Schulst*«*« 9« Ndresse für Depefchem Hwretger Steße«. Drrvlprcchmrjchlllß Nr. bl. kg bet »tftliWtt wüoech-B«h-u.Stem- ^reudetjchErd«- 9hü 330 tL-llch auber Somtta-L. Dem Gießener Anzeiger werde« tm Wechsel mit dem örMfche« Landwirt die Lietzener Kamillen' Hättet viermal in der Woche beigelegt. i GrsteS Matt. ISS Jahrgang Donnerstag L.Oktover ivu<$ /SW H d mo^at?t*75VL,otettel- GletzemrAmelgerW ” MatW T-SJg Antts- Md Anzeige»«« für den Kreis «ehe» MW 9^ " __-eigenteilr HanS Beck. Gießen, bat 80. September 1903. Das Großherzogliche Kreisaml Gießen an die Grotzh. Büygerweiftereie» des DrMes. Wir sehen bis längstens 5. k. M t s. Ihrem Bericht darüber entgegen, ob und welchen Geldbetrag Ihre Gemeinden für an Truppen während der letzten Manöver gelieferte, von diesen aber nicht bezahlte Marsch-Fourage aus gewendet haben Dr. Srreifcext Ker Aar irr Kesterreich. Wien, 30. Sept. Sayer Molaus von Rußland traf heute vormittag mit Gefolge, darunter der Minister des Aeußeren, Graf von Lamsdarff, auf dem prachtvoll geschmückten Westbahnhof ein und wurde vom Kaiser Franz Josef, den nisteru, dem russischen Botschafter in Wien, Grafen Kapnist, dem östreich^ungarrschen Botschafter in Petersburg, Grafen Achreirthal,rc. empfangen. Die Begrüßung zwischen dem Kaiser Franz Josef, der die Uniform seines russischen Kex- holmregiments trug, und dem Kaiser Nikolaus, der die Uniform seines östreichisch-mrgarischen Ulanenregiments angelegt hatte, war überaus herzlich. Beide Monarchen schüttelten einander die Hände und küßten sich zweimal. Nachdem sie dann die Front der EhrenLompagnie abgeschrit- teu'hatten, folgte die Vorstellung der ErzherzSge und der der betdersettigen Gefolge. Darauf sichren die Monarchen unter Kano nensalut und stürmischen Ovationen der zahlreichen Wenge nach dem Schönbrunner SMoß. Auf dem S Wege bildeten Truppen Malier. An mehreren r waren prächtige Triumphbogen «richtet. Im Schlosse wurde Kaiser MLolaus von den Erzherzoginnen und des obersten Würdenträgern empfangen. Die Monarchen zogen sich dann auf kurze gelt in ihre ^mLHer zurück. Um 11 Uhr 16 Minuten fand in der großen Galane des Schlosses Frühstücks täfel statt, an der beide Kaiser, die Erzherzoge und Erzherzoginnen, die Grafen Goluchowski, Lamsdorff, Kapnist, Aehrenthal, Fürst Franz Lichtenstein, das Gefolge des Kaisers Nikolaus, sowie die Mitglieder der russischen Botschaft t^lnahmen. Um 2 Uhr 15 Minuten erfolgte die Abreise der beiden Monarchen nach Mürzfteg. Beim Dejeuner brachte Lais er Franz Josef nachstehenden Toast ass: Indem Eure Majestät der Einladung zu den Jagden in Steiermark, welche ich so glücklich war, an Sie zu richterr, Folge leiste, haben Sie mir einen neuen Beweis Ihrer Freundschaft geliefert, die ich hoch anschlage und die bet mir stets ein ebenso lebhaftes als aufrichtiges Echo findet. Die Herzlichkeit, welche sich daraus für unser Vachaltuis ergibt, hat schon wiederholt ihre wohltätigen Wirkungen auf die pokitrscheu Beziehungen unserer Staaten ausaeübt und ich schmeichle mir mit ber Hoffnung, daß.die vollkommene lleoerein- stimmung der Anschauungen und Auffassungen, welche zwischen uns angesichts der bedauerlichen Ereignisse, deren Schauplatz« gegenwärtig die Balkan- halb in sel ist, besteht, zu dem Erfolge der Aktion, welche wir dort einverständlich im Interesse des europäischen Friedens durchführen, hervorragend beitragen werde. Bon diesen Empfindungen erfüllt, trinke id} auf das Wohl meines lieben und treuen Freundes, Sr. Majestät Kaiser Nikolaus. Kaiser Nikolaus erwiderte hierauf: Die Worte, mit welchen mich Euere Majestät bewill- Lormnnet haben, berühren mich lebhaft und ich Erke Ihnen dafür aus vollem Herzen. Mit ganz besonderem Ber- gnugeu habe ich die freundliche Einladung Euerr Majestät ausgenommen und bin glücklich, Ihnen persönlich den Ausdruck der Gefühle, die mich beseelen, wiederholen zu können. Unser herzliches Einvernehmen und vollkommene Harmonie, die sich daraus für die Aktion unser er Regierung en ergibt, sind, wie Euere Majestät sagen, ein wertvolles Unterpfand für den Erfolg des großen pazifikatorischen Werkes, welches wir im gemeinsamen Einverständnis unternommen haben. Der humanitäre Zweck, weichen wir verfolgen, schließt jede Partellichkeit aus und muß mit Festigkeit und Llusdauer durch die zu einer wirklichen und dauerhaften Beruhigung geeignetsten Mittel erreicht werden. Unsere Bemühungen werden zugleich, hoffe ich, zur Befestigung des allge meinen Friedens beitragen. Ich trinke auf das Wohl meines lieben und verehrten Freundes, des Kaisers Franz Joses. Ursprünglich war beabsichtigt, keine längeren Toaste auszubringen. Vorstehende Trinksprüche wurden erst mittags vereinbart. Mürzsteg, 30. Sept. Der Zar, der Kaiser Franz Joses und Erzherzog Franz Ferdinand trafen um 6 Uhr in Neuberg ein und setzten ohne Aufenthalt die Wagenfahrt nach Mürzsteg fort. Auf der Straße postierten sich zahlreiche Gendarmen und sorgten für Sicherheit und Ordnung. Da der Aufenthalt der Monarchen den Charakter eines einfache:: Ia^gMaus- f l u g e s trägt, unterblieb eine offizielle Begrüßung. Am Waldessaum aufgestellte Bläser der Wiener Hofoper begrüßten den Zaren mit einer russischen Fanfare. Außer dem Kaiser und dem Zaren wohnt auch Erzherzog Franz Ferdinand im Jagdschloß, während die Minister LamSdorsf und Goluchowski in der Villa Schönauer Quartier nahmen. Nack) der Älnkunft war im Schlosse ein Tiner mit 18 Gedecken worauf die Monarchen Cercle hielten. Die Blajer trugen Jagdlieder vor. An den Cerele schloß sich ent Teeabend. Wenn das Wetter günstig ist, werden morgen im Revier Burggraben Gemsen gejagt, wozu große Vorbereitungen getroffen sind. An den Jagden nehmen am ersten Jagd tag auch Goluchowski und die Botschafter Aehren- chal und Kapnist teil, während Freitag und Samstag politischen Konferenzen Vorbehalten sind. Im Auftrag des Kaisers wurden auch zwei mächtige mit Jagdemblemen in russischen Farben iuw mit dem Jägergruß: Weidmanns- Heil! geschmückte Triumphpforten beim Eingang und Ausgang des Ortes errichtet. Auf besondere Etnladung des Kaisers Franz Josef nehmen an den Jagden auch die Prinzen Arnulf und Heinrich von Bayern teil. Abends sand ein Diner zu 18 Gedecken statt, an dem Leide Kaiser und Erzherzog Franz