Nr. 256 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag 31. Oktober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Siebener Kamillen« blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt und den JBlältern sür hessisch« Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprcchanschluß Nr. 51. F——— GietzenerAMiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeiae» zu der sür den folgenden! Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Dermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen 9ln* zeigen entgegen. Zeilenpreis t lokal ILPf* auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich sür den allgemeinen Teil: P. Wntko; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Der Weltboykott gegen die englische tzandelsflntte. Die von den Dockarbeitern in Amsterdam angeregte Idee, durch einen Weltboykott der Hafenarbeiter gegen die englische Handelsflotte den Seeverkehr des Jnselreichs lahmzulegen, und es dadurch zur Beendigung des südafrikanischen Krieges zu zwingen, wird sich allem Anschein nach nicht durchführen lasten. Zunächst sind die holländischen Dockarbeiter selbst in Vieser Frage nicht solidarisch. In einem Meeting in Antwerpen am 28. d. M. erklärten, wie uns heute das D.- B. H. meldet, verschiedene Redner, die Organisation des Boykotts sei sehr schwierig, wenn nicht unmöglich. Man begnügte sich infolgedessen mit Annahme einer Sympathieadrestc. Aus Rotterdam, das ebenso nrie Antwerpen einen viel bedeutenderen Schiffsverkehr hat, als Amsterdam, fehlt bisher die Meldung von einer entscheidenden Stellungnahme der Dock- arbeiter. Vermutlich sagen sich auch die Rotterdamer, daß es in den gegenwärtigen, wirtschaftlich ohnehin wenig günstigen Zeitläuften vermessen wäre, sich der Gelegenheit zum Verdienst selbst zu berauben, sein Wohl imd Wehe von den noch keineswegs gesicherten Bezügen aus Unterslühungsfonds abhängig zu machen. Sämtliche Arbeiterverbände der Niederlande wurden aufgefordert, die Boykottsbewegung gegen die englischen Frachtschiffe durch Geldmittel zu unterstützen. Heute findet in dieser Angelegenheit eine Versammlung in Amsterdam statt, in der man ja wohl Näheres über den Stand der Dinge erfahren wird. Aber auch den Hafenarbeitern sitzt das Hemd näher als der Rock. Das wird wohl auch auf dieser Versammlung betont werden, und wenn auch die Hamburger, wie wir gestern meldeten, sich für den Boykott erklärt haben, so thun das noch lange nicht die in den anderen großen europäischen Häfen. Im Hafen von Genua beispielsweise ist die englische Flagge sehr zahlreich vertreten. Der größte Teil der dortigen Dockarbeiter würde also brotlos werden, wenn das Leichtern und Befrachten englischer Schiffe in Fortfall käme. Die Genueser Arbeitskammer wird es unter diesen Umständen wohl bei einer Sympathie-Erklärung für die Boykott-Idee bewenden lasten. Der Anschluß der spanischen und portu- giesischen Dockarbeiter ist vollends unwahrscheinlich; weniger vielleicht aus dem Gefühl einer gewisten Hinneigung zu England, als weil die Bevölkerung der Pyrenäenstaaten im allgemeinen dem Schicksal der Buren gleichgiltiger gegenübersteht. Anders in den skandinavischen Staaten. Dort hatte die Sache der südafrikanischen Freiheitskämpfer von Anfang an einen starken Rückhalt, und der Verband der Dockarbciter in Kopenhagen erklärte sich auch sofort bereit, der Boykottbewegung gegen die englischen Schiffe beizutreten. Das Gleiche ist von den leichtempfänglichen Franzosen zu berichten. Diese fordern überdies, in der Erkenntnis, daß nur ein gemeinsames Vorgehen zum Ziele führen kann, den Zusammentritt eines Kongresses der europäischen Dockarbeiter. Ehe dieser Kongreß nicht zu stände gekommen ist, wird man in der That die Boykottfrage schwerlich als spruchreif betrachten dürfen. Die Thätigkeit der hier und da eingesetzten Arbeiterausschüsse müßte also zunächst auf dieses Ziel gerichtet sein. Was Deutschland betrifft, so heißt es, daß die Hamburger Hafenarbeiter eine Agitation für den Anschluß an die Boykottbewegung ins Werk setzen und gegebenenfalls Unterstützungen gewähren wollen. Daraus spricht eine berechtigte Vorsicht. Abgesehen davon, daß bei der zunehmenden Arbeitslosigkeit in Deutschland tausende von Händen bereit sein würden, das Lösch- und Ladegeschäst auf englischen Schiffen zu besorgen, berücksichtigen die Hamburger Arbeiter wohl auch den Umstand, daß der Boykott teilweise unwirksam gemacht werden könnte, nämlich dadurch, daß das Leichtern und Laden der betr. Schiffe einfach nach englischen Häfen verlegt, und die Waren dort von deutschen Schiffen an Bord genommen oder weitergegeben werden würden. Der durch Zeitverlust oder Mehrkosten den englischen Rhedern entstehende Nachteil fiele nicht ins Gewicht. Alles in allem: Der Gedanke, die englische Flagge von der Beteiligung am Seehandel des Kontinents auszuschließen, ist praktisch undurchführbar. Hart im Raume stoßen sich auch hier die Sachen. Als Begleiterscheinung des südafrikanischen Krieges ist aber diese internationale Boykottbewegung gegen die englische Handelsflotte in den Annalen der Geschichte einzig dastehend. Politische Tagesschau. Kein Kanzlerwechsel! Aus Berlin, 29. Okt., wird uns geschrieben: Die Nachricht, daß der Reichskanzler sich zum Vortrag beim Kaiser nach Schloß Liebenberg, den Jagdgründen des Fürsten Philipp Eulenburg, begeben hat, konnte wohl geeignet sein, in Erinnerung an den Sturz des Grafen Eapinvi einigermaßen allarmierend zu wirken. Der damaligen Ueberraschung — eine Ueberraschung auch für die Bundesregierungen — war ebenfalls ein kaiserlicher Besuch in Liebenberg vorausgegangcu. Diesmal steht indessen kein Kanzlerwechsel in Sicht. Wie wir vernehmen, handelte es sich vielmehr bei dem Vortrag, wie versichert wird, wesentlich um Fragen der auswärtigen Politik, die eine rasche Entscheidung erfordern. Die „Nationalztg." versichert, die „Reise" des Grafen Bülow betreffe lediglich den üblichen Vortrag über laufende Angelegenheiten. Die „93aff. Ztg." bestreitet, daß heute schon von einem Gegensatz zwischen dem Kaiser und dem Kanzler in der Handelspolitik gesprochen werden dürfe. Graf Bülow habe allerdings agrarische Reden gehalten, aber sich überall Hinter- thüren und Rückzugslinien offen gelassen. „Einstweilen glauben wir nicht, daß in Liebenberg ein Kanzlerwechsel vorbereitet wird." Das -,Berl. Tgbl." konstatiert, daß an den Krisengerüchten nichts Wahres ist. Kennzeichnend für die Zustande in der inneren Politik, für die Unsicherheit, die allenthalben in Bezug auf die künftige Zollpolitik herrscht, sind allerdings, wie von mehreren Seiten hervorgehoben wird, derartige Vermutungen. Nur wenige Wochen trennen uns von dem Beginn der Reichstagsverhandlungen. Man hatte angenommen, der Zolltarifentwurf werde unter Berücksichtigung der zahlreichen öffentlichen Kundgebungen, der ausführlich begründeten Vorstellungen der Interessenten, in verbesserter Auflage an den Reichstag gelangen. Es sind aber Aenderungen nur in Kleinigkeiten erfolgt. Wie stellt sich die Regierung zu all den Wünschen, die seit der Veröffentlichung des Tarifentwurfs