Nr. 282 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 30. November 1901 Erscheint täglich «ul Ausnahme des Montags. Vie Eichener Familien, blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" mermal wöchentlich beigelegt. Redakti on, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von An^iaev -u der sür den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Ameigen-Dermitt- lungsstellen des In- und Auslarrdes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilen preis: lokal ILPf^ auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. V«> lag der Brühl'schen UnioersitätS - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wrttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Farlamevtarischc Schachzüge. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt uirterm 28. November: Es bedurfte kaum der offiziellen Mitteilung des „Vorwärts" über das Ergebnis der Sitzung der so^ialdemo- krarischen Reichstagssraktion, worin zum Zolllarrfentwurf Stellung genommen wurde. Etwas anderes als die einmütige, unbedingte Ablehnung der Vorlage war nicht zu erwarten. Aber ein weiterer Beschluß ist so bemerkenswert wie überraschend, well dadurch die parlamentarische Opposition gegen den Zolltarif einen Riß erhält. Abg. Richter, der mit seiner Fraktion zweifellos den gleichen Standpunkt vertritt, daß „biefer" Tarif nid)t Gesetz werden dürfe, hatte in der „Freis. Ztg " wiederholt die Parole ausgegeben, Teile der Vorlage von allgemeinem Interesse, namentlich den Doppeltarif und die Getreidezülle, nicht in der Kommission, sondern im Plenum zu beraten. Die Taktik läßt sich verstehen: In der „Dunkelkammer Kommission sinc> Verständigungen unter den -Freunden der Getreidezoll-Erhöhung auf einer mittleren Linie rascher und unauffälliger herbeizuführen, als „im dollen Tageslicht' des Plenums. Außerdem haben die in der Vollversammlung des Reichstags gehattenen Reden natürlich eine größere Resonanz im Lanoe, und das kommt der Agitation gegen den Tarifentwurf zur Hilfe. Eben um das agitatorische Element fernzuhalten, hat die Presse der konservativen Parteien und des Zentrums, denen sich vermutlich die Nationalliberalen anschließen, von vornherein die Verweisung des ganzen Zolltarif-Entwurfs an eine besondere Kommission empfohlen „Möglichst rasche und möglichst glatte Erledigung", das stellte jüngst ein Zentrumsorgan als erstrebenswertes Ziel hin. Was nun die äußerste Linke veranlaßt, die Richter'sche Takttk zu verwerfen, und sich in dieser Frage der im großen und ganzen trasisfrenndlichen Reichstagsrnehrhett zuzugesellen, das ist einstweilen noch nicht klar erkennbar. Will nran bereits in der Kommission die Verhandlungen, etwa nach dem Muster der konservativen Kanal-Opposition, in die Länge ziehen, durch Reden, Anträge, Ersuchen um Vorlegung von Spezial-Material, kurzum, durch alle die Mittel, die von der Kanal-Opposition so erfolgreich und die Regierung schier zur Verzweiflung bringend angewendet wurden? Das wäre dann eine doppette Obstruktion, denn; daß im Plenum von allen Handhaben, welche die Geschäftsordnung bietet, fettens der sozialdemokratischen Fraktion zur Vereitelung des Zolltarifs Gebrauch gemacht wird, liegt im folgenden Satze des „Vorwärts" ausgedrückt: „lieber die weiteren Maßnahmen zur Bekämpfung und Verhinderung des Wucherttaiss wird sich die Fraktion später schlüssig machen." Unleugbar ist es eine nicht zu unterschätzende Gefabr für den Zolltarif, wenn einmal durch lang sich hinzieheuoe Kommissionsdebatten Ermüdung hervorgerusen wird, sodann in ebenso ausgedehnten Plenarversammlungen die Mehrhett beständig auf dem Posten sein muß, damtt nicht durch Anzweiflung der Beschlußfähigkeit, durch fortgesetzt beantragte namentliche Abstimmung das Abbrechen der Beratung prompt uno einfach bewirtt werden fann. Und dies Verfahren läßt sich bei jeder Position des Tarifentwurfs wiederholen Es ist leicht gesagt: „Dann sei die Mehrhett zur Stelle!" Der Appell hat nichts gefruchtet bei den wichtigsten Gelegenheiten, nicht bei der „lex Heinze" und nicht bei oer Brennsteuernovelle. Wie äußerst schwach foar heute der Reichstag besucht — am dritten Tage nach der Meder-Eröffnung und bei einem Diskussionsgegenftano non der Bedeutung der Seemannsordnung! Der Reichskanzler hat, wie soeben verlautet, zu diesem Samstag eine Anzahl Mitglieder des Reichstags aus allen Fraktionen eingeladen zu einer Konferenz über den Zolltarif. Wir wissen nicht, ob sich unter den Eingeladenen aud) pie sozialdemokratischen Führer befinden, nehmen aber an, wenn es der Fall ist, daß diese den Besuch im Reichskanzlerpalais ablehnen.. Anscheinend beabsichtigt Graf Bülow eine Aussprache und Einigung über die geschäftliche Behandlung der Tarifvorlage herbeizuführen. Dabei wird dann sicherlich die Eventualität der Obsttuktion erörtert werden, und mit welchen Mitteln diese zu verhüten ist. Es wurde kürzlich berichtet, Präsident Graf Ballesttem verhalte sich ablehnend gegenüber Anregungen auf entsprechende Abänderung der Geschäftsordnung des Reichstags. Thatsache ist, daß im Zentrum wie bei den Konservativen sehr viel Neigung vorhanden ist, die Geschätts- ordnung so umzugestalten, daß die Verschleppung der Beratung und das „Sprengen" der Reichstagssitzungen unmöglich gemacht wird. Sollte nicht Graf Bülow hiervon gesprochen haben in der längeren Unterredung, die er in diesen Tagen mit dem Grafen Ballesttem pflog? Wie setzt die Dinge liegen, wird die Erledigung des Zolltarif- entwurss zur Unmöglichkeit, wenn die Opposition von den Waffen der Geschäftsordnung nachdrücklichen Gebrauch macht. Darüber ist man auch in Regierungskreisen nicht im Zweifel. Vom Inhalt des Zolltarifentwurfs dürfte in der parlamentarischen Konferenz beim Reichskanzler nicht die Rede sein. Das Zusammenbringen der Mehrheit besorgt Graf Bülow als Diplomat in der Stille. Gleich beim ersten parlamentarischen Abend setzte sich der kluge Gastgeber mit dem grimmen Abg. Dr. Oertel (kons.) zu einer längeren Konversation hin, an der Prinz Arenberg vorn Zenttum teilnahm. Glaubt man, daß Graf Bülow gerade den entschiedenen Kämpen für die agrari^n Forderungen der „schönen Augen" wegen in die Unterhaltung gezogen hat, und daß es ein Zufall war, daß just der bewährte Mittelsmann zwischen Zentrum und Regierung, Prinz Arenberg, der Dritte in diesem intimen Zirkel wurde? Graf Bülow weiß es wie jedermann: Wenn es ihm gelingt, Zentrum und Konservative beim Zolltarif unter einen Hut zu bringen, die Vertreter der Landwirtschaft für das Maß von Zöllen zu gewinnen, das die ausschlaggebende Partei zu aecep- tieren gesonnen ist — dann ist die Zolltarifvorlage über die schlimmsten Klippen hinweg. Politische Tagesschau. Die Kolouialbahu. Man schreibt uns aus Berlin, 28. November: Der Gesetzentwurf über den Bau der ostafrikanischen Eisenbahn wird den Reichstag gleich nach den Weihnachtserien