Nr. 256 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag 31. Oktober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Aiontags. Die Giehener Familien- vlatter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" vrermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gietzcu. FernsprechanschlußNr.51. GietzenerAnzeiger M General-Anzeiger 99 Amis- und AnzeigebSatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeige« zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr« bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vcrmitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen 91n* zeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf» auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Vev- lag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Betr.: den Kurpfuscher Paul Weidhaas in Niederlößnitz, bezw. das Kurinftitut „Spirv-Spero" daselbst. Warnung. Da der Kurpfuscher Paul Weidhaas bezw. dessen Kur- instttut Spiro-Sperv in letzter Zeit auch in einer hiesigen Zeitung sein schwindelhaftes Unternehmen in marktschreierischer Weise angepriesen hat, sehen wir uns ver- aulaßt, nachstehende Bekanntmachung des Ortsgesundheitsrats Karlsruhe wiederholt zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Gießen, den 28. Oktober 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Ein gewisser Paul Weidhaas, Dresden-Altstadt, Reißigerstraße 42, preist marktschreierisch ein Heilverfahren gegen Asthma an. Wer sich an Weidhaas wendet, erhält einen angeblichen Jnhalationsapparat, aus dem durch eine schwache Lösung von übermangansaurem Kali und einen Wattefilter desinfizierte Luft eingeatmet werden soll. Der Apparat ist vollständig wertlos, da der Patient ganz unveränderte Luft, außerdem auf sehr unbequeme Art einatmet. Für diesen Apparat nebst Gebrauchsanweisung und einigen gedruckten ganz allgemein gehaltenen Verordnungen über Lungengymnastik und Diät läßt sich Weidhaas den schwindelhaft hohen Betrag von 16 Mk. 80 Pfg. bezahlen. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß asthmatische Zustände auf den verschiedenartigsten Erkrankungen der Atmungsorgane und Zirkulationsorgane beruhen können, daß es daher gewissenlos ist, ohne genaue körperliche Untersuchung des Patienten Heilmittel anzu- vrdnen, welche je nach Art der Erkrankung ganz verschiedenartige sein müssem Außer dem Gebrauch des obengenannten Apparates verordnet Weidhaas noch sogenannten Sternthee, zu beziehen durch die Annen apvtheke in Dresden. Dieser Sternthee ist eine dem Brustthee ähnliche Mischung, kostet bei Weidhaas 1 Mk., während das gleiche Quantum in jeder Apotheke für 50 Pfg. käuflich ist. Weidhaas ist ursprünglich Kaufmann (Garnfach) und wurde bereits wegen unerlaubten Verkaufs von Arzneimitteln bestraft. Außerdem ergab es sich, daß derselbe Briefe und Zeugnisse von Patienten fälschlich zu seinen Gunsten verändert hat. Wir warnen wiederholt vor dem Gebrauch der von Weidhaas empfohlenen Kur. Karlsruhe, den 4. Dezember 1899. Ortsgesun dheitsrat. A gez. Schnetzler. Mas die Agrarier von den Tabakpflanftrn nnb der Tabakindustrie wollen. Wir lesen in der „Süd d. Tabakztg.": „Im Anfänge dieses Jahres konstituierte sich diese angebliche „Deutsche Dabakbaukommission" unter bündlerischer Führung. In weiten Teilen des Reiches liegt der Tabakbau, wie man weiß, im Argen. Auf ungeeignetem, längst durch ungeeigneten Dung verpfuhlten und durch Raubbau entkräfteten Boden wird noch immer, wie vor hundert Jahren, viel Tabak in Deutschland gebaut, obgleich seit 30 Jahren die Pfeife der Zigarre selbst in den ärmsten Arbeiter-- und Bauernkreisen Platz machen mußte. Früher rauchte alles die Pfeife. Zu Pfeifentabaken konnte schlecht brennendes Gewächs Verwendung finden; wenn es nur durch den Abfall, die Rippe, des Virgüriatabaks veredelt, Gießener Ktadtcheater. Johannisfeuer. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Etwa ein Jahr ist es her, seit das damals neue Suder- mann'sche Schauspiel „Johannisfeuer" in Berlin seine Erstaufführung erlebte, wo es dann wochenlang die gesamte Bühne beherschte. Seitdem hat es eine Siegeslaufbahn über sämtliche größeren Bühnen Deutschlands genommen, und auch auf vielen außerdeutschen Bühnen ist es mit großem Erfolg aufgeführt worden. Auch für Gießen ist es nichts Fremdes mehr. Zu verschiedenen Malen ging es tm vorigen Winter über die Bretter unseres Stadttheaters. Daß das Stück seine Anziehungskraft immer noch nicht verloren hat, zeigte das gestrige ziemlich gut besetzte Haus. Der „Gieß. Anz." hat bereits im vorigen Jahre eine eingehende. Besprechung des Stückes, seiner Vorzüge und Mängel gebracht, so daß es sich erübrigt, nochmals darauf zurückzukommen. Nur das eine möge wiederum hecvor- gehoben werden, was auch in der vorjährigen Besprechung mit Schärfe als der Hauptmangel des Stückes getadelt wurde: Der 4. Akt fällt zu sehr gegen den 3, oder richtiger die ersten 3 Akte ab. Wenn auch ähnliche Dramen, die ost genug im alltäglichen Leben sich abspielen, zumeist den gewöhnlichen konventionellen Abschluß finden, wie ihn der Dichter des Johannisfeuers