laut geworden sind? Niemand weiß es. Bald machen angebliche handclsver- tragsfreundliche Aussprüche hoher Personen die Runde durch die Presse; bald wird versichert, die Landwirtschaft werde diesmal zu ihrem vollen Rechte kommen, ganz gleich- giltig, ob das Ausland mit Zollkriegen drohe. Hinsichtlich der neuerdings dem Kaiser zuHeschriebenen Aeußerrmgen wird der „Nationalztg." mitgeteilt, daß der Kaiser wiederholt bemerkt habe, er lehne es unbedingt ab, auf Aeußer- ungen, die aus Privatgesprächen mit ihm in die Oeffentlich- keit gebracht werden, irgendwie zurückzukommen. Das ist zu verstehen. Dies Hineinziehen des Herrschers in den Streit der Parteien sollte unterbleiben; es ist nicht taktvoll, vertrauliche Bemerkungen zu benutzen. Vom objektiven Standpunkt muß man den Konservativen nachsagen, daß sie, obwohl sie durch ihre Beziehungen zu Hos- und Regierungskreisen sicherlich manches Kaiserwort hören, keinen Gebrauch davon machen zu Zwecken der politischen Polemik. Ein katholischer Uuiverfitätsprofeffor über Parität. Der „Schwäbische Merkur" erinnert daran, daß der katholische Professor V. Lossen die llerikalen Paritätsfragen wiederholt und gründlich in führenden Zentrums- organen erörtert hat, neulich noch in der „Köln. Volksztg." vom 11. Juli. Damals wandte sich Professor Lossen gegen einen seiner tterikalen Gegner, der für die Gegenwart eine weitgehende Bevorzugung der Katholiken bei der Besetzung akademischer Lehrstühle gefordert hatte und bemerkte, die Begründung, daß dadurch ein begangenes Unrecht wieder gut gemacht werden sollte, würde von den Fakultäten nicht anerkannt werden, mit dem Hinweis darauf, daß sie selbst schon vor langer Zeit die Beseitigung der die Zulassung der Katholiken hindernden Bestimmungen verlangt haben; daß sie thatsächlich der Habilitation der Katholiken kein Hindernis in den Weg legen; und daß trotzdem sehr wenige Katholiken sich habilitieren, wodurch ganz von selbst ein großer Mangel an geeigneten katholischen Dozenten entstehe. Nachdem Lossen alsdann auf das Beispiel der Juden, die in den akademischen Lehrämtern weit stärker als in der Bevölkerung vertreten sind, zum Beweise dafür verwiesen hat, wie wichtig es vor allem sei, daß die Katholiken mehr als bisher sich freiwillig dem akademischen Lehramt zuwenden, bekämpft er die Auffassung, als ob die „Taufscheinkatholiken" in der akademischen Laufbahn besser vorwärts kommen als die gläubigen Katholiken. Die persöhnliche Erfahrung des Frhrn. v. Hertling und die Nichtanstellung Janssens läßt Lossen nicht für allgemein gelten. „Man urteilt", schreibt Lossen, „einseitig, wenn man sich ausschließlich aus solchen Erfahrungen seine Meinung bildet. Selbst unter Falk witrden überzeugungstreue Katholiken angestellt, so Lörsch in Bonn, Niehues in Münster und ich selber, vielleicht auch noch andere. Wer sucht, findet unter den Professoren an unseren Universitäten noch manchen Katholiken, den man keineswegs zu den Taufscheinkatholiken rechnen kann. 1896/97 waren von den Privatdozenten der weltlichen Fakultäten aller preußischen Universitäten nur 7 Pro - zent katholisch. Diese Zahl ist meines Erachtens so traurig klein, daß wir wahrlich keine Veranlassung haben, uns den Kopf darüber zu zerbrechen, wieviele von diesen 7 Prozent überzeugungstreue oder Taufscheinkatholiken sein mögen." In demselben Aufsatze erklärt Lossen, daß „eine weitgehende Ignorierung des Vorschlagsrechtes der Fakultäten zu Konflikten führen würde, die geeignet wären, die preußischen Universitäten auf das schwerste zu schädigen." Von den übrigen Universitäten gilt natürlich dasselbe. Die Hinrichtung des Präsidentenmörders Czolgosz. Auburn (Staat New-Pork), 29. Okt. Czolgosz ist heute vormittag mittels Elektrizität hingerichtet worden. Eine halbe Stunde vor der Hinrichtung fragte Czolgosz, ob eine große Menschenmenge der Hinrichtung beiwohnen werde, wenn ja, dann werde er eine Rede halten. Als ihm mitgeteilt wurde, daß nur wenige Personen anwesend sein würden, sagte Czolgosz ärgerlich: Dann will ich keine Rede halten. Es wurde ihm dann gesagt, daß man überhaupt unter keinen Umständen gestatten würde, daß er eine Rede halte. Meldungen des Bureau Laffan zufolge ging die Hinrichtung ohne Fehler und ohne Stockung vor sich. Kein Geistlicher war zugegen und nur eine kleine Anzahl Menschen versammelte sich vor dem Thore des Gefängnisses. Neun Minuten nach sieben Uhr erschien Czolgosz im Hinoichtungs- raume. Die Wärter stützten ihn, während er schnell dahinschritt. Er stolperte über den Riemer:, mit dem seine Füße festgeschnallt werden sollten, fiel dadurch in den Hinrichtungsstuhl hinein und fing sofort zu sprechen an. Erst waren seine Worte unartikuliert, dann berftanb man, wie er sagte: „Ich erschoß den Präsidenten, weil es der guten arbeitenden Bevölkerung zum Nutzen gereichen würde, ich bebaute mein Verbrechen nicht, ich! bebaute nur unendlich, daß ich meinen Vater nicht sehen konnte. Das ist alles!" Kaum hatte er diese Worte gesagt, so wurde die Maske mit den Ledertiemen übet sein Gesicht gezogen und es war zwölf und eine halbe Minute nach sieben Uhr, als der Wärter Mead das Zeichen gab. Es fand eine plötzliche Kontraktion der Muskeln statt, dann wurde der Körper steif. Einige Sekunden ließ man den Strom in derselben Stärke wirken und dreizehn Minuten nach sieben Uhr wurde der Strom noch einmal in ganzer Stärke zur! Anwendung gebracht und wieder ausgeschaltet. Die Aerzte nahmen dann eine eilige Untersuchung vor und rieten, daß der Vorsicht halber der Strom noch zum dritten Male zur Anwendung kommen solle. Infolgedessen wurde der Strom um vierzehn und eine halbe Minute nach sieben Uhr noch einmal für einige Sekunden eingeschaltet und um viertel nach sieben wurde Czolgosz für tot er Härt; Der „Evening News" zufolge kamen 1700 Volt zur Anwendung. Das Gesuch des Bruders, der Hinrichtung beiwohnen zu dürfen, war abschlägig beschieden. Nach der Sektion wurde die Leiche in Kalk begraben. Alle Kleidung, Papiere und Briefe von Czolgosz wurden verbrannt, damit sie nicht als Reliquien benutzt werden können. Die Obduktion der Leiche zeigte ein normales Gehirn. Die Familie des Czolgosz schien geneiat zu fein, seinen Leichnam oder seine Kleider einem Schaubudenbesitzer, der 5000 Dollars für den ersteren oder die leßteren bot, zu verkaufen, indessen bewogen die Gefängnisbehörden den Bruder des Czolgosz, eine Verzichtleistung zu unterschreiben. Czolgosz wies alle Priester ab und ersuchte feinen Bruder, darauf zu sehen, daß niemand an seiner Leiche bete. Czolgosz hatte in der Nacht einen starken nervösen Anfall gehabt. Deutsches Wich. Berlin, 29. Okt. Der Kaiser ist heute abend in Wildpark wieder eingetroffen und begab sich nach dem Neuen Palais. — Mit Bezug auf angeblicheAeußerungendes Kaisers wiro der „Nat.