummer umfaßt 18 Seiten. egg== W- ^L^hanftt^ uadthen eibermad)?n JL [ *eJbcn fiel. |U21(8 ^^ufmäbdjtn * ju«äb^ ^e!1 kann alsbaiö Hutung die 2 ,ei,ern' tjamilien. • «b. unt. k. e. 2R »ÄlllkNU l6e Arbeit flt|udlt jafll Elches im kochen bewandert isi mlb ifPft ioion 'u Näheres in der ÄL »Ä? IKauu, der 3 ^al)ie aui Äaudureau und in Arbeit tätig war, lucht jen geringe Aergntunq. jen in der Lxp. >0-'^ Tüchtiger Schlosser rt Stelle. Ah. «ibcrt ld, Schanzensirape 2. sürjung.Mäbcheo,hit!. Leam/entochchÄnwiigö- uifin. Ronior. lla^mtntoreibenuiib ne erlernt u. gute twr- i(aiifin.9ud)iuhnuig, ^eMrechi. U.jjnwv c.vrMand^L^.ttv. ■ »TttiuVtU sucht >, am lickten rn einem marvigeschäst. Cfi.imL Ib an die ^ped. d^ esMavchculuchN'U"^ erenieinen^annl'ev^ weiteren A^iidungm Ite b°i . Ofiedenu"!. ^peöitmOJöL^ au bet SonmagS. Dem Greben er Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Sesslsch«» Landwirt dre •itbteer Zamilien blätter Dicrmal in der Woche de »gelegt. RolaIion-druck u. Verlag bet e t ü h l'schen Unioerl.-Buch- u-Glein- bruefetn lAiehch Erden) -iedakiion. LrpedMon und Druckerei: steinjuQitt 23, iWW beit per |ojort gewchl. Oslaiilage 39, pan. Bin Mädchen, welche- i)tu kann, zu einem Ehepaar per 15. 2!a> rch Krau Hütten. Leltersmeg 67. iraoes Hausmädchen, h jervieren Iqiiii, imbei |e p. 1. Qum eteUg. d. iberger, ÄeUersnjcfl*)?. «erftn 1 Mai- Aus Basel meldet man: Der Lverialzuq mit dcm Kais-er ist von Straßburg kommend beute mittag 3 ähr 25 Min. hier eingetrossen und nach vollzogenem Ma chinenwechsel 3 lU)i 35 9?hiL toeiter ge- fabren Der Kaiser verblieb wahrend dreier Zeit im Wagen. 2er Bahnhof war polizeilich gesperrt. Eine große Anzahl Neugieriger hatte sich eingefunden. _ Bei den Hoch-eitssestlichkeiten deS Großherzogs bürgerrecht erlangen dürfen, im Ghetto wohnen, von Wehrdienst und öffentlichen Aemtern ausgeschlossen sein und einen großen Prozentsatz von ihrem Einkommen zahlen sollen, ferner keine höheren Schulen besuchen und an keiner Zeitung Mitarbeiten dürfen. Bei der Anfrage deS tschechisch-radi- taten Baxa über die Nichtaufnahme tschechischer Reden inS Protokoll kommt es zu stürmischen Szenen zwischen den Tschechisch-Radikalen und dem Präsidium. In der Beant- wortung der Interpellation Skedl betreff« der rumänischen Juden erklärt Ministerpräsident v. Körber, die gemeinsame Regierung würde vom Humanitären Standpunkte eine Verbesserung ihrer Lage lebhaft begrüßen. Budapest, 1. Mai. (Abgeordnetenhaus.) Ministerpräsident v. Szell reicht einen Bericht über die Verfügungen ein, welche er infolge der Nichterledigung der Ge- etzvorlage über das Budgetprovisorium bezüglich der Fort- ührung des Staatshaushalts getroffen hat. v. Szell, unter Toben und Fuß stampfen der Opposition ferne Rede fottsetzend, weist den Vorwurf der VerfaffungSverletzung zurück. v. Szell bebauert mit erhobener Stimme, daß ein Teil der Opposition die Redefreiheit so auffaffe, daß sie den Ministerpräsidenten nicht sich rcchtfettigen läßt gegen den Dorwurf deS VerfastungSbruchS. Da der Präsident die Ruhe nicht Herstellen kann, wird die Sitzung unterbrochen. Nach einer Pause setzt Szell seine Rede fort. Bald ertönt neuer Lärm. Der Präsident verliest den Paragraphen der Hausordnung, nachdem ein Ruhestörer, der trotz Ermahnung dabei beharr, eine Ordnungsstrafe erhält. Hollo, Gabriel und Ugron beschuldigen den obersten Rechnungshof der Verfassungsüberschreitung. Szell rechtfettigt den Rechnungshof. Neue stürniische Szenen, sodaß Szell nicht mehr zum