im 4. Akt giebt, man erwartet 'doch etwas ganz anderes, einen ganz anderen Ausgang. Dramatisch ist dec Schluß nicht, denn dieser Schluß ist nicht «vorbereitet. Der Aufbau des Ganzen verlangt einen tragischen Abschluß, nicht aber dieses im Sttl eines Romans mittlerer Hüte gehaltene, an den Haaren herbeigezogene Ende. Der Dichter schürzt den Knoten, aber er löst ihn nicht. Man im Geschmack und Brand verbessert worden ist. Infolge des gewaltig zurückgegangenen Konsums der Pfeifentabake ist auch der geringe Pfeifentabak im Preise zurückgegangen. Wo das ordinärste von dieser Art wächst, in Hessen an der Bergstraße, in der Vorderpfalz, in der badischen Pfalz, in Ost- und Westpreußen, können folgerichtig die für solches Gewächs erzielten Preise nicht mehr für den Tabakbau lohnend sein. In Hessen, dem badischen Unterland undi der Vorderpfalz wird der Boden seit annähernd drei Jahrhunderten mit Tabak bepflanzt, heute ebenso unrationell wie zur Zeit des kurpfälzischen Tabakmonopols vor 150 Jahren. Der für den Tabakbau schädliche städtische Dung aus den benachbarten größeren Städten wie Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen, Speyer, Worms, Darmstadt hat den Tabakboden entartet. (Wie man uns mitteilt, wurden noch Milte der 60 er Jahre große Posten Tabak aus Seckenheim, Hedesheim, Neckarau als „Deckblatt" nach Holland exportiert. Heute ist der Tabak von Neckarau durch den mit Menschendüngcr verseuchten Boden unbrauchbar. Wenn er lange genug beim Pflanzer lag und recht billig ist, kaufen ihn die Italiener wohl ab und zu auf. Die Red. des „Gieß. Anz.") Zigarrentabake können nur vereinzelt in diesen Distrikten geerntet werden. Und nur Zicftccen- Umblatttabake erzielen gewinnbringenden Preis! Ueber- dies läßt die Behandlung des Tabaks durch den Bauern auf dem Felde und in der Hänge noch immer viel zu wünschen übrig. Sagte doch Geh. Hosrat Pros. Dr. Neßler, die erste lebende Autorität auf dem Gebiete des Tabakbaues: Was die Witterung und der Boden nicht verderbe, wird verdorben durch die Trocknung des Tabaks beim Pflanzer, der an den ungeeignetsten Plätzen der bäuerlichen Gehöfte auf die Stangen kommt, anstatt unter dem Dache sorgfälttgst gepflegt, durch obere Oefsnungen ventiliert zu werden, vor Wino und Wetter zu schützen. — Auch die Art des Verwiegens, des Verkaufs, der oft skandalösen Lieferung hat unheilvoll gewirkt. Das waren allesamt Gründe, die auch uns bewogen, von einer Gründung mindestens etwas Gutes zu erwarten, die, obgleich unter bündlerischer Führung stehend, sich doch den pompösen Titel „Deutsche Tabakbaukommission" zulegte. Wie wurde man enttäuscht in der zehnmvnatlichen Thättgkeit dieser Kommission. Den Anfang bildete ein wütiger Zollartikel mit ausnahmslos unrichtigen Behauptungen und falschen Zahlen. Wir widerlegten diesa Zeile für Zeile, Ziffer für Ziffer. (Wir haben seinerzeit sowohl den Arttkel der Tabakbankommission, wie die Erwiderung der „Südd. Tabaksztg." veröffentlicht. Die Red. des „Gieß. Anz.") Und als die Herren sich auf die Tabakerträge des Frhrn. b. Heyl beriefen, der angeblich beim Tabakbau nur Geld zusetze, bewiesen wir ihnen: daß die Produktionsi kosten für den Zentner Tabak in Lampertheim und Umkreis 15 Mark betrügen, daß Frhr. v. Heyl seinen Tabakbau, auf Seehof bei Lampertheim vermehcfacht und für seinen Tabak pro Zentner bei einer Hockenheimer Fabrik 30 Mk. erlöste, mithin annähernd hundert Prozent Profit erzielt haben müsse. Darob Sttllschweigen bei der „Tabakbau-Kommission", neuninonatliche absolute Ruhe . . . Gleichsam als ob nichts vorgefallen, kein Wässerchen getrübt, keine falsche Zahl, keine unwahre Behauptung richtig zu stellen wäre, erscheint die „Tabakbaukommission" jetzt wieder auf dem Plan, mit neuen Entstellungen, neuen Berechnungen, die noch fadenscheiniger sind, als die vom Februar d. I. Der Arttkel sagt: „Zur schmerzlichen Enttäuschung aller tabakbauenden Kreise brachte der Zolltarifentwurf auch nicht die geringste Zollerhöhung für Tabak, er beläßt vielmehr die Zollsätze auf ihrer früheren unauskömmlichen Höhe. Vergeblich sucht man nach Gründen für eine solche Maßnahme unserer nationalen Wirtschaftspolitik. Nachgewiesen ist, daß der Tabakbau für den Durchschnitt langer Jahre gar keine oder keine genügende Rente mehr gewährt hat, und es ist gleichermaßen erwiesen,. daß ein gesteigerter Zollschutz erhöhte Preise und damit wiederum angemessene Rentabilität sichern würde." Nichts, gar nichts ist nachgewiesen. Die Pflanzer im Bühlerthal, im Neckarthal, im badischen Ried, auf der Hardt, im bayerischen Oberlande, in Wimpfen in Hessen, in der Uckermark, waren mit dem Erlös nicht allein der besseren Jahrgänge von 1896 und 1900, sondern auch der geringen von 1897, 98, 99 wohl zufrieden, well dort Zigarrentabake produziert werden, die für Umblattzwecke Verwendung und folglich gute Erlöse finden. Unzufrieden waren mit den Preisen seit 20 Jahren säst immer biß hessische Bergstraße und; die badische und die bayerische Vorderpfalz, weil kräftige Schneidtabake von Jahr zu Jahr beschränktere Verwendung finden, folglich nur geringe