Zweites Blatt« 153« Jatzegarrg Dmmeestag!♦ Oktober- 1W3 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Mr l«n. Teil: P. ötttto: für .Stadt and 8onb* and .GerUtztSfaal": August Götz, für den An- zetqentetl: Hand Beck. GietzenerAnzeiger M Emeral-Aryeiger ® Ve»ug0prersi monatlich 75 Pf., vierrev jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pj.; durch die Post Äik.2.— viertel- jährl. auSjchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür Vie LageSrewniner jtiä vorrnMagS 10 Uhr. -etlenprettr total 12 Pf^ auSwLrr-20 Pfg. Nr. 330 «rschetttt tA-Nch außer Sonntags. Dem GteßenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Sietzener Familien, blätter viermal in der Woche detgelegr NotattorrSdruÄ y. Brr. btt Brüh Men ünwttl.'Vttch- u. Metu- druckereiLPietsch Lrbech Kedakttsa, Expedition and Drucke reir Kchalftraße 7. Adresse für Depeschenr «rrzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 5L Ire Herrtige Kummer umfaßt 8 Sette«. Im Kr Prinzip der Arbeitsteilung genial burchgefuhrt: streben wrr doch heute in unserem wirtschaftlichen und sozialen Orga- nismus danach, dies System der Natur aus un,ere Ber° hältnisse zu übertragem Zn diesem Prinzip der Natur ist der Manu auf allen schöpferischen Gebieten der prmmre Faktor. Das muß immer wieder betont werden. Hcer Helsen reine Halbheiten. • _ , W. v. Polenz spricht sich in seinem Buche: „Das Land der Zukunft" auch sehr ausführlich über das Kapitel der Gleichberechtigung der Frauen aus, die ja in Nordamerika fast auf allen Gebieten durchgeführt ist,' uuo beyaudelt hierbei auch eingehend die Erfolge der Frauen auf dem Gebiete der Wissenschaft. In den Ansangsstudien der Wissenschaft wirkt — nach ,einer Angabe — das gemeinsame Studium beider Geschlechter anregend auf alle Beteiligten. Sobald jedoch die Wissenschaft zum Selbstzweck erhoben wird, wie es in den älteren Universitäten des Landes mehr und mehr geschieht, scheidet das weibliche Elemertt von selbst aus. Amerikanische Psychologen, welche Erfahrungen mit der „Coedueation" gesammelt haben, erklären, daß die Mädchen anfangs den Knaben weit voraus seien, daß sie, so lange es gelte, nur Missensstvff auf zunehuren, gut mit fortkämeu, daß aber, sobald das selbständige Ürteih oder gar die Kritik, kurz, die eigentliche Forscherarbeit^ beginne, der Jüngling das Mädchen unbedingt übertreffe. Das Weib kommt dann gewissermaßen auf einen toten Punkt, auf dem ihr gesättigter Geist ruhig verharrt, während die männliche Begabung in der härteren Luft der freien Forschung erst ihre Schwingen zu entfalten beginnt. Im Übrigen sagt Polenz von den studierten und schriftstellernden Frauen der neuen Welt, daß sie den Lehrberuf stark überschwemmt und Kunst und Literatur zu ihrer Domäne gemacht haben. Die amerikanischen Frauen lesen viel und sind über alles Wissenswerte weit besser unterrichtet als die Männer. Bei chnen finket man am ersten das, was sie drüben „Raffinement" nennen, eine Mischung von Geisteskultur, Geschmack und Lebensart. Literarisch sind sie äußerst fruchtbar; das Schrifttum hat durch sie auf manchen Gebieten, so in der Zeittmgslyrik uno in der „Short Story" ein geradezu weibliches Gepräge erhalten. Es verhält sich hier aber ähnlich wie in der Wissenschaft; die Frau besitzt schöne, vielversprechende Gaben, deren Grenzen jedoch schnell erreicht werden. Den Mangel an Originalität und Diese, sowie den Zug zum Dilettantismus, der. an der modernen amerikanischen Uuterhaltungsliteratur so auffällt, führt Polenz mit darauf zurück, daß sie zum großen Teil für Frauen und zum nicht geringen Teil von Frauen geschrieben wird. Daß es die Frauen in der reinen Kunst — dort, wo nur das Talent in Frage kommt — den Männern schließlich gleichtun werden, hallen wir für sehr möglich; gibt es doch Schauspielerinnen, die an Bedeutung keineswegs hinter Männern zurückstehen; auch in der Musik, Malerei, Schriftstellerei ist es sehr wohl möglich, daß die Frau das Höchste erreicht. Anders aber auf jenen Gebieten, wo die Herrschaft der reinen uno schöpferischen Intelligenz beginnt: Wissenschaft, Philosophie, Politik. Hier wird die Frau stets versagen, wie ja auch, die Erfahrungen in Nordamerika offensichtlich beweisen. Hier sind denn auch die Hinweise darauf enthallen, wie man die Grenzen von Fcauentättg- kett, Frauerlstudium und Strebungen auf Gleichberechtigung abzustellen hat. Kavptvcrsammluug des Kvarrgettscheu ILundcs. Ulm, 29. Sept. Tie Zahl der Teilnehmer beläuft sich auf etwa 600. Von ihnen seien besonders hervorgehoben: Professor D Arnold-Breslau, Professor v. Kircheicheim-Heidelberg, Hos- prediger T. Liogge-Potsdam, Landeskonsistorialrat D. Teutsch-Hermannstad^ Siebenbürgen. Die Begrüßungsversammlung im Saalbau war außerordentlich stark besucht. Stadtpfarrer Lic. Dr. Holzrngev- Ulm rief der Versammlung ein herzliches Glückauf zu im Namen der Ulmer Ortsgruppe und Der evangelischen Bürgerschaft. Von der konfessionellen Lage in Deutschland heute zu reden, ist etwas mißlich; die Feinheit darin ist so groß geworden, daß mau als gewöhnlicher Mensch schon nicht mehr rnittomutt! (Heiterkeit.) Indessen, wir leben in einem demokratischen Zeitalter und wir sind der unbequemen Ansicht, daß auch wir deutschen Protestanten so gut wie andere das Recht haben, zu sagen, was uns gefällt und was nicht. (Bravo!) Daß uns im Deutschen Reiche dies und das nicht gefällt, leugnen wir gar nicht! (Sehr richtig!) Wenn vor kurzem gewarnt ivorDen ifü den Graben zmischen den Konfessionen zu vertiefen, so sind wir damit einverstanden. Wir haben nur eine Bitte dabei: sich darüber zu üußerit, wer diesen Graben so überaus tief gemacht hat! (Sehr wahr!) Die römischje Not hat mrs Protestanten gezwungen, zu