Wott gelangt, worauf die Sitzung wieder unterbrochen und eine Pause angeordnet wird. Nach der Pause setzt der Ministerpräsident seine Rede fort, wobei der Lärm unausgesetzt fortdauert. Der Ministerpräsident kann minutenlang nicht zum Wort kommen. Die Sitzung schließt unter großer Aufregung. Arozetz Wo.ff vor dem Aerwaltungsgerich^Sof. Originalbericht von unserem R. B. - Korresponbentrn. Darmstadt, 1. Mai. In der heute früh 9 Uhr fortgesetzten Verhandlung wurde zunächst der Beriet des Herrn OberlandesgericbtS- rat Hannen über die -wischen den beiden streitenden Parteien stattgehabten Erörterungen, namentlich der Konflikte Wolffs mit dem Ortsgerichtssekretär Kost, dem Direktor Dr. Kohler, dem Sparkasfenrechner Kumpf, den Ortsgerichtsmännern usw. zu Ende geführt. Tann begann das Verhör der für heute geladenen 20 Zeugen. Zeuge Fran- Schi ff-Offenbach, Dersorgungsanstaltsoerwalter daselbst, katholisch, sagt aus, daß sein Verhältnis zu Wolff anfangs ein seyr gutes gewesen fei. Er habe seine Stellung am 1. Januar 1900 übernommen und viel näheren Verkehr mit ihm gehabt. Im Herbst 1901 bemerkte er jedoch, daß er dem Wolff nicht mehr recht sei und dieser ihn durchaus weghabcn wollte. Wolfs habe in einseitiger Weise den Schwestern am Versorgungshause stets Recht gegeben und ihm im Februar 1902 gesagt, er, Zeuge, sei die Ursache aller Beschwerden. In einer späteren Besprechung habe er den Zeugen einen „elenden Lügner" genannt Früher habe ihn Wolff aufgefordert, er möge für ihn günstige Artikel in die Zeitungen bringen. Wolfs hab« ihn auch gelegentlich eines gemeinschaftlichen Besuchs der Frankfurter Unfallausstellung ausgefordert, mit ihm in eine „Animierkneipe" zu gehn, Zeuge solle ihm auch nicht mehr als Boten „den alten Richter", sondern em „dralles Mädel" senden. Ferner habe ihm Wolff einmal gesagt, er müsse Rechnungen bezahlen und brauche Geld, 1000 Mark- der Zeuge sitze ja förmlich in Geld und könne ihm die wohl lechen. Wolfs bemerkte noch, er sei ja auch Schuld daran, daß des Zeugen Gehalt um 1000 Mark aus- gebessert worden sei. Zeuge bezog im ersten Dienstjahr 220U Mark neben vollständig freier Station für sich und seine Familie, vom Zweiten Jahr ab 3200 Mark. Wolsf habe ihn auck ersucht, in dem „Großen Kolleg-Prozeß", der gegen denselben vom Äaf ier zu Offenbach eingeleitet wurde, zu seinen Gunsten zu sprechen und den sozial- demokratiscken Stadtverordneten Gregor Schmidt zu bestimmen, daß er nicht mehr Angriffe gegen ihn im Stadt- 1 verordnetenkollegium erhebe. Ter Beigeordnete habe auch ' Den der Verwägung des Armenhauses Naturalien, Eier, t, mi -ldig ' geblieben. Zeuge Hove deshalb bi« . je aus eigener Xafije gtßedi, Denn es wäre Wolff ooch unangenehm ge* , wesen, wenn in den Büchern dre offenen Posten gefunden SletzeimAnzeiger« yj General-Anzeiger v v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen von Sachsen brachte der Kaiser, der die Königin 1 der Niederlande zur Tafel geleitet hatte, in feiner > markanten, packenden Weise folgenden Toast aus: , „Auf Wunsch und mit Genehmigung Ihrer Majestät , bet Königin der Niederlande mache ich mich zum Dol- 1 metsch der Gefühle dieser festlichen Gesellschaft, um dem hohen Brautpaar unseren herzlichsten Glückwunsch zu Füßen zu legen. Dläae der Bräutigam die Braut treu ; ------ , — ------ „ , , behüten und sie auf Händen tragen im Dienste der Minne im preußischen Herrenhaus den Ministerpräsidenten der Weise der alten Markgrafen von Thüringen! Die । Grafen Bülow