Preise erzielen. Die Annahme, daß Zollerhöhungen Schneidtabake für Zigarrenzwecke geeigneter machen könnten oder daß die Pfeife wieder mehr in Aufnahme kommen dürfte, wenn der Zigarrengenuß noch mehr verteuert wird, wird, durch die Lehre ab absurdum geführt, daß selbst der ärmste Raucher heute lieber ein oder zwei Zigarren weniger raucht, um nur besseres Fabrikat konsumieren zu können. Was bleibt also von den angefi'chrten Behauptungen übrig? Dann heißt es in dem Aufsatz des Korrespondenzblattes der „Deutschen Tabakbautommission": „Gegenüber diesem Interesse an der Erhaltung von hunderttausend kleinbäuerlichen Existenzen scheint indessen wiederum eine nicht gerechtfertigte Rücksichtnahme auf die Tabakindustrie schwerwiegender gewesen zu sein und die Unterlassung der notwendigen Zollerhöhung bewirkt zu haben. Wir nennen diese Rücksichtnahme ungerechtferttgt, weil es ebenfalls erwiesen ist, daß eine maßvolle Zvll- erhöhung eine geringe Verteuerung der Tabakprodukte Äur Folge haben würde, daß dieselbe von der Industrie, oem Zwischenhandel und den Konsumenten leicht, fast unmerklich getragen werden kann. Eine Zollerhöhung von 85 auf 125 Mk. für den D.-G. würde für die am meisten gerauchte 5 Pfennig-Zigarre eine Verteuerung des Fabrikationspreises um 5 Prozent, bedeuten, wohingegen der Zwischenhandel das achtfache auf schlägt und im Detailabsatz 40 Prozent Gewinnzuschlag macht. Sollte bei besserer Organisation, insbesondere stärkerer Zentralisierung, der Zwischenhandel nicht in der Lage sein, sich auxf)| mit einem bescheidenen Gewinnzuschlag zu begnügen, und damit einen erheblichen Teil der geringen Verteuerung durch den Zoll auf seine Schultern zu nehmend Nichts verrät so sehr das dein deutschen Wirtschaftsleben drohende Unheil, wenn es den Agrariern gelänge, das Ohr der verbündeten Regierungen allein zu gewinnen, wie die vorstehenden Sätze. Die Herren wollen den Zwischenhandel zentralisieren, her vorgeblich 40 Prozent verdient. An und für sich wären ja 40 Prozent bei einer Tageslosung von 20 oder 30 Mk. noch immer nicht so viel in einem Lande, das die Nahrungsmittel künstlich verteuert, und wo die Bevölkerung allein für die Tasche der Agrarier von den 8 oder, wenns hoch kommt, 12 Mk. — von welchen die Ladenmiete, Gas, Steuern, Verluste, Lebensunterhalt abgehen — einen netten Prozentsatz abgeben muß, aber die Sache verhält sich denn doch ganz anders. Für die 5, Pfennig-Zigarre, die 90 Prozent des Umsatzes bildet, zahlt der Spezialist an den Fabrikanten 37 Mk. Wo bleiben da die 40 Prozent? Die Herren von der deutschen Tabakbau- kommission hätten sonach wieder einmal geflunkert. Nun. wollen sie den Detailhandel anders organisieren, zentralisieren. Das heißt wohl, daß sie die Hälfte der selbständigen Detaillisten depossedieren, forttreiben, vielleicht gar erfragt sich vergeblich, was ihn zu diesem seltsamen Schluß bewogen haben kann. Daran krankt das Stück, und das dürfte ihm trotz der vortrefflichen Charaktettsierung von Land und Leuten das Schicksal der meisten modernen Stticke bereiten: Nach wenigen Jahrzehnten wird es in Vergessenheit geraten, von der Bühne verschwinden, durch andere ebenso kurzlebige farbenprächtigeSchmetterlinge verdrängt werden. So ist es kein Wunder, daß das Interesse, das sich bis zum 3. Akte steigert, im 4. Akte allmählich erlahmt, und das Gefühl, das der Zuschauer zum Schluß mit hinwegnimmt, ist Unbefriedigtsein, Enttäuschtsein. Von den Darstellern möge zunächst Herr Ramsey er genannt sein, der wie im vorigen Jahre den Gutsbesitzer Vogelreuter gab. Vogelreuter, der Typus des ostdeutschen Landwirts, der viel vom Junker, aber auch viel vom Bauern an sich hat, den eben so viel Grobheit als Güte auszeichnet, sand in Herrn Ramseyer seine naturgetreue Verkörperung. Wenn int vorigen Jahre sein Spiel hier und da etwas mehr Wärme hätte vertragen können, so ließ es gestern auch in dieser Hinsicht nichts zu wünschen übrig. Einen ebenbürtigen Partner hatte er in Herrn Gerlach als Georg von Hartwig, Vogelreuters Neffen. Mit großer Geschicklichkeit gab er den künftigen Schwiegersohn, der, zwar nie die Achtung, die er seinem Oheim schuldig ist, verletzend, doch seinen Grobheiten und Anzapfungen das Bewußtsein des durch eigene Kraft Errungenen mannhaft entgegensetzt. Auch die Art wie Herr Gerlach das Verhältnis zu seiner Braut und der Pftegetochtec Marikke, dem sog. Heimchen, wiedergab, konnte uns gefallen. Fräulein Brand au spielte die Trude, Vogelreuters Tochter. Diese Rolle ist nicht ohne Schwiettgkeiten. Es ist nicht immer leicht, die richtige Mitte zu halten zwischen dem kindlichen Ton des noch nicht völlig erwachsenen jungen Mädchens und dem liebenden Weibe. Frl. Brandau gelang das ausgezeichnet. Die reizende Herzenseinfalt, mit der Trude an ihrem Bräutigam hängt, wohl ahnend, daß ein Schatten über ihrem Glück schwebt, aber nichts wissend, brachte sie sehr gut zum Ausdruck. Die schwiettgste Aufgabe hatte die Darstellerin der Marikke, der am Wege aufgelesenen Pflegetochter Vogelreuters, die infolge ihres stillen häuslichen Waltens den Beinamen „Heimchen" erhalten