Freitag 1. Mai, «03 153. Jahrgang Zweites Blatt. J)U heutige Aummer vmfaßt 12 Seite». 3 Bbrrfle für Dwelchen: «o zeig er eufcnu gmilprcd)anld)lu6 4h. 5L Meldungen sollen sogar tn Saloniki mehrere bulgarische Dynamit-Attentate verübt worden fein. Ministeriums versammelten sich gestern abend auS Anlaß der Roon-Feier zu einem Festmahl, bei dem der KriegS- minister ein Hoch auf den Kaiser ausbrachte und eine Gedenkrede auf den Grafen Roon hielt. — In der heutigen Sitzung des BundeSratS rourtn Zustimmung erteilt dem AuSschußantrag zur Vorlage vom 17. März, betreffend Aenderung der Vorschriften für dre Zollabfertigung von Mineralölen, sowie den Ausschußberichten über die Vorlage vom 10. März, betreffend die Zoll- oerwaltungSkosten im Etat für Mecklenburg-Schwerin, über die Vorlage vom 2. April, betreffend Ergänzung der Normativbestimmungen fürHafenregulatioe und über den Entwurf einer Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zum Schutze der Warenbezeichnungen vom 12. Mai 1894. Bückeburg, 30. April. Die standesamtliche Ver» mählung deS Großherzogs von Sachsen-Weimar mit der Prinzessin Karoline von Reuß fand heute vormittag zwischen 11 und 12 Uhr im Palais der Fürstin- Mutter zu Schaumburg-Lippe statt. Den Akt vollzog der weimarische Staatsminister Rothe. Unter den zahlreich eingetroffenen Hochzeitsgeschenken besindet sich auch als Geschenk deS Kaisers, ein kostbares Porzellanservice. Die Königin von Holland schenkte verschiedene Gegenstände auS chinesischem Porzellan. Tie kirchliche Trauung ist heute nachmittag 3 Uhr in der Schloßkirche erfolgt. Bald darauf fand im Festsaale das Diner statt. Den Trinkspruch auf daS neuvermählte Paar brachte der Kaiser aus. Er sagte, der Großherzog möge seine Gemahlin auf Händen tragen und ihr im Minnen dienen, wie eS am Hofe der Landgrafen von Thüringen von alterSher Brauch war. Ter Großherzogin stellte der Kaiser als Vorbild die heilige Elisabeth dar, die auch zu seinen Ahnen zähle. Der Kaiser schloß mit den Worten: Gott er- halte, segne und schütze das neuoerbundene Großherzogliche Paar. — Der Kaiser hat abends 11 Uhr die Reise nach Rom über Frankfurt angetreten. Weimar, 30. April. Eine Sonderausgabe der Zeitung „Deutschland" veröffentlicht einen landesherrlichen Erlaß deS Großherzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach, durch den aus Anlaß der Vermählung eine Amnestie für alle diejenigen Personen gewährt wird, welche wegen politischer und anderer in dem Erlaß aufgezählten Verbrechen verurteilt sind. München, 30. April. Zu Ehren des Königs von Sachsen war heute nachmittag bei dem Prinzregenten in der königl. Residenz Galatafel, an der bie bayerischen Prinzen, Prinzessinnen und Herzöge, die hier weilenden fremden Fürst- lichke.ten, die obersten Hofwürdenträger, die Staatsminister, der bayerische Gesandte m Dresden v. Niethammer und der sächsische Gesandte in München Freiherr v. Friesen mit Gemahlin, das Personal der sächsischen Gesandtschaft, dec Ehrendienst, die Vorstände der städtischen Behörden, dec Regierungspräsident von Oberbayern und andere teilnahmen. Prinz- Ler erste Mai. Gieße«, 1. Mau Der Wonnemond hat seinen Einzug gehalten mit seinem ganzen Troß von singenden Vögeln und duftenden Blumen. Das in seinem Blühen und Gedeihen den Slpril über leider arg gehemmte ziemlich schwache und zarte FrühlingS- kmdlem hat bereits in den allerletzten Tagen begonnen, zu einem kräftigen und schönen Buben sich auszuwachsen. Zwar wird er bald den abzieh'enden winterlichen Reifriesen noch trotzen müffen, wenn vom 11.—13. Mai die gesttengen Herren MamertuS, Pankratius und Servatius inS Land ziehen, die oft mit eisigem Hauche über die fnschaufgrünende Erde einen weißen Hermelin werfen. Doch nur kurze Zeit dauert der ungebetene Besuch der unwillkommenen Gäste. Dann er- strahlt die Welt wieder in mildem FrühlingSlichte, die triften erglänzen wieder, wie heute, im frischen Grün, und die Lerche läßt auS blauen Lüften trillernd ihr Lied erschallen. Die Sozialdemokratie begeht heute ihren.Weltfeiertag". Bei unS in Gießen wird Herr Stadto. Krumm seinen ReichStagSwählern von der .Bedeutung" deS 1. Mai etwas vorerzählen und in Wieseck wird ein Herr Beckmann über daffelbe Thema sprechen, worauf man sich an einem Konzert und weitern, offenbar heitern Vortrügen ergötzen wird. Solches verkündet die neueste, ausnahmsweise bereits gestern abend erschienene Nummer beS hiesigen sozialbemokratischen Wochenblattes, baS sonst regelmäßig Freitag abendS zur Ausgabe gelangt. Dasselbe Blatt veröffentlicht ferner cmcn stammen- ben Artikel über baS .Weltfest ber Arbeit", baS m vielen klingenben Kraftworten zu Gunsten deS AchtstunbentageS unb deS ewigen DölkerfriedenS sich ergeht und gleichzeürg unter Ausfällen gegen den .Kapitalismus" sich berauscht an ver- meintlicher eigener Bescheidenheit. Der Achtstundentag, dieses schlichte Wort, .offenbare daS ganze Elend der arbeüenden Klaffe"; welche Klaffe ist übrigens heute keine .arbeitende" und welcher Stand oder welche Berufsart ist heute so glänzend gestellt, daß eS in ihr kein .Elend" giebt? Wenn die Sozial- demokratte Front macht gegen .die gegenseitige Zerfleischung der Völker durch den blutigen Krieg", so kann man mit ihrer JriedenSsehnsucht übereinstimmen, ohne chr praktisches Gewicht beizumeffen. Es giebt auch Männer anderer Parteien genug, die sich für allgemeine FriedenSbesttebungen, für die Annähe- rung der Nationen aneinander oder dergleichen mehr erwärmen, ohne darum am 1. Mai oder an irgend einem anderen Tage deS JahreS internationale Feste zu do vez«s»pre»»r viertel'» jährlich Mk. ISO; durch Nr. 101 Erscheint 12-ltch außer EonnlogS. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kftffffchrn landwirt die (Mefcteer Kamillen. blätter viermal tn der Woche beigelegt. RouxtumSbrud u. Verlag der vrü h l' scher» Nnivect.