ersuchten, im Bundesrat dafür einzutreten,! Großherzogin tritt in die Reihe der Fürstiniien, der Nach- daß eine Kündigung der bestehenden Handelsverträge folgerinnen der heiligen Elisabeth, die ich selber mit SdOtz sowie der tünobaren Meisibegünstigungsoerträge, alsbald .u meinen Ahnen zahle. Alle Gefühle für das neuner- erfolge. Aber die Regierung icheute sich nicht, dem ersten mählte Paar fasse ich zusammen in den Ruf: Gott segne, Sä-merz der Ablehnung im Rmä-stag heute den -werten scheue und behüte euch!" hinHuzusügen; ja, sie verschärfte die „Unfreundlichkeit" Zm preufe. Abgeordnetenhause fand heute — das ist die von agrarisä-er Seite gewählte Bezeichnung bjc Beratung des vom Herrenhause in abgeänderter Fasfung — noch dadurch, daß sie überhaupt keine Antwort erteilte, »urückgclangten Gesetzentwurfes über die Befähigung sondern mit ostentativer Eile den Saal verließ, als Grafik den höheren Verwalt ungsdien st statt, von Finkenstein-Schönburg die Annahme des Kundigungs- Zentrum, Nationallibcrale und Freisinnige Vereinigung begehrens beantragte. Nicht ein einziger Regierungo-kom- krackten einen Antrag ein, in den g 4 bic vom Herren- mi|far blieb zurück; es war wie eine Flucht. Ei,enbahn-I gestrichenen Worte „nach seiner Annahme durch die Minister Budde nahm ine offenbar vom Grafen Bülow aus- l Minister deS Innern und der Finanzen" wieder einzugegebene Entfernungsparole so gewisfenhaft, daß er feton fügen, der mit 164 gegen 130 Stimmen angenommen wurde, von seinem Platz aufsprang, als der bekannte agrarisä)«: Alsdann gelangte daS Gesetz mit dieser Aenderung zur Führer Graf Mirbach^orquitten sich anschictte, zur Ver- Annahme. Die gesamte Rechte- stimmte gegen das Gesetz, staatlichung der Lstpreußischen Südbahn das Wort zu er- ^ie Vorlage ist indes gescheitert, da eine Einigung greifen. Die Heiterkeit des Hauses über den Irrtum be- .Zischen dem Abgeordnetenhause und dem Herrenhause lehrte Herrn Dudde, daß der Moment noch nicht gekommen Zustande kam. — Tie gemeinschaflliä)e Sitzung der beiden war, und ob der befreiten Sorge lächelnd verlängerte der Däuser des Landtages fand um 4 Uhr nachmittags statt. Minister seinen Aufenthalt noch um eine Weile. Kaum Verlesung einer königlichen Botschaft durch den Justiz- war der Abzug der Regierung erfolgt, da sprach Graf Minister wurde die Session als ge,chlossen ertiärt tzinkenstein fein „Bedauern" darüber aus, daß die Regier- Me verlautet, hat der preußische Juitizminister eine ung sich der Verhandlung dieser die Interessen Tausender ^reitS im Landtage angekündigte Verfügung erlafsen, berührenden Lebensfrage entziehe. Nachdem bann noch n^mach mehr alS bisher dringende Rechtsstrcitigkeiten etliä,e Männer mit Ar und Halm kundgetan hatten, daß während der GerichtSferien als sogenannte durch „Zufälligkeiten" ihre Unterschrift unter dem Antrag ns ach en zu behandeln sind und danach auch wäh- forlgcbltebcn sei, trat Graf Mirbach in die Schranken, ^nb dieser Zeit zur Verhandlung kommen sollen. Er war trotz der empfangenen Kränkung so großmütig, der vor Den Neuwahlen zum Rciä)Stag, in der Regierung Den Beistand der Agrarier anzubieten: „WirI Qcit vom 3—6. Juni, wird in Karlsruhe die Tagung wollen dre Position der Regierung in den künftigen Han- b(»r deutschen Ko lo nial g e s e l lschaf t abgchatten delSoerttagsoerhandlungen srärken". Nebenbei fordern bic werden. jetzigen Getreidepreise gebieterisch, daß bie Landwirtschaft I „ Genosse" PSuS ist, wie erwähnt, kürzlich mit -wei auS ihrer