hat. Wir konnten uns im ersten Akt für das Heimchen des Fräulein Feige nicht erwärmen. ES fehlte ihr viel von der Natürlichkeit des Heimchens. Gerade diese Rolle erfordert, daß jede Bewegung, jede Pose mit dem feinsten künstlerischen Verständnis abgemessen wird, und das gelang Frl. Feige nicht immer. Doch wuchs in den späteren Akten ihr Spiel, und der stumme Seelenschmerz, die ab und zu ausbrechende Wildheit, ein Erbteil ihrer vagabondierenden Mutter, gelang ihr sehr gut. Herr Schneider wußte den Hofprediger Hasste geschickt wiederzugeben. Allerdings war sein Lithauisch zuweilen zu lithauisch, d. h. zu breit. Frau Kruse brachte die Gestalt der diebischen Weßkalnene wirksam zum Ausdruck. Auch Frau Jung als Frau Vogelreuter konnte gefallen. Herr Sandor hätte den Inspektor Plötz nicht gar zu sehr zum unbeholfenen Untergebenen stempeln sollen. In Nebenrollen traten noch Frau Feist-Schaub als Mamsell und Frl. v. Aspern bürg als Dienstmagd auf, die lobend erwähnt zu werden verdienen. Was im vorigen Jahre an dieser Stelle hervorgehoben wurde, muß auch diesmal gesagt werden: Regiffeur und Darsteller wetteiferten, der Dichtung auch in den kleinsten Punkten gerecht zu werden. R. j). entgegenschleudert, wird die Gesetzgebung aller Völker ein neues Strafmaß ersinnen. ich: wo ist die gesamte Wissenschaft der Welt mit ihren Gelehrten! Diese Kulturträger und Väter der Humanität und aller Weisheit, die Pfleger und Erzieher der Edelsten der Nationen, die großen Geister, welche die Gottheit zu ergründen suchen ! Ja, sie sind auch da, in ihren geweihten als Kompagniegesellschaft Becker u. Hartmann in der Rue „ du Debarcadere Nr. ö zu Paris (XVII) ihr Heim aufge- London den Wunsch, daß, ehe dort die Glocken ertönen öur fdjlagen hat, versucht sich auch in Deutschland einen Kun- feierlichen Königskrönung, der Kampf in Südafrika beendet denkreis zu verschaffen. Die genannte Firma versendet sei, damit nicht das Stöhnen der Verwundeten, das Seufzen hektographierte Briefe mit der Anfrage, ob der Adressat der Sterbenden und die Flüche der Beraubten die feierliche neben seiner Beschäftigung noch etwas freie Zeit, vielleicht Stiminuno stören nur eine Stunde am Tage, übrig habe. Es wird in dem 9 * ' ' Schreiben eine „angenehme Nebenbeschäftigung für bildete Herren" offeriert — gegen Beifügung von 40 Pf. die Eltern ihre Kinder schrecken mit dem Namen Chamberlain I Sinn und offenem Blick. Er erwähnte der treuen Mitarbeit und für den, der dem anderen diesen Namen als Schimpf in den gemischten Kommissionen, daß man Sonnemanns 1 - - ----- ' Rat in allen Fragen der Finanzen einholte, und daß auf Sonnemann auch das Wort passe, das man vor einigen Wochen an dem Grabe des großen Frankfurter Ehrern bürgers ausgesprochen habe, daß inan auf kommunalem Soweit die Zuschrift an uns. Gestern wurde un£ von bevorstehenden Friedensverhandlungen gemeldet, die von Seiten Englands angeknüpft worden seien. Man hat also doch in Stätten, den Hörsälen und m ihren auf das komfortabelste ausgestatteten, mit den neuesten Errungenschaften der modernen Technik eingerichteten Arbeitsräumen und schaffen da viel Gutes, das steht fest. Aber für die armen Burenweiber, die mit ihren Säuglingen in Verzweiflung vor der Front ihrer Tyrannen zum Himmel schreien, haben sie auch noch nichts gethan. Wo ist die unerschrockene Presse? Auch sie hat die Sprache verloren. Slber ich sage Euch, wenn die Not am höchsten, dann ist Gott ani nächsten! Ja, er naht, und er bedient sich dabei der allcrärmsten der Nationen, der Arbeiter. Sie sind es, die in vereinter Masse demnächst den Engländern die Arbeit versagen werden. Alsdann wird sich Th. Körner's Verheißung: „Das Volk steht auf, der Sturm bricht los!" erfüllen. Aber wohlverstanden, nur an England! Denn auch die Arbeiter sind Patrioten, wenn sie gerecht behandelt und geführt werden. Und auch ich bin ein guter Patriot und halte fest am Rechtsstaat und am monarchischen Prinzip. Aber als Christ und gerechter Mensch habe ich auch den Mut und schreie die Schandthaten d?r Engländer in die Welt hinaus, um mein gutes Gewissen, das ich von Gott geleitet glaube, zu beruhigen. G. B." » Aus Stadt und Kund. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, den 30. Oktober 1901. ** Kirchliche Personal-Nachr achten. Der Großherzog hat die evangelische Pfarrstelle zu Billertshausen, Dekanat Alsfeld, dem Pfarrverwalter Heinrich Wagner daselbst und die evangelische Pfarrstelle zu Alsheim, Dekanat Oppenheim, dem Pfarrverwalter Ludwig Heußel daselbst übertragen. — Der Großherzog hat ferner den durch die Dekanatssynode des Dekanctts Lauterbach für den Rest der laufenden Wahlperioden vollzogenen Wahlen des evangelischen Pfarrers und DekanatsstellvertreterÄ Friedrich Schmidt zu Schlitz zum Dekan und des evangelischen Pfarrers Wilhelm Türck zu Hopsmannsfeld zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Lauterbach mit Wirkung vom 1. Januar 1902 an die Bestätigung erteilt, ** Deutscher Fleischerverband. Obermeister Karl Marx in Mainz hat wegen der durch Uebernahme des Amtes eines Vorsitzenden im Deutschen