Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Mittwoch 1. Juli 1903 Nr. 151 Grfd)ftnt tSgltch außer Sonntag-. Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamillen» blätter viermal tn der Woche beigelegt. /totattonßbruct n. Verlag bei Brühl 'schen Untvett.-Buch- u. Stein» btudcrei tPietsch Erden) Otedattton. ikspedUw« und Druckeretr Schulstratze 7. Adresse für Deveschenr Anzeiger Vietze«. ^mi1pred)antd)lu69h.6L den poltt »md allgem. retli U Wiitko. tüt »Stadt und tianb* und »(SenchtSsaafAugust Götz: für den An» zeigenteU: Han« Beck. Giehener Anzeiger ■ General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen verugHprei-, monatlich 7b Pt^ viertel» Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Vf.; durch die Post Pik. 2.— vienel» jähri. auSschl. BeNellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer brS vormttlagS 10 Uhr. Zetlenprei«: total 12 außnxlctfl 20 Pfg. MommernöanK und Kressrkluö. Aus Berlin, 30. Juni, wird uns geschrieben: Der endlose Pommernbank-Prozeß hatte die Oeffent- lichleit, abgesehen von den durch den Krach dieser Bank in Mitleidenschaft Gezogenen, nur im mäßigen Grade beschäs» trgt. Durch einen Zwischenfall, Pommernbank-Berliner Presseklub, sind mit einem Male diese VerhandlungenGegen- stand des allgemeinen Interesses geworden. Lin „unver- zinsliches und unkündbares Darlehn" von 25 000 Mk., das sich der Presseklub von den Direktoren der Pommernbank hatte geben lassen, ist einem Geschenk ähnlich wie ein Ei dem andern. Abgelehnt wurde von den Empfängern der Summe die Bezeichnung „Geschenk" und dasür die Form des Darlehns gewählt. Daß es sich um ein Leihgeschäst handelt, geht schon daraus hervor, daß nicht Zinsen berechnet und entrichtet worden sind. „Nicht um der schönen Augen willen", so sagte einer der Angeklagten, ist die Hergabe des Geldes erfolgt. Man hat offenbar stillschweigend Gegendienste erwartet, mindestens in einer gewissen Duldung der Pom- mernbank gegenüber, mit deren Ruf in der Finanzwelt es schon seit Jahren nicht gut bestellt war. Nun ist aber keineswegs der Berliner Presseklub eine Vereinigung ausschließlich von Journalisten und Schriftstellern, sltach der „Kreuzztg." gehören dem Klub Großkausleute und Bankiers, Parlamentarier, hohe Staatsbeamte an und andere Männer, denen an einem „guten persönlichen Verhältnisse zur Presse" etwas liegt. Das „Stert Dagebl" meint, es wäre Sache des damaligen Kassenwarts des Klubs gewesen, die geschäftsunkundigen Herren Sudermann und Dr. Fulda über die Persönlichkeit des Gebers aufzuklären. Der Angeklagte Ramick erläuterte die Absicht der Ge- Keit dahin, daß die Anbahnung einer persönlichen ntschast mit den Herren des Kesseklubs „doch natürlich erwünscht sein mußte." Nun sollte sich möglichst bald die andere Seite zum Wort melden, und 'das ist der Presseklub. Es wäre das Einfachste gewesen, Ludwig Fulda hätte als Zeuge dargelegt, . wie der Klub dazu gekommen ist, mit der Pom- mernbainL. in Verbindung zu treten. Eine Bank ist keine Privc-tpevson. Daß eine Privatperson, im Besitz von reichen Mit Mn, ^als Mäcen auftritt, ist nicht ungewöhnlich und niettiand etwas an. WekÄ- Tatsachen aber, oder welche Erwägungen konnten zu der Annahme berechtigen, däß die Direktoren einer Bank, nur um einem edelmütigen Drange zu, genügen, ein solches Kapital zur Verfügung stellen, obendrein einer Vereinigung, zu deren Mitgliedern recht potente Leute zählen? Wie gesagt, dieser Punkt bleibt aufzuhellen, und je eher und je vollständiger dies geschieht, umso besser. Die Prozeßverhandlung hat noch weitere unerfreuliche Enthüllungen gebracht: in dem Buch für sekrete Ausgaben sind größere Posten aufgeführt, von 1000 bis 3000 Mark, an Personen, die durch Buchstaben bezeichnet sind. Der Angeklagte Schultz lehnte hierüber jede Auskunft ab. Die betreffenden Empfänger seien für Arbeiten, die sie für die Bank angesertigt, honoriert worden. Vom Richtertisch aus war ein Name genannt worden in Verbindung mit der Bemerkung, verschiedene Lausendmarkscheine seien nachweislich einzelnen Vertretern der Presse von Zeit zu Zell durch die Angeklagten zugeflossen. Die „National Zig." fchreibt, die gesamte Presse dürfe die Aufforderung erheben, in öffentlicher Sitzung alle die einzelnen Vertreter der Presse" namhaft zu machen, die llgendwelche Beträge von dem Angeklagten Romeick ober sonst von der Pommernbank erhalten haben sollen. Es scheint, nach der „Kreuzztg.", daß der „Verein Berliner Presse" in diesem Sinne berüts vorstellig aeworden ist, um