-Vuch-u.Elein- b rudern (Pieych Erden) Deutsches Reich. Berlin, 30. Slpril. Gelegentlich der soeben begonnene« Reise des Kaisers nach Italien fehlen natürlich in dem kaiserlichen Gepäck Ordensbehälter nicht. Während die höheren Orden darin verhältnismäßig gering an Zahl ver- treten sind, wurden von den für Unterbeamte, Arbeiter rc. bestimmten Orten mehrere Hundert mitgenommen. Durch die Beifügung von Orden mit Brillanten erhält dieser OrdenS- chatz einen sehr hohen Wert, der an eine halbe Million Mark reicht. — Der Kronprinz und Prinz Eitel Fritz werden sich am 2. Mai in Florenz dem Kaiser anschließen und mit ihm dem italienischen KönigSpaar und dem Zapft Leo XI1L ihre Aufwartung machen. Der Kronprinz wird am 6. Mai in Rom seinen 21. Geburtstag feiern und am selben Tage mit seinem Bruder die Rückfahrt nach Berlin antreten, während der Kaiser sich von Rom auS zunächst zum Fürsten Fürstenberg nach Donaueschingen und bann nach Straßburg unb Schloß Urville bei Metz begeben wirb. — Der Reichskanzler Graf Bülow hat ben öfter* reichischen Botschafter sowie bie österreichischen Minister a. D. Baernreither unb Hieronymi empfangen. DaS beutet auf Besprechungen über einen zukünftigen HanbelSver- trog. Zu gleichem Zwecke sinb, wie verlautet, auch einige Herren auS Bubapest hier eingetroffen. Nach anberen Meldungen hanbelt eS sich inbeß um Beratungen in ber Zuckerfrage, inSbesonbere um ein gemeinsames Vorgehen in Bezug auf bie Kontingentierung ber Zucker-Probuktion. — Die Offiziere unb höheren Beamten beS Kriegs- GietzenerAnzeiger u General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Rußlands Platz an bet Sonne. Man schreibt uns ferner aus Benin, 30. April: Es entbehrt nicht des Humors, wie die russischen Diplomaten ihre Kollegen an bei Nase herumführen. Mit einem Male soll alles nicht wahr sein, was über die russischen Absichten auf die Mandschurei und die von Rußland China vorgeschlagene Konvention veröffentlicht worden ist. Der russische Minister des Aeußeren hat dies dem amerikanischen Botschafter in Petersburg versichert. Aber warum giebt denn die russische Regierung zur Widerlegung aller angeblich falschen Behauptungen nicht einfach bekannt, was sie der chinesischen Regierung „vor- gescPagen" hat? Es muß schon em erhebliches Maß von Forderungen gewesen sein, wenn die chinesische Regierung, die es nicht gerne mit Rußland verdirbt, den Vertrag rundweg und in allen Punkten abgelehnt hat. Darüber kann kein Zweitel bestehen: Rußlaiid will die Mandschurei zur rus.ischen Provinz machen, und wenn russische Truppen aus oer Mandschurei zurückgezogen werden, wie soeben aus dem südlichen -teil, so geschieht Lies nur „auf Zett". Tie Truppen lehren wieder uno setzen sich nur mehr fest. Vorläufig markiert Rußland einen Rückzug, um zunächst einmal Die Vereinigten Staaten — die ^lautesten Schreies — zu beruhigen. Gras Lambsdorff will, wie er sagt, gerade den Handel und das Kapital der Amerikaner ui der Mandschurei heranziehen. Damit sind die Befürchtungen der Amerikaner, Rußland werde in ber Mandschurei allein Geschäfte machen und die ^offene Tür" schließen, beseitigt. Bleiben Englands und Ia^ns Proteste unb Chinas Weigerung. Der russische Admiral Alexisefs hat bereits mit aller Deutlichkeit erklärt, daß Rußland die Einmischung des Zweibundcs nicht gestatten wird. Und mit China wird Rußland fertig, mit und ohne Vertrag. Rußland weiß genau, daß China zur Zeit an ein kriegerisches Vorgehen nicht denken kann. Aus militari- schert, wirtsä-aftlicl-en und allgemeinen politischen Gründen nicht. Folglich behält Rußland seinen Platz an der Sonne. monatlich 65 P1-; durch bie Post Mk. L.— oiertd- lübrl auSschl. Bestellg. Annahme von Änjelge« für die Tagesnummer btl vormittags 10 Uhr. Zetten preis: lokal 18*01, auswärts 80 Plg. verantwortlich für ben poltt unb atigern, teil: P. Wittko- tüt .Stadt unb Land" unb -Gerichts aal". Aua u ft Götz; tüt ben Anzeigenteil: Hans Beck. anflalten. Vor Jahren trat übrigens bie Sozialdemokratie selber um bie Malenzeit kriegerisch auf. Als s. Zt. zum ersten male ein internationaler Ardeiterkongreß bie Frage erörterte, ob an einem bestimmten Tage mitten in ber Woche allenthalben bie Arbeit ruhen solle, ba sahen ängstliche Gemüter emen Kamps auf Leben unb Tob voraus. Ja, eS wurden sogar, um ber befürchteten Kraftprobe zu begegnen, hier unb ba Truppen konsigniert. Auf ben bumpsen Maffenschritt der Arbeiter- bataiüone sollte ber üingenbe Vtaffenschritt ber Armee eventuell bonnembe Slnttvort erteilen. Derartige Maßnahmen aber erwiesen sich als höchst Überflüssig. Eine WochentagSfeier fanben bie deutschen Arbeitermaffen ja sehr schön unb gut, aber nur bann, wenn bie Arbeitgeber bamit einoerftanben fein sollten, baß »alle Räber sttll ftünben". Die Parteileitung ber beutschen Sozialbemokratie hat, darum seither regelmäßig zwar bie Maifeiern an sich empfohlen, nie aber bie Arbeitsruhe geboten. So hat bie Maifeier bie ursprünglich beabsichtigte Bebeulung überhaupt nicht erlangt, unb bie Räder stehen nicht sttll, wenn bie Arbetterarme es wollen. Man begeistert sich nur am Abenb nach ber Tagesarbeit an mehr ober weniger poetischen Maireben über Völkervecbrüberung unb ben Achtstundentag unb musiziert unb zecht habet nach echter beutscher Männer Bieberart. Solche Feste einer Partei, bie sich nach ihrem RrichStagSwahlflugblatte selber für national unb vaterländisch außgiebt, gefährben roeber Staat noch Gesellschaft. Die planmäßige Tättgkett ber Soziolbemokratte, ihre außerordentliche Regsamkett bei Veranstattung von Versamm- lungen unb Vergnügungen erklärt es, baß hier unb ba bie Sozialbemokratie Fortschritte macht. Die bürgerliche Agitationstätigkeit humpett chr gar kümmerlich nach, eine Tatsache, bie namentlich angesichts ber bevorstehenden ReichstagLwahl von ben wettestteichenben Folgen sein kann. Personen sollen dabei getötet ober verwundet sein. Die abgebrannten Banken liegen im ftänkischeu Viertel von Saloniki. Die Anschläge sind zweiftlloS als Beweis eines pelbewußten revl^utionaren Gesamtplanes zu betrachten unb gelten als Anfang weiterer terroristischer Taten. Die Logik der Ausitändischen ist, daß Dynamitanschläge gegen die Besitzungen europäischer Kapitalisten direkt auf ihre Taschen einwirken, und chre Gemüter für fremde Leiden empfindlicher madjen. Ein mazedonisches Blatt berechnet, daß in Saloniki eine Tonne Dynamit ver- Dotitische Tagesschau. Zn den Balkan Uaruheo. Folgende Unheilmeldungen liegen heute vom ntace» donisch-alb a-nischen Schauplätze vor: Auf einen Eisenbabnzug der Lrientbahnen, welck-er von der Station Sawniki auf der Verbindungsbahn zur Jonctionlinie ging, wurde ein Dynamit- Attentat versucht. Beschädigungen von Passagieren kamen nicht vor. Nur an der Lokomotive wurden einige Teile zertrümmert. In Sofia verlautet, es seien in Saloniki die Gebäude der Bank von Mitylene und der Ottomanbank abgebrannt. Tie Brande werden auf revolutionäre Akte zurückgesührt. Dem Feuer ging eine Dynamitexplosion voraus. Nach anderen wendet wurde. ~ . Am 28 April fand bei LeSkowety, Kreis Florine, eui usammenstoß statt. Eine Bande von 16 Diann wurde von Gendarmen und Truppen angegriffen, toeldje Gcbtrgs- geschutze verwendeten und drei Häuser zerstörten. Die Bande erhielt durch Einwohner der benachbarten Dörfer Ovekovah und SLevogani, sowie des oberen und unteren ftatori, Unterstützung und entkam in ber eracht. Die Bernde hatte drei verwundete. Stach Meldungen aus UeS- kucb hat die bulgarische Bande in