Nr. 2S5 Zweites Blatt 151. Jahrgang Mittwoch 30. Oktober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Vie Siehener Familien, blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt* und den „Blättern für bessische Volkskunde* viermal wöchentlich bfd- gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprrchanschlußNr.51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger 0 ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Bietzen Annahme von Anzeige», zu der sür den solgcnoeni Tag erscheinenden Nr.! lüS vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In-und, Auslandes nehmen An- zeigen entgegen. Zeilenprcis: lokal 12 Ps* auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schew Universiläts - Druckerei. (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. EEZ'^51 Aie Kommenden tzreigviffe. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 28. Oktober: Wie die „Kreuz-Ztg." soeben mitteilt, sind die Ent- würfe zum Reichshaushaltsetat sür das Jahr 1902 nunmehr soweit fertiggestellt, daß ihre Drucklegung bereits begonnen hat. Den: Bundesrat dürsten in diesen Tagen einige Spezial-Etats vorgelegt werden. Unter der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse hat auch das Reich zu leiden. Schon bereitete jüngst eine offiziöse Darlegung auf den „ersten Schrei vor, den der nächste Etat Hervorrufen wird. Aber diese Vorbereitung galt hauptsächlich der Thatsache, auf die man ohnehin gefaßt war: baß beträchtliche Ausfälle an Einnahmen in Betracht zu ziehen sind. Die andere Seite der Sache ist: Wie steht es denn mit den künftigen Ausgaben? Hat die Regierung sich nach der knapper gewordenen Decke eingerichtet, hat die Äußerste Zurückhaltung", die „weise Sparsamkeit", von der vor einigen Monaten wie von einem Gelübde die R^de war, diesmal alles ferngehalten, was nicht absolut not- tvendig, nicht schlechterdings unaufschieblich ist? In dieser Hinsicht wird man sich wohl auf einen zweiten Schreck em- richten müssen; denn es ist beispielsweise eine größere Neuforderung im Heeresetat angekündigt, nämlich die Ausrüst ungsämtlicherJägerbataillv ne mitMaschinenge wehren. Auch in den anderen Etats wird manches erscheinen, das vordem nicht da war. Es sind manchmal keine gewaltigen Summen, um die es sich im einzelnen handelt, aber zusammengenommen machen sie doch viel aus — das sieht man erst deutlich, wenn der Reichstag mit der heilsamen Arbeit des unerbittlichen „Streichens" in den Forderungen zu Ende gekommen ist. In früheren Jahren handhabte die Opposition kräftig den, Rotstift; aber prit der Zeit sind amcy, die Konservativen krittlich geworden, und selbst Forderungen für Mehrzwccke, die früher Schier als unantastbar galten, sind nicht mehr sicher vor einer allseitigen, überaus scharfen Prüfung. Das Reich muß sich einschränken, es hat geringere Einnahmen, folglich sind die Ausgaben womöglich herabzumindern. Der Staatssekretär des Reichsschatzamts gedenkt eine Konferenz darüber zu veranstalten, wie einer Erhöhung der Beiträge der Einzel staaten vor gebeugt werden soll. Auf das „Wie" giebt es leider wohl nur die eine Antwort: durch neue Reickssteuern, oder, wie der gefällige Ausdruck lautet „Durch Erschließung neuer Steuerquellen". Keine noch so gelehrte Konferenz wird ein anderes Mittel ausfindig machen. Soll das Reich sich selbst helfen, ohne daß die Bundesstaaten mehr zusteuern, so muß eben das Reich in den Stand gesetzt werden, irgendwo noch etwas herauszuholen. Die neue Reichssteuer — das ist dann der dritte Schreck. Frhr. v. Thielmann, der Chef des Reichsschatzamts, wird überhaupt eine wichtige Persönlichkeit. Man hat zuverlässig in Erfahrung gebracht, daß nicht — wie bisher angertommen wurde — das Reichsamt des Innern, sondern das Reichs Schatzamt in erster Linie die verbündeten Regierungen im Reichstag bei den Zolltarifver- handlungen