zuschließen und unnütze Streitigkeiten bei Seite zu lassen. Alles dies würde dazu beitragen, jedermann zu veranlassen, alles zu fliehen, was einen aufrührerischen und revolutionären Charakter habe, dagegen aber das Recht jedes anderen zu achten, sich seinen Vorgesetzten gegenüber achtungsvoll zu zeigen und praktisches Christentum zu treiben. So werde der soziale Friede an allen Orten wieder zur Ausbreitung gelangen. Was die zum Schluß empfohlene Ausbreitung des sozialen Friedens betrifft, so verdient der gute Wille des Papstes vollste Anerkennung. Aus Anlaß seiner Ernennung zum englischen Feldmarschall hat, wie wir bereits mitteilten, zwischen Kaiser Wilhelm und dem Lord v. Salisbury und Earl Roberts ein De- peschenwechsel stattgefunden. Diese Telegramme sind in den Londoner „Central NewS" veröffentlicht. Danach telegraphierte der Kaiser an Lord Salisbury: „Dir König, mein erlauchter Onkel, verleiht mir den Rang eines FeldmarschallS in seiner Armee und benachrichtigt mich, daß meine Ernennung an meinem Geburtstag, Sonntag, den 27. Januar, oer kündet werden toll. Ich beeile mich, S'e zu benachrichtigen, wie bock meine Wertschätzung eines so fichtbaren Zeichens der Zuneigung Seiner Majestät für mich ist. Ich bin hocherfreut über den Gedanken, dah ch zu den Höchstgestellten in der tapferen Armee Seiner Majestät zählen foll. Wilhelm, I. R.” Auf dieses Telegramm antwortete der englische Premierminister : Ich erlaube mir, mit dem allerttefsten Respekt Eurer Majestät meinen Dank für Ihr Telegramm und meine aufrichtigsten Glückwünsche zu Ihrem Geburtstag und zu dem erhabenen Rang eines Feldmarschalls darzubringen, welchen mein erhabener Souverän, der König, sich gefreut hat, Eurer kaiserlichen Majestät zu übertragen. Ich bin überzeugt, daß die Annahme dieser Würde seitens Eurer Majestät allen Klaffen unserer Nation zur leb- Haftesten Genugthuung gereichen wird, die tief gerührt ist durch die Rücksicht und die kindlichen Gefühle, welche in Eurer Majestät gnädigem Besuche bei diesem feierlichen Anlaß zu Tage getreten sind. Salisbury. An den Feldmarschall Roberts sandte der Kaiser folgende Depesche: Der König, mein erlauchter Onkel, ernennt mich zum Feldmarschall in der Armee und benachrichtigt mich, daß meine Ernennung an meinem Geburtstag, nächsten Sonntag, 27. Januar, bekannt gemacht werden wird. Indem ich mich beeile, Sie von diesem so deutlichen Zeichen der Zuneigung Seiner Majestät für mich und von meiner tiefen Wertschätzung dieser mir vom König erwiesenen Ehre zu benachrichtigen, freue ich mich, zu wissen, daß ich einer Ihrer Kameraden sein und zu den Höchstgestellten in Seiner Majestät tapferen Armee zählen werde. Wilhelm, R. DaS Telegramm des Earl Roberts an den Kaiser lautet: habe die Ehre, den Empfang von Eurer Majestät gnädigem Telegramm von gestern zu bestätigen, welches mir die frohe Nachricht gibt, d^ß Seine Majestät König Edward VII. Eurer kaiserlicher Majestät den Rang eines Feldmarschalls in der englischen Armee übertragen hat. Ich möchte bitten, Str, mir zu erlauben, für meine Person und für die A>mee, welche ich die Ehre habe, zu befehligen, unsere herzlichsten und respektvollsten Glückwünsche über diesen B-nnt; der Zuneigung und Wertschätzung unseres S uoeräns bezüglich der großen soldatischen Eigenschaften Emer kaiserlichen Maßfä' aus- «utprechen. Vom Höchsten zum Niedrigsten werden w r stolz sein aut den Gedanken, daß Eure kaiserliche Majestät in Zukunft noch enger mit uns verbunden fein wird als bisher. Die Armee ist doch geehrt, daß der Name Eurer kaiserlichen Majestät unter die Feld marschälle Großbritanniens eingetragen worben ist. Roberts." Ferner wird auS London gemeldet, daß der deutsche Botschafter Graf Hatzfeld dem Lordmayor em Telegramm übersandte, worin er diesem den wärmsten Dank des Kaisers für den Ausdruck der Sympathie der City von London bei dem schmerzlichen Verlust des Kaisers ausspricht. Der „Vorwärts" macht folgende unwahrscheinlichen Mitteilungen : „Die Reise des Kaisers nach England ist, wie erklärlich, aus rein verwandtschaftlichem Gefühl tiefer Teilnahme erfolgt, daß sich aber der Kaiser so plötzlich zur Abreise entschloß, das ist, wie man uns berichtet, auf den dringenden Wunsch des Prinzen von Wales, nunmehrigen König Edward VII., zurückzuführen. Der Prinz von Wales hatte nämlich den begreiflichen Wunsch, vor seiner Thronbesteigung eine private Angelegenheit mit seinem kaiserlichen Neffen in Ordnung zu bringen. Als Kaiser Wil- hzelm I. am 9. März 1888 starb, hinterließer 56 Millionen Mark, die