Fleischeroerbande vermehrten Arbeiten den Vorsitz im Bezirksverein beider Hessen und Nassau niedergelegt. Zum Vorsitzenden des Bezirksvereins wurde der Obermeister der Fleischerinnung in Darmstadt, Karl Lantz, gewählt. ** Eine sranzösis ch e Schwindelfirma, die säusen möchten. Oder erstreben sie die von den Ostelbiern vorgeschlagene Beschränkung der Freizügigkeit, wonach vielleicht ein Verbot erlassen werden könnte, daß in diesem oder jenem Stadtteil, in diesem oder jenem Orte nur ein oder kein Zigarrenhändler ansässig sein darf? Daher wohl der Titel „Deutsche Tabakbaukommission", daß bei dieser die Zwischenhändler um Erlaubnis petitionieren sollen, sich seßhaft machen zu dürfen. Schlimm würde das allerdings für fünf Sechstel der Ladenbesitzer auch nicht sein, die that- sächlich notleidender sind als die notleidenden Agrarier. Tann heißt es in dieser zöllnerischen Epistel: „Eine Zollerhöhung von 85 auf 125 Mk. für den D. C. würde für ■ die am meisten gerauchte 5 Pfennigs-Zigarre eine Verteuerung des Fabrikationspreises von 5 Prozent bedeuten." Im Rechnen schwach. Außerdem falsche Zahlen. Ter Tetail- p erlauf von 5 Pfg. wird mit Absicht dem Fabrikationspreis untergeschoben, um dem Urteilslosen Sand in d>e Augen zu streuen. Wir wollen nachrechnen: der Fabrikatwns- preis der 5 Pfennig-Zigarre für den Spezialladen beträgt 37 Mk. Aus einem Zentner Tabak werden 6 Mille Zigarren fabriziert, folglich beträgt die Zollerhöhung von 20 Mk. eine Verteuerung von 3 Mk. und 34 Pfg. per Mille- Der Fabrikationspreis käme sonach auf über 40 Mk., womit die seitherige 5 Pfennig-Zigarre nicht mehr fabriziert werden könnte. Es müßte demnach billigeres Material für die 5 Pfennig-Zigarre genommen werden, die Zigarre müßte schlechter werden, folglich würde weniger geraucht und die Konsumabnahme hätte nur der Jnlandstabak zu tragen. An überseeischen Decktabaken, deren Preise vom Weltmarkt reguliert werden, kann man den Mehrzoll nicht ersparen; man kann das nur am deutschen Umblatt und der deutschen Einlage. Der Effekt einer Zollerhöhung wäre sonach: Schädigung der Zigarren.ndustrie infolge Konsumabnahme, erschwerte Fabrikation, Kapitalmehrbedarf pro Mille bei verringerter Fabrikation und verteuertem Geld. Ruin des Tabakbaues, weil weiterer Rückgang der Preise für Umblatt und Einlagstabake. Das erstrebt in ihrer Unwissenheit die „Deutsche Tabakbaukommission". Daher wohl auch ihr Nach neueren Meldungen war im Londoner Ministerrat am! Mete'Herren" offerier?— gegen "Beisügu?g H?40 Psi 28. d. M., der 2V2 Stunden dauerte, die Lage m Südafrika Marken, worauf natürlich niemals eine Antwort erfolgt, fast ausschließlich Gegenstand der Verhandlung. Soweit be- ** Krankenkassen und Aerzte. Die hessischen Aerzte sam- kannt ist, wurde beschlossen, den Krieg durch keine anderen me[n soeben Material über Vergütungen, die ihnen von fetten Name. I Mittel als die völlige Unterjochung der Buren zum Abschluß Ker bestehenden Krankenkassen gewährt werden, um eine - - zu bringen; man wird ferner alles bewilligen, was zur Revision der Bedingungen bei solchen Kassen, bei welchen die Die Erregung gegen die Engländer. energischen Fortsetzung des Krieges verlangt wird. Daß bie Vergütungen für die ärztlichen Leistungen zu minimal sind, w t.v. .... e c bewundernswerte Heldenschar der Buren sich in Verhand- herbeizuführen. Das gesamte Material wird bei dem in Nach der Ansicht weitester Kreise der europäischen fibcr den Frieden, die dieses Ziel haben, niemals em- Mainz wohnenden Vorsitzenden der Krankenlassen-Kommission oollerung hat JoeChamberlam mit seinerSÄnburgher Rede (affen roicb- baS sollte nachgerade auch den Engländern zum si^mengestellt, um bei den Beratungen verwendet zu wer- “ur Gesellschaftskreise, sondern auch °lle Nationen Bewußtsein gekommen sein. Nach dem Willen Albions wird betK Wie gering die Vergütungen für ärztliche Behandlung beleidigt. Nicht genug, datz er Frauen und Ku^er m den a(j0 ba§ Blutvergießen fortgesetzt werden, und die Welt- bet einzelnen dieser Krankenkassen sind, geht aus folgendem ?°niOT^tt^a9enfV nnl ber roirb aufä neuc bcn tragischen Untergang emes sian einem Arzt stammenden Bericht hervor, der im „ Mainzer ÄS Ä «tat F"n°l°n schreiben, sie ^--Journal« veräffentlicht wird, Der Arzt schreibt: „Ich habe nnraprfen in iter^aenm 1350 J°s>r°n that, als Teja mit dem Reste seiner Getreuen Monat November für die Krankenkasse in X., das 6 Kilo. Im bm T°d ging. Morituri! meter von meinem Wohnorte entfernt liegt, 287 Besuche, sch'ch° drnio enzf sn1lL.