beschäftigen. Die Regierung legt das größte Gewicht darauf, daß die Vorlage baldmöglichst zur Verabschiedung gelangt Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist darauf hin- gewirkt morden, den Fehlbetrag im Reichshaushaltsetat herabzumindern. Bekanntlich steht das Zentrum dem Bahnprojekt weniger aus grundsätzlichen als aus finanzieren Bedenken einigermaßen kritisch gegenüber. Deshalb erklärte der Wott- führer dieser Pattei seinerzeit in der Budgetkommission, daß er sich eine endgiltige Stellungnahme vorbehalten müsse. Dem Vernehmen nach ist nunmehr die Mehrheit des Zentrums geneigt, dem Gesetzentwurf in der von der Budgetkommission vorgeschlagenen Fassung zuzustimmen. Unverändett ablehnend sollen sich nur die bayerischen Mitglieder der ausschlaggebenden Pattei verhalten. In parlamentattschen Kreisen nimmt man an, daß Graf Bülow für die Vorlage nochmals persönlich eintreten werde. Der Kolonialrat hat die schleunige Inangriffnahme des Eisenbahnbaues als unumgänglich bezeichnet Französische Beutemacher. Die Plünderungsgeschichte, an der französische Missionare so unrühmlich beteiligt sind, gestaltet sich immer mehr zu einem für die Republik kompromittierenden Skandal. Und wie voll hatte General Voyron, der Urheber des die Enthüllungen enthaltenden Geheimberichts, den Mund genommen in seinen selbstgefälligen Briefen an Graf Waldersee über das „ritterliche Verhalten" der Franzosen gegenüber den Chinesen l Gestern erschien eine neue, noch unangenehmere Offenbarung auf dem Plan. Der Generalprokurator der Lazattsten erklätte nach der von uns gestern bereits veröffentlichten Pariser Depesche, allerdings hätten die Lazaristen den Offizieren und Soldaten des französischen Expeditionskorps Checks gegeben, die einen Anteil an der Kriegsbeute darstellten, — aber in Uebereinftimmung mit dem ehemaligen französischen Gesandten in Peking, Pichon, und dem französischen General Frey. Das sind ja recht erbauliche Zustände, die durch diese „Rechtfertigung" aufgedeckt werden! Plünderung, gegen das Völkerrecht, im Einverständnis mit einem hohen Diplomaten und einem hohen Militär. Ob nicht noch Enthüllungen in Frankreich gemacht werden, die noch höher hinaufzielen? Da berühtt es doch ein wenig scherzhaft, was sich gestern mit großer Würde in der Pariser deputiertem fammer abhespielt hat. Lazies beantragte, das Haus solle dem China-Expeditionskorps seine Dankbarkeit aussprechen. Betteaux — ein Sozialist — unterzog allein das Verhalten der plündernden Missionare einer absprechenden Kritik, und hoffte, daß die Kammer sich tadelnd über die Handlungen derselben aussprechen werde. Aimond aber brachte folgende Tagesordnung ein: „Die Kammer schließt sich der von der Regierung dem chinesischen Expedittonskorps gezollten ehrenden Anerkennung an." Sie wurde mit 509 gegen 25 Stimmen angenommen. Betteaux beantragte nun, an die Tagesordnung anzufügen: Die Kammer verurteilt die Haltung der Bischöfe und Missionare, die sich des Diebstahls und Plünderungen schuldig gemacht haben. Der Antrag Betteaux wurde aber mit 314 gegen 163 Stimmen abgelehnt. Vom Burenkriege Bei der Besetzung Pretorias durch die Engländer waren in der dortigen Münze 23 000 Unzen Gold gefunden worden, die die Burenregierung von den Minen requiriert hatte. Dieses Gold wird jetzt den Eigentümern wieder zu- geftellt. Die Behörden geben bekannt, daß der Dynamitpreis mit Geltung vom 1. Oktober ab um ein Pfund Sterling auf' die Kiste herabgesetzt ist, und daher den Minen für den Dynamitverbrauch bis heute 9000 Pfund zurückvergütet werden. Der Oberkommandierende in Kapstadt meldete dem Kriegsamt telegraphisch, er habe ein Schreiben Fouches erhalten, in dem dieser mitteilt, daß er zwei englische Soldaten, welche g e f a n g e n waren, am 16. November in Dordrecht habe erschießen lassen. Das ist die von den Engländern inaugurierte Ange um Ange, Zahn um Zahn-Politik! Deutsches Wich. Berlin, 28. Nov. Der Kaiser hörte heute im Neuen Palais die Votträge des Kttegsministers v. Goßler, des Chefs des Generalstabes Grafen Schlieffen und des Chefs des Mili- tärkabinets Grafen Hülsen-Häseler. — Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich traf um ll1/, Uhr auf der Wildparkstatton ein und wurde vom Kaiser, der österreichische Generals uniform angelegt hatte, am Bahnhof aufs Herzlichste empfangen. Der Kaiser begab sich alsbald mit seinem Gaste zu Wagen nach dem Neuen Palais. Zu der heuttgen Abend-Tafel beim Kaiserpaar erschien eine Reihe von hohen Persönlichkeiten. Darunter auch der Reichskanzler. — Der Kaiser hat dem heute hier zur Feier feines 600jährigen Besitzstandes in Pommern vereinigten Geschlechte derer von Bonin das Präsentattonsrecht zum preußischen Herrenhause verliehen und dies denselben direkt telegraphisch mitgeteilt. — Die Nachricht, daß die Villa Amato in Palermo auf vier Monate für die Kaiserin gemietet worden sei, ist ebenso erfunden, wie alle übrigen bisherigen Meldungen der Reise- pläne der Kaiserin. — Wie der „Reichsanz." meldtt, wurde dem Fregattenkapitän Pu st au zu Fttedttchsort der Adel verliehen. — Auch die „Germania" hött, daß die neue Kanal- Vorlage sogleich bei Beginn der nächsten Landtagssession wieder eingebracht werden wird. — Die jüngst eingebrachteJnterpellation Dr. Arendt betreffend die Nichtzahlung der gesetzlich bewilligten Beihilfen an Kriegsteilnehmer ist vorläufig zurückgestellt worden, well die NeichSregierung erklätt hat, erst Matettal sammeln zu wollen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." fähtt in ihren Veröffentlichungen aus dem Reichshaushaltsetat fort. Heute werden Ziffern aus der Verwaltung der Reichseisenbahnen publiziert. Die Einnahmen sind auf 89 785 500 Mark veranschlagt, d. h. um 4 388 000 Mk. weniger als im Vorjahre. — Heute Mittag vor der Plenar-Sitzung des Reichstages sind mehrere Fraktionen zusammengetteten, um sich mit dem Zolltarif zu beschäftigen. Die Konservativen haben die Votträge der bestellten Referenten Graf Schwerin- Löwitz, Freiherr von Wangenheim und Graf Kanitz entgegen genommen und werden in einer demnächsttgen Sitzung auf die Materie näher eingehen. Die Nationalliberalen haben nur die geschäftliche Seite erörtert — Der Bundesrat erteilte in feiner heuttgen Sitzung dem Gesetzentwurf wegen Kontrole des Reichshaushaltes und des Landeshaushaltes von Esaß-Lothttngen, sowie des Haushaltes der Schutzgebiete seine Zustimmung, ebenso dem Aus- schußantrage betreffend die zollamtliche Behandlung der Be- triebsmittel der internationalen Schlafwagen-Gesellschaft in Brüssel. Der Entwurf des EtaO für die Expedition nach Ostasien zum Reichshaushaltsetat für 1902, die Gesetzentwürfe betreffend den Etat für das Schutzgebiet Kiaut- s ch o u für 1902 und betreffend die Etatsentwürfe zum Reichs- haushaltsetät für 1902 und zwar a) für das Reichsamt des Innern; b) für den Rechnungshof, wurden