näheren Ausschluß zu erhalten. Bei der Weigerung der Angeklagten, Namen zu nennen, wird aber wohl wenig Authentisches festzustellen sein. Politische Tagesschau. DaS ÄeichStagswahlrecht des Kaisers. Wiederholt ist ux oen letzten Wochen die Frage aufgeworfen woroen, ob der deutsche Kaiser — rein theoretisch betrachtet — zum deutschen Reichstag wählen könne: da jeder Deutsche, der das 25. Lebensjahr vollendet habe, wahlberechtigt sei, so stände auch der Wahlberechtigung des Kaisers kein Bedenken entgegen. Es seien einige kurze Rechtsausführungen über die aufgeworfene Frage hier gestattet. Auf Grund des Artikels 20 der Verfassung des deutschen Reiches vom 16. April 1871 werden die Wahlen zum deutschen Reichstag noch heute nach dem Wahlgesetz für den Reichstag des norddeutschen Bundes vom 31. Mai 1869 vollzogen. Hiernach ist jeber Deutsche, der das 25. Lebensjahr zurückgelegt hat, aktiv wahlberechtigt. Von dieser Berechtigung ist eine Reihe von Bürgern ausgeschlossen, die aus irgend welchen, in ihrer Person begründeten Verhältnissen in ihren Rechten beschrankt sind-: zum Beispiel Bevormundete; Personen, die sich im Konkurse befinden, die Armenunterstützung beziehen, die nicht im Besitz der staatsbürgerlichen Ehrenrechte sind. Ist nun jeder Deutsche, bei welchem nicht eine der vorgenannten Beschränkungen Platz greift, wahlberechtigt, so müßte es — als erster Deutscher — auch der deutsche Kaiser sein. Gleichwohl ist der Kaiser nach unserem Dafürhalten nicht zur Ausübung des Wahlrechts befugt; § 2 des Wahlgesetzes schreibt nämlich vor: „FürP erfoncn des Soldaten st andes, des Heeres und der Marine ruht die Berechtigung zum Wählen so lange, als dieselben sich bei der Fahne befinden", und § 49 des Reichsmilitär- gesetzeS vom L Mai 1874 bestimmt: „Für die zum aktiven Heere gehöriger Militär Personen, mit Ausnahme -?er M illläröramter:, - ru uk Berechtigung' zum Wär-len sowohl in Betreff der Reichsvertretung wie in Betreff der einzelnen Landesvertretungen." Aus Grund dieser Bestimmungen ruht unseres Erachtens das Wahlrechtdes Kaisers; denn der Kaiser muß als Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und der gesamten Landmacht des Reiches als eine zum aktiven Heere gehörige Militärperson angesehen werden. Die Auffassung, oer Kaiser gehöre nicht zum aktiven Heere, sondern stehe als Oberbefehlshaber über demselben, erscheint gekünstelt; er gehört vielmehr als vnmus inter pares zum aktiven Heer; daher ruht das Wahlrecht des Kaisers, er kann es nicht auSüben. Ebenso steht es mit dem Wahlrecht des Kronprinzen, oa er ja in der Regel auch dem aktiven Heere angehört. Daß der Kaiser passiv nicht wahlfähig ist, das heißt nicht zum Mitglied des Reichstags gewählt werden kann, ergiebt sich indirekt aus verschiedenen Bestinimungen der Reichsversassung, so zum Beispiel aus Artikel 24, wonach der Reichstag nicht ohne Zustimmung des Kaisers aufgelöst werden kann; es erscheint über begrifflich ausgeschlossen, daß ein Mitglied des Reichstages über dessen Auflistung zu bestimmen hat. Dagegen ist die Wählbarkeit des Kronprinzen zum deutschen Reichstag in keiner Weise beschränkt, da nur das aktive und nicht daS passive Wahlrecht der Militärpersonen ruht. Der neue Reichstag und die Kolonien. Aus Kolonialkreisen wird uns geschrieben: Die Hoffnung, welche von Kolonialfreunden auf die Neuwahlen zum Reichstag gesetzt wurden, sind im großen und ganzen unerfüllt geblieben. Daß die strammen Agrarier aus der Volksvertretung hinausgewählt sind, wird fteilich in kolonialen Kreisen mit Genugtuung empfunden. Denn diese Politiker stehen allem Ueöerseeifcben mit größter Kühle gegenüber. Im übrigen aber hänat das Wohl und Wehe der nächsten kolonialen Zukunft wiederum vom Zentrum ab, und hier wieder vom Abg. Müller- Fulda, dessen Stellungnahme %u kolonialen Forderungen für den überwiegenden Teil des Zentrums maßgebend/ ist, während der kolonialfreundliche Zentrumsmann Prinz Arenberg nur eine geringe Gefolgschaft unter seinen politischen Freunden hat. Er „markiert" sozusagen das Interesse des Zentrums am kolonialen Gedanken. In der neuen Legislaturperiode wird der einflußreiche Herr Mill- ler-Fulda für die Kolonien wohl nur dann mehr übrig haben, wenn die Reichsfinanzen sich bessern. Andernfalls werden auch die nächsten fünf Jahre die Segel der Kolo- nialpolitik nicht schwellen. Aus Stadt und Land. Gießen, 1. Juli 1908. L. ü. Promotionen. Im Monat Juni 1908 wurden an der Landesuniversität promoviert: Zum Dr. med. Kurt Laubenheimer, approb. Arzt