Ferdinand teilnahmen. Das Diner, welches einen intimen Charakter trug, verlief in angeregter Strurmung. Soweit der offiziöse Telegraph. Privat wird ge- meLdet, daß das ungeheuere Aufgebot von Truppen, das die Straßen Wiens, durch die der Zar fuhr, besetzt hielt, großes Aufsehen erregte. Das Publikum wurde in die Seitenstraßen zurückgedrängt, sodaß es absolut nichts zu sehen bekam. Am Bahnhöfe waren große Vorsichtsmaßregeln getroffen worden, wie man sie in Wien noch nicht gesehen hat. Privat- depejchen der Berliner Blätter sagen ferner, die Begrüßung sei mehr kühl als herzlich gewesen, rechte Begeisterung wollte bei der Menge nicht aufllimmen. Beiläufig, bei dem ungeheuren Aufgebot von Spalier bildenden und den Mick versperrenden Truppen ist das kaum zu verwundern. Die Verschiedenheit der Auffassung, gleich zu Beginn, erscheint uns symptomatisch für dre Beurteilung des politischen prak- & Werts dieser Kaiserzusammenkunft. Auf dem Balkan t die DMbetelligten, glauben weder die Türken, noch die Bulgaren oder die Maeedonier an einen Umschwung. Wenn das „Reformprogramm"" für Macedonien noch so erweitert wird, den Aufständischen genügt kein noch so gefülltes Maß von Zugeständnissen. Diese unruhigen Elemente führen Krieg um des Krieges willen, sie haben Geschmack gefunden am Sengen und Morden, an dem In die Luft Sprengen, und der Eitelkeit ber Führer schmeichelt es, durch ihre „Saaten" die Welt in Atem zu halten. In den Wiener Begrüßungsartikeln wird behauptet, das energische "Mstreten der beiden Kaiserreiche habe bewirkt, daß Bulgarien den Frieden bewahrte. Auch eine Jllusim:. Einen drastischen Vergleich zu gebrauchen: hier liegt der Knüttel beim Hunde. Bulgarien brennt darauf, loszuschlagen — hätte es die Munition und das Geld dazu, einen Angriffslrieg nur auf die Dauer von ein paar Wochen du^jzuführerr. Die Türkei beschränkt sich, solange es irgend angeht, im Ernstfall auf die Berteidigun^stellung. Wir möKen gern helfen, wenn wir Nur könnten, ohne die Interessen und die Ächssrheit Bulgariens zu gefäljröen, das ist die Quintessenz der schönen Toastrede, dre der bulgarische Milüsterprasideut Petrow vor ber Abordnung der mact> dänischen Kolonie irr Sofia jüngst gehalten hat. Aber, ist vorläufig die bulgarisch-ürrLische Kriegsgefahr gebannt, das schwelende Feuer im Orient ist, weil Lae Wiederkehr normaler Zustände sich gar nicht absehen läßt, kaum minder be- derrklich als ein ^offener Brand. Die obigen Triukfprüche haben zwar den Wert, die Geschlossenheit der russischen und östreichischen Politik zum Ausdruck zu bringen und dadurch Quertreibereien zu erschweren, wie sie uoch> bis vor kurzem von englischer und französischer Seite versucht wurden. An der Sache selbst ändern die Kundgebungen kaum etwas; i^r Eindruck auf die Friedensstörer ist dahru, noch bevor der Zar seinen Besuch beendet hat Und schließlich man müßte nrcht die China-Wirren nllterlebt hüben, um nicht zu wissen, auf tote schwanken Säulen das Cinvernehmeu der Mächte ruht, mw wie es nut eines kleinen Anlasses bedarf„ um die treffliWpu Abmochmgeu in Frage zu stellen. Die polrtisthe Bedeutung d^ Zareu- besuches uärd gewiß hoch zu veranschlagen fein, nur wird man nicht einen Umschwung auf dem BalLm, eine entschiedene Dauer versprechende Wenhung zum Besseren erwarten dürfen. • • • Eine von der Parteileitung der östreichischen Sv-zLal- d emo kracken gestern abend abgehältene Protest Versammlung der Wiener Arbeirerschast gegen den Zaren besuch konnte die von Dr. Ellenbogen eingebrachte Resolution nicht annehmLn, da die Versammlung durch den Mrwesenden Regieruugsverckreter aufgelöst wurde. PsMischr Tagesschau. Mommsen über England. Nach einer Meldung aus Lmrdon wird die heute erscheinende erste Nummer einer neuen „The independent Review" betitelten MvnatsWüst einen Artikel ans der Feder Theodor Mommsens enthalten, der die lleberschrift „Ein Deutscher an die Engländer'" trägt In dem Artikel wird ausgeführt, daß man vor einer ernsten Gefahr stehe, wenn es so wellergjehe mit dem gegenseitigen Miß- trauen,demAufbauschengeringsügigerMein-' un gsverschieden Heiken und Kollisionen zu Staatshändeln in den unverantwortlichen Verhetzungen der englijchen wie der deutschen Presse. Der Grund zu diesem Völkerhasse liege in dem nun beendigten Buren kriege. Derselbe habe diese Wendung herbeigeführt, denn diese Aufnahme, die er in Wort und Tat bei der deutschen Nation gefunden, habe bei der großen Masse der Engländer als Ausbruche des Engländerhasses der Deutschen gegollen. Vielleicht aber werde jejll auch eine ruhigere Auffassung auch jenseits des Kanals sicy einftellen. ^a^^bem der Gelehrte sich noch des näheren über den Burenkckieg ausgelassen, demerll er, die Deutschen hätten wohl einen einzigen Akt der emglischen Nation mißbilligt, nämlich den Burenkrieg, ihr selbst aber sich näher verwandt und in jeder Beziehung inniger verbunden gefühlt als jeder anderen. Auch dem neuen engllfchen Imperialismus stehe DeutsManö keineswegs feindlich gegenüber. Man dürfe wohl an der Hoffnung festhalleu, daß in den schweren Krisen, denen vermutlich unsere Zivilisation eutgegengehe, England und Deutschland ebenso zusammenstehen werden, wie sie einstmals bei ber „Schönen Bereinigung"" die französische Uebermacht' verbündet in ihre Schranken zurückgedrangt haben. Den Deutschen und den Engländern sei bestimmt, ihre Wege Hand in Hanv zu gehen. Von den sechs soMbemorratischLu VerfaMulrmge», die am Dienstag abend in Berlin stattfanden, war die be8 2. Wahlkreises, in der Bebel, Fischer, Auer, Wurm, Stadthagen und Bernhardt anwesend waren, die bemerkenswerteste. Die Referenten für den Partellagsbertcht traten lebhaft für Bebel ein und wandten sich scharf gegen die Revisionisten, insbesondere gegen' Dr. Brann. In der Debatte ergingen sich die meisten Redner in den schärssten Angriffen gegen die Revisionisten. Stadthagen stellle in Aussicht, daß Dr. Branns Reichstags- Mandat von der Partei entzogen werden müsse, wenn er es nicht fteiwillig niederlege. Einen brellen Raum nahmen die Angriffe gegen Fischer ein. Es wurde ihm vorgeworfen, die Berliner Parteigenossen diskreditiert zu haben durch die Verbreitung der Nachricht, die Berliner suchten die 'Wiederwahl Auers zu hintertreiben, wofür