sehen, daß wir in der Hauptsache doch alle auf einem gemeinsamen Boden stehen, und wenn wir über dies und jenes anders denken, so ist das wie die Verschiedenhett der Dialekte. Wenn wir von römischer Not reden, so heißt das aber noch uicfjit, der andern Konfession die Existenzberechtigung avsprech-en. Wir nehmen in aller Ehrlichkeit den Standpunkt vollkommener Gleichberechtigung der Konfessionen ein. (Beifall.) Es ist uns zuwider, daß heute alles und jedes unter den Gesichtspunkt der Konfession gestellt wird und alles nach einer Paritätsmathematik berechnet werden soll, obwohl wir Protestanten, genau zugesehen, dabei immer im Vorteil wären, wenn man genau danach verfahren würde. (Sehr richtig!) Aber leider, was tut man auf der andern Seite? Man redet an der leitenden Stelle der Kirche in einer Weise von uns, die, gelinde gesagt, nicht mehr zettgemäß ist (lebhafte Zu-, stimmung), in Ausdrücken, Die den Staatsanwalt interessieren würden, wenn wir sie auf dortige Einrichtungen anwenden wollten. (Sehr richtig!) Es' kann uns kein Mensch verdenken, wenn wir finden, daß die Grenzen der Konfesfionen nicht mehr ganz in Ordnung gehalten werden. (Sehr richtig!) Der moderne weltliche Staat liefert sich seinen entschlossensten Gegnern aus, wenn er um die Gunst des priesterlichen römischen Imperators sich bemüht, und es ist zu befürchten, daß uns dafür eine bitterböse Rechnung präsentiert werden wird. (Beifall.) Aog. Dr. Hieber-Stuttgart sprach namens des würt- tembergischen Hauptvereins des Ev. Bundes: Solange Luther als Unruhestifter und Revolutionär gestempelt, evangelisches Bekenntnis als vötterzerstörendes Gift bezeichnet, die sittlichen Zustände im Protestantismus als verdorben und verabscheuungswürdig hingestellt werden, solange man evangelisch! getraute Mischehen als sündige Verbindung charakterisiert, solange das geschieht von den ofsizielleu Stellen der katholisck),en Kirche, solange sind wir berechtigt und verpflichtet, mit Hellem Klange das hohe Lied von Luther und der Reformation zu singen. Das tun wir nicht aus Haß, sondern aus ehrlichem, protestantischem Selbstbewußffein! (Stürmischer Beifall.) Ulm, 30. Sept. Geftern abend fand eine öffentliche Versammlung statt, die vom Reichstagsabgeordneten Hieber geleitet und mit einer Ansprache eröffnet wnrde. Professor Fikenscher-Fürth sprach über: Zeichen der Zeit im Lichte des Proteftantts- mus; Dr. Arnold-Breslau über: Protestantismus in Nordamerika; * Superintendent Meyer-Zwickau stellle den Jesuitenorden und die deutsche Vollsseele nebeneinander. Tie überaus stark besuchte heutige öffentliche Hauptversammlung des deutschen evangelischen Bundes wurde von dem Grasen Wintzingerode eröffnet. Er sprach inÄ- besondere der württ.eMb er gischen Ziegierung den Dank des Burides aus, daß sie durch ihre Stellung dazu geholfen habe, daß Die beabsichtigte Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes unausgeführt geblieben sei. Nach zahlreichen Begrüßungen, darunter auch einer solchen des Präsidenten Frhrn. v. Gemmingen im Namen des württem- bergischen Konsistoriums, sprach Prof. Dr. Kolde-Erlangen über den ,^>taatsgedankeu der Reformation und die römische Kirche." Schliehllch wurden zwei Resolutionen einmütig angenommen, von denen die eine Wider sprach erhebt gegen Die Beseitigung des Jesuitengesetzes, während die andere ihre Freude über die Einsetzung des deutschen evangelischen KirchMiausschusses ausspricht und die Hoffnung zum Ausdruck bringt, daß die Kirchenregierungen durch diesen Zusammenschluß die Kraft gewinnen werden, die gemeinsamen Aufgaben des Protestantismus im Reic^ und im Auslande wirksam zu vertreten. Deutschlands Ketreideausfußr. Als Kuriosum erwähnte in einer seiner letzten Nummern der von Pros. Dr. R u h l a n d herausgegebene , (betreibe* markt" den Verkauf einer Partie Roggen von Thorn nach Warschau zu etwa 86 Mk. Das Blatt bemerkte dabei, daß die Frachten auf der Weichsel gegenwärtig niedrig seien und Rußland keinen Emfuhrzoü erhebe, während von den deutschen Zollbehörden 35 Mk. pro 1000 Kg. bei der Ausfuhr aus dem Reiche vergütet würden. Da nach den amtlichen Erhebungen im Monate August Roggen in Königsberg 125,85 Mark kostete, so blieb der Erlös aus dem nach Rußland verkauften Sioggen nur wenig unter dem Königsberger Durchschnitt. Da die Umstände, unter denen der Verkauf abgeschloffen wurde, nicht wecker bekannt find, so wollen wir naheliegende Folgerungen über den Einstich des deutschen Zolles auf den Inlandspreis nicht ziehen. Eine Ausfuhr deutschen RoggenS nach Ruß>. land kommt übrigens nicht so vereinzell vor, wie die Mitteilung des obengenannten Blattes vermuten lafferr könnte. Nach dem August-Hefte der Monatlichen Nachweise über den auswärtigen Harcdel des deutschen Zollgebietes" (amtlich) find in den ersten acht Monaten 1903 24 912 Dz. nach Rußland ausgesührt worden; in dem entsprechenden Zeitraum 1902 wurden 46 667 Dz., 1901 25 950 Dz. Roggen aus Deutschland nach Rußland ausgeführt. Im ganzen Jahr 1902 gingen 65 385, i. I. 1901 sogar 70 532., i. I. 1900 aber nur 17 252 Dz. Roggen nach Rußland. Die Ausfuhr nach Finland ist darin nicht enthalten. Sie rvar 1900 und 1901 nur gering (9664 und 12 996 Dz.), belief sich 1902 aber auf 57 594 Dz. und in den ersten acht Monaten ds. Js. schon auf 73 740 Dz. Gewiß ist die Ausfuhr an Roggen nach Rußland gegenüber der Einfuhr von dort (8 419 886 Dz. i. I. 1902 und 5 315 476 Dz. in den ersten acht Monaten 1903) nur sehr gering, immerhin sind aber auch die kleinen Ziffern der Ausfuhr nicht ohne Bedeutung für Unter- suchrmgen über den internationalen Warenaustausch. Die Ausfuhr von Roggen aus Deutschland Hat überhaupt in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Während