genehmigt. — Dem Reichstage ging ein Gesetzentwurf zu übet die Verlegung der deutsch-österreichischen Grenze längs des Przemsa-FlusseS. Der Gesetzentwurf bezweckt die Zustimmung zu der Grenzveränderung seitens des Bundesrats und Reichstages, nachdem der betreffende Vertrag vom 19. Januar 1898 für Preußen bereits durch Gesetz genehmigt ist. — Der Zentralvorstand des Deutschen Werkmeister-Verbandes ist bei dem Bundesrat dahin vorstellig geworden, eine weitere Ausdehnung der Ju- validenversicherung ins Auge zu fassen. Coburg, 28. Nov. Heute mittag ist die Großherzogin- Witwe Matte von Sachsen-Coburg-Gotha mit ihren beiden Töchtern, der Großherzogin von Hessen und Prinzessin Becttttee, nach Nizza abgereift. Die Beisetzung des Professors Löhleiu. D. Gießen, 29. November 1901. Die Beisetzung des Geheimrats Löhlein, die gefter nnach» mittag stattfand, gestaltete sich zu einer imposanten Trauerfeier. Unter den Klängen von Trauermärschen, die unsere Regimentskapelle spielte, bewegte sich die Trauergemeinde nach dem städtischen Fttedhose. Den Zug eröffnete die Regimentskapelle. Ihr folgte Pfarrer Euler. Hinter ihm kam der Leichenwagen, der den Sarg des Verewigten barg. Der Leichenwagen wie der Sarg waren mit prachtvollen Kränzen und Blumengewinden geschmückt. Zu beiden Setten schtttten die jetzigen und ftühere Assistenten des so früh Dahingeschiedenen. Nun folgte eine Reihe von Kranz- und Palmenträgettnnen und die beiden Universitätspedelle, jeder mit einem herrlichen Kranze. Hinter ihnen befanden sich Anverwandte des Verstorbenen, an die sich die übrigen Leidtragenden schlossen. An ihrer Spitze schtttten der Rektor Pros. Dr. Hansen, ihm zur Seite Finanzminister Dr. G n a u t h, der es sich nicht hat nehmen lassen, dem langjährigen Freund das letzte Geleit zu geben. Ihnen reihte sich der Lehrkörper unserer Universität an, hinter denen man zahlreiche Schüler des Verewigten sah, dann folgten die Spitzen der staatlichen, städtischen und sonstigen Behörden und viele Bürger unserer Stadt. Auch das Offizierkorps unseres Regiments war zahlreich vettreten. Dann kamen die vieen studentischen Verbindungen und Vereine, an deren Spitze sich jedesmal die Chargierten in vollem Wichs mit den Fahnen befanden. Den Schluß bildete die Kriegerkameradschaft Gießen, der der Verstorbene lange Jahre als Mitglied angehött hatte. Es war ein schier endlos langer Zug. ers ft hül 3. fti heil. ionbe der der rriebs ärztlii Beck gesetzt für v der 9 red Lo§ wei sitz Lpe mac Kla hie' 31 Kroßh' Anql zurAt Op<, Auf bem Friedhof angelangt, gruppierten sich die Leidtragenden um das Grab, worauf Pfarrer Euler dem Verblichenen warm empfundene, zu Herzen gehende Worte widmete. Anknüpfend an den Bibelspruch: „Haltet mich nicht auf, der Herr hat Gnade gegeben zu meiner Reise", den man mit Recht seinem Leben zur Ueberschrift geben könne, hob er hervor, wie wir in dem Verblichenen einen der Besten zur Ruhe geleiteten, der ein Vorbild gewesen sei in dem, was den Menschen wahrhaft groß und liebenswert erscheinen lasse. Ein Meister der Wissenschaft, habe der Name dieses Mannes, dessen Leben ein Leben der Mühe und Arbeit, des Forschens und Strebens gewesen sei, einen guten Klang weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus. Freilich habe es ihm auch nicht an ernsten, schweren Stunden gefehlt; da sei sein Heim die Stätte gewesen, wo er immer wieder Kraft zum Wirken gefunden habe. Wer wolle sie zählen, denen er zur Heilung verhalfen habe, in seiner schlichten freundlichen Art, die vielen Leidenden, denen er Heilung gebracht. Und doch sei sein Tod ein schöner gewesen; denn mitten in treuer Pflichterfüllung, nicht gebeugt durch die. Last der Jahre, sondern auf der Höhe des Lebens, in voller Kraft sei er dahingegangen. Darauf legte im Auftrag des Großherzogs Geh.- Medizinalrat Prof. Dr. Riegel einen Kranz an dem Grab des Heimgegangenen nieder. Nun widmete der Rektor Prof. Dr. Hansen dem Verstorbenen einen herzlichen Nachruf, in dem er etwa folgendes sagte: Tief erschüttert von der furchtbaren, eisernen Gewalt des plötzlichen Todes, steht die gesamte Landesuniversität gebeugt und trauernd an diesem frühen offenen Grabe unseres treuen Kollegen, der herausgerissen wurde aus seinem Lebensberuf, seiner hilfreichen ärztlichen Thätigkeit. Mit den Kollegen trauert die Wissenschaft, die studierende Jugend, die hilfesuchende Menschheit. Tief ist unsere Universität getroffen durch den Verlust eines Mitgliedes, dem sie so viel verdankt. Mit ganzem Herzen hat er an ihr gehangen, seine ganze Kraft ihr gewidmet von seiner Berufung als Ordinarius im Jahre 1888 an bis zu seinem letzten Athemzuge. Ein großes modernes Institut, das er einweihte, als er hierher kam, hat er mit allen Kräften zu dem gemacht, was es sein soll, eine gemeinsame Stätte der Wissenschaft und Wohlthat. Er hat an der Universität gewirkt als Lehrer der jungen Aerzte, als Gelehrter und berühmter Gynäkologe, der den Namen Gießens weit hinausgetragen hat über die Grenzen unseres Vaterlandes. Mit beneidenswerter Frische hat er die schweren Ausgaben des Klinikers erfüllt, niemals gedrückt durch die Last des aufreibenden Berufes. Und daneben war es ihm möglich, auch den zahlreichen und mannigfachen Interessen unserer Universität, genug zu thun. Im Senat und in der Fakultät hat er ratend und beratend an allen wichtigen Fragen mit größtem Interesse teilgenommen. Zweimal war er Dekan seiner Fakultät; im Jahre 1898 übernahm er das vielseitige und schwierige Amt des Rektors, obwohl er berechtigt gewesen wäre, diese neue Arbeitslast wegen seines schwierigen und arbeitsvollen Berufs abzulehnen. Sein Pflichtgefühl aber befahl chm, das Amt zu übernehmen. Er hat es verwaltet in schwieriger Zeit mit Aufopferung seiner inneren Ruhe, der Universität zum Nutzen. Und wenn wir trotz unseres tiefen Schmerzes voll Dank an diesem Grabe stehen, so ist es nicht die Leistung des Universitätsprofessors allein, die uns mit tiefem Dank erfüllt. Schwerer als der Verlust des Gelehrten trifft uns der Verlust eines Kollegen von edelsten, hervorragenden menschlichen Eigenschaften. Unsere Körperschaft fühlt sich wie verstümmelt durch den Verlust dieses treuen Freundes aller Kollegen. Wir stehen nicht ohne Danken an dem Grabe auch dafür, daß ihm für diese vielen schönen, großen Eigenschaften vielerlei Ehren zu teil geworden sind; aber gestrebt hat er nie nach ihnen. Das haben wir besonders empfunden, als ihm ein ehrenvoller Ruf 1897 von Königsberg zuging, den er ablehnte. Er hat nicht gestrebt nach Ehren; freiwillig sind sie ihm zu Teil geworden. Persönlicher Dank und persönliche Zuneigung sind ihm in reichlichem Maße zu Teil geworden. „Tief bekümmerten Herzens lege ich diesen Kranz, die letzte Gabe Deiner Universität und unserer Zuneigung an diesem Grabe nieder; was Du als Dekan einst/inem Kollegen mit schwerem Herzen zugerufen