er Abbitte zu leisten habe. Fischer erklärte, baf} er eine Diskret)itierung ber Berliner nicht beabsichtigt habe und ben ganzen Vorfall bebauere. Die Versammlung würbe erst um 1 vchr nachts geschlossen In der Verfmnmlung im 3. Wahlkreise hat der Abg. Heine sein Reichstagsmandat seinen Wählern zur Verfügung gestellt Der Abg. Znbell und der Stadtv. Schulz hatten Nesolutiouen eingebracht, in denen Heine seines Maudats für unwürdig erklärt wurde. Heine verteidigte in längerer Rede seine Haltung; als er dabei von der „Majestät Bebel" sprach entstand ein furchtbarer Lärm,^der nach gevannrer Zett nur notdürftig bergelegt werden konnte. Unter steter Unruhe gab dann der Redner eine Abrechnung mit Bebel. Als der Abg. Zubell in einer persönlichen Bemerkung erklärte, er fei bei von Heine als Schuft und Denunziant gekennzerchnete Manu, entstand abermals ein großer Lärm, ein Teil der Versammlung rief Zubeil Beleidigungen aller Art zu. Schließlich wurde mit Zweidrittelmehrheit ein Ber- tranensvotum für Heine angeuonnnen, in dem die BersamW- lung die Angriffe gegen Heine mißbilligt und ihm tipe Sympathie ausspricht Deutsches Weich. Berlin, 30. Sept Ein Besuch des Karfers « Stettin steht für Ausgang Oktober bevor. Er gedenv am 3L Oktober dort einzntreffen, um dem au diesem Tage auf der Werst des ^Vulkan" stattstndendeu Spapellaufe eines neuen Linienschiffes beizuwohneu. Während der Tafel wird der Monarch dem Ofstzierkorps ein von Professor Röchling gemaltes Bild überreichen, das die Erstürmung des Kirchhofes von Planchenoit bei Waterloo am 18. Juni 1815 darstellt. — Wie das „B. T." aus London berichtet, find die englisch-deutschen Handelsvertrags-Verhanb- langen völlig ms Stocken geraten. Von beiden Seiten wird die llnsicherheit der politische« Berhältnisse in England geltend gemacht — Wir die ^Nat Zig." erfährt, hanöeü eS sich bei ben Ver^mdlmrgeu zwischen deutschen und schweizer Kommissaren um «^bereitende Besprechungen über einen neuen Handelsvertrag. Der Auffassung gegenüber, daß eS sich nur um eine Revision des bestehenden Handelsoertrages handle, weist das Blatt darauf hin, daß von beiden Seiten der neue autonome Zolltarif den Vorverhandlungen zu Grunde gefegt werden muß. . — Die ENordd. Allg. 3tg/ schreibt: Die Regierung von Neuseeland legte einen Gesetzentwurf vm, der nach Zeitungsmeldungen Deutschland und Amerika durch Llusschluß ihres Schiffsverkehrs von den Küsten Neuseelands dafür bestrafen soll, daß sie angeblich den Neuseeländer Handel zwischen Neuseeland und Honolulu und Samoa und den Phllippmen ruinieren. Bei Einbringung soll Premierminister Seddon nach dem New-Seeland Herold"' erklärt haben, als Samoa unter der vereinigten Kontrolle Englands, Deutschlands und AmerckaS stand, sanden daselbst die Neuseeländer Dampfer einen offenen Hafen. Von dem Augenblicke ober an, als England seine Rechte an Deutschland und Amerika abtrat, wurde Pagopago druch ein amerikanisches Gesetz, für Neuseeländer Boote geschloßen, ebenso Apia von Deutschland. Wir -können hierzu feststellen, daß die Behauptung von der Ausschließung Neuseeländer Schiffe von Apia völlig unbegründet ist, wie man sich durch einen Blick ins Reichskursbuch oder in den Annoncenteil der ^Samoanischen Ztg." leicht überzeugen kann. Es verkehren die Schiffe der Neuseeländer Union Steamship Company heute genau so wie zur Zeck der Dreiherrschast in vier- wöchentlichem Turnus in Apia. — Die „Nationallib. Korr." schreibt: Dem Reichstage wird in der neuen Gesetzgebungsperiode ein neuer Vorschlag zur Entlastung des Reichsgerichts zugehen. In diesem werden die Einwendungen, die gegen den früheren Antrag einer Hinaussetzung der Revisionsfimrme gemacht vorden sind, em« ihrer Bedeutung entsprechende Verwertung üntien. Nürnberg, 30. Sept. Der Zar nahm gestern bei ber Durchreise auf dem Bahnhof die Vorstellung der Offiziere und Beamten seines ChevauxlegerS-Regiments entgegen und verlieh dem Kommandeur und mehreren Offizieren Ordensauszeichnungen. München, 30. Sept. Das Namensfest des Königs Otto wurde heute in der herkömmlichen stillen Weise begangen. In dem Befinden des trauten Königs ist seit geraumer Zeit keine Veränderung eingetreten. Der König hat für einige Zeit an einem Abszesse am Fuße zu leiden gehabt, dessen Heilung sich bei der Natur der Erkrankung des Königs, d. h. bei der Schwierigkeit, ihm ärztliche Hilfe in der wünschenswerten Form angedeihen zu lassen, etwas verzögerte. In dem geistigen Zustand des Königs hat sich keine Besserung ergeben und eine solche ist auch bei der Natur seines Leidens nicht zu erwarten. Wenn das Wetter irgendwie geeignet ist, hält sich König Otto stets im Freien, in dem schönen, bei Schloß Fürstenried gelegenen Parke auf. Er ist noch immer ein leidenschaftlicher Raucher und bevorzugt Zigaretten, die er meist nach ein paar kurzen, hastigen Zügen wegwirft. Auch Heuer wurden ihm, da er dies liebt, zur Erdbeerenzeit, wie in den Vorjahren, Körbchen, gefüllt mit diesen köstlich duftenden Kindern des Waldes, als Aufmerksamkeit gereicht. König Otto, der seinem unglücklichen Bruder am 13. Juui 1886 auf dem Thron nachfolgte, steht nunmehr im 56. Lebensjahre. Ausland. Lond on, 30. Sept. Das vom 15. September datierte Schreiben des bisherigen Finanzministers Ritchie an den Premierminister Balfour, in welchem ersterer demissionierte, ist heute veröffentlicht worden. Er sagt in demselben: Nach dem, was gestern im Kabinettsrate geschehen ist, ist es mir unmöglich, Mitglied ber Regierung zu bleiben. Ich sympathisiere durchaus mit dem Wunsche, Mutterland und Kolonien enger zu verknüpfen; aber ich weiß von keiner anderen Methode, den Kolonien eine Vorzugslx l andlung einzuräumen, als derjenigen, die der Kolonialm.:.hier ungeraten hat, nämlkh den Zoll aus Lebensrnittel, welcher eine Vermehrung der Besteuerung bedeutet. Dagegen bin ich entschieden. London, 30. Sept. Der vertraute Rat des Sultans -von Marokko, Sir Mac Lean, welcher seit einigen Tagen sich m London aufhält, erklärte in einem Interview, er glaube, der Sultan sei bereit, französische Offiziere mit der Leitung der marokkanischen Polizei zu betrauen, lieber die Frage des französischen Protektorats in Marokko erklärte er, er glaube davon kern Wort. Er sei zwar nicht