Erstes Blatt. J»ie heutige Wummer umfaßt 10 Seiten. t>on Natal Rauben, auf diese Konferenz werde beinahe unmittelbar die Föderation Südafrikas folgen. Freitag 2. Januar 1903 ein des 153. Jahrgang v?zug»pret»r monatlich 7bPf., viertel* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.- durch die Post Pik. 2.— viertel» jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen tut die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal I2Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich Kit, den polit. u. aHgem. ieifi t.V.: Fr.Hannemann; für,Stadt u. Land" und »Gerichtssaal-: Lurt Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Kolilische Tugesschau. Die Neichseinnahmen des Vorjahres. Tie Jsteinnahme an Zöllen und Verbrauchssteuern hat ln den ersten 8 Neonaten des laufenden Etatsjahres Ö16.1 Millionen Mark oder 1.9 Millionen Mark weniger als im gleichen Zeiträume des Vorjahres betragen. Tie Zuckersteuer weist ein Weniger von 5.7 Millionen, die Brausteuer ein solches von 1.4 Millionen Mark auf, während die Brennsteuer 2 Millionen, die Maisch b o ttich st euer 0.9 Millionen Mark mehr erbracht haben und die Schaumweinsteuer mit einem Ertrage von 2.4 Millionen Mark erscheint. Bon anderen Einnahmezweigen Haden die Reichsstempelabgaben in den ersten zwei Dritteln des laufenden Etatsicchres 49.9 Ausland. Wien, 1. Jan. Heute mittag gab Graf Lamsdorff Chamberlain über die Föderation Südafrikas. Der jetzt in Maritzburg weilende englische Kolonialminister Chamberlain hat daselbst am Montag abend eine Rede gehalten, in welcher ec sich mit der Frage der Zukunft der beiden Burenstaaten näher beschäftigt. Er führte in dieser Rede den englischen Blättern zufolge aus: „Können Oranje- sluß- und Transvaal-Kolonie allein dastehen, so sind sie Äur Selbstverwaltung reif. Tie eine Grundbedingung dazu, oaß eine Kolonie Selbstverwaltung und ein Parlament erhält, ist, daß die Kolonie ihre eigene Verteidigung besorgt und daß die Reichstruppen zurückgezogen werden. Ist dies im gegenwärtigen Augenblick möglich!? Transvaal bietet außerdem ein Feld für Kapitalanlagen, wie nie eine Kolonie zuvor. Es sind dort noch unentdectte Goldminen, und Eisen rnd Kohle werden sicher in Zukunft gefunden werden. Auch )er Landbau sieht großer Entwicklung entgegen, aber das hangt von Bewässerungsanlagen ab, die gewaltiges Kapital verlangen. Dieses ganze Kapital wird wahrscheinlich nicht von Privatpersonen vorgestreckt werden und es muß mit Hilfe der Regierung beschafft werden. Zur Entwicklung der Kolonie wird eine ungeheure Anleihe nötig fein. Kann die Kolonie aber vom Geldmärkte eine Anleihe verlangen ohne Garantie seitens der Reichsregierung? Kann man aber von der Reichsregierung verlangen, daß sie die Anleihe einer sich selbst verwaltenden Kolonie garantiert? Ich kenne keinen Präzedenzfall dafür, daß die Regierung darin eingewilligt hat, einer sich selbst verwaltenden Kolonie eine Anleihe zu garantieren. Darum müssen diejenigen, welche )er Regierung in Downing Street mißtraut haben, erwägen, ob die Zeit gekommen ist, in der sie Freiheit und Unabhängigteit annehmen können. Man muß berenten, daß, wenn Kolonieen die Unabhängigkeit erhalten, ie nicht nur selbst Freiheit erhalten, sondern auch der Reichsregierung ihre Freiheit geben. Wer den Pfeifer bezahlt, muß and) die Melodce an geben dürfen. Das sind die allerdings nicht unüberwindlichen Hindernisse, die der sofortigen Föderation im Wege stehen. Briten mögen stets bedenken, daß ras Reiche geeinigt werden soll, und Südafrikaner mögen tet» darüber nachdenken, wie ihre Union möglich ist. Holländische wie englische Kapitalisten und Me Mbeiter beider Rassen mögen alles thun, um die Vereinigung zustande zu bringen ohne elende und schädigende Unterscheidungen, eine Vereinigung, die notwendigerweise vorangehen muß nicht nur im Interesse Südafrikas, sondern auch im Interesse des Reichs. 9?ad), der Meinung des Premierministers von Natal wird die Folge der Vorstellungen des Ministeriums von Natal bei Chamberlain sein, daß nach der Mreise Chamberlains von Südafrika eine Konferenz der verschiedenen südafrikanischen Kolonien einosrufen werden wird. Die Minister erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brüh l'schen Unwers.-Buch» u.Dtein- druckeret (Pietsch Erbens Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FrrnsprechanschlußNr 61. Expreßzuge ab. Er begiebt sich direkt nach Petersburg. Tas „Deutsche Bolksblatt" veröffentlicht ein Interview eines seiner Redakteure mit dem Sekretär des Grafen Lamsdorff, Sawinsky. Terselbe erklärte, daß bei den gegenwärtigen Beratungen es sich lediglich um Macedonien^ nicht aber um Handelspolttische Fragen handle. Tas faktisch erzielte Resultat betreffend die macedonische Frage sei sowohl in Wien als auch in Serbien und Bulgarien ein in jeder Beziehung zufriedenstellendes. Was die Frage des Frühstück zu 22 Gedecken, an welchem der Minister Auswärttgen, Graf Goluchowski, der Botschafter Graf Kapnist sowie die übrigen Mitglieder der russischen Botschaft mit ihren Tarnen teilnahmen. — Am .Vormtttag ließ der Kaiser burd) einen Flügeladjutanten dem Grafen Lamsdorff sein Bildnis in prachtvollem Rahmen überreichen. Am Nachmittag mürbe der Graf vom Kaiser in Abschiedsaudienz empfangen, welche zwanzig Minuten währte. — Gras Lamsdorff, welcher bis spät nachts mit Goluchowsky konferierte, rei scheute abend 9 Uhr mit dem Millionen Mark Einnahme ergeben, darunter 23.6 Millionen Mark aus der Börsensteuer. ES bedeutet dies ein Mehr Hinüber dem gleichen Zeiträume des Vorjahres von 6.6 Millionen, wovon 6.1 Millionen auf die Börsensteuer £Ü?J?,neiL Tie Post- und Telegraphenverwaltung bat 265.8 Millionen Mark oder 14.2 Millionen Mark mehr und die Reichseisenbahnverwallung 60.8 Millionen oder 3 1 Milli Mark mehr erbracht. — Die „Derb Pol. Nachr." begleiten diese Mittellungen mtt folgenden Bemerkrmgen: „Es ist fraglos, daß der obige Ausweis über die hauptsächlichsten Einnahmequellen des Reichs nicht mehr ein ganz so trühes Bild zeigt, wie es aus früheren Monatsausweisen gewonnen werden mußte. Wenn man es aber an der Hand der EtatS- ansätze nachprüft, findet man nur zwei von den hauptsächlichsten Einnahmepofittonen, die über diese Ansätze hinaus Ertrage abgeworfen haben, die Branntweinver- brauchsabgabe mit nahezu 8 Millionen und die Eisenbahn- Verwaltung mit 1 Million. Tie Zölle sind mit ihrer Zwei- dritteljahreöeinnahme hinter dem gleichen Teile des Etatsanschlages noch um etwa 10 Millionen zurück, die Post- und Telegraphenverwaltung mit etwa 8 Millionen Mark, die Reichsstempelabgabeln mit 3.3 Millionen und die Zuckersteuer gar mit 20 Millionen Mark. Gewiß sind für daS letzte Drittel des Jahres bei verschiedenen Bosttionen Ein- nahrnebesserungen zu erwarten, fo namentlich bei der Post- und Telegraphenverwaltung, ob aber diese Besserungen aus^- reichen werden, die Ausfälle zu decken, ist doch sehr fraglich, und