traurigen Lage befreit wird. Jeder Tag sei lederen sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten in ostbar, der die Landwirt,chaft aus der Misere der Caprivi- Des s au auf einem varlarn en tar is che n Abend des chen Handelsverträge herausbringe! Emen Zollkrieg anhaltischen Staatsrnrnisters v. Dallwitz erschienen und bei -rauche Deutschland nicht zu fürchten. Entschiedenen Wider- dieser Gelegenheit vom Erbprinzen in die llnterhalt- spruch erhob gegen die Forderung der Handelsvertrags- un0 gezogen worden. PeuS fuhrt ün „Volksbl. für Anhalt" kundiauna der irühere preußische Landtmrtsä)aftsminister die Fürsten zweifellos noch auf abseh- Dr. v. Lucius, Den freilich als Mitglied Der Regierung hcire Zeit wesentlich mitbestimmende Fak- Caprivi bie Agrarier im ungünstigsten Andenken toten in unserer ganzen sozialen und politischen Ent- Herr v Lucius machte interessante Mitteilungen, welche Wickelung seien und es der Sozialdemokratie darum vollauf Scluvierigkeiten seinerzett bei den gettenden Handels-\antommen müffe, auf diese Fürsten Einfluß zu Verträgen der 5 Mark-Getreidezoll im Reick)Stag bereitete, gewinn en". (Ob nicht selbst Herr Ulrich über diesen „Wir waren sehr zufrieden, als das Zentrum ben o ©iart- naiDtn Scher- seines Kameraden lächelt? D. Red.) Zoll zugestand; das war das Aeußerste, was damals er- ------- rcidjbar wart'. Dr. v. Lucius erklärte die Annahme des I Wahl-Veweguug. Antrags für einen Sch^g ins Wasser; die er un e en l «r £* e» 1. Mai. Erne VertrauenSmänner-Versammlung Angriffen gegen ben „Buno ber Landwirte. F-Hr. von für Alzey-Bingen Rechtsanwalt Dr. Elaß.Mainz auf und Manteufsel, den man häufig als den Führer der gemäßigten zwar in Uebercmfhmmung mit dem Bauernbund. Von anderer und regierungssreunblichen Konservativen bezeia-net, fajlug I 5€ite beablichtigte man, den Vorstand des landwirtschaftlichen heute einen recht kräftigen Ton an. Er tadelte die hßereinfi, Lichtenstein, auszustellen. wie die Verbündeten Regierungen es abgelehnt haben, uni ------- Reichstag einer großen Partei auf ihre Interpellation zu I £eer und Flotte. antworten", und versetzte der Rcgierunz^n^u^ch-n Der Bund-Sret beantragt bei der Stick: Wenn die Interpellation von der Linken emgeorau)ii *• -vtuu. /r , . ~ J..„ . worden wäre, dann hätte di-Regierung etfng geammoitet ®unbe6o«1amm(ung die N-ubewaffnung der F-Idartillerie mit Frhr. o. "Manteuffel schloß mit der Versicherung, daß teuic t>em von der Expertenkommission vorgelchlagenen 7,5 Zenti- parlamentarische Mehrheit für Handelsverträge auf Kosten meter-Rohrrücklaufgeschütz der Firma Krupp in Esten. Die Der Landwirtschaft zu haben fein werde. Grat Eulenburg- MunitionSwagen, Munition u. s. w. sollen in der Schweiz Prassen ermahnte feierlich die Regierung, den ihr von Lj^geftedt werden. Die bisherigen 56 Batterien zu sechs ben Agrariern gegebenen Rat zu befolgen. Sonst trage . ^Erden ersetzt durch 74 Batterien zu vier Ge- fie die Verantwortung. Zwei Oberbürgermeister, Die bofür roirb blc MunitionSdotatton für jedes Geschütz treter Breslaus und Kölns, nahmen sich rn beredter uno iv erböbt. Die Versuche mit Feld» Md£^bf?genmir|te" aüf b^ leiUn haubi^cn und Geb.rgsgeschützen sind noch nicht abgeschlosten. Mätze de- Regierung hin- „Sie sehen, wie die Regierung Tie Kosten der Neubewaffnung der ^eldartillene betragen über Ihren Antrag denkt" Da ertönte der im Herrenhaus 21 700 000 frxS., wovon 700 000 Frcs. aus dem Fonds noch nicht dagewrsene radikale Zivischenruf: „Tie denkt bcn ©rfsg fluä dem Verkauf alter Waffen gedeckt werben überhaupt nicht!" Oberbürgermeister Bender-Breslau ver- während 21 Millionen aus der am 26. März be- setzte die Großgrundbesitzer in lebhafte Erregung durch cch^^nen 3proz. Anleihe zu decken sind. Ausführungen, daß es Der Landwirt,chast nicht so schlechtf' . gehe, wie behauptet wird. Der Verlust der HandelSverttage würde die Brüte der Städte vernichten. Dann schkotz die ÄUöllUlv. Debatte. Ter Antrag auf Kündigung der ^anbelöuertrage l * . „ . . m. wurde wie zu erwarten war, angenommen. Beiläufig Paris, 1. Mai. An das Franzlskanerkloster m Nizza ftimmte auck der frühere Staatsminister von Bötticher, wurden gestern bie Siegel angelegt. Der Richter war de* der jetzige Oberpräsident von Magdeburg, dagegen. $lc gleitet von 150 Polizeiagenten und zwei Kompagnien deS unterlegene Minderheit hot die Genugtuung, dag Die S)inge ß c^^rbataillonS. Die Kapelle war mit Andächtigen ge- fo bleiven, tvie sie sind. Tie Regierung lehnt den un- nuc em em,jger Mönch war zugegen. Dieser weigerte erbetenen Rat ad, sie verzichtet er Rohr mann, er habe oft gehört, daß Wolfs seine Rechnung für die Naturalienlieserungen verlangt habe. Sctsäff leugne jetzt auch, den Hüber geschlagen zu haben, er lsabe aber dem Zeugen gatiz unzwetdenttg erklärt, ,cher Schlauch hat bei dem Hüber seine Schuldigkeit getan". Frau Schiff, dte nahe an 60 Jahre zähle, sei sehr eifersückstig gewesen und der Sohn Otto Schiss habe sich gerühmt, den Vater geschlagen zu haben, wett er feine Frau wegen des Vorwurfs seiner Beziehungen zu den Dienstmädchen mißhandelt habe. Schif habe auch bei einer Gelegenheit gesagt: Man müsse sich nur heraushelfen, auf die Wahrheit komme es dabei so genau nicht an. — Kaufmann Georg Wi nter hat eine Stieftochter Schiffs zur Frau und bekundet, daß .hm Schiff von der Aufforderung Wolffs zum Besuch einer Animier kneipe und auch davon Mitteilung genta ctst habe, daß er von diesem kein Geld für die ')taturaiien- licfcrungcn bekommen könne, derselbe auch Zumuttingen gestellt ljabe, die sich ein Vorgesetzter gegen seinen Untergebenen nicht erlauben dürfe. Zeuge gibt zu, daß er sich bei Wolff um die freigewordene Spa.kasscnrechnerstelle beworben, aber eine wenigstens indirekte Ablehnung erfahren habe. — Zeuge Schneidermeister Crede hat in Ausübung seiner städtischen Aemter und als Geweibegenchtsbeisttzer nie irgend welchen An stand gegen WolfsS Amtsführung gehabt. — Zeuge Jakob Port ist Stadtverordneter in Offenbach und gibt nähere Auskunft über die Verhandlungen uu Kollegium wegen der Dispensierung resp. Entlassung Wolffs. Ur sei gegen diesen '.Intrag gewesen, habe aber schließlich dafür gcjtininu, nacUöein Stadto. Ulrich denselben dahin utotiviert habe, daß man damit gewissermaßen eine höhere Instanz, das Verwaltungsgericht, zur Entscl-cib- ung veranlasse. Letzter Zeuge ist Oberbürgermeister Brink- Offenbach. Er verbreitet sich in sehr ausführlickier Weise über die ganze Situation ui Ljcnbad), wobei er im wesenl lichen bic^ Behauptung der Anklage wiederholt, und wird morgen noch weiter vernommen werden. Die Sitzung wurde jegen 8 Uhr abgebrochen und wird morgen früh 9 Uhr ortgesetzt. Ans Ztndt inii) Land. Gießen, 2. Mai 1903. - Personalien. Ter Großherzog haben dem Oberstleutnant a. D. Cullmann, seither Kommandeur des Genbarmerie-DistriktS Rheinhessen, den Charakter als Cber|t verliehen; dem char. CberfUeutnnnt Freiherrn von Nor - mann, Kommandeur des Gendarmerie-Distrikts Rheinhessen, und