Nr. 28Ä Zweites Blatt. 153. Jahrgang Dienstag 1. Dezember 1903 Erschein; täglich mit Ausnahme des Sonntags. Di« „Siebener ZamUieublütter- werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der hessisch- Landwirt" erscheint monatlich einmal. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Lietzen. Ire Heutige Yummer umfaßt 10 Seite«. Ausland. Christiania, 30. Nov. Das Konstrtutionskomitee der Stotthing empfahl einstimmig, den Grundgesetzvorschlag betreffend das staatsbürgerliche Stimmrecht für Frauen zu verwerfen, weil es zu wenig Erfahrungen bezüglich der Wirkungen des kommunalen Stimmrechts der Frauen gewonnen habe und weil die Forderung noch nicht unter den Stimmberechtigten einen derartigen Anschluß gefunden habe, daß die Zeit für eine solche Erweiterung des Stimmrechts als gekommen erscheine. Brüssel, 30. Nov. Im hiesigen Volkshaus wurde gestern ein sozialistischer Agrarkongreß abgehalten. Es standen sich im Wesentlichen zwei Anschauungen gegenüber. Die einen wollten, daß die Agitation sich in erster Reihe auf die kleinen proletarischen Pächterexistenzen erstrecken, die anderen verlangten, daß man sich m erster Reihe an die eigentlichen ländlichen Handarbeiter wende. Es wurde schließlich eine Resolution Vanderveldes angenommen, die besagt, daß gemäß dem Klassencharakter der Sozialdemokraten die Agitation sich zuerst an die eigentlichen proletarischen landwirtschaftlichen Handarbeiter zu wenden, daß sie aber in der Folge sich aus alle auf dem Lande unter proletarischen Bedingungen lebende Bevölkerungsgruppen auszudehnen habe. Man beschloß, die sozialdemokratische Agitation auf dem Lande mit aller Energie zu betreiben. Paris, 30. Nov. Gestern wurde von den Nationalisten der Jahrestag der Schlacht bei Eharnpigny gefeiert. Die Zahl der Teilnehmer war in diesem Jahre weniger groß wie sonst. Die Nationalisten veranstalteten Kundgebungen gegen die Revision des D re y fuL-Prozess es. Mehrere Redner forderten die Rückgabe von Elsaß-Lothringen. Budapest, 30. 9tov. Die heutige Parlamentssitzung nahm einen ruhigen Verlauf. Die Erklärung Tiszas, eine Enquete von Fachmännern behufs Erweiterung des Wahlrechts einberufen zu wollen, machte bei der Oppositionspartei einen derart vorzüglichen Eindruck, daß sofort die Verhandlungen zwischen der Negierung und der Opposition wegen eines Kompromisses eingeleitet werden konnten. Petersburg, 30. Nov. Das über das Befinden de Kaiserin ausgegebene Bulletin lautet: Gestern abend betrug die Temperatur 37,2, heute 36,9, der Puls 64. Die Absonderung aus dem Ohr wird allmählich schwächer, die lokalen Entzündungssymptome verschwinden bedeutend. Wegen des guten allgemeinen Gesundheitszustandes und des günstigen Verlaufs des lokalen Entzündungsprozesses wird die Veröffentlichung von Bulletins eingestellt. 5. Friedberg, 1. Dez. In der am Freitag hier stattgehabten Sitzung des Vorstandes der Sektion Oberhessen der Gesellschaft für Soziale Reform wurde außer den in unserm Bericht vom 27. v. Mts. erwähnten Gegenständen auf Anregung von verschiedenen Seiten auch die Sonntags ruheimHandelsgewerbe besprochen. Die auf eine Umfrage eingegangenen Antworten der Interessenten sprechen sich zum Teil gegen, zum Teil besonders die kaufmännischen Vereine, für die Ausdehnung der derzeit bestehenden Sonntagsruhe aus. Nach Würdigung aller in Betracht kommenden Umständen kam man zu der Ansicht, daß vom wirtschaftlichen und hygienischen, insbesondere vom sittlichethischen Standpunkt aus die Einführung einer reichsge - setzlichen völligen Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, von einigen notwendigen Einschränkungen in manchen technischen Betrieben abgesehen, wie sie bei vielen großen und kleinen Firmen bereits besteht, erstrebenswert fei. Da die Vorbedingungen für die gesetzliche Festlegung der völligen Sonntagsruhe zur Zeit noch nicht erfüllt seien, könne zunächst nur an weitere Ausdehnung der zurzeit eingeführten Sonntagsruhe gedacht werden, eine Ausdehnung, die nicht nur ohne Schädigung der Detailgeschäfte und des Großhandels möglich, sondern u. a. noch zur Ueberbrückung von zwischen den Prinzipalen und Angestellten bestehenden sozialen Gegensätzen wünschenswert sei. Ganz besonders sei ein gleichmäßiger Ladenschluß in allen Orten anzustreben. Worms, 30. Nov. Als heute nachmittag ein Reisender aus Nürnberg den Rhein entlang gegen Bobenheim hin ging, gesellte sich, wie wir in der Franks. Ztg. lesen, ein Mann zu ihm, der ihm von trüben Lebensschicksalen erzählte und u. a. angab, er heiße Keitelbach oder Keitelmann und sei Kaufmann aus Frankfurt a. M. Als der Reisende sich unterwegs einmal abwandte, um eine Zigarette anzuzünden, nahm sein Begleiter einen Anlauf und sprang in den R h e i n. Ein Rettungsversuch wäre bei dem Wirbeln des Hochwassers tollkühn gewesen. Der Körper tauchte einmal noch auf, dann verschlangen ihn die Wellen. Kolonialpost. — Alldeutsche Blätter veröffentlichen Anklage- artikel gegen den Reichskommissar Dr. Rohrbach, die fiti), gleichzeitig gegen die deutschen Sieolungs- gesellschaften in D e u t s ch s ü d w e st a f r i k a richten und ]ich peziell mit der „Verschwendung von Unsummen ür Champagner" auf Farm Hoffnung" und ähnlichen Klatschereien befassen. W die „Nat.