-Ztg." mitgeteilt, daß der Kaiser wiederholt bemerkt habe, er lehne es unbedingt ab, auf Aeußerungen, die aus Privatgesprächen mit ihm in die Oeffentlichkeit gebracht werden, deshalb irgendwie zurück- zukommen. — Der „Reichsanz." veröffentlicht eine Verfügung des, Reichskanzlers, wonach die Zahl bet Mitglieder des Kolo n i a l r a t s auf 40 festgesetzt wird. — Die „Voss. Ztg." erfährt zum Milchkrieg, Kommerzienrat Bolle, der größte Milchlieferant Berlins, habe den Vorstand des Milchringes, Oekonomierat Ring, anläßlich der Veröffentlichung eines Inserates, in dem den Berliner Milchhändlern vorgeworfen wird, daß sie bisher meist Halbmilch vertrieben hätten, wegen unlauteren Wettbewerbs und wegen Beleidigung verklagt. Ebenso reichte der Vorstand des Vereins Berliner Milchpächter gegen eine Anzahl Mitglieder, welche die Konvention gebrochen, Milch nicht höher als für 12 Pfennig für den Liter frei Berlin zu kaufen, die Klage auf Konventionalstrafe von 1000—2000 Mk. — Wir brachten (in unserer Sonntagsnummer) die Mitteilung, daß auf dem Abreißkalender des deutschen Flottenvereins ein beinahe sozialistisch angehauchter Ausspruch entdeckt wurde. Nun hat sich als Verfasser Professor Dr. v.' Wenckstern bekannt, der erst vor einigen Tagen durch eine in einem konservativen Bezirks- Verein auf seinen Antrag angenommene Resolution, in der vom Freihandel die Rede war, den Unwillen der „Dtschn. Tagesztg." auf sich geladen hatte- Zugleich hat er aber der „Kreuzztg." den Nachweis geliefert, daß es sich bei jener Sentenz um ein einzelnes Glied aus einer logischen Reihenfolge handelt, und daß der Sinn der ganzen Sptuchsammlung „Nationale Wirtschaftspolitik einschließlich der Agrarzölle" ist. Das führende Organ der Konservativen hat sich mit dieser Erklärung zufrieden gegeben. — Eine Untersuchung über dieZahl der jüdischen Schöffen und Geschworenen im Deutschen Reiche wird von jüdischer Seite angeregt. Es soll durch Umfrage festgestellt werden: 1. Ob Juden in der betreffenden Gegend zu den genannten Ehrenämtern herangezogen werben? 2. Ob sich die Praxis in dieser Hinsicht in letzter Zeit zu Gunsten ober zu Ungunsten der Juden geändert hat? Das gesamte Material soll dann gesichtet und eventuell schon bei den nächsten Justizberatungen in den Einzellandtagen zur Sprache gebracht werden. Oeynhausen, 29. Okt. Heber Zolltarif und Tabakgewerbe sprach hier der Syndikus des deutschen Tabakvereins, Schloßmacher aus Frankfurt a. M. Schloßmacher führte aus, daß trotz der agrarischen Wünsche, namentlich in Süddeutschland, den Zoll auf ausländischen Tabak, zu Gunsten des deutschen Tabakbaues von 80 event. auf 110 Mk. für den Doppelzentner zu erhöhen, eine solche Gefahr für die westfalische Tabakindustrie nach seiner Kenntnis der Sachlage zur Zeit nicht bestehe. Der neue Zolltarif enthalte denn auch keinerlei Vorschläge einer Zollerhöhung auf Tabak. Ebenso bemühte sich der Redner, die von süddeutschen Tabakbauern behaupteten Angaben wegen Verminderung der Anbaufläche und der Unrentabilität des deutschen Tabakbaues zu widerlegen. Preußen, so schloß der Redner, würde auch einer Tabakzollerhöhung wohl nicht zustimmen, zumal dasselbe damit wegen des unausbleiblichen Rückganges der norddeutschen Tabakindustrie zweifele gänge in der Wohnung der Verstorbenen wird berichtet: Geßner kam am Sonntag nachmittag 3 Uhr zu Nachbarsleuten und erbat sich eine Tasse Milch; er sagte aber nicht, )aß seiner Frau etwas zugestoßen sei. Erst später bad er, man möge schnell zu einem Arzt schicken, außerdem chrieb er einen Zettel an seine in der Heiligkreuzgasse wohnenden Schwiegereltern des Inhalts: „Julie hat sich vergiftet, kommt schnell her!" Nachbarskeute fanden die Frau beim Betreten der Wohnung in bewußtlosem Zu-- Lande auf dem Fußboden liegen und schafften sie ins Bett. Nachts 12 Uhr 15 Min. ist die Frau, ohne das Bewußt- ein wiedererlangt zu haben, gestorben. Die Frau hat noch am Samstag mit ihrer Dtutter lebensfroh die Markthalle besucht und sich mit Plänen für die Zukunft beschäftigt. Am Hals der Frau sollen auch Strangulationsmerkmale bemerkt worden sein. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Darmstadt ist der Geh. Baurat Professor Erwin Marx, der zu den Zierden der Darmstädter Technischen Hochschule gehörte und an chr 28 Jahre wirkte, gestorben. — In Mannheim ist der in Schiffer- und Rhederkreisen bekannte badische Oberzollinspektor Karl Kaiser gestorben. los Schaden erleiden würde. Zum Schluß wurde eine Resolution angenommen, in 1>er äuf die große Bedeutung, speziell der westfälischen Tabakmdustrie sowie auf die Nachteile, die eine abermalige Tab akzoll-Er- höhun g im Gefolge haben würde, hingewiesen wird. Diese Resolution soll dem Bundesrat resp. den Reichstagsmit- gliedern übersandt werden. Friedberg, 29. Okt. Heute vormittag fand im Beisein des Direktors und von vier Lehrern, sowie des Stadt- vorstandes und der Schüler die feierliche Einweihung unserer Gewerbe-Akademie statt. Beigeordneter Hieronimus übergab mit einer Ansprache die Anstalt dem Direktor. Dieser erwiderte und brachte ein Hoch auf die Stadt aps. Ein Lehrer hielt einen Vortrag über Druckluft, der den Schluß der Feier bildete. Es haben' sich bis jetzt 85 Schüler gemeldet. verwundet worden. < Wer in diesem heißen Gefecht den Kürzeren gezogen hat, ; geht aus diesen Nachrichten des englischen Oberbefehls- - Habers nicht klar hervor. Jedenfalls aber ersehen wir, < daß heftig gekämpft wird. Ein Telegramm des „Reuter- scheu Bureaus" lautet: General Louis Botha ist der Gefangennahme durch Oberst Remington mit knchiper Not entgangen. Die Engländer überraschten sein Lag-er. Botha entkam mit nur wenigen hundert Aards Vor- : sprung, er büßte seinen Hut, seinen Revolver und seine Papiere ein, die in die Hände der Engländer fielen. Zehn Buren wurden gefangen genommen. Botha hat nur noch einen kleinen Rest der Truppen bei sich, die vor kurzem! ■ Natal bedrohten. Die übrigen sind zerstreut. — Ein Telegramm Kitcheners über den Zusammenstoß mit Botha be- , sagt: Oberst Rimington hatte mit dem Obersten Rawlinson , einen langen Marsch nach Schemmelhoeck östlich.vou Ermelo unternommen, wo sich Louis Botha mit 300 Mann befinden sollte. Aber eine Stunde vor der Ankunft der Engländer flüchteten die Buren früh am Morgen des 24. nach Norden. Oberst Rimington erbeutete mehrere Schriftstücke, darunter einige, die Louis Botha selbst gehörten. Das klingt schon weit weniger großspurig als die Meldung Reuters über das Entkommen Bothas. Also nicht alle Papiere des Oberkommandanten der Buren, sondern nur einige seiner Schriftstücke sind ihm verlustig gegangen. So außerordentlich eilig war seine Flucht auch gar nicht, denn er hatte eine Stunde Vorsprung, und die Gefangennahme von 10 seiner Leute scheint auch Flunkerei zu sein. Die Nebeneinanderstellung dieser beiden Nachrichten zeigt deutlich, welches Vertrauen das Reutersche Bureau verdient. Das Telegramm Kitcheners traf obendrein später ein, sodaß also die Reutersche Meldung keineswegs als eine Ergänzung der amtlichen Nachricht anzusehen ist. Lord Kllchener berichtet ferner, General Viljoen habe die im Bau befindliche Linie der Blockhäuser in der Nähe von Bladfontein am 24. angegriffen, sei aber mit leichter Mühe zurückgetrieben worden. Die Abteilungen Williams und Fortescues seien in der Nähe der De-Wagen-Drist von den Buren angegriffen worden, hätten den Feind aber nach Nordosten zurückgeworfen, wobei die Buren 6 Tote und 17 Gefangene verloren hätten, darunter einige Leute der Staatsartillerie mit Kapitän Koorn, die Dynamit zum Zerstören von Eisenbahnzügen bei sich hatten. Seit dem 21. d. Mts. seien insgesamt 74 Buren getötet, 16 verwundet und 358 gefangen genommen worden. 