den Gefechten der letzten Tage bei Dzumaza in einer Stärke von 300 Mann 54 Tote verloren. Die Türken verloren nur einen Offizier und 12 Mann an Toten und Verwundeten. Die tüchtigen Insurgenten seien verfolgt tvvrden. Im Bezirk Revrokop feien bte Insurgenten in dem Dorfe Baldovo von türkisä-en Truppen eingeschlossen worden. Nach sechs- tündigcm Kampfe seien 29 Insurgenten gefallen und L7 gefangen genommen worden. Aus Berlin, 30. April, wird uns geschrieben: W zeigt sich daß die hosinungsvollen Meldungen, mit denen man in der letzten Zett aus Konstantinopel überidialttet wurde, entweder geflissentlich die Lage auf dem Balkan falsch darstellten, ober daß die Machthaber am Goldenen Horn schlecht unterrichtet sind. Das Zu- treffen der einen wie ber anderen Annahme berechtigt zu dem Schluß, baß die Türkei der chr von Rußland und Oesterreich übertragenen Ausgabe, der Aufstandsbewegung Herr zu werden, nicht gewachsen ist. Die Ereignisse in Saloniki, die Zerstörung der Ottomanbank — nach einem Privatbericht auch der Bank de Mytilene — durch bulgarische Revolutionäre, lassen erkennen, tote sehr es an geordneten Maßregeln gegen bie bulgarischen Banden fehlt. Weil wahrend der orthodoxen Ostern nichts erfolgt war, wiegte mau sich in Sicherheit. Die Drohungen der Komitees, die Kirchen durch Dynamtt in ine Lust zu sprengen, waren nicht wadrgemacht worden — Grund genug für die BeguemlichkettSliebe der Pforte, an ein Abflauen der Bewegung zu glauben. Wie eine Satyre auf die Vorgänge nimmt sich aus, daß ungefähr zur selben Zett, als in Saloniki die Dynamitattentate ftatifanben, der türkische Minister des Aeußeren dem östreichisch-ungarischen und dem russischen Botschafter „berührende Zusicherungen" gab bezüglich der Aktion gegen die Albanesen und der Lage im Bilajet Ueskueb. Der Wert der Beruhigung wird wohl jetzt von den beiden Botschaftern richtig abgesa-ätzt werden. Die Pforte will, nach einer Meldung aus Konstantinopel, möglichst jedes Blutvergießen vermeiden, sie protestiert gegen die Gerüchte von großen türkischen Rüstungen. Daß die darin liegende Anküiidigung an die albanischen Banden: Wir werden, wenn irgend angängig, Euch kein Haar krümmen, imponieruni) und respekteinflößend ist, wird füglich zu bezweifeln sein. Augenscheinlich glauben auch die bulgarischen Banden nicht daran, daß die Türkei mtt allen ihr zu Gebot stehenden Mttteln vorgeht. Sonst könnten die Herausforderungen nicht so dreist sein. In mehreren Orten haben die Albanesen bie türkischen Reformen angenommen. „Mtt einiger Reserve", so wird vorsichtshalber hinzugefügt. Tas heißt, der Friede verspricht teilte Dauer. Die Unruhen in der Türkei gaben an der heutigen Berliner Börse Anlaß, die erstmalige Notierung der neuen vierprozentigen Administrattonsanleihe zu unterlassen. An der Pariser Börse sollen heute größere Verkaufsaufträge für türkische Werte aus Konstantinopel vorgelegen haben. Tie an der Quelle Sitzenden halten also für rötlich, ihren Besitz abzustoßen. Tas spricht doch wohl dafür, daß man noch mit mancher schlimmen Post vom Balkan redjnet. regerrt Luitpold toastete auf König Georg und gedachte mit herzlichen Worten des mit dem Wittelsbacher Hause verwandten Königs des Nachbarstaates Sachsen, dankte dem König nochmals für den Besuch und schloß mit einem Hoch auf den König. König Georg dankte in sehr warmen, herzlichen Worten und sagte, es erfreute aufrichtig sein Herz, eine so liebevolle Aufnahme gefunden zu haben. Gr hoffe, Gott werd« dem Regenten noch eine lange und glückliche Regierungtzzeit gewähren. Nach den Trinksprüchen wurden die beiden Nationalhymnen gespielt. Am Abend war im Prinzregenten-Theater Galavorstellung. »Tannhäuser* gg» langte zur Aufführung. Wahlbewegung. Mainz, 30. April. Die uationalliberckse Partei des Wahlkreises Mainz--Oppenhelln siebt davon ab, für die Reichstagswahl einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Es werden sich also nur gegenüberstehen: Geh, Oberpostrat Dr. König-Berün (Zentrum) und Dr. David-Mainz (s o z. - d e m.) Ausland. London, 30. April. (Unterhaus.) Bei Beratung der Forderung von Lstr. 6875000 für das Heer esbudge t beantragt Hoohouse (Lib.) Abstrich als Protest gegen das Dorgehen der Regierung in Svmaliland. Cranborne erwwert, wenn England seine Stellung in Somaliland aus- gete, würde seine Stellung in Abessynien ernstlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Tie Regierung nahm die Operation nur mit großem Widerstreben vor, sie war aber unvermeidlich Der Kriegsminister erklärte, er erkenne die herzliche Mitwirkung Italiens durchaus cm. England habe aber nicht die gon^e Unterstützung erhalten, die es bezüglich Mudugs von seiten Italiens vorauszusetzen Grund hatte. Unsere Politik geht dahin, die Küstenlinie zu behaupten, und die Stämme, mit denen wir durch Verträge verbündet sind, zu schützen. Wir brachten dem Mullah schon einen schweren Schlag bei. Der Zweck der Operation ist erreicht (Gelächter aus den Bänken der Opposition.) Fernere Operationen werden von den dtachrichten abhängen, die von General Aianning eingehen werden, der jetzt in Galadi ist General Manning, Oberst Eobbe und die abessynischen Streitkräfte stehen jetzt in günstigen Stellungen, um das Begonnene ourchzusühren. Nach weiterer Debatte wird der Antrag Hobhouse abgelehnt. Haag, 30. Aprll. Bezüglich der ÄLachricht von einem Besuch des deutschen Nordseegeschwaders in holländischen und belgischen Häfen erfahren wir, daß bisher noch kein bestimmter Beschluß in dieser Sache gefaßt wurde; keinesfalls würde der Besuch, der mit der alljährlichen Fahrt nach dem Mittelmeer verbunden wird, vor dem Juni stattsinden. Im zutreffenden Falle würde es sich um Hoek van Holland, Vlissingen und Helder handeln; für Belgien käme Antwerpen in Betracht Paris, 30. April. Gestern wurden die letzten Vor- bercitungen zum Empfang König Eduards getroffen. Tie Ordnung wird von 2000 Polizeiagenten und 3000 Muni- zipal-Gardisten aufrecht erhalten werden. Ein Rennstallbesitzer, welcher bei dem großen Nennen zwei die Namen „Krügel und „93ur" führende Pferde laufen lassen wollte, wurde gebeten, diese Pferde zurückzuziehen. Marseille, 30. April. Der Admiral des amerikanischen Geschwaders begab sich mit den Kommandierenden der vier amerikanischen Schiffe an Bord der hier heute eingetrvffenen „Jeanne d'Arc", um den Präsidenten Loub et zu begrüßen. Ter Admiral drückte in einer Ansprache seine Freude arls, vom Präsidenten Roosevelt beauftragt zu fein, die herzlichsten Wünsche der amerikanischen Vtation und des Präsidenten für die Wohlfahrt Frankreichs und das persönliche Wohlergehen Loubets zu Überbringern Präsident Loubet erwiderte, er sei