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Cl^7 icrbe W C,n; , in Le'Miarve, ' _ unj n »Ä'" färbe W*0W> n«s BE77 Rv; 26 Zweites Blatt. Donnerstag den 3l. Januar 151. Jahrgang 1SV1 SichenerAnzeiger Henerat-Un^eiger Alle Anzetgen-Vermitttungsslellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf. 2Zcz'.,zsprcis vierlcljährl. Ml. 2.20 woncitlich 75 Pfg. nut Briiigerlohn; durch die Abholeftellen vierkeljährl. Ml. L90 mouathdj 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2.— viericliährl. ohne Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorrn. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. -rscheiut täglich mit Ausnahme deS Montags. Dir Gießener Aamilienblätler werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Heff. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" »öchtl. 4 mal beigelegt. Zlnrts- und Airzeigeblatt für den lireb Gietzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblütter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische UolKsKunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Siede«. Fernsprecher Nr. 51. Der Kaiser von Indien. Der Thronwechsel in England giebt Veranlassung, einer Frage zu gedenken, von der man vor nicht langer Zeit noch glaubte, daß sie den „springenden Punkt" in der Weltpolitik darstelle: der Position Großbritanniens in Indien und Centralasien. Was ist nicht alles geschrieben und prophezeit worden über den unausbleiblichen Zusammen- stoß zwischen Engländern und Russen an den Grenzen ves alten Wunderlandes Indien! Man erinnere sich nur der bedeutungsvollen Hinweise, mit denen die russischen Truppenverschiebungen oder die Bewegungen britischer Kriegsschiffe begleitet wurden. Und gar die geheimen Abmachungen, die der Zar mit dem Schah von Persien, sowie mit den Emiren von Afghanistan und Beludschistan getroffen haben sollte, um bei bedenklichen Verwickelungen die Ko- sackenregimenter und Schützenbataillone schnurstracks nach Indien, der Hochburg des britischen Rivalen, werfen zu können. Und wie ist es in Wirklichkeit gekommen? Man darf ohne Uebertreibung sagen, daß all' das Gewölk, das in den letzten Jahren am Horizont der Auslandspolitik empor- stieg, den indischen „Wetterwinkel" nicht überschattete. England war dort, wo es am verwundbarsten ist, so unbehelligt, wie nur je. Es ist nun wohl bekannt, daß John Bull diese „Schonzeit" lediglich der beispiellosen Rücksichtnahme des Zaren zu danken hat. Er gab sein kaiserliches Wort, dem durch den Burenkrieg engagierten und bald auch bedrängten Rivalen nicht in den Rücken zu fallen. Geschichtsschreiber späterer Tage werden diese Reserve vielleicht als die größte That Nikolaus' II. bezeichnen, daß er derart sein auf Sicherung des Weltfriedens gerichtetes Programm bethätigte. Und der Geschichtsschreiber der Gegenwart, der Publizist, wird die Behauptung aufstellen dürfen, daß das Sein oder Nichtsein der indischen Frage vom Sein oder Nichtsein des Zaren abhängt. Die weniger friedlichen Gesinnungen des bei einem russischen Thronwechsel in Betracht kommenden Großfürsten sind bekannt. Und Eduard VII.? Bietet dessen Persönlichkeit nach irgend einer Richtung hin Gewähr für die Gestaltung der Dinge in Indien? Die Stimmung der eingeborenen Bevölkerung, die Zuverlässigkeit der Emire, Khane und sonstigen braunen Würdenträger wird zu nicht geringem Teile durch die Wärme der persönlichen Empfindungen für den „Kaiser von Indien" reguliert. Königin Viktoria war auch in Indien sehr beliebt. Ihrer Popularität ist es nicht zuletzt zuzuschreiben, daß die Eingeborenen so manchen Uebergrisf britischer Offiziere und Beamten geduldig ertrugen. Der Prinz von Wales hat zwar Indien besucht, aber das ist lange her. Ob er den Indern sympathisch ist, weiß man nicht. Vielleicht wird er es, vielleicht auch nickst. Diese Frage werden die Staatsmänner an der Newa aber nicht außer Betracht lassen dürfen, wenn sie eines Tages Neigung verspüren, die „Akten" über Indien „aus dem Schrank zu holen. Politische Tagesschau. Der Tod des Gouverneurs von Kiautschou, Kapitän zur See Jaeschke, hat allgemein Bedauern erregt. Kapitän z. S. Jaeschke hatte sich vor nicht langer Zeit verheiratet. Ende 1898 hatte als Nachfolger des Kapitäns z. S. Rosendahl Herr Jaeschke sein Amt als Gouverneur angetreten, man glaubte, in ihm den richtigen Mann gefunden zu haben; er kannte Ostasien und die ostasiatischen Derhältnisie ziemlich genau. Mitte der achtziger Jahre kommandierte er auf der oftafiatischen Station das kleine Kanonenboot „Wolf" und 1895 führte er als Kapitän z. S. das damalige Panzerschiff „Kaiser" mit großer Umsicht nach Ostasien; es erregte in Marinekreisen ein gewißes Aufsehen, daß dieser längst veraltete Panzer mit verhältuißmäßig großer Schnelligkeit und ohne den geringsten Unfall Ostasien erreichte. Ueber die Wirksamkeit Jaeschkes als Gouverneur mögen die Stimmen geteilt sein; aber das werden ihm auch seine Neider lasten wüsten, daß er den kaufmännischen Verhältnissen, dem Handel und der Industrie Jntereste entgegenbrachte. Kapitän z. S. Jaeschke war von außerordentlich gewinnenden Formen, die Liebenswürdigkeit selbst. Er ist 1871 Leutnant z. S., 1875 Oberleutnant z. S. geworden, 1881 rückte er zum Kapitänleutnaut auf, 1889 wurde er Korvettenkapitän, 1894 Kapitän z. S. Die kaisev liche Marine hat in ihm einen hochbefähigten Offizier verloren. Provisorischer Gouverneur ist der ehemalige Kom Mandant des kleinen Kreuzers „Gefion", Fregattenkapitän Rollmann. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 29. Januar: „Am BundeSratStisch Graf PosadowSky" — auch heute wieder mußte der Staatssekretär deS Innern sich ehr finden im Reichstag, um alles anzuhören, was die Volks Vertreter mit unermüdlicher Lust an den harmlosen Titel „Gehalt des Staatssekretärs" knüpfen. Fürst Herbert B i s- marck bekannte sich — ein seltener Fall — zu der Auf fastung der „Freis. Ztg.", daß es nämlich auf die Dauer so nicht weitergehen könne mit diesem endlosen Debattieren. „Wenn wir uns etwas zahlreicher hier versammelten, dann wäre ein Ende der Verhandlungen eher abzusehen", meinte Fürst Bismarck. Die Fraktionsvorstände trommeln unaus- gefetzt ihre Leute zusammen, aber es nützt nichts. Abhilfe versprechen nur Tagegelder für den Reichstag, oder besser „Anwesenheitsgelder". Es heißt, daß Graf Bülow die unleidlichen Zustände aufmerksam verfolgt und den Diäten- Vorschlag für erwägenswert hält. Graf PosadowSky, der bei langsamem Feuer Gebratene, hätte dann im nächsten Jahre, sofern er noch Staatssekretär ist, Aussicht, mit kürzerer Tortur davonzukommen. Aber wenn man auch alle Gründe für die Einführung von Reichstags- Diäten gelten lasten will, so muß man doch fragen, weshalb es sich mehrere hundert verehrliche Reichsboten soviel saure Mühe und andere Opfer haben kosten lassen, in das diätenlose Parlament hineinzugelangen, das sie jetzt so wenig schätzen? Die „Nationalztg.", die heute abend mit Recht bemerkt, was sich im Reichstag abspielt, komme der voll ständigen Auflösung aller parlamentarischen Verhandlungs- Ordnung gleich, hält zwar Diäten für ein Mittel zu besseren Zuständen, legt aber daS Hauptgewicht auf die Auswahl der Kandidaten bei Neuwahlen. In der That sollte auf Ab geordnete, die infolge ihrer Berufsgeschäfte und sonstigen Verpflichtungen wenig Zeit übrig haben für ihr Mandat, ganz verzichtet werden. Lieber keinen „Namen", aber einen tüchtigen eifrigen Vertreter der Wähler. Nicht ohne Humor war übrigens, daß fast jeder Redner heute die „Uferlofigkeit der Debatte beklagte, daß ungeachtet sich verpflichtet fühlte, auch das ©einige zur Vergrößerung des Mißstandes endlich bei zusteuern. Zum Glück hat alles ein Ende. Nach einer Rede des Abg. Bebel u. a. gegen Stöcker, nach nicht minder erregten „persönlichen Bemerkungen" wurde, solcher Art „unter Donner und Blitz", dem Grafen PosadowSky daS Gehalt bewilligt. Der Staatssekretär wird hoch aufatmen, daß dieser Tage Qual vorüber ist! i ii m um Man schreibt und: Der Kampf um die Getreidezölle ist auf der ganzen Linie entbrannt. Auch im preußischen Abgeordnetenhaus wird daS Thema „Zoll" immer wieder auf gegriffen. Allem Anschein nach fällt der Widerstand gegen die agrarischen Bestrebungen in der Hauptsache den Hansa- städten, den natürlichen Vorkämpfern deS Freihandels, zu. Die Vertreter Hamburgs und Bremens sollen auch im BundeSrat sich entsprechend bemüht haben, jedoch majorisiert worden sein. Die Einflüsse „von der Wasserkante", über die einmal der Bündler-Führer Frhr. v Wangenheim Klage führte — man leitet die mildere Fastung des Fleischschaugesetzes auf sie zurück — werden in der Getreidezollfrage also wohl machtlos bleiben. Preußischer Landtag. Berlin, 29. Januar. Es wird die Beratung des Landwirtschaftsetats fortgesetzt. — Abg. Pohl (frs. Vg.) verlangt die Einstellung von Staatsmitteln zu landwirtschaftlichen Versuchszwecken. — Abg. Lüders-Gronau (frk.) schildert die mangelnde Rentabilität der Landwirtschaft, sowohl im Betriebe des Ackerbaues, wie in der Viehzucht. — Mg. Schmitz (Ztr.) verlangt eine auf rationeller Grundlage beruhende Verschuldungsstatistik und eine Aenderung des Weingesetzes im Interesse der Weinbauer. — Reg.-Kommissar Geh. Rat Dr. Müller entgegnet, erstere sei in der Ausarbeitung begriffen. — Minister Frhr. v. Hammer st ein teilt mit, daß eine Novelle zum Weingesetz voraussichtlich noch in dieser Session dem Reichstage zugehen werde. — Mg. Dr. Barth (frs. Vg.) berechnet die Ausgabe infolge der Zollerhöhung für eine Arbeiterfamilie auf 80 Mk. jährlich. Das sei ein Monat Arbeitsleistung. (Zurufe: Redensarten!) Wie es mit den Schutzzöllnern im Auslande und ihrer patriotischen und nationalen Gesinnung bestellt sei, das habe Treitschke geschildert. Redner schließt mit der Frage r „Wann hat je eine einzelne Klasse den Staat für sich ausgebeutet, seit die Hohenzollern ihr glorreiches Szepter führen? U. A. w. g." (Beifall links.) — Abg. Frhr. v.- Z e d - litz (frk.) bezeichnet die Berechnung des Dr. Barth als völlig falsch. Dieselbe sei nur aufgestellt, um unkundige Leute zu verwirren. Gerade unter dem Schutzzoll habe sich die Arbeitsgelegenheit gemehrt, und der Lohn erhöht. Barths Theorien seien längst zum alten Eisen geworfen. Nicht durch hohe Preise würden die Arbeiter zu Streiks getrieben, sondern durch agitatorische Verhetzung. Wer behaupte, alle Interessen zu berücksichtigen, vertrete gewöhnlich den einseitigsten Jnteressenstandpunkt; das dürfe bei Herrn Barth zutreffen, der die Interessen der Seestädte und des im Handel angelegten Kapitals zu vertreten scheine. — Abg. Goth ein (frs. Vg.) hält die Berechnung Barths für durchaus zutreffend. Unser wirtschaftlicher Aufschwung datiere nicht vom Beginn der Schutzzollperiode, sondern seit den Handelsverträgen und habe infolge Ueberproduktion im vorigen Sommer seinen Höhepunkt überschritten. Die Brotpreise würden immer verschieden sein; durch den Zollaufschlag würden sie nur entsprechend höher, niemals billiger. Auch der Handelstag habe sich gegen den Maximal- und Minimalzoll ausgesprochen und auch seine, Redners, Freunde thäten es im wohlverstandenen Interesse der Landwirtschaft und um den Ausbruch des Volksunwillens zu verhüten. (Beifall.) — Abg. v. Szmula (Ztr.) fragt nach dem Gesetz über die Regulierung der Dorfauen. — Abg. Mooren (Ztr.) bittet um größere Berücksichtigung der Massengenossenschaften. — Vorn Regierungstische wird dies zugesagt. — Abg. Schmitz (Ztr.) wünscht festzustellen, daß in seiner Fraktion noch niemand einen Zoll von 8 Mark verlangt habe; er stelle dies ausdrücklich fest, um unbegründete Agitationen zu verhüten. — Abg. Win term eher (frs. Vp.) erklärt sich gegen Gemüse- und Obstzölle. — Die Debatte wird' geschlossen, der Titel „Ministergehalt" bewilligt. Zum englischen Thronwechsel. Ueber die Investitur des deutschen Kronprinzen wird aus London berichtet: Nachdem der König dem vor ihm knie enden Kronprinzen das Band um den Hals und den Stern auf der linken Brust befestigt und ihm den Kragen und das Hosenband überreicht hatte, hielt er eine höchst eindrucksvolle Rede. Erwies darauf hin, daß es der Wunsch der Königin gewesen sei, dem Sohn seines erlauchten Neffen den Hosenbandorden zu überreichen, und nun es ihr unmöglich geworden, sei die freudige Pflicht aus ihn übergegangen. Der König verweilte dann bei dem freundschaftlichen Verhältnis zwischen beiden königlichen Familien, das so klar bewiesen sei durch den gegenwärtigen Besuch des .Kaisers, der noch zurzeit gekommen sei um von seiner Großmutter erkannt zu werden, und dessen Rücksicht und liebevolles Gefühl die Nation so tief gerührt habe, die seine Handlungsweise warm anerkenne. Der König wandte sich dann an den Kaiser und gab seinem aufrichtigen Gefühl für ihn Ausdruck mit der Erklärung, er und die königliche Familie achteten ihn nicht nur auf Grund derBlutsverwandtschaft hoch, sondern wegen aller seiner