-„6 Bosniens und des @S verlautet nichts davon, daß in diesem Londoner 8 Extrabesuche, 1 Operation, 40 Konsultationen und 3iliacht- firiMeg'lSTO3 Run land Frankreich Oesterreich und Deutsch- Ministerrate von der Erlangung eines anständigen Friedens konsultationen, im Ganzen also 339 Leistungen gehabt, die die siedln Enal^dS Ä in di- Rede gewesen ist; daß man, um das Entsetzen des Krieges nach den Minimalsätzen der ärztlichen Taxe mit 388 Mk. zu ™ i ta zu mildem, Aerzte, Krankenpfleger und Medikan.ente in die berechnen wären. Ich bekomme jährlich von der Kasse 1200 Ä„StafcSU der Frauen und Kinder schicken will, die jämmerlich Mark, also monatlich 100 Mk., und da ich der schlechten ^mg der Engländer auf den Gras teppen Transvaals dahmst-rb-n; daß man jene Schufte die sich hmter Frauen Wege und des Wetters wegen 45 Mk. für FichrEk veraus- EN die „Guerillabanden", w,e derselbe Minister Chamberlam "°b Emdern verkrochen, um sie als Kugelfang »u benutzen gaben mußte so verbleiben mrr ,m Ganzen 55 Mk. oder für d^ Freiheftskämpser der Buren so geschmackvoll nennt, wird °°r em Kriegsgericht gestellt und sie den schmählichen ^-ob hebe einzelne Leg ung 1« Psg.' allgemeiner unb erareift im hefften das Herr manches des schmählichsten Halunken roirb sterben lassen; daß man - Zn Amerika verstorbene Hessen. Georg Blumenschein Wnnnpc? Am Manch a naben roirbie ^cm Morden und Brennen Einhalten zu gebieten sich ent- aus Reichenbach, ge|t. m Bueyrus (Ohio), 65 Jahre alt. — roackeren deutschen Mannes Am Montag gaben wir die Jakob Fritz aus Nieder-Lieberbach, geft in Manhattanville äi'eta LeE lieat uns^us 7em ^efle ünserer Gießener Nein, noch ist Herr Chamberlain der Held Britanniens. uard leide an Kehlkop^krebs Wir u5nb uTinen nenne^erten ©r^lg bringen general um ihr armseliges Leben gebracht. Und roas gaben die Meldung kurz wied^, verzichteten aber darauf, alle Man einigte sich schließlich dahin, alle Sch>ritte zur nicht auf diese scheußliche Weise umkommt, das besorgen die Einzelheiten, die em englyches Sonntagsbmtt darüber mit- ^h^chr zunächst zu unterlassen. Etwaige Aufrufe des die Würgengel und Würger in den Konzentrationslagern, roo teilte, unfern Lesern vorzusetzen, da jenes Blatt dem Auf- Handelsvertragsvereins sollen in Zukunft ohne Namens- Hunderte ja tausende Burenwerber mit ihren Säuglingen zu- regungsbedürfnis einer urteilslosen Menge zu bienen pflegt unter)d)rift erfolgen. sammenqepfercht, Winb und Wetter unb der größten Not und wenig Glauben verdient. Wir wollen hoffen, daß jene Frankfurt, 29. Okt. Am Sonntag ging die Aus- vreisqeaeben, sterben, nein, im armseligsten Hungerleben, im Nachricht sich mcht bestätigt und dem Monarchen, der m so stekkung für Unfallschutz und - Verhütung ra zu Unrat verenden! Oh, Ihr armen Märtyrerinnen, Ihr habt engen venvandtschaftlichen Beziehungen zu unserem Herrscher- Ende. Am Montag abend fand schon eine Protestver- Euch die Krone des Lebens errungen! Aber auch wehe Euch, hause steht, die schmerzensreiche Heimsuchungdurch die Krank- s am m lung der AusMler statt, dre sich ^onbeti ub« Henker Mörder ber christlichen Kultur in ber gerechten heit erspart bleibe, bie uns den unvergeßlichen Kager Fried- dre pekuniären Ansprüche des eigentlichen Ausstellung^ W.tt^na! Das S^aettcht Gottes muß Üb?r Euch lich lange vor der Zeit entrinn hat. Nach einer Meldung Unternehmers des Herrn Chrger, m der heftigsten und ganze Welt ginge unter m Schwefel unb Pech, wie es m sutreffenb, wenigstens habe blsher von emem j « trauengfeligEeit, mfytZ eingetoenbet, dagegen wurde in einer der Bibel steht, denn die Zeit hat sich erfüllet! Dre ganze Welt König Eduards nichts verlautet. Auch habe sich der König gegen die unbegründeten Nachforderungen pro-^ schaut ja zu in Lethargie, obwohl sie in Waffen fast erstarrt. Ach, weder int Sprechen noch im Rauchen wahrend feines Hom- ^stiert nnd betont, daß die Versammlung entschlossen sei, hätten bie armen, ehrlichen, tapferen Buren boch einen Freund, burger Aufenthalts wgenbwelche Einschränkung auferlegt. Unb a[Ie§ t[)U„z um Unternehmungen, die dem Erwerb ein-, wie Gustav Adolf der Schwedenkönig, den Deutschen einer eine Persönlichkeit, die den König vor einigen Tagen z^ner, aber nicht der Industrie dienten, unmöglich zu war in den Zetten' der schweren Not! Oh Jammer, sie stehen gesprochen hat, erfährt, daß die Nachricht absoluterlogen und machen. allein! Wo ifi das Völkerrecht! Wo sind die Gerechten! auf Spekulationen wegen der Krönung zuruckzufuhren sei. Fran ksur t a. M., 29. Okt. Heute Pormittag 10 euw an r k v a r. s <1. 9rnnl-fpr Der König, so lautet diese heutige Nachricht, ist frischer denn halb Uhr fand der Festakt zur Beglückwünschung des Herrrz Wo sind die Evangelst«i! Wh* ba feine Kimme ist sonor und klangvoll. König Eduard Leopold Sonnemann zur Vollendung seines 70 Le^ allLinseligmachenden Kirche! Wo sind die höchsten Hirten der übrigens vorgestern nach Windsor, roo er öffentlich bensjahres im Saale des Hoch'schen Konservatoriums statt. CK-iftentz-UI All- fmb ft- da und «taten tm empfangen wurde und Ansprachen hielt. Andererseitd verl Präzis nahm der Jubilar auf blumcng-schmücktem S-sfel Gottes, nur für dre armen Buren thun sie nichts. Doch sie Eduard roerde zur Wiederherstellung Platz und der Ge angverem „Gutenberg" trug dre Hymne schicken ihre Missionare in bie Parabiese ber armen Milben a“tet „Die Himmel rühmen" vor. Hierauf ergriff Oberburger. unb Heiden, die das Gesetz noch nicht haben, aber dennoch ^er Gesundheit" nach einem Bad m rankreich gehen Geister A dickes das Wort, um im Namen des Magistrats des Gesetzes Werke thun. Wahrlich, es wäre besser, sie gingen a,ber ruurbc & cm 'Tsmt r als erster die Glückwünsche nicht nur dieser Körperschaft, nach England zu diesen Krämerieelen die die Welt im Banne I^Een können, er wird „strengere Maßregeln befehlen gegen sondern auch der Stadt Frankfurt zu überbringen. Ep halten nur um fick L bereichern unb sie in brutaler Weise bas Burenvolk unb bie Flüche ber Buren werben ihn nicht dankte für das, was Sonnemann in den langen Jähren, « a L i»« Xo v- c L « s rühren unb nicht die Verachtung der ganzen Welt. Bald die er im öffentlichen Leben steht, für Frankfurt, das ihm fK?On aber werden von Aufgang bis zum Niedergang der Sonne seine zweite Heimat geworden sei, gethan habe mit freiem martten im Lande der armen Buren strebt. Und weiter frage . ihrp Ginhrr trhrprfp« mit hpm Nnmpn Chamberl er ben ogeneti üann^clhu9m ?auterM) S ah9Una U9 ertech. •a n^rnieister Merverbande beider Ltzden des ^Wrinitung lsirrna, die “n w der 3hie 11 veim onfe» P^^ifnhet ?•? Mai \ vielleicht in Z Mng für fr. “n9 von 40 Pf Antwort erfolg!. Aerzte sam- ihnen von seilen erben, um eine ' bei welchen die zu minimal sind «d bei dem m ossen-Kommission ^wendet zu wer- He Behandlung t aus folgendem der im „Mainzer A ,Jch habe i L., das 5 M )t, 28? Besch neu und 3Nch- igen gchabt, k mit 388 K zu m der Kasse 1200 ich der schlechten Fuhrwerk veraus- 55 M. oder fir V/umenscheen i Fahre alt. - Machri/anollle M.s, 79 Jchn ax\, m geb. locken in Zürich ig, gestorben in llthoss gab heute rg, die gleich!« r. We Leistunga chlichen Beisall.- gegemvärtig üba auses SW- den vom Hs. Dr. Ebrard, für die schwäbische Volkspartei überreichte P e y er aus Stuttgart eine Adresse. Ferner wurden dem Jubilar Adressen überreicht von den bayrischen Demokraten durch Herrn Professor Quid de aus München, von der deutschen Volkspartei in Frankfurt durch Pfarrer länger, für die Fortschrittspartei durch Justizrat M e y e r und vom Journalisten- und Schriftsteller-Verein. Dr. I a n e ck e aus Hannover feierte in längerer Ansprache rm Namen des Vereins deutscher Zeitungsverleger den Jubilar. Setten^ der Neuen Theater-Aktiengesellschaft war Herr Heinrich Hanau mit den Intendanten Elaar und Jensen zur Beglückwünschung erschienen. Dr. Benkard sprach für das Freie deutsche Hochstift, Dr. Berghoffer für die Rothschttd-Bibliothek, Dr. Arthur Pfungst für die Freie Bibliothek. Im Namen des Arbeiter-Bildungs-Verems, dem Sonnemann schon über 40 Jahre angehört, sprach Herr Ehristian A f f und überbrachte das Diplom als Ehrenmitglied. Dr. Fried leb en brachte die Glückwünsche der Palmengarten-Gesellschaft und überreichte ui deren Namen ein Palmen-Arrangement. Direktor Siebert sprach für die Gartenbau-Gesellschaft, Landes-Ockonomierat Dr. Muller aus Wiesbaden für die Zentralstelle für Obstverwertung, Stadtrat Dr. Matti für den mitteldeutschen Kunstgewerbe-Verein, Stadtrat Beck für das historische Atuseum, Architekt von Neh er für den Städel'schen Museumsverein Außer diesen Herren erschienen noch eine große Anzahl Gratulanten im Namen von verschiedenen Korporationen. Sonnemann dankte jedem einzelnen Redner und gedachte seines langjährigen Mitarbeiters Moritz Beer, der vor kurzem verstorben ist. Nach einem Gesangsvortrage hatte die Feier ihr Ende erreicht, und die vielen herbeigeeilten Freunde sprachen dem Jubilar ihre Glückwünsche aus, bar* unter der greife Dichter Wilhelm Jordan, der nach langer Krankhett zum ersten Male heute wieder ausgmg. — Sonnemann hat zur Erinnerung an den heutigen -vag eine Witwen- und Waisenkasse für die Redakteure der Frankfurter Zeitung und der Kleinen Presse gegründet. Kassel, 29. Okt. lieber das Explvsionsunglück, von dem wir gestern telegraphisch berichteten, werden noch folgende Einzelheiten bekannt: In der Nacht zum Sonntag trat die Gattin des Versicherungs-Inspektors v. Nolting, der sich auf einer Reise befindet, mit der brennenden Petroleumlampe in der Hand in die Schlafkammer ihrer drei Länder, um zu sehen, ob alles in Ordnung ,er. Sie fand die Kinder friedlich schlummern. Als jie im Begriffe war, aus dem Zimmer zu gehen, fiel das Petroleum- Ba in der Lampe plötzlich zu Boden und explodierte. Im Nu stand die im Nachtgewande befindliche Frau tn Hellen Flammen, und sprang in ihrer Todesangst, einer Feuersäule gleichend, hinab auf die Straße, wo auf ihr gräßliches Hilsegeschret die Gäste aus der gegenüberliegenden Gastwirtschaft — es war Mitternacht und saft niemand mehr auf der Straße — herausstürzten und die.Flammen zu er- sttcken suchten. Zugleick) drang man in die breimenbe Wohnung ein, und rettete unter Lebensgefahr die drei Kinder vom sicheren Verbrennungstode. Zwei der Kinder VCh uhvcch hnßpti in Gesicht, an Beinen usw. Brandwunden erlitten, die den pädagogischen Berus gewiß bedeutend erfckwerl, am An- britte Srinb ist glücklicherweise unverletzt geblieben. I sang des 19. Jahrhunderts durchgesetzt. Auch in den evangelisch- Bekanntmachung. Das Konkursverfahren über den Nachlaß der verstorbenen Marie von Oven, Eheftau des Guispächters Victor von Oven von Hungen wttd auf Antrag sämtlicher angemetbeten Gläubiger hiermit eingestellt. Hungen, den 25. Oktober 1901. , . 