sich bis zum 15. Juni 1888, dem Todestage Friedrichs III. auf 3 2 Millionen vermindert hatten. Die 24 Millionen, die feblten, waren dem Prinzen von Wales, der sich damals in schwierigen finanziellen Verhältnissen befand, geliehen worden. Wie erzählt wird, protestierte zu jener Zeit der Minister des königlichen Hauses, Graf Stolberg, gegen dieses Darlehn, und, da er damit keinen Erfolg hatte, nahm er seinen Abschied. Es ist natürlich, daß der Prinz von Wales in dem Augenblicke, wo er zur Herrschaft gelangen sollte, das Bedürfnis fühlte, diese bisher unerledigte Angelegenheit zu ordnen, und deshalb bat er den deutschen Kaiser, zur persönlichen Regulierung sobald wie möglich nach England zu kommen." Deutscher Reichstag. Berlin, 29. Januar. Die Debatte beim Etat des Reichsamts des Innern, Gehalt des Staatssekretärs, wird fortgesetzt. Abg. Fürst Bismarck beklagt die unnötige Ausdehnung der Debatte vor einem leeren Hause. Er müsse aber auf Angriffe antworten. Keine Rede werde die Landwirte von ihrer UeberzeUgung abbringen, daß höhere Zölle notwendig seien. Die Mehrheit des Reichstages stehe hinter ihnen. Auch Neuwahlen würden kein anderes Resultat ergeben. Herr v. Heyl hat mitgeteilt, daß er 75 v. H. der amerikanischen Lederzölle zahlen müßte. Wenn Herr v. Siemens meint, der Getreidezoll müßte von Deutschland getragen werden, weil wir das Getreide brauchten, so ist es ebenso sicher, daß das Ausland seinen Ueberschuß an Getreide verkaufen muß. Die Getreidezölle wirken verbilligend auf den Weltmarktpreis.! Mit jener Argumentation des Herrn v. Siemens fallen auch alle von ihm daraus gezogenen Schlüsse. Das Brachland in Preußen beträgt noch jetzt über zwei Millionen Hektar. (Hört, hört! rechts). Daneben muß ich wiederholen, daß die Jntensivität der Wirtschaft bei uns Millionen mehr an Zentnern hervorbringen würde, wenn die Landwirte bei uns die Courage und das Geld hätten, den Grund und Boden entsprechend auszunutzen. (Sehr wahr! rechts.) In keinem Lande giebt es eine größere Landflucht, als in England, das keine Getreidezölle kennt. Lord Rosebery, der Führer der Liberalen, hat in der vorigen Woche seine Besorgnis über die ausgemergelte Fabrikbevölkerung, das Schwinden der kräftigen landwirtschaftlichen Bevölkerung ausgesprochen. Lord Rosebery muß Ihnen auf der Linken doch sehr sympathisch sein; sie sehen aber, daß er sich den freien Blick für die Wirklichkeit bewahrt hat. Möge uns der Himmel bewahren, jemals die wirtschaftlichen Wege zu gehen, die das insulare England gegangen ist! (Sehr richtig! rechts.) Wenn Herr Fischbeck von seinen vortrefflichen Beziehungen zu den altmärkischen Bauern spricht, so wundert mich, daß er sich nicht in der Altmark aufstellen ließ, er hätte ja mit Herrn Himburg und Herrn v. Kröcher konkurrieren können. (Zuruf des Abg. Fischbeck; der Präsident ersucht, den Redner nicht zu unterbrechen.) So lange wir unsere Nationalität haben, müssen wir auch eine nationale Landwirtschaft haben, Vergleiche mit Argentinien und Rußland lassen die wesentlichsten Verschiedenheiten unbeachtet: Klima, Boden, Löhne, Währung und noch manches andere. Erst wenn jemand in der Lage wäre, alle diese Verschiedenheitsfaktoren auszugleichen, wären die Zölle zu entbehren; so lange das nicht geschehen ist, sind sie ein annähernd gerechter Ausgleich. (Beifall rechts.) ' Abg. Dr. Pachnicke (Fr. Vgg.): Es haben die städtischen Behörden von Berlin, München, sowie eine Reihe von Handelskammern gegen die geplante Erhöhung der Getreidezölle Front gemacht, auch die Wissenschaft ist gegen die Zollerhöhung. Der Abg. Singer hat gestern gesprochen von der schwächlichen Haltung des Bürgertums der Getreidezollerhöhung gegenüber und dem gegenüber mit Stolz auf die Mannhaftigkeit und elementare Bewegung der sozialdemokratischen Massen hingewiesen. Nun hat zwar noch der sozialdemokratische Parteitag in Stuttgart die Schutzzollpolitik als unvereinbar mit den Interessen des Volkes bezeichnet, aber demgegenüber sind in den „Sozialistischen Monatsheften" schutzzöllnerische Artikel der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Schippel und Calwer erschienen, die sich wie ein giftiger Mehlthau auf die Agitation gegen die Getreidezölle legen und jedenfalls die von Smger gekennzeichnete elementare Volksbewegung lähmen müssen. (Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Der Anspruch des Herrn Gamp, in den Bauernverein „Nordost" ausgenommen zu werden, scheint mir nicht ganz begründet. (Lachen rechts.) Man kann niemand in eine Gemeinschaft aufnehmen, der