aus Höchst a. M., Alfred Hellmann, approb. Arzt aus Siegen; 311m Dr. phiL Richard Heuerling, cand. chem. aus Wimpfen; Hermann T Hümmel, cand. rer. nat. aus Barmen. Zum bOjähr. Doktorjubiläum wurde erneuert das Diplom als Doktor der Medizin dem Medizinalrat Dr. Rouge in Hungen. L. U. Der ordentliche Professor in der juristischen Fakultät der Landes-Universität Dr. Karl Heimburger hat die von ihm aus Gesundheitsrücksichten erbetene Entlassung auS de» hessischen Staatsdienste aniu Anerkennung seiner ersprießlichen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. erhalten. *• Humoristische Vorträge. Das beliebte Künstler^ paar „Eickermann". welches heute abend imStahttheater- saal hier austritt, bereiste in letzter Zell Ostpreußen, wo eS in Königsberg, Stettin und Danzig an vielen Abenden mit größtem Erfolg austrat. Jetzt kommen die Künstler aus Siegen, wo sie aus die Dauer eines Monats sich aufhielle» und viel Beifall errangen. Aus allen diesen uns vorliegenden Nachweisen und Zeugnissen geht hervor, daß unS heute kein gewöhnlicher Abend bevorsteht. 8. Heilstättenverein für das Großherzogtum Hessen. Am 29. Ium wurde das für die Heilstätte für weibliche Lungenkranke benötigte Gelände in der Gemarkung Winterkasten von dem Vereinsvorstand angekauft. Die Bauprojekte und Baupläne sind fertig gestellt, und e5 wird sich in Kürze entscheiden, welches Projekt zur Ausführung kommen soll. Der Bau soll sobald als möglich in Angriff genommen und so gefördert werden, daß die Heilstätte im Jahre 1904 schon eröffnet werden kann. Die Heilstätte wird zunächst für Enthüllung des Darmstädter Koethe-Aenllmaks. R.B. Darmstabt,30. Juni. Zur feierlichen Enthüllung des auf Veranlassung des Darmstädter Journalisten- und Schriftstellervereins errichteten Goethe-Denkmals im Herrengarren hatw sich heute nachmittag dort ein sehr zahlreiches, illustres Publikum eingestellt. Wir bemerkten neben Se. Kgl. Ho hell dem Gr oßh erzog und den Gräflich Erbach-Schönbergschen Herrschaften Staatsminister Rothe, Justizminister Dittmar und Finanzmini,ier Gnauth, den Divisionskommandeur Generalleutnant Frhr. v. Gall, den Stadtkommandanten Generalmajor v. Lynker, Oberbürgermeister Morneweg, den Rektor der Technischen Hochschule u. v. a. Auch die Angehörigen der Famllie Merck, Nachkommen des bekannten Goethefreundes Johann Heinriche Merck, der Vorsitzende des Freien dentsch>en Hochstifts, Dr. Heyer re. wohnten der erhebenden Feier bei Dieselbe begann beim Erscheinen des Großherzvgs mit einer Be- grußungsfanfare, worauf eine von Prof. Arnold Mendelssohn komponierte F e st k a n t a t e nach den Worten Goeches: „Einmal nur in unferm Leben, Was auch sonst begegnen mag, Ist das höchste Glück gegeben, Einmal feiert solchen Tag!" re. Die vom Akademischen Gesangverein an der Technischen Hochschule unter Leitung des Privatdozenten Dr. Nagel vorgetragene Komposition schließt jich eng den philosophisch poetischen Worten des Dichters an und erhöhte die feierliche Stimmung. Der Vorsitzende des Denk- malsausschu^ses. Oberstleutnant a. D. Gad, begrüßte daraus die Versammlung mit einer längeren Ansprache, in dec er auf die bei der 150jährigen Jubelfeier Goethes im Jahre 1,899 entstandene Idee hinwies, auch in der Goethestadt Darmstadt ein Denknial für den Geistesheros zu errichten. Der Darmstädter Journalisten- und Sck)riftsteller- verein nahm diese Jdee^nit Begeisterung auf und sand den eijrigsten Förderer in Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog, ferner in oer Stadtverwaltung, in Publikum und Presse. Nach herzlichem Dank an alle, die an dem Gelingen des schönen Werkes mitgeholfen, bat Redner den Großherzog, den Befehl zum Fallen der Denkmalshülle zu geben und doS Denkmal in seine Obhut yu nehmen. Als die Denkmalshülle gefallen war, trat Prof. Dr. Otto Harnack vor und rief: „Offenbare Dich uns, Genins der Poesie, der Du hier emst m glücklichen Jugendjahren des unvergleichlichen Sängers waltetest. Erfülle uns mll einem Hauch oes Geistes, der hier im Freundeskreise belebend, begeisternd, entzückend und schafsensgewalttg seine Flügel entfaltete! Wir feiern Dick in dem erhebenden Bewußtsein, daß Du nicht erstorben bist, daß Du in Deinem Volke, in der Dich ehrenden Menschheit lebst und wirkest, und auch im Entstehen dieses Werkes uns hast erkennen lassen, daß Du noch der unsere bist!" Der Redner warf dann einen Blick auf die jugendlich aufstrebende Zeit, da unter der Aegide der großen Landgrüsin Carolina, die wenige Schrille von dem Gorthedenkmal