dem char. Major Zahn, Kommandeur des Gendarmerie- DistrittS Oberhessen, Patente chres Dienstgrades erteilt; den Major a. D. Schmidt ä la saite des Großh. Gendarmerie* orpS gestellt und dem seitherigen unberittenen Oberwachtmeister in diesem Korps Müller den Charakter als Leutnant verliehen. — Dem Pfarrer Hermann Bernbeck zu Staden wurde die evangelische Psarrstelle zu Okarben, Dekanat Rodheim, und dem Pfarroermalter Peter Schweickert zu Schwickartshausen, Dekanat Nidda, die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen. ** Gießener Volksbad. Im April wurden 7140 Bäder verabreicht gegen 7921 im März 1903 und 7366 im April 1902 oder un Durchschnitt auf den ganzen Badetag 286 Bader gegen 278 im März 1903 und 272 im April 1902. Ter Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Das Schwimmbad benutzten 3112 Männer, darunter 722 für 10 Pfg., und 770 Frauen, darunter 189 für 10 Pfg. Wannenbäder 1. Klasse nahmen 222 Männer und 77 Frauen, Wannenbäder 2. Klasse 638 Männer und 425 Frauen. Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage benutzten zusammen 112 Männer und 20 Frauen, Brausebäder 1527 Männer und 237 Frauen. Der Personenwage redienten sich 180 Personen. Das Bad wurde von 9 Per- onen besichtigt. *♦ Die hessis che Infanterie begeht am 1. Juni neses Jahres einen Gedenktag. Dor 100 Jahren wurde it in drei Feldbrigaden zu drei Bataillonen und drei ieservebrigaden zu zwei Bataillonen eingeteilt. Ferner wurde aus den Stämmen des aufgelösten Leibgrenadier- bataillons das jetzige Zwecke Bataillon als Füsilierbataillon der Brigade vom Ätndgraf errichtet. Zu dieser Brigade gehörte noch das Regiment Landgraf (jetzt Nr. 117) mit der Garnison Gießen. ** Gemälde-Ausstellung am Brand. Morgen Sonntag sind die Gemälde der Karlsruher Kunstgenossen- chaft, sowie die 35 Gemälde, welche erst feit Mittwoch ich in der Ausstellung befinden, zum letztenmale ausgestellt. Es sei daher der baldige Besuch der diesmaligen Ausstellung nochmals aufs Angelegentlichste empfohlen. Kommende Woche wird eine aus 114 Gemälden bestehende kollektiv - Ausstellung des Malers Robert Buechtger- München, in unseren Räumen zu sehen sein. Von Montag ab bleibt die Ausstellung einige Tage geschlossen. ** Besitzwechsel. Das Anwesen Marktstraße 19, either dem Messerschmied Georg Schwan gehörig, wurde ür den Preis von 26 500 Mark von dem Schirmmacher Heinrich Sack gekauft. (!) Großen-Buseck, 1. Mai. In der Mittelstmühle bei Trohe ist eine Schuhfabrik errichtet worden, in der etwa 25 Arbeiter beschäftigt sind. -Lollar, 1. Mai. In den Gemarkungen Lollar, Daub- ringen und Mainzlar soll der Lauf der Lumda reguliert werden, wobei über 30000 cbm Erde zu bewegen find. Grünberg, 1. Mai. Zur Warnung vor unbekannten Hausierern diene folgender Vorfall: Einer hiesigen Frau wurde ein Artikel um die Hälfte des geforderten Preises gelassen. Einige Sekunden, nachdem die Summe mit einem Fünsinarkslück an die Hausiererin bezahlt war, wurde die Käuferin von letzterer angesprochen: , Sie haben mir ja einen Taler gegeben. Obgleich ziemlich fest vom Gegenteil überzeugt, wollte die Frau in chrer Kaste nachsehen, da sie bestimmt wußte, nur zwei Fünfmarkstücke zu besitzen. Das kleine Töchterchen des Hauses hatte aber bemerkt, »daß die fremde Frau den großen Taler der Mutter in die Tasche gesteckt und einen anderen auf den Tisch gelegt hatte". Nachdem die Hausiererin nun Bekanntschaft mit der Polizei machen sollte, zog sie es vor, Reißaus zu nehmen. (Gründ. Anz.) (:) Alsfeld, 