-Ztg." hört, werden diese Artikel von beteiligter privater Seite mit einer* Beleidigungsklage beantwortet werden. Man wird also durch die Gerichtsverhandlung erfahren, was cs mit diesen Angriffen auf sich, hat. Deutsches Keich. Berkin, 30. Nov. Wie die „Kreu^tg." vernimmt. Hat der Kaiser seine Absicht aufgegeben, cm den Hofiagden tn Letzling en teilzunehmeu. Der Kaiser empfing heute den Staatssekretär Frhrn. v. Richthosen und horte ।pater den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts! v. Luccmus. Gestern empfing der Kaiser den Reichskanzler und den Botschafter Frhrn. v. Äernburo. r-, ~ ^genüber den Meldungen französischer und englischer Blatter, über den Gesundheitszustand des i l? erfahrt die „Nat.-ZtA" von unterrichteter Seite daß die Fv r t s chri t t e im Befinden des Kai s e r s d u r ch- weg zufriedenstellend sind. . ... T ^br Kaiser hat den von ihm angebotenen Becher für erne Jacht-Wett fahrt über den Atlantischen ?o-hre 1904 zurückgezogen, aber ihn für 1905 wieder tn Aussicht gestellt. — Ter Stellvertreter des Reichskanzlers, Graf Posa-! dowskh, gibt bekannt, daß die Eröffnung des Reichstags E 3^. Dezember, mittags 12 Uhr, im Weißen Saale des Schtoffes stattfindet. Zuvor Serben Gottesdienste in der Domtnterimskirche b^w. Hedwigskirche abgehalten. Außer dem Abg^ Dr. Paasche präsentieren bünd- lerische Blätter noch die STbag. Frhr. v. Heyl und Graf Oriola für den zweiten Vizepräsidentenposten imReichstag.e. (Seltsam, daß die nationaMberale Partei und Presse es mit der Aufstellung von Kandidaturen noch gar nicht so eilig hat, wie die „D. Tagesztg." und Konsorten.) 77 Bei den heutigen Berliner Stadtverordneten- wahlen der ersten Abteilung, die sich unter überaus schwacher Beteiligung vollzogen, wurden sämtliche ausgestellten liberalen Kandidaten gewählt. ~ Der Bundesrat überwies in seiner heutigen Sitzung die Uebersichten über die Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete für 1901 und 1902, sowie die Vorlage betreffend die Unfallversicherung der Seeschiffer den zuständigen Ausschüssen und erteilte den Ausschußbe- rrchten über die Gesetzentwürfe betreffend die Feststellung des Haushaltsetats für die Schutzgebiete auf das Rechnungsjahr 1904, betreffend den Etat der Reichs schuld und betrefferid die Feststellung des Reichshaushalts für 1904 seine Zustimmung. „ 7~ Die nächste Tagung der Reichsjustizkommission zur Vorberatung einer neuen Strafprozeßordnung be- giürnt am 15. Dezember. In ihr soll der Abschnitt eines abgekürzten Verfahrens erledigt werden. Als neue Gegenstände der Tagesordnung sind die Abschnitte Haupt- verhandlung und Wiederaufnahme des Verfahrens zur Beratung gestellt. 0 .. ^tHonu, 30. Nov. Hier besichtigte Handelsminister . neue Hcmdelskammergebäude. Bei dem MMische Tngesschml. Der künftige Reichskanzler. Ueber die Wahlvorgänge in dem Kreise Teltow^-Char- lottenburg uni) über das Verhalten des Mahlkommissärs Landrat v. Stubenrauch heißt es in einem Stimmungsbild: „Schwerlich wieder wird sich ein Wahtkommissar finden, der mit solchen physischen Kräften, mit solchen Nerven, mit solcher Ruhe und doch mit solcher Gerechtigkeit und Klugheit den Wahlakt letten wird, wie der Landratv. Stubenrauch Darüber war unter den Wählermassen nur eine Stimme. Und welches Maß von Achtung dieser eiserne Mann den Wählermassen in diesen schweren 22 Stunden abge- rungen hat, geht wahrlich, daraus hervor, daß MH um Vs? Uhr die Sozialdemokraten dem Landrat v. Stubenrauch ein dreifaches donnerndes Hoch ausbrachten. Ein Bauer aber meinte: Jetzt wissen wir's ganz genau, wer nach dem Grafen Bülow Reichskanzler werden wird! Ein anderer Konservativer griff die Aeußer- ung auf und allgemein wurde die Ansicht ausgesprochen, im Wahlkomnrissar v. Stubenrauch hat die Sozialdemokratie ihren Meister gefunden." Graf Bülow kann also sein müdes Haupt zur Ruhe legen, fein Nachfolger ist gefunden, der eiserne Mann, in dem die Sozialdemokratie ihren Meister findet! Und wer hat chn entdeckt, daß jetzt sein Ruhm durch die Wett schallt? Das „Teltower Kreisblatt"..... Aus Staöl und Kund. Gießen, den 1. Dezember 1903. ** „Salome" von Oscar Wilde. Man schreibt uns: Im Stadttheater wird am Donnerstag beit 3. d. Ai. das hochinteressante Gastspiel des Berliner „Theaters für alle Kunst" stattfinden. Der Letter dieses Theaters ist Arthur Waldemar-Toron, der Direktor des früheren Dr. Heine-Ensembles, der von feinen Gastspielen weit bekannt iß’ v/S11 einer vor ztvei Jahren erschienenen Broschüre hat Waldemar-Toron Vorschläge zur Reform der bühnentech- nrschen Umgestaltung angeregt, die so schlagend waren, daß ^rch eine Anzahl hervvrragenoer Männer aller Knnsizweige, unterstützt von einigen kunstsinnigen Groß-Kapitalisten, zur