entfernt ihre letzte Ruhestätte fand, sich ein reiches, Poesie- und geistersülltes Leben hier entfaltete, da in dem glänzenden Sturm- und Stegesgang der deutschen Literatur unsere Stadt, eng verbunden mit der Geburtsstadt des großen Dichters, frisch und freudig mit voranschritt. Wir erblicken am Sockel des Denkmals links das Antlitz Johann Heinrich Mercks, rechts das Bild der als „Psyche" besungenen Freundin Karoline F l a chs l a n d und in der Mitte den Dichter selber, das jugendliche Antlitz mit dem Augenpaar Zaubernde Augen voll Göllerblicken, gleich müchiia zu schrecken und zu entzücken", ihn, den damaligen LieMng, den Herrscher und den Abgott seiner Freunde. Der Redner gab nun noch eine kurze Würdigung der unsterblichen, unerschöpflichen Schöpfungen des Dichters und schloß .mit dem Wunsche, ba& er immer unter uns heimisch und vertraut bleiben, daß der Hauch seines Geistes immer durch unsere Bäume, über unsere Fluren wehen möge! Das neue Denkmal stellt, wie hier noch kurz bemerkt sei, einen jungen, sinnenden Genius dar, der, in Broitze gegossen, auf hohem Marmorsockel sich erhebt, umgeben von den leichten, lichten Formen eines griechischen Säulenbaus. Das Ganze erscheint nicht in fremder Vereinsamung, sondern wie natürlich ernmchsen ans seiner Umgebung, hineingepslanzt in die 9tatur — wie sich der Festredner ausdruckte — mit der er so innig vertraut war, in deren Busen er wie in den eines Freundes zu schauen liebte und in welcher der Ursprung seiner Kunst lag, so sehr sie sich auch über die Natur erhob. — Wahrend der allgemeinen Besichtigung des Denkmals sprach der Großherzog den beiden Künstlern, Prof. Habich und Baumeister Zeller größte Anerkennung über das ideal schöne Kunstwerk aus. Die ganze Feier vollzog sich in würdigster Weise und bei schönstem Sonnenschein, nachdem kurz zuvor ein Gewitter niedergegangen war. HessischeBauten einst und jetzt. Man schreibt uns: In der deutschen Geschichte des Mittelalters und der vormittelalterlichen Zell nehmen unsere hessischen Lande einen hervorragenden Rang ein. In Hessen spielt die Nibelungensage, der Dom zu Worms erinnert an den Streit der Königinnen, dort residierten die ftänkischen und hohenstausischen Kaiser, deren Psalze sich durch Großräumigkeit und Schönheit auszeichneten. Zwar sind viele dieser stolzen Burgen im Laufe der Jahrhunderte zerstört tvorden, namentlich durch die französischen Einfälle Ludwigs XIV., aber auch in den Ruinen lassen sie ihre ehemalige Schönheit erkennen. Daß dies der Fall ist, ist ausschließlich dem Umstand zuzuschreiben, daß das Material, aus denen diese Bauten errichtet worden sind, echt war und nicht aus Stoffen bestand, die ein anderes Baumaterial Vortäuschen. Die Kaiserpfalz zu Gelnhausen, die Dome zu Worms und vor allen Dingen in dem goldenen Mainz, zeugen noch heute von der einstigen Pracht. Es wäre dies aber nicht möglich, wenn die Äu- meister der fränkischen und hohenstaufischen Zeit statt echten Bausteins Putzmörtel zur Herstellung der architek- tonischeii Gliederungen genommen hätten. Die glänzende bau geschichtliche Vergangenheit, die gerade jener gesegnete Landstrich aufweift, sollte doch Grund für die heutigen Architekten sein, auch die neuen Bauten aus unvergänglichem Material auszuführen. Unsere neue Sen, die Baumeister Ernst Ludlvigs verstehen es wohl, Bauten auszuführen, die sich dem würdig an die Seite [teilen, wann ter den berühmtesten deutschen Kaisern geschaffen wor- 60 Bitten eingerichtet. ES wird Vorsorge getroffen, das; eine 'twa erforderlich werdende (Srrocitcnmg ohne grobe Betriebs- ’törung vorgenoinmen werden kann. Der für Frauen bc* Stimmten Heilstätte soll sich eine Kinderstation anschliesien. **R es orm kleid ung der M u n n e r. Man schreibt un8: Nachdem in diesen Blättern die RefonnkleidungS- frage der Männer angeschnitten ist und dabei allerlei Vorschläge gemacht worden sind, macht Einsender dieses den Vorschlag, zu der in den 20 er und ersten 30 er Jahren des vorigen Jahrhunderts üblichen Weise des Kittels -nrückzukehreu. Diese „Reform" würde alles in sich begreifen, was man fid) nur wünschen möchte an Einfachheit und Zweckmäßigkeit. Wohl geborgen unter dieser einfachen Hülle von Leinenzeug (weiß oder grün) kann man sich's darunter ohne viel Umstände so bequem als möglich machen. Und bttAU noch weiß leinene Pumphosen mit einem Gurt und — die Sache ist fertig von oben bis unten; und dazu noch obendrein, wie großartig billig wäre solche Somme r resormbekleiduug, denn für den Winter dürfte