tief gerührt von der Kundgebung, deren Wert Frankreich zu schätzen wissen werde. Nachdem die amerikanischen Offiziere die „3eamte d'Arc" verlassen hatten, begab sich der Präsident an Lartd, wo er von einer großen Menschenmenge lebhaft begrüßt wurde. Loubet reifte alsdann nach Paris. Rom, 30. April. Heute erfolgte die Abreise König Eduards ohne jedes höfische Zeremoniell. Auf bestimmten Wunsch des Königs bildeten auch die Truppen nicht wieder Spalier. Immerhin war viel Volk auf den Straßen, daS den mit dem König Wiktor Emanuel in einer einfachen Equipage nach dem Bahnhof fahrenden König Eduard freundlich begrüßte. Die ganze Ehreneskorte bestand nur aus einem Zuge Kürassiere. Laut Bericht der „Observadore Romano" drückte Ztönig Eduard bei der Verabschiedung den Wunsch aus, ein Bildnis des Papstes als Andenken zu besitzen. Der Papst ließ ihm ein solches durch den Titular- erzbischof Stonor, mit Unterschrift und Datum versehen, zustellen. — Der Papst empfing heute den Erzbischof von Freiburg, die Bischöfe von Fulda, Limburg, Rottenburg und Mainz. 3)er Ungeordnete Wolff aus Kffenbach vor den AM». (Ausführlicher eigener Bericht.) ed. Darmstadt, 30. April. AuS den Ausführungen von Ministerialrat Best auf Grund der Anklageschrift geben wir die einzelnen Purrkte näher an. Erstens habe Wolff dem ÄllmenchauS-Der- waller Schiff gegenüber, mit dem er in der Unfallschutz- Ausstellung in Frankfurt a. SJJL war, unsittliche Redensarten geführt und denselben zum Besuch einer Animier- kneipe eingeladen. Als Wolff später von Schiff einen Geldbetrag von 1000 Mk. geliehen haben wollte und dies verweigert wurde, stellte sich W. feindlich gegenüber Sch und suchte ihn auf alle mögliche Arten zu verleumden. — Tann habe W. namhafte Beträge für bezogene Waren 1—2 Jahre unbezahlt gelassen, vorher l-at W. auch den Schiff ersucht, den ihm feindlichen Stadtverordneten Schneider gegen Wolff freundlicher zu stimmen. — Eine von den Armenhaus schwcstern gegen Wolff eingereichde Beschwerde nannte W. elende Lügen und bezichtigte den als Zeugen auftretenden Schiff des Meineids. Die gegenüber Schiff nun- mehr^von feiten Wolffs eingereichten Anschuldigungen, daß sich Sch gegenüber dem weiblichen Personal unsittliche Angriffe aller Art erlaubt habe, blieben nach den eingcleitcten eingehenden Untersuchungen unaufgeklärt, wenn auch ein Veracht bestehen bleibe. — Ebenso ungerechtfertigt seien die schweren Anschuldigungen, welche der Beig. Wolsf gegen den Ortsgerichtssekretär Kost geschleudert hatte, st. sollte sich schwere Pflichtverletzungen haben zu Schulden tommen lassen, die sich nach dem angestellten Verfahren als un- wahr erwiesen. Dem früheren Stadtrechner Rentmeister Kaempf habe Wolff vorgeworfen, daß er sein Vermögen nur durch seine Stellung erworben habe; den Orts- gerichtsmännern habe Wolff vorgeworfen, daß sie nur Geldmachten, dagegen hierfür nichts leisteten. — Ferner habe Wolff den Oberbürgermeister Brink fälschlich beschuldigt, daß er die Stadt Offenbach sehr zum Vorteil der Ortskrankenkasse geschädigt. In ca. 29 Fallen mache dies recht große Summen aus. — Als Wolff von einer Sitzung des Feldgerichts ausgeschlossen werden sollte, da er als Vertreter Offenbachs an der Sache beteiligt fei, wurde er wild, beleidigte den Vorsitzenden des Schiedsgerichts, Herrn Reg.-Rat Rach, sowie die Laridesverwaltungsbehörde in sehr ungehöriger Form und nannte dies Vorgehen eine „Stänkerei", man wolle ihn nur ,chinausekeln". — In wahrheitswidriger Weise habe Wolff später den Sekretär Kost als einen Verwandten von Oberbürgermeister Brink »ezeichnet, dies sei die Ursache, weshalb K. so sehr be- chützt werde. Hauptgrund der Klage sei aber in der langen kette von Beschuldigungen das Verhalten des Wolff gegenüber dem Lrankenhausdirektor Dr. Köhler, er habe diesem gegenüber alle im amtlichen Verkehr üblichen Rücksichten und Vorschriften unterlassen, und auf eine im Druck er* chienene Erklärung des Herrn Köhler in zwei weiteren Gegenerklärungen denselben in gröblicher Weise mit Angriffen, in welchen eine Menge grober Unwahrheiten enthalten seien, beleidigt. — Infolge dieser Vorfälle fei Wolff aus dem Kasino „Großes Kolleg" ausgeschlossen worden. — Die Tätigkeit Wolffs als Ortsgerichtsvorsteher habe die Diszivlin sehr geschädigt, denn sein Ton und Auftreten habe die Ortsgerichtsmänner zur Erklärung veranlaßt, daß sie ihr Amt niederlegten, wenn W. nicht seines Tienstes enthoben werde. — Die Dienstentlassung Wolffs ei nicht wegen einzelner Vorkommnisse, sondern wegen eines gesamten Verhaltens erfolgt. — Die Stadtverordnetenversammlung habe inzwischen eine Resolution be- chlossen, in welcher festgelegt wird, daß die Tättgkeit Wolffs )as in ihn gesetzte Vertrauen nicht gerechtfertigt habe, wie man es in der Stellung eines Beigeordneten haben müsse. — Wiederholt sei Wolff für fein pflichtwidriges Verhalten disziplinarisch mit Geldstrafe belegt worden, doch habe alles nichts geholfen; man habe in einzelnen Fällen sogar Rück- icht auf die nervöse Veranlagung des Wolff genommen, onft würde er höher bestraft tvvrden sein. Schließlich habe ich W. dem Kreisamt und dem Kreisrat v. Hombergk gegenüber wiederholl grober Beleidigungen schuldig gemacht und liefern schwere Pflichtverletzungen vorgeworfen. Der Ton eines Schriftverkehrs gegenüber dem Kreisamt sei derart gewesen, daß man ihn ein stellen mußte. Der Staatsvertreter beantragt Dienstentlassung des Wolfs und Verurteilung desselben in die Kosten. — In seinerVerteidig- ung erwiderte der Angeklagte, daß in der Sache Schiff vieles unwahr, phantastisch au»gemalt oder übertrieben und entstellt sei. Sein dem Gerichtshof vor gelegtes Sparkassenbuch beweise, daß er damals im Besitz hinreichender Mittel gewesener also nicht in die Lage kommen konnte, Schiff um ein Darlehen anzugehen. — Auch ein Schreiben eines Herrn Schrick lege Kar, daß er auf Ersuchen Wolffs gern bereit gewesen wäre, W mll 1000 Mk. auszuhelfen. — Erstaunlich sei es, daß man seine Privatverhältnisse überhaupt bei dem dienstlichen Verfahren in die Untersuchung einbeziehe. — Bei allen Wahrnehmungen komme es hauptsächlich auf die Tendenz an, und enthielten die Akten vielfach entstellte Tatsachen In einzelnen Fällen, insbesondere in den Briefen gegenüber Streb, Köhler und dem Kreisamt sei er jedenfalls zu weit gegangen, er habe dies auch schon bedauert, dieselben seien vielfach scharf gehalten, doch sei er durch die Verhältnisse dazu gezwungen worden; besonders dem Kreisamt gegenüber wußte er keinen anderen Ausweg, da ihm eine Audienz bei dem Staatsminister verweigert worden sei. — Hierauf wird mit Verlesung der einzelnen Akten und Beweisstücke begonnen; — es