DWWW Gchulstraße 7. Ndrefle für Depeschenr Vrr-eiger Gietzs». Fernsprechimschluß Nr. 51. Nr. S3V erf^tÄt tÄgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Sietzener Familien* blätter viermal tn der Woche beigelegr, KotcrttonÄwnck u. 9tr- lag, der Brüh loschen Untoers^Buch- u. Etein- druekerrt (Pietsch ürbet^ Zweites Blatt. 158. FschrKarrg Dowrerstag 1. Oktober i$qs VeL«tt»pre»s. momuuch7LP^vtenei- Giehener Anzeiger Seneral-Aitzeiger w «.-s±:”ä. den pcItL und allgern. »mir- »nd Anzeigeblatt für den Kreis «eßen MW W -etgentetl: Han« Beck. Die Heutige Kummer umfaßt 8 Seite». Am KrauenSemegrmg. Lu^nblüklick) tagen zwei Kongresse, auf welchen Moderne FrmLntoestrebmrgen vertreten werden. Allerdings unterscheidet sich der Frauentag in Köln recht wesentlich -on dem in Homburg, auf welchem die Stremen ihr Sprüchlein Herzogen. Der Kölner Frauentag stellt sich auf den Boden der tatsächlichen Verhältnisse; er behanoelt die Frau unter dem Gesichtspunkte der Familie; während für die um Anita Angspurg Ehe und F-amilie keine notwendige innere Beziehung Haden müssen. Frl. Ilta Freudenberg aus München sprach in Köln über moderne Sittlichkeitspr-obleme. .Sie führte dabei ungefähr folgendes aus: Durch bie Entwicklung unseres modernen Lebens sei auch die innerlichste Fruge der Persönlichmr Sittlichkeit, das Verhältnis der Geschlechter zu einander, eine Angelegenheit der Gesamtheit geworden, sodaß man auch sie irr die öffentliche Diskussion hineinzuziehen beginne. Die Frauenbewegung hat ein besonderes Interesse daran, ihre Stimme in dieser Diskussion zur Geltung zu bringen; es muß ihr, die nach so mancher Richtung die Fran befreien toill, wichtig sein, zu beweisen, daß die Welt in der befreiten grau nicht den Sklaven zu fürchten braucht, der die Lette bricht, sondern daß sie im besten Sinne das Wort eines unserer großen Dichter anwenden wird: Freiheit ist Verantwortlichkeit! Die Beziehungen der Geschlechter in der Gegenwart erhalten ihr soziales Gepräge durch die zahllosen Frauen, besorrders des Mittelstandes, die nicht zur Ehe gelangen können, einerseits — andererseits durch die ungesunde Hinausschiebung der Heiratsmöglichkeit' der Männer. Die Folge ist, daß sich, für viele neben der Ehe Wege zu einem bequemen Sich ausleben aufgetan haben, auf denen die jungen, reinen Lebenskräfte unseres Volkes mehr und mehr vergiftet werden. Man hat eine Abwehr in den verschiedeusten Richtungen gesucht. In der Frauenliteratur der Gegenwart tritt vor allem das Ber- lcurgen hervor, daß die Frau diesen Verhältnissen gegenüber nicht mehr unwissend erhalten bleibe. Einen Schritz weiter geht die Forderung gleich hoher moralischer Ver- mrtwortlichkeit für Mann und Werb. Wird dieses Ideal auch nicht in abse^arer Zeit verwirklicht werden, so touren doch die Deutschen ihrer großen Ethiker, ihrer sittenreinen Vorfahren unwürdig, wollten sie diesen stärksten sittllchsten Imperativ nicht auf sich wirken lassen. Rednerin spricht sich dann gegen die Ideen des Buchs von Lar pent er: Wenn die Menschen reif .zur Liebe werden, aus mit seinem Vorschläge einer freieren Form der Ehe, ebenso gegen den Einfall einer deutschen Schriftstellerin, den diese das Recht der unverheirateten Frau auf die Mutterschaft nennt. Die deutsche Frau müsse an der dauernden Gemeinschaft der Famrlie sesthalten. Das Schwergewicht der Aufgaben der Mütter in Bezug auf die individuelle Sittlichkeit liege darin, durch Vertiefung aller geistigen Momente im Verkehr der Geschlechter an der Gesundung der Gesellschaft zu arbeiten. ' Bei den Damen in Hcunburg bläst der Wind anders. Hier steht man auf dem Standpunkt der Gleichberechtigung der Frauen, well man glaubt, daß die Qualitäten der Alarm und Frau dieselben seiem Das war auch der Standvunkt, von dem August Bebel bei der Abfassung seines Buches „Die Frau" ausging. Der alte Herr hat mit feinem Instinkt herausgewittert, daß dies ganze Prinzip der wirt- sckaftlichen und sozialen Ungleichheit seine Wurzel in dem Dogma von der Unterordnung der Frau gegenüber dem Mann besitzt. Und darunr hat er sich ganz folgerichtig daran gemacht, mit diesem tausendjährigen Vorurteil cmfznraumen. Herr Bebel hat mit ferner Beweisführung Schiffbruch gelitten, weil er sich auf ein Gebiet begab, auf dem auch mit dem leidenschaftlichsten Dilettantismus nichts auszurichten ist. Und das ist die Wurzel der ganzen Frauenftage, wie sie von den Bewußten und Fortschrittlichen formuliert wird: ist Mann und Frau gleich, dann hat Bebel recht und wir können morgen den sozialistischen Staat ern- richten. Der würde fteilich den meisten der Frauenrechtlerinnen von heute, die durch ihre soziale Stellung sich zu den Bevorzugten rechnen, nicht passen. Hier hätte man es ganz gern, wenn die Frau mitwählt, nnttegrert, und ein freies ungebundenes Leben führt, aber Kloaken-I^inigen, am Ambos den Hanimer schwingen, die Dächer decken, als Soldat das Vaterland verteidigen — oas will man gern den Männern überlassen. Man braucht diese Dmge nur anzudeuten, um zu beweisen, daß im Staate mtt twlliger Gleichberechtigung der Frauen der Mann zum Helotentum verurteilt