sie sich wohl weniger empfehlen. Bemerkt sei noch, daß der Kittel mit einem Gürtel um die Taille zu versehen ist, der hinten angeheftet sei. — Zu einiger, noch besseren Rekommandation der nun wieder neumodischen Kittelsache sei noch hinzugefügt, daß der seinerzeit allbekannte edle und originelle Oberpräsident von Westfalen, Freiherr v. Vincke, stets einen — Kittel trug und wenn er einem ein rechtes, echtes Geschenk machen wollte, dann verehrte er ihm einen — Kittel! — Bezüglich dieses prächtigen, hoch, gestellten und hochverehrten hochfreiherrlichen Kittelträgers bemerken wir noch dieses: Ter König Friedrich Wilhelm UL von Preußen kam einst, als der um Deutschland so ver- diente herrliche Freiherr vom Stein Oberpräsident von Westfalen war, nach dieser Provinz. Gelegentlich stellte der Oberpräsideitt Sr. Majestät auch den neuernannten jungen Landrat v. Vincke vor. Ueberrascht von der kleinen, jugendlichen Gestalt des Vorgestellten, sagte der König; „Macht man hier Kircher zu Landräten-!" „Klein von Gestalt, aber — groß an Gei st, Majestät", erwcherte der oberpräsidentliche Vorsteller. s. Üaubach, L Juli. S. K. H. der Großherzog wird am 11. Juli zum Besuche des Grafen Solms hier eintreffen. Tie Stadt beabsichtigt, dem Landesfürsten einen fest- lichen Empfang zu bereiten. Sonntag, den 12. Juli gedenken die höchsten Herrschaften nach dem eine halbe Stunde entfernten Wetterfeld zu fahren, um dort den unter Leitung des Lehrers Jakob aufgeführten Lut her festspie len beizuwohnen. —k— Mainz, 30. Juni. Nach langen Verhandlungen und mehrfachen Anregungen in der Ständekammer in Darmstadt ist bezüglich der Niederlegung der in Kastel freiwerdenden Festungswerke jefrt endlich zwischen dem Militärfiskus und der Gemeinde Kastel ein Vertrag zu stände gekommen, der als erster Schritt zur Entfestig- ung vonKastel anzusehen ist. Nach der unterschriebenen Vereinbarung läßt die Gemeinde Kastel die Feftungsgräben zuwerfen, dre Wälle beseitigen und das ganze Feslungs- rerrain planieren auf Kosten und Rechnung des Militar- jiskus. Wenn diese Arbeiten, mit welchen am ersten Oktober nachsthin begonnen wird, geschehen sind, werden Normen über die Höhe des Preises des freiwerbenden Baugeländes festgestellt, dre auf den gemeinsamen Taxationen des Militärfiskus und der Kasteler Gemeindevertretung bemessen werden sollen. Die Kosten für Planierungs- und Zuschuttungsarbeiten ersetzt die Militärbehörde der Gemeinde Kastel nach Ausführung der Arbeiten in bar. — In Sachen der Fäkalieneinleitung in den Rhein ist das Gutachten des Reichsgesundheitsamts in Berlin jetzt bei der hessischen Regierung in Darmstadt. Dasselbe soll sehr zu Gunsten der Einleitung in den Rhein sprechen, so daß die städtische Verwaltung hier bald mit der wichtigen Frage sich befassen muß, ob für die Folge die Einleitung der städtischen Kanäle in den Rhein slattftnden soll. — In der Zeit vom 6. bis 9. September hält der deutsche Gewerbeverein und der hessische Gewerbeverein hier in Mainz seine ordentliche Generalversammlung ab, womit eine Ausstellung von Schülerarbeiten verbunden sein wird. ck. Mainz, 30. Juni. Die Einweihung der evangelischen Chriftuskirche findet Donnerstag, de n 7. Juli statt. Die neue Kirche ist ein Monumentalbau, der sich den altehrwürdigen katholischen Gotteshäusern würdig zur Sette stellen kann. Tas Mainzer Stadtbild ist durch den mächtigen Bau völlig verändert und verschönert worden. Wie wir bestimmt vernehmen, beabsichtigt der Großherzog, an den Einweihungsfeierlichkeiten tettzunehmen. den ist. Aber dasselbe sollte man auch für solche Bauten erwarten, die für reichsfiskalische Zwecke errichtet werden, also für Postbauten, Kasernen und ähnliches. Doch ist dies leider nicht der Fall. In Wiesbaden wird ein Postgebäude, in Mainz eine Infanterie-Kaserne errichtet, denen durchweg mit Hilfe von Kalkputz das architektonische Gepräge erteilt werden wird. Daß solche Beispiele, welche die Bauverwaltung des Reiches giebt, Private nicht ermuntern können, chre Bauten aus echtem Material zu errichten, ist einleuchtend. Bauten, die ihrer Bestimmung gemäß auch erzieherisch auf diejenigen einwirken sollen, die genötigt sind, sie zu besuchen, sollten in allererster Linie in echtem Material zur Ausführung gelangen, so also die Gerichtsgebäude und vor allen Dingen die Schuten; aber dre Gerichtsgebäude, welche augenblicklich in unserem Großherzogtum geplant sind, nämlich die zu Wöllslein, Dieburg und Darmstadt sind, wie unser Gewährsmann schreibt, als Putzbauten