Turchführmrg dieser Vorschläge zusammenschlossen, nm das „Theater für alle Kunst" zu begründen, das in kürzester Seit in Berlin zur Eröffnung kommt. „Mcht in den Großtaten einzelner, sondern in dem an gliedernden Zusammen- fluß, in dem gemeinsamen Ausbau und in der harmonischen EinfprachiZkett aller Künste kann die Kunst chre lebendige Kraft beweisen." Von diesen Grundsätzen ausgehend hat der Leiter des „Theaters für alle Kunst" für das zur Ausführung kommende Werk Oscar Wildes die szenische A.'s- ftattung von bem Bildhauer Max Kruse entiveqen lassen, die an Stelle der Kulissen plastische Bcurten, statt der Sofftten und Rampcnbeleuchtung ein alles umschließendes ausführte, ^en verschiedensten Gebieten eingetretenen Um- ^lZungen hatten schwere Kämpfe im Wettbewerbe auch ur Altona mit sich gebracht, umsomehr, als sett dem Bereden der Reichsversassung der benachbarten großen Hanse- tadt mrt ihrem Freihafen Bevorzugungen zuteil geworden eren^, tue Altona versagt bleiben. Neuerdings ihm in dieser Hinsicht vorgettageue Wünsche könne er nicht für unberechtigt erklären. Er werde dieselben gern befürworten; denn es erscheine ihm nicht unbillig, die schwer um ihre Existenz ringenden preußischen Hasenplätze an der Nord- und Ostsee gegenüber und neiben den zweifellos um das Vordringen des deutschen Handels in fremde Weltteile hoch- verdrenten Emporien Hamburg und Bremen durch Förder- mrg des geschäftlichen Lebens in jeder Hinsicht zu stärken. Sollten wir auch ungünstigen Seiten'en t o e Qen^ -Sehen, so traue er doch auf die bewährte Elastizität des deutschen Kaufmannes, die bisher immer vermochte, das bestrittene Gebiet zu behaupten und sich selbst unter den schwierigsten Verhältnissen neue Wege xu eröffnen. Demgegenüber könne es nicht so 'schwer in Die Wagschale fallen, daß Deutschland erst so spät in die Reihe der Kolonialmächte ein getreten sei und deshalb auch nicht aus seinen Kolonien ähnlicbc Vorteile wie England habe ziehen können. Wenn man Die alten kaufmännischen Tugenden Hochhalte, und wenn die Regierung bestrebt bleibe, in die realen Verhältnisse von .Handel und JU- dustrie ein^nöringen, und deren Bedürfnisse immer besser zu verstehen, dann zlveifle er nicht, daß wir in der Lage Wien, unseren alten Platz zu bchauptem München-Gladbach, 30. Nov. Auf das bei der gestrigen lAnweibungsfeier des Kaiser Fri edrich- Denkmals uno der Kaiser Friedrich-Halle an den Kaiser abgesandte'Telegramm erhielt Oberbürgermeister Piecq heute folgende telegraphische Antwort: Ihre Meldung von der feierlichen Enthüllung des dortigen Denkmals weiland des Kaisers und Königs Friedrich und der Einweihung der Kaiser Friedrich-Halle habe ich mich Beftiedigung entgegen genommen. Ich habe, mich gefreut, daß mein Sohn Eitel Friedrich Zeuge der patriotischen Gesinnung sein tonnte, aus welcher heraus die Bürgerschaft München-Gladbachs die beiden Monumente als Wahrzeichen ihres treuen Gedenkens meines in Gott ruhenden Herrn Vaters errichtete. Der Stadt München- Gladbach, insbesondere allen, welche zum. Gelingen des pietätvollen Werkes beigetrugen haben, entbiete ich meinen töiliglichen^Gruß^und Dank. : Firmament mit leuchtendem Mond und sttahlendan Sternen - geschaffen hat. Die farbenprächtigen Kostüme und sämtliche Requistten find nach Zeichnungen des Pros. Corinth angefertigt worden und die Musik, nach indischen Motiven ■ von Beermann gesetzt, sind tief heraus aus der schwülen Pracht morgenlandischer Stimmung empfunden. ** Verfolgte Diebe. Im Anschluß an die von uns gebrachte Lokalnotiz wegen der hier verübten Einbruchsdiebstähle können wir mitteilen, daß man den Tätern auf der Spur ist. Es kommen zwei Personen in Betracht. ** Der evangelische Arbeiterverein hatte am vergangenen Sonntag seinen zweiten Vortragsabend dieses Winters veranstaltet. Der angemeldete Redner, Herr B e g e- mann aus Bockenheim, war durch eingetretene Erkrankung verhindert. Dafür hielt Pfarrer Euler einen Vortrag über »das Emporwuchern des Aberglaubens im 30jährigen Kriege und das Erwachen von Glauben in den Befreiungskriegen". Der 30jährige Krieg, ursprünglich Religionskrieg, aus dem ein politischer Krieg wurde, dessen Söldnerheere auf beiden Seiten verrohten, fördette eine Menge abergläubischer Gebräuche, welche, wie die Reste älteren Aberglaubens, zum Teil noch heute im Gange sind. Eine Besprechung einzelner dieser Gebräuche erregte oft die Heiterkeit der Anwesenden. Besonders fesselnd war der zweite Teil des Vottrages, welcher einsetzte bei den unglücklichen wirtschaftlichen und polttischen Verhältnissen im Jahre 1812. Der Vortragende wußte mit Meisterschaft die Hauptbegebenheiten jener Zeit in kurzen Bildern vor uns lebendig werden zu lassen: vom Zug unserer Großväter unter Napoleons Fahnen nach Rußland bis dahin, wo mit Glaubensmut und begeisterter Opferwilligkeit die Befreiung unserer Länder erwirkt wurde. Ein Rückblick in die Greuel und Drangsale früherer Kriege läßt uns Heutigen die großen Opfer für das