wäre, Gleichberechtigung der Frau heißt Frauenherrschaft. , , , * Die Natur lugt nie, sagt Schopenhauer, und er hat Recht. Die Natur mit ihrer Gesetzlichrert, als adäquater Ausdruck der Allweisheit ihres Schöpfers, hat das Prmzrp der Arbeitsteilung genial durchgeführt: streben wir doch heute in unserem wirtschaftlichen und sozialen Drga- ilismus danach, oies System der Natur auf unsere Verhältnisse zu übertragen. In diesem Prinzip der Natur ist der Mann auf allen schöpferischen Gebieten der Prunare Faktor. Das muß immer wieder betont werden. Hier helfen 8^ v. ^Potenz spricht sich in seinem Buche: ,,Das Land der Zukunft" auch sehr ausführlich über das Lapnel der Gleichberechtigung der Frauen aus, die m m Nordamerika iaü auf allen Gebieten durchgeführt ist, und behandelt hierbei auch eingehend die Erfolge der Frauen aus dem Gebiete der Wissenschaft. Fn den Anfangsstudien der Wissenschaft wirkt — nach seiner Angabe — das gemeinsame Studium beider Geschlechter anregend auf alle Beteiligten. Sobald jedoch die Wissenschaft zum Selbstzweck erhoben wird, wie es in den älteren Universitäten des Landes mehr und mehr geschieht, jc^idet das weibliche Element von selbst aus. Amerikanische Psychologen, welche Erfahrungen mit der „Coeduoation" gesammelt haben, erKareti, daß die Mädchen anfangs den Knaben weit voraus feien, daß sie, so lange es gelte, nur Wissensstoff auszunehmen, gut mit fortkämen, daß aber', sobald das selbständige Urteil, oder gar die Kritik, kurz, die eigentliche Forscherarbeitz beginne, der Jüngling das Mädchen unbedingt übertreffe. Das Weib kommt dann gewissermaßen auf einen toten Punkt, auf dem ihr gesättigter Geist ruhig verharrt, während die männliche Begabung in der härteren Lust der freien Forschung erst ihre Schwingen zu entfalten beginnt. Im übrigen sagt Polenz vori den studierten und schrift- stellernde-n Frauen der neuen Welt, daß sie den Lehrberuf stark überschwemmt und Kunst und Literatur zu ihrer Domäne gemacht haben. Die amerikanischen Frauen lesen viel und sind über alles Wissenswerte weit besser unterrichtet als die Männer. Bei ihnen ftndet man am ersten das, was sie drüben ,Mafftnernent" neunen, eine Mischung von Geisteskultur, Geschmack und Lebensart. Lllerarisch sind sie äußerst ftuchtbar; das Schristtum hat durch sie auf manchen Gebieten, so in der Zeitungslyrik und in der „Short Story" ein geradezu weibliches Gepräge erhalten. Es verhält sich hier aber ähnlich wie in der Wissenschaft; die Frau besitzt schöne, vielversprechende Gaben, deren GrenzeM jedoch schnell erreicht werden. Den Mangel an Originalität und Tiefe, sowie den Zug zum Dilettantismus, der an der modernen anierikanischen Unterhaltungsliteratur so auffällt, führt Polenz mit darauf zurück, daß sie zum großeii Teil für Frauen und zum nicht geringen Teil von Frauen geschrieben wird. Daß es die Frauen in der reinen Kunst — dort, wo nur Vas Talent in Frage konunt — den Männern schließlich gleichllu: werden, hallen wir für sehr möglich; gibt es doch Schauspielerinnen, die an Bedeutung keineswegs hinter Männern zurückstehen; auch in der Musik, Malerei, Schriftstellerei ist es sehr wohl möglich, daß die Fran das Höchste erreicht. Anders aber auf jenen Gebieten, wo die Herrschaft der reinen und schöpferischen Intelligenz beginnt: Wssenschast, Philosophie, Politik. Hier wird die. Frau stets versagmi, wie ja auch die Erfahrungen in Nordamerika offensichtlich beweisen. Hier sllrd denn auch die Hinweise darauf enthallen, wie man die Grenzen von Frauentätig- teit, Frauenstudium und Strobungen auf Gleichberechtigung abzustecken hat. Savpiversümmkung des KvangeUscheu Wundes. Ulm, 29. Sept. Tie Zahl der Teilnehmer beläuft sich auf etwa 600. Von ihnen seien besonders hervorgehoben: Professor D Arnold-Bresllm, Professor v. Kirchächeim-Heidelberg, Hof- prediger T. Rogge-Potsdam, Landeskonsistorialrat D. Teutsck)-Hermaunftavt, Siebenbürgen. Tie Begrüßungsversammlung im Saalbau war außerordentlich stark besucht. Stadtp-farrer Lic. Tr. HolzingeV- Ulln rief der Versammlung ein herzliches Glückauf zu im Namen der Ulmer Ortsgruppe und der evangelischen Bürgerschaft. Bon der konfessionellen Lage in Deutschland tzmte zu reden, ist etwas mißlich; die Feinhell darin ist so groß geworden, daß man als gewöhnlicher Mensch schon nicht mehr mitkvrnmt! (Heiterkeit.) Indessen, wir leben in einem demokratischen Zeitalter und wir sind der unbequemen Ansicht, daß auch wir deutschen Protestanten so gut wie andere das Recht haben, zu sagen, was uns gefällt und was nicht. (Bravo!) Daß uns un Deutschen Reiche dies und das iiicht gefällt, leugnen wir gar nicht! (Sehr richtig!) Wenn vor kürzenl gewarnt worden ist, den Graben zwischeil den Konfessionen zn vertiefen, so sind wir damll einverstanden. Wir haben nur eine Bitte dabei: sich darüber zu äußern, wer diesen Graben so überaus tief gemacht hat! (Sehr wahr!) Die römischje Not hat uns Protestanten gezwungen, zn sehen, daß lvir in der Hauptsache doch alle auf einem gemeinsamen Boden fteheir, und wenn wir über dies und jenes anders denken, so ist das wie die Verschiedenhell der Dialekte. Weiin wir von