45 haben sich ergeben. Aus Middelburg (Kapkolonie) liegt folgende Meldung des „Reuterschen Bureaus vor: Mit Ausnahme des Kommandos van der Venters, mit dem Oberst Lukin am 21. Okt. ein Gefecht hatte, sind alle Buren im Zentrum und Nvrdosten der Kapkolonie den englischen Abteilungen mit Erfolg ausgewichen. Myburg, Fouche und Wessels befinden sich noch in der Nähe von Karmelspruit und streifen in den Eingeborenen-Bezirken umher, Pyper, Bouwers und Smuts werden in ständiger Bewegung gehalten. — Hiermit dürste das alles Englische beschönigende Lügenbureau einmal die Wahrheit gesagt haben. Nack) einem Petersburger Telegramm giebt der dortige holländische Pastor Gillot bekannt, daß die Engländer in Pretoria bereits zweiBurenanwälte erschossen hätten. Dem Transvaaladvokaten Dr. Kraus drohe ein ähnliches Schicksal, wenn es nicht gelinge, ihn vor diesem Schicksal zu bewahren. Viele Freunde Krauses in Holland und Deutschland wollten alles daran setzen, ihm zu helfen. Es handele sich bamm, einen tüchtigen Advokaten für seine .Angelegenheit zu finden, der in England äußerst kostspielig .fei. 20/000, Gulden seien notwendig, vorläufig aber nur 6000 für diesen Zweck .aufgebracht. Pastor Gillot bittet »ringend um Hilfe. Nach einer Meldung aus Hamburg wurde der Missionar Wenn hold in Kana (Südafrika) nebst Frau uh: Tochter als elfter Missionar von denEngländern gefangen genommen und im Lager bei Pretoria untergebracht. Wie die „Köln. Ztg." aus Berlin meldet, sind die Londoner Veröffentlichungen über die Regelung der Ent- chädigung in Transvaal den Ereignissen, wie es cheint, vorausgeeilt, denn noch ist nicht über alle Zunkte eine endglltige Vereinbarung getroffen. Aus diesem Grunde scheint es auch nicht angezeigt, jetzt schon auf Einzel- ;eiten einzugehen. Die von England zugestandenen Pauschal- ummen werden durch die einzelnen Staaten an deren Staatsangehörige verteilt werden. Staatssekretär Chamberlain hat schon wieder eine Rede gehalten. In dem schottischen Orte Euparsife that er am 29. d. M. der Welt kund und zu wissen, Präsident Krüger habe, als er die Ratschläge Milners verwarf, die Macht des Vereinigten Königreichs, die über allen Zweifel erhaben sei, nicht verstanden. Das britische Volk und die Buren müßten die Folgen tragen. Der Krieg wäre längst beendet, wenn nicht mißleitete Personen in England durch ihr Vorgehen bei den Buren den Glauben erweckt hätten, daß sie durch ein Beharren im Widerstände die Briten kampsesmüde machen würden. Was für Opfer auch noch nötig sein würden, das Volk würde in keiner Weise von einem Entschlüsse abgehen, bis der Kampf ausgefochten sei. Es bestehe darüber kein Zweifel, daß in Zukunft über Südafrika die britische Flagge wehen werde. — Damit hat er )ie Nachrichten über den Ministerrat (siehe den Artikel „Die Bewegung gegen England") nur bestätigt. Ein bedauerliches Zeichen der allgemeinen Anglophobie in allen Hauptstädten der Welt hat der französische Minister Delcasse geleistet. Er hat in einer Unterredung mit dem Abg. Berry diesen dazu bewogen, seine Interpellation betreffend die südafrikanischen Konzentrationslager fallen zu lassen. eine beständig wachsende Anziehungskraft auf weite Kreise in der Bevölkerung unserer Stadt ausgeübt haben, im nächsten Monat wieder ausgenommen werden sollen und daß der neue Band der Vereins-Zeitschrift, der sehr bald zur Ausgabe gelangt, sich durch einen ebenso vielseitigen wie gediegenen Inhalt auszeichnet, dazu einen besonders interessanten eingehenden Bericht über die während der letzten Jahre unternommenen, ungemein ergiebigen Ausgrabungen im näheren und weiteren Umkreis von Gießen bringen wird. *' Eissport. Im Hotel Victoria fand gestern Abend die Generalversammlung des Gießener Eisvereins statt. Der von dem Rechner Hochreuther erstattete Kassen- nnb Jahresbericht ergab einen Mitgliederstand von 566. Die Eisbahn war im vergangenen Winter an 33 Tagen geöffnet. Die Einnahmen betrugen insgesamt 3243.78 Mk., die Ausgaben 2639.28 Mk., mithin ergiebt sich ein Kassensaldo von 604.50 Mk. Weiterhin wurde beschlossen, die Eisbahn und das Gebäude mit elektrischer Beleuchtung zu versehen, wofür 9 Bogenlampen und 10 Glühlampen in Aussicht genommen ind; die Vorarbeiten sind bereits im Gange. Trotz des iernlich bedeutenden Kostenaufwande hat man von einer Erhöhung der Mitgliederbeiträge abgesehen, um Jedermann die Ausübung des Schlittschuhlaufens zu ermöglichen und dem Verein seine Popularität und seinen gemeinnützigen Zweck u erhalten. Den Stadtschulen werden auch in diesem Jahr in gewohnter Weise kostenlos eine größere Zahl Schülerkarten zur Verteilung überwiesen. Die Mitgliederbeiträge sollen in den ersten Tagen erhoben werden. Um wiederholt vorgekommene Mißbräuche zu verhindern, ist eine neue, strengere Kontrolle über den Bezug von Beikarten eingeführt worben. Hiernach sind nur wirkliche Familienglieder, d. h. Familienangehörige, nicht aber Mitglieder der Hausgemeinschaft zum Bezug der sogenannten Beikarten berechtigt. Mißbräuche sollen zukünftig durch Ausschluß aus dem Verein geahndet und auch zur Anzeige gebracht werden. Dem Kunst- und Wettlauf wird man in diesem Jahre besondere Aufmerksamkeit schenken. Der Antrag auf Anbringung eines dritten Hydranten wurde in Anbetracht der Ausgaben für die elektrische Beleuchtung sowie des nicht erwiesenen Bedürfnisses abgelehnt. Der Jahresbeitrag beträgt 2 Mk., das Eintrittsgeld 1 Mk., Beilarten kosten 50 Pfg. Anmeldungen sind schriftlich an den Vorsitzenden des Eisvereins zu richten. ** Geflügel- und Vogel-Ausstellung. Seit Montagvormittag ist man im Etablissement Phllosophen- lualb bamit beschäftigt, die Vorbereitungen zu treffen zur Unterbringung des vielen Federviehs, das zur 4. Allgemeinen Geflügel- und Vogelausstellung hier erwartet wirb. In dem großen Saale des Etablissements wird Käfig an Käfig gereiht zur Unterbringung der zahlreichen Hühner und Taubenrassen. Für die Gänse und Enten wird auf der Wiese ein geräumiges Zelt aufgeschlagen. Die große Vogel- und Geräte-Abteiluna, zu der u. a. der Vogelhändler P. Zrenner-Darmstadt wohlsortierte Kollektionen von Aras, Papageien, Sittichen sowie anderen exotischen und einheimischen Vogelarten angemeldet hat, wird in den Nebensälen des Philosophenwaldes Platz finden. Freunde des schonen Vogelgesanges können sich am Wettgesana von 15 Konkurrenzsängern, die sämtlich "in* Gießen gezüchtet sind, erbauen. Das erste Mal wieder seit vielen Jahren wird in der Ausstellung ein Pärchen Kanarien, sogenannte Pariser Trompeter, ausgestellt sein. Nachdem am Freitag, 1. November, vormittags, die Preisrichter ihres Amtes ge- ; maltet, wird nachmittag um 2 Uhr gegen ein Eintrittsgeld ' von 50 Pfg. die Ausstellung für die Besucher eröffnet. Für Gerichlssaal. v. Gieße«, 