mit wesentlichen Programmpunkten nicht einverstanden ist und das ausdrücklich erklärt. Sollten Sie aber eine Einkehr beabsichtigen, so werden Sie mit offenen Armen ausgenommen. (Heiterkeit rechts.) Bei einem Kleinbesitz bis zu zwei Hektar ist von einem Verkauf von überschüssigem Korn nicht die Rede, bei den Besitzungen von zwei bis fünf Hektar muß immer noch eine Gegenrechknung gemacht werden, die den Profit aus dem Verkauf wieder aufhebt. Der kleine Grundbesitz kommt also bei Getreidezöllen nicht nur nicht auf seine Rechnung, sondern muß eventuell zu den höheren noch zukaufen, wird daher direkt geschädigt. Abg. Dr. Derlei (kauf.): Nicht alle Handelskammern haben sich gegen die Erhöhung der Getreidezölle ausgesprochen. Ter Handelstag ist nur eine Vertretung des Handels, er bildet den kleinen Drittteil der großen wirtschaftlichen Gruppen. Hier haben in erster Linie gehört zu werden Landwirtschaft und Industrie, und sämtliche landwirtschaftlichen Vertretungen haben sich ausnahmslos für eine wesentliche Erhöhung des Zollschutzes für die Landwirts schäft ausgesprochen (Zustimmung rechts) und von der^ Industrie der große maßgebende Teil in annähernd demse Sinne. Auch die Wissenschaft ist nicht vollständig ans Ihrer (nach links) Seite. Professor Oldenburg hat z. B. auf Die iTEN e e o 'hkarten EIKARTen USTER U'K'L.7. ittOnn. U l0». Wik tmlet9e®X nuft doch teste Nr 26 Blatt Donnerstag den 31. Januar 151. Jahrgang 1901 Wehmer Anzeiger Heneral-Anzeiger lenabme von Anzeigen zu der nachmittags für freu folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorn». M) ühr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Bi. Bezugspreis Vierteljahr!. Ml 2.39 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohnz durch die Abholestelle« »ieneljährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Pf-. Bei Postbezug Mk. 2.— vicrleljährl. ohne Bestellgeld. frfdkint täglich »tl Ausnahme deS MontagS. Die Gießener MamitieuVtätter »erden dem Anzeiger I* Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" »Schtl. 4 mal beigelegt. Amts- und Anzeigeblutt für den Ttveis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: SchulKratz« Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Famitienbtätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Eietz«. Fernsprecher Nr. 5L nzender o 0 0 o 0 ■i- UND STEIN. CHULSTRASSE 7. hten. erlln, 28. Januar. <• 2 50.00 M. 6000 „ 4900 , k. 1908 mOM. W5 89.60 , 8800 , 0 8300 , J5 00.00 , 76.70 , )06 76.70 , Amtlicher Wl. Gießen, 25. Januar 1901. 8Ur.: Die Auszahlung der Gehalte der BolkSschnllehrer und der Staatszuschüsse zu den Lehrergehalteu. Die Großh. Kreisschulkommisfion Gießen •n die Schulvorstände und Bürgermeistereien des Kreises. von nachstehender Verfügung der obersten Schulbehörde geben wir Ihnen zur Bedeutung der Lehrer und Gemeinde rechner Kenntnis. v. Bechtold. Darmstadt, 16. Januar 1901. Betr.: Wie oben. rrlilikiMts Das Großh. Ministerium des Innern (ibttilnng für Schulangklkgeuhkitkist eseMUssckk, Garte» lih-tsterner Weg, Garten -gtlpfab auf längere N« üblen _,fi5 elm Söder, Bran-gaffe. W, noch tut etilen, »fttt «*abt unter H B 951 5 ExMM d. Bl. erbeltB. 61 hierdurch nehme ich die iflung, welche ij Sem M. Bellos und dellen Ehefta« gt habe, als unwahr M-t U den 28. 3*1901. 1 ' cHo Lenting« i^^Mvüsl-rineän's- unb außer dm Hause- Kapian^ist^pn^ chr drei Tage in der bm zkgkitchWdldkat «Zwb« 9 ich verzichte darauf, schon' nm nicht in Die Tonart zu verfallen. Die er hier eingeführt tjat. (Unruhe links.) Vielleicht wird er bessere Formen ae- wmnen wenn er längere Zeit Mitglied des Hauses 'ist. (Wiederholte Unruhe links. Präsident: Das letzte war keine persönliche Bemerkung mehr.» Abg. Dr. Oertel: Bebel hat Die Freundlichkeit gehabt von nur zu sagen, ich pflegte Den Humor Des Hauses schon zu erwecken, wenn ich mich erhöbe. Er iveckt Den 5nlmor des Hauses erst, wenn er sich (setzt. (Große Heiterkeit rechts. Präsident: Ter letzte Teil war auch keine persönliche Be- inerkiing inehr.) Das Gehalt des Staatssekretärs wird bewilligt. — Morgen Schwerinstag (Wohnungsfrage und Theaterzensur.) Vom Gießener Gewerbegericht. Im Jahre 1900 wurden 178 Klagen anhängig (1899 136, 1898 111). Diese Klagen wurden wie folgt erledigt: Klagezurücknahme vor dem ersten Termine 20, Klagezurück nähme im ersten Termin 10, Vergleich 53, Bersäumnisurteil 18, Endurteil 5; Klagezurücknahme vor dem zweiten Termine 2, Klagezurücknahme im zweiten Termin 7 (mit Beisitzern), Vergleich 25 (mit Beisitzern), Anerkenntnisurteil —, Ver