römischer Not reden, so heißt das aber noch nichts der andern Konfession die Existenzberechtigung ab sprechen. Mr nehmen in aller Ehrlichkell den Standpunkt vollkommener Gleichberechtigung der Konsessionen ein. (Beifall.) Es ist uns zuwider, daß heute alles und jedes unter den Gesichtspurckt der Konfession gestellt wird und alles nach einer Paritäts- mathematik berechnet werden soll, obwohl wir Protestanten, genau zugesehen, dabei immer im Vortell wären, wenn man genau danach verfahren würde. (Sehr richtig!) Aber leider, was tut man auf der andern Selle? Man redet an der leitenden Stelle der Kirche in einer Weise von uns, die, gellnde gesagt, nicht mehr zeitgemäß ist (lebhafte Zustimmung), in Ausdrücken, die den Staatsanwalt interessieren würden, wenn wir sie auf dortige Einrichtungen anwenden wollten. (Sehr richtig!) Es^ kann uns kein Mensch verdenken, werm wir finden, daß die Grenzen der Konfessionen nicht mehr ganz in Ordnung gehallen werden. (Sehr richtig!) Der moderne weltliche Staat liefert sich seinen entschlossensten Gegnern aus, toenn er um die Gunst des priesterlichen römischen Imperators sich bemüht, uni) es ist zu befurchten, daß uns dafür eine bitterböse Rech^- nung präsentiert werden wird. (Beifall.) Abg. Dr. Hieber-Stultgart sprach namens des würt- tembergischen Hauptvereins des Ev. Bundes: solange Luther als Unruhestifter und Revolutionär gepempelt, evangelisches Bekemitnis als völkerzerstörendes Gift bezeichnet, Vie sitllichen Zustände im Protestantismus als verdorben und verabscheuungswürdig hingestellt werden, solange mau evangelisch getraute Mischehen als sündige Verbindung charakterisiert, solange das geschieht von den ossiziellen Stellen der kathollsck),en Kirche, solange sind wir berechtigt und verpflichtet, mll Hellem Klange das hohe Lied von Luther und der Reformation zu singen. Das tun wir nicht aus Haß, sondern aus ehrlichem, protestantischem Selbstbewußtsein! (Stürmischer Beifall.) Ulm, 30. Sept. Gestern abend faub eine öffentliche Versammlung statt, die vom Reichstagsabgeordneten Hieber geleitet und mll einer Ansprache eröffnet wurde. Professor Fikenscher-Fürtch sprach über: Zeichen der Zell im Lichte des Protestantismus ; Dr. ArnvW-Breslau über: Protestantismus in dtord- amerika; Superintendent Meyer-Zwickau stellle den Jesuitenorden und die deutsche Volksseele nebeueinander. Tie überaus stark besuchte heutige öffentliche Hauptversammlung des deutschen evangelischen Bundes wurde von dem Grasen Wintzingerode eröfsnet. Er sprach insbesondere der württembergischen Regierung den Tank des Bundes aus, daß sie durch ihre Stellung dazu geholfen habe, daß die beabsichtigte Aushebung dä> § 2 des Ie- suitengesetzes unausgeführt geblieben sei. Nach zahlreichen Begrüßungen, darunter auch einer solchen des Präswenten Frhrn. v. Gemmingen im Namen des württern- vergischen Konjistorllims, sprach Prof. Dr. Kolde-Erlangen über den „Staatsgedauken der Refvrmatwn und die römische Kirche." Schtießlich^ wurden zwei Resolutionen einmütig angenommen, von denen die eine Mdersprach erhebt gegen die Beselligung des Jesuitengesetzes, während die andere ihre Freiwe Über die (Ansetzung des deutschen evangelischen KirchMausschusses ausspricht und die Hoffnung zum Ausdruck bringt, daß die Kirchenregiemmgen durch diesen Zusammenschluß die Kraft gern innen werden, die gemeinsamen Ausgaben des Protestantismus im Reiche und im Auslande wirksam zu vertreten. Aeutschlanös Getreideausfttyr. Als Kuriosum erwähnte in einer seiner letzten Nummerrv der von Pros. Dr. Ruh land herausgegebene »Getreidemarkt" den Verkauf einer Parüe Roggen von Thorn nach Warschau zu etwa 85 Mt. Das Blatt bemerkte dabei, daß die Frachten auf der Weichsel gegenwärtig niedrig seien und Rußland keinen Einfuhrzoll erhebe, während von den deutschen Zollbehörden 35 Mk. pro 1000 Kg. bei der Ausfuhr aus dem Reiche vergütet würden. Da nach den amtlichen Erhebungen im Monate August Roggen in Königsberg 125,85 Mark kostete, so blieb der Erlös aus dem nach Rußland verkauften Roggen nur wenig unter dem Königsberger Durchschnitt. Da die Umstände, unter denen der Verkauf abgeschloffen wurde, nicht weiter bekannt sind, so wollen wir naheliegende Folgerungen über den Einfluß des deutschen Zolles auf den Inlandspreis nicht ziehen. Eine Ausfuhr deutschen RoggenS nach Ruß» land kommt übrigens nicht so vereinzell vor, wie die Mitteilung des obengenannten Blattes vermuten laffen könnte. Rach dem August-Hefte der »Monallichen Nachweise über den auswärtigen Handel deS deutschen Zollgebietes" (amtlich) find in den ersten acht Monaten 1903 24 912 Dz. nach Rußland ausgeführt worden; in dem entsprechenden Zeitraum 1902 wurden 46 667 Dz., 1901 25 950 Dz. Roggen aus Deutschland nach Rußland ausgeführt. Im ganzen Jahr 1902 gingen 65 385, i. I. 1901 sogar 70 532., i. I. 1900 aber nur 17 252 Dz. Roggen nach Rußland. Die Ausfuhr nach Finland ist darin nicht enthalten. Sie war 1900 und 1901 nur gering (9664 und 12 996 Dz.), belief sich 1902 aber auf 57 594 Dz. und in den ersten acht Monaten ds. Js. schon auf 73 740 Dz. Gewiß ist die Ausfuhr an Roggen nach ^Rußland gegenüber der Einfuhr von dort (8 419 886 Dz. i. I. 1902 und 5 315 476 Dz. in den ersten acht Monaten 1903) nur sehr gering, imlnerhin sind aber auch die kleinen Ziffern der Ausfuhr nicht ohne Bedeutung für Untersuchungen über den internationalen Warenaustausch. Die Ausfuhr von Roggen aus Deutschland hat überhaupt in dm letzten Jahren erheblich zugenommen. Während sie sich 1900 auf 760 916 Dz. belief, betrug sie 1901 schon 920 631 Dz. und 1902 bereits 1 046 008 Dz.; 1903 ist sie in den ersten acht Monaten mit 1 088 893 Dz. schon höher, als im ganzen vorigen Jahre. Von der Ausfuhr gingen in Dz. nach 1900 1901 1902 Jan.