7171 Großherzogliches Amtsgericht. Frische Schellfische 20. eingetroffen. 655 Weinstube Schott. Frische Sendung 6289 Federweisser. ideologischen Fakultäten war man damals so weit. Ea orach cme schwere Reaktion ein, in mancher Hinsicht sachlich berechtigt; aber bald suchte sie diese Fakulläten in ihrer Freiheit um em JahrhuTidert und mehr zurückzuwerfen. In heilem Kampfe haben fie ihren wissenschaftlichen Eharakler zwei.Generationen hnidurch erstatten müssen. Ter Kamps ist noch nicht beeiidigt. aber tn weitesten Kreisen der evangelischen Kirche selbst und derer, die ste leiten, ist doch die Uebei^eugung zum Durchbruch gekommen, daß der evaw- gelischen Theologie dieselbe Freiheit zu yewahreri- ist wi-- eder anderen Wissenschaft. Man kann wohl tn der Politik zwischen Freiheit und Zwang einen Mittelweg ausfindig machen, indem man bald diesen, bald jene walten und aus diesem eme Art von mittlerer Marschroute enstehen lapt; aber m "AUg aus die Frage, ob man die ErkenrUniS freilallen soll oder nicht, giebt es fern mittleres Verfahren; beim sie ist schon m Banden geschlagen, wo auch nur der Schein einer Bevormundung entsteht. Man wendet demgegenüber die Ueberstürzimgen und gehler der freigelassenen Wiffenschaft ein und daß ste nun der Praxis die alten Dienste nicht mehr voll leisten könne — aber roay will bas besagen gegenüber oer furchtbaren Kalamität, bie notwenbig eintreten must, der Kalamität, baß bem Lehrer bie "Frecheit gebrochen wirb, rmb der Lernenbe die Integrität und Wahrhaftigkeit seines Lelfrers beargwöhnen muß. Ein einziger solcher Fall wiegt zehnmal all den Schaden auf, der durch Älißbrauch der Frecheit ciitsteht. Die evangelische Kirche selbst wünscht einen solchen Zustaich nicht, und sie wird sich lieber bei der Thatsache bescheiden wollen, U)r )ic Theologischen Fakultäten nicht mehr dasselbe leisten wie srüher, als daß sie sie in Versuchung führe. Ob diese Fakulläten chr aber nicht im freien Dienst Besseres gewähren, darf man wohl fragen, Wilhelm v. Humboldt hat einst das tiefe Wort gesprochen: „Die Wissenschaft gießt oft dann ihren wohllhätigsten oegen auf das Leben aus, wenn sie dasselbe gewissermaßen au vergessen icheutt. Tas qill aud) hier. Wir können und dürfen bei unserer geschichtlichen Arbeit nicht an die Lehren und Bedürfniffe der Kirchen beulen; es wäre pflichtvergessen, wenn wir in jebem einzelnen iMk etwas Anberes im Auge hätten als bie reine Erkenntnis ber Sache. Aber daß ein Theologe kem Herz für seine Kirche hatte, für iHv Bekenntnis und sür ihr Leben, daß er nicht lieber ihr beiftitnmen, als sie korrigieren möchte, bas lehrt alle Erfahrung.^ Was sollte ihn auch locken, in biesen veranwortungsvollen Beruf emzutreten, unb in ihm zu verharren, wenn nicht , bie Sache selbst, welche ber Theologie unb ber Kirche gemeinsam ist ? Die Theologischen Schultüten werben nicht aufhören, sich ber Kirche verpflichtet zu wissen im freien Dienst; sie wollen sie nicht meisterii, sondern bieten ihr an, was sie erarbeitet haben. Paß aber bie zukünftigen wiener bet : evangelischen Kirche burch eine solche Schule hlnduräigehen, bie sie zur ernstesten Prüfung aufforbert, bas entspricht letztlich ben Grund- jatzen^die^Ku.^ft bstt Kixcheugeschichte hat sicb, wie : man uns müteilt, vor einiger Zell eine Vereinigung gebubet, bie als Abteilung bes Historischen Vereins für bas Grostherzogrum Hessen arbeitet unb nunmehr chr 1. Heft — Beitrage zur Hefsischen K ir ch e n a e s ch i ch t e, rebigiert von Lie. Dr. W. Diehl, Pfarrer in Hirschhorn a. N. unb Lie. Dr. W. K o e h l e r, Privatdozent in Gießen — herausgegeben hat. Das Heft ch em viel versprechender Anfang und latzt für die Zukunft interessante unb die Kenntnis unserer heimischen Geschichte fordernde Arbeiten erwarten. Es giebt eine instruktive Einsührung aus ber gebet SB* Koehlers„Ueder Aufgaben auf bemGebiete hessischer Kirchengeschichte , nnb bringt außerbem als Bellrag zur Geschichte bes synobalen Lebens in Hessen, eine Arbeit von W. Diehl über bas Friebberget Rurallapitel, ferner von bemfclbert eine für bie religiöse Volkskunde wichtige Studie über bie Treieich unb schliestllch kleinere Mutell- ungen von Köhler-Rohrbach, Herrmann-Alsselb und Diehl. Es steht zu erwarten, baß bie neue Zeitschrift einen immer grostet merbenben Stab eifiiger Mitarbeiter sich erwirbt, unb baß bas Gebiet ber hessischen Kirchengeschichte, bas so lange unbebaut bage- legen hat, nunmehr wieber mit Erfolg bearbeitet werben wirb. | Quäker Oats nur echt in geschlossenen Packeten. Wenings Kriegsfestspiek Znm Aesten armer Veteranen, deren Witwen und Waisen. In der Turnhalle am Oswaldsgarien zu Gießen vom L bis 10. November täglich Aufführung des großen vaterländischen Festspiels Dn dküH -slUßMe Krieg 1870/71 Dargestellt von etwa 150 Personen (Samen, ftiiibcr unb ßaEaben ber Gießener Militärvereine und Mannschaften des Tnf.-Regts. Kaiser Lrlhelm) unter Leitung bes Herrn Direktor P. 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Er ist der geeignete Mann, unseren Bürgermeister im gegebenen Fall voll und ganz Mehrere Bürger.