säumuisvrteil —, Endurteil 9 (mit Beisitzern), andere Er ledigungen 24 (mit Beisitzern), unerledigt in das Jahr 1901 übernommen 5. Summa 178. Somit sind 77 Prozent aller Klagen (1899 70, 1898 51 Prozent) ohne Hinzu stehung von Beisitzern und vielfach mit Vergleich durch den Vorsitzenden allein erledigt worden. In allen Sachen wurden zusammen 237 Termine abgehalten und zwar: a) durch den Vorsitzenden allein auf Grund des § 54 des Reichsgesetzes an 70 Sitzungstagen 155 Termine, b) durch denselben mit Beisitzern an 17 Sitzungstagen 82 Termine. Summa 237 Termine. Bon den anhängig gewordenen Klagen waren durch die Arbeitgeber erhoben 30 Klagen, während 148 Klagen die Arbeitnehmer gegen die Arbeitgeber richteten. Von den Klagen der Arbeitgeber wurden erledigt: durch Vergleich 13 Klagen, durch Zurücknahme 11, durch Versäumnisurteil 5, durch Endurteil 1. Summa 30 Klagen. Von den Klagen der Arbeitnehmer wurden erledigt: durch Vergleich 65 Klagen, durch Zurücknahme 52, durch Versäumnisurteil 13, durch Endurteil 13, in baß neue Jahr übernommen 5. Summa 148 Klagen. Der Betrag des von beiden Seiten eingeklagten Kapitals belief sich auf 3203,67 Mk. Von den eingegangenen Klagen wurden erledigt in weniger als einer Woche 123, weniger als zwei Wochen 34, zwei Wochen und mehr 16. Ins neue Jahr wurden 5 Klagen übernommen. Die Kosten des Gewerbegerichts sind folgende: Gebühren der Beisitzer 70 Mk., Gebühren an Zeugen und Sachverständige 3.60 Mk., Verbandsbeitrag 20 Mk., Beitrag für Anlegung eines gewerbe-gerichtlichen Archivs zum bürgerlichen Gesetzbuch 20 Mk., Drucksachen 15 Mk., Abonnementsbeitrag für die Zeitschrift „DaS Gewerbegericht" (24 Exemplare für die Beisitzer) und sonstige Zeitschriften 55.65 Mk., Besuch der Jahresversammlung 15.30 Mk., Summa 119.55 Mk. Auferlegt wurden Kosten im Betrage von 30.85 Mk. Stell- Vertreter des Vorsitzenden des Gewerbegerichts ist Stadtv. Haubach geworden. Zu dem Vorstand des Gewerbegerichts gehören jetzt: Beigeordneter Wolff, Stadtv. Haubach, Stadtv. Keller. Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. Januar 1901. •* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnetem Versammlung am Freitag dem 1. Februar, nachmittags 5 Uhr: 1. Den Ankauf der „Margarethen- hütte". 2. Instandsetzung der Löwenftein'schen Besitzung. 3. Abhaltung des Jugendfestes in 1900; hier: Uebemahme des Fehlbetrages auf die Stadtkasse. 4. Gesuch des Eduarb Riemer um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause An ben Bahnhöfen 40. 5. Erlaß einer Polizeiverorbnung über bas Befahren ber zwischen ben Häusern Nr. 9 unb 27 Der Westanlage abzweigenben Sackgasse. § Hegzeit. Am 1. Februar beginnt für bte Jagd in Hessen die allgemeine Hegzeit in Wald unb Felb. •* Glückliche Gemeinden. Im Großherzogtum Hessen giebt es zurzeit 12 Gemeinden, in denen keine Kommunalsteuern bezahlt werben unb zwar 10 in Oberhessen unb 2 in Starkenburg; im Jahre 1878 gab es noch 37 Gemeinden in Hessen, die von einer Kommunalbesteuerung keine Ahnung hatten. Auch bte Gemeinben, bie keine Schulben haben, nehmen im Großherzogtum immer mehr ab, währenb beispielsweise jetzt noch 98 Gemeinben bestehen, bie schuldenfrei sind, gab cs iw Jahre 1878 noch 139 Gemeinden, bte von einer Schulbenlast nichts wußten. Darmstadt, 29. Jan. Der Großherzog unb ber Großfürst-Thronfolger Michael treten heute abenb bie Reise von St. Petersburg nach London zu ben BeisetzttngS- feierlichkeiten an, unb gedenken am Freitag früh über Vlis- singen dort einzutreffen. — Der gestern hier nach längerem Leiden verstorbene Kaiser!. Russische Ministerresident Ge- heimerat unb Hofmeister Peter von Ozeroff Exzellenz hat seinen Souverän unb sein Laub am befreundeten Hofe stets mit aller Umsicht unb in bewährter treuester Pflichterfüllung mehrere Jahre lang vertreten, unb zählte zu ben beliebtesten Gliedern ber hiesigen Gesellschaft, sobaß sein Hinscheiben bei ben hohen Fürsten, sowie in ben ersten Ge sellschaftSkreisen unserer Stadt besonders schmerzlich empfunden wirb. Herr v. Ozeroff stanb tm Alter von 68 Jahren. Der Verstorbene war bis zum Jahre 1894 russischer Generalkonsul in Frankfurt a. M. unb seit 7 Jahren beim hiesigen Hofe akkrebitierter Gesandter. Eine Schwester seiner Gemahlin ist die Fürstin Galizyn, Oberhofmeisterin der Kaiserin von Rußland. Herr v. Ozeroff litt seit längerer Zeit an einer Verkalkung der Arterien. Darmstadt, 29. Jan. Zu dem Kaiserkommers der hiesigen Studentenschaft sei nachträglich bemerkt, daß zum ersten Male seit ihrem Bestehen bie katholische Studentenverbindung „Nassovia" unb bie christliche Verbinbung „Wingols" milfeierten, und zwar wurde die Zulassung dieser beiden Korporationen — „von jetzt ab zu allen Feiern, die von ber Stubentenschaft veranstaltet werben" — wie es in bem Anträge heißt, auf ben Antrag ber Vertreter der hiesigen Korps beschloffen. ♦* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachdarstaalev. In ber Hofwagenfabiik Dick u. Kirschten in Offenbach e itftanb am Montagabend Feuer, bas einen großen Umfang anzunehmen brohte, jeboch von ber Feuerwehr auf feinen Herd beschränkt werben konnte. Der Schaben konnte noch nicht sestaestellt werben. Es wirb Brandstiftung vermutet. — Ein Bürger in Wahlheim, der den deutsch-französischen Krieg mitqemacht hat, richtete durch Vermittelung des Mühlen- besitzers Link, Rittmeister d. R., an bie Militärbehörde die Bitte um eine Jahresunterstützung aus dem Jnvalidenfond. Dem Bittsteller wird jetzt eine monatliche Pension von 27 Mk. ausbezahlt. Die Tabakerute Kubas tm Jahre 1900. Nach Wiederherstellung des Friedens auf Kuba hatte man sich dort um so eifriger der Wiederaufnahme deS Tabakbaues zugewandt, als letzterer nicht, wie z. B. die Zuckerindustrie, die jahrelange Festlegung bedeutender Kapitalien erfordert, sondern die Umlegung des Kapitals in wenigen Monaten gestattet und sich auch im kleinsten Umfange betreiben läßt. Der durch eine längere unfreiwillige Nkuße gekräftigte Boden erwies sich um so fruchtbarer. Besonders die 1899er Ernte auf der Insel Kuba hatte für die Pflanzer glänzende Ergebnisse geliefert. Es wandte sich das allgemeine Interesse dem Tabakbau zu, zumal die Händler und großen Fabrikanten die Pflanzer mit großen Vorschüssen unterstützten. Es wurden außerordentlich ausgedehnte Neuanpflanzungen vorgenommen. Hierbei wurden jedoch, wie ein Bericht des deutschen Konsulats in Havana hervorhebt, eine Reihe von Fehlern begangen, die von vornherein das Ergebnis ungünstig beeinflussen mußten: u. a. wurde zum Teil nicht ganz einwandfreies Saatmateriak zur Verwendung genommen; sodann wurde auch Land zur Benutzung herangezogen, welches bisher zum Tabakbau nicht als geeignet angesehen worden war. Vom Wetter begünstigt, entwickelten sich die Pflanzungen sehr rasch. Die Ernte versprach ein nach Menge und Güte ganz hervorragendes Ergebnis zu liefern. Wer die Buelta Abajo besuchte, war erstaunt über die außerordentliche Prosperität, die sich dort allenthalben zeigte und die Spuren des Krieges beinahe vollständig verwischt hatte. Nun zeigte sich aber sehr bald, wie unverständig man gewirtschaftet hatte. Mau konnte den reichen Segen nicht bewältigen, die wenigen iraktischen Feldarbeiter reichten nicht aus, und die Löhne erreichten bald eine ungeheure Höhe (bis zu 3 Dollars). Es fehlte an Zugochsen, um für die vorhandene Menge Setzlinge die Felder in genügender Weise vorzubereiten, und die nach dem Kriege noch verbliebenen Tabakhüuser und Stäbe zum Aufhängen genügten nicht, um die reife Ernte gut u uterzubringen, sodaß beinahe ein Dritteil der Ernte auf den Feldern gelassen werden mußte und verdarb. Das Schneiden geschah zum größten Teile unter günstigen Witterungsverhältnissen, nur der letzte Schnitt wurde durch zu vielen Regen beeinträchtigt. Jedenfalls hat die Ernte nicht gehalten, was sie versprach. Die Aussaat wird derjenigen eines Normaljahres vor dem Kriege mindestens gleichgekommen sein, die wirklich verwendbare Warenmenge ist nur unter mittel. Der Tabak ist im Durchschnitt schlecht gepflegt, besonders die Farben lassen zu wünschen übrig. Die Regengüsse im Januar und Februar waren insofern schädlich, als sie die Tabake zum Teil auswuschen, D. h. Den Blättern Saft und Kraft nahmen, während das, Aroma weniger gelitten hat, und der neu£ Tavak, wenn auch reichlich milde, von angenehmem Geschmack und gutem Brand sein soll und demnach den Kenner, der nicht auf die Farbe sieht, immerhin befriedigen kann. Die Mittet- wareüber wiegt; es fehlt an gutem Ijelten Deckmaterial. Viele Tabake sind durch zu große Feuchtigkeit überfermentiert, verfault oder stickig; am stärksten zeigt sich dieser! Uebelstand bei den Remediostabaken. Ende September 1900 schätzte man die Ernte im Einzelnen wie folgt: 1. Buelta Abajo: 130000 Ballen, von denen jedoch für Fabrikation und Ausfuhr nicht ganz 80 000 Ballen brauchbarer Tabak verbleiben. Es mangelt an gutem Hellen Deckmaterial und kräftigen kernigen Tabaken zum Mischen. 2. Semionella und Partido: Gesamternte 70000 Ballen, wovon 20000 Ballen nur zum Schneiden für Zigaretten dienen können. Der Prozentsatz wirklich guter Partidotabake, welche wegen ihres Hellen Deckmaterials sehr geschätzt werden, ist sehr gering. 