29. Okt. (Strafkammer). Die von Ernst Fleck, Metzger in Gießen, eingelegte Berufung gegen ein Urteil res hiesigen Schöffengerichts vom 14. September wirb in ber Haupt- Verhandlung zurückgenommen. Der Angeklagte war von bem Gericht erster Instanz in eine Geldstrafe von 20 Alk. verurteilt worden. — Die Berufung des Michael Selbner in Gießen, der vom hiesigen Schöffengericht in eine Gefängnisstrafe von 1 Monat wegen Sachbeschädigung verurteilt worben war, wird wegen Ausbleibens des Angeklagten un Hauptverhandlungstermin kostenlos verworfen. — Der Kutscher Wilhelm Schwarz von Ilbenstadt ist angeklagt, am 13. August zu Ilbenstadt den Schweizer Wilbelm Dietrich von da durch Fahrlässigkeit erheblich körperlich verletzt zu haben. Der Angeklagte ist geständig. Er wird in eine Gefängnisstrafe von einem Monat dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß verurteilt. — In der Strafsache gegen den Landwirt Johann Nausüol Pfeil in Nieder-Erlenbach wegen Körperverletzung wird die von dem Nebenkläger eingelegte Berufung zurückgenommen. — Der Johannes Geist in Altenstadt ist beschuldigt, am 17. Juli zu Alten- stadt den Entschluß, den Knecht Philipp Jakob Geiß, seinen Bruder, durch Bedrohung mit einer strafbaren Handlung an der Ausübung seines staatsbürgerlichen Rechtes, zu wählen, zu verhindern, durch Handlungen betätigt zu haben, die einen Anhang der Ausführung des Vergehens des § 107 des St.-G.-B. enthalten, außerdem durch dieselbe Handlung denselben mit der Begehung eines Verbrecheno, nämlich des Totschlags bedroht zu haben. Die Staatsanwaltschaft beantragt gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Das Urteil lautet auf eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. — Die Strafsache gegen Louis Staffel von Unter» schmitten, wegen Zuwiderhandlung gegen das Gesetz die allgemeine Einkommensteuer betr. wurde bis auf Weiteres vertagt. — Der Schuhmacher Balthasar Schönhals von Homberg a. Obm war von der Anschuldigung des Feldfrevels durch Urteil des dortigen Schöffengerichts vom 19. August freigesprochen worden. Er war beschuldigt, eine Barriere, em Warnungszeichen, an dem neuen Weg zu Altenstadt entfernt zu haben. Die Staatsanwallschaft halte Berufung gegen das freisprechende Erkenntnis eingelegt. Es wird ihr heute stattgegeben und der Angeklagte in eine Geldstrafe von 1 Mark verurteilt. Marburg, 29. Okt. Der Postassistent Alfred Opisieius halle sich vor der Strafkammer wegen Verbrechens im Amte zu verantworten. Sein verstorbener Vater war Eisenbahnstationsvorsteher in Gieße n. Der Angeklagte hatte ein Einkommen von ca. 3 Mk. 50 Pfg. täglich und geriet in Schulden. Er hatte eine Braut, der er verschiedentlich Schmucksachen schenkte. Diese hatte er von dem Juwelier Ernst Vogt in Breslau bezogen und war noch einen Betrag von 75 Mk. schuldig. Er behauptete in der Verhandlung, ein Armband nebst dem Restbetrag in einem eingeschriebenen Briefe an Vogt abgesandt zu haben. Der Betrag ist nicht angekommen. Auch anderen Leuten war er Geld schuldig. Von seinem Vorgesetzten in Frankfurt wiederholt darüber vernommen, ob er Schulden habe, leugnete er dies. Ten Juwelier Vogl m Breslau hielt er durch allerlei Winkelzüge längere Zeit hin, bis dreier ber dem Amtsgericht Gladenbach Zwangsvollstreckung gegen den Angeklagten beantragte. Das Kouvert dieses Briefes trug die Firma des Absenders. Ö., der den Inhalt des Briefes wohl ahnen mochte, unterschlug ihn bei seinem Eintreffen, worauf er am 18. Juni wieder ein Telegramm mit Zahlungszusicherung an Vogt absandte, und einen Bries, in dem er fragte, ob denn das Geld noch nicht von seiner Mutter eingegangen sei? Am 16. Juni kam ein zweites Schreiben von Vogt an das Amtsgericht in Gladenbach, das LT Samstag vormittag bis 10 Uhr ist der Besuch für Klassen der Volksschulen, jedoch nur in Begleitung der Lehrer gegen ein ermäßigtes Eintrittsgeld vorgesehen. An diesem Tage wird außerdem von den Besuchern ein Einttittsgeld von 30 Pfg. pro Person erhoben. Um Interessenten, die Ein- täuse von Geflügel zu machen haben, eine ungestört« Musterung der Tiere zu ermöglichen, ist das. Eintrittsgelds ür Sonntag bis 12 Uhr mittags ebenfalls auf 50 Pfg. estgesetzt, während am Nachmittag, wo von 3 Uhr ab großes Konzert in der Ausstellung stattfindet, wiederum nur 30 Pfg. erhoben werden. Kinder unter 10 Jahren in Begleitung von Erwachsenen zahlen stets die Hälfte des Eintrittsgeldes. — Der überaus wertvolle Tierbestand der Ausstellung ist übrigens während der Dauer gegen Feuersgefahr für den Betrag von 50 000 Mk. bei der Aachen-Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft versichert. Die Lose für die Ge- lügel-Auöstellung finden, wie man uns mitt eilt, guten Absatz. —I— Heuch elheim, 28. Ott. Der Chinakämpfer Heinrich Rinn, von dem wir in Nr. 227 berichteten^ >aß er an Typhus erkrankt sei, ist leider dieser tückischen Krankheit zum Opfer gefallen. Heute nachmittag fand in Munster bei Hannover, wo der Verstorbene im Lazarett Genesung erhoffte, die Beerdigung des so jung Tahingeschie- denen statt. m. Bad-Nauheim, 29. Ott. Die Badehäuser M und VII, sowie der Jnhalationsraum werden am 31. Oktober geschlossen. Thermal- und Sprudelbäder von Quelle XII werden vom 1. November ab bis auf weiteres im Badehaus VI, sowie den ganzen Winter über im Bade-, Haus des Konitzkystifts verabfolgt. h. Frankfurts. M., 29. Okt. Der Stadtverordneten«, Ausschuß zur Vorbereitung der Magisttatswahlen hat den von demokratischer Seite gestellten Antrag, ein öffentliches Ausschreiben der durch das Ableben des verstorbenen Stadtrats Kohlt erledigten Stelle zu erlassen, abgelehnt und will den früher längere Zeit hier als Magisttatsassessor beschäftigten Stadtrat Po h l m ann in Posen Vorschlägen. — Der im Hause Schone Aussicht Nr. 17 wohnhafte frühere Kaufmann Konrad Geßner wurde verhaftet unter dem Verdacht, seine Frau durch Morphium vergiftet zu haben. Die Eheleute waren sechs Jahre verheiratet; sie betrieben in der ersten Zeit in Aschaffenburg ein eigenes Geschäft. Nach Aufgabe des Geschäfts zog das Ehepaar nach Frankfurt. Tie Ehe war keine glückliche, der Mann soll die Frau vielfach mißhandelt haben, und nur den Kindern zuliebe hat diese bei ihrem Gatten ausgehalten. In der Nacht vom Sonntag zum Montag ist Frau Geßner, die 28 Jahre all war, den Vergiftungstod gestorben, lieber die Vor- Aus Stadl und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse fiiti) uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 30. Oktober 1901. -x- Der Vorstand des Oberhessischen Geschichtsvereins hat, wie uns mitgeteilt wirb, kürzlich beschlossen, die besondere Sektion für Volkskunde, die er vor vier Jahren ins Leben gerufen und damals mit der Bezeichnung „Vereinigung ür hessische Volkskunde" versehen hat, wieder eingehen zu lassen, lieber das Museum des Vereins, das während des letzten Jahres durch den Ausbau des alten Rathauses im Innern und durch zahlreiche, zum Teil überaus wertvolle neue Erwerbungen große Veränderungen erfahren hat, hoffen wir bald ausführlich berichten zu können; binnen kurzem soll es dem Publikum in Stadt und Land wieder zugänglich gemacht werden. Auch erfahren wir, daß die wissenschaftlichen Vorträge im Verein, die in den letzten Jahren Ausland. London, 29. Okt. Tie „Times" tritt in einem längeren Artikel mit Rücksicht auf das Uebelwo Ken Deutschlands gegen England für einen engeren Anschluß Englands an Ru.