hast, ich rufe es Dir zu als letztes Abschiedswort, lebe wohl, lieber Kollege Hermann Löhlein." Nachdem der Rektor diese letzten Sätze gesprochen, bei denen ihm vor Wehmut und Schmerz fast die Stimme brach, und einen Kranz niedergelegt hatte, widmete auch der Dekan der medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Strahl dem Hingeschiedenen warme Worte des Nachrufs, der wie kein anderer es verstanden habe, auch da Gegensätze auszugleichen, wo es schier unmöglich schien. Mancher seiner Schüler werde dereinst in schwerer, verantwortungsvoller Stunde dieses Mannes gedenken, und dann erst einsehen, was er an ihm gehabt. Sodann legte Prof. Hofmey er-Würzburg, der Vorgänger des Verstorbenen in Gießen, als Vertreter der deutschen Gesellschaft der Gynäkologen einen Kranz an dem Grabe nieder, betonend, daß das Wirken des Heimgegangenen einen Markstein in der Wissenschaft bilde. Mit Genugthuung erfülle es ihn, daß es dem Verblichenen noch beschieden gewesen, an jener großen Gynäkologischen Versammlung hier teilzunehmen, auf der er habe sehen können, daß sein Werk nicht vergebens gewesen sei. Kein schöneres Wort könne er ihm nachrufen, als daß er ein treuer Mann gewesen sei, treu seiner Familie, treu seiner Wissenschaft, treu auch seinen Freunden. Im Namen des Gießener Verbandes alter Burschen- /chafter rief Prof. Haupt dem Verstorbenen, der lange Jahre zu dem Verbände gehört hat, herzliche Abschiedsworte nach. Sodann legten ein Studierender namens der Gießener Burschenschaften „Alemannia" und „Germania" und ein anderer namens des Gießener 8. C., ferner Med.-Rat Haberkorn namens des medizinischen Kreisoereins und ein Mitglied der Kriegerkameradschaft Gießen Kränze nieder. Auch der Klinikerverein Gießen ließ am Grabe einen Kranz niederlegen mi der Widmung: „Ihrem hochverehrten, teuren Lehrer die dankbaren Schüler vom 8.8. 1901 und W. 8. 1901/2" gewidmet als äußeres Zeichen der über das Grab hinausdauernden Verehrung und Anhänglichkeit." Mit dem von der Regimentskapelle gespielten Liede „Wie sie so sanft xuhn" nahm , die ergreifende Trauerfeier ihr Ende. siche Unsaü Dr. E die fti FriH zu '0 belvlu' rufitfS Dr. 8 statt ui für die 33'/,°/° ab zu Lecke' der Lt tätigte Selche- 50% 1 gelegte durch zu Hruni berich durch Unit» weise W zu H durch Thoo Groß Beru meßb Theater, Kunst und Wissenschaft. Darmstadt, 28. Nov. Gustav Mahlers 4. Sym« pH onie gelangte hier durch das Kairn-Orchester unter Leitung Felix Weingärtners zur Aufführung. Die Symphonie enthält 4 Sätze, deren beide ersten einen grotesken Charakter tragen und durch die ans Triviale streifenden Naivitäten, gewagte Harmonik und barocken Wendungen das Zuhörerpublikum verblüffte, das nicht wußte, was es daraus machen sollte, was man ihm nicht weiter verübeln kann, und zum Teil lachte, zum Teil auch nach Beendigung der beiden Sätze zischte; doch blieb die Opposition in der Minderheit. Der dritte (Adagio-)Satz, der am einheitlichsten und stimmungsvollsten ist, stimmte das Publikum wieder ernst und die Opposition verstummte. Einen merkwürdigen, wieder ins Groteske umschlagenden Schluß bildet der vierte Satz, ein Sopransolo mit Orchesterbegleitung: „Wir genießen himmlische Freuden" usw. aus „des Knaben Wunderhorn", das von der Wiener Hofopernsängerin Frl. Michalek gesungen wurde. In diesem Satze könnte man an eine parodische Absicht des Komponisten glauben, an eine Parodie der Naivetät dieses merkwürdigen Liedes. Die groteske Wirkung tritt in diesem letzten Satze, der bei alledem sehr interessant ist, _ am unmittelbarsten zu Tage, während in rein musikalischer Hinsicht der dritte den ungetrübtesten Eindruck hinterläßt. Opernsänger Emst Kraus aus Berlin gastierte als „L o h en- grin" und „Tannhäuser" und begeisterte namentlich am ersten Abend das Publikum durch sein prächtiges, heldische Kraft mit lyrischer Weichheit vereinigendes, mühelos ausgebendes Organ und die Kunst seines Vortrags, während am heutigen 2Ibenb eine stimmliche Indisposition die künstlerische Vermischtes. * Swinemünde, 28. Nov. An der Stelle, Mo ein Kieler Dumpfer im Papenwasser einen Unfall erlitt, stießen heute morgen die Dumpfer „Wolgast" und „Pommern" zusammen und sanken. Der Kapitän und her Maschinist des Dampfers „Wolgast" ertranken. * Victoria (Britisch^Eolumbia), 27. Nov. Ein aus Honolulu eingetroffener australischer Dampfer berichtet, im )ortigen Ehinesenviertel seien 10 Pest fälle vorge- ’bmmen. M * Zu der entsetzlichen Eisenbahnkata. tropheinMichigan in der Nähe von S e n e c a auf der Wabash-Bahn (Dgl. unsere heutige Vormittags-Ausgabe) wird noch gemeldet, daß Farmer die Leichen in langen Reihen ben Bahnkörper entlang legten. Unter den Getöteten beenden sich viele Deutsche und Schweden, da die Einwan- icrung im Nordwesten fast ausschließlich aus diesen Nationalitäten besteht. Das Fahrpersonal beider Züge ist größtenteils getötet. Die Flammen schlagen hoch empor, sodaß eine Rettung der Verletzten unmöglich ist. Aas Ierorduungsölatt für die evangelische Kirche des Kroßherzogtums Kessen ouSgegeben am 21. November, enthält folgendes Ausschreiben des Großh. Oberkonsistoriums an die evangelischen Kirchenvorstände (Nr. 25) vom 6. November 1901: Wir haben bereits durch unser Ausschreiben Nr. 22 vom 5. Dezember 1898 eingehend dargelegt, wie es sich empfehle, Kirchen-, Pfarr- und Stiftungskapitalien, sei es bei Neuanlagen, sei es im Umtausch gegen derzeit besessene andere Papiere, in Großh. Hessischen nicht verlvsbaren Staatsschuldverschreibungen anzulegen und die betreffenden Forderungen ins Staatsschuldbuch eintragen zu lassen. Wir begründeten diese Empfehlung, die wir hiermit wiederholen, wesentlich mit dem Hinweis darauf, daß das Bürgerliche Gesetzbuch, die Außerverkehrsetzung von Inhaber- papieren nicht mehr gestatte und die bereits erfolgte rechtlich unwirksam mache. Hierdurch entfalle der Schutz, der seither für kleinere Kirchenfonds, insbesondere auf dem Lande, bestand, welche keine diebs- und feuersichere Kiste oder Kassenschrank zur Aufbewahrung solcher Papiere besitzen. Dieser. Gesichtspunkt gilt nach wie vor. Es tritt aber in gleicher Richtung hinzu die Erwägung, daß der Besitz hessischer Staatspapiere im Vergleich mit anderen Papieren, insbesondere mit Pfandbriefen, immerhin der sicherste Besitz ist und überdies mancherlei 'Arbeit und Kosten der Verwaltung erspart. Bei ins Staats schuld buch eingetragenen Guthaben können die Zinsen bei der nächsten Bezirkskasse erhoben werden, und die bei Pfandbriefen und dergl häufig eintretene Nötigung, ausgeloste oder gekündigte Stücke durch Ankauf anderer zu ersetzen, mit ihren Kosten an Porto, Rechnergebühren, Bankiersprovision und dergl., fällt hinweg. Allerdings können diese Vorteile den Nachteil nicht völlig aufwiegen, der zur Zeit durch einen solchen Umtausch bei dem großen Kursunterschied zwischen den hessischen Staatspapieren