-Aug. 1903 Dänemark 153 151 319 114 286 811 320 445 Norwegen 114 708 137 049 73 557 110 602 Schweden 337 547 86 560 283 795 250 547 Mit 'Ausnahme verschwindend geringer Posten ging die gesamte Ausfuhr gegen Einfuhrfcheine, also mit Rückvergütung des Zolles von 3,50 Mk. pro Dz., vor sich. Die Weizenausfuhr, die ebenfalls fast ausschließlich gegen Einfuhrscheine erfolgt, weist große Schwankungen auf. Sie belief sich 1900 auf 2 950 796, 1901 auf 928 316, 1902 auf 821 788 Dz., ist aber in den ersten acht Monaten 1903 wieder auf 920 246 Dz. gestiegen. Nach Rußland gehen davon mir geringe Mengen, auch Norwegen nimmt nur sehr wenig auf, die Hauptabnehmer sind Schiveden (mit 450 100 Dz. im Januar-August 1903 und 388 198 Dz. i. I. 1902) und Dänemark (mit 158 350 und 158 625 Dz.). Zwetschenkerne VersMucken und hat diesen unüberlegten Streich auch wirklich ausgeführt. Liner der Kerne verlebte den Blinddarm und der Junge starb nach qualvollen Leiden. Homburg v. d. H., 30. Sept. Die Königin-Witwe Margherita von Italien traf heute mittag mittels Equipage von Frankfurt hier ein. Sie besuchte nach dem Frühstück das Kurhaus, Den Kurpark und das LönigliM Schloß und fuhr umi 3 Uhr nachmittags mit dem Schnellzug nach Frankfurt zurück.____________________________________ Vermischtes. * Braunschweig, 30. Sept. (Amtlich.) Aus den Landkreisen des Herzogtums Braunschweig smd rncher Woche vom 20. bis 26. September folgende Typhus fälle gemeldet: Im Kreise Gandersheim 2 gegen fernen in der Vorwoche, im Kreise Holzminden 1 gegen 3 und im Kreise Braunschweig 7 gegen keinen in der Vorwoche. * Breslau, 30. Sept. Wie die „Schles. Ztg." meldet, ind fünf weitere Personen ermittelt, die an dem Land- r i ed e n s b r u ch i n L a u r a h ü t t e beteiligt gewesen sind, Darunter auch diejenige, die den Amtsvorsteher mit einer Latte geschlagen hatte. Alle fünf kommen in einer neuen dritten Verhandlung vor daö Schwurgericht. Beide Kor- anty meldeten gegen das Urteil der Strafkammer Berufung dH. — Wie die „Brest. Morgenztg." aus Kattowitz meldet, ist der Verleger der Gleiwitzer polnischen Zeitschrift „Iskra", Sollys, auf Szelodze-Zollkammer mit einem Arbeiter, als beide Nummern der Zeitschrift nach Rußlcnck) einführen wollten, verhaftet und in die Warschauer Zitadelle gebracht worden. ttnz und Prinz .. n Sriechenla' .d sich selbst abfeuerte. Auch hier taL das Schrot seine Wirkung, mit halb abgerissenem Äopfe stürzte auch der Boy zu Boden und war sofort tot. gm nettes deutsch-dänisches SerLcyrsmtttel. Warneuründe, 30. Sept. Lwlorualpost. — Der Plantagenleiter Meyer in Moa ist von seinem schwarzen Diener erschossen worden, nachdem er diesen augenscheinlich in brutaler und ungerechtfertigter Weise mißhandelt hatte. Meyer fuhr leidenschaftlich gern Rad und zwar wegen eines fehlenden Arms Tandem, auf dem sein Boy den vorderen Platz einnahm und stets das Gefährt zu lenken hatte. Bei einem Ausflug in voriger Woche nun fuhr das Tandem infolge der Ungeschicklichkeit oder Unachtsamkeit des Boys gegen einen Baum an, Herr und Diener stürzten herunter und das vordere Rad wurde bei der Gelegenheit krumm gebogen, so daß an cm Weiterfahren nicht zu denken war. In erklärlichem Aerger darüber, zumal man sich ziemlich weit vom Hause ab befand und nun den ganzen langen Weg zu Fuß zurückzulegen gezwungen war, strafte Meyer seinen Boy wegen dessen Unachtsamkeit mit Schlägen und soll auch nicht abgelassen haben, während des Rückweges ihn zu schlagen. Außerdem drohte er dem Boy, ihn zu Hause verhaften und an die Kette bringen zu lassen. Jedenfalls schickte Meyer, als er zu Hause angekvmmen war, sofort zu den nahen Grenzaskaris und ließ die Ausgänge der Plantage von diesen sperren. Der Boy hatte sich unterdessen mit dem Schrotgewehr versehen und wollte sich damit auf und davon machen, fand aber die Ausgänge der Plantage bereits von AstariS gesperrt und eilte deshalb wieder ins Herrenhaus zurück, wo et sich mit dem Schrotgewehr bewaffnet unter der Treppe anfstellle. Meyer ging nun mit einigen Askaris in das Haus und hatte denselben gerade zu- gerusen „kamata“ (ergreift ihn!) als ein Schuß fiel, der Meyer sofort zu Boden streckte. Die Schrotladung war dem Unglücklichen durch Schulter und Brust gedrungen und führte sofort seinen Tod herbei. Als die Askaris dann gegen den Lllörder cindrangen, fiel der zweite Schuß, dm der Boy au- Königlichen Hoheit gemachten Darlegungen ansMießen zu können, und nochmals meiner Freude Ausdruck zu geben