so kann immer noch nicht damit aerechstet werden, daß die Etatsansätze von allen Haupteinnahmequellen des Reichs am Ende des laufenden Finanzjahres werden erreicht werden." Die Nnruyen in Marokko. Zur kritischen Gestaltung der Tinge in Marokko wird heute aus Paris gemeldet, baS einer Nachricht aus Tanger zufolge der Sultan von Marokko eine neue Expedition vorbereitet. Er will die von dem Rebellenführer Bua- mara eroberten 12 Kanonen wiedernehmen, und, wenn dies nicht gelingen sollte, wenigstens die Stadt Fez im Umkreise von 60 Ätti. gegen Ueberfälle sichern. Die in Fez verbliebenen Europäer, welche noch über LebenMntttel- vorräte verfügen, tragen nach Möglichkeit dazu bei, die allgemeine Notlage zu lindern. — Wie das ,^Serl. Tgbl" aus Madrid meldet, steht der Prätendent 20 Km. von Fez- Er hat großen Zulauf, da er sich, dank der erbeuteten Gelder, sehr freigebig zeigt. Der Sultan tut alles mä-gr liche, um die Bevölkerung zu beruhigen, indem er ihr den endgiltigen Sieg verspricht, aber wenige glauben ihm. Auch dauert der Unwille über feine Freundschaft mit den Europäern fort. Aus Madrid wird noch unterm 1. Januar berichtet: Silvela hatte eine längere Unterredung mtt dem König über den Aufftand in Marokko. Silvela drückte die Ansicht aus, daß der Bürgerkrieg gegen die Dynastie gerichtet sei und fügte hinzu, die Mächte gestanden Spaniern das Stecht der Jnrervention zu. Tie Regierung werde die jetzigen Umstände benützen, um die Zulunst Spaniens in Marokko sicherzustellen. Schließlich teilte Silvela dem Könige mtt, daß von den Mächten Schiffe nach Mywllo entsandt würden. Aus Paris, 1. Jan., verlautet halbamtlich, ixte Regierung verstärkte wegen der Vorgänge in Marokko die Garnisonen an der algerisch-marokkanischenGrenze, um ein Eindringen marokkanischer Banden in Algerien zu verhindern. Der in Dran befindliche Kreuzer „Du- chayla" hält sich bereit, behufs Schmutzes der Franzosen gegebenenfalls nach Tanger abzugehen. Die Ehettennung am sächsischen Königshofe. Die Trennung der Ehe des sächsischen Kronprinzenpaares soll sich, wie jetzt als bestimmt gemeldet wird, nur auf Trennung von Tisch und Bett beschränken. Bei Aufhebung nur der ehelichen Gemeinschaft ist also die Eingehung einer neuen Ehe für beide Teile ausgeschlossen. Damit will der sächsische Hof jedenfalls der Kronprinzessin die Möglichkeit zur Eingehung einer Ehe mit Giron nehmen, während ja der Kronprinz als strenggläubiger Katholik ohnehin bei Lebzeiten feiner Frau eine neue Ehe keinesfalls schließen kann. Allein nach § 1575 des B. G.-B. ist der andere Ehegatte, also hier die Kronprinzessin, berechtigt, zu beantragen, daß auf Scheidung erkannt werde, falls die Klage aus Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft begründet ist, und bann muß auch tatsächlich die Scheidung ausgesprochen werden. Zweifellos wird die Kronprinzessin von oiqem ihr zustehenden Recht Gebrauch machen und so eine staatlich giltige Scheidung ihrer Ehe herbeiführen. Dann wird es ihr möglich sein, nach Uebertritt zu einem anderen Glauben eine neue Ehe einzugehen, die allerdings nicht nach kirchlichem, wohl aber nach dem bürgerlichen Rechte der meisten Länder gültig wäre. Deutsches Wich. Berlin, 1. Januar. Nachdem der Kaiser gestern dir Rapporte der Leibregunenter und militärische Meldungen entgegengenommen hatte, kehrte er ins Schloß zurück, wo Frühsrückstasel stattfand, an der die Prinzen-Söhne, die Prinzessin-Tochter, Prinz Arnulf von Bayern, Prinz Heinrich, sowie die Damen und Herren der Umgebung und vom Dienst tettnahmen. Berlin, 1. Jan. Ein Reutertelegramm aus Peking berichtet: Tas Denkmal für den ermordeten deutschen Gesandten v. Ketteler ist vollendet und'soll am 18. Januar ein geweiht werden. An der Feierlichkeit werden deutsche und chinesische Beamte teilnehmen. Die deutsche Gesandtschaft hatte vorgeschlagen, die Einweihung am Geburtstage des deutschen Kaisers stattfinden zu lassen, China wendete aber ein, daß die Feier an diesem Tage mit der Feier des chinesischen Neujahrstages zusammenfallen würde. Die Einweihung wurde deshalb auf den 18. Januar festgesetzt. Tas Denkmal besteht in einem imposanten weißen Bogen, der sick) über die Hauptgeschäftsstraße an dem Punkte spannt, wo der Gesandte einwrbqt wurde. In den Bogen sind Bußinschriften in deutscher, lateinischer und chinesischer Sprache eingemeißell. — Der Generalintendant der Berliner königlichen Theater, GrafHochberg, verabschiedete sich, gestern nachmittag von den Mitgliedern der königlichen Bühnen und den Beamten der General-Intendantur mit einer kurzen, herzlichen Ansprache. Dresden, 1. Jan. Bei allen Anzeichen der Befferung bereitet dem König noch immer der infolge der Influenza eingetretene Husten, der namentlich während des Schlafes außerordentlich störend ist, Schmerzen. Die mehrfachen Konferenzen mit den Ministern über die Affäre der Kronprinzessin haben sehr unheilvoll auf seinen Gesundheitszustand eingewirkt. Tas Neujahrsfest wird am Hose in vollkommener Zurückgezogenheit und Stille begangen, es finden keinerlei Empfänge statt. Der Kaiser wird über das Befinden des Königs ständig auf telegraphischem Wege in Kenntnis erhallen. Weimar, 1. Jan. Wie die Zeitung „Teuffchländ" von zuverlässiger Seite hört, erfolgt die Vermählung des Großyerzogs mit der Prinzessin Karoline Reuß ä. L. im April 1903 in Bückeburg. Aer «-leyrstuyt für Yattornlökouomte an der Ilniversttät Hießen. _ . Tn zweiten hessischen Kammer ist eine Anfrage des Mbä. Koyler-LcmMorf zugeganaen, die sich in sehr eingehende: Werse mtt der Besetzung des Lehrstuhles für Nationalökonomie an unserer Universität beschäftigt. Die soeben rn den Drucksachen des Landtages erschrenene Anfrage knüpft der Deutschen Agrarzeitung" erschienenen Artikel über das Thema „Der Ackerbau in der Nationalökonomie" an, der dem „System der polttischen Oekonomie" von Prof. Ruhland daS Wort redet und mit großer Warme für die bekannten Grundprinzipien von Quesnay über die landwtttschaftliche Produllion (Physiokratisches System) eintritt. An diese Darlegungen knüpft Abg. Köhler folgende Bemerkungen; Ich bemerke hierzu, daß das in diesen Ausführungen genannte nationalökonomische Werk des Herrn Professors Dr. Ruhland aus de.r Bücherei der zweiten Kammer der Stände der Großherzoglichen Regierung und den Mit- gltedern des Landtags zur Verfügung steht. Aus chm gehen folgende Lehren hervor: Zu gegenwärtiger Zeit treten in unserem Lande die Theorien breierteier Wirtschaftssysteme als Parteianschauungen öffentlich wirksam hervor: a. in den links-liberalen Parteien — Smith-Ricardo, b. in der sozialdemokratischen Partei — Ricardo-Adarx (Ricardo und Marx waren Juden), c. in den bäuerlichen Parteien — die Weltanschauung, wie sie zumeist dem physiokrattsd-en System des Francois Quesnah entspricht. Der Anfragesteller mtt seinen bäuerlichen Freunden muß es infolge dieser Erkenntnis, daß zu den gegenwärtigen Staatszuständen........... in