sie sich 1900 auf 760 916 Dz. belief, betrug sie 1901 schon 920 631 Dz. und 1902 bereits 1 046 008 Dz.; 1903 ist sie in den ersten acht Dkonaten mit 1 088 893 Dz. schon höher, als im ganzen vorigen Jahre. Bon der Ausfuhr gingen in Dz. nach 1900 1901 1902 Jam-Aug. 1903 Dänemark 153 151 319 114 286 811 320 445 Norwegen 114 708 137 049 73 557 110 602 Schweden 337 547 86 560 283 795 250 547 Mit Ausnahme verschwindend geringer Posten ging die gesamte Ausfuhr gegen Einfuhrscheine, also mit Rückvergütung des Zolles von 3,50 Mk. pro Dz., vor sich. Die Weizenausfuhr, die ebenfalls fast ausschließlich gegen Einsuhrscheine erfolgt, weist große Schwankungen auf. Sie belief sich 1900 auf 2 950 796, 1901 auf 928 316, 1902 auf 821 788 Dz., ist aber in den ersten acht Monaten 1903 wieder auf 920 246 Dz. gestiegen. Nach Rußland gehen davon mir geringe Mengen, auch Norwegen nimmt nur sehr wenig auf, die Hauptabnehmer sind Schweden (mit 450 100 Dz. im Januar-August 1903 und 388 19.8 Dz. i. I. 1902) und Dänemark (mit 158 350 und 158 625 Dz.). und war sofort tot. d Dasselbe den 2400 uns von tatsächlich sich setdfl abfeuerte. Auch hier taL das Schrot seine Wirkung, Zwetschenkerne verschlucken und hat diesen unüberlegte -• w ** ** “*b"s8"’,u «aX v i ArATf Tm . , z-»* /t** • /z- '' • nm/ j ... _ Homburg v. d. H., 30. Sept. Die Königin-Witwe Margherita von Italien traf heute mittag mittels Equipage von Frankfurt hier ein. Sie besuchte nach, bem Frühstück das Kurhaus, den Kurpark und das körngllchz Schloß und fuhr umi 3 Uhr nachmittags mit dem Schnellzug AolornaLpost. — Der Plantagenleiter Meyer in Moa ist von seinem schwarzen Diener erschossen worden, nachdem er diesen augenscheinlich in brutaler und ungerechtfertigter Weise mißhandelt hatte. Meyer fuhr leidenschaftlich gern Rad und zwar wegen eines fehlenden Arms Tandem, auf dem sein Boy den vorderen Platz einnahm und stets das Gefährt zu lenken hatte. Bei einem Ausflug in voriger Woche nun fuhr das Tandem infolge der Ungeschicklichkeit oder Unachtsamkeit des Boys gegen einen Baunr an, Herr und Diener stürzten herunter und das vordere Rad wurde bei der Gelegenheit krumnr gebogen, so daß an ein Weiterfahren nicht zu denken war. In erklärlichem Aerger darüber, zumal man sich ziemlich weit voni Hause ab befand und nun den ganzen laugen Weg zu Fuß zurückzulegen gezwungen war, strafte Meyer seinen Boy wegen dessen Unachtsamkeit mit Schlägen und soll auch nicht abgelassen haben, während des Rückweges ihn zu schlagen. Außerdem drohte er dem Boy, ihn zu Hause verhaften mrd an die Kette bringen zu lassen. Jedenfalls schickte Meyer, als er zu Hause angetommen war, sofort zu den nahen Grenzaskaris und ließ die Ausgänge der Plantage von diesen sperren. Der Boy hatte sich unterdessen mit dem Schrotgewehr versehen und wollte sich damit auf und davon machen, fand aber die Ausgänge der Plantage bereits von Astaris gesperrt und eilte deshalb wieder ins Herrenhaus zurück, wo er sich mit dem Schrotgewehr bewaffnet unter der Treppe aufstellte. Meyer gmg nun mit einigen Askäris in das Haus und hatte denselben gerade zu- gerusen „kamata*4 (ergreift ihn!) als em Schuß fiel, der Meyer sofort zu Boden streckte. Die Schrotladung war dem Unglücklichen durch Schulter und Brust gedrungen und führte sofort seinen Tod herbei. Als die Askaris dann gegen den Wlörder emdrangen, siel der zweite Schuß, dm der Boy auf pflichtige. ** W asserab stellun g. Wir weisen auch an dieser Stelle auf die am Freitag, den 2. Okt. b. I. von 7 Uhr morgens bis gegen 2 Uhr nachmittags slattfindende Wafer ab stellun g des Kreuzplatzes und anliegender 1 Straßen wegen Rohrleitungsarbeiten des städtischen Gas- und Wasserwerks hin. ** Der deutsche Wortlaut der Matrikel, der auf Beschluß des Senates der Landes Universität eingeführt worden ist, ist folgender: Im. Namen Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, des Rektor ALagnifizentissilnus der Ludwigs- Universität. Nachdem Herr. . . durch Handschlag feierlich gelobt hat, daß er willens ish den Gesetzen Gehorsam, der Obrigkeit und seinen Lehrern die schuldige Achtung unb Ehrerbietung zu erweisen, sich eines sittlichen Lebens^- waudels zu befleißigen und seinen wissenschaftlichen Studien mit Eifer obzuliegen, ist er unter unsere akademischen Bürger ausgenommen und ihm gum Zeugnis dessen diese Urkunde ausgestellt worden. Der Rektor der Landes- Universität. •* Ein Ludwig Richter-Abend findet am nächsten Sonntag in der Turnhalle statt. Er wird veranstaltet vom evangelischen Arbeiterverein, jedoch haben auch Nichtmitglieder Zutritt. Nach einem einleitenden Vortrag von Pfarrer Euler wird Professor Ko ob eine Serie Richterbilder, deutsches Volks- und Kinderleben noch bekannten Originalzeichnungen des Künstlers, vorführen. Dazu werden unter Leitung ihres Dirigenten Gernhardt der gemischte Chor sowie der Kinderchor des Vereins Lieder und Deklamationen vorttagen. Dazwischen Harmoniumspiel von Musiklehrer Kasten. Die Installation für das Skwptikon besorgt Ingenieur Mulert, die gärtnerische Ausschmückung Karl Becker. Das Harmonium liefert die Firma Wilh. Rudolph. Die Freunde Richter'scher Kunst, alle diejenigen, welche sich an den Humor- und gemütvollen Zeichnungen des Meisters so ost erfreut haben, werden gerne den 100 jährigen Geburtstag des guten, alten Großvaters Richter mitfeiern. Bezüglich der Eintrittskarten enthüll das heutige Inserat näheres. z Vorn Lande, 30. Sept. Während man aus verschiedenen Städten von einem Brotabschlag um 5 Pfg. für den vierpsündigen Laib berichtet, scheint unseren Landbäckern diese Verbilligung des Brotes noch unbekannt zu sein. Wenn aber die Backer der Städte abschlagen, bann können das unsere Landbäcker