über die so glücklich hergestellte neue Verbindung zwischen unseren von dem gleichen Meere bespülten Ländern. Das teure Band, welches unsere Hauser vereint, macht es mir doppelt lieb, diesen b^eutrmgsvolleu Tag an der Seite Ew. Königlichen Hoheit zu begehen. Ich ächebe das Glas und trinke auf das Wohl ^t. Kö-nigl. Hoheit des Großherzogs und des gesamten Groß herzogliche Hauses." Die Musit spielte die mecklenburgische Nationalhymne. Durch. Orden wurden u. a folgende Persönlichkeiten von König Christian ausgezeichnet: der mecklenburgische Staatsmmister Graf Bassewitz-Levetzow erhielt das GDvßkreuz des Daue- brogordeus, Ministerialrat Baron Brandenstein das Körn' mandeurkreuz zweiter Klasse. König Christian und die übrigen deutschen Fürstlichteiten verweilen die Nacht an Lord des „Danebrog". Rostock, 30. Sept. Gegen 7y2 Uhr begaben sick die Fürstlichkeiten ins Hotel „Fürst Blücher" zum Festdiner. Im ersten offenen Vierspänner fuhren der Großherzog und der König von Dänemark, im zweiten der Kronprinz von Dänemark und Prinz Heinrich der Niederlande. Die deutschen Festteilnehmer sind darin einig, daß der Empfang in Gjedser dänischerseits von einer solchen Herzlichkeit und Großartigkeit war, daß er den angenehmsten Cindrua hinterlassen hat. Die dänische Jacht „Danebrog" hat auf der hiesigen Reede sestgemacht und am Abend prächtig illuminiert. Bei dem Festmahl im Hotel „Fürst Blücher" hielt der Großherzog von Mecklenburg eine Rede. Er sprach von der ungeheuren Bedeutung, die die Fährverbindung in handelspolitischer Beziehung habe. Der Großherzog wies weiter darauf hin, wie sehr dies Werk geeignet sei, die Freundschaft zwischen beiden Völkern zu fördern, und schloß mit einem Hurra auf den König. Hierauf wurde die dänische Nationalhymne gespielt. König Aus Stad! und Aaud. Gießen, 1. Oktober 1903. — Einkommensteuer 1. Abteilung in der Stadt Gieß en. Nach den Mitteilungen der Zentralstelle für die Landesstatistik haben in der Stadt Gießen ein Einkommen von 2600 Mk. 231 Personen, 2900 Mk. 166, 3200 Mk. 159, 3600 Mk. 111, 4000 Mk. 116, 4500 Mk. 103, 5000 Mk. 68, 5500 Mk. 55, 6000 Mk. 59, 6500 Mk. 46, 7000 Mk. 30, 7500 Mk. 30, 8000 Mk. 30, 8500 Mk. 19, 9000 Mk. 16, 9500 Mk. 11, 10 000 Mk. 31, 11 000 Mk. 27, 12 000 Mk. 22, 13 000 Mk. 6, 14 000 Mk. 11, 15 000 Mk. 8, 16 000 Mk. 5, 17 000 Mk. 5, 18 000 Wik. 6, 19 000 Mk. 4, 20 000 Mk. 3, 21 000 Mk. 6, 22 000 Mk. 3, 23 000 Mk. 6, 24 000 Mk. 4, 25 000 Mk 5, 26 000 Mk. 2, 27 000 Mk. 4, 28 000 Mk. 1, 29 000 Mk. 2, 30 000 Mk. 2, 32 000 Mk. 3, 68 000 Mk. 1, 72 000 Mk. 1, 74 000 Mk. 1, 82 000 Mk. 1, 97 000 Mk. 1, 101 000 bis 1 679 000 Mk. 4 Steuerpflichtige. ** W asserabstellung. Wir weisen auch an dieser Stelle auf die am Freitag, den 2. Okt. d. I. von 7 Uhr morgens bis gegen 2 Uhr nachmittags stattfindende Was- erab stell ung des Kreuzplatzes nnb anliegender Straßen wegen Rohrleitungsarbeiteu des städtischen Gas- und Wasserwerks hin. ** Der deutsche Wortlaut d e r Ma tr i k e l, der auf Beschluß des Senates der Land cs Universität eingeführt worden ist, ist folgender: Im Namen Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, des Rektor Magnifizentissiurus der Ludwigs- Universität. Nachdem Herr. . . durch Handschlag feierlich gelobt hat, daß er willens ish den Gesetzen Gehorsam, der Obrigkeit und seinen Lehrern die schuldige Achtung und Ehrerbietung zu erweisen, fich eines sittlichen Lebens^ Wandels zu befleißigen und seinen wissenschaftlichen Studien mit Eifer oüzuliegeu, ist er unter unsere atademi- chen Bürger crufgerrommen und ihm zum Zeugnis dessen diese Urkunde ausgestellt worden. Der Rektor der Landes- Universität. *• Ein Ludwig Richter-Abend findet am nächsten Sonntag in der Turnhalle statt. Er wird veranstaltet vom evangelischen Arbeiterverein, jedoch haben auch Nichtmitglieder Zutritt. Nach einem einleitenden Vortrag von Zsarrer Euler wird Prosefior Ko ob eine Serie Richterbilder, deutsches Volks- und Kinderleben nach bekannten Originalzeichnungen des Künstlers, vorsühren. Dazu werden unter Leitung ihres Dirigenten Gernhardt der genüschte Chor sowie der Kinderchor des Vereins Lieder und Deklamationen vortragen. Dazwischen Harmoniumspiel von Musiklehrer Kasten. Die Installation für das Skioptikon besorgt Ingenieur Mulert, die gärtnerische Ausschmückung Karl Becker. Das Harmonium liefert die Firma Wilh. Rudolph. Die Freunde Richter'scher Kunst, alle diejenigen, welche sich an den Humor- und gemütvollen Zeichnungen des Meisters so oft erfreut haben, werden gerne den 100 jährigen Geburtstag des guten, alten Großvaters Richter mitfeiern. Bezüglich der Eintrittskarten enthält das heutige Inserat näheres. § Vom Lande, 30. Sept. Während man aus ver- chiedenen Städten von einem Brotabschlag um 5 Pfg. für den vierpsündigen Laib berichtet, scheint unseren Landbäckern diese Verbilligung des Brotes noch unbekannt zu jein Wenn aber die Bäcker der Städte abschlagen, dann können das unsere Landbäcker erst recht. Immer wieder die alte Erfahrung, daß das Auftchlagen so rasch und das Abschlagen o langsam geht. Eine ähnliche Erfahrung hat man mit dem Zucker gemacht, der