ganz hervorragendem Maße die praktische Einführung und Verwendung der Smith - Ricardoschen Theorien als höck>ste Staatsmaximen geführt haben, aus das allertiefste bedauern, daß eben diese verderblichen Theorien sett Jahren und besorrders in gegenwärtiger Zett als höchste Staatsweisheit den Studierenden an der Universität Gießen und nachherigen Staatsbeamten durch einen, den Börsen kreisen nahestehenden Professor und einen israelitischen Privatdozenten gelehrt werden. Der Anfragesteller erachtet es darum als einen unhaltbaren Zustand, daß die Studentenschaft der Universität Gießen infolge des gezeigten Umstandes gezwungen ist, Lehren zu unterliegen, deren Wahrheit von rhnen wohl selbst angezweifelt werden muß, und die den Ansichten her allergrößten Mehrzahl des hessischen Volkes widersprechen. Der Anfragesteller erachtet es hiernach als einzig richttg, wenn die Groß- herzogliche Regierung diese Sadje, die ftüher schon in einer Verhandlung des Landtages durch die Herren Abgeordneten Brauer und Friedrick) gestreift wurde, sich einmal näher betrachtete und Mhilfe schasste. Insbesondere erscheint es als eine gerechtfertigte Forderung der bauernfreunMidjen Kreise unseres hessischen Volkes, also der Mehrheit desselben, wenn verlangt wird, daß neben der bestehenden ordentlid)en Professur der Nationalökonomie mtt der Smilh-Nicardosd-en Richtung eine gleichgeordnete Professur mit der oben geschilderten Quesnayschen Richtung (am besten unter Berufung des Herrn Professors Dr. Ruhlano in Berlin selbst) an der Universität Gießen alsbald eingerichtet werde. Ich frage hierzu: 1. Gedenkt die Großherzogliche Regierung in Anbetracht der geschilderten Verhältnisse an der Universität Gießen eine ordentliche Professur für Nationalökonomie des Physiokratischen Systems einzurichten? 2. Im Verneinungsfalle, was bewegt sie zu der Nichtbeachtung dieser aus den Kreisen der Ntehrhettspar- teien des hessischen Volles gestellten Forderung? 3. Gedenkt oie Großherzogliche Regierung diese Fragen so zeitig zu beantworten, daß über dieselben gelegentlich der Budgetbcratnng 1903/04 zu Kapitel 36 (Landesuniversitat) im Plenum des Landtags verhandelt werden kann? AnmerkungderRedaktion: Me hier behandelle Angelegenheit wird die zweite Kammer voraussichtlich schon in nächster Zeit eingehender beschäftigen. Wir hielten es deshalb für geboten, die Ausführungen des 215g. Köhler in der Sache unter Weglassung einiger verletzender Bemerkungen hier zum Mdruct zu bringen, natürlich aber, ohne damit zu der ftreiugen Frage seloer jetzt schon Stellung zu nehmen. Man wird hier vor allem die Mtwort der Grotzherzoglichen Regierung asbzuwarten Haden. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger ** Amts-Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Besuche? beS serbischen WniaSpaareS am Zavenhvfe be» ^effe, so liege vorläufig fein Anlaß für einen solchen Besuch vor. Nichtsdestoweniger sei es aber nicht ausgeschlossen, daß das serbische Königspaar in Zukunft einmal Vom Zaren empfangen werde. Rom, 1.-Jan. Bei dem Em p fan g e im Quirin al verlasen die Präsidenten des Senats und der Kummer Adressen. In derjenigen der Kammer spricht sich die Kammer glücklich über die gegenwärtige Lage auL, die im Lande wachsende Bechätigung seiner Kräfte, den Frieden, der im Innern herrsche und den hohen Rang, den das Land billigerweise im Auslände einnehme. Tie weise Fürsorge und tiefe Liebe, die der König dem Lande widme, das Vertrauen, welches die Nation zu ihrem Könige habe, und der Patriotismus des italienischen Volkes seien ein sicheres Unterpfand für die Zukunft des Landes. London, 1. Jan. Tie Antwort Castros auf den Cchiedögerichtsvorschlag wird vom Staatssekretär Hay heute den Regierungen von Berlin, London und Rom zugesandt werden. Tie Union-Regierung ist von der Antwort be- friebtgt und glaubt, sie ebene den Weg für das Schiedsverfahren. Castro acceptiert im allgemeinen die Prinzipien der gemachten Vorschläge und erklärt sich bereit, die Angelegenheit dem Schieosspruch einer gerechten und billigen Autorität, wie das Haager Dübunal ist, zu unterwerfen. Paris, 1. Jan. Tie nächsten Wahlen für das Bureau der Kammer werden ohne besondere Ueberrasch- ungen vor sich gehen, da als einziger Kandidat Lson Bougelois für die Präsidentschaft der Kammer aufgestellt ist, nachdem der frühere Präsident Deschanel auf eine Wiederwahl verzichtet. — Aus Anlaß des Neujahrstages übersandte der russische Kriegsminister General Kuropatkin in seinem und sämtlicher Offiziere des Kriegsministeriums Namen dem Kriegsminister Andrs ein Telegramm, in welchem er die Wünsche für das Wohlergehen und Glück für den Kriegs- Minister Andrs und die gesamte französische Armee aus- drückt. General Andrs erwiderte mit einem Telegramm- jin welchem er die Wünsche sämtlicher französischen Offiziere für das Glück und die Wohlfahrt der russischen Kameraden ausspricht. — Ter Minister des Auswärtigen, Delcassö, leidet seit kurzem an Influenza. Ta sein Befinden fich heute nachmittag etwas verschlechtert hat, mußte er die Absicht, den Empfängen im Elyssöe beizuwohnen, aufgeben. Konstantinopel, 1. Jan. Nach Meldungen aus Saloniki fand bei der Ortschaft Brossowv in der Näße von Monastir ein Zusammenstoß zwischen türkischen Truppen und bukgarischen Banden statt. Ein türkischer Offizier und 15 Soldaten wurden getötet, 2 Mitglieder der Bande fielen, die andern entkamen. Die Einwohner von Bresfowo beteiligten sich an dem Kcunpf. Mehrere Häuser wurden niedergebrannt. Washington, 31. Tez. Das Staatsdepartement beschloß, die Zahlung der zweiten Rate der chinesischen Ent schädigung gemäß den von Ehina gemachten Vorschlägen anzunehmen. Pretoria, 31. Tez. In dem ersten Budget der Transvaal-Kolonie für das mit dem 30. JUni 1903 endigende Finanzjahr sind die Einnahmen auf 4 Mill., die Ausgaben auf 3 702 755 Lstr. veranschlagt. Aus Stadt und Zand. Gießen, den 2. Januar 1903. ** Auszeichnungen. Von S. K. H. dem Großherzog wurde dem Konzertmeister August Helmer da§ Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. •* Personalien. In den Ruhestand verseht wurde am 27. Dezember der Oberlehrer an der höheren Mädchenschule zu WormS Prof. Dr. Gustav Marx auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste. "Schmiede-Berufsgenossenschaft. Joh. Becker in Gießen wurde als Vertrauensmann der Schmiede-BerufZ- genoffenschaft für den Kreis Friedberg und Ludw. Schmück in Büdingen zu desien Stellvertreter bestellt. L.U. Promotionen. Im Monat Dezember 1902 wurden an der Landes-Universität promoviert: die approbierten Aerzte Karl Friedrich KrauS aus Frankfurt a. M., Theodor Sprenker aus Beckum i. W., Hermann Bär aus Hamm, Demeter Ritter von Tabora aus Czernowitz und Hermann Lindner auS Kaiserslautern. ** Oberhessischer Geschichtsverein. In einer Vorstandssitzung vom 30. Dezember v. I. wurde beschlosien, die Bewerbungsfrist für die Preisaufgabe über die Geschichte