Militärwesen leichter tragen und nicht wünschen, daß eine Regierung die Verantwortung für die entsetzlichen Folgen eines unglücklichen Krieges leicht nehmen möge. w. Krofdvrf, 30. Nov. Zum erstenmale werden im Lause dieses Winters auch in der vereinigten Bürgermeisterei Atzbachf-Launsbach Wanderkurse über Milch Verwertung eingerichtet werden. Der Zweck- dieser Kurse ist bekannttich, unserer ländlichen Bevölkerung, namentlich den Hausfrauen und erwachsenen Mädchen, eine wirtschaftlichere, reinlichere und gewinnbringendere Art der Butter- und Käfeberettung zu zeigen. Das bisher in der hiesigen Gegend üblich gewesene Buttergewinnungsverfahren ist das denkbar prttnitivste und fast überall in Deutschland, auch in den wirtschaftlich am meisten zurückgebliebenen Gegenden, längst auf gegeben. Die Milch wird hier noch meistens umntttelbar nach dem Melken in engen, hohen Töpfen bis zum Gerttmen auf gestellt. Die Enttahm- ung erfolgt bei diesem Verfahren nur ganz unvolltommen und läßt einen großen Teil des Rahmgehaltes der Milche für die Butterbereitung unbenutzt. Neben diesem bedeutenden wirtschaftlichen Nachteile weist das Topfverfahren eine auch nach der Beschaffenheit mangelhafte Butter- Ausbeute auf. Abgesehen davon, daß der Rahm in saurem Zustande zur Butterbereitung verwendet wird, die Süßrahmbutter aber viel feiner schmeckh kann man eine gute und haltbare Butter nicht erzielen, weil die Milche bis zum Gerinnen meist, im Wohnzimmer ober in der Küche aufbewahrt wird und alle verdorbene Luft und schlechten Gerüche aufnimmt. Me verschiedenen neueren Verfahren betonen gemeinsam eine möglichste Ausnutzung des Rahmgehaltes der Mttch, eine appetitliche und haltbare Zubereitung der Butter und die Verwendung süßen Rahmes zu deren Herstellung. Der erste ziveitägige Kursus ist für die Gemeinden Kinzenbach und Atzbach vorgesehen und wird am 19. und 21. Dezember im Gemeindehaus zu Atzbach ab- gehalteu werden. Ich verbleibe 3 V^/o^Reichsanleihe 4% Ocsterr. Goldrento . 4‘/ö% Oesterr. Siibenento 101.10 Tendenz: fest Nun will ich über endlich Ruhe haben! A -M 3"/, 3V,% 3% Ä1/2% do. Konsole . do . , Hessen Oberhessen . . 147.30 . . 17.50 . . 189.75 . . 240.00 . . 187.75 . . 206.80 . 100.10 . 103.60 . 64.40 . 32.60 . 37.15 . 144 80 , 44.80 42 80 . 26.30 . 91.10 . 111.25 . 10510 . 216.50 . 198.10 . 147.80 . 159.30 Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) H. B. in B. Die Beiträge werden dem Maurermeister, als Mitglied der betr. Berufsgenossenschaft, angefordert, und dieser ist zur Zahlung auch verpflichtet. H. G. 33. Jbre Einsendungen sind uns uacf) wie vor will-» kommen» erst eine M i l i t ar v o r l a g e kommen, ist die Wiedereinführung von Schiffahrtsabgaben geplant, kommt die Neuarmierung der Artillerie oder iverden die diesbezüglichen Bestellungen noch Ihr wohlgeneigter König (gez.) Wi lh e Im. 3u/q Mexikaner -P/g'/o Chinesen Electric, bcluckett . Nordd. Lloyd . , Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . , Beriner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . # « Gotthard bahn . . , Lauraiiütte . » . « Bochum . ... Harpener . . . . 102.15 . 91.25 . 102.10 . 91.10 . 101 00 . 100.00 . 102.90 4% linear. Goldr^nte . . 4u/ Italien. Rente , , , 4*2% Portugieser . . . ■°/ Portugiesen. . . . . 1 % C. Türken . . . < 1 ürkenlose . . . . 4°/o Uriech. Monopol.-Anl. 41 ,% äussere Argentiner Der Husten läßt niich nachts nicht schlafen und tagsüber bin ich so heiser, daß ich kauin sprechen kann. Dabei ist mir die Brust ordentlich eingeengt und auch der Magen will nicht so recht, weil ihni der Thee und all das andere Zeug nicht de--. kommt. Jetzt nehme ich F-ay's ächte Sodeaer MLnerat- pastiLerr, die ich längst haue kaufen sollen. Die Dinger sollen ja wahre Wunder tun und am Ende ist das doch auch erklärlich, da sie aus Sodener Quellsalzen bestehen. Also, bitte: eine Schachtel „Sodener" und da haben Sie 85 Pjg. 6191 Riiwersttäts-Raltirichlen. Dr. G o l h e i m , Professor der Nationalökonomie an der Bonner Universität, hat einen an ihn ergangenen Ruf an die Universität Heidelberg angenommen. Wien, 30. Nov. Heute abend fand in dem archöologisch- epigraphischen Institute der Universität m Anwesenheit des Rektors, der Mitglieder der philisophischen Fakultät, zahlreiche Prozessoren, des Rektors des Technischen Instituts, des Weihbischoss Marschall und der StudeMenschait eine Gedenkfeier für Theodor 'Di o ni m s e n statt. Nachdem der akadeniische Gesangverein eine Hymne vorgetragen hatte, hielt Hosrat Professor Bormann eine sehr beijällig auigenommene Gedenkrede, in der er zuerst die wissen- ichaftliche Tätigkeit des größten deutschen Gelehrten schilderte und sodann einzelne Werke des Gelehrten, darunter dessen Römische Geschichte besprach, zuletzt gab Professor Bormann em Charakterbild Mommsens als Mensch, in der er hervorhob, er kenne kernen Dienschen, der dem deuijchen Geschichtsforscher an Energie und Pflichtgefühl gleich gewesen sei. Nach Absuigung des Gaudemus ivurde die Feier geschlossen. Gerichtssaat. Eine auffällige Freisprechung. In Berlin ist vom Schwurgericht des Landgerichts I ein Seemann f r e i g e s p r o ch e n werden, der seine frühere Geliebte und deren jetzigen Ehemann durch mehrere Revolvers chüsse verwundet und bei seiner Abführung noch, bedauert hatte, den letzteren nicht besser getroffen zu haben. Der Angeklagte stellte seine Tat nicht in Abrede, bestritt aber, mit Hebertegung gehandelt zu haben. Wie die Geschworenen bei der Sachlage zur Freisprechung ge- kornrnen sind, ist unerfindlich. Dresden, 30. 