großen Eigenschaften, und ganz besonders schätzten sie seinen langen, trostreichen Aufenthalt jetzt in England; er hoffe zuversichtlich, daß diese freundsckaftlrchen Beziehungen stets fortdauern und daß die beiden Nationen fort- fahren würden in ihrer gemeinschaftlichen Arbeit in der Sache des Friedens und der Zivilisation der Welt. Wie weiter aus London gemeldet wird, erregt der junge deutsche Kronprinz dort durch sein bescheidenes Auftreten allgemeinen Beifall. Bei der Investitur des Hosenbandordens wurde auch dem Kaiser dieser Eindruck zur Erkenntnis gebracht, dessen Vaterstolz dadurch hoch befriedigt war. Das Preußische „Militärwochenblatt" meldet aus Os- borne vom 23. ds.: S. M. der König von Großbritannien und Irland, Kaiser von Indien, Chef des Hus- Regts Fürst Blücher von Wahlstatt (Pomm.) Nr. 5, wurde auch zum Chef des 1. Garde-Drag. Regts. Königin Viktoria von Großbritannien und Irland ernannt. , , Ueber die Beisetzungsfeierlichkeiten rn Wrnv- sor werden immer noch widersprechende Arrangem nts öffentlicht. Fest steht, daß der Kaiserr in die Staatszimmer bewohnen wird bis zu oergrelfi' a l V $ unb au> •• Ao«zM>,, u.8 ftotel h®10^ SäwriW“ S ®’*91» mW) 1»* D-r P-°»r°""^ »W. »N* 3.loh $ti»' 6' a,ooo i-ch- D/'*x L ÄW 29‘ 1 «ta M«*8, «i* 111 ,-Wd! angenommet fo. WrrB,2» hin in W«*J Neuhausen der hall abgerissen und > der Sirche ist auch fc. Cro-terg. t folge ist das Sestut rotg» ittfrieit« besooSerS bet llmsto stunde nicht zur S so energievollen Gei wirkt, daß dadurch c ungllupgsteu Weise t totalen Leiden eine konnte. fc. Harm, 29. s wurde wegen UM' ein 89jähriger ♦* Kletne M Än (familitnbtamc gaffe in Staffel ihren Mann mit Schlüsselbein. — v. Eynatten, Zaum wurde daS Ehrend Großmütigen verlir 4. Februar stattfindenden privaten Beisetzung im Mausoleum. Nach der Leichenfeier in der Georgskapelle findet ein Frühstück im Schloß statt, an dem Kaiser Wilhelm mit dem britischen König und 60 Hauptleidtragenden teilnehmen wird. Der Zudrang nach London aus der Provinz beginnt jetzt schon in enormem Maße. * * » Telegra»»e deS (Birfpuer Anzeigers Cron b e rg, 20. Jan. Als Vertreter der Kaiserin Friedrich bei den Beisetzungsfererlichkeiten in Windsor ist der Oberhofmeister Graf Seckendorfs ausersehen, der beute aus Schloß Friedrichshof abreiste. L o n d o n, 30. Januar. König Eduard hat Cowes gestern verlassen und ist zur «Ätzung des geheimen Rats nach London abgereist. Am Morgen vor der Abreise hatten Kaiser Wilhelm und der König gleich nach dem Frühstück bei herrlichstem Wetter im Parke einen Spaziergang gemacht. — Trotz verschiedener offizieller Dementis, die die Meldung erfuhr, daß die Stellung des Lord Sabis- burh durch die Thronbesteigung König Eduards getroffen sei, lausen Gerüchte um und treten täglich bestimnrter auf, daß der Premierminister nicht mehr lange im Amte bleiben wird. Thatsache ist, daß Salisburys Beziehungen zum öffentlichen Leben, jedenfalls aber zur Premierschaft ausschließlich auf seine Beziehungen zur verstorbenen Königin zurückzuführen sind. Es herrscht die Ansicht, daß das unionistische Kabinett in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung nicht mehr lange bestehen wird. — Der Verbrauch an Blumen für das Begräbnis ist ganz unerhört. Kränze, die über 2000Mk. kosten, sind in Arbeit. London, 30. Jan. „Daily Mail" schreibt, der Besuch des deutschen Kaisers habe keinen politischen Zweck, er habe aber doch indirekt ein politisches Ergebnis von größter Wichtigkeit gehabt. Der schlechte Eindruck, den das Telegramm des Kaisers anläßlich des Jameson-Einfalles gemacht habe, sei jetzt durch die sympathische Haltung des Kaisers vollständig verwischt. New-Aork, 30. Januar. Der in der gestrigen Gemeinderatssitzung eingebrachte Antrag, anläßlich des Todes der Königin Viktoria die Flagge auf dem Rathause auf halbmast zu setzen, wurde abgelehnt. Engländer und Buren. Ein Londoner Militärkritiker erklärt, Kitchener müsse 14 Tage nach Zerstörung der Nataleisenbahn, welche die letzte Verbindungslinie zur Zufuhr von Lebensmitteln und Munition ist, den Rückzug mit dem Gros seines Heeres antreten. Wie sich aus den Londoner Zeitungen ergiebt, hat Kitchener in seinem amtlichen Berichte vom 26. thatsächlich den Vorfall be i B a l m o r a l, wo er am 23. in der geplanten Expedition gegen Carolina durch Zerstörung einer voraufgeschickten Panzerlokomo- tive gehemmt wurde, totgeschwiegen. Ob das Gefecht Smith-Dorriens zwischen Wonderfontein und Carolina am 26. die Fortsetzung jener Expedition war, ist noch nicht klar; Kitchener war jedenfalls — das bestätigt nun auch der Berichterstatter der „Morning Post" — sofort nach Pretoria zurückgekehrt, ob mit oder ohne Truppen, bleibt zweifelhaft. Die Vorgänge an der Bahn Pretoria-Delagoabai zeigen im Zusammenhang mit Ereignissen an anderen Linien — so an der Natallinie, wo bei Greylingstad am 23. eine Ueberführung zerstört wurde, und auf der Strecke Kimberley- Mafeking, wo bei S l y p k l i p in der Mitte zwischen Kimberley und Fourteen Streams ein Posten überrumpelt, eine Bahnüberführung zerstört und ein Proviantzug genommen wurde, und wo ähnliche Manöver bei Dryharts und Devon d a l e südlich und nördlich von Vrijburg ausgeführt wurden — diese Vorgänge zeigen, wie wenig die Engländer selb st Herren der notwendig st en Verbindungslinien sind, auch nachdem die Bewachungsposten durch Heranziehen der kleinen Besatzungen verstärkt worden sind. Das ist eine Thatsache, die Kitchener durch seine optimistischen Berichte nicht verschleiern kann. Abseits von den Bahnlinien geht der englische Einfluß immer weiter zurück. Nach dem Berichterstatter der „Morning Post" hat Generalkommandant Louis Botha sein Hauptquartier zur Zeit in Roossenkal 100 Kilometer nordöstlich von Middelburg (Transvaal); den Oberbefehl nördlich von der Eisenbahn führt der energische Ben Viljoen, südlich Tobias Smuts. Er scheint demnach, daß die Kommandos, die bei Carolina ^usammengezogen sind, nicht von Louis, sondern von Christian Botha befehligt werden, der mit den Kommandos von Ermelo uno Carolina in diesem südöstlichen Teile Transvaals seit dem Kampfe bei Dalmanutha beständig operiert hat. Westlich von Pretoria kommandiert nach wie vor Delarey, den der Berichterstatter der „Morning Post" nach Rustenburg versetzt; wenn das richtig ist, so müßte inzwischen oie lange blockierte Besatzung von Rustenburg entweder abgezogen sein oder kapituliert haben. Das Gefecht Cunninghams bei