und z. B. Pfandbriefen der Kirchenkassen erwachsen würde. Allein diese Kursverschiedenheit ist nicht notwendig eine dauernde; sie kann sich insbesondere so mindern, daß die anderen angeführten Vorteile eines Umtausches einen mäßigen Kursverluft sehr wohl aufwiegen, zumal die Großh. Staatsschuldenkasse angewiesen ist, bei direktem Bezug von Schuldverschreibungen gewisse Vorteile zu bieten, falls nachgewiesen wird, daß es sich um einen Umtausch von Schuldverschreibungen handelt und daß hierbei dem betreffenden Fond ein Kursverlust erwachsen würde. Insbesondere wird hierdurch die Bynkiersprovision erspart. So lange und insoweit hiernach noch andere Papiere als hessische Staatspapiere im Besitz kirchlicher Lokalfonds sein werden und es an der Möglichkeit ihrer sicheren Aufbewahrung mangelt, sich auch eine solche ohne erhebliche Schwierigkeiten und Kosten nicht beschaffen läßt, können wir eine gewisse Sicherung dadurch schaffen, daß die Erneuerungsscheine (Talons) solcher Papiere bei uns aufbewahrt werden, während die sogenannten „Mäntel" und die Zinsscheine (Kupons) nach wie vor, unter Beobachtung der Vorschriften der Verordnung vom 30. April 1833, in Verwahrung der Kirchenvorstände bleiben. Die Hauptgefahr, nämlich die Entwendung solcher Wertpapiere, wird hierdurch sehr gemindert, da „Mäntel" ohne die dazu gehörigen Erneuerungs- scheine nicht gehandelt werden und ohne solche keine Abnehmer finden. Die Kirchenvorstände, die von dieser Aufbewahrungsart Gebrauch machen wollen, haben die betrefffenben Papiere berichtlich mit spezialisiertem Verzeichnis auf Kosten ber Kirchenkasse, bezw. ber betreffenben Stiftung an uns einzusenden, worauf wir entsprechende Bescheinigung durch Vermittelung Großh. Kreisamts Ihnen zugehen lassen. Die Verwaltung der Kapitalien, insbesondere der An- und Verkauf der Wertpapiere, die Kontrolle ber Auslosung, Kündigung oder Konvertierung und dergl. liegt nach wie vor den Kirchenvorständen nach Maßgabe der hierfür bestehenAus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 29. November 1901. • • Ernennungen. Ernannt wurden die Steueraufseheraspiranten Karl Haselhuhn aus Weißensee und Wilhelm Rossel aus Laubach (Kr. Ober-Taunus) mit Wirkung vom 1. Dezember an zu Steuerauffehern. • • Die erste Kammer her hessischen Stände wird, rote unS gestern bereits aus Darmstadt telegraphiert wurde, Dienstag den 17. Dezember d. I. zusammentreten. • * Städtisches Gas- und Wasserwerk. Wir machen auch an dieser Stelle auf die heutige Bekanntmachung des städtischen Gas- und Wasserwerks aufmerksam, wonach heute eine größere Reparatur an der Hauptgasleitung vorzunehmen ist, die eine geringe Druckverminderung in der Gasbeleuchtung heute Abend zur Folge haben könnte. ** Eine unerhörte Rohheit wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in der Steinstraße verübt. Man hob den steinernen Verschlußdeckel einer Senkgrube in einer dort befindlichen Hofraite ab und warf ihn in den Garten. Eine Frau, die morgens in die Waschküche ging, wäre, wenn sie nicht zufällig ein Licht bei sich gehabt hätte, sicher in die Grube gestürzt. * * Aversionieruug des Portos. Das hessische Ministerium macht unter Bezugnahme auf die den Behörden im August iibermittelte „Instruktion, das Verfahren bei Feststellung einer den Bestimmungen ob. Im Bedarfsfälle werden wir die bei uns hinterlegten Basiere an den Kirchienvorftand aus dessen Antrag auf Kosten der Kirchenkasse, bezw. der betreffenden Stiftung zusenden. Das Verordnungsblatt enthält ferner Ausschreiben Nr. 26 vom 8. November, betreffend Anstellung eines Vereinsgeistlichen für die Innere Mission, eine Bekanntmachung vom 13. November, derzufolge mit Genehmigung des Großherzogs vorbehaltlich der Zustimmung der Landessynode eine evangelische Kirchen gern ein de Ober-Olm gebildet wird, wohin die Evangelischen Klein-Wintemheims eingepfarrt ind und die Filiale von Essenheim ist. sowie folgende Dienstnachrichten: Ernannt wurden: Pfarrassistent Kraus zu Gießen zum Pfarrverwalter in Essenheim, Dekanat Mainz; Pfarr- tiertoaüer Sell zu Wald-Michelbach zum Pfarrvcrwalter in Erbach, Dekanat Erbach (zweite Pfarrstelle); Pfarrvikar Römheld zu Grünberg, Dekanat Grünberg zum Pfarrverwalter daselbst (zweite Pfarrstelle). Gestorben sind: der evangelische Pfarrer Adolf Krauß zu Bisses, Dekanat Nidda, am 18. Oktober; der Oberkonsistorialbuchhalter i. P. Rechnungsrat Emil Gerhardt zu Darmstadt am 22. Oktober; der evangelische Pfarrer Karl Koch zu Grünberg, Dekanat Grünberg, am 11. November. Bauschsumme für die von den Großh. Behörden rc. franEier^ abzusendenden portopflichtigen Sendungen betreffend," nochmals darauf aufmerksam, daß nach Abschluß der zurzeit stattfindenden Aufzeichnungen, mithin vom 1. Dezember ab, die Kontierung des Portos bis auf weiteres in der nämlichen Weise, wie dies vor dem 1. September der Fall war, wieder aufzunehmen ist. () Grimberg, 28. Nov. lieber den jungen Llpotheker, der, wie wir berichteten, am Dienstag abend auf einer Bank in der Nähe der Stadt Selbstmord beging, wird uns noch folgendes mitgeteilt: Der Vater feiner Braut stand in Unterhandlung wegen Ankaufs der hiesigen Apotheke für einen Schwiegersohn. Letzterer war nun mittags von Alsfeld hierhergekommen und erfuhr in der Apotheke, daß die Verhandlungen abgebrochen seien. Abends fand man dann den jungen Mann als Leiche. Er soll hochgradig nervös geroefen ein und früher bereits in einer Nerven-Heilanstalt Linderung eines Leidens gesucht haben. ? Beltershain, 27. Nov. Unser seitheriger Bürgermeister Bast wurde mit 52 von 58 abgegebenen Stimmen wieder- gewählt. Es ist dieses Ergebnis gewiß ein sprechender Beweis ür das in unserer Gemeinde herrschende gute Einvernehmen, zwischen den Wählern und dem Gewählten. el. Schotten, 28. Nov. Bei der heutigen Kreistags» wähl wurden neugewählt: Beigeordneter Cellarius- Schotten und Verwalter S ch w e r e r - Friedrichshütte bei Laubach. Laubach hat dadurch einen Sitz mehr im Kreistag gekommen. Dieser Ausfall der Wahl ist auf die mangelhafte Beteiligung der Stimmberechtigten Schottens zurückzuführen. Darmstadt, 28. Nov. Die Großherzogin läßt in der amtlichen „Darnist. Ztg." für die ihr zum 25. November dargebrachten Gratulationen herzlichst danken. Darmstadt, 28. Nov. Am Mittwoch abend ertönten Feuersignale. Gemeldet wurde Groß feuer in der föinft* er-Kolonie. Es brannte jedoch nur eine Holzbaracke, die zur Zeit von Bildhauer Habich als Werkstätte benutzt wurde und jetzt als Lager- und Packraum Verwendung indet. Das Feuer wurde mit zwei Schlauchleitungen ür ürzer Zeit ab gelöscht. Es sind verschiedene wertvolle Bilder, die in dem Packraum standen und heute zum Versand kommen sollten, vom Feuer vernichtet worden. b. Mainz, 28. Nov. Der in der letzten Zeit oft erwähnte Kriminalschutzmann Junker, der bei der Verhaftung der Frau Oberleutnant Richter versucht