eingeweiht in die Jntensionen der Ministerien von London, Paris, Madrid und Rom, aber eine solche Lösung der marokkanischen Frage sei unmöglich, da sich die Marokkaner dagegen mit aller Kraft widersetzen würden. Ostende, 30. Sept. Die königliche Pacht Victoria and Albert, an deren Bord sich König Eduard befand, ist gestern beim Auslaufen aus dem Hafen mit einemDampfer zusarnmengestoßen. Dieser erlitt schwere Havarie, während die Dacht unbeschädigt blieb. Paris, 30. Sept. Der sozialistisch-revolutio- 'Näre Kongreß in Reims hat die Einigung der Parte: beschlossen. Die ftanzösische Arbeiterpartei wird sich nunmehr als sozialistische Partei gruppieren. Dieser Beschluß wurde angenommen. Hierauf wurde mit der Beratung des Parteiprogramms begonnen. Wien, 30. Sept. Wie verlautet, wird der König von Rumänien auf ber Rückreise nach Bukarest in Wien eintreffen und eine neuerliche Begegnung mit Kaiser Franz Josef haben, die mit Rücksicht darauf, baß sie unmittelbar nach dem Besuche des Zaren erfolgt, nicht ohne politische Bedeutung | erscheint. Budapest, 30. Sept. Abgeordnetenhaus. Nach Erledigung des Einlaufs erhebt sich Graf Khuen und erklärt, daß er infolge ber gestrigen Abstimmung sein Entlaffungs- gesuch eingereicht habe. Kössuth drückt sein Befremden darüber aus, baß bas Ministerium streike. Er drückt den Wunsch aus, daß ein Ministerpräsident ernannnt werde, der die Uebergriffe des österreichischen Ministerpräsidenten von Körber entschieden zurückweise. Kakovsley krittsiert Ausführungen von Körbers. Er bezeichnet dieselben als Verstoß gegen das ungarische Gesetz. Nachdem sämtliche Parteiführer ihre Stellungnahme gegen bxe Aeußerungen Körbers über die Armeeftage bargekgt haben, führt Geza Kubinyi (Regierungspartei) aus, daß er, ohne einen Auftrag seitens der liberalen Partei erhalten zu haben, erklären müsse, daß die liberale Partei kein Kabinett unterstützen werde, das nicht ermächttgt sein werde, die die Rechte Ungarns verletzenden Aeußerungen v. Körbers auf das entsprechende Maß zu reduzieren. Neues vom AalLan. Der türkische Botschafter in Berlin Tewfik Pascha ist plötzlich vom Sultan nach Konstantinopel berufen worden und bereits heute morgen von Berlin abgereift. Die Stadt Mehomia ist durch türkische Truppen in Brand gesteckt worden. Bei dem nahegelegenen Dorfe Radschwo finden blutige Gefechte statt. Aus Sofia wird der „Frist Ztg." telegraphiert, daß nunmehr auch Italien zu dertürkisch-bulgarischen Spannung Stellung genommen hat. Nach einer Mitteilung des dortigen Vertreters schließt sich Italien den Erklärungen Rußlands und Oesterreich-Ungarns an, doch verspricht es, ähnlich England, einen Druck auf die Türkei wegen einer energischeren Durchführung der Reformen. Da Frankreich die russische und die österreichische Erklärung ohne Vorbehalt akzeptiert, so er- giebt sich, daß die Hoffnung auf eine englisch-französisch- italienische Sonderattion gescheitert ist. Aus Audi und Kund. Gießen, den 1. Oktober 1903. L.U. Heute hat Herr Prof. Dr. Reinhardt Brauns die Reltoratsgeschäfte an unserer Landes-Universität übernommen. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Darmstadt I, Carl K olb, zum Oberamtsrichter bei diesem Gericht ernannt, den Oberförster in Beerfelden, Forstmeister Karl Hey er zu Beerfelden, in gleicher Diensteigenschaft in die Oberförsterei Jugenheim, den Oberförster in Dörnberg, Forstmeister Karl Ruths zu Dornberg, unter Belassung seines seitherigen Gehalts und in gleicher Diensteigenschast in die Obersörsterei Groß-Gerau und den Oberförster in Münster, Forstmeister Ludwig Spieler zu Dieburg, in gleicher Diensteigenschast in die Oberfürsterei Friedberg versetzt. — Dem Forstwart der abnormalen Domanial- forstwartei Ober-Sensbach, Heinrich Wilhelm zu Ober* Sensbach, wurde aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand der Charakter als Förster verliehen. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute stattgefundenen Schluß-Ziehung der 6. Klasse fiel die Prämie von 100 000 Mk. auf Nr. 83501 (nach Alzey), vier Prämien ä 50 000 Mk. auf Nr. 28249 (nach Oberstein), 41538 (nach Oppenheim), 53455 (nach Mainz) und 78487 (nach Gotha), ein Gewinn von 40 000 Mk. auf Nr. 48915 (nach Oldenburg), acht Prämien von je 25 000 Mk. fielen auf Nr. 17043 22214 35953 54035 58952 75846 81966 84379, drei Gewinne von 2000 Mk. fielen aus Nr. 53288 72928 83158. (Ohne Gewähr.) * * Der frühere Direktor unseres Stadttheaters, Herr Kruse, hat sich mit Herrn Gerlach assoziiert und wird, wie uns mitgeteilt wurde, demnächst in Neuwied eine Reche von Vorstellungen veranstalten. ** Aus dem Stadtheat er-Bureau. Der Freitag bringt uns Stobitzers historisches Lustspiel „Liselotte", das bei der sorgfältigen Vorbereitung, die ihm hier zu teil wird, wohl dieselbe Zugkraft ausüben dürste, wie an allen größeren Bühnen, über die es gegangen ist. Liselotte ist die historische Pfalzgräfin Elisabeth Charlotte, die, durch Heirat an den Hof des Sonnenkönigs verschlagen, dort durch ihre deutsche Derbheit und drollige Natürlichkeit einen amüsanten Aufruhr her- vorrust. Frl. Margarethe Hohl, die in ber Eröffnungsvorstellung den Prolog sprach, hat die Titelrolle inne; sie darf Rollen dieses Genres als besondere Domäne betrachten. Diese Vorstellung ist die erste Freitags-Abonnements-Vorstellung. Es sei bei dieser Gelegenheit nochmals darauf hingewiesen, daß die Inhaber von Abonnementsbillets nur das 1. Billet ihrer Blocks abends vorzuzeigen haben und kein Tagesbillet einzutauschen brauchen. Die Direktion beabsichtigt, auch in den Sonntagsvorstellungen ein gewähltes Programm zu bieten, wovon Interessenten auf Sonntags- Abonnements gefälligst Kenntnis nehmen wollen. * * Der Prolog, den bei der Eröffnung des Stadttheaters Fräulein Margarethe Hohl wirkungsvoll vortrug, hat, wie wir jetzt hören, Herrn Direktor Herrn, ©teing oetter zum Verfasser. * * Jubiläum. Straßenmeister Bommersheim von beni städtischen Tiefbauamt feiert heute sein 2Hjähriges Dienstjubiläum. 