erst recht. Immer wieder die alte Erfahrung, daß das Aufschlagen so rasch und das Abschlagen so langsam geht. Eine ähnliche Erfahrung hat man mit dem Zucker gemacht, der jetzt erst ansängt, auf die Preisstufe herabzugehen, die er in den Städten schon seit beinahe einem Monat eingenommen hat. Ueberhaupt verschieben sich in neuester Zeit die Preisverhältnisse der Lebensmittel und Haus- haltungsbedürfnrfse zwischen Stadt und Land in geradezu iimgekehrter Weise, sodaß die ländlichen Preise über den städtischen stehen. ?Aus dem Ohmtal, 30. Sept. Bei der Gießener landwirtschaftlichen Ausstellung war eine Molkerei bei der Preisbewerbung leer ausgegangen, oder hatte doch nicht den 1. Preis erftritten, während eine Konkurrenz-Gesellschaft besser Rostock, 30. Sept. Gegen 71/2 Uhr begaben fick die Fürstlichretten ins Hotel „Fürst Blücher" zum Festdiner. Im ersten offenen Vierspänner fuhren der Großherzog und der König von Dänemark, im zweiten der Kronprinz von Dänemark unb Prinz Heinrich der Meb erlaube. Die deutschen Festteilnchmer sind darin einig, baß der Empfang in Gjedser bänischersetts von einer solchen Herzlichkeit unb Großartigkeit war, baß er den angenehmsten Eindrua hinterlassen hat. Die dänische Jacht „Danebrog" hat auf der hiesigen Reede festgemacht und am Abend prächtig illuminiert. Bei dem Festmahl im Hotel „Fürst Blücher" hiett der G^roßherzog von Mecklenburg eine Rede. Er sprach von der ungeheuren Bedeutung, die die Fährverbindung in handelspolitischer B^iehung habe. Der Großherzog wies weiter darauf hin, wie sehr dies Werk geeignet sei, die Freundschaft zwischen beiden Völkern zu fördern, und schloß mit einem Hurra auf den König. Hierauf wurde die dänische Nationalhynme gespiett. König Christian erwiderte in deutscher Sprache: „Es ist mir eine besondere Freude, mich in vollem Maße den von Ew. Königlichen Hoheit geinachteu Darlegungen anschließen zu können, unb nochmals meiner Freude Ausdruck zu geben über die so glücklich hergestellte neue Verbindung zwischen unseren von dem gleichen Meere bespülten Ländern. Das teure Band, welches unsere Häuser vereint, macht es mir doppelt lieb, diesen bedeutungsvollen Tag an der Sette Ew. Königlichen Hohett zu begehen. Ich erhebe das Glas unb trinke auf bas Wohl Sr. Königl. Hoheit bes Großherzogs und des gesamten Groß herzogliche Hauses." Die Musik spielte die mecklenburgische Nationalhymne. Durch. Orden wurden u. a. folgende Persönlichkeiten von König Chriscian ausgezeichnet: der mecklenburgische Staatsrnttttster Graf Basfewitz-Levetzow erhiett das Großkreuz des Dane- brogordens, Mttttsterialrat Baron Brandenstein das Kom- mandeurkrenz zweiter Klasse König Christian und die übrigen deutschen Fürstlichretten verweilen die Nacht an Bord des „Danebrog". Wir hatten demnach als Kirchenvorstand das Recht, unsere vor mehr als zwei Monaten gewaltsam verhinderte Friedhofsweihe endlich auf vorigen Sonntag anzusehen. Dem steht auch nicht Ein Wort aus unserer „Friedhofsordnung" entgegen, wie man unrichtiger Weise gemeint hat; denn diese sagt einfach: „Der Friedhof dient als allgemeiner Begräbnisplatz". Wie dabei die einzelnen Konfessionen, auch vorher oder nachher, mit ihren kirchlichen Gebräuchen es hallen wollen, das ist Sache der Kirchen, auch der Leidtragenden, aber nicht der Stadt, deren Wohl dadurch nicht im geringsten gestört wird. Wir hatten damals bei Großh. Kreisamt und Ministe«- rium des Innern in 4 Punkten Beschwerde erhoben wider Herrn Oberbürgermeister Mecum; wir hatten aber dabei nicht die Bitte ausgesprochen, uns die Friedhofsiveihe zu erlauben, denn diese Erlaubnis bedurften wir n'.cht und bedürfen wir nicht. Nur um Schutz gegen etwaige neue Störungen der Weihe hatten wir Großh. Kreisamt gebeten. Trotzdem hielten wir es für richtig, vorerst mit dieser Weihe zu warten, bis eine Entscheidung über unsere Beschwerde getroffen worden sei. Dies zog sich aber allzu- lange hinaus; ivir erfuhren, daß noch im Juli unsere Bc- schiverde an den Oberbürgermeister zuni Bericht gegeben worden sei, später auch die Zuschrift des Oberkonsisioriums. Dort, auf der Bürgermeisterei liegt alles feit zwei Monaten, während man doch hätte erwarten dürfen, daß Herr Mecum, wie er ohne Stadtverordnetenversammliing sein Verbot und seine Gewaltandrohung sich erlaubt hatte, so auch ohne Stadtverordnetenversammlung seinen Bericht und feine Recht- ferttgung schnellstens erledigen werde. Das Großh. Ministerium weiß amtlich heute noch nichts von unserer Beschwerde. Zudem ging die gute Jahreszeit zu Ende, im Oktober beginnen die Abendgottesdienste. Deshalb bestimmten wir die Friedhofsweihe auf Sonntag, den 27. September. Als darauf Großh. Kreisamt, bem wir Anzeige hiervon machten, uns anheim gab, erst die Beschlußfassimg der Stadtverordnetenversammlung abznwarten, so blieben wir dennoch einstimmig bei unserer Anordnung und erließen die öffentliche Einladung. Denn wir wahren uns und unserer evangelischen Gemeinde aufs beftimmtefte das Recht, daß wir mit unserer Weihe von keinerlei Beschluß der Stadtverordnetenversammlung oder des Kreisamts abhängig sind. Den Mitgliedern unserer Gemeinde bin ich noch vor .er Friedh'ofsweihe am nächsten Sonntag, dem 4. Oktober, eine Rechtfertigung unb Erklärung schuldig. Die Vorwürfe, die mir von vielen Seiten gemacht wurden darüber, daß ich nicht auf der für vorigen Sonntag angesagten Friedhofsweihe bestanden, sondern daß ich nachgegeben hätte, sind an sich allerdings sehr begründet. Denn wir haben als Evangelische Gemeinde ein volles, durch Staats- und Reichsgesetz verbürgtes Recht, den neuen Friedhof, der Eigentum der Stadtgemeinde Gießen mit ihren 22000 Evangelischen ist, und der als allgemeiner Begräbnis- ilatz dient, zumeist