Middelfon- tein und Koppesfon kein, südlich von Olifantsnek, stellt sich in diesem Zusammenhänge als ein neuer Versuch dar, Rustenburg zu entsetzen oder wiederzunehmen. Tas Gefecht bei Lichtenburg weiter westlich, das am 17. statt- fand, erweist sich als sehr bedeutungsvoll, da sich unter den Gefangenen auch der MajorPaget befindet, der noch in der; .Händen der Buren ist. Im Oranjefrei st aate hat Bruce Hamilton eine Operation begonnen, deren Zweck völlig unklar ist. t?c, ie^ er Kroonstad und vereinigte sich bei der "ordnch gelegenen Station America mit seiner voraufge- schickten Kolonne. Am Nachmittag brach er in nordwestlicher Richtung aus, kehrte aber am nächsten Nachmittage wieder m Kroonstad wo auch White, Mahon und Makwell mit ihren Kolonnen sich befanden. Auch die Bagage rvurde nach Kroonstad zuruckgenommen. Am 26. aber wurde Bruce Hamiltons Brigade schon wieder eingeschifft; wohin, bleibt dunkel Lindley schemt von den Briten endgiltiq ae- räumt worden zu sein. Am Mittwoch, dem 16., wurden die Einwohner von dort nach Kroonstad in das Burenlaaer gebracht. Ueber den Ausenthalt De Wets herrscht noch immer Unklarheit. Neuerdings wird wieder behauptet, er lväre im südöstlichen Transvaal bei Standerton. Aus der Kapkolonie liegen keine Nachrichten vor. Reuter meldet aus Pretoria: In einer hier öffentlich verlesenen Proklamation bctr. die Thronbesteigung des Königs Edward VII. von England wird neben den anderen Titeln des Königs der Titel „O b e r st e r H e r r von und über Transvaal" aufgeführt. Nach Verlesung der Proklamation brachte Lord Kitchener drei Hochs auf den König aus. Telegramm des Gießener Anzeigers. London, 30. Jan. Aus Pietermaritzburg wird gemeldet: Ein mit Vieh beladener Eisenbahnzug kollidierte mit einem Güterzuge. Zwei Eingeborene wurden getötet, ein englischer Soldat verwundet; 16 Maulesel gelötet. — Nach einer Meldung aus Kapstadt dringt De Wet nach Süden vor und wirbt zahlreiche Anhänger an. Er »cheint eine endgiltige Aktion vorzubereiten. Ein bedeutendes Kommando hat Transvaal verlassen und ist in den Freistaat eingedrungen. — Die Verluftliste der englischen Armee in Südafrika enthält für gestern folgende Angaben: 4 Tote, 25 an Krankheit Verstorbene, 28 Verwundete, 1 Gefangener, 15 Vermißte. China. Nach einer Meldung aus Peking vom 27. ds. Mts. herrscht in der Provinz Schansi in Folge Hungersnot großes Elend. Tausende von Eingeborenen starben. Prinz Tschun und seine Brüder sind im Kaiserpalast vom Grafen Waldersee empfangen worden. Einem Telegramm der „North China Daily News" aus Peking leidet Lihungtschang an hochgradigem Fieber. An seinem Wiederaufkommen wird gezweifelt. — Am 27. Iw nuar wurden Tschwang und Autsin hingerichtet. Nach der „Polit. Corresp." erklärten die chinesischen Unterhändler, Prinz Tsching und Lihungtschang, China könne Entschädigung nicht anders leisten, als durch eine Anleihe, wofür gewisse Staatseinnahmen, darunter das Salzmonopol, zu bürgen hätten. Eine internationale Kontrolle der betr. Staatseinnahmen sei ausgeschlosien. Der Hof werde nach Peking nicht vor der Räumung der Stadt heimkehren. Die Kaiserin-Witwe sei durch andauerndes Leiden verhindert, auf die Staatsangelegenheiten Einfluß zu nehmen. Deutsches Reich. Berlin, 29. Jan. Die Kaiserin verließ heute abend Berlin und trifft morgen vormittag in Homburg ein. Der Kaiser trifft in Homburg jedenfalls Sonntagabend ein. — Die Kronprinzessin Sophie von Griechenland ist heute auf Schloß Friedrichshof eingetroffen. — Nachdem die sogenannte Abschlußprüfung bei den ;öheren Lehranstalten in Preußen abgeschafft worden ist, wird die unveränderte Aufrechterhaltung der entsprechenden Reifeprüfung an den Nichtvoll Anstalten unbequem em- ifunden, da man befürchtet, daß dadurch der Besuch der Vollanstalten noch mehr steigen wird zum Nachteil der Nichtvollanfialten. Wie die „Nat.-Ztg." erfährt, besteht bei der Unterrichts-Verwaltung die Absicht, die Reifeprüfung an den Nicht-Vollanstalten einer wesentlichen Umgestaltung zu unterziehen. — Der General der Infanterie z. D. Albert v. Rauch, bis zum Jahre 1897 Chef der Land-Gendarmerie, ist heute gestorben. — Der dritte allgemeine preußische Städtetag nahm einstimmig die vom Referenten vorgeschlagenen Leitsätze betreffend Stellung der Gemeinden zu dem K lein bahn - gesetz mit dem Amendement des Oberbürgermeisters Adickes- Frankfurt a. M. an, sowie den Antrag der Oberbürgermeister Bender Breslau und Fuß-Kiel auf Kodifizierung aller bezüglich des Kleinbahngesetzes in den einzelnen Gemeinden gemachten Erfahrungen unter Beifügung von Gesetzesbestimmungen und ergangenen Entscheidungen. Straßburg i. E., 29. Jan. In ihren Leitartikeln vom 28. und 29. o. M. über „Politische Zustände und Aufgaben in Elsaß-Lothringen" bespricht die „Straßb. Ztg." den Tiefstand der öffentlichen Moral im Reichsland, den die Regierung durch ihr Bündnis mit den )en Landesausschuß beherrschenden Notabilitäten geflissentlich gefördert habe, indem sie die politische Gleichgiltigkeit und Unmündigkeit der Masse thunlichst zu erhalten versuche uno dank einem in reinem Polizeidiktatur gipfelnden Vereins und Vfrsamm- lungsrecht jede ihr nicht zusagende politische und soziale Volksbewegung zurückgehalten habe. In den ersten dreißig Jahren deutscher Verwaltung habe ein System des bureau- kratischen Absolutismus geherrscht, das eines politisch mündigen Volkes unwürdig sei. Der vom Klerikalis- mus und der Sozialdemokratie begonnenen Reaktion gegen dieses System müsse sich das liberale Bürgertum, insbesondere die politisch sehr rückständige protestantische Minderheit anschließen und eine Volkspartei ins Leben rufen, die den Kampf gegen jene beiden Richtungen wie gegen den Verwaltungsabsolutismus und die Notabeln- herrschaft aufnimmt, der Bevölkerung das Recht freier Bewegung und der Mitbestimmungen an den politischen Geschicken ihrer Heimat erstreitet. Das müsse die Parole für die elfäsfische Politik im 20. Jahrhundert sein. Ausland. Innsbruck, 29. Jan. Hier traten neuerdings 14 Professoren zum Protestantismns über, darunter ein Neffe des Budweiser Bischofs Rziha. Petersburg, 29. Jan. Der Zar verlieh dem bisherigen deutschen Botschafter Fürsten Radolin, der für den Botschafterposten in Paris bestimmt ist, die Brillanten zum Alexander-Newski Orden. In der feierlichen Abschiedsaudienz, in der Fürst Radolin dem Kaiser sein Abberufungsschreiben überreichte, drückte der Kaiser unter der Versicherung seines