15 Jahre war er als Schutzmann tätig, 10 Jahre lang widmete er dem Bauamt seine Dienste. Die Beamten des Hoch- und Taufbauamts ehrten heute morgen den Jubilar durch Geschenke. * * Von der Jagd. ' Im Großherzogtum ist vom 1. Oktober an die Jagd auf den Dachs wieder offen. * * Besitzwechsel. Frau Constantine Heintze verkaufte ihre Hofratte verlängerter Asterweg Nr. 53, an Makler Samuel Katz hier zum Preise von 24000 Mk. ** Nerlaui der Witterung von Dienstag bis Mittwoch. Die Wetterlage weist nur sehr wenig Aenderung auf; das Hoch behauptet trotz des von Westen her andrängenden Tiefs seine östliche und südöstliche Lage. Infolgedessen wehen meist üdöstliche und südliche Winde, unter deren Einfluß im Verein mit der kräftigen Sonnenstrahlung die Temperatur für die Jahreszeit hohe Beträge erreicht (20—22 Gr.). Die Tiefs rufen öfters dünne Bewölkung hervor, auch wird stellenweise ganz geringer Regen gemeldet (in Grünberg und Umgebung gestern mit Gewittererscheinungen), ohne daß der Wttterungscharakter hierdurch wesentlich geändert wurde. Ein Witterungsumschlag ist also vorderhand noch hingeschoben. A. P e p p l e r. ß Griedel, 30. Sept. Ein junger Mann von hier, der verflossene Woche an Diphtherie erkrankte, zu der sich noch Genikstarre gesellte, starb infolge derselben. Er war 21 Jahre all und wollte jetzt zum Militärdienst rin- treten. 1. Bad-Nauheim, 30. Sept. Heute war der offizielle Schlußtag für die diesjährige Saison. Das herrliche Wetter lockte eine große Menschenmenge am Nachmittag sowohl wie am Abend auf die Terrasse und in die Parkanlagen. Das Kaiser-Wilhelm-Infanterie-Regiment Nr. 116 aus Gießen konzertierte unter Leitung des Musikdirektors Krauße. Am Abend sand ein kunstvolles Feuerwerk statt, das der diesjährigen Saison einen glanzvollen Abschluß gab. Die Frequenz unseres Bades zeigte in diesem Jahre ein befriedigendes Ergebnis, denn zirka 24 000 Kurgäste weilten hier und rund 320 000 Bäder wurden abgegeben. Im Vorjahre besuchten 22 000 Kurgäste unseren Badeort, denen 295 000 Bäder verabfolgt wurden. L. B. Darmstadt, 1. Oktober. (Eigener Draht- bericht.) Zur Teilnahme an den Hochzeitssestlich- feiten trafen in diesen Tagen noch folgende Persönlichkeiten ein: Heute vormittag Prinz Ludwig von Battenberg, morgen vormittag Prinz und Prinzeffin Heinrich von Preußen. Großfürst und Großfürstin Sergius werden morgen nachmittag ermattet. Mit dem König von Gttechenland und der Königin von England trifft am Montag nachmittag auch der König von Dänemark hier ein. — Ans Anlaß der Vollendung der ruffischen Kapelle hat das Zarenpaar dem Architekten FriedrichOlberich eine prachtvolle, mit Edelsteinen besetzte Tabatiere verliehen. Dem russischen Maler, von Frolofs, wurde das Ritterkreuz II. Klasse des Ordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der Großherzog hat am 30. September dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen, Fritz Zimmermann, und dem Amtsrichter in Langen, Dr. Karl Langsdorf, den Charakter als Amtsgerichts- rat verliehen. Darmstadt, 30. Sept. Die Braut-Ausstattung für die Prinzessin Alice von Battenberg ist, wie wir dem „$). T. Anz." entnehmen, zum guten Teile hiesigen Firmen übertragen worden, was gewiß als eine ehrenvolle Anerkennung für unsere heimischen Geschäfte umsomehr betrachtet werden darf, als derartige Lieferungen bisher zumeist von auswärts und namentlich auch aus dem Auslande bezogen wurden. Es ist hiermit ein gutes Beispiel gegeben, das hoffentlich auch in anderen Kreisen Nachahmung findet. So wird das Brautkleid der Prinzessin-Braut in der Damenkonfektion von Anna Schuchmann (Rherrrstratze 16) dahier angefertigt. Der Stoff des Kleides besteht aus weißem Crepe de Chine; Form und Ausführung desselben erfolgt in einfach-jugendlichem Stil. Den Hauptputz an dem kostbaren Kleide werden die wundervollen echten Spitzen sein, welche dem Familienschatz der Eltern der Braut entstammen und die auch schon das Brautkleid ihrer Mutter sowie dasjenige der verstorbenen Großherzogin Alice schmückten. Der Brautschleier ist aus denselben echten Spitzen wie die Verzierungen des Kleides. Die Myrtenzweige zum Brautkranze sind auf der Terrasse des Heiligenbergs gewachsen (und stehen zur Zeit noch dort), während die Orangenblüten aus England bezogen werden. Einzelne Zweige des Kranzes werden später in die neue Heimat der Prinzessin, nach Griechenland, versandt, um dort emgepflanzt zu werden. Von Interesse dürfte wohl fein, daß nach dem Tode der Großherzogin Alice keine fürstliche Hochzeit hier in Darmstadt abgehalten wurde, als die der ältesten Tochter der Großherzogin, der Prinzessin Viktoria von Battenberg, und nun jetzt diejenige der ältesten Tochter der letzteren, der Prinzessin Alice. sj Marburg, 30. Sept. Gestern mittag wurde bet Cölbe der 60 Jahre alte Arbeiter Vornam aus Unterrosphe vom Schnellzuge zermalmt. — Exzellenz Geh. Rat Professor Dr. v. Behring ist heute zu einem mehrwöchentlichen Aufenthalt nach Italien abgereist. Kleine Mitteitungen aus Hessen und den N.ach bar gebiet en. Die Turner in Lollar haben ihr Abturnen auf Sonntag den 4. Oktober verschoben. Daß ein rühriger Berichterstatter aus einem Nachbardörfchen Gießens bereits einen vervielfältigten eingehenden Bericht über den Verlauf der Veranstaltung an mehrere hessische Blätter schickte, war die Tat blinden Eifers im Dienste der Oeffentlichkeit. —- Wegen Beleidigung des Kaisers wurde am Dienstag in Kassel gerichtlich die Donnerstagsnummer des sozialdemokratischen hessischen Volksblattes beschlagnahmt. — Der 16 jährige Schüler der Dillenburger Präparandenschule Edmund Lehr von dort ist seit dem 21. September unter Mitnahme seiner Sachen verschwunden. Vermischtes. • Berlin, 30. Sept. In der Kaiser Friedrich- Gedächtniskirche im Tiergarten ist ein Einbruch verübt worden. Wettvolle Abendmahlsgerätschaften sind gestohlen worden, zwei große Kannen, zwei Kelche, ein Bibo- rium, eine Patena, ein Teller mit kleinen Löffeln. Größere und schwerere Silbergegenstände blieben unberührt. Der Diebstahl ist anscheinend von Persönlichkeiten ausgefühtt worden, die nut den Lokalitäten genau bekannt waren. • Berlin, 30. Sept. Der durch seine Wetterprognosen bekannte Rudolf Falb ist am Dienstag abend in Schöneburg bei Berlin gestorben. • Berlin, 30. Sept. Der Buchhalter Mieraß wurde heute früh mit seiner Frau in seiner Wohnung tot auf- gefunben. Der Tod ist infolge Gasvergiftung eingetreten. Ob das Ehepaar freiwillig aus dem Leben schied oder ob ein Unglücksfall vorliegt, ist nicht festgestellt. • Elberfeld, 30. Sept. Der bei der hiesigen Staatsanwaltschaft beschäftigte Gerichtsassessor Dr. Meyer erschoß sich aus unbekannten Gründen in seiner Wohnung. * London, 30. Sept. Tie Leiche einer Frau, die nur mit Strümpfen und Schuhen bekleidet war, und Schnittwunden an Hals und Beinen hatte, wurde heute früh bei der Waterloobrücke in der Themse gefunden.