1. Mai. Hier wurde ein Geflügel- Zuchtverein gegründet. Lehrer Fmk in Zell wurde zum ersten Vorsitzenden erwählt. Alsfeld, 1. Mai. Die von Architekt L. Hofmann in Herborn gelieferten Pläne zur Wiederherstellung der Walpurgiskirche haben dem Ministerium, dem Tenl- malspfleger für die Provinz Oberhesten, Prof. Walbe in Darmstadt, sowie dem Großh. Oberkonsiftoriimi zur Genehmigung vorgelegen und sind nunmehr wieder an den Kirchenvorstand zurückgelangt. R. B. Darmstadt, 1. Mai. Die Beisetzung der Leick)e des auf so traurige Weife durch den Unfall auf der elektrischen Bahn ums Leben gekommenen Obermeoizinalrctts Tr. Krau ße r fand heute mittag in feierlicher Weise und unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung statt. 2lu: dem Friedhof waren viele Vertreter oer Gast war ganz von der Menge gesäubert, sodaß der ersten Ausfahrt des Königs nach dem in der gleichen Straße belegeneu Elhsee nur Journalisten und Schutzleute beiwohnten. Madrid, 2. Mai. In Almeria setzte eine Gruppe Demonstranten das Steuergebäude in Brand. Die Gendarmen wurden mit Steinwürfen empfangen, welche daher Gebrauch von ihrer Waffe machten unb mehrere Tumultuanten verletzten. — In Zumilt'a (Provinz Murciadrangen die Demonstranten in das Rmhaus, wo sie Arbeit oder Brot forderten. Auch hier wurden Revolverschüsse auf die Gendarmen abgefeuert. Die Gendarmen erwiderten das Feuor, töteten zwei Personen, zwei andere imtrben schwer verwundet, darunter der Gendarmerie- Ko mm andant. Chiasso, 2. Mai. Ter Zug mit dem deutschen Kaiser traf 12 Uhr 30 Min. hier ein und fuhr nach kurzem Aufenthalt weiter. Wi en, 2. Mai. Die Pforte bereitet eine Note an die Mächte vor, worin sie erklärt, daß die Dynamit-Attentate in Saloniki ein anarchistisches Werk seien. Sie werde daher entsprechende Maßregeln ergreifen. Zu- nächst wurde der Belagerungszustand über Saloniki und Umgegend verhängt. In htestgen diplomatischen Kreisen ist man betroffen über die Unfähigkeit der türkischen Behörden, welche die seit langem avisierten Bombenattentate nicht verhindern konnten. Oesterreich und Rußland empfehlen aufs dringendste die Anwendung der äußersten Machtmittel gegen die bulgarischen Banden. An der Verfolgung der Bombenwerfer beteiligen sich ausschließlich Gendarmen und Polizisten, woraus zu schließen ist, daß Militär trotz dar avisierten Gefahr gar nicht in Bereit- schafl war. Konstantinopel, 2. Mai. In der Vorstadt Kassim- Pascha wurden «uif offener Straße vier Leute, anaedlich Macedonier, von drei Polizisten angeariffen. Bon den Macc- doniern wurde einer am Kopse schwer verletzt, die anderen entkamen. Von den Polizisten wurden einige stark verwundet. Unweit Florina im Wilajet Ätonastir fand ein Zusammenstoß zwischen bulgarischen Banden und türkischem Truppen statt. Die Banden enttarnen mit Hilfe der bulgarischen Dorfbewohner au» der Nachbarschaft. Im Bezirk de» dritten türkisck-en Armeekorps wurden an der bulgarischen Grenze 14 Militärstationen errichtet. Petersburg, 2. Mai. Hier verlautet, daß ein Besuch König Eduards am 7. Juli in Aussicht steht. Ter Aufenthalt des Königs soll drei Tage dauern und sich auf Peterhof, Krasnoje Selo und Petersburg erstrecken. Im hiesigen Hofministerium steht noch die Antwort auf eine Anfrage aus London in der Sache aus. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. H 8*/te/o Reiohsanleihe . . 103.— 8°/0 do. . . . 92.04 8*/a0/o Koneols .... 102.06 8% do.....98.56 8‘/t°/o Hosaen .... 101 03 8OberheeBon . . . 