geplant. Viel bedauerlicher ist es, daß ein neues Schulhaus, dessen Bau in Mainz geplant ist, ebenfalls in Putz zur Ausführung kommen soll. Soll dies vielleicht die Schüler dazu erziehen, sich selbst und andere zu belügen? Der Außenwelt will man doch vortäuschen, daß das Schulhaus aus mächtigen .Hausteinquadern gebaut ist, während nur ein dünnes Mörtelhäutchen, durch dessen baldigen Abfall das nackte Mauerwerk zum Vorschein kommen wird, die Architektur vorgaukelt. Ganz unverständlich ist es uns, daß selbst Kirchenverwaltungen Kirchenneubauten nicht rn echtem Material, sondern in Kalkputz ausführen lassen, wie dies augenblicklich bei der katholischen Kirche in Groß-Zimmern der Fall ist, deren Äeußeres aus Kalkputz hergestellt wird. Ta der Mörtelputz nach einer ziemlich kurzen Zeit wieder erneuert werden muß, wenn das mit solchem „geschmückte" Haus nicht als Ruine wirken soll, so werden die Unterhaltungskosten erheblich, und dies allein schon sollte cm u/runo sein, an stelle falschen Mörtelputzes echtes Baumaterial anzuwenden. Bretzenheim, 29. Juni. Ein Gesangverein von hier unternahm gestern einen Ausflug nach dem Arenberge und sollte mit dem Dampfer abends zurückkehren. Der Dampfer fuhr bei Bingen auf Sand auf und konnte nicht wieder flott gemacht werden. Der ganze Verein mußte in Bingen übernachten, da die Bahnzüge alle abgegangen waren. Hier herrschte nachts große Aufregung. (M. I.) sc. Frankfurt a. M., 30. Juni. Die im Walde erdrosselt Aufgefundene gehörte nach den angestellten Ermittelungen den Kreisen der öffentlichen Dirnen an. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht festgestellt. sc. H ö ch st a. M., 30. Juni. Gegen die Wahl des Landrichters J t schert (Ztr.) wird von sozialdemokratischer Seite P rote st erhoben. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Gemeinde Watzenborn-Steinberg beginnt demnächst mit dem Bau eines vierklassigen Schulhausneubaues. Die Rohbauarbeiten sind zu 23 000 Mk. veranschlagt und sollen bis zum Spätherbst vollendet sein. — In Wiese ck findet am 19. und 20. Juli das Bezirksfest des Kriegerbezirks Gießen statt, womit der dortige Kriegerverein sein 30. Stiftungsfest verbindet. — In Frankfurt erschoß sich der 2bjähr. Techniker Ewald Munscheid aus Braunschweig aus unbekannter Ursache. Ein hinterlassener Brief wurde von der Polizei beschlagnahmt. — In Oberrad findet eine Blumen-, Obst- und Gemüse- Ausstellung der Gärtnervereinigung vom 3. bis 6. Oktober, in Homburg v. d. H. eine Obstausstellung vom 5. bis 10. Oktober — z. Z. der Hauptversammlung des Naffauischen Obst- und Gartenbauvereins statt. — Der ordnungsparteiliche Wahlausschuß (Th. Böhm) in Offenbach erläßt in fetter Druckschrift folgendes Inserat: ,Hundert Mark Belohnung. Wer über den Burschen, der Donnerstag abend vor dem Schützenhof Herrn Dr. Becker mit einem Schlaginstrument tätlich angriff, solche Angaben macht, daß der Berüber der Tat gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden kann, erhält obige Belohnung. Vermischtes. • Berlin, 30. Juni. Im Grünewald sand heute zwischen einem Schriftsteller und einem Studenten der Chemie ein Zweikampf auf Säbel statt, wobei der erstere zwei leichte Stiche in die linke Seite und zwei Hiebe über die linke Wange, letzterer zwei Hiebe über die Stirn und linke Wange davontrug. Als Grund des Zweikampfes wird ein Mißverständnis angegeben. * Schmalkalden, 30. Juni. Das gestern abend in Floh ausgebrochene Feuer hat nachts noch weiter um sich gegriffen. Insgesamt sind 41 Häuser mit Nebengebäuden abgebrannt Im Lause des Vormittags ist es gelungen, das Feuer zu löschen. ♦ Stockholm, 30. yunt Den „Stockholms Tid- ninaen" zufolge ist in Wiborg in Finland der schwedische Feldjägerleutnant Lindgren wegen Betrügereien im Umfange von einer halben Million Mark festgenommen worden. Als Mitschuldiger sei der Direktor der dortigen Aktiengesellschaft Hardesvog t verhaftet worden. ♦ Paris, 30. Jun?. Das Musikkorps des 89. Infanterie-Regiments in Neuilly ft reift. Der Oberst batte das Korps für einen besonderen Dienst abkommandiert Dasselbe weigerte sich jedoch, dem Befehl nachzukommen und verließ für einen ganzen Tag die Kaserne. Die Mitglieder des Korps wurden deswegen zu 30 Tagen Stuben-Arrest verurteilt Das Musikkorps hatte sich beim Kriegsminister über zu st r e n g e n Dienst beklagt Die Antwort des Ministers steht noch aus. • Paris, 30. Juni. Bei der Kirmes in St Denis wurden gestern die Pferde einer Equipage scheu und gingen durch. Zehn Personen wurden