^ Tie Frau hatte starkes blondes Haar und war anscheinend • über 45 Jahre alt. Tie Leiche scheint zehn Tage im Wasser gewesen zu sein. * Eine Massenerkrankung. Wie der „Frist Ztg." aus Budapest berichtet wird, sind im dortigen Armenhause aus bisher noch nicht aufgeklätter Ursache nach demMittag- essen 150 Personen schwer erkrankt, wovon eine bereits gestorben ist. * Einen hübschen Rückblick auf denDresdener Parteitag wirst der Kladderadatsch. Er schreibt: Misthaufen, Lügner, Quaffelpeter, Pestbeulen, Stänker und Verräter — So rief man sich in Dresden zu, Doch störte das nicht Singers Ruh'. Nur einmal ist er aufgesprungen Und hat die Glocke jäh geschwungen, Als ein Genosse wutentbrannt Den andern meuchlings „Herr" genannt. * Humor des Auslandes. „Warum nennt man denn unsere Sprache die Muttersprache?" — „Weil der Vater doch nie zum Sprechen kommt." — Scherzfrage. Frage: „In welcher Stadt gab es den ersten sozialdemokratischen Zeitungsredakteur?" Antwort: „In Lystra in Kleinasien, denn Apostelgeschichte Kap. 14, V. 8 heißt es: „Und es war ein Mann in Lystra, der mußte sitzen." — Aut—Aut. Lehrer: „Lehmann, was heißt aus Lateinisch „sowohl . . . als auch"?" — Lehmann: „et . . . et." — Lehrer: „Und was heißt „entweder . . . oder?" Lehmann schweigt. — Lehrer: „Du kannst dabei an Automobil denken." — Lehmann : „Töff . . . töff." — Aus dem Aufsatz einer höheren Tochter. „Lessings Gram über den Tod seiner Frau war ein so tiefer, daß er überhaupt erst nach Italien gehen mußte, um dort die Wunden zu heilen, die ihm feine Frau geschlagen hatte." („Münchener Jugend.") Kunst und Wissenschaft. Berlin, 30. Sept. Die anläßlich der Enthüllung des Richard Wagner-Denkmals geplanten Festlichkeiten sind heute mit einem Empfangsabend im Reichstagsgebäude eingelettet worden. Anwesend waren u. a. Staatssekretär Frhr. v. Richthofen, Kultusminister Tr. Studt, Staatssekretär des Reichsschatzamts Frhr. v. Stengel, Prinz Friedrich Heinrich von Preußen, Militärs, Finanziers und Künstler. Nach einigen Konzertvorträgen hervorragender Künstler und Künstlerinnen des In- und Auslandes wurde bis zum Schluß ein Promenaden lönzert des philharmonischen Orchesters aus Leipzig aus geführt. — Neue, n eunte Ausgabe von Stielers Hand-Atlas, 100 Karten in Kupferstich, herausgegeben von Justus Perthes' Geographischer Anstalt in Gotha. (Erscheint in 50 Lieferungen, jede mit 2 Karten, zu je 60 Pfg.) 19. bis 22. Lieferung. — Die in den letzten Wochen heraus- gegebenen vier Lieferungen behandeln Frankreia), Spanien, Portugal und Rußland. Besonders eindrucksvoll sind die llebersichtskarteu von Frankreich und Portugal; auf der ersten befindet sich ein Plan der weiteren Umgebung von Daris mit Angabe sämtlicher Befestigungen. Eine Pracht- leistnng verspricht die neue Karte vorn Europäischen Ruß- land und Nordsrandinavien in 1:3 700000 zu werden, von welcher die beiden ersten Blätter, die das nördliche Skan- dinnvien, Finnland und das nördliche Rußland enthalten, vorliegen. Die Aufgabe, den Gegensatz zwischen den tief einschneidenden Fjorden und der Hochgebirgswelt des nördlichen Norwegen mit ihren Gletschermassen, zwischen den tausenden von Seen und Inseln Finnlands und den einförmigen Tundren und Sumpjflächen des nördlichen Rußland zur bildlichem Darstellung zu bringen, ist von den Kartographen H. Kehnert und H. Habenicht trefflich gelöst Streikenden Frachtemnaga^in am Westbahnhof, wobei auf die einschreitende Polizei geschossen wurde. Die Polizei erwiderte das Feuer, wobei es beiderseits etwa 60 Verwund ete gab, darunter mehrere schwer. Nach diesem Zusammenstoß wurde Militär requiriert, welches das Streiklager zernierte und nach heftigem Kampf sprengte, wobei sehr viele Verhaftungen erfolgten. Nachmittags ist es gelungen, zwischen den Fuhrwerksbesitzern und Kutschern eine Einigung zu erzielen, wodurch der Streik in der Hauptsache beigelegt ist. Den Streikenden wurde eine Erhöhung des Wochenlohnes um zwei Kronen, eine Krone für Ueberstunden und achttätige Kündigung bewilligt. worden. NerreKunstliteratur. Anselm Feuerbachs Vermächtnis, das fesselnd geschriebene, weit verbreitete kleine Buch galt bisher als historische Quelle und wurde als solche benutzt. Diese Legende wird von H. Werner nunmehr endgültig zerstört, der im Oktoberheft der „Runst" (München, Bructmann, vlerteljährüch 6 M.) in einem interessanten Artikel nach eingehendem Studium der Originalhandschristen nachweist, wieviel Umgestaltungen und willkürliche Erweiterungen und Kürzungen darin enthalten sind. Aus dem übrigen Inhalt dieses Heftes, das als erstes des 5. Jahrganges besonders glänzend ausgestattet ist, sei hervorgehoben: Franz Stuck, eine reich illustrierte Monographie von F. v. Ostini; Oskar Bie: lieber den Genuß alter Kunst; B. Zuckerkandl. Josef Hoffmann und seine Architektur; „Aus dem Hohenzollern-Kunstge- werbehaus Berlin"; „Die Porzellanfabrik Bing u. Grondahl Kopen- hagen"; R. v. Schneider-Florenz: „Zuerst der Hof und bann das Haus." Gerichtssual. Hüsseuer. Nach einer Kieler Depesche hat Hüssener sich am Mittwoch dem Kriegsgerichtsrat vorsühreu lassen und einen formellen Antrag auf Haftentlassung gestellt. Beuthen, 30. Sept. Im zweiten Laurahütter W-ahlkr awallproz eß wurde der Hauptangeklagte Gninz zu sechs Jahren Zuchthaus, sechs Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeranfircht, der zweite Hanptangeklagte Graikzarek zu fünf Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust, die übrigen Angeklaglen zu zwei bis vier Jcchren Gefängnis und entsprechenden Nebeustrafen verurteilt. Arlreitertkewrgung. Berlin, 30. Sept. Die Allgmeine Berliner Omnibus-Gesellschaft erläßt an den Anschlagsäulen eine Erklärung, daß sie von den ausständigen Angestellten diejenigen, die über 10 Jahre in ihren Diensten waren, sofort, die über fünf Jahre nach Bedarf wieder einzustellen bereit sei. Berlin, 