3. Remedio s : Gesamternte 170 000 Ballen. Die Remediostabake sind durchschnittlich besser ausgefallen, als die der übrigen Bezirke. Die Decken haben nur mäßigen Marktivert und werden in den Fabriken in Havana nicht verarbeitet, sondern gehen meist nach Deutschland. Die für Deutschland passende leichte Remediosware ist nicht stark vertreten. Während im Jahre zuvor der größte Teil der Ernte von den Pflanzern schon in den Trockenhäusern an Händler und Fabrikanten verkauft wurde, hat sich 1900 nur ein Teil auf gleiche Weise unterbringen lassen, und der Pflanzer war genötigt, wie in früheren Jahren die Aussuchung und Verpackung selbstzu übernehmen. Allein auch für die fertige Ware zeigte "sich bisher nur wenig Nachfrage. Die Tabakbauer find in einer schlimmen Lage. Sie brauchen dringend Geld, um ihren Verpflichtungen nachzukommen, andererseits ist es ihnen bei der Höhe der Erzeugungskosten unmöglich, mit dem jetzt gebotenen Preise ihre Kosten zu decken, namentlich infolge dev bedeutenden Steigerung der Arbeitslöhne, die in früheren Jahren verhältnismäßig gering waren. Auf dem Lande ist die Enttäuschung außerordentlich groß; man arbeitet jetzt auf die Aufhebung des Ausfuhrzolles hin, was nicht aussichtslos zu sein scheint. Auf das Geschäftsleben im allgemeinen hat Der ungünstige Ausfall der Tabakernte oder vielmehr ihre Unverkäuflichkeit den schlimmsten Einfluß gehabt. Es ist ein förmlicher Stillstand aller Geschäfte eingetreten, und manche erklären den Zustand schlimmer als während des Krieges. Die natürliche Folge des schlechte» Ausfalls der Ernte wi»d sein, daß im nächsten Jahre wieder weniger gepflanzt wird, da manche ihr Geld in anderen Unternehmungen anlegen werden und andere ihr kleines Kapital überhaupt verloren haben. 1899 betrug bte Ausfuhr von Havana: 226.286 569 Zigarren.....tm Werte von 11,669,683 Doll. 11,529,668 P-ckete Zigaretten . . „ „ 322,181 „ 14,957,368 Psd Blättertabak . . „ , „ 8,648 115 „ 308,084 w geschnittener Tabak „ „ „ 163 802 „ vifemmen 20 803,781 DoU. Die amtliche Statistik rechnet davon 15(969 011 Doll, auf die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten von Amerika, während nach den von den Interessenten stammenden Schätzungen nach Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Italien, Rußland 72 Millionen, nach den Vereinigten' Staaten von Amerika 38 einviertel Millionen, nach Großbritannien 64 Millionen und nach Frankreich und Spanien 11 dreiviertel Millionen Stück Zigarren ausgeführt worden sind. Vermischtes. * Gegen Prunk nud Feste. Wie verschiebe« preußische Könige über für sie und durch sie veranstaltete prächtige Feierlichkeiten, Feste, Zeremonien, Empfänge, Stadt- Ei» Paril gebE ^«ritdrich W* -ich'-' * S «A-ldst ; nimgchl" »en uni C”Ä ’ auf®fln0,t enorm 1 » Mlig 8r»‘ otönum nölte * bt; gnW"1*' „j Söm>t» t<® " a ba« L i" ■ei« ft.ft im bei unb N*?, % goW staden. Ml 25*“ nicht wehr als tw Unter den viel sehr merkwürdiges Frankfurter Parlan Entstehen es folger und Schriftführer i fronte während oei futter Arzt, Dr. M lang mit großer Ai ihn entsprechend hoi der Gedanke, seine ft zu einem Album Beit diese Platter schenkt Januarheft der „33 Mr. Partei in Ber ttagungen mit kur Tie Blätter stamme tagen 1849: Ter die neue östemich Lcsterreich als un sraat promulgiert I berühmten Note a den Eintritt Gesam fordert. In Franks Am N aasangeud am K Banhotz- 20 «sichten-Tcht 3 bis 21 18 Kiefern-Tchi 4 bis 1 158 Kiefern-Lte 18 w L 22 Achten-Dtäw ,, _ 21 m Lä " «archeu-Ttawi 16 m ßäi 'M Nten.S, 11R Ni • 115 RWtn.SUW Langsdorfs Troßhnzog Genen ^nerstagdr bet Neu» x#0‘»otbnunfl; , l 642 N Co« 27 nur kleiner werden die Teile. Hausens Kasseler Hafer-Kakao Ano- £ Zur Bockbier-Saison 920 Freiherrlich Riedesel'sche Brauerei. 