sind die ganzen Verhandlungen und Zeugenaussagen in der Anklage gegen Schiff wegen unsittlichen Verhaltens gegenüber dem Armenhauspersonal, Eotoie wegen Meineid, die beidemal zu deffen Außerver- olgungsetzung führten. Cs kommt der ganze Verkehr und as Verhältnis des Sch zu Wolff zur Sprache; die ganze ausführliche Begründung des Urteils der Staatsanwallschaft wird ebenfalls verlesen, in deren Schluß wlld ausdrücklich ausgeführt, daß die Art und Weise des Zusamrnen- ttagens des Materials von Wolff und Rohrmann die Zeugenaussagen wertlos mache, zudem die meisten belastenden Zeugen unmoralisch und von zweifelhaftem Ruf seien und deren Aussagen ein Genrisch von Klatsch-Phantasie seien. Es folgen die Protokolle der von Wolff ttotz des gegenteiligen Beschlusses der Armenhaus-Kontroll-Kommis- |ion vernommenen Zeugen, Reiß, Rohrmann, der Schwestern, All usw. und die über den Leumund einzelner gegen Schiff belastend aussagender Zeuginnen, die interessantes Material ergeben. Zum Schluß entsteht eine lebhafte Debatte zwischen dem Verhandlungsleiter und dem Staatsvertreter einerseits und dem Angeklagten und seinem Verteidiger andererseits. Der Verteidiger beantragt, alles Beweismaterial außer dem Fall Schiff aus der Verhandlung auszuscheiden, da über die übrigen Anklagepunkte nicht die nach § 19 des Disziplin ar geletzes vorgeschriebene ausführliche Voruntersuchung und ausführliche Information des Angellagten stattgehabt. Nachdem der Ankläger diese Ausfiihrungen ausführlich widerlegte, beschließt der Gerichtshof nach kurzer Beratung, daß über sämtliches in der Anllageschrift enthaltene Vtaterial Beweis erhoben und die Verhandlung durchzuführen sei. Für Freitag sind 20 Zeugen geladen. — Aus der heute morgen (Freitag) stattgehabten Verhandlung telegraphiert uns derselbe Korrespondent: Der heutige zweite Verhand- lungstag wird mit der Vorlesung weiterer Schriftstücke, welche die Beleidigungen des Stadtkassenrechners Kampf, der Ortsgerichtsmänner und des Regierungsrates Rach betreffen, begonnen. Auch der Fall St oft, die Differenzen mit Krankenhausdirektor Köhler, sowie die Beschwerden über den Ortslrankenkassenvorsitzenden Streb mit allen begleitenden Nebenumsländen kommen zur Vorlesung. Aus allem Material geht hervor, daß die ganzen Streitigkeiten meist durch heine Differenzen und den aufgeregten Charakter des Wolff veranlaßt sind. Aus unö Land. Gießen, am 1. Mai 1903. •• Reichstag Skandid atu r. Die Vorstände des Nation al liberalen und deS freisinnigen Vereins der Stadt Gießen haben, wie wir hören, gestern abend den einstimmigen Beschluß gefaßt, dem Syndikus I. Schloß-- macher in Offenbach a. M. die Reichstagskandidatur für den Wahlkreis anzutragen. Die destnuive Zusage des Herrn Schloßmacher steht noch aus, doch nach dem bisherigen Stande der Verhandlungen ist anzunehmen, daß die Kandidatur binnen kurzem perfekt werden wird, sofern die noch einzu berufen de Generalversammlung der Wählerschaft sich mit ihr einverstanden erklätt. Herr Schloßmacher gehött, wie wir bereits dieser Tage andeuteten, keiner Pattei an. L.U. Promotionen. Fm Monat Apttl 1903 wurden an der Landes-Universität promoviert: Zum Dr. jur.: 1. Rudolf Angermeier, Gerichtsakzeffist au§ Bürstadt. Zum Dr. med.: 2. Richard Eschenauer, approbierter Arzt aus Wirges. 3. Johann Zillikens, approbierter Arzr aus Rheydt. 4. Erich E b st e i n, approbierter Arzt aus Murow. 5. Otto Mann, approbierter Arzt aus Langgöns. 6. Rudolf Dönges, approbierter Arzt au5 Friedberg. Zum Dr. phiL: 7. Anton Schüller, Cand. chem. aus Herdecke a. d. Ruhr. 8. Albert Richard Hemmann, Cand. foreet. aus Stübnitz. 9. Karl A u s s e l d, Cand. pbil. dass, aus Schlitz. 10. Franz Bender, Oberlehrer aus GernSheim. 11. Eduard Becker, Pfarrverwalter, Repetent bei der theologischen Fakultät zu Gießen. 12. Friedrich Heineck, Cand. rer. nat. und Assistent am mineralogischen Institut zu Gießen. ** Personalnachrichten aus dem Bezirk der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahn-Direktion Mainz. Ter Groyh. Hess. Baurat Dittmar in Darmstadt ist zum Regierungs- und Baurat ernannt und ihm die etatsmäßige Stelle des Vorstandes der Bettiebs-Inspektion Darmstadt 3 verliehen worden. Ferner ist Baurat Simon, Vorstand der Betriebs-Inspektion in Worms, zum Regierungs- und Baurat ernannt und dem Regierungsbaumeister Priester in Darmstadt unter Ernennung zum Eisenbahn-Dauinspektor die etats- mäßige Stelle des Vorstandes der Werkstätteninspektton Darmstadt 2 verliehen worden. Ter Königl. Eisenbahn- Bauinspettor Ne ließen in Berlin ist zur Vertretung des erkrankten Vorstandes der Maschineninspektion in Darmstadt nach Darmstadt abgeordnet worden. Regier- ungsbaumeister Pfaff in Castellaun ist zum 1. Mai d. I. nach Mainz versetzt und der Eisenbahridirektion als Hilfs- arbeiter für Neubauangelegenhellen zugeteilt worden. **Briestauben-Sport. Am Sonntag, den 3.Mai, kommt die Mitteldeutsche Reisevereinigung, zu welcher die Vereine von Frankfurt a M., Offenbach, Hanau, Aschaffenburg, Mainz, Wiesbaden, Niederrad, Michelstadt, Tiez unb Gießen gehören, mit ca. 5000 Stück Brieftauben auf dem hiesigen Bahnhofe an, worauf die Tiere Sonntag vormittag bei günstiger Witterung in Freiheit gesetzt werden, um nach ihrem Heimatsorte zurückzu flieg en. Von hier aus schließt sich nächsten Sonntag unser Gießener Brieftauben- Klub mit seinen Tieren dem Transporte an, der bann in Zwischenräumen von je acht Tagen nach Marburg, Treysa, Eassel, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Neumünster, Lübeck erfolgt. Tie Endtvur Woyeus (570 Klm. Luftlinie) wlld am 2. Juli erreicht. Der Transport geschieht mittelst Extrazuges. Der jeweilige Aufflug wlld von einem den Zug begleitenden Fachmann geleitet Um den hiesigen Aufflug zu beobachten, empfiehlt es sich, sich frühzellig auf der oberen Eifenbahnbrücke einzufinoen. ** Aus dem Kreise Wetzlar, 30. April. Mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit beginnen auch unsere Lungenleidenden wieder Ausschau zu halten nach geeigneten Heil- an ft alten. Wir machen daher gerade Lungenkranke deS Bürgerstandes auf eine in unserem Kreise befindliche Heilanstalt aufmerksam. Es ist dies Dr. med. Georg Liede'S Heilanstalt Waldhof-Elgershausen, im alten Fürstentum SolmS gelegen. Die Bahnstation ist Katzenfutt an der Strecke Gießen- Köln. Wer von der bekannten Dianaburg nach der Ruine Greifenstein gewanbert ist und den allen „Elgershäuser Hoft^ berühtte, ist wohl schon früher über das stille Waldidyll, von hohen Tannen umschlossen, entzückt worden. Jetzt fterlich sieht der Hof etwas anders aus, da zur Heilanstalt sieden Gebäude und mehrere Hallen gehören. Sie hat