ßland und Japan ein. — Dem Bureau La ff an wird aus P.eking von heutegemeldet, daß chinesische Beamte gestern wegen eines Zollstreites einige deutsche Exportwaren, die nach Talgan und Tientsin unterwegs waren, weggenommen haben. Der deutsche Gesandte v. Mumm verlangte die Freigabe der Waren. Madrid, 29. Okt. Die Regierung legte der Kammer einen Gesetzentwurf, betreffend Ausstände, vor. Der Entwurf behandelt die Ausstände, deren Zulässigkeit anerkannt werden müßte. Ferner das Verhältnis von Arbeitgebern zu den Arbeitern und Schaffung von Schiedsgerichten. Asm südafrikanischen Kriegsschauplätze liegen heute mehrere recht bedeutungsvolle Nachrichten vor. Ein Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria besagt: Eine von Osten her auf dem Marsche nach Zeerust befindliche englische Kolonne wurde am 24. d. M. in der Nähe des Großen Am erico-Flusses von den Kommandos Delareys und Kemps angegriffen, die mit einem heftigen Vorstoß durch den dicken Busch hindurch- brachen, nach heißem Kampfe aber zurückgeworfen wurden. Die Buren hatten 40 Tote, darunter den Kommandanten Onisterhuysen, die Engländer 2 Offiziere, 26 Mann tot, 5 Offiziere, 50 Mann verwundet. — So lautet die erste Depesche über diesen blutigen Kampf, der reiche Verluste auf beiden Seiten brachte. Eine spätere Drahtung Kitcheners meldet: Der Feind erbeutete acht Wagen der Engländer. Alle englischen Truppentelle kämpften mit der größten Tapferkeit. (Die Buren scheinen aber nach diesem Erfolge nichts weniger als untapfer gewesen zu sein.) Von den Wagenführern und Kanonieren, die in den Kanwf verwickelt waren, ferner von den Northumberland- Füsllieren, die als Bedeckung dienten, sind 37 getötet und ein Brand — vielleicht entkam ein Affe aus einem Käfig ein Eichkätzchen. V n o heil. Beicht. u. Co Von anderer als ein Motorwagen in Unglücklichen wurde der verhaftet. 195.00 8x/jO/o Hessen 25.40 Tendenz: fest. 6757 empfiehlt: Mess ßO/j Portugiesen . 3ü/o Mexikaner 41/2Vo Chinesen . R eichsanleihe do. Konsole ■ do. . . . 100.40 . 89.45 . 100.40 . 89.60 . 97.80 . 98.80 Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . Gotthard bahn . . . Laurahütto . . ♦ « Bochum . , . . « Harpener . . • > «Wo 3 °/o 3‘/,®/o 3°/o Victoria-Drogerie Adolf Bieler, Marktstrasse 5. . 25.30 . 83.90 Seite wird dagegen gemeldet, daß Herrings, der das amerikanische Staatsbürgerrecht erworben hat, deshalb auSgewiesen wurde, weil sein Bericht über die Schlacht bei Taku an allerhöchster Fussboden-Anstrich Firniss Lein- and Terpentln-Oel Farben Bernstein-Lack Copal-Lack Damar-Lack Spiritus-Lacke in allen Farben. Pinsel Parket- und Fassboden-Wichse Stahlspähne einrichten laffen. . . .lr,v Berlin, 30. Oft. Durch Verfügung des Polizeipräsidenten vom 17. Oktober ist der deutsch amerikanffche Kriegsberichterstatter Herriugs, der s. Z. das Gefecht bei Taku an Bord des ,Hltis" Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. gehen. . , o - London, 30. Oft. Aus Durban wird gemeldet: Lord Miln er ist hier eingetroffen und beabsichtigt, einige Tage hier zu verweilen. Er wird die Konzentrationslager besuchen, sowie Untersuchungen über die Nützlichkeit des Hafens von Durban für den Handel Transvaals anstellen. Brüssel, 30. Okt. In dem gestrigen von Tausenden besuchten Buren-Meeting sprachen die Burenführer Louw und Plokhooy über die Zustande in den Konzentrationslagern und riesen durch ihre Schilderung große Bewegung hervor. Alsdann veranstaltete man eure Kollekte zu Gunsten der Frauen und Kinder in den Kow- zentrationslagern. . Marseille, 30. Okt. Der französische Madagaskar- Dampfer „Caledonien", der mit gebrochener Welle einlief begegnete auf offener See dem englischen Dampfer Himalaja", der unter dem Vorwande, keine Zeit verlieren zu können, das Ersuchen der „Caledonien", in Schlepptau genommen zu werden, ablehnte. In Marseille erklärte der Engländer, die „Caledonien" habe ferne anqebotene Unterstützung abgelehnt. Em anderer englischer Dampfer forderte die Summe von 100 000 Franks. R o m, 30. Okt. Dem Blatte „La Voce de la Vertta^ wird von ihm nahestehender Seite versichert, daß der ^eldzua gegen Spahn von einflußreichen Persönlichkeiten im Vatikan, nicht aber direkt von Rampolla emgeleitet und geführt wird. Diese Kreise werden nicht ruhen, bis die deutsche Regierung sich, entschließt, Spahn durch einen anderen katholischen Gelehrten zu er- ' Gelsenkirchen, 30. Okt. Der Erste Staatsauwalt aus Esten begab sich gestern hierher, um über etwaige im Betrieb des Wasserwerkes vorgekommene Unregelmäßigkeiten 171.30 118.00 118.20 130.00 133.00 155.00 179.00 159.10 154L0 Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. d । Berlin, 30. Okt. Einer hierher gelangten Nachricht zu- Mt. folge soll ein Herr Hildebrand aus Halle seine in Arco (Südtirol) am Fuße des Olivenberges in einem großen Garten liegende Villa dem Kaiser Wilhelm geschenkt haben. Die Uebergabe soll am 15. November erfolgen. Der Kaiser will die Villa zu einem Kurhaus für deutsche Offiziere Stabt. Schlachthaus Freibank. Heute uuv morgen: Gchftllftstch 50 lstg. SchveiMM 50 Sfg. Ermittelungen anzustellen. Paris, 30. Okt. Unter dem Vorsitz des Senators Admiral Cuverville hat sich eine Liga der Frauen Frankreichs gebildet, deren Aufgabe es sein soll, bei den nächsten Kammer wählen für die konservativen Kandidaten zu agitieren. Lyon, 30. Okt. Durch eine Aetherexplosion in einer Fabrik photographischer Bedarfsartikel wurden 5 Personen schwer und 10 leicht verletzt. Clermont-Ferrand, 30. Oktober. Ein revolutionärer Journalist, namens Oriole aus Carmaur, wurde verhaftet, weil er die Soldaten des 92. Infanterie-Regiments vor ihrer Kaserne ! in einer Ansprache aufgefordert hatte, im Falle eines Streiks ihren Vorgesetzten nicht zu gehorchen. London, 30. Okt. Reuter stellt gegenüber der Meldung der „Daily Mail" in einer Depesche aus Santiago de Chile fest, daß Chile die Armee nicht mobilisieren werde. Es handle sich nur um eine den Rekruten erteilte Weisung. — Die Kammern von Chile und Brasilien billigten im Allgemeinen den dänisch-brasilianischen Schiedsgerichtsvertrag. London, 30. Okt. Der „Standard" meldet aus Shanghai vom 29. Okt.: Alle Mitglieder der Familie des Prinzen Tschiug begaben sich von Peking nach Hai-Teng. Mau erwartet, daß sie sich dort dauernd niederlasten. London, 30. Okt. „Daily Chrouicle" meldet aus Washington: Die britische Regierung ermächtigte ihren Vertreter Pmmcehofe, den neuen Kanalvertrag zu unterzeichnen. Berlin, 30. Okt. Wie uns von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, beabsichtigen einige Sun* d es^-Staaten bei der Beratung des neuen Zoll- Vermischtes. • Eine ganze Menagerie in Wien verbrannt, uralten Schwibbogen, der von. der alten Wiener Uni- ^sität in die Wollzeile führt, war seit Jahren in einem finsteren, kellerartigen Gewölbe, wo ganze Generationen von Studenten früher chr spärliches Gabelfrühstück genoffen, eine Tierhandlung untergebracht, und die vor die Thür gestellten Käfige bildeten tagsüber eine Verkehrsstörung, so viele Der- liebhaber lockten sie an. Da nun kalt ist, ließ der Inhaber des Geschäfts nachts einen (L.