jetzt erst anfängt, auf die Preisstufe herabzugehen, die er in den Städten schon seit beinahe einem Monat eingenommen hat. Ueberhaupt verschieben sich in neuester Zeit die Preisverhältnifie der Lebensrnittel und Haushaltungsbedürfnisse zwischen Stadt und Land in geradezu umgekehrter Weise, sodaß die ländlichen Preise über den städtischen stehen. ? Aus dem Ohmtal, 30. Sept. Bei der Gießener landwirtschaftlichen Ausstellung war eine Molkerei bei der Preisbewerbung leer ausgegangen, oder hatte doch nicht den 1. Preis erftritten, während eine Konkurrenz-Gesellschaft besser abschnitt. Als man deswegen ein Mitglied dieser Molkerei befragte, sagte es: „Uns Butter woar die best'; beim Probieren hott se so geschmeckt, deas je all' foat woar, wäi se se prämieren wollte tunl" R. B. Darmstadt, 30. Sept. Nachdem die erste Etappe des Zarenbesuchs in Darmstadt vorüber ist, schreiten allmählich auch die Vorbereitungen für die Vermählungsfeierlichkeiten rasch voran An der Ludwigssüule auf dem Luisenplatz vor dem Alten Palais werden jetzt die weiteren Festdekorationen vollendet und auch sanft sieht man überall die letzte Hand ans Werk legen. Inzwischen kommen auch schon die Festgäste aus weiter Ferne herbei. Heute ist der russische Oberzeremonienmeister Hendoikoff eingetroffen und morgen werden der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland hier erwartet, die gestern von Athen abgereist sind. Ferner trifft demnächst der griechische Gesandte und bevollmächtigte Minister, Exc. Ran- gäbe, hier ein. Die Königin von England und ihr Bruder, der König von Griechenland werden am Montag, den 5. Oktober, von Kopenhagen kommen, in Frankfurt a. M. mit der aus Petersburg kommenden Königin von Griechenland zusammerrtreffen, und am selben Sag hierher kommen, sodaß bereits für d>ie am Aöontag abend angcsetzte Gala- Borfrelluug im Hoftheater, in welcher Delibets große Oper ,^ülkme" zur Aufführung kommt, die Hochzeitsgäste vollzählig versammelt sein werden. Heute vormittag unternahmen die beiden älteren russischen Prinzessinnen und Prinzessin Elisabeth wieder kleine Reittouren und am Nachmittag wurde ihnen im Neuen Palais durch eine Vorstellung von Miß Graziella, die mit ihren dressierten Pratchvögeln z. Z. im hieftgen Orpheum gastiert, eine große Freude bereitet. Heute abend besuchten die Zarin, der Großherzog und die übrigen Fürstlichkeiten wieder, wie gestern abend, das Hostheater, wo dec „Hochtourist" zur Aufführung gelangte. Frankfurt, 20. Sept. Wegen einer unsinnigen Wette hat der 14jährige einzige Sohn des Metzgermeisters Seifert in Eschersheim sein Leben lassen müssen. - Er hatte mit gleichaltrigen Jungen gewettet, er könne acht stir Eröffnung des d eu t sch-d an rschen Tra- iekts traf um 10 Nhr vormittags der Sonderzug nut den aus Schmarrn kommenden FürslliMeiten ein. Die Hasenanlagen nxmm in mecklenburgischen, deutschen und dänischen Farben geschmückt. Der Großh erzog vvn Mecklenburg-Schwerin, dre Fürstlichkeiten und Die Mfaräen HerrsäMten, unter denen sich Eisenbahnmiuister Budde, Staatssekretär des Reichspostamts Krätke und Unter- staatsseiretär Schultz befanden, begaben sich in die Warteräume des Bahnhofes, wo ein Imbiß eingenommen wurde. Inzwischen wurden die Wagen über das bewegliche Geleis in die große Führe „Friedrich Franz 4" übergeführt, welche qm Mast die Großherzogliche Standarte und am Bug den Danebrog führte. Um 10 Uhr 30 Minuten setzte sich.' die Fähre unter den Klängen der Musik in Bewegung. Vom Ufer wurde Salut geschosien. , . Um 12 Uhr lief die Dampffähre „Friedrich Kranz IV." bei *?:.< in Gjedser ein. Dort hatten sich Franz IV." bei N.,°hl° als die beste» aller ^nem ^°ich^Z^di«.«»d^ P«^t°.^, Marktplatz ™ ginnen am „ __ 2. Oktober, abends 8 Uhr, im Kaufmännischen Bereinshans. — Honorar 6 Mark. Gest. Anmeldungen vorher bei dem ersten Vorsitzenden E. Schiffnie, Brünbergerstraße 3, oder bei Beginn des Unterrichts erbeten. 7290 Der Borstand. Cabiiau l Schellfisch l Portionsfisch Ludwig Richter-Abend Sonntag den 4. Oktober, pünktlich nachmittags 7 Uhr in der Turnhälle. Vorstchrung von Lichtbildern nach Richter'schen Zeichnungen. Dazu Gesänge und Deklamationen von co. 100 Kindern und dem gemischten Chor des Vereins. Dirigent: Wigand Gernhardt. Harmonium: Albert Kasten. Eintrittskarten für Nichtmitglieder ä 20 Psg. xm Zsgarrerr- aeschäst von Wilh. Möser, Sellersweg 63. Karten für Mitglieder sind nur zu haben bei der Trägerin be§ Volksboten sowie ber den Vorstandsmitgliedern Carl Beck, Lrednerstraße 40, Kour. Graulich, Schiffenbergerweg 58, Jac. Ritsert, Landmannstt. 6, PH. Wagner, ^^Die Mitglieder seien mxf) hierdurch benachrichtigt daß d« Ansang aus 7 Uhr verschoben werden mußte, nnt Kucksicht aus die am gleichen Tage stattfindende Friedhoss-Emweihnng. Sr® Desinfektions- jw dl Mittel und alle Artikel zur Krankenpflege sämtliche freigegebenen Arznei-Waren in tadelloser Güte und Reinheit empsiehlt 6460 ^ictoria-Irogerie Adolf Bieler Marktstraße 5 tll-Kmill Sitfjtn Md Imm-KrWti. Konserviert und erhält das Leder weich! Einfachste Behandlung! Zu haben in Dosen ä 10 Pfg. und größer in den meisten Geschäften. 