hatte, diese zu küssen, und deshalb zu einer Disziplinarstrafe von 50 llstk. verurteilt worden ist, wurde jetzt aus dem Polizeidienst ent- ernt und findet für die Folge Beschäftigung bei der Centralverwaltung der Bürgermeisterei. Das Vorkommnis hat die Bürgermeisterei veranlaßt, im Allgemeinen gegen das städtische Polizeipersonal strenger wie seither vorzugehen. So wurden gestern drei Schutzleute, von denen einer bereits 12 Dienstjahre hinter sich hat, entlassen. Einer der gestern entlassenen Schutzleute machte vor 2 Jahren schon einmal unangenehm von sich reden, als er grundlos eine durchreisende russische Dame verhaftete, die später, wie sie in einem hinterlassenen Briefe angab, aus Scham Selbstmord verübte. Bingen, 28. Nov. lieber das Vermögen der Firma August Römer (Inhaber Philipp Fischer) Buch-, Kunst-, Musikalien- und Schreibmaterialienhandlung hier wurde das Konkursverfahren eröffnet und Rechtsanwalt Rech in Bingen zum Konkursverwalter ernannt Ferner ist die Firma Nicola Brück, Fahrrad- und Jagdwaffenhandlung in Konkurs geraten. Auch in dieser Sache wurde Rechtsanwalt Rech von hier zum Konkursverwalter ernannt. zur Tendenz: fest 378% 3% 37,% 3% 100.50 89.60 100.50 89.60 98.05 99.90 42.50 26.80 25.60 86.45 Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank , Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn , Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . . . . Harpener . . . . . 200.30 . 180.90 . 123.70 . 128.00 . 139.50 . 136.60 . 163.30 . 185.50 . 170.20 . 163.50, Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 29. Nov. Wie die „Darmst. Ztg." mit- teilt, haben die Versuche mit dem Baccellischen Heilverfahren bei Maul- und Klauenseuche, die in verschte- denen Kreisen vorgenommen wurden, nicht befriedigende Resultate gehabt, weshalb sie eingestellt wurden. Berlin, 29. Nov. Der Stadtv. Singer zog sich gestern einen Ordnungsruf zu, weil er erklärte, für seine Person ab- lehnen zu muffen, über den Hubertusstock zu springen. Wildpark, 29. Nov. Der Kaiser und der Erzherzog Franz Ferdinand find heute früh 8 Uhr nach Göhrde abgereist. Bochum, 29. Nov. Die Polizei kam hier einer Stern- berg-Affaire auf die Spur und verhaftete eine Kupplerin, in deren Wohnung minderjährige Mädchen zu verkehren pflegten Eine größere Anzahl junger Männer aus Bochum soll in die Angelegenheit verwickelt sein. Hannover, 29. Nov. Am 3. Dezember findet hier für Deutschland die erste Aufführung des Stückes „Der Gießbach" Reichsanleihe do. Konsole do. . . Wirkung vorübergehend beeinträchtigte. Zum Geburtstag des Großherzogs und der Großherzogin gelangte am Montag Planquettes Operette „Die Glocken von Lorneville" zur Aufführung, die man zu Ehren des Tages als „kompche Oper" bezeichnet hatte. Das Publikum verhielt sich ihr gegenüber so reserviert, daß sie kaum einen Achtungserfolg zr^cltc._________________________ __ mit Agnes Sorma in der Hauptrolle statt. Forst, 29. Nov- In religiösem Paroxismus enthalten sich in dem Nachbardorfe Datten 9 Personen, die Familienangehörigen des Bauern Kaschke, seine Mutter, ein 18 jähriger Soha, eine 19 jährige Tochter, die Magd und vier Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Ecktifch Lauer. Nach der Str.-Pr.-Ord. haben die An- qehöriaen, falls sic die entstehenden Kosten tragen, das Recht, den Leichnam zurückzufordern und zu bestatten, wobei allerdings fern übermäßiger Aufwand getrieben werden dari. 37,% Hessen . . . 80/j Italien. Rente . . , 4 Io Grieoh. Monopol-Anl. 50/j Portugiesen . . . 3% Mexikaner . . . 4%% Chinesen . . . Mitteilung gemacht zu Huben, von der Arbeit sern ge-i blieben ist. Da sich der Angeklagte auf §123 pos. 3 der Gew -Ordn, beruft, wonach Gesellen vor Ablauf der vertragsmäßigen Zeit und ohne Aufkündigung entlassen werden können, wenn sie die Arbeit unbefugt verlassen, hat das Gericht, dem Antrag des Beklagten, auf kostenfalttge Klageabweisung, stattgegeben. — Der ScWeidergeselle Wilhelm Döring hier verlangt von dem Schneidermeister Friedrich Schomber von hier 34 Mk. Entschädigung wegen kündigungsloser Entlassung. Du der Kläger im heutigen Termin nicht erschienen ist und der Beklagte keinen Antrag stellt, bleibt! die Sache beruhen. — lieber die Sache des Erdarbeiters! Heinrich Konrad Spies aus Langgöns gegen den Unternehmer Ludwig Weimer zu Waldgirmes haben wir bereits berichtet. Heute erledigt sich die Klage dadurch, daß Beklagter den eingeklagten Betrag von 5 Mark bezahlt- - Der Erdarbeiter Georg Friedrich Ruhl in Lollar und 5 Mitarbeiter klagen aeaen den Unternehmer Ludwig Weimer in Waldgirmes auf lablung von 68 Mark Rest-Akkordlohn. Die Kläger berechnen für gelieferte Arbeit pro Quadratmeter 14 Pfg. Lohn während der Beklagte nur 8 Pfg. vergütet hat. Zwecks weiterer Aufklärung der Sache hat das Gericht Beweisbeschluß erlassen, in dessen Erledigung drei Zeugen vernommen werden sollen. Wasche mit WM r Wasch-, Extp^ci> Schwellenverkauf. Die bei der öffenttichen Versteigerung am 26. ds. Mts. auf der Strecke Großen-Liuden —Butzbach gemachten Angebote auf Schwellen werden hiermit genehmigt. Das Kaufgeld ist innerhalb acht Tagen an die Stationskasse in Laug-^Göus zu zahlen. Hiernach sind die Schwellen binnen 3 Tagen abzufahren. Großh. Betriebsiufpettion 1, Gießen.7787 8 Mann wurden über Bord gespült. 6 davon umrdeo gere 0^,^ d 0" ^29! Nov"'Der Handelsminister Ritchie hiell gestern abend 'in Croydon eine längere Rede, worin er dm Grundzüge entwickelte, aus Grund deren England btr^ ist, in Friedens-Verhandlungen zu treten Dw Minister erklärte, er sei überzeugt, da^ die englische Verwaltung bei dem Aufenthaltsverbote denselben Erfolg, haben werde, wie in Egypten. Die Buren wurden m einigen fahren diese „Wohltyat" anerkennen. — Die Verlusts 1 i sr e von gestern beläuft, sich auf 5 Tote, lo^oerwundete und 15 an Krankheit Verstorbene, und einen ^lerteur. —« Dir Edward Grey hielt gestern in St. Andreas eine Red^ in der er sich gegen die Abberufung Milners wendete. Er erklärte, die englische Regierung dürfe nicht das Vertrauen einer Nation verlieren, um das einer ander« keine Störungen vor. „ _ New-York, 29. Nov- Man glaubt, Der Kongreß werde ein Gesetz betreffend das Verbot der chinesr- sch en Einwanderung annehmen, welches noch, be* deutend strenger aus fallen werde, als das bisher bestehende.' New-York, 29. Nov- Der am Samstag vom Präsidenten Roosevelt empfangene Buren-Abgeordnete, General Pierson, soll demselben, hiesigen Blättern zufolge, eur formales Interventions-Gefuch Krügers im* terbreitet haben. Telephonischer Kursberichte Frankfurt a. 31., 29. November. der Sekte der Jrwingauer au. Paris, 29, Nov. Dem gestern abgehaltenen Bautet, das die sozialistische Partei zu Ehren des vom Disziplinarrat iu Dijon wegen seiner militärfeindlichen Artikel gemaßregelten Pro- seffors H e r v 6 veranstaltet hatte, wohnten zahlreiche Mittel- und Volksschullehrer bei, die Proseffor Hervö lebhafte Ovationen darbrachte. Le Havre, 29. Nov. Der „Norddeutsche Lloyd", deffen Dampfer „Köln" das französische Schiff „General Neumayer" zum Sinken brachte, wurde vom Tribunal zur Zahlung eines Schadenersatzes von 82 600 Frs. verurteilt. Belgrad, 29. Nov. Am hiesigen Hofe herrscht große ! Aufregung, wett die unabhängigen Radikalen im Parlament eine Interpellation einbringen wollen, warum die für Beginn des Jahres in Aussicht gestellte Geburt eines Thronerben s. Z. amtlich als bevorstehend angezeigt wurde und so eine Täuschung des serbischen Volkes ins Werk gesetzt wurde. König Alexander selbst soll sich bemüht haben, die Radikalen von dieser Interpellation abzubringen. 