Wohlwollens dem Botschafter sein Bedauern über dessen Scheiden aus, und dankte für seine Bemühungen zur Auf rechterhaltung der alten guten Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern. — Feldmarschall Gurko Tn ®C^etn auf ^i"em Gute Sacharow bei Twer gestorben. Mtt Gurko ist einer der beliebtesten und tüchtigsten russischer veerführer aus dem Leben geschieden. Der Krieg gegen die Ortet 1877 brachte ihm den Posten als Kommandeur des großen Retterkorps, das die Vorhut des russischen Heeres auf dem Marsche über den Balkan bildete. Der Vorstoß bis an die rumelische Eisenbahn hatte zwar keinen Erfolg, da die Türken unter Reuf Pascha und Suleiman Pascha die russischen Reiter bald aufhielten und unter Gefechten, die bei Eski Saghra und Kasanlyk recht verlustreich für die Russen waren, auch die der Vorhut gefolgten Fußtruppen wieder bis in den Schipkapaß zurückwarfen. Der einzige Erfolg des Vorstoßes war die Besetzung des SchipkapafseS. Die spätem Operationen Gurkos waren glücklicher. Im Oktober 1877 unterbrach er mit der russischen Garde und starker Reiterei OSman Paschas rückwärtige Verbindungen und beendete den Krieg durch den Vormarsch auf Sofia und Philippopel. In Bulgarien und Ostrumelien feiert man Gurko persönlich als Befreier. Nach dem Kriege ernannte ihn der Kaiser zum General der Kavallerie und Geueraladjutanten, später zum Generalgouverneur von Petersburg. 1883 wurde er mit dem Generalgouvernement von Polen beauftragt. Ein Sohn des Feldmarschalls begleitete als Oberst und russischer Militärattachee die Buren in ihrem Feldzug. Aus Stadt und Land. Gießen, 30. Januar 1901. Gedenket der hungernden Vögel! ** Der nächtliche Unfug nimmt kein Ende. Im Gegenteil, es wird immer ärger. In vergangener Nacht wurde am Wetterhäuschen in der Südanlage, deffen Jnstru» mente schon wiederholt Beschädigungen erfahren haben, da« große Thermometer von roher Hand zerschlagen. ES ist unbegreiflich, daß eS in einer Universitätsstadt Leute giebt, die ein Vergnügen daran finden, öffentliche, gemeinnützige Einrichtungen in flegelhaftester Weise zu beschädigen. Der Herr Einsender dieser Nachricht meint, „für solche Delikte wäre wahrhaftig die Einführung der Prügelstrafe am Platze". Wir sind zwar sonst entschiedene Gegner dieser Strafweise, wie sie entehrender nicht denkbar ist; aber hier scheint sie auch uns nicht unangebracht zu sein. Dieses schamlose Betragen überschreitet nachgerade alle Grenzen, darum müßten auch die Strafen über die Grenzen des Gewöhnlichen hinauS- gehen. Wir müssen auf neue auf sehr entschiedene Maßregeln von Seiten der Staatsgewalt bringen. Die herüber des Unfuges aber sollten doch wenigstens daran denken, daß eine ganze Gesellschaftsklasse unter den Roheiten Einzelner zu leiden hat, ein ganzes Gremium in Mißkredit bei der Bürgerschaft gelangt, ein Gremium, von dem wir glücklicherweise wissen, daß es mit nur wenigen Ausnahmen das volle Recht darauf hat, dereinst die Stützen unserer Gesellschaft zu bilden. — Wir find heute in der Lage, eine annähernde Zusammenstellung der seit November v. IS. in unserer Stadt verübten Sachbeschädigungen und Ruhestörungen zu veröffentlichen, die ein bedauerliches Bild des Gießener nächtlichen Straßenlebens entwerfen. Wegen Erregung ruhefiöreuden Lärms, worüber wir an dieser Stelle wiederholt unser schärfstes Mißfallen au«» gesprochen haben, wurde eine große Zahl von Personen zur Anzeige und Bestrafung gebracht. In besonders krassen und Wiederholungsfällen wurden Strafen bis zu 35 Mk. festgesetzt. Diese immerhin milden Strafen scheinen doch das Eine mindestens bewirkt zu haben, daß in letzter Zeit die Bevölkerung weniger über das nächtliche, oft geradezu tierische Gebrüll mehr oder minder angetrunkener Menschen zu klagen hat. Dagegen nimmt die Zahl der Sachbeschädigungen i» erschreckender Weise zu. Im November und Dezember wurden allein 16 städtische Laternen zertrümmert, aber nur in drei Fällen wurden Thäter ermittelt und zur Bestrafung gebracht. Der eine erhielt eine Geldstrafe von 50 Mk., ein anderer eine solche von 150 Mk. Der Schaden der Stadt ist recht bedeutend, einschließlich der durch unbefugtes Auslöschen von Laternen entstandenen Beschädigungen der Glühkörper, welche sich allein auf über 100 Mk. belaufen. Außerdem wurden zirka 25 bis 30 Fälle von Sachbeschädigungen zur Anzeige gebracht, begangen durch Einschlagen oder Einwerfen von Fensterscheiben. Wenn wir nicht irren, konnten in allen diesen Fällen der oder die Uebelthäter nicht ausfindig gemacht werden. I« der Löberstraße find in einem Hause innerhalb 14 Tagen etwa 16 Kellerfensterscheiben zertrümmert worden. In der Süd an läge ist zwischen Bleich» und Goethestraße fast kein Haus von Sachbeschädig. ungen verschont worden, nachdem in der Nacht von Freitag auf SamStag an drei Wohnungen Fensterscheiben, offenbar mit der Krücke eines Spazierstockes, eingeschlagen worden find. Hoffentlich gelingt es endlich, einen oder den anderen dieser rohen Gesellen zu ermitteln, damit eine an» gemessene Freiheitsstrafe gleichzeitig auch für andere ein warnendes Beispiel bildet. Wir find überzeugt, daß die Polizeibeamten jetzt ganz besonders ihr Augenmerk darauf richten werden, solche Uebelthäter zu fassen, doch möchten wir an dieser Stelle auf einen Paragraphen der Strafprozeß- ordnung Hinweisen, der wenig bekannt sein dürfte. § 127 bestimmt: „Wird Jemand auf frischer Thai betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Persönlichkeit nicht sofort festgestellt werden kann, Jedermann befugt, ihn auch ohne richterlichen Befehl vorläufig festzunehmen. Bei strafbaren Handlungen, deren Verfolgung nur auf Antrag eintritt, ist die vorläufige Festnahme von der Stellung eines solchen Antrags nicht abhängig." Das Vergehen der Sachbeschädigung wird zwar nur dann verfolgt, wenn der Beschädigte Strafantrag stellt, mit Ausnahme der Beschädigungen von Gegenständen, die dem öffentlichen Nutzen dienen usw., wo es eines solchen Strafantrags nicht bedarf; aber trotzdem ist, wie das Gesetz ausdrücklich bestimmt, Jedermann unter den angeführten Voraussetzungen befugt, einen Thäter vorläufig festzunehmen. Der Festgenommene ist unverzüglich einem Polizeibeamten zuzu- führen, der alsdann das Weitere veranlaffen wird. Trifft also Jemand eine Person, die etwa gerade eine Fensterscheibe eingeschlagen hat, so ist er berechtigt, den Thäter, falls er diesen nicht kennt und dieser ihm die Angabe seines Namens * 9öln, 29., jug Don Weu/j tro Waljnljof Worringen W ift tot, । bedeut. * Berlin, 29 Wale der Mittel meldet, daß derVo Kollege Daniel baq . * Berlin, j W sich gestern auf Begleitung eines Sri begeben. * Stettin, 2* »Mmaniahotel" de ,,lntr beliebten mit M 0 Wh, Ml kJ. n ,Dneilit Md Berit d'- Selbst, £ 'M«. D« N ?S»'s *-*Ä*i; 5°ooo6o Gesetzlich geschützt seit 1884. Börsennachrichten. Berlin, y> .0 2086 SDamen- und Kinderstrümpfen (Ersatz für Handarbeit) 8 zu Ausnahme-Preisen: "MZ 976 976 3% 8Vl% S°/o Wlo 89.50 83 00 83 00 00.00 76.70 76.70 Kreditaktien . . Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . » Harpener . . . . fest. 5% Italien. Rente 40/0 Grieoh. Monop 8 0/0 Portugiesen 8 °/o Mexikaner . 4Vi % Chinesen . 28. Januar. 4950 M. 49.50 „ 48 70 „ 97.30 M. S'/,o/o 4°/o 4% 4% 8«/, 0/0 8Vi°/c Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 8. 15-18 unk. b. 1900 8. 19-20, unk. b. 1905 8. 13, 14 8. 21, 22, unk. b. 1905 . 177.90 . 130.80 . 144.60 . 147.70 . 142 20 . 157.80 . 191.80 . 173.83 . 165 60 do Konsole . do Hessen Vermischtes. * Köln, 29. Jan. Gestern abend fuhr ein Güter - zug von Neuß trotz geschlossenen Einfahrtssignals in dem Bahnhof Worringen einem anderen Güterzug in die Flanke. Der Heizer ist tot, ein Bremser schwer verletzt^ der Schaden bedeutend. * Berlin, 29. Jan. Zu den Veruntreuungen in einer Filiale der Mitteldeutschen Kreditbank wird heute gemeldet, daß der Vorsteher der Filiale, Gallus, verhaftet, sein Kollege Daniel dagegen flüchtig geworden ist. * Berlin, 29. Jan. Kriminalkommissar v. Kracht hat sich gestern auf Anordnung des Ministers des Innern in Begleitung eines Kriminalschutzmanns abermals von hier nach Könitz begeben. * Stettin, 29. Jan. Gestern abend hat sich im „Germaniahotel" der Berliner Schutzmann Naucke mit seiner Geliebten mit Cyankali vergiftet. • Danzig, 29. Jan. Heute morgen stiegen in Gute- herberge (Strecke Dirschau-Danzig) zwei verkleidete, im Gesicht geschwärzte Männer in den Postabteil des Packwagens eines Personenzuges ein, überfielen den Postschaffner, knebelten und verletzten ihn durch einen Schuß. Sie haben dann die Geldsachen in noch unbekannter Höhe geraubt und find entflohen. Der Schaffner ist schwer verwundet nach dem Stadtlazarett gebracht worden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 31. Januar, abends 8 Uhr, BibelVi»n-e -m iv irckllrake <9- Pka>m 23 Pfarrer S^l nsspr. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Die tzpielhageri.Vanken. Indem die Deutsche Grundschuldbank Liquidation beschließen konnte, scheint die Gefahr des Konkurses glücklich vermieden zu sein oder die Bank hat zur Verhütung dieses Konkurses in aller Stille eine größere Entschädigung von der Spielhagen-Bank selbst erhalten, um gewisse Schiebungen nicht weiter klagbar zu machen. Da diese Schiebungen einen mehr als dunkeln Punkt in der Geschäftsgebahrung frtefer Gruppe bilden, so wäre Aufklärung darüber bald erwünscht, inwie- ern die etwaigen Rechtsansprüche der Grundschuld-Bank auch energisch genug berücksichtigt worden find. OOOOOOOOQOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOODOOÖOOOOOO 8 Von Samstag den 2. Februar bis Sonntag den 10. Februar o O verkaufen wir aus unserer Strumpf-Fabrik einen großen Poften in schwarzen, reinwollenen Q Kunst und Wissenschaft. Zu der Erkrankung deS Geh. JusttzratS Dr. Heinrich Dernburg in Berlin, über die wir bereits berichteten, werden noch folgende nähere Einzelheiten mitgeteilt: Der 72jabrtge Gelehrte las über dm allgemetnm Teil und die Schuldoerhältnisie nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch; die Borlesung war schon über die erste Stunde htnauSgegangen, als Geheimrat Demburg plötzlich inne hielt und au Neueste Meldungen. Homburg v. d. H., 30. Jan., 11 Uhr 15 Mm. (Tel. M. b. «Gieß. Anz.") Die Kaiserin ist um 10 Uhr heute morgen hier eingetroffen. In ihrer Begleitung befanden sich die Hofdame Fräulein v. GerSdorf und der Kammerherr 0. Keller. Ihr Aufenthalt wird bis zum 17. Februar dauern. Auch der Kaiser wird nach seiner Rückkehr auS England bis zum 17. Februar hier verweilen. Breslau, 30. Jan. Anläßlich der jüngsten Ereignisse, besonders aber infolge der Aufkündigung des Vertrages der Firma Cäsar Wollheim an den Handelsminister, haben die hauptsächlichsten oberschlesischen Privatgruben den bestimmten Entschluß gefaßt, sich an dem von der Regierung angeregten Kohl en-Syndikat nunmehr nicht zu beteiligen. Sie erklären, in der bestehenden Konvention, die unter der kaufmännischen erprobten Mitarbeit des Großhandels besonders in den ungünstigen Jahren das Beste leistete, eine Institution zu besitzen, die allen Anforderungen voll entspricht. Tic Pri- vatgrubcu werden wie bisher, weiter mit dem Großhandel arbeiten, der der Syndikats-Idee von vornherein unsympathisch gegenüberstand. Die Bildung eines oberschlesischen Kohlen-Syndikats ist endgiltig "gescheitert. Antwerpen, 30. Jan. Tie aus Hüll, Gölte und Grimsby kommenden Dampfer sind wegen der Feststellung eines Pest fall es in Hüll unter Quarantäne gestellt worden. , ., . _ .. Paris, 30. Jan. Der „TemPS" berichtet, daß die Meldung, nach der der Bischof von Nizza daS ihm verliehene Kreuz der Ehrenlegion abgelehnt habe, erfunden ist. Die katholische Preffe soll die Nachricht in die Oeffentlichkeit gebracht haben, um den Bischof zu verpflichten, diese Ehrenbezeugung abzulehnen. Paris, 30. Jan. Oberst Marchand ist dem „Gau- lois" zufolge in China ernstlich erkrankt. Wien, 30. Jan.» Anläßlich der heutigen Wiederkehr des Todestages des Kronprinzen Rudolf ließ der deutsche Kaiser einen Kranz am Sarge des Kronprinzen niederlegen. Preuse. do. do. do. do. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 30. Januar. verweigert oder er begründeten Zweifel hegt, daß der angegebene Name nicht richtig sei, den Betreffenven vorläufig fest- zunehmen. Es wäre zu wünschen, daß Jedermann, der in die Lage kommt, einen Menschen, der sich an fremdem Eigentum vergreift, auf frischer That abzufaffen, von dem ihm zu stehenden Rechte der vorläufigen Festnahme Gebrauch macht, und auf diese Weise den polizeilichen Sicherheitsdienst unterstützt. •• Konzert. Auf das am Donnerstag abend im Saale des Hotel „Großherzog von Hessen" stattfindende ^Konzert der Konzertsänger Ströbel, Otto Soldan (Violine) beide aus Marburg und Wilh. Schmidt aus Wetzlar (Klavier begleitung) machen wir unsere Leser noch einmal aufmerksam. DaS Programm ist vorzüglich gewählt. •• W. Befitzwechsel. Der Geschäftsführer von Singer u. Comp., Kam es, erwarb vom Ortskrankenkafferechner Jikob Heidt dessen Steinftraße 12 gelegenes HauS für 28,000 Mk. — Der ehemalige Polizeiamtmann Muhl ver kaufte sein Kirchstraße 2 belegeneS Besitztum für 29,000 Mk. an Karl Ludw. Leib jun. ko. Kastel, 29. Jan. DaS KriegSminifterium hat nach einer Unterredung des Abg. Dr. Schmitt mit dem KriegS- minifter das letzte Angebot unserer Stadt für das FestungS gelände angenommen. ko. Worms, 28. Jan. Bei dem Orkan, der heute nacht hier in schrecklicher Weise hauste, wurde in der Vorstadt Neuhausen der halbe Turm der katholischen Kirche abgerissen und auf die Straße geschleudert. DaS Dach der Kirche ist auch erheblich beschädigt. ko. Crouberg. 