also für die 22 000 Evangelischen, zu weihen nach unseren kirchlichen Lehren und Gebräuchen. ~ zu tun nach ihren Lehren und Gebräuchen, steht Katholiken Gießens frei. Dieses Recht wollen und dürfen wir niemand nehmen lassen. Es ist uns aber durch gesetzwidrige Gewaltandrohung unterdrückt worden; und dagegen haben wir Beschwerde erhoben. Auch unsere oberste Kirchenbehörde, das Großh. Oberkonsistorium, schreibt in diesem Sinn an dal' Großh. Kreisamt Gießen: „Eine jede anerkannte Religion^ gemeinschaft hat die volle Freiheit der Ausübung ihres Kultus, soweit nicht direkt Staatsgesetze entgegenstehen. Welche einzelne Kultushandlungen vorzunehmen sind, ist eine innere Angelegenheit ber betreffenden Kirche; weder Staat noch bürgerliche Gemeinde und ihre Organe haben sich da einzumischen, sondern die Entscheidung steht einfach und ausschließlich bei den maßgebenden kirchlichen Behörden, und wir, als hier zunächst maßgebend, erklären: die kirchliche Einweihung eines Friedhofs gehört, wie sich dies auch aus unseren Akten ergibt, zu den herkömmlichen Kultushandlungen unserer hessischen evangelischen Landeskirche." Hierzu bemerkt Großh. Oberkonsistorium noch insbesondere: „ob die durch Herrn Mecum am 10. Juli verhinderte Einweihung nachzuholen sein wird", darüber „wird der Gesamt-Kirchenvvrstand das entscheidende Wort zu sprechen haben." ß'm N«aes deutsch-dänisches Serkchrsmittel. Warnemünde, 30. Sept. Zur Eröffnung des deutsch-dänischen Tra- iektS traf um 10 Uhr vormittags der Sonderzug mit ben aus Schwerin kommenden Fürstlichkeiten ein. Die Hafenanlagen waren in mecklenburgischen, deutschen und dorischen Farben geschmückt. Der Großherz0g vvu Mecklenbur g-Schwerrn, dre Furstlrchkerten und die übrigen Herrschaften, unter denen sich Elsenbahnminister Budde, Staatssekretär des Reichs Postamts Krätke und llnter- staatssekrrtitt Schultz befanden, begaben sich in die Warte- räunrc des Bahnhofes, wo ein Imbiß eingenommen wurde. Iirzwischen wurden die Wagen über das bewegliche Geleis in die große Fäch-e „Friedrich Franz 4" übergeführt, welche am Mast die Gcoßherzogllche Standarte und am Bug den Danebrog führte. Um 10 Uhr 30 Minuten setzte sich die Fahre unter den Klängen der Mustt in Bewegung. Vom Ufer wurde Salut geschoffeu. . . Um 12 Uhr lief die Dampffähre „^rredrrch Franz IV." bei Nebel in Gjudfer ein. Dort hatten sich der König von .. .cmc: . :, bee . -inz und Prinz Waldemar von Dane..-.eck, ^a.10 C ci.. .ai Griechenland mit Gefolge, sowie die dnnischeil oic— mträger eim gefunden. Es fand ein ?. uhstück statt, bei. rod jem zunächst der König von Dänemaei in feierlicher Re^ c neue Fährverb' r.ng für eröffnet erklärte. In . ...r zweiten Rede toastete der König auf den Großherzvg, trorcuf letzterer in einem Trttckspruch erwiderte. Ter König r. .icfi u. a. etwa folgendes: Es ist meine feste Ueberzeugung, daß biefe Verbindung einen ganz besonderen Fortschritt zu bem bebeutungsvollen Ziele, den Verkehr ztvischen unserem Vaterlaude und bem Auslände zu fordern, bildet. Es ist mir eine große und auftichttge Freude, bei bieser Gelegeuhett unter uns ben Großherzog von Mecklenbur^Sehw er in zu sehen, dessen Gegenwart mir um so größere Beftiediguug gewährt, als dies mir einen neuen Beweis von bem warmen unb lebendigen Interesse gibt, mit dem der Großherzog dieses aus fruchtbarer Zu- sammenarbett hervorgegangene Lullurwerk erfaßt hat. Tie Rückfahrt der Fahre fand bei außerordentlich günstigem Wetter statt. Die' Fürstlichketteu benutzten zur Rückfahrt das dänffche Fährboot „Prinz Christtan", während ein Tett der Festgesellschaft auf der deutschen Fähre „Friedrich Franz IV." Platz nahm. Die Führe wurde beglettet von dem dänischen Kreuzer „Geyser" und der Königsjacht ^Danebrog". Gegen 5 Uhr nachmtttags liefen die Fährbote in Warnemünde ein unter dem Salut der Schiffe und leb- hchteu Zurufen des Publikums. Die Fürsttichkeiten, welche große Uniform trugen, besichtigten eingehend die Haftn- anlagen und begaben sich mittels Sonderzuges nach Rostock. Aus Stadt und Aaud. Gießen, 1. Oktober 1903. ** Einkommensteuer 1. Abteilung in der Stadt Gießen. Nach den Mitteilungen der Zenttalstelle für die Lcmdesstattstik haben in der Stadt Gießen ein Einkommen von 2600 Mk. 231 Personen, 2900 Mk. 166, 3200 Mk. 159, 3600 Mk. 111, 4000 Mk. 116, 4500 Mk. 103, 5000 Mk. 68, 5500 Mk. 55, 6000 M. 59, 6500 Mk. 46, 7000 Mk. 30, 7500 Mk. 30, 8000 Mk. 30, 8500 Mk. 19, 9000 Mk. 16, 9500 Mk. 11, 10 000 Mk. 31, 11 000 Mk. 27, 12 000 Mk. 22, 13 000 Mk. 6, 14 000 Mk. 11, 15 000 Mk. 8, 16 000 Mk. 5, 17 000 Mk. 5, 18 000 Mk. 6, 19 000 Mk. 4, 20 000 Mk. 3, 21 000 Mk. 6, 22 000 Mk. 3, 23 000 Mk. 6, 24 000 Mk. 4, 25 000 Mk. 5, 26 000 Mk. 2, 27 000 Mk. 4, 28 000 Mk. 1, 29 000 Mk. 2, 30 000 Mk. 2, 32 000 Mk. 3, 35 000 Mk. 2, 38 000 Mk. 1, 40 000 Mk. 2, 45 000 Mk. 1, 4 7 uuO Mk. 1, 48 000 Mk. 1, 62 000 Mk. 1, 63 000 Mk. 1, 68 000 Mk. 1, 72 000 Mk. 1, 74 000 Mk. 1, 82 000 Mk. 1, 97 000 Mk. 1, 101 000 bis 1 679 000 Mk. 4 Steuerabschnitt. Als man deswegen ein Mitglied dieser Molkerei befragte, sagte es: „Uns Butter rooar die best'; beim Probieren hott se so geschmeckt, deas se all' foat rooar, roäi se je prämieren wollte tun!" R. B. Darmstadt, 30. Sept. Nachdem die erste Etappe des Zarenbesuchs in Darmstadt vorüber ist, schreiten allmählich auch die Vorbereitungen für die Ver- mählungsseierlichketten rasch voran. An der Ludwigssäule auf bem Luisenplatz vor bem Lllteu Palais werden jetzt die toeiteren Festdekorationen vollendet unb auch sonst sieht man überall die letzte Hand ans Werk legen. Inzwischen kommen auch schon die Festgäste aus Wetter Ferne herbei. Heute ist der russffche Oberzeremonienmeister §enboitof; eingetroffen unb morgen