des Schiffenbergs bis zum 1. Januar 1904 zu verlängern. — Die auf nächsten Montag anberaumte Sitzung des Vereins, in der Herr Prof. Wolff au§ Frankfurt über die Eroberung und Sicherung der Wetterau durch die Römer sprechen wollte, muß wegen Erkrankung des Redners ausfallen. ** Stadttheater. In dem Bestreben, das neue Jahr mit einem durchschlagenden Heiterkeitserfolg einzuleiten, hatte die rührige Direktion unseres Stadttheaters für den Neujahrstag die lustige Gesangsposse von Mannstaedt und Schott „H ö h e r e T ö ch t e r" an gesetzt. Das hier als Novität bezeichnete Stück ist zwar bereits etwa 20 Jahre alt, aber trotzdem hat es seinen Zweck, das Publikum mit seinen schier Unglaublichen, meist an den Haaren herbeiaezogenen Witzen und Berliner „Mätzchen" zu amüsieren, vollkommen erreicht. So eine Gesangsposse wirkt schon deshalb' mehr animierend auf den Zuhörer, weil sie, wenn man des „trockenen Tones" satt ist, schnell ein flottes Couplet einschiebt und den Ge- sangskomilern hier und da das Wort, oder vielmehr ein Lied erteilt. Sodann aber bringt die Anwesenheit eines Orchester auch die Annehmlichkeit der Zwischenaktsmusik, die, bei großen seriösen Werken vielleicht entbehrlich, doch in den fangen Pausen öder moderner Lustspiele wenigstens eine kleine Abwechslung für die Nerven bringt. Für Gießen wird man eine solche um so erwünschter halten müssen, als sich die Peripathetiker beiderlei Geschlechts, anstatt in einer Wandelhalle, einem sogenannten Foyer, zu spazieren, in dem zugigen, engen und dumpfen Vorraum bei der Garderobe Herumdrücken müssen. Die meisten ziehen es daher vor, im Theaterraum selber auch in den Zwischenpausen aus- Äuharren. — Die alte Berliner Gesangsposse enthält verschiedene Figuren, die den Zuschauer interessieren, vor allem in den „höheren Töchtern" selber. Des Bauunternehmers Wesendonk Töchterlein Franziska ist so ein echtes verwöhntes und verschrobenes Kind der Neuheit, und Frl. Sieg, die dasselbe darzustellen hatte, fand sich schauspielerisch wie gesanglich sehr aut mit dieser Rolle ab; ihr Liebeswerben um den flotten Tertianer Fiedler, den Herr Gerl ach ganz vorzüglich interpretterte, wurde mit Recht sehr lebhaft beklatscht. Auch Frl. Brücker als Erna Schumann war ihrem Verlobten, dem Baron von Klapper - Bumsky (Herrn Heypartz) gegenüber gut auf dem Platze, und der Dr. Schumann des Herrn Ramseyer, wie der Gelegenheitsdichter Klückhuhn (Herr Fritz Becker) spielten flott und humorvoll, besonders in den gelungenen Couplets. Die hübsche Musik wurde unter Herrn Direktor Kruses Leitung von der Kapelle des Jnf.-Regts. Nr. 116 (Kaiser Wilhelm) gestellt und hielt sich sehr brav. Die Sylvesternacht ist auch diesmal unter dem üblichen Geräusch, Schießen, Froschwerfen, Prosit-Neujahr- Rusen, Punschtiünken und hier und da mit einer kleinen Keilerei verlaufen. Tas Treiben auf den Straßen erreichte gegen 12 Uhr seinen Höhepunkt, nachdem besonders Ueber- eisrige einen guten Teil ihres Pulvers verschossen, d. h. die eindringlich angepriesenen Feuerwerkskörper verknallt hatten. Es wurde wieder so nachhaltig geschossen, daß man meinen sollte, Gießen besitze ein ganzes Heer von Pulver- Erfindern, und hunderte von Schlaumeiern, die fest überzeugt sind, der Polizei ein Schnippchen zu schlagen. Freilich brachten dies nicht alte fertig, viele wurden erwischt und mit Namen, Stand, Wohnung und sonstigen für den Arm des Gesetzes notwendigen Angaben in den dicken Notizbüchern unserer Schutzleute eingetragen, um demnächst schriftlich be- stätigt zu erhalten, daß sie, wenn sie durchaus schießen wollen, auch gründlich blechen müssen. Dieselben Denkzettel werden für solche ausgesertigt, die nicht begreifen können, daß Ruhe eine der vornehmsten Bürgerpflichten ist, und eine extta starke Störung der Ruhe ebenfalls bestraft wird. Blechen, unter Umständen auch brummen müssen ferner diejenigen, die ihren durch den edlen Neujahr stt an k gesteigerten Ueberschuß an wirklicher oder eingebildeter Körperkraft an Anderen probieren, um hernach bami: prahlen zu können, diesen oder jenen gründlich verhauen zu haben. Auch in dieser .Hinsicht trat der Bleistift der Gesetzeswächter mehreremale in Thätigkeit. Diejenigen aber, welche sich mit der Notierung ihrer werten, meist schon bekannten Adressen nicht sofort begnügen wollten, sondern den Radau fort- und der Polizei sich widersetzten, wurden einfach eingesponnen. Dieses Veruhigungsmittel soll seine Wirkung selten verfehlen. — Lange hat übrigens der Neujahrstrubel nicht gedauert, die meisten hatten schon gegen 1 Uhr ausgetobt, die Straßen wurden leer, und nur in den Wirtschaften ging es noch fidel her, und mancher Affe resp. Kater kam noch an den Mann. ** Bevölkerungsstatistik für Hessen. Nach der von der Großherzoglichen Zenttalstelle in Darmstadt aufgestellten Statistik betrug bei der letzten Volkszählung in Hessen die Anzahl der daselbst wohnenden Personen aus der Provinz Hessen-Naffau 44 069, darunter aus der Stadt Frankfutt a. M. 6655. Wie bedeutend die Zahl der in Hessen wohnenden Frankfutter ist, geht daraus hervor, daß die Gesamtzahl der dott wohnenden Pettonen aus sämtlichen preußischen Großstädten 11 717 beträgt, mithin stammt die Hälfte davon aus Frankfutt a. M. Die Zahl der in Frankfutt wohnenden Heffen ist aber ungleich größer. •* Postanweisungen im Verkehr mit französischen Kolonien in Westafrika. Vom 1. Januar ab sind Postanweisungen nach den französischen Kolonien Dahomey, Elfenbeinküste, Guinea, Kongogebiet, Ober-Senegal und Senegal bis zu 500 Franken zulässig. DaS vom Äb- ’enber zu entrichtende Franko ist das gleiche wie für Postanweisungen nach Frankreich selbst, doch erstreckt sich die Frankierung nur bis Patts, während für die weitere lieber* Mittelung eine Gebühr von >/« Prozent für die ersten 100 Franken und von V4 Prozent für die überschießenden Be- räge von dem EinzahlungSbetrage in Abzug gebracht wird. Zu schriftlichen Mitteilungen dürfen die Abschnitte der Postanweisungen nicht benutzt werden, lieber die sonstigen Bedingungen etteilen die Postanstalten auf Erfordern Auskunft. -i- Alten- Buseck, 1. Jan. Am Neujahrstage wurde in der hiesigen Kirche mitgeteilt, daß im Jahre 1902 in der Pfarrei Alten-Buseck (mit Trohe) bei 1355 (172) Evangelischen beider Gemeinden 19 (2) Trauungen, 39 (8) Taufen und 44 (1) Beerdigungen stattgefunden haben. nn. Burg-Gräfenrode, I.Jan. Statt der Sylvesterglocken um 12 Uhr ertönten heute nacht 10 Minuten vor 12 Uhr die Sturmglocken. Die Scheuer des Landwirtes Karl Heß stand bereits in Hellen Flammen, als die das Neujahrsfest feiernde Bevölkerung aus den Wohn- und Wirts- )äusern zu tatkräftiger Hilfe herbeieilte. Allein, viel war nicht zu machen/und eS war'eine glückliche Fügung, daß der Wind eine für den Brand äußerst günstige Richtung hatte, denn bei dem sich alsbald einstellenden Wassermangel wäre an eine Beschränkung des Feuers auf seinen eigenen Herd nicht