9öov. Das Kriegsgericht verurteilte den Oberleutnant der Reserve im Gardereiter-Regiment Majo- ratsherrn auf Oberschönau Frei Herrn Alexander v. Car la Witz wegen Duells mit tödlichen Waffen zu 5 M vnaten Festungshaft Gegner war der bei der Leipziger Staatsanwaltschaft angesteltte Assessor Freiherr v. Friesen, mit dem die Schwester des ersteren verheiratet ist. Zwischen den Eheleuten war es wiederholt zu heftigen Austritten gekommen, v. Earlowitz suchte zu versöhnen, geriet aber bei einem derartigen Versuch mit seinem Schwager ins Handgemenge, bei dem sogar ein R e vo l v e r s chu ß seitens des Assessors .abgegeben wurde. Das hatte eine Forderung v. Earwwitz' aus glatte Pistolen mir dreimaligem Kugelwechsel und 15 Schritte Distanz zur Folge. Das Duell vertief trotz der schweren Bedingungen unblutig. Tas von der Staatsanwaltschaft seinerzeit gegen beide Duellgegner eingeleiiete Strafverfahren wurde wreder eingestellt Rom, 30. 9Lov. In der Konstantins-Basilika au: dem Forum wurden die Ausgrabungen begonnen. Man stieß dabei unter dem den Fußboden bedeckenden Schutt aus Bruchstücke eines herrlichen M a r mo r p s l a st e r s, sehr wertvolle Mosaiken und Stucksragmente. Rach der Schilderung deS Reisenden war der Mann etwa 28—30 Jahre alt, 1,75 Meter groß und trug einen Spitzbart. Klingenberg a. M., 27. Nov. In unserem wegen seines kommunalen Reichtums ebenso berühmten al§ wegen seiner herrlichen Lage vorteilhaft bekannten Städtchen erhält zu Neujahr wieder jeder Bürger 3 00 Mark in bar, 20 Mark Streugeld und zwei Nieter Holz. Dabei ist noch zu beachten, daß die Stadt keinen Pfennig Kommunalsteuern erhebt und mit allen kostspieligen Einrichtungen der Neuzeit, wie mit elektr. Licht, Wasserleitung u. a. vorzüglich ausgestattet ist. Klingenbergs Goldgruben sind die gewaltigen Bergwerke für feuerfesten Ton. (N. H. Vbl.) Marburg, 1. Dez. Im „Neichsanz.* liest man folgenden Erlaß des Kaisers an den Minister der öffentlichen Arbeiten: Auf Ihren Bericht vom 11. November dss. Js. will Ich dem Kreise Marburg, Regierungsbezirk Kassel, welcher die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Kleinbahn vom Bahnhof Ntarburg (Sud) der Staatsbahnstrecke Dassel — Lo Har nach Drei Hausen erhalten hat, das Enteignungsrecht zur Entziehung und zur dauernden Beschränkung des für diese Anlage in Anspruch zu nehmenden Grundeigentums verleihen. Die eingereichte Karte erfolgt zurück. Neues Palais, den 16. Nov. 1903. Wilhelm R. Kleine Mitteilungen aus £> e f f e n und den Nachbarstaaten. In Büdingen fand die Einweihung des Neubaues einer höheren Mädchenschule statt. Der Bau enthält drei Schulsäle und eine Lehrerinnenwohnung, aus drei Zimmern und einer Küche bestehend. gang war durchaus zricht geeignet als '<< gedeutet zu werden. Kunst und Wisfcnschnst. — Pros. Reinhold Begas erhielt für den Sa r- kophag der Kaiserin Friedrich im Mausoleum z-u Potsdam vom Kaiser die Brillanten zum Kreuz der Komture des Hausordens von Hoyenzollern mit folgendem bom Geburtstag der Kaiserin Friedrich inertem Schreiben: „Mein lieber Professor Begas! Den großartigen Schöpfungen, mit welchen Sie die Mitwelt schon be- g 1 ü a t und Ihren Namen in die Geschichtstafeln der deutschen Bildyauerlunst unauslöschlich einge- graben hoben, hat sich ein neues Meisterwerk zugesellt: der Sarkophag meiner in Gott ruyenden F^iu Mutert, weiland Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Friedrich Ich bin durch diese vortreffliche Arbeit hoch erfreut worden. Beim Anblick des Werkes ergreift und beseelt mich in pietätvollem Gedenken der teuren Entschlafenen eine weihevolle Stimmung. Ein Bedürfnis meines Herzens ist es, Ihnen für die glänzende Lösung der gestellten Ausgabe meinen wärmsten Tank auszusprechen. Zugleich verleihe ich Ihnen als äußeres Zeichen meiner Anerkennung die Brillanten zum Kreuz der Komture des königlichen Hausordens von Hohenzollem, und lasse ich Ihnen die Ordensinsignien hierneben zugehen. Telephonischer Kursbericht 1'ruielA.f«tri ä. u.. 1. Dezemoer 19u3. Vermischtes. " Berlin, 30. Nov. Die Gräfin Kwilecki ist heute mit ihrer Tochter und dem kleinen Grafen zu ihrem Bruder, dem Grafen Bninski, abgereist. Auf die Kunde von der Abreise der Gräfin entstand auf dem Bahnsteige des Bahnhofs Friedrichstraße eine große Menschenansammlung. Die Gräfin hielt vom Kupee aus eine Art Cour ab. Es wurden ihr eine Menge Buketts in den Wagen