29. Jan. Zuverlässigen Nachrichten zufolge ist daS Befinden der Kaiserin Friedrich keineswegs zufriedenstellend. Der Tod der Mutter und besonders der Umstand, daß sie ihr in der letzten schweren Stunde nicht zur Seite weilen konnte, haben auf den sonst so energievollen Geist der hohen Frau so deprimirend eingewirkt, daß dadurch auch das körperliche Befinden in der aller- ungünstigsten Weise beeinflußt werden mußte, wenn auch in dem lokalen Leiden eine Verschlimmerung nicht sestgestellt werden konnte. ko. Hanau, 29. Jan. Der Oberpostsekretär Kämpf wurde wegen Unterschlagung verhaftet. — Hier hat sich ein 89jähriger Greis erhängt. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein Familiendrama spielte sich in einem Hause der KastenalS- gaffe in Kassel ab. Eine jähzornige Ehefrau ging auf ihren Mann mit der Axt los und zerschmetterte ihm das Schlüsselbein. — Dem Oberstleutnant z. D. Freiherrn v. Eynatten, Kommandeur des Landwehrbezirks Friedberg, wurde das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. 8 A. Holterhoff Söhne, Giessen, Seltersweg 20. g OOOOOOOOSOOOOOOOOOOOOeOOÜOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOÖÜöOOOOOOOOOOOOOOO dem Katheder zur Seite sank. Er hatte die Besinnung verloren; das G situ fätble sich im Augenblick roth. Studenten und vaS Hauspeisonal bcmühim sich sofort um den Erkrankten und trugen ibn nach dem Sviechz mmer der Profesioren. Der Oderpedell rief zwei Aerzte herbei; auch nach der Charite wurde an die Geh. Räte o. Leyden und Jolly telepboniert, die indetz nicht abkömmlich waren und einen Odelstadkarzt sandten. Schließlich gelang eS noch, den - Professor Mendel herbeizuholen, der dem Patienten seine Fürsorge widmete. Es wurden zur Beruhigung Morphium - Injektionen aemacht; nach einiger Zett kam Geheimer Rat Dernburg zur Be- tnnung. Soweit aus der vorhandenen Bewegungsfreiheit geschloffen werden kann, scheint ein Schlaganfall und eine äußerlich wahr nehmbare Lähmung nicht vorzuliegen; nach der Meinung der Ae>zte handelt es sich um eine Gehirnafsektion, deren We en noch genauer festzustellen ist. Im Laufe der Zeit kamen ein Neffe des Gelehrten und seine Haushälterin, die ihn von der Vorlesung abzuholen und nach der Wohnung in Westend zu begleiten pflegt. Prof. Mendel hielt die Ueberführung des Kranken in ein Sanatorium für das Z neckmäßigste. ES wurde ein Krankenwagen bestellt; doch oermochte sich Geh. Rat Dernburg in seinem eigenen Wagen, begleitet von seinem Neffen und Prof. Mendel, nach dem In der Königgrätzer- straße gel'genen Sanatorium zu begeben. Prof. Dernburg ist Mit- alted des Herrenhauses und der dienstälteste Ordinarius der Berliner Juristenfakultät. Neuerd ngs ist in dem Befinden deS greisen Patienten eine Besserung eingetreten; sein Zustand scheint zu keinerlei ernsten Bedenken Anlaß zu geben. M Sm >:-«!>-r folgten Oie ä b« ->-M "«gen unk i ?,tc als Oberst nnb jrem Feldzug. Gerichtssaal. —D— Gießen, 29. Jan. (Strafkammer.) Eröffnet wurde die Sitzung mit dem Aufruf der Strafsache gegen den Dachdecker Heinrich Böckner von Alsfeld, der vom Schöffengericht in eine Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt worden war. Der Angeklagte soll den Dienstknecht Karl Schäfer in Alsfeld mit einem Messer am Kopfe nicht unerheblich verletzt haben. B. bestreitet die That; er will den Schäfer überhaupt nicht verletzt haben. Das Gericht hält auf Grund der Beweisaufnahme den Angeklagten zwar für schuldig, billigt ihm aber in ausgedehntem Maße mildernde Umstände zu und erkennt auf eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten, von der die seit dem 17. Dezember erlittene Untersuchungshaft in Anrechnung kommt. Der Angeklagte erkennt die sofortige Rechtskraft des Urteils an. — Des Diebstahls auf Grund der §§ 242, 243 2, 57 St. G. Bs. beschuldigt die Anklageschrift den 16jährigen Spenglerlehrling Ludwig Göbel von Allen- dorf a. d. Lda., der dort in der Ngcht vom 29. auf den 30. November .v. I. 4 bis 5 Mark mittelst Einsteigens stahl. Da der Angeklagte in jeder Beziehung geständig ist, erkennt das Gericht unter Berücksichtigung seiner Jugend und seiner Unbestraftheit auf eine Gefängnisstrafe von drei Monaten, unter Anrechnung eines Monats der Untersuchungshaft. Die Rechtskraft des Urteils wird von dem Angeklagten anerkannt — Der Tagelöhner Franz Backmann, vielfach vorbestraft, darunter fünfmal wegen Diebstahls, ist geständig, gebettelt sowie eine dem Ernst Kreh in Ober-Rosbach gehörige Tabakspfeife im Werte von ungefähr 1.20 Mark Ende vorigen Jahres sich angeeignet zu haben. Er wird wegen Bettelns in eine als verbüßt angesehene Haftstrafe von vier 8Vt % Reichsanleihe . . 97.40 ' 87.80 Wochen, sowie wegen Diebstahls in eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt. — Der Former Louis Karb er von Ruttershausen ist beschuldigt, Mitte November 1900 den Philipp Will in Ruttershausen, am 3. Dezember desselben Jahres den Friedrich Fischer dort vorsätzlich mit einem geöffneten Messer mißhandelt und an der Gesundheit beschädigt zu haben. . Der Angeklagte schützt bei der Strafthat gegenüber Fischer Notwehr vor, und der Zeuge Wicke unterstützt seine Aussagen getreulich durch sein Zeugnis. Die anderen Zeugen setzen sich aber in einen so offensichtlichen Widerspruch zu seinem Zeugnis, daß die Staatsanwaltschaft zur schriftlichen Fixierung seiner Aussagen deren wörtliche Protokollierung beantragt und das Gericht demgemäß beschließt. Das Gericht kann sich nicht von dem Vorttegen irgendwelcher begründeter Notwehr überzeugen und verurteilt den Angeklagten in eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr und einen Monat, wegen des ihm ebenfalls zur Laft gelegten ruhestörenden Lärms in eine Haftstrafe von