„ Dfen brennen, der den Deren die Temperatur Halbwegs er- voller Fahrt vorübersauste. Dem Kopf vom Rumpfe getrennt. Die drei Burschen wurden Zolltarifs zwischen der Reichsregierung und der Reichstags-Majorität ein Kompromiß zu stände kommen wird. Berlin. 30. Okt. Im Befinden des Abg. Rickertrst gestern eine Wendung zum Besseren eingetreten. Er ist bereits wieder in der Lage, zu arbeiten. Hamburg, 30. Okt. Die Ostmärker unter Führung des österreichischen Reichsratsabg. v. Schönerer werden am 22. November von Eger aus eine Fahr tnach demGrabe Bismarcks in Friedrichsruh unternehmen. London, 30. Okt. „Morning Leader" meldet aus Brüssel: Falls die Türkei Frankreich nicht noch in dreser Woche Genugthuung gebe, werde sofort ein f r an zo sisch e s Geschwader nach den türkischen Gewässern ab- Telephonischer Kursbericht« Frank fort a. 31., 30. Oktober. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 31. CEtober abends 8 M>r, Bibelstunde im unteren Konfirmandensaal in der Kirchftraße. Jac. 1.1 st. Pfarrer 4)r. r e i n. Katholische Gemeinde. Donnerstag den 31. Oktober. Nachmittags um 47, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Freitag den 1. November. Donnerstag den 31. d. MtS., I nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Neuenweg 28 Haus- und Küchengeräte. 1 Musikautomat, 17 Bande Brock^aus-Lexikon, 50 Bande Neueste-Romane, sowie em groß. Posten Schuhwaren und eine Ladeneinrichtung u.v.0. zwrn^s- meife gegen Bar versteigert werden Gießen, 30. Oktober 1901. 7178] Seipel, Gerichtsvollzieher- Flammen aus dem Oberlicht der Thür dringen, und ehe die Feuerwehr erscheinen konnte, brannte die Thür di:rch. llls das Feuer so weit gedämpft war, daß Feuerwehl leute cm= bringen konnten, fanden sie alle Tiere — es sind mehrmals 100 gewesen — mit Ausnahme von zweien tot, zum ^.eil verbrannt, zum Teil erstickt. Hunde aller möglichen Rapen, Angorakatzen, 2 Rehe, viele Affen, Wiesel, Mause, schlangen, Meerschweinchen, Igel, Fische, Papageien, darunter sprechende, und eine große Anzahl Singvögel lagen tot m ihren Kapgen bezw. Bauern und Aquarien. Zum Schluß meldeten sich ! ^wei Tierchen, die, in einem Winkel verkrochen, die Feuersbrunst überlebt hatten — es waren ein Meerschweinchen und ^Mailand, 30. Okt. Am Montag ist in San Remo ein englischer Hof-Kurier angekommen, um für den König Eduard eine Wohnung zu mieten. Der König soll Ende Januar eintresfen und den Februar und halben März in San Remo bleiben. Wahr,chemlrch wird dre Villa Zirio gemietet. (Diese Nachricht wurde, sollte sie sich bestätigen, allerdings aus eine bedenkliche Erkrankung de» König Eduards schließen lassen. D. Red.) Budapest, 30. Okt. Der GroßsurstMicha e l N r » kolaiewitsch verläßt morgen Budapest und begrebt sich zu längerem Aufenthalte nach Dresden, wo er sich einer Kur unterziehen wird. .. r .. _ Melbourne, 30. Okt. Gerüchtweise verlautet, der Premierminister von Neu-Seeland S a d o o n werde demnächst zum Gouverneur der Oranie-^Kolonre^ ernannt werden. , t. „ . . , , r Newyork, 30. Okt. Ueber dre Hrnrrchtung Ezol^. qosz wird gemeldet: Ezolgosz mußte am Morgen wach gerüttelt werden. Er frühstückte gierig und ging anscheinend gleichmütig nach der Exekuttonszelle. Galvestone, 30. Okt. Dem „Berl. Tagebl." wird depeschiert: Die Baumwollpresse in Mount Pleasant in Texas ist mit 7000 Ballen Baumwolle niedergebrannt. Caracas, 30. Ott. Die Zahl der kolumbischen Streitkräfte an der Grenze wird auf 15000, die der venezolanischen auf 6000 veranschlagt. Diese Truppen stehen sich an der Grenze von Guattre bei Rosario de CucataZ gegenüber. Die Nachrichten aus dem Innern des Landes! lauten äußer st schlimm. Die Not unter der Bevölker-, ung ist sehr groß. Der Handel liegt völligdarnreder. Arbeiterbewegung. Brüffel, 29. Okt. Der seltene Fach daß Ausständische »um Schadenersatz an ihre Ar beit ge der ö er urteilt merben, hat sich in Charleroi ereignet. Dort verurtellte das Schiedsgericht die Arbeüer zweier Glashütten zu einer Kollekttv- rahllma von 10000 Fr. wegen grundloser Niederlegung der Arbeit; die Hüttenwerke hatten zuerst 36000 Fr. Ersatz gefordert. Die Arbetter erÜörten sich mit dem schiedsgerichtlichen Spruch em- verstanden. — abermals beisette schasste. In emem Brief an Vogt wi^ O. nun wieder auf das Verderben hin, das chn treyen wurde, wenn die Rache chren Gang gehe, und ersuchte um Geduld bis zum 2. An diesem Tage sandte er dann unter dem Namen Walter, Gladenbach" von Lohra ein Telegramm an Vogt - Erledige morgen durch Postanweisung für O. Walter war em Bekannter ->°N ihm. B-i der B-mchmun- ~ ~ h,,rrf’ einen Zettel von seinem Vorhab annehmen können, daß er ihm 5% Italien. Rente . . 4 /q Grieoh. Monopol-Anl, 41.80 ,ab O. an, er habe Waller durch I >en in Kenntnis gesetzt und habe .......... .. ...... h-li-n miirbe. Walter tz°n° freilich den Zettel nicht erhalten, doch äußerte er als Reuae,! daß er dem Angeklagten geholfen haben wurde , roeun öie et ihm seine Lage mitgeteilt habe. Am 2. Juli wandte s ch Vogt direkt mit einem Schreiben an den Amtsrichter in Gladenbach, in dem er um Aufklärung über die Verschleppung bat, das natürlich wieder von dem Angeklagten unterschlagen wurde. Einem Schreiben vom 15. Juli gmg es eben)o. am 30.«Julitarn bann ein Brief von Vogt an den Angeklagten, m dem ersterer seinen Verdacht äußerte, daß etwas mit seinen 33neien geschehen I sein müsse, weil alle seine Bitten an das Gericht uni Zwangsvollstreckung erfolglos geblieben seien. Erhöbe nunmehr Mitteilung an die Oberpostdirektton gemacht und werde Recherchen beim Amtsgericht anstellen lassen. Der Angeklagte schrieb hierauf, es sei kem Verlaß auf die Menschen, nnd er sei getäuscht worden in den Versprechungen, die man ihm gemacht, ihm zu Hellen. Am 31. Juu tarn nun ein letztes Schreiben von Vogt ait das Amtsgericht. Diesmal war ein Kollege des Angeklagten, Frischholz, nut dem Ausgeben der Briefe am Schalter beschäftigt. Der Angeklagte trat hinzu und bemerkte wieder den Brief von Vogt unter dem Hausen der Briefe, den er wegnahm, ohne daß Frischholz dies merkte, Als der ausgehende Briefträger vom Postverwalter jedoch m dessen Amtszimmer gerufen wurde, legte der Angeklagte den Brief wieder in das Postfach, weil er die Ahnung hatte, daß nun doch nichts mehr zu retten sei. Zuerst behauptete er, daß er von sämtlichen fortgekommenen Briefen nichts gesehen habe. Schließlich aber ge- ftaru) er seine Schuld ein: Das Urteil lautete unter rzreisprechung im übrigen wegen Beamten-Vergehens zu einer G es an an i.