zu denken gewesen. So stürzte das baufällige Gebäude alsbald in sich zusammen und nach einstündiger Thätigkeit war die Hauptlöscharbeit bereits vollendet. Daß das Feuer von verbrecherischer Hand angelegt worden ist, unterliegt einem Zweifel, allein über den Thäter ist bis jetzt nichts bekannt. Lehnheim, 29.Dez. Einen rätselhaften Selbstmord beging dieser Tage ein hiesiger, in den besten Vermögens- hältnissen lebender Landmann, ein braver, arbeitssamer und geachteter Bürger in vorgerücktem Lebensalter. Groß-Zimmern, 30. Dez. In verschiedenen Gemeinden unserer näheren Umgebung haben die Barbiere einmütig beschloßen, vom 1. Januar 1903 ab ihre Kund- chast mit einem Preisaufschlag von 6 auf 10 Pfg. für das Rasieren zu bedenken. w. Krofdorf, 1. Jan. Während die Zusammenlegung der Grundstücke bereits in 4 Gemeinden des Kreises Wetzlar erfolgt ist, wird dieselbe zur Zeit in 7 weiteren Gemeinden betrieben. Die mit Gleiberg gemeinschaftliche Gemarkung hat einen Flächeninhalt von 2500 Hektar, darunter sind 406 Hektar Gemeindewald. Die bei der hiesigen Grundstückszusammenlegung in Bettacht kommende Fläche umfaßt etwa 10000 Parzellen, und die Planlegung ist bereits im abgelaufenen Jahr erfolgt. Nach §§ 2 und 3 des Kostengesetzes vom 24. Juni 1875 sollen 12 Mk. Regulierungskosten für jedes Hektar der der Umlegung unterworfenen Fläche berechnet und erhoben werden. Alein die Generalkommission zu Düffeldorf hat in allen zur Zeit betriebenen • Sachen den Pauschalsatz der Regulierungskosten bis auf 6 Mk. pro Hektar ermäßigt. Dieses Pauschquantum — 6 Mk. pro Hektar = 1.50 Mk. pro Morgen — bezieht der Staat und trägt da- ür die Kosten für alle Arbeiten der Beamten und Boniteure. Die Tagelöhne, sowie die Kosten für Steine, Stangen, Pfähle, Wege- und Grabenbau tragen bei den zur Zeit anhängigen Gemeinden zum überwiegenden Teile Staat, Provinz und Kreis. Diejenigen Gemeinden, bei denen die Zusammenlegung in Angriff genommen ist, dürfen hoffen, daß ihnen 7/10—8/10 dieser Kosten vergütet werden. w. Wetzlar, 1. Jan. Die hiesigen Stadtterordneten haben unter anderm in ihrer letzten Sitzung beschloßen, eine städtische Sparkasse zu gründen, die mit dem 1. April 1903 ins Leben treten soll. — Die hiesige KreiSsparkaße wurde im Jahre 1838 als eine Art genossenschaftlichen Unternehmens begründet, in welcher Verfassung sie beinahe 2 Jahrzehnte, bis zum Jahre 1857 bestand, wo sie Kreis- institut wurde. 1>. Darmstadt, 2. Jan. (Gig. Dra htber.) Die „Dcirmst. Ztg." meldet aus Selters bei Stockheim, daß dort von einem Gießener Unternehmer eine Soolquelle mit großem Kohlensäuregehalt erbohrt worden sei. Mainz, 31. Dez. Nachdem erst in der vorigen Woche an den Kellerbauten der Aktienbrauerei zwei Maurer abgestürzt waren, von denen der eine inzwischen im St. Vineenz- spital gestorben ist und der andere noch in Lebensgefahr schwebt, ist gestern daselbst wieder ein Zimmermann in einen Schacht gestürzt und ebenfalls schwer verletzt in das benachbarte St.' Vineenzhospital verbracht worden. fc Bingerb rück, 1. Jan. Dieser Tage hielt der Rheinische Pfarrverein hier eine Versammlung ab, in welcher er sich auch mit Schulangelegenheiten beschäftigte. In einer Resolution sprach sich der Verein grundsätzlich für eine technisch-fachmännische Schulaufsicht aus. Die Stellung der Kirche im Schulorganismus soll darauf beschränkt sein, daß der OttSgeistliche jeweils den Vorsitz im Schulvorstande führen soll. Der Verein hofft, daß den jetzigen unhaltbaren Zuständen möglichst bald durch ein Schulgesetz abgeholfen werde. z. Frankfurt a. M., 1. Jan. Die Frankfutter Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften hat für ihr 3. Semester abermals einen verhältnismäßig bedeutenden Zuwachs ihrer Besucher (Studierenden) zu verzeichnen, indem deren Zahl von 45 auf 94 gestiegen ist. Dem Berufe nach sind darunter 40 Kaufleute, 12 Industrielle und Techniker, 13 Juristen und höhere Verwaltungsbeamte, 4 mittlere Verwaltungsbeamte, 9 Lehrer, 1 Lehrerin und 13 Angehörige sonstiger Berufe und Beruflose. Von den Besuchern haben 30 bereits eine anderweitige akademische Bildung abgeschlossen. Außer von den „Besuchern" im emgeren Sinne (Studierenden) wird die Akademie im laufenden Semester von 312 Hospitanten und 131 Hörern besucht, sodaß die Gesamtfrequenz 537 beträgt, 109 mehr als im voraufgehenden Sommer-Semester. Der Zuwachs ist in erster Linie den „Besuchern" zugute gekommen, also derjenigen Kategorie, die für das Gedeihen der Hochschule in erster Linie von Bedeutung ist. — Die Hospitanten und Hörer setzen sieh ihrem Berufe nach folgendermaßen zusammen: Kaufleute 168, Industrielle und Techniker 30, Juristen und höhere Verwaltungsbeamte 29, mittlere Verwaltungsbeamte 19, Lehrer 51, Lehrerinnen 41, sonstige Berufe und Beruflose 32, abgesehen von den beruf- losen Frauen, deren Zahl 69 betrug. Die Gesamtzahl der die Vorlesungen der Akademie besuchenden Frauen betrug 115. — Von den Hospitanten waren 82 akademisch gebildet. Frankfurt a. M., 1. Jan. Unser weltberühmter Neujahrs-Janhagel bessert sich von Jahr zu Jahr. Er wirb gesitteter. Die vergangene Neujahrsnacht verlief, wenn man von einer Kleinigkeit, einem aus einem Fenster heraus abgegebenen scharfen Revolverschuß, der einen Passanten in den Oberschenkel traf, absieht, sozusagen harmlos. Man braucht allerdings deshalb nicht zu glauben, daß vor 2—3 Uhr nachts in den Hauptstraßen jemand hätte schlafen können. Dazu wurde dem neuen Jahr denn doch ein bischen zu viel Salut geschossen. Es böllerte und krachte in allen Ecken. In Fröschen usw. war viel Geld angelegt worden. Aus den oberen Stockwerken regnete es bengalische Lichtkörper. Massenhaft sausten die Feuergarben zur Erde. Immerhin sah sich die in voller Stärke ausgerückte Polizei auf der Zeil nur einmal genötigt, vom Leder zu ziehen, um den sich stauenden randalierenden Pöbel zu zerstreuen. Bis 1 Uhr wurden nur 12 Verhaftungen vorgenommen. Den Verhafteten folgte jedesmal eine johlende Menge bis vor das Polizeigefangnis, wo sie Schu^eute zu Fuß und w Pferd mit blanker Klinge empfingen. „Angströhre" imo „Hartmänner" wurden natürlich in Masfen „eingetrieben". Dagegen'hatten die an der Hauptwache und der Konstabler- toadje, sowie in der Trierischen ($>affe errichteten Hilfs- tationen der Rettungsgesellschaften nur wenig zu tun. Nur ein junger Expedient hatte sich durch Wbrennen eines Feuerwerkskörpers schwere Brandwunden an den Augen zugezvgen. c. Marburg, 1. Jan. Der Magistrat wird demnächst den Stadtverordneten eine Vorlage unterbreiten, betreffend die Herstellung einer Pferdebahn zwischen Hauptbahnhof und WilhelmSplatz (Nord-Süd). Die Kosten werden auf 47 000 Mk. veranschlagt. — Kassel, 1. Jan. Der Provinzialausschuß fiir die Provinz Hessen-Nassau beschloß entsprechend einem Anträge des Verbandsdirektors ländlicher Genossenschaften des Regierungsbezirks Kassel die Einführung obligatorischer Fortbildungsschulen auf dem Lande. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In einem Hotel in Frankfurt erhängte ich der Schreiner Ludwig Loos aus Velbett im Rheinland. — Oberbürgermeister Gaßner-Mainz wird den Stadtverordneten in einer der nächsten Sitzungen die Eingemeindungsangelegenheiten von Mombach, Bretzenheim und Gustavs- >urg unterbreiten. — Die Mombacher Waggonfabrik ah sich genötigt, aus Mangel an Aufträgen einer Anzahl Arbeiter zu kündigen. — Der Sindlinger Arbeiterkonsumverein hat im abgelaufenen Jahre 154000 Mk. umgesetzt und 16 Prozent Dividende (19 000 Mk.) verteilt. Dabei hat sich der Verein auch noch ein eigenes Geschäfts- )au§ für 18 000 Mk. gekauft. Vermischtes. * Montabaur, 31. Dez. Mehrere Burschen gerieten auf dem Heimweg vom hiesigen Jahrmarkt in Streit. Gin junger Mann wurde dabei laut „Montabaurer Kreisblatt" gestochen und verschied bald. * Mocheln, 1. Januar. Gestern wurde in ihrer Wohnung die Leiche der 80jährigen Witwe Bogaetts aufge- •Junten. TS liegt jedenfalls Raubmord vor, da Ne Ermordete kurz vor der Tat die Zinsen eines sehr bedeutenden Kapitals erhoben hatte. Vom Thäter fehlt jede Spur. • Petersburg, L Jan. Nach Meldungen aus Bach- Mut verloren bei einem Brande im Annaschacht 68 Menschen daS Leben; elf wurden gerettet, nachdem sie 60 Stunden, und 21, nachdem sie fünf Tage unter der Erde zugebracht hatten. * Ein furchtbares Verbrechen wurde in dem nnweit London in der Grafschaft Essex belegenen Orte Leyton entdeckt. Ein Mann von 34 Jahren NamenS Edgar Edwards, der vor einem Monate in ein Haus in Leyton allein eingezogen war, hatte vor einer Woche einen älteren Herrn, der ihn besuchte, namens Garland, so mit einer eisernen Stange geschlagen, daß dieser nun schwer verletzt in einem Hospitale darnieder liegt. Edwards wurde alsbald verhaftet und die Polizei stellte inzwischen Nachforschungen über ihn an. Sie fand, daß Edwards früher mit einem jungen Ehepaar zusammengewohnt hatte, das seit einem Monate verschwunden war. Nun erinnerte man sich, daß Edwards verschiedene große Kisten bei sich hatte, als er in das Haus in Leyton einzog und daß er auch den Garten hinter dem Hause hatte umgraben lassen. Die Polizei ließ im Garten nachgraben und man stieß 5 Fuß tief auf einen Sack, der einen zerstückelten menschlichen Körper enthielt. Dann wurde noch ein zweiter und ein dritter solcher Sack gefunden. Die Leichen waren die eines Mannes von 25 Jahren, einer Frau desselben Alters und eines Kindes von drei Monaten. Köpfe und Gliedmaßen von Mann und Frau waren vom Körper getrennt und die Schädel waren mit einem schweren Instrument eingeschlagen. Um den Hals des Kindes war ein Taschentuch geschnürt. Die Leichen können nur einige Wochen in der Erde gelegen haben. Neujahrswünsche. Zum neuen Jahr vor allen Dingen Gnt's beste Wünsche darzubringen, Nach guter, alter, deutscher Weise Dem lieben treuen Leserkreise. Mög Neunzehnhundertdrei bescheeren All ihnen das, was sie begehren. Dem Streber bring es neue Titel, Dem Apotheker teure Mittel, Dem Bühnendichter volle Häuser, Dem Skater Wenzel stets und Däuser, Dem Rentner Zins und Zinseszinsen, Dem Clown der Menge Beifallsgrinsen, Dem Gärtner früchteschwere Aesle, Dem Gastwirt ungezählte Gäste, Dem Studio pumpbereite Schneider, Der Gattin neue Hüt und Kleider, Dem hübschen Backfisch viel Verehrer, Dem Schüler nachsichtsvolle Lehrer, Dem Hilfsbedürftgen manchen „Dreier", Dem Mägdlein einen reichen Freier, Dem Redner treffliches Gedächtnis, Dem Erb-Neveu ein hoch Vermächtnis, Dem Kaufmann lohnende Geschäfte, Dem Ringer wahre Riesenkräfte, Dem Schlemmer einen guten Magen, Dem Rechtsanwalt recht viele Klagen, Der jungen Maid unzähl'ge Bälle, Dem Zechkumpan ein gut Gefälle, Dem Schwerenöter viele Flämmchen, Dem Gutsbesitzer feiste Lämmchen, Dem Bücherfreunde Folianten, Der Diva blitzende Brillanten, Dem Kandidaten eine Pfarre. Dem Raucher stets ’ne Bock-Cigarre! Dies wünscht ganz ohne Spott und Hohn Zum neuen Jahr D i e Redaktion. Kunst und Wissenschaft. — Der Almanach des Frankfurter Opern- und Schan- fpielhauses für das Jahr 1903 ist erschienen. Er enthält wie bisher die Repertoire des letzten Jahres, die Adressen der Künstler, Personalnachrichten und sonstige Mitteilungen aus der Theaterwelt. — Aus Mainz schreibt man: Nach einem Anschlag an der Tafel des Standesamts hat sich Frl.Hedwig Materna, die Primadonna unserer Oper, mit dem Redakteur der „Mainzer Nachr/, Herrn Heinrich Hirsch, verlobt. Ein fürstlicher Polarfahrer. Der Herzog der Abruz- jen, Ludwig Amadeus von Savoyen, Vetter des Königs von Italien, hat in den Jahren 1899 und 1900 mit seinem Schiffe „Stella Polare" eine höchst erfolgreiche Polarreise unternommen, aus welcher es geglückt ist, die von Nansen erreichte höchste Breite noch zu überschreiten, sodaß nur noch 3 Grad 26 Minuten die kühnen Reisenden vom Nordpol trennten! Seine und seiner Gefährten abenteuerreiche Erlebnisse und die für die Geographie wichtigen Entdeckungen sind in einem reich illustrierten, interessanten Werke niedergelegt, welches unter dem Titel „Die Stella Polare im Eismeer" Anfangs Januar im Verlage von F. A. Vrockhaus erscheint. Wir werden dann Näheres aus dein spannenden Inhalt des Werkes mittcilen. Jeden Leser von Nansens „In Nacht und Eis" wird die Erzählung des Schiffbruchs, der entsetzlichen Schlitten- reife, der Tod des Grasen Querini und zweier Gefährten und die schließliche glückliche Heimkehr der Expedition lebhaft interessieren. Meralur. Der Kun st wart, Halbmonatsschau über Dichtung, Theater, Musik und angewandte Künste, Herausgeber: Ferdinand Avenarius (begründet 1887), hat nun wohl eine größere Verbreitung als jemals im deutschen Sprachgebiete ein Blatt seiner Art, obgleich er kein „leichtes" Blatt ist. Es muß doch noch viel freudiger Ernst bei uns Deutschen sein, viel Sehnen über leeres Spielen hinaus nach einem Austausch von Lebenskräften! Der Kunslwart ist als ein ernstfroher Hausfreund zu den Gebildeten gekommen, um ihnen und den ihrigen Erhebung und Freude ins Heim zu bringen, indem er sie wirklich beteiligte am Wollen und Schaffen der deutschen Kunst. Gleichviel, ob sich das mit Wort oder Ton bethätigte oder mit Linie, Form und Farbe. Er wußte aber: das Reden darüber thut's nicht allein. Deshalb 'zeigte er auch was Gutes er zeigen formte. Schöpfungen der besten deutschen Dichter, Tonsetzer und bildenden Künstler dürfte er den Lesern mit seinen losen Blättern, seinen Bildern und seinen Noten auf den Tisch legen, uni) daneben solche, die irgend eine Erscheinung im Kunstleben erläutern oder kennzeichnen. So machte er's, und so macht er's noch. Und wer die deutsche Presse zu verfolgen Gelegenheit hat, kann die seltsame Tatsache lon- statieren, daß wohl kein Blatt irgend einer Partei, weder einer politischen von den hochkonservativen über liberale und Zentrumsblätter hinweg bis zu den sozialdemokratischen, noch einer litterarischen oder künstlerischen