einer Woche, wobei ein Monat Gefängnis und eine Woche Haft als verbüßt durch die erlittene Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht werden. Der Staatsanwalt hatte wegen der beiden Körperverletzungen eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei Jahren und einem Monat beantragt. Der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Erlaß eines Haftbefehls gegen den Zeugen Wicke war von dem Gericht abgelehnt worden. [atib. )anuat IM. ien Högel! « tot- 3» Segen, jangener Nch Butbt ■*, i* 3«»tg. fahren haben, dar a zerschlagen, Er 'sttätsstadt Leute giebt, etliche, gemeinnützige Leise zu beschädigen. !t, „für folfy Delikte Prügelstrafe a« ledeue Gegner dieser nicht denkbar ist; cht unangebracht zu ragen überschreitet müßten auch die Aewöhnlichen hinauS- sehr entschiedene aatSgevalt dringen, doch wenigstens daran lsse unter den Roheiten Srcmium in Mißkredit :emiam, von dem wir r wenigen Ausnahmen ie Stützen unserer Se« ute in der Lage, eine it November v. Js. in igen und Ruhestörungen etliches Bild des nltbtni entwerfen. S, worüber wir an steS Mißfallen aur« M ^r besonders krassen und bis zu 35 Mk. fest' scheinen doch da- Eine ter Seit die Bevölkerung radezu tierische Gebrüll eschen zu klagen hat. ibeschädigungen t« kovernber und Dezember -ittümmed, aber nur ermittelt und zur erhielt eine Geldstrafe L 150 Mk. Der nbtuti* „ w Mertttn jtftt, H Ä t®,n 1 i'Ä 'ei°-° 611 »dl'ch, ,lnt al' eitig auch i^ i.,#; btc 'irSr SA- < , i«‘Ä« LS'" 40/0 Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 40/0 do. 8. 5/6 unk. b. 1904 gi/g 0/, do. 8. 7/8, unk. b. 1906 4 0/0 D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 do. unk. 1905 , . . 97 40 . . 87.95 . . 93.90 . . 96.00 -Anl. 42.20 . . 24.45 . . 97.50 . . 80.90 Tendenz THEE-MESSMER wird in 100,000 Familien tagl. getrunken. Probepackete 60 und 80 Pfg. Niederlagen durch Plakate kenntlich. 423 Gute Krankenkost. Während der Krankheit ist eine leicht verdauliche, nahrhafte Diät, welche den erkrankten Körper unterstützt, ohne die Temperamr zu erhöhen, die geeignetste. Eine von Aerzten empfohlene Speise ist dann Mondamin, mit Milch gekocht, als Brei oder warmer Pudding. Der zarte Geschmack des Mondamin wirkt appent- anregend bei Kranken und Reconvalescenten. Es ist zu haben i« Paketen ä 60, 30, 15 Pfg. 814 Qual. Pieta, englische Längen, solide, starke Ware Größen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 echt schwarz 35 45 55 65 £ 75 £ 85 95 100 £ 110 $ 120 -5 130 £ das Paar Qual. Martha, englische Längen, extra schwerer Strumpf Gröben 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 schwarz 48 60 70^ 75 £ 85 5, 95 L 105 <2 115 £ 130 140 160 d> dar Paar Statt besonderer Anzeige im Alter von 64 Jahren heute morgen 6*|, Uhr nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. Heuchelheim, den 30. Januar 1901. Die Beerdigung findet statt: Freitag den 1. Februar, nachmittags 2 Uhr. süchtiger Schloffergeselle gesucht. H. Ley-riavf, 9£fterh)ea 23 Danksagung H. Gemmen 0337 Juschneide - Lehranstalt Giessen, den 29. Januar 1901. Die trauernde Familie: 0340 567 W. Söhnel gesucht. 978 una einzureichen. 965 8 1 7 Löwe. 964 I Bovp. 972 975 verantwortlich für ben aUgcmcmen Teil: P. Wirtko. für box «nr-.genreU: Han, Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniversititS-Buch. und Steindruckeret (Pietsch Erben) in Gießen. 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Januar 1901. Großherzogliche Bauabteilung. Im Nameu der trauernden Hinterbliebenen: Jacob Kreiling, Bürgermeister. Iagdverpachtung. Die Jagd in hiesiger Gemarkung, 665 Hektar Feld und Wiesen und 200 Hektar Wald umfassend, soll DieuStag bett 12 Februar d. I, vormittags 11 Uhr, auf h'estgem Rathaus unter den vor der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Beding, ungen auf 6 Jahre verpachte« werden. In dem Jagdbezirk ist eine Bahnstation der Nebenbahn Friedberg—Hungen errichtet. Bellersheim, 29. Jan. 1901. Gr.Bürgermeisterei Bellersheim Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, dass unsere geliebte Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante Ausschreibung. Für die Neubaustrecke Friedrichsdorf-Friedberg sollen die erforderlichen Einfriedigungen vergeben werden. Erforderlich sind rund 540 lfd. m Geländer aus geschnitle» nen Hölzern und rd. 4897 lfd. m aus Rundholz. Bedingungen und Angebots, formulare können von hier gegen Porto» und bestellgeldfreie Einsendung von 1 Mk. bezogen werden. Die Angebote sind bis zum Termin, am Freitag dcm 15. Februar d. Js., vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Bauabteil' ®etr.: VeitreiMg Das NM av -ie Groß Gememt Unter Sezugna 23. Mai 1899 erinu Wir gemäß W' rchslpr-bt Grüubergerstratze 14a, Mittelbau. Der Unterricht beginnt am 4. Februar 1901. Lina Petri, gepr. Fchreriu. Brtr.: Dai Reich lehr mit i Das GrH au Mroßl Großh. Bürg, Wev-Muitihlih- Dttjlkißeruug im Lichrr Stabtroalb. Dienstag den 12. Februar, vormitt. 10 Uhr beginnend, sollen im Sicher Stadtwald, in den Distrikten Großhäuserberg, Plattewald, Nottrerbusch und Hinterwald, versteigert werden: 110 Eichen - Stammabschnitte Bekanntmachung. Donnerstag den 31. d. M., nach o.lttogs 3 Uhr, sollen dahier Neustadt 65 Haus- und Küchen- geräte aller Art, sowie 1 Kaffenschrank u. v. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 0339 Gießen, den 80. Januar 1901. Seipel, GericktSvollüeber. WukUttMustkauiomt (Kalliope) billig zu verkaufen. Restauration Reiseonkel, Fankfurterftraße. 895 Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren Über das Vermögen des Guts- vächters Victor von Oven in Hungen ist infolge eines von dem Gemeinschuldner und einem Gläubiger gemachten Vorschlags zu einem Zwangs» vergleiche Vergleichstermin auf SamStag den O. Februar 1901, vormitt, »y, Uhr, vor dem Großherzogl. Amtsgericht Hierselbst anberaumt. Der Vergleichsvorschlag und die Erklärung des Gläubiger« ourfchusses sind auf der Gerichts- schreiberet des Kotckursgerichts zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Hungen, 28. Januar 1901. Koch, Gerichtsschrerber des Großh. Amtsgericht«. 973 4,50 fm werden nicht vor- g"zeigt und kommen im Rothenbusch zum Ausgebot. Zusammenkunft ist auf der Kreisstraße Lich—Hattenrod am Waldeingang. Lich, den 29. Januar 1901. Großh. Bürgermeisterei Lich. Heller. 974 ■gSfi HS -Ehr" 1011 0316[ Gebrauchtes, gut erhalt. Break zu kaufen gesucht. 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