überrannt, welche meist schwere Verletzungen davontrugen. * Agram, 30. Juni. Nach hier eingetroffenen Meldungen ist es bei Sopremitz zwischen Bauern und Militär zu einem blutigen Zusammenstoß gekommen, wobei fünf Bauern getötet und zahlreiche verwundet wurden. Eine große Anzahl Verhaftungen wurden vorgenommen. * New-P ort, 30.Juni. Durch schlagende Wetter sind in Hanna im Staate Wyoming fast 200 Bergleute getötet worden. / • Brände. Das Dorf Prutz im oberen Jnntale wurde durch Feuer eingeäschert Von 82 Häusern sind nur zwei übrig geblieben. — In Herstal (Belgien) zerstörte eine Feuersbrunst ein Warenhaus. Der Schaden betragt 50 000 Fr. Der Besitzer ist nicht versichert * Furcht vor dem Abiturientenexamen war der Grund zu dem Selbstmord des Oberprimaners S. in Berlin. Nachdem der junge Mann mit den Eltern und Geschwistern zusammen das Mittagessen zu sich genommen hatte, stand er plötzlich auf und begab sich in sein Zimmer. Gleich darauf siel ein Schuß. S. hatte sich eine Revolverkugel in das Herz gejagt. Auf einem Zettel, der aus einem Tisch gefunden wurde, teilte der Unglückliche mit, daß er mit oer Prüfung nicht durchkommen würde, und deswegen aus dem Leben scheide. Die Leiche verblieb in der Wohnung, weil die Schuld eines anderen ' ausgeschlossen ist. * Rechtsanwältin und Schiffsärztin. Dieser Tage hat sich der erste weibliche Rechtsanwalt Pommerns in Falkenberg niedergelassen und dort seine Praxis eröffnet. Es ist ein Fräulein Dr. jur. Johanna Ditt- rich, — Wie aus Marseille berichtet wird, wurde eine junge Aerztin, Mlle. Sarah Broido, als Schiffsarzt auf einem Dampfer angestellt, ber zwischen Marseille und Algier fährt. Es ist das erste Mal, daß eine Frau diesen Beruf ausübt. Außerdem haben sich, wie die „Voss. Ztg." mitteilt, noch zwei andere Damen um einen Posten auf Dampfern beworben. * Die teuer st en Zigarren der Welt sind, wie Newyorker Blätter erzählen, 1500 Stück Havanna-Zigarren, die jüngst das Zollhaus Newports passierten. Sie kosten 18 Mark das Stück. Der für die kostbaren Glimmstengel verwendete Tabak ist im Vuelta-Abajo-Distrikte in Kuba gewachsen und stammt von seit Jahren mit großer «Sorg* falt gezogenen Pflanzen. Selbstverständlich werden für diese Zigarren nur vollständig fehlerfreie Blätter der besten Qualität verwendet, und die Zigarren werden von erfahrenen Arbeitern hergestellt, die nicht mehr als acht Stück im Tag fertigstelleu. Diese Zigarren sind 16 Zoll lang, und das Tausend wiegt etwa 30 Kilogramm. Hede Zigarre ist in japanisches Papier gehüllt und befindet sich in einem luftdichten Kästchen aus parfümiertem Holze. Gerichtssaal. Kassel, 30. Juni. Treber-Prozeß. (Siebenter Tag) Hermann Sumps erklärte, nur der Arbeit und der Pflicht gelebt zu haben und nie wissentlich von der Wahrheit abgewichen zu sein. Er hatte wohl Zweisel über Schmidts Angaben, dieselben seien aber immer wieder zerstreut worden. Sumps sowohl wie Schultze- Dellwig sagen, für sie seien die Angaben der Sachverständigen bestimmend gewesen. Schmidt erklärt, er habe die Herren des Aussichtsrats stets an die Sachverständigen verwiesen. Als Zeuge wird sodann uneidlich der Kaufmann Friedrich Bollmann, srüher Prokurist der Trebergesellschast, vernommen. Derselbe war ursprünglich der Mittäterschaft bei dem Betrüge in diesem Prozesse angetlagt, aber außer Verfolgung gesetzt, weil man annahm, daß er nicht selbstständig gehandelt habe. Als Zeuge giebt Bollmann Auskunst über seine Kenntnis der finanziellen Borgänge bei der Trebergesellschast. In den letzten 6 Jahren waren die täglichen Gelderfordernisse sehr bedeutend. Bollmann hatte darüber zu disponieren. Diese hohen Beträge waren hauptsächlich der vielen Neubauten und Neu- anschaffimgen wegen nötig. Durch eine Fusion mit den Tochtergesellschaften würde das Unternehmen aussichtsvoll geworden sein. Bollmann sagt ferner aus, es sei ihm bekannt gewesen, daß den Tochtergesellschaften Geld überwiesen worden sei, woraus diese ihre Dividenden zahlten. Auch Bollmann glaubt, daß Schmidt aus die Güte der Unternehmungen baute. Kaiserlicher Rat Auspitzer-Wien, der seit 1900 als Syndikus der Trebergesellschast mit der Organisation der Fusionsangelegenheit betraut worden war, ist überzeugt, daß die Fusion einen glänzenden Erfolg gehabt haben würde. Durch den Weiterbetrieb einer Reihe von Fabriken würden große Summen für die Gläubiger erhalten ivorden sein. Zeuge hält Sch m i d t tue einen idealen Optimisten, der eine Beute sürTechniker und Erfinder war. Konkursverwalter Frieß erklärt, die Aufrechterhaltung der Werke sei am finanziellen Punkt gescheitert. Nachdem zum Schluß noch einige Zeugen vernommen waren, welche Aktien kauften, dieselben auf die beruhigenden Erklärungen der Direktion der Treber-Gesellschasten behielten, und infolgedessen Geld verloren haben, wird sodann die Sitzung aus morgen vertagt. Sport. — Das Ergebnis der E ms er Regatta war folgendes: 1) Junior-Achter, Staatspreis. Mainzer Ruderverein 1; Frankfurter Rudergesellschaft Sachsenhausen 2. 