über den Kunst- wart anders als mit warmem Lobe geurteilt hat, innerhalb fünfzehn Jahren. Dem Mustwart-Leser waren früh, sehr früh schön, jedenfalls Ian« bevor die meisten anderen Blätter mit ähnlicher Tendenz dahinter kamen, Böcklin, Klinaer, Thoma liebe und vertraute Freunde. In Bezug auf die moderne Litteratur nahm der Kunstwart von Anfang an die Stellung ein, die sich heute als gefestigt erweist: er wurde Ibsen gerecht, ermunterte Gerhart Hauptmann mit liebevollem, anerkennendem Zurufe, er hielt sich vom Sudermann-Rummel fern. Daneben wies er hin auf die ungehobenen Schätze deutscher Lyrik, Epik und Dramatik, die uns aus der verlästerten, nachgoetheschen Zeit vererbt waren; er nannte Mörike, Keller und Hebbel immer wieder. Die fröhlichen Vorstöße im Kunstgewerbe waren für den Kunstwart-Leser nur notwendige Erfüllungen lang gehegter und fleißig durchgesvrochener, durchgeprobter WünsHe. Ja, selbst für eine Veredelung der Varistss trat der Kunstwart ein zu einer Zeit, da Wolzogcn an fein Ueberbrettl ist och nicht dachte. Eine Hochburg für ästhetische Kultur, eine Schule des Geschmacks, das ist der Kunstwart für alle die gewesen, die offenen Auges und warmen Herzens sich jeden halben Monat einmal an das Heftchen machten, das cm sich auch eine Schule durchging: vom ungeschickten Format mit beschränktem Text zum handlichen, schön geschmückten Büchlein mit reichem, vielgestaltigem Inhalte an Aufsätzen, Dichtungen, Bildern und Roten. E. A. Seemanns Lieferungswerk,^HundertMeister d e r G e g e n w a r t" schreitet rüstig vorwärts. Das uns vorgelegte dritte und vierte Heft enthält'wieder eine Anzahl Blätter, bei denen man zunächst den bestimmten Eindruck hat, ein Original und keine Reproduktion vor sich zu sehen. So ist man z. B bei einer Skizze von Schönleber förmlich versucht, mit dem Finger nachzufühlen, ob dieses pastose Relief des Farbenaustrages wirklich nur scheinbar existiert. Unter den farbigen Wiedergaben im dritten Hefte fesselt uns besonders ein „Kinderreigen" von Hans Thoma, den wir den edelsten zeitgenössischen Leistungen deutscher Kunst zurechnen müssen. Aus dem sonstigen Inhalte der beiden Hefte seien genannt: „Das Aiärchen von der gefangenen Prinzessin" von Franz Hein, eine hochdramatische, glühend- farbige „Kreuzigung" von Wilhelm Trübner, „Weib und Musik" von Ferd. Keller, „£ucretiu" von Gabriel Max, ein ungemein liebliches Bild „Traum der heiligen Cäeilie" von Wilhelm Volz, ,,Aus 3iothenburg" von Artur Langhammer, eine „Gewttterstimmung" von Ludwig Dill und schließlich ein mit fabelhafter Keckheit aus die Leinwand gesetztes „Damenporträt" von H. von Habermann. Alle diese Bilder geben die vollständige Farbenerscheinung der Originale wieder. Der Wonnementspreis für die Lieferung ist 2 Mark. Die Texte hat Fritz von Ostini geschrieben. Kandel und Verkehr. Uolkswittschafl. — Rene deutsche Reichsanleihe. Gegenüber der Meldung eines Blattes, daß die Ernifsion der neuen deutschen Reichsanleihe „schon sehr bald" erfolgen werde, macht der ,A. B.-E." wieder- hott daraus aufmerksam, daß die offenen Kredite für das Reich nur 113 Millionen Mark betragen, während sich der Besitz der Reichsbank an Reichsschatzscheinen nach der Wochenübersicht der Reichs- bank vom 23. Dezember aus ca. 172 Millronen Mark beziffert. Schon aus der Höhe der bei der Reichsbauk diskontierten Reichs- schatzscheine ergibt sich, daß der Anleihebedarf des Reichs die Summe der offenen Kredite wesentlich übersteigen wird. Da es aber ausgeschloffen ist, daß das Reich eine neue Anleihe emittiert, bevor die Bewilligung derselben etatsmäßig erfolgt ist, so ist unter der Voraussetzung, daß der gesamte diesmalige Geldbedarf des Reiches mit einem Male gedeckt werden soll, mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die diesjährige Neuemission zu einem spätere»l Termin als im abgelaufenen Jahre (22. Januar) erfolgen wird. — Mk. 789000 Aktie« der „Schloßbrauerei" Kiel. Wie auL der in unserer heutigen Nummer veröffenllichten Be- kannttnachung ersichtlich ist, gelangt am 8. Januar d. Js. der noch in Höhe von Mark 789 000 zur Verfügung fteherlde Restbetrag des sich auf Mark 1 500 000 belaufenden Aktienkapitals zum Kurse voll 130 Prozent durch die Bartt für Harldel und Industrie in Berlin und das Bankhaus Gebr. Arnhold in Dresden und zwar außer bei ebellgenannten EmissionSfirmennoch beielner Anzahl anderer Firmen zur Auflage. Anmeldlmgen auf obige Aktien werden bereits jetzt am hiesigen Platze von der Bank für Handel und Industrie Teposirenkasse Gießen entgegengenommen. Aus dem Prospekt erwähnen wir, daß die Gesellschaft in den letzten drei Geschäftsjahren bei einem Absatz von 78 941 bezw. 83 838 und 82 610 Hektoliter zweimal 8 Prozent Dividende auf Mark 1300 000 Aktienkapital und zuletzt 9 Prozent auf Mark 1500 000 Aktienkapital zahlte. Für die Chancen der Brauerei dürste auch der Umstand mit ins Gewicht fallen, daß Kiel und zwar in erster Reihe zu detljenigen Städten Deutschlands gehört, welche m kürzester Zett die größte Bevölkerungszunahme aufzuiveisen haben. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. In der Stadlkirche. Sonntag nach Neujahr, den 4. Januar. Vormittags 9«/i Uhr: Pfarrassistent Vogt. Vorrnlltags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Markusgemeiirde. Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 Uhr: Siehe Johannestirche. Donnerstag den 8. Januar. Abends 8 Uhr int unteren Konfirmandensaal, Kirchstr. 9, Bibelstunde, Mare. 2. Pfarrer Scheunemann. Ju der Johauncskirche. Vormittags 9'/- Uhr: Pfarrer Euler. Vormtttags 11 Uhr: Kindergottesdienft für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Ludwrg Naumann aus Siefersheim. Am Sonntag, dein 4. Januar, abends 8 Uhr: Versammlung und biblische Besprechung im Konsirmandensaal der Johannestirche. Montag den ö. Januar, abends 8 Uhr: Bibel stunde im Konfirmandensaale der Johannestirche. Text Psalm 115. Nächstkünftigen Sonntag den 11. Januar: Feier des Landes- miffionssestes. An bleiern Tage wird in beiben Kirchen eine Kollekte für die Heidenmlffion erhoben werden. Katholische Gemeinde. Samstag, den 3. Januar: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 4. Januar. Sonlltag nach Neujahr. Vormittags von 6‘/2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kom- munion. Vormittags um 8 Uhr: Tie zwette heil. Messe. „ 91, 2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachnlittags um 27, Uhr: Andacht. HotLrsdirnst drr israelitischen KeligionsgrseÜschast. Sabdathseier am 3. Januar 190 3. Freilagavend 4.10 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbalhausgang 5.20 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 7,10 Uhr, abertds 4.00 Uhr. Gerichtssaal. Wegen eines annonymc« Briefes, den er angeblich an den erstell Offizier des Schiffes „Irene" geschrieben haben sollte, wurde seinerzeit der Feuerwerksmaat Gehle gu 17, Fahre Gefängnis und zur Degradation verurteilt. Er hatte von Der Strafe bereits 10 Monate verbüßt, ist aber nunmehr, wie man auS Köln meldet, im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen und seinem Truppenteil wieder zugewiesen worden. Die Verurteilung erfolgte auf Grund der Feststellungen zweier Schreibsackverständiger. Währeild der Verbüßung der Strafe setzte Gehle beim Reichsmilttär> gericht die Wiederalifnahme des Verfahrens burd). Ein Gutachten des Schulrats Grabow, Berlin-Wilmersdorf, fiel zu Gunsten deS Angeklaaten aus, und auf Grund dieses Gutachtens erfolgte in erneuter Verhandlung die Freisprechung. . -------. 