23 er Lin,- 29. Nov- In feinem neu erbauten geschmackvoll eingerichteten neuen Heim führte gestern abend Ernst von Wolzogen dem Berliner Publikum zum ersten Male in dieser Saison sein U e b e r b r e 11 l vor. Aus dem reich- halttgen vielseitigen Programm verdient der Einakter „Die Medaille" von Dr. Ludwig Thoma besondere Erwähnung. Die oberbayrische Komödie wurde beifällig ausgenommen, und der Münchener Autor wiederholt gerufen. — Die Wahl-Prüfungs-Kommission des Reichstages wird am 3. Dezember wieder ihre Thättgkeit auf- neymeu. Die Zentrums-Fraktion des Reichstages war gestern zusammengetreten, und beriet die geschäftliche Behandlung des Zolltarifs. Wegen der Schwierigkeit der Materie sind für die einzelnen Teile verschiedene Be- richterftatter bestimmt worden. Zunächst trat man in die Beratung der Getreidezölle ein, wobei zwei Richtungen in den geäußerten Ansichten zu tage traten. — Die Neigung, einige der wichtigsten Teile des Zolltarifs gleich im Plenum weiter zu beraten und nicht erst an eine Kommission zu verweisen, verliert sich, immer mehr, und es werden voraussichtlich alle Parteien mit Ausnahme einiger Mitglieder der freisinnigen Volkspnrtei entschieden dafür eintreten, den ganzen Zolltarif an die Kommission zu verweisen. Berlin, 29. Nov. Dem „23. T." zufolge handelt es sich bei der Einladung von Mitgliedern verschiedener Parteien zu einer Besprechung mit dem Reichskanzler für morgen nicht um eine gemeinsame Konferenz. .Die Abgeordneten sind zu verschiedenen Zeiten zu dieser Besprechung eingeladen worden. Hamburg, 29. Nov. Von Helgoland wird sehr h0h er Wasserstau d und Seegang infolge starker Nord- I weststürme gemeldet. Das Schiff „Ozean", Kapitän Maron, I hatte in der Nordsee eine schweres Unwetter zu bestehen. Echt australisches 8k Eucalyptusöl ein Universalhausmittel, Flasche 1 Mark, empfiehlt die 7700 Adler-Trogcrie, Seltersweg AU Otto^Schaaf. in reinen, besten Qualitäten empfiehlt 7302' Victoria-Drogerie Adolf Bieler Marktstratze 5. Marktstraße 5. Samstag den 30. November. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit heil. Beicht. Sonntag den 1. Dezember. 1. Adventssonntag. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. um 7 Uhr: Tie erste hell. Nieste: vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion, um 8 Uhr: Tie zweite heil. Nieste. um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Ehristenlehre; daram Advents-Andacht. Amst^'dam, 29. Nov- Die Meldung, Präsides Krüger werde den Winter in Algier verbringen, toirö dementiert. _ . a r ... , Rom, 29. Nov. Hier verlautet auf das bestimmteste^, daß der Zar bei seiner angeblich im Frühjahr ftottfw denden Re-ise nach Italien auch Rom besuchen werd^. und daß dann eine Begrüßung d e s P a p st e s Mit dem! Kaiserpaar stattsinden wird. Lemberg, 29. Nov- Der hiesige Landes-^vokat Jacob Reiß ist mit Hinterlassung von über 200 000 Kronen Schulden flüchtig geworden. Lemberg, 29. 9Lov- Gestern erschien von der gäl^ zischen Kaufmannschaft ein Aufruf, in dem die Onlizische Geschäftswelt aufgefordert wird, alle Handels-Be- zieh un gen mit Deutschland ab zub r echen und Waren, die unentbehrlich sind, lieber aus England und Frankreich zu beziehen. Wer sich gegen diesen einmal gefaßten Beschluß wehrt, wird boykottiert. Die: Restau-, rationen und Kaffeehäuser Lembergs wollen 1 bis 2 pCtt, ihrer Brutto-Einnahmen vom 1. bis 15- Dezember uatto- nalistischen Sammlungen widmen. Budapest, 29. Nov- Die Calaner Bergbau-Gesell-« schäft beschloß, die Gruben in Calan und Ska-Bayruos außer Betrieb zu setzen und die Arbeiter am L Ds. zember zu entlassen. Tausend Arbetter werden infolgedessen^ Petersburg, 29. Nov. Aus Moskau und Charkow! werden Studeuten-Unruhen gemeldet. Aus tec Petersburger Universität gährt es ebenfalls stark. Gestern^ abend fand eine Versammlung von 2000 Studenten stattt die sämtlich mit der Politik des neuen Kultusministers! unzufrieden sind, da bis jetzt noch keine Erleichterungen für die Studenten geschaffen worden sind. Verschieden^ Professoren betraten den Saal und wollten Ansprachen ! halten, wurden aber daran gehindert. Die Stimmung! unter den Studenten ist sehr gereizt, doch kamen bisher Beim Serannahen des W e i h n a ch t s f e st e s richten die Pfarrer und^Kirchenvorsteher der vier Gemeinden an ihre Gemeindeglieder die herzliche Bitte, ihnen dazu behllll'ch fern zu wollen, auch den ärmeren Gemeindegliedern eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Gaben an Geld, Naturalien oder Gebrauchsgegenpanden wr riefen ßroeef enlgegenzunehmen, sind für jede Geinenide Pfarrer, Kirchen- vorsteher sowie die Gemeindeschwester bereu, dagegen roerben Anmeldungen zum Empfang einer Bescherung nicht gewünscht. Katholische Gemeinde. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 1. Dezember. 1. Advent. G 0 ttes 0 ienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Matthaus- und Markus-1 gemeinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. . Vormittags 11% Uhr: Kinderkirche für die Matthausgemeinde. I Pfarrer Schloss er. (Vorbereitung dazu: Samstag den 30. November, nachm. 2 Uhr.) Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Abends 6 Uhr im unteren Konfirmandensaal: Vereinigung öer konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinde, zu! der die in diesem und in den vorhergehenden Jahren Konfirmierten eingeladen werden. Donnerstag den 5. Dezember, abends 8 Uhr, im Kon- firmandensaal (Kirchstraße 9): Bibelstunde. (Psalm 37). Pfarrer Schlosser. Am 2. Advent wird im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäusgemeinde gehalten, wozu besonders auch die konfirmierte Jugend eingeladen wird. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Die Abendmahlsfeier für die Markusgemeinde findet am 3. Advent statt. In der Johanneskrrche. Vormittags 91/, Uhr: Professor D. Drews. Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Johannes- gemeinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11% Uhr: Kindergottesdienst für bte Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Nach sämtlichen Gottesdiensten Kollekte zum Besten des Kuchenfond^ 2. Dezember, abends 8 Uhr, B i b e l ft u n d e im Konfirmandensaal der Johanneskircbe. Hebräerbrief Kap. 13. Heilsame Mahnungen zum christlichen Wandel. Pfarrer Dr. Naumann. Am 2. A d v e n t wird im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für die I 0 h a n n e s gemeinde gehalten, wozu besonders auch die fonfirmierte Jugend der Gemeinde eingeladen wird. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. _ . . r- s . Die Abendmahlsfeier für die Lukas gemeinde findet am 3« Advent statt. Wir bringen hierdurch zur Kennens, daß wir die 23er- tretung unserer Lchlachtmehverficherung a.WMose Bietzen Herrn Simon David in Gießen, Schillerstraße 23 7803 übertragen haben und bitten alle Interessenten, die 23er- sicherung ihres Schlachtviehes daselbst bewirken zu wollen. Hit Direktion des Zentral-Nikhnnfichelllnss-Vereins Kerli«. Statt. Schlachthaus Freibank. Heute uno morgen: WenSeisih 56 pfg. ZtierAeiflh 54 pfg. Sämtliche ßaMtti Kronen ® ä Lyren vAmpelD Zuglampen Kochapparate l Starklichtbrenner f .1 bis 4 mal heUer als gewöhnliches Gasglühlicht. Petroleumofen neuester Konstruktion, absolut geruchlos, mit und ohne Cylinder empfiehlt billigst 7535 Carl Aug. Faber. Gerichtssaal. I ( seh. Gießen, 28. Nov. (Schiedsgericht für Arbeiterver« I ficherunq.) In der gestrigen Sitzung, in der land- und forstwutsch. I UnfallvcrsichernngSsachcn zur Verhandlung kamen, führte KrciSamNnann Dr. Heinrichs den Vorsitz. — Gelegentlich emer Ncntenrcvision stellten die Kreisärzte Dr. H. und Dr. M. fest, daß Leonhard Schwarze zu Friedberg infolge eines Sturzes am 19. Juli 1899 bis zmn 1. Mai L Ul I zu 20°/» und von da ab zu 10% crwerbsbeschränkt sei. Dementsprechend bewilligte die Genoffenschaft eine Rente. Der hiergegen eingelegten -oc« I rufunq gab das Gericht nach Anhörung des Privatdozenten für Chirurgie I Dr. Bötticher zu G. und des behandelnden Arztes Dr. illumpl-ü'rledberg 1 statt und verurteilte die Genoffenschaft zur Zahlung einer 50 /0 igcn Rente I für die Zeit vom 19. Oktober 1899 bis 31. Mai 1900, einer solchen von I 337.% für die Zeit vom 1. April 1900 bis 31. Mai 1901 und von da ab zu einer solchen von 25°'0. — Den Entschädigungsanspruch der «ath. Becker zu Staufenberg hatte die Genoffenschast deshalb abgelehnt well der Bruchschaden nicht die Folge eines Unfalles sei. Das Gericht be« I (tätigte nach Anhörung deS Kreisarztes Dr. Köntger den ablehnenden Bescheid. — Die dem Georg Diehl zu Münzenberg bewilligte Rente von 50% hatte die Genoffenschaft auf 15% herabgesetzt. Der hiergegen ein- gelegten Berufung gab das Gericht nach Einholung eines Obergutachtens I durch Dr. Bötticher keine Folge. — Die Zahlung der der Kath. Wal ther zu Göbelnrod gewährten Rente von 50% hatte die Genoffenschast auf I Grund eineS bei einer Rentenrevision von 2 Kreisärzten erstatteten ^und-1 berichts eingestellt. Nach Untersuchung und Begutachtung der Walther durch die Direktionen der Universitäts-Frauenklinit und der chirurgischen I Universitätsklinik erachtete das Gericht die erhobene Berufung fitr teil» 1 weise begründet und verurteilte die Genossenschaft zur Zahlung emer Rente von 25%. — In der Unfallversicherungssache JohS. Groß Vl. zu Ilbenstadt wurde die Entscheidung ausgesetzt, um ein Obergutachten durch Privatdozent Dr. med. Bötticher einzuholen. — 3)ie Bon dem Thomas Schmidt für seinen minderjährigen Sohn Karl Schmidt zu Groß-Felda gegen den die 10% ige Rente einstellenden Bescheid eingelegte | Berufung wurde vom Gericht verworfen, da ein im wirtschaftlichen ^eben ] meßbarer Grund von Erwerbsbeschränktheit nicht mehr vorliegt. — Ebenso wurde die Berufung deS Nikolaus Jäger zu Heubach gegen den ablehnenden Bescheid der G. als unbegründet zuruckgewiesen, well em Be- triebsunfall nicht nachgewiesen ist, cs sich vielmehr bei Jäger nach den ärztlichen Gutachten um eine Krankheit handelt. — Sie Rente des Adam Beck zu Münzenberg hatte die Genoffenschaft von 40 auf 2d /o herabgesetzt. Das Gericht erachtete jedoch eine Erwerbsbeschränkung von oü /0 für vorliegend und erkannte eine dementsprechende Rente zu. — Den von der Barbara Greb zu Rodmehl erhobenen Rentenanspruch hatte die Genossenschaft deshalb abgelehnt, weil das Augenleiden nicht durch einen Unfall verursacht sei. DaS Gericht gelangte jedoch auf Grund eines Obergutachtens der Direktion der Universitäts-Augenklinik zu anderer Ansicht und verurtellte die G. zur Gewährung einer 40% igen Rente. e. Gießen, 27 .Nov. (Gew erb e g ericht.) Ten Vorsitz führt Beigeordneter Wolff. Als Beisitzer fungieren Spenglermeister Earl Aug. Faber von hier und Zigarren^ öö„a, CU1C ------ mackser Johannes Rudolph von Wreseck. — Es stehen mer .-eit vorigem Samstag aller Speise. “iS °^g" 1 unb° fiugeub, "springen die Leute unbefugter kütldigungsloser Entlassung 19 Mark Entschädig-zeitweise uub eklet bet 'm Hause, m unb vor dem Ge- u*g. Durch die Verhandlung hat sich^ jedoch ergeben, daß hoft umher. Sie halten sich für Auserwahlte Gottes. Cut Mqer am 19 und 20. d. M., ohne seinem Arbeitgeber eine kürzlich vom Militär losgekommener Sohn Kaschkes, der den ------... fprn ^"-'Humbug nicht mitmachen wollte, wurde von den fanatischen Menschen schwer mißhandelt. Der Gemeindevorsteher mußte Anordnungen treffen, damit der Viehbestand Kaschkes nicht Hunger leide. Am Donnerstag wurde Frau Kaschke todt in ihrer Wohnung mifgefundeu. Ihr Gesicht war blutrünstig. Die Todesursache wird erst amtlich festgestellt werden, liebet der Leiche liegen die anderen Personen in religiösen 23et- zückungen. Es ist ein furchtbaret Anblick. Die Behörde hat Anordnungen getroffen, um alle Personen vorläufig ins Hospital zu transportieren. Die kranken Menschen gehören ..... .r ■' . fW 'MW Geheimen Medizinalrats Professor Dr. Hermann Löhlein zu Teil geworden sind, sprechen wir unseren wärmsten Dank aus. Giessen, den 29. November 1901. V5T Mff I» MM,W5E-f Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns bei dem Ableben unseres guten, treuen Mannes, Vaters und Schwiegervaters, des Die tieftrauernden Hinterbliebenen. 7811 BW.« I 4^*' MM M AM W K X' ausgeführt von der 7810 kleine 04818 Der Vorstand 7804 2^d)öne 2- u. 3-Zim.Wohnung sof. zu oeuru Liebigslr 68. [7711 Marktplatz 17 7473 Neustadt 30. mieten. Osbriider Adami, Mäusburg 14 O Gummi-Waren jeder KrL Preis), gratis u. fro. Ad. An Mannheim. Rosengartenstrass« 4 Zwiebeln,LXL und Nüsse zu haben heute Samstag Marktlaube 10. Frau Rühl. Die Beerdigung findet Samstag den 30. November, vormittags 9i/r Uhr, vom Friedhof aus statt. 7769 Bunt« «matllc- u. SplrttuS- Lacke. Hochglanz- JLnckbronzen. WachSbeijen. Polituren et«. Fischlcim. Gummi arabicum tU. tU. Ein möbl. Zimmer sofort billig zu verrn._______Asterweg 19, 1. 00 fe°- v N Papagei-Käfig, noch sehr gut erhallen, zu kaufen gesucht. 7682 Näh. in der Exped. dieses Bits. Sonntag den 1. 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