eigenes elel- llisches Licht und Hochdruckwafferleitung. In neuerer Zeit ist eine Kinderabteilung eingerichtet worben. Diese entspricht sicherlich einem Bebürfnisse unserer Gegenb, inbem schwächliche und leicht tuberkulöse Kinder zu kürzerer und längerer Kur Aufnahme finden. w. Friedberg, 28. April. Heute begann am hiesigen Schullehrerseminar das neue Schuljahr. Damit wurde zugleich eine Feier, die Einführung des nenen Direktors, Prof. Dr. Schäfer, verbunden. Um 11 Uhr versammelten sich die Zöglinge deS Seminars im Beisein des Lehrerkollegiums in der Turnhalle des Seminars. Nachdem der Gesangschor der ersten Seminarklaffe den Psalm: „Der Herr ist mein Hirte" vorgetragen hatte, hiell Qderschulrat Dr. Scheuermann-Darmstadt eine Ansprache. Er rühmte zunächst die Verdienste des langjährigen Direktors Dr. Quentell, welcher auf sein Nachsuchen vom 16. April 1903 ab m den Ruhestand versetzt worden sei. Sodann sprach Herr Oder- schulrat über die Aufgabe der Lehrerseminars und ttchtete zum Schluffe ernste Wotte an die Seminaristen. Im Namen des Lehrettollegiums begrüßte Musikdirektor Schmidt, der älteste Lehrer der Anstalt, den neuen Direktor, welcher vor 25 Jahren als Schüler des Herrn Schmidt m das Seminar eingetreten sei. Direktor Prof. Dr. Schäfer sprach Wotte des Dankes dafür, daß man ihn an die Statte seiner Jugend, an die Stelle seines Vaters berufen habe. Bekanntlich war vor Herrn Quentel Herr Schäfer, der Vater des jetzigen Direktors, langjähriger Leiter des hiesigen Lehrerseminars. Mit dem Gesang der 1. und 7. Strophe des Liedes, „Wer nur den lieben Gott läßt wallen", schloß die Feier. — Zugleich scheidet der bishettge Seminarhilfslehrer Kurz auS dem hiesigen Schuldienst. Herr Alb. Schmidt tritt an seine Stelle. Darmstadt, 30. April. Bezüglich der Landtagswahlen soll nach dem „T. T. A." ein Gerücht verbreitet sein, daß die nationalliberale Partei der freisinnigen Volkspartei einen Kandidaten zugestehen wolle ober gar schon zugestanden habe. Wir sind in der Lage, dieses Gerücht für durchaus unrichtig zu erfiären. Die nationalliberale Partei .hat ihre beiden Kandidaten, Land- gerichtsrat Dr. Buff und Architekt Heinrich Müller, aufgestellt und hält an denselben fest. 0 Mainz, 30. April. Die von vielen Kreisen schon lange mit großem Interesse erwartete erste Deinver- fteigcrung der Groyh. Weinbaudomänen Verwaltung fand heute hier statt. Sie war so zahlreich von Liebhabern besucht, wie nvck kaum eine zweite Weinversteigerung hier. Das Versteigerungslokal war zum Erdrücken gefüllt und cs mußten viele Kausllebhaber sich mit einem Plätzchen in den Vorräumen begnügen. Es wurden hohe Preise er- Anfangs- u. Scklutzkurse. 213,00 212,50 185,90 iesige türkische Botschaft ver- Witter s D 29.-30. April 16,86 C. 29.-30. 6,4’ C. Telephonischer Kursbericht* Oberbesa^n 104.01 211,90 141,00 187,00 211,75 141,00 186,75 185,87 9235 101 25 100.05 103.07 -6 & . 51.06 . 32.45 . 32 03 . 131.08 44.09 sammlung und der Mainzer Handelskammer George Hrr,ch Der Verstorbene stand im Alter von 70 Jahren. — Die Arbeiten für den Neubau einer katholischen Lerche in Groß-Zimmern sind nunmehr ausgeschrieben. Mil der Leitung des Baues ist Herr Architekt A. Greif-» zu Main- beauftragt. Die Gesamtkosten des Rohbau.es belaufen sich auf annähernd 100000 Mark. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Jubilate, Sonntag, de« 3. Mai. Gottesdienst. Z« der Stadtktrche. Reichsanleibe do. Konsole . do. . . Hessen Höchste Temperatur am Niedrigste , , 3 J/u Mexikaner 4,/f,/e Chinesen Electric, bei.ackert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Beniner Handelsges Oesterr. Staatabahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . , . Bochum .... . . 102.85 . . 92.04 . . 102.06 1 rankiart et. J., 1. Mai Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Harpener i »ndenz: schwächer. -2-E L 2 iS Deft Kredit. . Deutsche Bank . Darmstädter Batik 19C3. . 2635 . 93.03 . 101.00 . 193 04 . 212.04 . 190.08 . 141.00 . 150B0 . 157.06 , 148.01 . 13.07 190.05 . 222.75 . 186.03 . 186.02 r 40 , Italien. Rente . . . — — Arbeitsmitteln und der Arbeits-1 PortQgieMn . . . pflicht aller ihrer Glieder. Schaffung eines staatlichen und ff Portugiesen. . . . . gesellschaftlichen Zustandes, in dem die Wahrheit, die \5; c. Tü°kea . . . rechtigkeit, die Gleichberechtigung und die Wohlfahrt aller Türkeniosc . ber unverrückbare lieitfiern jut. alles Handeln i)L Wer diese 14% Gnech. Monopol.-AnL nnjprp Anschauungen teilt der stimme am 16. Juni nurj4'/,x äussere Argentiner Prinzen Heinrich in dessen Schloß einen Besuch ad, den der Prin- später an Bord des russischen Schiffes erwiderte. AlS der Prinz das Schiss verließ, brachte die Be- sotzung desselben drei Hurrarufe aus, wahrend an Bord 21 Salutschüsse abgefeuert wurden. München, L Mai. König Georg von Sachsen hat heute vormittag München wieder verlassen. Zur Verabschiedung waren am Bahnhofe anwesend Prinz Luitpold, der bayerische Gesandte in Dresden und andere. Die Verabschiedung zwischen dem König und dem Prinzregentrn war äußerst herzlich , London,!. Mai. Gestern abend 8.50 Uhr dampfte der fte Schnellzug London-Berlin via Hock von lland aus dem Bahnhofe ab. Jin Zuge bcfaiiden sich der Wohltätigkest zu stellen, dürste in Berlin noch nicht dagewesen sein. Neben seinen sonstigen Reformen im Eisenbahnwesen strebt Minister Budde aber auch den Ausgleich der sozialen Gegensätze m seinem Beamtenheer an, davon zeugte schon die Heranziehung schlichter Eisenbahnarbeüer an d»e Ministertafel. Lm weiteres Beispiel dafür war das große Wohltätigkeitsfest, das der Lifendahnverein am letzten SamStag veranstaltete. In den Loncordia-Festsalen war ein! gut Test der Berliner Eisenbahnersamüien, an chre Spitzel Excellenz Budde mit seiner Gemahlin, Präsident Hianolb mit seinen Räten, vereint, um für den ,Eisenbahn-Tüchterhorf ihr Scherflein beizutragen. Eine Reihe prächtiger lebender Bilder stellten die Söhne und Töchter des Ministers Budde, des Ministerialdirektors Kirchhoff, des Reg-RatS. Dr. Grünberg u. A., und ebenso wirkten m dem Lustspiel »Papa hat'S erlaubt* die Söhne und Töchter der Ministerialdirektoren Wehrmann und Kirchhoff ic. als treffliche Charakterdarsteller mst. Wie die Kleinen, so ernteten auch die Großen, u. a. die Töchter deS MmisterialdirektorS Schröder wohlverdienten Beifall. Und wenn ein leibhaftiger RegierungSrat statt die Akten die Partitur vornimmt und eigenhändig den Taktstock! dazu schwingt, so darf eS auch nicht Wunder nehmen, wenn ein schlichter Eisenbahnsekretär nicht allein Fahrpläne zu schmieden, sondern auch treffliche Märsche für Orchestermusik zu komponieren versteht So bot diese sellene