8? Q «iS 298 5$ 642 Alle 225 Dr. OetterS rt LckMmllGlnKll (ijiiHifrliliiiiiuii Nadelstämme von 13 bis 32 cm Durchmesser, 9 bis 21 m Länge — 136 fm, Aus nhmus: Konserven (Moitrier) zu Original-Fabrikpreisen. Zu Ich Ter Ein Bei Und Tie Öes Pfaffen und Sperren von Gottes Gnaden, Wär' ich der lieb Herrgott — nur anderthalb Täg, >tteuzmohredunnerswetter und Teufel! —Tie Schläg."' Von Börne findet sich folgende Einzeichnung: „Tie größte Freiheit ist in Rußland; es hat sie aber einer. Je größer die Zahl der Teilnehmer, desta Sorte« See-u Mfische: Schellfische, Kabeljau, Seezunge«, Zander. Kechte, Weißfische, ZSarven, Karpfen usw. in stets friscker, sowie in lebender Ware. Bestellungen zu Gesellschafts« kssen usw. werden prompt ausgeführt Martin Simon, «sterweg I* Fische n. Geflügel täglich frische Zufuhren. schmückungen usw. gedacht haben, wird durch keine Kundgebung besser bewiesen als durch ein viel zu wenig bekanntes Sch. eiben Friedrich Wilhelms I., das er in betreff der Huldigungsfeier in Königsberg am 11. September- 1714 an die Regierung richtete. Seines Balers, Fried' ichs I., Krö- nuugSfeier daselbst, mit allen den über sechs Monaten aus gedehnten Festen und Reisen hatte den ungeheueren Kosten aufwand von sechs Millionen Tyaler erfordert; eine Summe die doppelt enorm erscheint, wenn man bie ‘ Kleinheit und Armut des damaligen Preußen bedenkt. Friedrich Wilhelm I wollte von KrönungS und Einzugsfeierlichkeiten, als er zur Entgegennahme der Huldigung der preußischen Stände nach Königsberg kam, nichts wissen. Ja dem Reskript, in welchem er daS aussprach, sind folgende goldene Worte enthalten, die ihm zu ewigem Ruhme gereichen: „Es ist Unsere Willens Meinung ganz nicht, daß das Land oder die Städte Königs berg bei Unserer Ueberkunft große Zeremonien machen, und wegen Unseres Einzuges konsiderable unnötige Kosten anwenden sollen, weil Wir ganz nicht in dergleichen Ceremonial dingen und Solemnitäten, sondern in dem Wohlstände, Flor und Aufnehmen des Landes Unser einzig Platsier und Vergnügen finden." Die ganze Huldigungsfeier, einschließlich der Reise von und nach Berlin (zurllck), kostete dem Staate nicht mehr als 2547 Thlr. Ter überschäumt, nur binden. So wird er das verlorne Gut, Tie Freiheit, wieder finden." den „Münchener Leuchtkugeln" schreibt ein „Und des Trauerspieles letzter Akt, Wie erbärmlich er zu lesen! Tre Franzosen werden qe—cavaignact, Und Deutschland wird bald — verwesen." (Anspielung auf die Reichsverweserschaft.) Langsdorf, den 26. Januar 1901. Grobherzogliche Bürgermeisterei Langsdorf. Köhler. kalt und zu verständig, aber schelt', er ist zu heiß, Junge, zu unbändig: Junge noch, doch hoffnungsvoll allen tollen Streichen; Tagesordnung: 1) Berichterstattung, 2) Rechnungrablage, 3) Wahl der Rechnungs-Prüfungs-Kom- mission, 4) Ersatzwahl des Vorstandes, 5) Antrag auf Statutenänderung 17), 6) Verschiedenes. Der Vorstand. Versandt nach auswärts sehr prompt, da nur 4 Minuten von d. Bahnhöfe« und Hauptpostamt. Stemkohlen-Vyugsgesellschast Gießen. Generalv ers ammlung Donnerstag den 31. Januar, abds. 8 Uhr, in der Restauration Bourgeois, Brandgasse. Gebinden, seitherigen bei Herrn Gießen, 494 BurgbräuAusftich (hochprozentiges Gesundheitsbier) in Flaschen und sowie helleS mtb dunkles Burgbier in der anerkannten Güte, kann aus unserer Niederlage H. Heyne, Zum Aquarium, Wallthorstraße, bezogen werden. Lauterbach, den 8. Januar 1901. ognac deutscher von Mk. 1.80 an per Fl. 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Mareck war zu mittellos, ihn entsprechend honorieren zu können, und so kam ihm der Gedanke, seine Kollegen vom Parlament zu bitten, ihm zu einem Album Beiträge mit ihren Unterschriften zu geben; diese Blätter schenkte er seinem Arzt als Honorar. Tas Januarheft der „T e u t s ch e n Rundschau" (Verlag von Gebr. Paetel in Berlin) bringt die bemerkenswertesten Eintragungen mit kurzen Bemerkungen über bie Verfasser. Tie Blätter stammen zum allergrößten Teil aus den März- tagen 1849: Ter Reichstag von Kremsier war aufgelöst, die neue österreichische Verfassung verkündet worden, die Oesterreich als unteilbaren und unauflöslichen Einheitsstaat promulgiert hatte, und Schwarzenberg hatte in einer berühmten Note an das Reichsministerium in Frankfurt den Eintritt Gesamtösterreichs in den deutschen Bund gefordert. In Frankfurt war man mitten in den Verhand- 20 Derbstangen mit 3 fm. Der Anfang und die Zusammenkunft ist des Morgens 91/2 Uhr am Bersröderweg, zunächst der Schäferschneise. Reiskirchen, 28. Jan. 1901. Gr. Bürgermeisterei Reiskirchen. Wagner. 951 L 10 Pfg. Millionenfach bewährte Rezepte gratis von den besten Geschäften. 