1922 Fabrikant: Carl Gentner in Göppingen. NniverMts-Uachrichteu. —. An der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin werden mm cnrch Damen zum ordentlichen Studium zugelasseu. Sie muffen sich. bei dem R^tor hml'chtl'ch ihrer Vorbildung auswet|en, falls sie mmderiahrig sind, die schritt- liche Genehmigung des Vaters oder Vonuundes vorleg^und die Zustimmung derjenigen Dozenten emholen, deren Vorlesungen sie zu hören wünscht "Wie das Leipziger Tagebl. meldet, wurde Dr« jur I Na al er aus Reichenbach von'der puristischen uwid- tät'der'Universität in Leipzig bie venia te^eiräi verliehen. — an a o. Professoren in der medizinischen Fakultät der Umversnat m Wien wurden die Privatdozenten Dr. F. Frühwald für KinderheUkunde, Dr. I. Ritter v. Metnitz für Zahntechnck und Dr. I. Tandler für Anatomie ernannt. — Der „Reichsanz." veröffentlicht die Bewlllrgung der nachgesuchten Enllassung des Professors Dr Sch ulte-Lonn aus dem Amte als Direktor des preußifchen historischen Instituts m Jxüin. Profeffor der Augenheilkunde an der Universität Bern, Ernst Pfüger,istgestor den. — Das Komturkrenz zweiter Klatze des Großh. Hess. Verdienstordens Philipps des Großmütigen wurde dun ordentlrchen Professor ui der philosophischen Fakultät der Universität rn Halle, Geh. Regierungsrat Dr. V o l h a r d , verliehen. _ S t r a ß b u r g, 30. Sept. Prosenor Schäfer, der erste Dekan der neuen Sttaßburger theologischen Fakullät. wurde vom P apste zum Hauspräl at en ernannt. Höchste Temperatur am 29.—30. Sept. 22,4^ C. Niedrigste „ 29.—30. „ 11,1 C. Zchmjt Th. Frutig wohnt jetzt 7185 g Westanlage 51. Türlenwerte. In der letzten Zeit haben die türkischen Staatspapiere fortgesetzt Kursavancen zu verzeichnen gehabt. Namentlich sind dre Iprozent., obwohl viele Stücke, die aus früheren Käufen herrühren, an den Ntarkt kamen, weiter gestiegen. ^,as Publikum ist eben der Meinung, daß die Hausse ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. In den neuen 4prozentigen Schuldver- chreibmigen entwickelt sich bei aufstelgender Bewegung (der Kur^> lieg von 84.40 bis über 86 pLt. im freien Verkehr) ern ziemlich lebhaftes Geschäft. Wer es mitmachen kann, der kann bei der herrschenden Strömung möglicherweise noch westere Gewinne erzielen, zumal anzunehmen ist, daß diwch die Zusammenkuiist d^simssi- chen und österreichischen Kaisers in Wien die Friedensaussichten eine weitere Kräftigung erfahren. .... t r, Stadtearrleiheu. Während sich für die deutschen Staats- anlechen m der letzten Zeit einige Besserung geltend machte und es nicht mehr ausgeschlossen erscheint, daß bald eme vollständige Erholung kommen dürfte, sind die Städteanleihen nach wie vor recht gedrückt. Es wird dies hauptsächlich daraus zuruckgesuhrt, daß sich von diesen Wertpapieren noch große Bestmide m den Händen der Uebernehmer der verschiedenen Anlechen bestnden. Das Publikum hat offenbar keine Lust zum Ankauf der 3V,prozen- Ligen Stadtobligationen, wenn es dem Zinsfuß nach gleichwertige Staatspapiere für dasselbe Geld erhalten kann. Ueberhaupt geht das Bestreben des anlagesuchenden Publikums gegenwärtig ausgesprochen dahin, seine Kapitalien zu möglichst hohem Zms miter- zubringen, selbst auf die Gefahr hin, daß die Sicherheit der erworbenen Werte nicht über jeden Zweifel erhaben ist. BaumwoMn-nstric. Auf dem Gebiete der Barimwoll- industrie ist die Mattllage im Ausland wesentlich kriüscher wie bei uns. Die Preisbewegung der Baumwolle hat in den Textilbezirken durchaus nicht zu so krittschen Zuständen gKchrt, wie in England und zum Teil auch in Frankreich und Belgier. Zm Gegenteil, in den niederrheinischen Bezirken ist man recht 'twersichtlich, errichtet Neubauten und stellt neue Dcaschinen auf. Acan hofft auch auf eine Preissteigerung in Genre- und Webwaren und glaubt nicht an einen Rückgang der Baumwollpreise. Allerdings, die Kammgarnspinnereien sind schwach beschäftigt, und eine Besserung ist fürs erste nicht zu erwarten LSln, 30. Sept. In der heutigen außerordeiitlichen Generalversammlung der beteiligten Werke wurde die Gründung J. AL« Schulhof Telephon 119. Promoter Versandt nach ausw. la. lebendsrisch eingetroffen: Bekanntmachung. In Gemäßhett der Art. 23 des Vollsschulgesetzes und der Bestimmung Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangel^enheiten, vom 26. November 1901 bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß die FortbUdnngsfchnle Montag den 5. Ottober I. Js. tm Stadttnabenschnlhans an der Nordanlage beginnt und vom genannten Tage an wöchentlich zweimal abgehallen wird. Zum Besuche derselben sind alle Knaben verpflichtet, welche während der letzten drei Jahre aus der Volksschule entlassen wurden, sowie die Schüler der Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen, Realschulen und höheren Bürgerschulen, welche nach Ablauf des achten Schilljahres austteten ohne mindestens em Jahr lang der Obertertia angehört zu haben und sich hier aufhallen. Es haben sich einzusiiiden: Montag den 5. Oktober, nachmittags 2 nhr: alle schulpflichtigen Kaufleute, soweit dieselben nicht die kausmanmsche Fachschule