30. Sept. Die Massenaus sperrnng der Metallarbeiter erfolgte nicht in dem erwarteten Umfange. Wahrend mit der sofortigen Entlassung von 12 000 bis 15000 Arbeitern gerechnet wurde, beträgt die Zahl der Ausgesperrten bis gestern abend nur gegen 800. Von den maßgebenden Großftrmen der Metallbranche erfolgten überhaupt keine Entlassmrgen. Bu d ap e st, 30. Sept. Der StreikderLohnfuhr- werkskutscher hat im Verlaufe des Tages überaus gefahrdrohende Dimensionen angenommen. Die Polizei war genötigt, mit den Streikenden, welche nun etwa 2000 zählen, veritable Straßenkämpfe zu führen, wobei die Attacken der sft>lizei trotz Gebrauches von Säbel und Revolver wiederholt zurückgeschlagen wurden, sodaß militärische Hilfe requiriert werden mußte. Die aufgeregte Menge widersetzte sich amfy energisch den einschreitenden Husaren, und es mußten in einzelnen Straßen halbstündige Gefechte geliefert werden, bis es gelang, die Menge auseinander zu sprengen. Die Rettungsgesellschaft errichtete im Streiklager ein Lazarett, da es unmöglich war, die vielen Verwundeten sofort zu transportieren. Die Kämpfe begannen bereits am frühen Morgen, da die Streikenden bei, den verschiedenen Stallungen den Auszug der Arbeitswilligen mit Gewalt verhinderten. Die Streikenden durchschnitten die Telephondrahte, sodaß die Polizei keinen Sukkurs erhielt. Die Stallungen der Firma Hoffmann wurden von etwa 1000 Streikenden gestürmt und förmlich demoliert. Die einschreitende Polizei. wurde in die Flucht gejagt. Nach dem Eintreffen von Verstärkung gelang es einigermaßen, Ordnung zu machen. Später stürmten die Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Petersburg, 30. Sept. Die „Handels- und Jndustrie-Ztg." meldet, daS Fmauzministerium bringe zur allgemeinen Kenntnis, daß über die nachgesuchle Ermäßigung desZ o l ls auf importierte Baumwolle nicht früher als im Herbst 1904 entschieden werden könne. Leuox (Massachusetts), 30. September. Die Vereinigung der B a u m w o l l e f a b r i k a n t e n hat in ihrer Halbjahresverfamm- lung einen Beschlußantrag angenommen, in dem das Staatsdepartement ersucht wird, der Vereinigung jede mögliche Information über die Bedürfnisse des ausländischen Baumwollmarktes zukommen zu lassen. Dies wird als Anzeichen dafür erachtet, daß der Ausfuhr von Baumwollwaren mehr Aufmerksamkeit zugewendet werden soll. — Deutsche Rcichsbauk. Berliner Meldungen zufolge waren die Ansprüche bei der Reichsbank zu Ultimo relativ mäßig; wenigstens bis jetzt, so weit sich dies übersehen läßt, da seitens der Bankwelt wegen Befürchtung einer eventl. Diskonterhöhung frühzeitig Vorsorge getroffen war. Die Goldzustüffe dauern au. Die Ansprüche, die die Provinz macht, sind noch nicht zu beurteilen. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 30. September 1903. Sie haben wiederholt die Spalten Ihres Blattes zur Verfügung gestellt, wenn es aalt, Mißstände zu beseitigen. Ein solch geradezu unerträglicher Mißstand besteht darin, daß in nächster Nähe der Stadt das Kartoffelkraut verbrannt und hierdurch die Luft und Atmosphäre verpestet wird. Nicht nur die Spaziergänger nach der Marburgerstraße und dem Philosophenwald leiden unter dieser Unsitte, nein, am gestrigen Abend war auch die Südanlage und Umgebung von diesem Qualm und Rauch gefüllt. Ich glaube mich zu entsinnen, daß vor einigen Jahren dieserhalb ein Polizeiverbot erlassen wurde; vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, dem zuständigen Aufsichtspersonal die Polizeiverordnung in Erinnerung zu bringen und so für Abhilfe zu sorgen. Einer für Viele. Neueste Melonugeu. Origiualdrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 1. Okt. Der „Volksztg." zufolge ist auf Veranlassung der Nieder-Barnimer Landratsamtes gegen den verantwortlichen Redakteur der Pankower Zeitung, Salis, ein Zeugnis-Zwangs-Verfahren eröffnet worden. In einer der letzten Nummern des Blattes war eine Lokal-Notiz enthalten, wonach irrtümlicherweise an 15 000 Mk. Steuergelder von der Gemeindekasse zv Pankow zu viel an die Kreiskasse abgeführt worden seien. L. Danzig, 1. Okt. Der Husar Kooks vom 1. Leib- husarenregiment wurde vom Kriegsgericht wegen Majestätsbeleidigung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Auch wurde aus Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes erkannt. Königsgrätz, 1. Oktober. Die Verwaltung des Schloßes Natiborric bei Nachod, welches dem Prinzen Wilhelm von Schaumburg-Lippe gehört, erhielt anonyme Briefe, in denen die Ermordung der auf der Besitzung wellenden Königin Charlotte von Württemberg augedroht wird. Die Polizei vermutet einen anarchistischen Plan und hat eine strenge Untersuchung eingeleitet. London, 1.Okt. Lord George Hamilton gestattete, daß der Brief, in dem er seine Entlassung aus dem Amte des Staatssekretärs für Indien nachsucht, gleichzeitig mit dem Schreiben veröffentlicht werde, in welchem er Aufklärung zu seinem Entlassungsgesuche giebt. In seinem EntlasiungS- gesuche sagt Lord Hamilton, er könne nicht einsehen, wie Schutzzölle und Wie derverg eltungszölle dem Handel Großbritanniens zum Vorteil gereichen könnten, es sei denn auf Kosten der einheimischen Konsumenten. Er könne sich nicht daran beteiligen, die Grundsätze der Fiskalpolitik, auf denen das Gebäude der britischen Wohlfahrt beruhe, umzustoßen. Madrid, 1. Okt. Der spanische Botschafter in Paris erklärte alle Lesarten über ein französisch-spanisches Abkommen in der Marokko-Frage für falsch. Dieselben entbehrten jeder Grundlage. — Bon anderer Seite verlautet, daß die Verhandlungen sich um die Ausdehnung des spanischen Gebietes bei Ceuta und Melilla sowie um Rechte der in Marokko ansässigen Spanier handelten. — Gestern fand in Valadolid ein Studenten-Krawall statt. Die Studenten, die mit dem Prüfungs-Modus nicht zufrieden sind, schlugen sich mit den Professoren herum und warfen einige Fensterscheiben ein. Mehrere Personen wurden verwundet. Wien, 1. Oktober. Tie in Schönbrunn gehaltenen Trinksprüche werden von der gesamten hiesigen Presse als Kundgebungen von höchster politischer Bedeutung bezeichnet, da sie eine Friedensbotschaft ersten Ranges verkünden von zwei inächtigen Herrschern, welche in ihrer Gemeinschaft stark genug sind, ihren Willen durchzusetzen. Mürzsteg, 1. Okt. Die heutige Hofjagd begann um 11 Uhr vormittags und dauert' bis 3 Uhr nachmittags. Um y27 Uhr findet im Jagdschloß Galatafel statt. Mürz st eg, 1. Oktober. Gendarmen patrouillieren im ganzen Park auf allen Wegen und Stegen, halten alle Dörfer besetzt und versperren die Eingänge zum Schloßpark. Zwei Leute, die man für Italiener hielt, wurden füftiert, aber wieder freigelassen, nachdem sich herausstellte, daß sie ganz harmlos waren. Budapest, 1. Oktober. Bei dem Zusammenstoß zwischen streikenden Kutschern und der Polizei wurden vier Streikende erschossen und über 60 verwundet. 