gereicht. * Bochum, 30. Nov. Auf der Bochum-Hofsteder Chausiee in der Nähe einer Wiese wurde in der Nacht zum Sonntag der 29jährige Rechnungsführer Heinrich Fellenberg aus Hammer von mehreren Burschen überfallen, durch Messerstiche getötet und seiner Barschaft, seiner Taschenuhr und des Ueberziehers beraubt. Die Staatsanwaltschaft hat auf die Entdeckung der Täter eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt. * Dessau, 30. Nov. In der letzten Nacht wunde in Zerbst eine dreißigjährige Frau in ihrer Wohnung erdrosselt. Der Täter ist noch nicht ermittelt. • Dresden, 30. Nov. Authentisch hört man von dem Rechtsbeistand des Prinzen von Schönburg-Walden- burg, Rechtsanwalt Dr. Eides, daß die verfchiedentlichen Gerüchte größtenteils unzutreffend sind. Eme authentische Mitteilung des Sachverhaltes von zuständiger Seite sei zunächst nicht zu erwarten. Jedenfalls bestätigt sich, daß die Prinzessin mit Genehmigung des Prinzen getrennt lebt. Ter Prinz hat die Klage aus Ehescheidung anhängig machen lassen. Im Ehescheidungsprozeß sand heute der erste Termin statt. Ein weiterer Termin findet in einigen Wochen statt. Die Prinzessin nahm zunächst 14 Tage in Pirna Wohnung. Der Bruder der Prinzessin, Don Jaime, wird zum Zwecke der Zeugenvernehmung in Dresden erwartet. Die Ehescheidungsklage stützt sich auf Körperverletzung und Freiheitsberaubung. * Mailand, 30. Nov. In Castergaeto fand eine Petroleumexplosion statt, wobei der Pächter Tammassoni, deffen Schwägerin und zwei Tächter getötet wurden. Drei Söhne Tamniassonis erlitten schwere Brandwunden. * Arad, 30. Nov. Ein in der hiesigen Weitzschen Waggonfabrik ausgebrochener Brand äscherte die Lokomotio- abteilung vollständig ein. * Abbazia, 30. Nov. Infolge des fordauernden Orkans ist die Mole gesprungen und zum Teil ins Meer gestürzt. ♦ Sofia, 20. Nov. Seit 5 Tagen wiederholen sich die Erdstöße täglich und sie fangen an, hier zu beunruhigen. Heute früh */,6 Uhr fand em ziemlich starker Stoß statt, wodurch die Leute aufgeweckt, Türen in Bewegung gesetzt und Pendeluhren zum Stehen gebracht wurden. Die Fachleute sind aus weiteres Böse vorbereitet. Hervorzuheben ist, daß der Sofia beherrschende 2600 Meter hohe Berg Witoscha vulkanischen Ursprungs ist. Das Zentrum der Bewegung bleibt, so weit man von hier verfolgen kann, noch immer das Kloster Rilo. * Hochwasser und Sturm. Die Mosel, die Saar und die Kill führen Hochwasser. Die noch fortwährend wachsende Mosel ist bereits über die Ufer getreten. Das Hochwasser hat ferner im Gebiet der Maas und der Ourthe größere Ueberschwemmungen verursacht. Die Schiffahrt ift unterbrochen. Die Ourthe durchbrach einen Tamm. Tie Arbeiter mußten flüchten. Ter Liftfluß ist bei Hasebroo' aus den Usern getreten. Die Wege nach der belgischen Grenze stehen einen halben Meter tief unter Wasser. Die Eisenbahnlinie ist gleichfalls überschwemmt. Ein Teil der Stadt Av e sn es wurde von den Fluten unter Wasser gesetzt. Aus Dover wird berichtet, daß das französische Fahrzeug ,Druide" auf einen Felsen gestoßen und gesunken ist. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Die Ttttiengejeüfchaft für Elektrizitatsanlageu in Köln wird mit den eletmjd)en Licht- und Kraftanlagen Akt.-Ges. in Berlin vereinigt. Tie Transaktion wird ganz in derselben Weise vorgenommen, wie kürzlich der Kauf der Aktien der Akkumulatoren- werke System Pollak durch die Akkumulatorenfabrik Hagen—Berlin sich vollzog. Die Berliner Offerte lautet auf 100 pCt. nebst 6 pCt. Srückzinsen ab 1. Juli d. Js. für die Prioritätsaktien und auf ^42 Prozent franko Zinsen für die Stammaktien. Mindestens 7500 Aktien müssen zur Bersügung gestellt werden. Wird dieser Betrag nicht erreicht oder überschritten, so hat die Annahmerklärung durch die Licht- und Kraitanlagengesellschaft am 15. Dezember zu erfolgen. Andernfalls bleiben die Hinterleger der Aktien bis zum 15. Januar 19u4 an ihr Angebot geounden, erhalten jedoch auf ihr Berlangcn Eintrittskarten für die am 23. Dezember stattsindende Generalversammlung der Akt.-Ges. für Elektrizitätsanlagen, m der über die Liquidation der Gesellschaft Beschluß gefaßt werden soll. — Raubet und PoUttt. Die Börse beschäftigt sich bereits mit der Eröffnung des 3t e i ch s t a g es, da derselbe vor eine Fülle wichtiger Amgaben von weittragendster Bedeutung für den gemeinsamen Kommerz gestellt sein wird. Die Wiederentfaltung unseres Wirtschaftslebens brn gt es mit sich, daß alle Welt mir Interesse der ferneren Eiitiviülung desselben entgegenlieht. All! größter Spannung wird darauf geachtet, ob dasselbe durch die Gesetzgebung s tatkräftige Unterstützung erfährt. Bon der Thronrede wird er- hinausgeschoben ? Wie steht es ferner mit einer Reichsfinanz- relorm, wie mit der Besteuerung des Tabaks und des Bieres: was haben wir aus dem Gebiet der Handelsverträge zu erwarten. Tie Börse hegt in allen diesen Punkten viele und nicht unberechtigte Sorgen; zumal beunruhigende Gerüchte über den augenblicklichen Stand der deutsch-russischen .Lrandelsvertragsver Handlungen herumschwirren. Es heißt, daß die russischen Unterhändler auf gewisse Erleichterungen im Grenzverkehr dringen, die die Regierung mit Rücksicht auf die Agrarier nicht bewilligen darf. Köln, 30. Slov. Wie die „Köln. Ztg." meldet, wird das feit dem Jahre 1826 in Köln bestehende Bankhaus A. u. L. Camp- Ha u i e n am 1. Januar 1904 mit allen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten am den A. S ch a a N h a u s e n' j ch e Bankverein übergehen. Der am 10. Dezember stallfindenden Hauptversammlung des A. Schaaffhaujen'jchen Bantvcreuis wird die Wahl des Kommerzienrats Eampyaufen in den Aufsichtsrat vorgejchlage i werden. Märkte. Gießen, 1. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Vfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier00—00 Pfg., Enteneier8—0 Pfg., Kase^ vr.Stck. 6—8 Pf., Käsematte2Stck. 5—6Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,70—09,0Mk., Hühner pr. St. 1,30—1,80 Mk., Hahne pr. Stück 0,70—1,50 Alk., Enten pr. Stück 1,70—2,20 Alk., Gänse pr. Pfd. 50—60 Pfg., Ochsenfleijch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- ruid Rindfleisch pr. Pfund 62—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 65—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,00-5,50 Alk., Weißkraut per Stück 5—7 Pfg., per Zentner 1.30—1.60 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Alk^ Alilch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 16 bis 02 Alk., in Körben 00-00 Pfg. Nüsse 100 St. 40 Pfg. ycni'IU Metöinigrii. Originaldrahtrneldungen des Gießener Anzeigers. Itzehoe, 1. Dez. Die Altensche Pvrtland-Cementfabrrk ist abgebrannt Der Schaden ist beträchtlich. London, 1. Dez. „Adorning Leader" meldet aus Port of Spain, daß das englische Antillen-Geschwader Befehl erhalten hat, sich für eine Konzentration behufs Demonstration gegen Venezuela bereit zu halten. Die Demonstration ist veranlaßt durch das Schiffahrts-Verbot auf dem Orinoeo für auswärtige Schiffe. Auf die Vorstellung des englischen Vertreters in Caracas, daß dadurch, die englischen Interessen schwer geschädigt wurden, hat die Regierung von Venezuela nicht einmal geantwortet. Dar auf hm wurde am 3. d. Dä ein Ultimatum gestellt und das GesckMader wird für alle Eventualitäten bereit gehalten. Wien, 1. Dez. Dem bekannten Geiger Willi Burrn e ft er wurde auf der Reise von Wien nach Triest eine Brieftasche mit 7000 Gu ld en entwendet. Man vermutet in einer jungen Person, die sich am Bahnhof in) auffallender Weise an den Künstler herandrängte, die Täterin. Sofia, 1. Dez. Der österreichisch-ungarische Milrtär- bevollmächtigte in Konstantinopel, Oberst Gießl, ist mit der Ausarbeitung der Organisation für die künftige österreichisch-ungarische Gendarmerie in Macedonien betraut worden. Es sollen gegen 50 Offiziere und 200 Unteroffiziere eingestellt werden. Petersburg, 1. Dez. Aus den Verhandlungen des K'ischinew-Prozesses wird weiter bekannt, daß ztvei Geistliche die Nachricht von einer Verunreinigung einer Kirche und der Ermordung eines Priesters als Erfindung bezeichneten. Der antisemitische Polizeikommissar Solontin mußte in einem Kreuzverhör zugeben, daß auf dem Schauplatz der Exzesse fein einziger Jude anwesend war. Bekanntlich soll nach, dem offiziellen Eommuniquo ein Jude eine Frau und ein Kind mißhandelt Laben, was die Ursache zu dem Aufruhr gewesen (et Algier, 30. Nov. Infolge von heftigen Regengüssen ging ein etwa 30 Meter breiter G i e ß b a ch über den am Fuße eines Berges gelegenen Ort Margueritte nieder. Die mit Geröll vermischten Wassermassen rissen die 9Nauern streckenweise nieder und spülten alles fort Tie Einwohner sind geflüchtet und ließen Mobiliar und Haustiere im Stiche. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Newyork, 1. Dez. Die Musik-Akademie, das größte Theater von Br o o kl y n, ist n i e d e r g e b r a n u t und saft gänzlich zerstört worden. Newyork, 30. Nov. Das deutsche Kriegsschiff Falke landete am Samstagabend den f lü chti g e n Präsidenten von San Domingo, Gil, in San Juan auf Portorieo. Am Sonntagmorgen fuhr der Falke nach Santo Domingo zurück. Washington, 1. Dez. Der deutsche Geschäftsträger teilt mit, daß seine Regierung die neue Republik Panama anerkannt habe. *»ei oen c tt e jj i e n 4 u setnanöei: je (jungen! ta^.ditiqeJ Unrers.iihuuq -Mh«. Von der Thronrede wird er- zwifchen dem Kaiser und Bismarck aus Llnlaß der '^^t, daß sie endlich die so laug ersehnte Börsenreform ankündigt Verharrdlungen Bismarcks mit W ndlho-.fi soll Bismarck sich, und es stehen Fragen wie folgende aui der Tagesordnung: Wird wie Wilhelm Schwauer-Berlin in der Monatsschrift „Heim-! ....... garten" erhält, hoben hinreißen lassen, das Tintenglas rrn Zorn gegen seinen kaiserlichen Herrn zu erheben. Der Kaiser selbst habe dies seinem Freunde, dem König Albert von Sachsen, erzählt, der seinerseits Moritz v. Egidy einweihle, von dem es Schwaner in einer vertrauten Winterabendstunde erfahren haben will. Die „Voss. Ztg.", welche die Echtheit der Szene bezweifelt, meint: Vielleicht ist die „Echtheit der Sgene" auf eine Verwechslung und unrichtige Auffasjung zurückzusiihren. Bei den Verhandlungen über die Ar beiter s chu tz er lasse suchte Fürst Bismarck den Kaiser dazu zu überreden, daß er von der Veröffentlichung- abstehe. Dabei hielt Fürst Bismarck, am Tische vor dem Kaiser stehend, die Akten .appe in den Händen und stieß damit in der lebhaften Unterhaltung anf das Tintenfaß, s.