- ftrafe von 7 Monaten unter Anrechnung von emem Monat Sport. Marburg, 29. Okt. Zu der 2. Herbstschau von Hunden aller Raffen in der Turnhalle des hessischen Jägerbataillons gingen auch con auswärts zahlreiche Anmeldungen ein. Das zur Schau gestellte Material war fast durchweg ersttlassig zu nennen. Die Richter konnten daher die meisten ausgestellten Tiere mll Preisen aus- leidmen. Es erhielten u. A. Preise: Von den kurzhaartgen Hühnerhunden: 3. Preis Inka, Bes. ftarl Reinhard, Wetzlar. Drahthaar: 3. Bella, Bes.Förster Adam,Lehrbach. Dachshunde: 3. Preis G r e t h e l, Bes. Förster Marn, Lehrbach. Collies: Von den 4 vom Jäger-Bataillon ausgestellten Hwiden entsprach nur einer den Rasse-Kennzeichen der Collies und erhielt dafür L. E. Engi. Bulldoggen: 1. Preis: Baska, L. Hamel, Gießen. 1. Preis W a 11 y, Bes. C. Herber, Gießen. l Seidenstoff® ää M, von Elten & Keussen, Krefeld. Samstag den 2. November. Allerseelcntag. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenhell ztw heil. Beicht. um 7 Uhr: Heil. Messe; vor und m oerselben Austeilung der heil. Kommunion. un 8 Uhr: Seelenamt für alle Verstorbenen der Psarret; " vor dem Seelenamt Austeilung der heil. Kommunwn. Nachmittags um 6'/, Uhr: Die letzte Rosenkranz-Andacht mit Segen. die und nähette sich zu sehr d«n Gasofen oder es sing der Futz- Luli. lwden Feuer. Kurzum, um 6 Uhr früh sah man Rauch und „MOrl _ , _ . ____ rsr. Xov Tkrir Srinnen. und ehe die tarifes im Bundesrat eine Erhöhung des bisherigen yrsiiormig, mElc E-.°nd auch im neuen GeschenttMlkf vorgesehenen Satzes das Gewölbe schauderhaft »°n 8 5 Wk. ans Tabak M beantragen und ernerBor- Gas- läge, die eine solche Erhöhung nicht enthält, chre Zusttmm oien orennen u«. ,-------Jung zu versagen. Nach derselben Quelle bestcht in Re- träglich machte. In der Nacht entstand nun in dem Gewölbe I gierungskreisen die .lleberzeugung, daß LezüHlrch des neuen mll Predigt. „ um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 57, Uhr: Rosenkranzandacht mll ^egen. J B um 6 Uhr: Predigt; nach der Predigt ist eme kurze Andacht für die Abgestorbenen. um 47, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur Stelle Mißfallen erregt habe. Leipzig, 30. Okt. Der sozialdemokratische Rerchstags- abgeordnete Dr. Schoenlauk ist heute früh gestorben. Meiderich bei Köln, 30. Okt. Einen niederträchtigen Stteich begingen hier drei junge Burschen, die einen in ihrer Begleitung befindlichen Mann in dem Angenblick ans das Straßenbahngeleise stießen, "" Allerheiligenfest. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor lind in derselben Austeilung der hell. Kommmiwn. um 8 Uhr: Die zweite hell. Messe. Milllärgottesdienst Märtte. , n. Ortenberg, 29. Okt. Begünstigt von schönem Wetter wurde heute unser Herb st markt, der sog. ^Kalte Markt , ab-1 gehalten. Soviel man auch anderwärts über em Zuruckgehen des I Hlarttbesuches klagen mag, unser „Kaller Markt" erfreut |ict), trenn das Wetter einigermaßen günftig ist, eines von Jahr zu Jahr I steigenden Besuchs. Viel mag dazu die Jahreszeit beitragen. Die härtefte und schwerste Arbeit des Jahres liegt hmter dem Landmann. Da darf er auch einmal ausspannen. Und wenn er hierher I kommt, dann findet er viele alle Bekannte. Von den Hohen des I Vogelsbergs und aus dem Herzen der Wetterau strömt alles, was sich losmachen kann, hierher. Er bildet schon von Alters her eine I Epoche in den Lebensverhältnissen des landwirtschaftlichen Teils der Bevölkerung der ganzen Umgegend. Mit ihm beginnt die Zell der Erholung. Das gesellige Leben tritt nun in den Vordergrund. Geld ist ja jetzt da, und so bietet unser Markt auch die richtige Gelegenheit, die Lücken in den Vorräten auszufullen. Wer noch ein schönes Stück Vieh an den Mann bringen will, der kann sicher sein, daß er hier den richtigen findet. Viele Käufer, schöne Ware das gill gewöhnlich von unserem Markte, ganz besonders aber m | diesem Jahre. Es war heute befonberS lebhafte Nachfrage nach jungem Vieh. Rinder von «« bis 1 /, Jahr wurden mit 180 Mk. und darüber, solche geringer Qualität mit 90 bis 110 Mk. bezahlt. Schöne, gute Kühe kosteten 400 bis 450 Mk. pro Stück, geringere 2£p bis 300 Mk. Auch auf dem Pferdemarkt ging es lebhaft her. Zkugfohlen wurden mit 200 bis 300 Mk. das Stuck bezahlt, l'/.jahnge mit 400 bis 500 Mk., Arbeitspferde von bester Qualität mll 1000 All. — Wie gewöhnlich machten sich auch die Zigeuner wieder breit Sie stahlen, wo ihnen nur Gelegenheit geboten wurde, heute z. B. einen Ballen Tuch. _ „ Nürnberg, 29. Okt In der Sitzung des Aus|uchtsrates der u^E o^am^26^ ds. berichtete ^der^Vorstand über ben "ßerfauf ber I mitmfld)te, aus Preußen angeblich feiner Vorbestrafung wegen bosnischen Elekrizitäts-Akttengesellschaft in Faiee. Hiernach hat worden. Herrings wurde im August 188a vom ein Konsortium ben gesamten Besitz ber tfirma Schlickert uber= Qauha,ti*t Bambera, weil er sich der Wehrpflicht entzogen hatte, nommen unb ben Kaufpreis zur Hälfte in baar bezahlt, zur anberen tauogcrugi ^ainueig, wcu c « ri Hcllfte bis zur definittven Abrechnung in sicheren Wertpapieren bei in contumaciam zu 1 Mouat Gefängnis verurteilt. einer Bank hinterlegt Die Gesellschaft hat nun nur eine Forbe- rung an bie bosnische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft m Jaice jur bewirkte Lieferungen in Höhe von 1267 000 Mk., bereu Gute außer Zweifel steht. Der Verlust, welcher ber Gesellschaft aus bem Geschäft Faiee im ganzen erwachsen ist, beträgt rb. 500000 Mk., em Betrag, ber eine wesenttiche Rebuktton bes früheren Baugewmnv bebautet Bemerkt wurde ferner, daß die Investierungen für das Unternehmen ^aice nicht, wie in der Presse angegeben, 11 Nttllionen, sondern 87- Millionen betrugen. Eine frühere Bekanntgabe des Verkaufs war nicht möglich, da die Gesellschaft seinerzell die Aktten unter der Bedingung übernommen hatte, dieselben wahrend einer | bestimmten Zell m Besitz zu behalten. Es war d^halb zu bem, Verkauf bie Zustimmung ber bosnisch-herzegowinischen Regierung erforderlich, welche erst jetzt erlangt werden konnte. Zur all- aemeinen Geschäftslage wurde bemerkt, daß dre Fakturierungen an die Rroeignieberlaffungen in den ersten 6 Monaten des lausenden Geschäftsjahres nur um etwa 300000 Mk. hinter denen des Vor- iahres zurückgeblieben sind. Der gesamte Umsatz in der genannten Reit betrug 25,5 Attllionen Mack. Das Lieferungsgeschaft m eigenen Fabckkaten und die Jnstallattonsthättgkell sind hiernach nicht er= heblid) hinter dem Vorjahr zurückgeblieben, wohl aber haben sich bie größeren Bauausführungen (elektrische Zentralen, Straßen-und Lokalbahnen) sehr beträchtlich vermindert. ___ Untäf uchungshaft._____________ Kandel und VerKchr?^VMslvliMasL Oktober । Barometer ans 0° reduziert Temperatur ber Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Winbckchttmg Winbstäcke Wetter 29. ^-> । 750,5 4- 4,9 6,1 96 NE. 2 Beb. Himmel, Nebel 29. 9“ 750,6 + 3,4 5,7 98 NW. 1 Beb. Himmel, Nebel 30. 7$s 750,6 + 4,6 6,1 97 NW. 1 Bew. Himmel Höchs! Niedr e Tew gste peratui am u 28.— 28 — 29. Okt. 29. , + 4- >fl° C. ,0° C. Lnorm billiges Angebot s Capes, Jackett Kostümröcke in schwarz ts«. ^oBle Grosse Auswahl. Kolossale Auswahl Wegen vorgerückter Saison Wegen vorgerückter Saigon a । । |Q| a r bi aussergewöhnlich j 24 M Sehr preiswert! 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