45 Personen wurden verhaftet. Es werden weitere Demonstrationen befürchtet. Belgrad, 1. Oktober. In dem Feldlager bei Top- schider gab des nachts ein unbekannter Täter auf das Zelt des Hauptanführers der Verschwörer gegen König Alexander, Major Lazarewlljch mehrere Schüsse ab, welche die Zeltleinwand zerstörten. Da der Major zufällig abwesend war, entging er dem Anschlag. Odessa, 1. Okt. Ein englischer Taucher, der für Rechnung der hiesigen Hafenoerwaltung arbeitet, ist er* trunken, weil der Lustzuführungsschlauch riß. Teiephomschcr Kursberäöht jfc'raMkturt w. 26., 1. Oktober iaü3. 372% Reichsanleihe . . 101.60 3% do. ... 90.10 37,% Konsols .... 101.60 3% do......90.10 372% Hessen .... 100.— 37i% Oberhessen . . . 99.20 4% Oesterr. Goldrente . . 101.60 47s % Oesterr. Silberrente 100.45 4% Ungar. Goldrente , . 99.50 4°/j Italien. Rente . . . 102.90 41/, % Portugiesen ... 50.80 5°/o Portugiesen. .... 30.90 1% C. Türken .... 36.20 Türkenlose ...... 133.40 4% Griech. Monopol.-AnL 43.50 47,96 äussere Argentiner 41.70 8% Mexikaner .... 27.20 4%% Chinesen .... 91.80 Electric. Schuckert . . . 96.60 Nordd. Lloyd . . . . 102.10 Kreditaktien ..... 202.50 Diakonto-Kommandit. . . 187.60 Darmstädter Bank . . . 136.90 Dresdener Bank . . . . 148.00 Berliner Handelsges. . . 154.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 139.50 Lombarden . . . , . 16.30 Gotthardbahn.....191.70 Laurahütte ...... 226.50 Bochum ....... 18L40 Harpener......185.80 Tendenz: fest. — Bou wirtlich sozialer Bedeutung sind Ai a g g i's bewährte Produkte. Denn sie ermögllchen es, die Kosten der Ernährung ganz erheblich zu verringern. Die moderne Wissenschaft und Technik haben in dieser Beziehung viel geleistet, aber Aiaggis Produkte dürfen eine der allerersten Stellen bearsipruchen. Sie vereinigen mit ausgezeichneter Qualität alle Vorzüge praktischer und bequemer Verwendbarkeit, der Ausgiebigkeit und Billigkeit. I . Tnanngiscnea StaatskonunlaBar. ■■ ■ = e- bq Elektro- u. Masohinen- TecIhmSram Jsmenau -Techniker ______________________ und -Werkmeister. — Bekanntmachung. Betr.: Die Bildung der Schöffengerichte und Schwurgerichte. Die Urlrste für die Schöffen und Geschworenen liegt eine Woche lang und zwar von Freitag den 2. bis einschließlich Freitag den 9. Oktober d. Js. auf dein Bürgermeisteret-Bureau — Zimmer Nr. 15 — zu Jedernianns Einsicht offen. Innerhalb jener Offenlegungsfrist kann gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Urliste' schriftlich oder zu Protokoll des Bürgermeisters Einsprache erhoben werden. Gießen, den 30. September 1903. 7386 Groß herzogliche Bürgermeisterei Gießen. ____________ Mecum._______________ Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Rohrverlegungen auf dem Kreuz- Platz muß am Freitag den 2. Oktober d. I. das Wasser auf dem Kreuzplatz, sowie in folgenden Straßen: Mäusburg bis zur Schulstraße, Wettergasse, Neuenweg, Weidengasse, Seltcrsweg zwischen Kreuzplatz und Volksbadweg, Plockstraße, Johannesstraße, Löwengasse, Katharinengaffe, Teuselslust- .gärtchen und Kaplansgasse von 7 Uhr morgens bis gegen 2 Uhr nachmittags abgestellt werden. Wir empfehlen den Anwohnern genannter Straßen, sich vorher für diese Zeit mit Wässer zu versehen. Gießen, den 30. September 1903. 7366 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergern 7363 aus Chevieaux- und Kalbleder etc. werden neuerdings hauptsächlich mit Galopcreme Pilo gewichst, denn dasselbe giebt am schnellsten wunderbaren Glanz. * Bessere Schuhe ♦ Vergebung von Kauarlmlen. Die für den Rohbau eines neuen Schulharrses, Herstellen von Einfriedigungen und Hofanlagen in Annerod erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Dienstag den 13. Oktober l. I., nachmittags 3 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Annerod, woselbst Pläne, Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, portofrei einzureichen. Die Arbeiten und Lieferungen sind. wie folgt veranschlagt: Erd- und Maurer- JL arbeiten 14735.96 Steinmetzarbeiten ' 5038.50 Zimmerarbeiten 4661.30 Dachdeckerarbeiten 2611.52 Spenglerarbeiten 443.65 Schlosserarbeiten 948.80 Schreinerarbeiten 725.04 Weißbinderarbeiten 126.40 Chaussierungsarbeiten 375.— Pflasterarbeiteü 720.— Eisenlieferung 1669.61 Kieslieferung 70.— Gießen, 29. Septbr. 1903. Der Großh. Kreisbauinspektor Dieh m, Baurat. 7378 Aus der Gemeinde-Sandgrube Ursulum kann bis auf werteres für Auswärtige kein Sand abgegeben werden. Wieseck, 1. Oktober 1903. Großh. Bürgermeisterei. Sommerlad. 7377 (Siebener Omnibus-Gesellschaft E. G. m. b. H. 300 Ctr. Hafer werden cmge-- kaust, lieferbar im Oktober, November, Dezember je 100 Ctr. Interessenten werden gebeten, ihre Offerten bis zum Montag den 5. Oktober auf dem Depot, Di ar- burgerstr. 66, abzugeben. [7384 Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: NudSeisch 50 Pfg. Hviebelkuchen jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 9 Uhr ab. (5339 FHedr». VesZS _______Hofbäüer._______ Neues Sauerkraut Neue Gylken enlpfiehlt 5995 J. Hankei, Sd,(Tafic Prima Haasbrand-Kohlen von den besten Zechen per Eentner L23 Mk., bei Abnahme v. über 30 Etr. 1.20 Mk. Adhracit-Kohien per Eentner 1.70 Mk. Bei Abnahme von über 30 Ctr. per Etr. 1.60 All. Rhein. Briketts per Ctr. 1.— Mk. Tanneu-Brenn Holz per Ctr. 1.30 Mk. Anthracit - Eier - Briketts per Ctr. 1.50 Mk. 6725 BacbenheiiwtfcWiaiimberger Für Bäcker sind wir in der Lage Hmgem Bnletts zu ermäßigten Preisen bei Waggonbezügen billigst abzugeben. 6726 BchenhcmcrEÄMbeM Kohlen, Briketts Cemeot Farben, Lacke etc. Futterariikei Kirnst! Düngemittel empfiehlt 6962 Balth. 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