2) Vierer: Wanderehrenpreis Kaiser Wilhelms, Nebenpreis eine große silberne Medaille. Ludwigshafener Ruderverein 1* Frankfurter Ruderverein 2. 3) Einer für Junioren, Damenpreis. Bonner Ruderverein 1; Offenbacher Rudergesellschaft Undine 2. 4) Vierer, Preis der Stadt Eins. Offenbacher Ruderverein 1; Akademischer Schwimm- und Ruderverein Münster 2; Frankfurter Ruderklub 3. 5) Doppelzweier ohne Steuermann. Mainzer Ruderverein 1; Offenbacher Rudergesellschaft Undine 2. 6) Vierer, Lahnpreis. Wetzlarer Ruderklub 1. Offenbacher Ruderverein 2. Offenbacher Ruderverein Hellas 3. — 7.) Zweier ohne Steuermann. Frankfurter Ruderverein 1. 8) Junior- Vierer. Preis der Kurverwaltung. Alainzer Ruderverein 1. Frankfurter Ruderklub 2. 9) Einer. Frankfurter Ruderverein 1. Mainzer Ruderverein 2. 10) Vierer, Preis von Nassau. Akademischer Schwimm- und Ruderverein Münster 1. Heidelberger Rudergesellschaft 2. 11) Achter, Wanderpreis des Deutschen Ruderverbandes. Frankfurter Rudergesellschaft Sachsenhausen 1. Frankfurter Rudergesellschaft Germania 2. Eckernförde, 30. Juni. Bei der Regatta Kiel-Eckerniörde passierte die Jacht „Hamburgs um 1 Uhr 52 Minuten das Ziel, /Uletcoi-* um 1,55. Die »Hohenzollern" mit der Kaiserin ist ein- getroffen. — Von Mittelbachs Verlag in Leipzig gehen uns soeben zwei Karlen-Neuigkelten zu, die aus ein allgemeineres Interesse rechnen dürfen, und zwar: 1. Mittelbachs Sl uto mobil« karte von Mitteleuropa, ein sehr großes^ Blatt in 1:1500000, umfassend Deutschland, Oesterreich-Ungarst, Schweiz, Holland und Teile des anderen Auslandes, Preis in Umschlag Mk. 2.50; 2. Mittelbachs Neueste H a p d- und V e r k sch r s k crr t e von Deutschland, schönes, großes Blatt in 1:1500 000. P«p-> in Umschlag 9Jlf. 1. Alan kann die Karten nur empfehlen; zu haben find sie in allen Buchhandlungen. Akisen. - -1Jii Kleine Scheidegg, 29. Juni. Die neue Station der Jungsraubahn, Eigerwaiid, wurde gestern eingeweihü Eine kleine Gesellschaft geladener Gäste, darunter der Regierungspräsident von Bern, besichtigte die Anlage, die hohes technisches Interesse bietet. Von der neuen Station bietet sich eine wundervolle Fernsicht. Auf der Station Eigergletscher fand nachher ein Bankett statt. Reisende nach der Schweiz dürfte die Mitteilung interessieren, daß in den Monaten Juli, August. September ab Luzern über das Netz der ^Schweizerischen Bundesoahnen" Sonderfahrten nach dem Genfersee (via Interlaken) stattfinden, sowie gleichfalls ab Luzern weitere Sonderfahrten über die „Gotthard- bahn" dis zu den drei oberitalienischen Seen. Im Anschluß hieran werden Spezial-Rundfahrten nach Mailand (italienische Atittel- meerbahn) veranstaltet. Auch für eben solche Ausflüge nach Venedig (mit der .adricttischen Bahn") bei Gelegenheit der internationalen Kunstausstellung und für das Nachtfest in Venedig am 18. Juli ist Vorkehrung getroffen. Die ausführlichen Programme können von der Geschäftsstelle der Touristen-Vereimgung für die Schweiz, m Basel, bezogen werden. Familien-Nachrichlcn. G e st o r b c n: Herr Albert Bauer in Frankfurt a. M. Zwan7i M. 1.30, Pinsel u. LrgzfiL Raps a 0,50, Setse __ 0,25, Abziehstein Jl. 2.50. 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Juli mein Nolsnialwaaren-Geschüst 10 Neuenbäue 10 an meinen Schwiegersohn, Herrn IjOlliS Bclioff, übergeben habe. Indem ich für das Vertrauen, welches mir seither entgegengebracht wurde, bestens danke, bitte ich meine verehrten Kunden, dasselbe auch meinem Schwiegersohn gütigst entgegenbringen Auf vorstehende Mitteilung höflichst Bezug nehmend, bitte ich um freundliche Unterstützung meines Unternehmens. Zuvorkommender Bedienung und Verabreichung von nur guten Waren zu billigen Preisen dürfen sich meine werten Abnehmer versichert halten. 03107 Hochachtungsvoll Louis Bellofff. Vorzügliche, gebrannte Kaffee’s absolut reinschmeckend, stets frische Rostung, per Pfd. Mt. 0.80, 1.—, 1.20, 1.40, 1.60, 1.80, 2.—. Nohe Lrasfee s von 70 Pig. bis zu Mk. 1.50. 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