101.02 4-6 Oeaterr. Goldrente . . 103.07 4* Oeeterr. tiilberrente 101.00 4-6 Ungar. Goldrente . . 102.04 4°/u Italien. Rente . . . 104.01 4‘y>% Portugiesen . . . 63.03 8°/ Portugiesen.....82.04 1-6 0. Türken .... 87.01 Türkenloee......131.06 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 46.00 4‘/f% äussere Argentiner —.— M 2. Mal 1»C8. 8% Mexikaner .... 27.45 iVtVo Chinesen .... 93.04 Electric, bobuckort ... 100.00 Nordd. Lloyd . . . . —.— Kreditaktien ..... 217.07 Diskonto-Kommandit. . . 190.07 Darmstädter Bank . . . 141.16 Dresdener Bank .... 151.01 Beniner Handelsgee. . . 158.02 Oeeterr. Staatabahn . . . 148.04 Lombarden.....14.06 Gotthard bahn ..... 190.75 Laurahütte...... 222.— Bochum ....... 184.04 Harpener......185.00 Tendenz: ruhig. Aufforderung. Die für das Rechnungsjahr 1902/03 rückständigen Kapital- zinsen können innerhalb der nächsten 14 Tage an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag (letzterer Tag nur vormittags) noch ohne Rosten zur Uni» versitätSkasse bezahlt werden. Gießen, den 2. Mai 1903. Großh. Universitäts-Rentamt. Weimer. (3669 Bcrdingung. Nachoerzeichnete Arbeiten für dir Feldbereniiaung Gießen rechts der Lahn Jollen im Wege schriftlichen Angebotes öffentlich vergeben werden: 1) 'Brechen von Steinen | K 2) Aniahren derselben ? ? 3) Ausjeyen derselben J a 4) Grabenarbeiten 180 m. Voranschlag und Bedingungen liegen der der unterzeichneten Behörde zur Einsicht auf. Angebote haben in Prozenten des Voranschlags zu eriotgen. Tie Offerten sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zurnDicutz- tag den 5. d. Mts., vormitt. 10 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde emzureichen, woselbst deren Eröffnung um die genannte Zeil in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter stattfindet. Gießen, am 1. Mm 1903. Großh. Äulturinfpeftton Gießen. __________Wlßrnan ix.______3652 Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und Montag: 3598 6tfüljrnrs(0d)ftnfl.40|lfg. KiuSÜeilch 56 M Fsl. fcrahni-Talelbiitler echten Euimenthaler Käse prima vollfetten Edamer Fromage de Brie i. Ausschnitt kleine und grosse Camemberts sehr beliebte Frühstückskäse prima vollfetten Romatour „ Allgäuer Limburger fette lange Kümmelkäse „ Bauern-Handkäse Parmesan- und Kräuterkäse empfiehl r 364n Georg Wallenfels Marktplatz 21 Telephon 46 Prima Sauerkraut „ Salzgurken Essiggurken Eingemachte Bohnen empfiehlt billigst 3557 Theodor Hinkel, Kreuzvlatz 6. Anerkannt vor- J zügliche (3674 A Cigarren v l in allen Preislagen, ' | bei " Carl Retter, Schnlstraste, Ecke Sonnenstr. A erstlich empfohlen. Vielfach preisgekrönt. 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ROLANDv.HAMBüRü ? ROLANPv.nAMDunu ? Textors Terrasse. Sonntag de» 3. Mat, nachmittag» präzise 4'/. Uhr: Zweites und letztes 8639 Gröhes Humorist. Konzert veranstaltet von Han» Ramseyer unter Mitwirkung von Frl. Lisa Stamseyer und Frl. Isa Trangeusteiu. — Ganz neue», amüsantes Programm. ■— Buntes Theater Vier Jahreszeiten. lIm Dheatersaal.) Sonntag den 8. Mat, abend» 7.9 Uhr: (lleberbrettl) 02176 arrangiert von Hans U«m*eyer mit Gefellschalt. Sehr humoristisches, abwechfeluugsreiche» Programm. Anfang >/,9 Uhr.Eintritt 50 Pfg. Ende 11', Uhr. Gießener Stadttheater. Sonntag den 3. Mai 1903 Auf allgemeinen Wunsch wiederholt: Die Geisha. &nc japanische Tneehausgeschichte mit Musik in 8 Akten von Sidney Jone». Montag den 4. Mai 1903: Die schöne Helena. Operette in 3 Akten von Offenbach. In Vorbereitung: Der Mikado.