Veranstaltung, zu der auch der frühere VereinSoorsitzende, OberregierungS- rat Dr. RüSler aus Mainz, herbeigekommen war, viel deS Schönen und Interessanten. * Ter älteste amtierende Jurist Deutschlands, der Notar Geh. Jufti-rat Johann Josef Kewer, ist im Alter von nahezu 93 Jahren in Rheinberg im Rheinland verstorben. Herr Kewer erfreute sich bis zum letzten Augenblick seltener körperlicher Rüstigkeit und war auch geistig so frisch geblieben, daß er trotz seines hohen AltcrS noch seine amtlichen Funktionen erfüllen konnte. Arbeiterbewegung. , Mainz, Ä. Slpril. Der M a u r e r a u s st a n d zeigt bereits leine Folgen, indem sich die Zlmmergeschaste schon genötigt gesehen haben, einen Teil ihrer Leute zu entfallen, da sie an den begonnenen Bauten nicht weiter arbeiten können. Die Zahl der wegen der Maurersperre beschäfttgungSlofen Bauhandwerker durste sich setzt bereits aus 1600 belaufen. Um den Zuzug fremder Maurer zu vermeiden, haben die Strickenden an den Bahnhofen und den Stadtthoren Streikposten aufgestelll, die ftemde Maurer vor der Hierherkunü warnen. Die verlautet, sollen den ausständigen Mau- rem von auswärtigen Fachvereinen beträchtliche Unterstützungen ruqesichert sein, so daß zu befürchten ist, daß die Streikbewegung nicht sobald zu Ende geht. — Auch bei den Lunch ern i|t eine Streikbewegung un Anzug. In einer gestern stattgehabten Versammlung plädierten einige Heißsporne auch für Niederlegen der Arbeit, da einige Meister die vor kurzem geiteüten Lohnsorder- ungen noch nicht bewilligt haben. Auf Anraten befonnerer Elemente hm beschloß man aber vorerst den Ausgang des Maurer- streicks 'abzuwarten und erst im Falle eines eicges der Maurergesellen eventuell in Ausstand zu treten. LZ Eisenbahn-Zeitung. Bielefeld, 30. SlpriL In der gestrigen Sitzung der Liesiaen Handelskammer teilte der Präsident nut, er habe bei Gelegenheit des letzten Handelstages auch mst dem Eisenbahnminister Budde über den P e r s o n e n t ar i f gesprochen. Der Minister habe sich ablehnend verhalten zu der Anregung, Schnellzugs- und Versoncuzugsiahrkarlen zum gleichen Preise zur Beringung zu stellen, wx sei eher dafür, zwar dieselben Fahrkarten gellen zu lassen, jedoch für die Benutzung der Schnellzüge einen madigen Zuschlag zu erheben. Im übrigen befürwortete ber Minister die Abschaffung der Rückfahrkarten, dafür ab« die Mäßigung des Preises für einfache Fahrkarten auf die Halste des jetzigen Fahrkartenpreises. vormittags 9st, Uhr: Pfarrer Scheunemann. 93onniUag6 11 Uhr: Sinderkirche für die Mariusgemeinde. Pfarrer Scheunemann. Aprll-Mai § -s - iws- ih rirft ft>, wie sie et» Privatweinproduzent noch fetten] erlöst hat. Sämtliche zum AuSgebot gekommene» Deine, 46 Halbstück 1890 er Bodenheimer, Oppenheimer, Dienheimer und LudwigShöher, für deren Naturreinhell und Originalität die Domänenverwaltung ausdrücklich garantierte, fanden schnell Absatz und zwar zu Preisen, welche die Taxe recht erheblich überschritten. Vereinzelte Nummern wurden bis zu 400 Mark über die Taxe be^chtt. 1 Läufer und Steigepublikum waren etwas verschieden von dem üblichen Weinversteigerungspublikum, indem viele Privatpersonen von hier und der Umgegend anwesend waren, tvährcnd sich der eigentliche Weinhandel etwas zurückhaltend verhielt Letzteres ist auf den Umstand zu- rückzuführen, daß eS nachträglich bekannt geworden ist daß die Domänenverwaltung auch Domanialweine rn kleinerem Quantum in Flaschen direkt an Konsumenten abgieb t wodurch natürlich der Dein handel geschädigt wird. Lleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der langjährige Vorstand der Gerichts schreiberei deS Lberlandec-gerichts in Darmstadt, Justizrat Scharmann, feiert am SamStag, L Mai, sein Bochumer Guß . Harpener Bergbau . , Schluß-Tendenz: schwächer. Standard DU So. t« Rußland. Lin Vertreter der Stan- I barb Cil 6o. ist mit mehreren Petroleumsirmen IN Baku zum Zweck Ankaufs von russischen Petroleumquellen in Unterhanblimg ge- * Saarbrücken, 30. April. Ter Polizei-Kon- treten. Die Ankaussoerhandlungen werden sehr geheim und klikt hol lick weiter zuaespitzt In der vergangenen Nacht hauptsächlich durch bie Firmen betrieben, mst denen die Standard er L ‘ PA miVher ui Ausschreitungen des Pöbels gegen die Oil Lo. bereits von früher operiert Tie vor ewiger Zett vom Holland aus deni Bahnhöfe av. JIN LZuge oesanoen fia? S^i^L Ediere wa^ge!wmm?n, mit der Waffe einzu- russischen Fmanzminister erlassene Warnwig, der Standard Ost Lo. ^eker der größten englischen Äätter. fet bÄ^i * D0U ** On6C,1U",en Dueam (lebäubc ber8 o 11 o m a n i f d, c n » a n w Bruch, wurde wieder freigelasseu. Die Polizeibehörde wandte p. Ruhr, 29. April. Die Generalversammlung des m Flammen, ein Teil desstlben konnte gerettet kverdem sich an den hiesigen General v. König, um militärische Hilfe Bergwerks Nordstern genehmigte die Erhöhung des Alle Maßnahmen sind getroffen worden, um inn timtereS in Ailspruch zu nehmen. Dieselbe wurde jedoch abgelehnt. A k t i e n t a p i t a l S von 16 200 000 auf 20 000 000 Mk. Die neuen Umsichgreifen des Feuers zu verhindern und bie iffenti- Di, Doli-tei ließ beute abend 8 Uhr sämtliche Restaurationen Aktien will ein Konsortium unter Führung der Natwnalbank für uche Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten $aS Feuer ******* ®ent>arraetle M w ® sich m brei k9cn kftnhen,' * C ttaroa, L Mai. Im kanadischen Unterhaus verlas Premierminister Sir Wilfrid Saurier Deveschen, welche be- Sigen, daß das Unglück in Frank auf einen Berg- ;i nicht auf einen Vulkanausbruch zurückzuführen ift Zahl der Toten betrügt 87. Bon den Bergleute» sind zwei umgekommen, 15 wurden gerettet. • Daß die Kinder eines Ministers bie Bretter, bie die Welt bedeuten, betreten, um chre Kräfte in den Dienst ®rub enf ei b erauf der linken Rheinseste, welche mit der Zeche 'morsen rourben, Rhempreußen Markscheiden. Tie Aktwnare haben em Bezugs- 0 ,1,. k“ 5,16,1 bd äu6trfl flfln^,(,en 8radlloer^ltnlt|tn- ' ■^e“.S Nmb°n zu werft., In bem Augenblick, als der Brand ausbrach wurden zweiUebel- täter durch Bombensplitter zerrissen, drei andere wurden lebend gefangen genommen. Ein Soldat und ein Wächter sindtot. Von den Angestellten der Bank ist niemand umgekommen. Der Anstifter der Unruhen ist ein auf einem Dampfer der MessagerieS maritimes eingetrofsener bulgarischer Schulmeister namens Yorght Derselbe reiste bald wieder nach Ueskueb ab, »ohflöt.,6rirA, «wurde aber unterwegs verhaftet und nach Saloniki zu- 1 er rückgeschafst, wo er dem Gericht übergeben worden ist. Vormittags LMdergoUeLdienst' für bie Lukasgemeinbe. Marseille, t Mai. Die Veranstal^ng einer Gala- Pfarrer Euler. Soiree beim Bürgermeister zu Ehren der amerikani- Abends 8 Uhr im «onfirmandensaal: Versammlung und schen Seeoffiziere muß^ unterbleiben, well biblische Bcsprechima. Pfarrer Scheuaemaun. I Admiral Kvtbon erklärte, fern Geschwader habe Ordre, noch ------- am Abend Atarsellle zu verlassen. Er selbst aber müsse sich Katholische Gemeinde. „ach Paris begeben, um einer Einladung Loubets zur Tell- S am Stag, den 2. M a i 1903. nähme an den Festlichkeiten während der Anwesenheit Nachmittags nm 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur 5chig Eduards nachzukommen. 