besuchen, Schreiber, Schriftsetzer, Buchbinder, Geometer, Photographen, Graveure, Lithographen, Mechaniker, Rtaler, Lackierer, Friseure, Aietzger, Kellner, Ausläufer, Gartner. In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von 2 brS 5 Uhr und Donnerstags von 2 biö 4 Uhr statt. Montag den 5. Oktober, nachmittags S Uhr: alle schulpflichtigen Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Spengler, Schlosier, Schreiner, Glaser, Weißbmder und alle sonstigen Bauhaiidwerker. . K ... In dieser Gruppe findet der Unterricht Biontags von 5 brs 7 Uhr und Donnerstags von 4 bis 7 Uhr statt. Dienstag den 6. Oktober, nachmittags 5 Uhr: alle schulpflichtigen Bäcker, Schneider, Schuhmacher, Sa1tler,^.ape- zierer, Wagner, Schmiede, Fabrikarbeiter und alle übrigen Schulpflichtigen,'deren Unterricht Dienstags von 5 bis 7 Uhr nnd Freitags von 4 bis 7 Uhr stattstndet. Außerdem haben diejenigen Schuler der Nachbar gemeinden, welche abends in ihren Heimatsort zuruckkehren, aber zum Besuche der hiesigen Fortbildungsschule migemeldet worden find, sich Mittwoch den 7. Oktober, nachmittags 4 Uhr, tm Stadtknaben- schnlhaus einznftnden. Der Unterricht in dieser Klaste findet Mittwochs von 4 bis 6 Uhr und Samstags von 3 bw b Uhr statt. Unter Hinweis auf Art. 25 bö Volrsfchulgesetzes, wonnch ü-hrherren, Dicnscherren rmd Arbeitgeber^chren Lehrlmgen, Drener und Arbeitern die zmn Besuche der Fortbildungsschule nötige Ze bei Meidung polizeilicher Strafen einzuraumen haben, ersuchen wir die Genannten, sowie die beleüigten Ellern, Vormünder u. s w den Schulpflichtigen von vorstehender Bekanntmachung rechts g eines neuen Roheis ens yndikats unter Beitritt des Georg Marien-Bergweks- und Hüttenvereius sowie der Mathildenhütte in Neustadt-Harzburg auf drei Jahre beschloffen. Mürtte. — Ulrichstein, 30. Sept. Vom schönsten Spätsommerweller begünstigt, nahm ilnser heutiger und gestriger Michaeli markt einen ungleich besseren Verlauf als der vorausgeganAene ve^egnete Jakobimarkt. Der gestrige Rindviehmarkt war verhältnismäßig grll befahren. Die Preise sind für das Rindvieh zurzeit hoch; die owety das prächtige Wetter noch recht gut gewordene Grummeternte befestigt die seitherige Preisstiüe. Begehrt war fettes Dieh» Der Schweinemarkl war überfahren, sodaß das Angebot die Nachfrage übertraf. Der Handel ging desienungeachtet flott bei allerdings etwas gedrückten Preisen, die indessen immerhin noch keineswegs billig genannt werden können. Für das Paar Jungschweine dritter Güte bezahlte man bis zu 40 Mk., zweiter Güte bis zu 50 Mk. und erster bis 60 und 65 Mk. Einlegeschweine, die weniger im Angebot standen, kosteten per Paar 90—100 Mk. und 100 dis 120 Mk. Der heutige Krämermarkt wurde ersichtlich durch die in voller Arbeit stehende Kartoffelernte beeinflußt. weihe am nächsten Sonntag den 4. Oktober entgegen- fehen! Möge nur der Gott, der Wolken, Lust und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, uns einen rechten Sonnensonntag schenken, wie der vorige es war. Für ^eden Fall Aber, auch unter Sturm und Regcn, bitten wir xün Gottes Segen zu der ernsten, von Tode--'- unb Grabeslüst umwehten Fried- Hofsweihe einer tiefbewegten evangelischen Gemeinde! Zum Schluß noch eine kurze Antwort für alle die Eoangelffchen, die nach der Verschiebung unserer Friedhoss- weihe gewünscht, beantragt, gefordert haben, daß zur Besprechung der ganzen Angelegenhett und zu einer allgemeinen Kundgebung noch in dieser Woche eine öffenlliche Versammlung der evangelischen Bürgerschaft veranstaltet werde. Meine Antwort sei, in Uebereinstimmung nnt anderen, die Bitte, mit einer solchen Versammlung bis nach geschehener Einweihung des Friedhofs warten zu wollen. Dann soll, wenn es irgendwie wünschenswert oder nötig erscheint, vielleicht schon in nächster Woche, für Erfüllung der genannten Wünsche und Forderungen Sorge getragen werden. Gießen, den 1. Oktober 1903. Dr. Naumann, Pfarrer. Rotzungen. Gebrüder Berdux Durch Zwetschenhouig- Kntsäuenmgs- (Siwürzpiilver spart man Zucker. Portion für einen Kessel voll 50 Pfg. 7321 Adler-Drogerie, SelterSweg 39. Gildmr LrbkNl>«schttm«sdmk 11. G. Versicherungsbestand am 1. September 1903 : 835 Millionen Mk. Versicherungssummen, ausgezahlt seit 1829 : 414 „ „ Di» hbebften Versichernngsalter (einfach auT £ebeiiböeü, ge- mffcht?s Dwidcndeniystem) sind talsachlich bereits pramtentici und erhalten sogar eine jährliche Rente. . I Heinrich Hochreuther, Sternstr. 9^. I erbaiulstoffe Möbel, Teppiche, Gardinen, Dekorationen, IVohnungs-Einricliliingen ■ * * * * 5 Grosse Lagervorräte in Schlafzimmern, Speise- nnd Herrenzimmern, Salons Kein Laden. in Eichen-, Nussbaum-, Satin-, Rüster- und Mahagoniholz. Billigste Preise. K0 f Reizende Neuheiten Kinder-Konfektion trafen ra bekannt billigen Preisen in reicher Auswahl ein. Modewarenhaus A. Fangmann Walltorstrasse 17. Walltorsträsse 17. BalmhofotraMe 29. 7009 Tuch-Lager gegründet 1827. 6859 G Carl Stückrath ♦ Möbelfabrik G Asterweg 47. Geschäfts-Gründung 1867. Ider8lrL886 8. 7076 Den Eingang der neuesten Anzug-, Hosen- u. 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