231 lungen über das Reichsoberhaupt, und auf die Botschaft Sck)warzenbergs antwortete Welckert auf Antrag: die zur Beratung stehende Reichsverfassung en bloc anzunehmen und den König von Preußen zum erblichen Teutschen Kaiser zu wählen. Am 27. März 1849 wurde er Beschluß. In jenen bewegten Tagen ist das Album entstanden. Titus Mareck war Abgeordneter für Graz, er erfreute sich allgemeinen Vertrauens, war eine warme, liebenswürdige Natur. Er hatte sich durch einen Antrag bekannt gemacht, Deutschland olle feierlich erklären, es würde niemals zur Unterdrückung irgend einer Nationalität die Hand bieten und würde allen Staatsbürgern eines mit Deutschland verbundenen Staates, die nicht zum deutschen Volksstamm gehören, alle Rechte der deutschen Staatsbürger zukommen lassen Marecks Antrag gab den Impuls zur Anerkennung der Rechte der slavischen Volksstämme und gelangte in einer allerdings durch Dahlmann gemilderten Form zur Annahme. Tie vorliegenden Blätter mit ihren Aussprüchen in Prosa und Dichtung geben uns so unmittelbar, wie es kein Geschichtswerk vermag, die weit auseinander klaffenden Meinungen der Volksvertreter aller Gruppen und Parteischattierungen wieder. Neben den bekanntesten Führern und sonst hervorragenden Männern stehen die Namen und Unterschriften von Personen, die lange der Vergessenheit anheimgefallen sind: neben E. M. Arndt, Biedermann, Fr. L. Jahn, Dahlmann, Sylvester Jordan, Jtzstein, Heinrich Laube, Lette aus Berlin, Ang. Lewald, Fr. von Raumer, Radowitz, Ang. Reichensperger, Fr. Bischer, Karl Vogt, F. Raveaux, Moritz Hartmann, Jul. Fröbet u. a. viele Namen, die uns kaum noch einen bekannten Klang zu haben scheinen. Andere bekannte Namen allerdings, wie Wilhelm Jordan, Uhland, vermissen wir. Ernst Moritz Arndt schreibt: e „Man schilt mein Deutschland einen Greis, Ä. Grintbanm Giessen Bahnhofstrasse 35 riseueSchreilltt-ll.VolstttwerkMe empfiehlt alle Arten von Polster- § u. Kastenmöbel. f Back-Pulver { Vanille Zucker l Pudding-Pulver Franz Bresgen aus Ahrweiler schreibt: „Doch denk' ich, es kehren noch einmal zurück Tie Träume von Deutschlands Einheit und Glück, Und stellen sie wirklich sich nochmals ein, So wird auch der Deutsche wohl klüger fein." Tr. H. Neugebauer schreibt: „Tas ganze Deutschland soll es fein, Sonst schlag' das Donnerwetter drein." Mit derbem Humor ruft Adolf Herzog, genannt Tschitschkow, aus Regensburg aus: „Oes Demo und Büreau und Aristokraten, Meratur. — Bei Beginn der «arnevalszeit wird eS Vereine und Prlvat- aesellschasten intereisteren, tu ertahren, datz von „FamoS! Der neue BereinStzUMorist^ (Verlag von L?vy u. Müller in Stuttgart. PcelA pro Hcst 90 Pfg. im Einzelbezug, 75 Pfg. im Abonnement) soeben ein neues, das 58. Heft zur Ausgabe gelangte. Aus der reichen Fülle de» hier Gebotenen möchten wir hervorheben die Geüllfchasts-ustäb'ung „Dido" oder „Die Trojaner in Karthago", ferner das Lustspiel Die Theaterprobe" (für 4 Herren und 2 Damen) und den Scher» "Prosit Neujahr!" für 2Herren und 3Damen. Auch bk übrig« kleineren Piecen des HesteS müssen als gelungen bezeichnet werd«. Die bisher erschienenen 58 Heste von „FamoS" mit dem reichen Material an Lustspielen, Gesellschaftsaufführungen, Duo- und Solo-Szen«, Kauplet« ?c. haben sich in humoristischen Vereinen und Gesellschastm so gut eingeführt, daß auch diesem neuesten Hefte eine freundliche Aufnahme gestckert ist. _____________________ OpeFs Kinder-Nähr-Zwiebaefc Kalkphosphathaltiges Nährmittel für knochenschwache Kinder empfiehlt W?ro0trit. Srlftrsietg 39 Otto Schaaf. 957 HausmacherEiernudelikMaccaroni in allen Preislagen bis zu den denkbar besten Dualitäten empfehlen 503 A. & G. Wallenfels, Marktplatz 21. Das schönste Ge- verliert sobald sich Unreinheiten der SaA/flMlv Haut wie Pusteln, Mitesser, Schrunden, Sommersprossen u. s. w. einstellen. Diese zu bekämpfen bedarf es einer vernünftigen Gesundheitspflege der Haut und nicht der Anwendung scharfer, ätzender, die Haut in den meisten Fällen zerstörender Mittel. 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Ae Mitte l- m Mn Deckmaterial. idjtigfeit überfermen- ien zeigt sich biefeti , die Ernte inr Ein- MM Wien, b Äussuhr nicht ganz bleiben. Es mangelt lästigen kernigen Laila und Partido: 0000 Ballen nur zum „en. Der Pr°r-M egen ihres Hellen gr gering. 11Hjme- Jie Remedwstabake alä die der übrigen jaen Markttvert und ^arbeitet, sondern Deutschland passende treten. Während m °°n den Oanzern s§-H es ihnen bei mit dem jetzt 00^'XnW dctr früheren bem Lande b'^h^M -ÄS'- •S-»Sv KÄS» von Iagdverpachtung. Dienstag den 5. Februar l. I., nachmittags 2 Uhr, soll auf unterzeichneter Bürgermeisterei die der Gemeinde Daubringen zustehende Jagd, bestehend in 258,25 ha Feld, 78,89 ha Wald, auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Daubringen, 26. Jan. 1901. Gr.BürgermristereiDaubringen. ________Walter. 940 Gießener Kmniöus Hesellschast E. G. m. b. H. 936 Die seither von „Maggi" innegehabten Seitenschilder unserer zehn Omnibusse sind zu Reklamezwecken zu verpachten. Näheres in unserem Depot. 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