werben der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenlanb hier erwartet, die gestern von Athen ab gereift sind. Ferner trifft demnächst der griechische Gesandte unb bevollmächtigte Minister, Exc. Ran- gäbe, hier ein. Die Königin von England unb ihr Bruder, der König von Griechenlanb werden am Montag, ben 5. Oktober, von Kopenhagen kommen, in Frankfurt a. M. mit ber aus Petersburg kommenden Königin von Griech-en- lanb §u jammen treff en, unb am selben Tag hierherkommen, sodaß bereits für die am Ädontag ab mrd an gesetzte Gala- Vorstellung im Hoftheater, in welcher Delibets große Oper „Lakrne" zur Aufful)rung kommt, die Hochzettsgäste vollzählig versammelt [ein werden. Heute vormittag unternahmen die beiden älteren russischen Prinzessinnen unb Prinzessin Elisabeth wieder kleine Reittouren unb am Nach^- mittag würbe ihnen im Neuen Palais durch eine Vorstellung von Miß Graziella, die mit ihren breffierten Pratchvögeln z. Z. im hiesigen Orpheum gastiert, eine große Freube bereitet. Heute abend besuchten die Zarin, der Großherzog und die übrigen Fürstlichketten wieder, wie gestern abend, das Hoftheater, wo ber „Hochtourist" zur Aufführung gelangte. Frankfurt, 29. Sept. Wegen einer unsinnigen W e11e hat der 14 jäi)rige einzige Sohn des Metzgermeisters Seifert in Eschersheim fein Leben lassen müssen. Er hatte mtt gleichgllrigen Jungen gewettet, er könne acht nach Frankfurt zurück. • Vermischtes. * Braunschwerg, 30. Sept. (Amtlich.) Aus den Landkreisen des Herzogtums Braunschweig sind in der Woche vom 20.. bis 26. September folgende Typhus falle gemeldet: Im Kreise Gandersheim 2 gegen feinen in ber Vorwoche, im Kreise Holzminden 1 gegen 3 und im Kreise Braunschweig 7 gegen keinen in der Vorwoche. * Breslau, 30. Sept. Wie die „Schles. Ztg." meldet, ind fünf weitere Personen ermittelt, die an dem Land - riedensbruchinLaurahütte beteiligt gewesen sind, rarunter auch diejenige, die den Amtsvorsteher mit einer Latte geschlagen hatte. Alle fünf kommen in einer neuen dritten Verhandlung vor das Schwurgericht. Beide Kor- anty meldeten gegen das Urteil ber Strafkammer Berufung an. — Wie die „Brest. Morgenztg." aus Kattoroitz meldet, ist ber Verleger der Gleiwitzer polnischen Zeitschrift „Iskra", Sollys, auf Szelodze-Zollkammer mit einem Arbeiter, als beide Nummern der Zeitschrift nach Rußlarw einführen wollten, verhaftet und in die Warschauer Zitadelle ge- bracht worden. O Eiugesund!. (Für Form und Jnhalr aller unter mejer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die "Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) An die Evangelische Gemeinde! Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. c Wetter g g äs W 72 WSW. 96 SE. 97 SSE. BekaruUmachung vervollständigter Neuester Fluß- und Seefische be- Die Arrfängerkurse in der Gabelsberger Stenographie Für besseres Schuhzeng stfcrF??, 7824 Fabrikant: Carl Gentner in Göppingen. Verbandstoffe 749,8 750,5 748,8 Hahn Rektor. 2’6 9“ September Oktober 1903. 15,6 12,7 14,4 12,6 10,5 Mecu in Oberbürgermeister. Land-Eier . per Stück 7 Pfennig. [04652 Pr. Laudbutter per Pfund 1.10 empfiehlt W.Ullrich^Schloßgaße7. Dieses Recht, das kein Vorrecht, keinen Grngriff in Anderer Rechte und Befugnisse in sich schließt, habe ich uns auch gewahrt bei meiner letzten persönlichen Verhandlung mit Großh. Kreisamt, zu der ich nebst zwei anderen Herren am vorigen Samstag vormittag gebeten wurde. Dennoch willigte ich schließlich in die Verlegung der Weihe ein, als vom Kreisamt aus der Vermittlungs-Vorschlag gemacht wurde: ich solle auf Abhaltung der Weihe am 27. September verzichten, und dafür solle alsbald öffentlich bekannt gemacht werden, daß die Friedhofsweihe auf genau acht Tage verschoben, daß sie bestimmt und sicher am Sonntag, dem4.Okt oberd. I., nachmittags 4 Uhr, stattfindeu werde. Die Art, wie das Kreisamt dieses versicherte, und wie besonders auf mein Anfragen auch der Herr Provinzial- direktor persönlich diesen Vorschlag annahm, mußte mir als eine Versicherung auf Manneswort gelten. Hätte ich trotzdem den Wunsch des Kreisamts zurückweiseu wollen, dann hätten wir am 27. September die Weihe ohne Zustimmung dieser Behörde gehalten, was immerhin schmerzlich gewesen wäre; während wir für den 4. Oktober zum voraus die iVcrsicherung erlangten, daß seitens des Kreisamts und selbstverständlich auch seitens der Herren, die zu jener Besprechung zugezogen worden waren, nichts der Vornahme unserer Fried- hossweihe entgegenstehe, uns demnach auch der Schutz der obersten Polizeigewalt gewiß sei. Ich wäre beim Beharren auf dem 27. September doch mich als einer erschienen, der in das Wort der Herren Kreisamtsbeamten Zweifel setzte, was ich jedenfalls vermeiden wollte. Da zudem der 4. Oktober auch noch als ein geeigneter Sonntag gelten konnte, so willigte ich in die Verschiebung ein. Ich hoffe, daß die Gemeinde nach diesen Darlegungen mein Nachgederi, oas viel Befremden und Unwillen erregte, doch als wohl begründet beurteilen wird, wie es auch der Kirchenvorstand tat. Wir wollen nun frohen, getrosten Sinnes der Friedhofsweihe am nächsten Sonntag den 4. Oktober entgegensetzen! Möge nur der Gott, der Wollen, Lust und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, uns einen rechten Sonnensonntag schenken, wie der vorige es war. Für jeden Fall aber, auch unter Sturm und Regen, bitten wir um Gottes Segen zu der ernsten, von Todes- und Grabeslust umwehten Friedhofsweihe einer ttefbewegten evangelischen Gemeinde! Zum Schluß noch eine kurze Antwort für alle die Evangelischen, die nach der Verschiebung unserer Friedhoss- weihe gewünscht, beantragt, gefordert haben, daß zur Besprechung der ganzen Angelegenhett und zu einer allgemeinen Kundgebung noch in dieser Woche eine öffenttiche Versammlung der evangelischen Bürgerschaft veranstaltet werde. Meine Antwort sei, in Uebereinstimmung mit anderen, die Bitte, mit einer solchen Versammlung bis nach geschehener Einweihung des Friedhofs warten zu wollen. Dann soll, wenn es irgendwie wünschenswert oder nöüg erscheint, vielleicht schon in nächster Woche, für Erfüllung der genannten Wünsche und Forderungen Sorge getragen werden. Gießen, den 1. Oktober 1903. Dr. Naumann, Pfarrer. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 30. 30. 1. Mit sanfter Ileöerredung sollte jede Hausstau darauf hinwstken, daß namentlich de^ Gatte, der ost außer dem Hause gezwungen ist, für Magen und Nerven schädliche Gettänke zu genießen, wemgstens daheim naturgemäß lebt und nur gesunde Speisen und Getränke zu sich nimmt. Sie sollte z. B. unbeirrt jeden Tag immer und immer wieder Kathreiner s Malzkaffee auf fr n Tisch bringen, anfangs eventuell nur als Zusatz zuL« Bohnenkaffee, etwa im Mischungsverhältmsse von halb zu halb, dann allmähllch zu immer größeren Quantitäten Malzkaffee übergehend, bis endlich dieses bekömmliche, mild und angenehm schmeckende Getränk in unvermischter und reiner Form allen Familienmitgliedern ausnahmslos ein unentbehrlicher Bestandteil des täglichen Früh-- stücks und Vesperbrotes geworden ist. 7083 ginnen am 2. Oktober-, abends 8 Ubr, im SUttfmännttöcn «erohtiHjaitß. - Honorar 6 Mark. Gefl. Anmeldungen vorher bet dem ersten Vorptzeirden E Schiffnie, Grünbergerstraße 3, oder bei Begirm des Unterrichts erbeten. Ä m a . 7290 Der Vorstand. 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Karren für Mrtgtteüer üxi) nur zu haben bei der Trägerin des Volksboten sowie bet den Vorstmtdömitgtiedern Carl Beck, Erednerstraße 40, Konr. Granli«^ Schtffertbergerweg 58, Jac. Ritsert, Landmannstt. 6, PH. Wagner, ^"^Die Ivritglieder seien iwch hierdurch benachrichtigt, daß der Anfang aus 7 Uhr verschoben werden mußte, mit Rückficht auf ine am gleichen Tage stattfindende Friedhofs-Einweihung.[7332 Umzt Th. Frutig wohnt jetzt 7185 | Westanlage 51. Gglhaer MklmelstüMMsdiMk u. v>. Versiche-ungsb°st°nd am 1. September 1903 : 835 Mt. Versicherungssummen, ausgezahlt seit 1829: 414 „ / „ Die höchsten Versicherungsalter (einfach auf ^ebeitszert, gemischtes Dwldendenspslem) sind tatsächlich bereits pranytenf ret und erhallen sogar eine jährliche Rente. . j L1U Heinrich Hochereuther, Stein str. 9^. Türkenwerte. In der letztert Zeit haben die türkischen Staatspapiere fortgesetzt Kursavaneen zu verzeichnen gehabt. Namentlich sind dte Iprozent., obwohl viele Stücke, dte aus früheren Käufen herrühren, an den Diarkt kamen, werter gestregen. Das . Publikum ist eben der Meinung, daß die Hausse ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. In den neuen 4prozentrgen Schuldverschreibmrgen entwickelt sich bei aufsteigender Bewegrmg (der Kurs stieg vorr 84.40 bis über 86 pEt. rm freien Verkehr) ein ziemlich lebhaftes Geschäft. Wer es mitmachen kann, der kann bei der herrschenden Strömung möglicherweise noch weitere Gewrnne er- zrelen, zumal anzunehmen ist, daß durch die Zusammenkunft des rufst- schon und österreichischen Katsers in Wien die Frredensausftchten eine weitere Kräftigung erfahren. , Stadteanleihen. Während sich für dte deutschen Slaats- anlechen in der letzteir Zeit einige Besserung geltend machte und es nicht mehr ausgeschlossen erscheint, daß bald eine vollständige Erholung kommen' dürfte, srnd die Städteanleihen nach wie , vor recht gedrückt. Es wird dies hauptsächlich darauf zurückgefuhrt, daß sich von diesen Wertpapieren noch große Bestände in den Händen der Uebernehmer der verschiedenen Anleihen befinden. Das Publikum hat offenbar keine Lust zum Ankauf der 3V,prozen- tigen Stadtobligationen, wenn es dem Zinsfuß nach gleichwertige Staatspapiere für dasselbe Geld erhallen kann. Ueberhaupt geht das Bestreben des anlagesuchenden Publikums gegenwärtig ausgesprochen dahin, seine Kapitalien zu möglichst hohem Zins unter- zubringen, selbst auf die Gefahr hin, daß die Sicherhell der er- ivorbenen Werte nicht über jeden Zweifel erhaben ist. Baumwolltnditstric. Auf dem Gebiete der Baumwoll- industrie ist dte Marktlage im Ausland wesentlich krllischer wie bei rms. Die Preisbewegung der Baumwolle hat in den Textilbezirken durchaus nicht zu so krittschen Zuständen geführt, rote in Englartd und zum Teil auch in Frankreich und Belgien Im Gegenteil, in den niederrheinifchen Bezirken ist man recht :iwer- sichtlich, errichtet Neubauten und stellt neue Alaschinen auf. Man hofft auch auf eine Preissteigerung in Gertre- und Web war en und glaubt nicht an einen Rückgang der Baumroollpreise. Allerdings, die Kammgarnspinnereien sind schwach beschäftigt, und eine Besserung ist fürs erste nicht zu erroarten. l m Köln, 30. Sept. In der heutigen außerordentlichen Generalversammlung der beteiligten Werke wurde die Gründung MiverMts-Nachrichten. — An der Landwirtschaftlichen Hochschule m 23 er li n werden mm auch Damen zum ordentlichen Studium zugelafsen. Sie müssen sich bei dem Rektor hinsichtlich ihrer Vorbildung ausweisen, falls sie minderjährig sind, die fd)rift- liche Genehmigung des Vaters ober Vormundes vorlegen und die Zustimmung derjenigen Dozenten einholen, deren Vorlesungen sie zu hören wünschen. -Wie das Leipziger Tagebl. meldet, wurde Dr; jur. I. N a a l e r aus Reichenbach von der juristischen Fakultät'der 'Universität in Le i p z i g die venia legendi verliehen. — Zn a. o. Professoren in der medizinischen Fakultät der Universität in Wien wurden die Privatdozenten Dr. F. F r ü h w a l d für Kinderheilkunde, Dr. I. Rllter v. Metnitz für Zahntechnik und Dr. I. Tandler für Anatomie