6o = .<«g, b«= 3. &a®e,T Sonntag nach Ost-rn. Barcelona 1 Ma.. Sämtliche Straßenbahn-Ange. Bonmttag* »on 6-/, Uhr an: BelegenheU ,ur heil. Beicht. Mt« hoben beschlossen ben lS. n e r a l. Aus s o n b zu oer. , um 71/, Uhr: Die erste heil. Messe, hängen, falls die Gesellschaften Nicht in eine Lohnerhöhung vor und in derselben Austeilung ber heil. Kom-1 einwilligen. Die Gesellschaften lehnten dies jedoch ab. — M m3,«. Die Polizei hat mehrere streikende Zimmerleute verhaftet, " ^S >/. ^r^H°ch7^m.^Pr-bcht." well sie sich zu Tötltchkeiten verleiten l-cben. Di-Arbeitgeber Nachmittags um 2 >/. llhr: Ehristenlchre, daraus Andacht. haben den Gouverneur um Schutz gegen bie Angriffe ber Dienstag und Freitag abend 6V, Uhr ist Mai'Andacht. I Streckenden ersucht. HoUesdirust in der Synagoge^ Südanlage. Wien, 1. Alai. Das österreichisch-ungarisck-e Ojeneral- Asrarlitiscke Deliaionsgemeinde. Konsulat in Saloniki hat an das hiesige auswärtige Amt Samstag, den 2. Mai 1903. einen ausführlichen Bericht über die dortigen Vorgänge Vorabend 730 Uhr. Morgen« 830 Uhr. gesandt, aus dem ersichtlich ist, daß man schon feit ewiger Nachmittaas 4 Uhr. I Zeit die Wahrnehmung machte, daß etwas gegen Saloniki EchrifterNärnng. I geplant war. Weiter wird bestätigt, daß über 50 Bom- SabbachauSgang 835 Uhr. ben geworfen und zahlreiche Bomben vergraben auf- . - gefunden wurden. Der Leiter des Attentats sei JFflnrilien-ttfldltidltErt zweifellos Sarafow. Zurzell der Absendung des Be- rechnet man mit der Möglichkeit eines Aabinetts- wechsels und bezeichnet die Sache Szells als rettungslos verloren. Graf Theodor A n d r a s s y hat wegen eines politischen Wortweä)sels den Abg. Barta fordern lassen. Konstantinopel, 30. April. Infolge der Vorfälle in Saloniki ergriff bie Pforte alle Dlaßregeln zum Schutze der dortigen fremden und eigenen llnterthanen. Die Garnison wurde gestern und heute durch 4 vus Smchrna kommende Bataillone verstärkt. Der Großvezier gab verschiedenen wegen der Vorfälle anfragenden diplomatischen Persönlichkeiten beruhigende Zusicherungen. L. Newyork, 30. Äprll. Bei oer Explosion auf dem Schildkrötenberge wurden den letzten Nachrichten zufolge 112 Personen getötet. Huiiderte sind infolge der natastropye obdachlos. £ Newyork, 30. April. Das Burentomitee hat nach einer Meldung aus Mexiko 83 000 Acres Land am Eonchasflusse bei Santa Rosalia im Staate Chihuahua an- aekauft. Ter frühere Burenlommaiidant Snyman beabsich- rigt 1000 Burenfamilien auf diesen Ländereien anzusiedelm Neueste Meldungen. Lriginaldrahtmcldungen des Gießener Anzeigers. Frankfurt, 1. Mai. Die Gattin des österreichischen Generackonsuls Maxim. Goldschmidt, eine Tochter des verstorbenen Barons Rotschild, ist heute früh nach längerem Leiden im Alter von 46 Jahren gestorben. Sie ist durch chre müden Stiftungen westhin bekannt. 30/*° ° Berlin, L Mai. Fast sämtliche Morgenblätter ver-IM., öffenttichen lange Artikel über die zu Ende gegangeneUj Legislaturperiode des Reichstages. Der „Bor- 3‘/,o/0 wärt--" bringt einen, die ganze erste Seite Mlenden 13M/,r^------ Wahlaufruf. Derselbe schließt mit folgenden Worten: Unser 4* . Siel ist bie seti>eifii»nin3 ber jojialbeitwEranje^ti Staus.k.*. . 1OTJ7 und Gesellschaftsordnung, gegründet auf dem gefellschaft-l-t^ Doxa. ~ [trfvn Eiaentum an den Arbeitsmitteln und der Arbeits- für ben lanhibaten der €<^ialbentotratie. — Die neue» Tirekbore» deS Berliner Theater», Halm und Grauh, treten, nachdem Direktor Lindau gestern vvm Berlin« xtb genommen hat, mit dem heutigen Tage ihr Amt au Die beiden Herren, die schon mehrere Jahre hindurch dem Verbände deS Theaters angehören, werden diese Buhne jetzt bi» zum L August 1905, wo die Direktion Kandel und Verkehr. Uolkswittschafl.H8 Berliner VSrse vo» 30. April 1903. (Ungeteilt von derI -indes seiner Tochter wurde vom Schwurgericht der Schuh- Barck für yandei und Industrie, Gießen.) Wir vorauSzusehen mar, ma(frcr Mischer zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren setzte die Börse auf allen Gebiet« in strammer Haltuna em. Anlaß I &fJrDCrtuft verurteilt Fisärer hatte d a 11 c n m 0 r b c -8 den Eisenvatmvramten der Gesamttenbenz fest. In bet zwellen Börsenstunbe gaben bielMr »hn unter Anrechirung mildernder Umstände zu neun Hurst auf ben meisten Gebieten nach Die Melduna über^Attemate Monaten Gefängnis. Ee handelte sich um ein von ihm auf bie Ottomanbank m Salanifi bewirkten einen starken Rückgang 3 März in der bäurischen Bier Halle verübtes Revvlder- der Türkenwerte^ wllcker naturgemofe ben ganzen Marit beem- gegen seine dem Trünke ergebene F-rau. _ . , . stutzte. Gegen Schluß ber Börse fedoch erhallen nch die Kurse m- » q ' fitantmanbant de» russische» fünfjährige» Dienstsubiläum. - In Mainz starb nach folge von besseren Pariser Meldungen. TerLasimnarit veriehrte Edinburgh stattete dem turzem Leiden, nach einer vor einigen Tagen vor genom- heute in lusttos er Stimmung; als bester sind die Werte der Texnl-^chu 1 s cy inc'„ ab Overation das Mllglied der Ctadtverordneten-Ver-1 industrie^ sowie Zmkaktten zu erwähnen. nm und der Main^r Handelskammer George Hirsch Prwat-DiStont 2>/, Prozent. Gtrichtssuul. Göttingen, 30. Aprll. Wege» einer Bagatellsache kam - ■ rt zwischen ben Studenten Gustav Förster und Fried- Theater Abschied genommen rich Neubau- zu einem Pistolen duell, das aber einen unblutigen Verlauf nahm. Tie Strastanmrer verurteilte ben ersteren zu vier, Neubau- zu f ü n f M 0 n a t e n F e st u n g. __ 30. 2* 7393 4-16,6 7,4 83 53 SSE. 4 Bew. Himmel | 80. 9" 739,1 4-11,4 89 NNE. 1 Bew. Himmel 1 L 7* 738,2 4-10,7 83 N. 2 Bew. Himmel 1 Gestern abend gegen 7‘/, Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Schwager und Onkel, Grossen-Linden, 1. Mai 1903. Die Beerdigung findet Sonntag, 3. Mai, nachmittags 31/* Uhr, in Grossen-Linden statt Woyuuug4U Dtäusburg 12. 8507 Gesucht 3606 Kinzenbach, den L Mai 1903. Zur Anfertigung mit 151 02140] j)h)bliertefl Zmuner zu verm. Bahrchofsir. 27, 111, links. und deS habe idb fteti vorrätig ttirchenplay 4. 02148] 8146 Verbindung treten. 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