--aß Tinte versprs.,- wurde. Der Vor- c ' - - inoloser Natur und ganz uub gar /ung Oe; Ehrfurcht, vor dem Herrscher Wetterbericht vom 29. November. Verlauf der Witterung von Samstag bisMontag. Das am Freitag im Westen erschiene Tief ist rasch nach Ostdeutschland gezoge»i, ein ganz flaches Hoch hat sich im Nordrveflen über dem Ozcan gebildet. Jtifolgedessen drehten die milden Süd- ivestwilide in der 9lacht aus Sonlitag nach 9lord, Abkühluiig und ganz geringe Schneeiälle hervorruiend. Die Lustdruckverteilung cheint sich in deßl nächsten Tagen nur wenig zu ändern. Daher für Alontag und Dienstag: Fortdauer der trüben, kälteren Witterung, vielfach Frost, Schneefälle. Wetterdienst zu Gießen: A. P e p p 1 e r. Eingesandt. (Für Form und Juhan um. uuicx, owser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber; keinerlei Verantwortung.) Gießen, 30. Nov. Mehrere Bewohner der R i t t e r g a s s e lassen bei der Stadt anfragen, ivann diese Straße vom Schmutz gereinigt wird; sie ist seit zirka 6—7 Monaten nicht gereinigt worden. Wir hoffen, daß bald Abhilfe geschaffen wird. Mehrere Anwohner. Bekanntmachung. Freitag den 4. Dezember 1903, vorm. 11 Uhr, sollen im Bürgermeislereigebäude — Zimmer Nr. 15 — 9 städtische Plätze zum Berkaus voll Ehristbäumchen meifibieteni) verpachtet werden. Gießen, den 30. 9lovember 1903. 8910 (5*111 l -- - ^nleisterei Gießen. Mecum. 8941] O 8675 und ist docH Zubehörteile S. Loeb Südankage 7, g 40 O@® ZVKVT Gg. Schwan. 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Gießen,den 1.Dezember1903 das Jahr auf dem 8923 1 *5LW- 2*3000' 2*2000' 5*1000' Chaiselongue-Decken, Bettdecken etc. nach Entwürfen von Professor Olbrich, Meine gebräunten Kaffees erfreuen sich großer Beliebtheit ; auf meine neuen Mischungen mache ich besonders auf. Mittwoch den 2. Dczbr. d. I., nachmittags 2 Uhr, werden im Bleker'schen Saale Möbel aller Art versteigert. 8892 Geißler, Gerichtsvollzieher. Einfachste Behandlung! Zu haben in Dosen ä, 10 Psg und größer in den meisten & Geschäften. 7401 1 konserviert und erhält & das Leder weich! Allerbeste „Mgrin" denn es erzeugt ohne Mühe 20*500' IOOTO 200*100'20000 200* 50- 0OOOO 1000*20'20000 2000*10'2000© 8750 * 6 = 52 00© Lose versendet: Haupt-Debit Ad Müler & Co. Darmstadt, Rheinetrasse 14. Lose in Giessen bei Richard Buchacker, Neuen Bäne 11, Philipp Weiler, Cig., Markt 1, Wilh. Semmler, Cig., Seltersweg 25. 8179 Echt Petersburger Gummischuhe empfiehlt Friedrich Magnus, 8925 Weidenaasse 10. Zigureiteii-Vcrstcigeriilig. 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Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch Geldgaben, die uns die gleichmäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen, zuwenden zu wollen. Eme Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachlen Gaben recht bald an eine der nachbenamiten Vorstandsdanien gelangen zu lassen: Frau Rechtsanwalt Grünewald, Liebigslraße 21; Frau Johanna Haas, Oslaiilage 31; Frau Kommerzienrat Hehligenstacdt, Liebig- slraße 49; Frau Rechnungsrat Kalbfleisch, Ludwigstraße 7; Frau Professor Leist, Ostanlage 36; Frau Pfarrer Naumauu, Südanlage 8; Frau Luise Ottens, Bismarckstraße 11; Frau Lina Schmall, Ostanlage 36; Fräulein Luise Wortmauu, Dammslraße 32. Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben anzunehmen; man wolle freundlichst beachten, daß es die Klemkinder- schulschwestern sind Diezstratze 15. Gießen, den 7. November 1903. Der Vorstand der Kleinkinderbewahranstabll Dr. Naumann. 8356 Betantttmachnnl; Der Voranschlag der Gemeiiide Grotzen-Buseck für das Jahr 1904/05 liegt vom 3. Dezeniber d. Js. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zur Einsicht der Jnter- Lssenten offen. Großen-Buseck, den 30. November 1903. 8933 Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. S cl) w alb.________________________ Aug. Schwab Blockstraße 4. M Wmajihiiikk i i.**11'' ;|' .-*-Jh Für besseres Sch uh zeug aus Ehevreaux-, Box-Ealf, Kalbleder rc. ist das Siif- ui Nmmmerke, Impfzitzelei Aug. Gabriel jn, Giezzen. 676 Massen-Fabritation. Bahnanschlüsse. Werke: Abcndstcrn. Wollene, halbwollene und baumwollene sowie Strümpfe, Socken, Faust- und Fingerhandschuhe, femr wollene Strickgarne (Marke M. und K.) «anerkannt beste Qualität, empfiehlt in großer Auswahl zu billigsten Preisen 7860 Robert Stuhl, Meustadt 23. x^S- zum Westen der 8678 Kirchstrasse 2. Kirchstrasse 2. Gründlichen va Moderne Rahmen. 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