ernannt. — Der „Reichsanz." veröffentlicht die Bewilligung der nachgesuchten Entlassung des Professors Dr. Schulte-Bonn aus dem Amte als Direktor des preußischen historischen Instituts m *— Der Professor der Augenhellkunde an der Universität Bern, Ernst Pfüger, ist g estorb en — Das Komturkrenz zweller Klasse des Großh. Hess. Verdienstordens Philipps des Großmütigen wurde dem ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität m Halle, Geh. Regierungsrat Dr. V o l h a r d , verliehen. — Straßburg, 30. Sept. Professor Schäfer, der erste Dekan der neuen Straßburger theologischen Fakultät, wurde voni P a p st e zum Hausprälaten ernannt. eines neuen Roheisens yndikats unter Beitritt d^ Georg Marien-Bergweks- und Hüttenvereius sowie der Mathtldenhutte in Neustadt-Harzburg auf drei Jahre beschlofsen. Märtte. — Ulrichstein, 30. Sept. Vom schönsten Spätsommerroetter. begünstigt, nahm unser heutiger und gestriger Michaelimarkt einen ungleich besseren Verlauf als der vorausgeganaene verregnete Jakobimarkt. Der gestiige Rindviehmarkt war verhaltntsmatzta gut befahren. Die Preise sind für das Rindvieh zurzeit hoch; die durch das prächtige Wetter noch recht gut gewordene Grummet ernte befestigt die seitherige Preisstisie. Begehrt war fettes -kieb. x)er Schweinemarkt war überfahren, sodaß das 2lnaebot die Nachfrage übertraf. Ter Handel ging dessenungeachtet flott bet allerdings etwas gedrückten Preisen, die iiidessen immerhin noch keineswegs billig genannt werden können. Für das Paar Jiingschweme ornter Güte bezahlte man bis zu 40 Mk., zweller Güte bis zu 50 All. und erster bis 60 und 65 Mk. Einlegeschweine, die weniger tm Angebot standen, kosteten per Paar 90—100 Mk. und 100 bis 120 Mk. Der heutige Krämermarkt wurde ersichtlich durch bie m voller Arbeit stehende Kartoffelernte beeinflußt.__ Plakat-5ahrplan enthattenb die Fahrzetten der auf den Stationen Giehev, Mnismt a. M., Lasiel, Marbma. Zriedberg, Lollar, Londorf, Konhauseu, Wetzlar, LoLlenz, Löln, Znlda, AlLfeld, Grürrberg, Gelnhausen, ULdda, Schotten, Hungen, LMdach, Lich, ZLockhettn und Gedern ankornmendeu und abgehenden Lisenbahnzüge, sowie die Fahrzeiten der zum Preise von 20 pfg. in der Expedition der Giehener Anzeigers vorrätig. — Der Fahrplan kann auch durch die Ans träger des Gießener Anzeigers bezogen werden. 2 i Sonnenschein 2 [Sero. Himmel 1 Bero. Himmel Sport. — Wie der „Radtourist" meldet, wird eine Verschmelzung der deutschen Radfahrer verbände nicht erfolgen, da, wie die jeijigen amtlichen Mitteilungen des deutschen Radfahrer- buiides an die allgemeine Radiahrerunion ergeben, auf dem Bundestage in Hamburg die grundlegenden Bedingungen der 23e_r- schmelzung, die die Siebener-Kommission in Kassel seiner Zell feft- gelegl, und die auf dem Unionskongresse gut geheißen wurden, nicht angenommen roorden sind. In Gemäßhell des Art. 28 des Volksschulgesetzes und der Bestimmung Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangeleaentzellen, vom 26. November 1901 bringen roir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß die Fortbildnngss d)i$k Montag den L. Oktober l. Js. tut StadtknabeuschrtlhMtS an der Nordanlage begturrt und vom genannten Tage an wöchentlich zweimal abgehalten wird. Zum Besuche derselben find alle Knaben verpflichtet, welche während der letzten drei Jahre aus der Volksschule entlassen wurden, sowie die Schüler der Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen, Realschulen und höheren Bürgerschuleli, welche nach Mlauf des achten Schuljahres austreten ohne mindestens em Jahr lang der Obertertia curgehört zu haben und sich hier aufhatten. Es haben sich einzufiirden: ___ Montag den 5. Oktober, nachmittags 2 Uhr: alle schulpflichtigen Kauflerlle, soweit dieselben Nicht die kausmarmrfche Fachschule besuchen, Schreiber, Schriftsetzer, Buchbinder, Geometer, Photographen, Graveure, Lllhographeii,ALechaniker,Mgler, Lackierer, Friseure, Aietzger, Kellner, Ausläufer, Gärtner. In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von 2 bts 5 Uhr und Donnerstags von 2 bis 4 Uhr statt. Montag den 5. Oktober, nachmittags 5 Uhr: alle schulpflichtigen Maurer, Steinhauer, ZunmeAeute, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Schreiner, Glaser, Weißbmder und alle sonstigen Bauhandrverker. . ,, „ ___ , ... In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von 5 bts 7 Uhr und Donnerstags von 4 bis 7 Uhr statt. Dienstag den 6. Oktober, nachmittags 5 Uhr: alle schulpflichtigen Bäcker, Schneider, Schuhmacher, Sattler, T^)e- zierer, Wagner, Schmiede, Fabrikarbeiter und alle übrigen Schulpflichtigen, deren Unterricht Dienstags von 5 bts 7 Uhr und Freitags von 4 bis 7 Uhr stattfindet. Außerdem haben diejenigen Schuler der NachbargemeMdmy welche abends in ihren Heimatsort zuruckkchren ab^ zum Besuche '6"‘«SS*u ““ 4. ß tthr uni) Samstags von «> bis b Uhr stau. Unter Hinweis auf Art. 25 des Dottsfchulgefetzes, wonach Lehrherren, Dienscherren und Arbeitgeber ihren ^ehrlmgen, Dienerii und Arbeitern die zum Besuche der FoUbildungSichule notige Zett bei Meidung polizeilicher Strafen einzuraumeu Haben, ersuchen wir die Genannten, sowie die beteiligten Ettern, Vormünder u. f. ro., Öen Schulpflichtigen von vorstehender Bekaiintmachung rechtzettig Kemitnis zu geben. Gießen, den 28. September 1903. Für den Schulvorstand: Höchste Temperatirr am 29.—30. Sept. 22,4® C. Niärigfte „ „ 29.—30. u 11,1 C. Me Schulhof Telephon 119. Vroowler Versandt nach auSw. la. lebendfrifch eingetroffen: Cabliau i . mit X I. »ir ; uns obu» Scheiliäsch I Portionsfisch 734i Rotzungen. Kedrüäer Lsrällr. Durch Zwetschenhonig- Knlsäuerungs- (Sewürzpulver spart man Zucker. 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