1,1 ........ Schisssnachrichtcn. ,Red Star Linie" Antwerpen. Der Postdanlpfer „Zeeland" der „Red Star Linie" in Ant- werpeil ist laut Telegramm am 29. Dezember wohlbehalten in New-York angekommen. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger. London, 2. Jan. Wie mitgetcilt wird, hat die Schlacht bei Bartisimito nicht zu einem Siege Castros, sondern zu eurem solchen der Insurgenten geführt, welche den Regierungstruppen einen Verlust von 300 Mann bei- brachten. £ Toulon, 2. Jan. Ern aus den Lrnrenschrffen „Samt Louis", „Charlemagne", „GauloiS" und den Kreuzern „Chanzy" und „Lrnois" bestehendes Geschwader hält sich zur Entsendung nach Marokko bereit. , Die Schiffe er- ganzen bereits die Vorräte an Lebensmitteln, Kohlen und Munition. Rom, 2. Jan. In vatikanischen Kreisen wird bestä» tigt, daß der Papst den Prinzen Max von Sachsen bannt betraut habe, eine Versöhnung des Kronprinzen von Sachsen mit seiner Gemahlin herbeizuführen. Prinz Max habe dem Kardinal Rampolla telegraphiert, er gehorche dem Auftrage des Papstes, habe aber nicht die leiseste Aussicht auf Erfolg. Genf, 2. Jan. Die Kronprinzessin von Sachsen Hut ihren Anwalt Lachonel ersucht, ein Memorandum abziusassen, welches sie unte^eichnen wird und worin die wahre Geschichte über ihre Lage am Dresdener Hofe dargestellt werden soll. Tie Kronprinzessin und Giron haben für 6 Monate erne kleine Villa in Genf gemietet. Bukarest, 2. Jan. Die Kammer nahm das Budget in der Generaldebatte an und erledigte die Budgets der Justiz und des Krieges in der Spezialdebatte. Im Laufe der Generaldebatte wies der Finanzminister auf den ungeheuren Unterschied zwischen der finanziellen Lage vor zwei Jahren und der heutigen hin. Das von den Liberalen aufgestellte Budget reiche für die normalen Bedürfnisse des Staates aus. Der Ministerpräsident führte aus, das unter den Konservativen bestandene Defizit veranlaßte ihn, eine solide Grundlage für die Finanzpolitik des Landes zu finden. DaS Land müsse die Ausgaben einschränken, bis die Krisiö überwunden sei. (Lebhafter Beifall.) Washington, 2. Jan. Die Antwort Castrvtz auf den SchiedsgerichtZ^Vvrschlag soll, wie behauptet wird, eine Bedingung enthalten, welche bei der amerikanischen Regierung einen Mtßton hervorgerufen hat. Jedoch soll diese Bedingung nicht bedeutend genüge sein, um ein tern der Verhandlungen herbeizusühren. Caracas, 2. Jan. Der amerikanische Gesandte Bowen hatte eine einstündige Unterredung mit Castro. — Der italienische Kreuzer „Carlo Alberto" ist in La Guaira eingetrossen. Ein früheres venezolanisches Kanonenboot ist unter französischer Flagge in den Hasen von La Guaira eingebracht worden. Die Bevölkerung ist hierüber sehr entrüstet. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. A., 2. Januar 1908. 87«% Reicheanleihe . . 102.40 30/0 do. ... 91.75 3V,% Konaols .... 102.20 8% do......91.75 37s% Hessen .... 100.90 3% Oberhessen . . . 99.60 4% Oesterr. Goldrente . . 103.10 47, % Oesterr. Silberrente 101.65 4% Ungar. Goldrente, . . 101.55 4% Italien. Rente . . . 108.15 47,96 Portugiesen . . . —.— 8% Portugiesen 30.85 1% C. Türken .... 29.70 Türkenlose 125.00 4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 44.60 47,56 äussere Argentiner —.— 8% Mexikaner .... 24.90 4%% Chinesen .... 914.0 Electric, bohuckert ... 80.00 Nordd. Lloyd . . . . 96JJ5 Kreditaktien .... 218.00 Diskonto-Kommandit. . . 191.75 Darmstädter Bank . . . 136.90 Dresdener Bank . . . . 146.90 Berliner Handelsges. , . 159.30 Oesterr. Staatsbahn . , . 149.20 Lombarden .... 16.50 Gottbardbahn .... 179.00 Laurahütte ..... 218.90 Bochum ...... 181.90 Harpener 170.50 Tendenz: fest. Da die Ziehung 8. Klasse der 1. Hessisch- Thüringischen Staatslo11erre bereits arn6.Januar 19 0 3 beginnt, sei hiermit an die sofortige Loos-Erneuerung zu dieser Klasse erinnert. Tie Gewinnaussichterr steigen zwar von Klasse zu Klasse ganz erheblich, dafür müffen aber für im Laufe der Lotterie erworbene Loose die Vorklaffen mitbezahtt werden. Es empfiehlt sich daher, sich spätestens jetzt noch von der 3. Klaffe ab an dem Spiel zu beteiligen. van H outeris cacao Ein nahrhaftes,belebendes Getränk, welches einen wohltbuenden Einfluss auf die Nerven ausübt. 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Es gibt je! und keine Nieoe Kampfe einen Lieger blieben, daß Zwei Li reich, durch die Qtemt Eiche Bande Derfr besttebt sind, auch die ra zuerhallen, indem sie su seitigen Interessen ve Sleichung dieser Jntere Der Ministerpräsident e dbö Äuhalls der mit w Räteje eröf?nlI1 Vertretung »erbe »em MW T-rscke fei t md g KArreichz gej^ MLÄ Wien i Msnahme ihre teZ?UQr' 6em »ft Mrn Writen j . W nod hi« iÄ]c etlI9£t °ndern S ,1® ou Ö=t- 1. Gieszencr ^tadttheatso. Sonntag, de« 4. Ja«. 1903 nachm. 4 Uhr nachrn. 4 Uhr 4. Kindervorstellung. König Drosselbart Zaubermärchen tu 4 Akten von Leo Melitz. Abends 8 Uhr. Abends 8 Uhr. Vorstellung Lu ermäßigten Preisen! Höhere Töchter Gr. Gefangsposse in 4 Akten von BZ. Maunstädt u. R. Schott. Atunt von (iy. Steffens. Montag und Dienstag Gastspiel von Edmund Schmasow vom Hofkhealer IN Dassel. A. ^iemenn’s Achter. ö. Ter Äcüistrstsrsus Reisen . 5$ Mutte LL'SLl- MK ^Acok °N-»' NÄ ichas ^diii ^chsen^oger 9en, ei Cm'\°nbu, 05655s Tücht. 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Januar 1902. 56 Der Vorstand der Kletukiuder-Bewahraustatt. Dr. Naumann. Couverts mit Mrna billigst vrühl'fche Universitäts-Druckerei. Qi» arMauk bttfrmt den Ishlgana 1903 mU dem Roman ehx» jenyn. bodibtgabttn Crjibfer» rdoll Rerzoa de® Citelt „Die vom Weüerrdrin" end tbwr gr&eseren Dovetle der ersten deutschen er,5blerln: m.p.€bner-€$cbenbad): „Tbr BeruF tä-et.lchlsaecei|t|l |uujt lvom 12. Janur 1903 an) Kost und Logrs auf ein halbes Jahr. Offert, mit Preisangabe erbeten unt. Chiffre Z. Z. 100 postlag. Friedberg i. H. LadenloLal nebst Wohnung von 3—4 oder 3 Zimmern auf sofort gesucht. Offerten an H. Metz, per Adr. H. Köhl er, Wolfstr. 10.____0o69o LchMlirje ülnjijt zu verleihen, auch preiswert au verkaufen, Jackettfayon von 22 Mark, Gehrockfatzon von 45 Mk. an bis zu den elegantestey-bet l7058 W. Karnbach, K°»zi-ib-rg 9. Ca. 20 000 Mark auf erste Hypothek für Sleubau AU leihen gesucht. Vermittler verbeten. Offerten unter Nr. 8861 an die Expedition d. 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