vertreten soll. Was bedeutet dieser überraschende „Rollenwechsel"? Eine „Kaltstellung" des Staatssekretärs Grafen Posadvwsky vom Reichsamt des Innern? „Sprechminister" der Regierung, und zwar gerade auch in hanoelspolitischen Fragen, war stets Graf Posa- dowsky. Ohne dem Frhrn. v. Thielmann zu nahe treten zu wollen: so vertraut mit dem kolossalen Material, mit den Verhältnissen der zahllosen Jndustriebranchen u. s. w. ist er doch wohl nicht wie sein Kollege. Die Vorbereitung der Handelsverträge, eine gewaltige, bewundernswerte Arbeit, sie ist in der Hauptsache vom Reichsamt des Innern geleistet worden. Daraus erklärt sich denn auch, daß dieses Amt die genaueste Kenntnis der Materie hat. Die großen politischen Gesichtspunkte zu entwickeln, die Aufgabe wird sich zweifellos der Reichskanzler bei den Zoll- tarifdebatten Vorbehalten. Aber Graf Bülow dürfte selbst hierzu einer Mitwirkung benötigen Und nun erst die enorme Anzahl von Spezialfragen, die in der Diskussion auftauchen! Angenommen, Frhr. v. Thielmann beherrscht das rein Technische des Stoffes. Hier kommt es aber doch vielfach auf die überzeugende Kraft der Darstellung an, auf rednerische Eigenschaften. Frhr. v- Thielmann ist aber kein guter Redner, nicht einmal ein guter Sprecher, denn er wird zuiveilen nur mit Mühe verstanden. Graf Posadvwsky wird also doch wohl in die Bresche treten müssen — vorausgesetzt, daß der Staatssekretär dann noch im Amte ist. Wenn einer bei der Aussaat dabei gewesen ist, in erster Reihe, dann will er bei der Ernte auch nicht gerne im Hintergründe sich aufhalten. Wie man weiter vernimmt, wird die Vertretung der landwirtschaftlichen Teile des Zolltarifs vor dem Reichstage hauptsächlich den L an d>wirt sch afts Ministern der Bundesstaaten obliegen. Das. ist ein guter Gedanke. Dadurch wird die von den Vertretern der Landwirtschaft beabsichtigte Auseinandersetzung mit der Regierung wegen der „unzulänglichen" Zollsätze für landwirtschaftliche Produkte zu einer viel weniger politischen Erörterung zwischen Fachleuten. Die Landwirtschaftsmi- nister werden natürlich sagen, diese Zollsätze entsprächen allen berechtigten Wünschen. Und einem praktischen Landwirt gegenüber, wie etwa Herr von Podbieski, wird man nicht mangelhaftes Verständnis oder Unterschätzung der Bedeutung der Landwirtschaft ins Feld führen können. Die soeben bekannt gewordene Resolution des Zentral- vorstanves der Nation al liberalen Partei zum Zolltarif ist als ein Kompromiß zu betrachten. Höhere landwirtschaftliche Schutzzölle — aber in den gebotenen Grenzen. Die agrar- und die industriefreundliche Richtung in der nationalliberalen Partei können diese Formel billigen. Es ist vorläufig nicht mehr wie eine Formel. Politische Tagesschau. Ein polizeilicher Mißgriff in Preußen. Der sozialdemokratische Redakteur Bredenbeck in Dortmund, der wegen Preßvergehens im Gefängnis saß, wurde von Herford nach Dortmund transportiert, um in einer anderen Sache vernommen zu werden. Während er nach Dortmund ungefesselt geleitet wurde, fesselte man ihn auf dem Rücktransporte wie einen fluchtverdächtigen schweren Verbrecher, obwohl ein Fluchtverdacht nicht vorlag. Bredenbeck schildert seine Stimmung in folgenden Sätzen: „Durch den Polizeibeamten erlitt ich die schmachvollste Behandlung, indem er mich wie einen gemeinen Verbrecher gefesselt transportierte. Zureden und Proteste waren erfolglos. Als er mir das Schloß anlegte, zog er mir mehreremal die Arme auseinander, ob es auch fest genug sitze, bis es schmerzte. So geschlossen führte er mich durch die schon sehr belebten Straßen, am Wochenmarkt vorbei, zum Bahnhof hin. Am Burgthor traf mich das Härteste, da dort Frau, Mutter und Bruder standen, die herbei geeilt waren, um mir noch einen Abschiedsgruß zuzurufen. Der seelische Schmerz übermannt mich noch fortwährend, wenn ich an diesen Augenblick denke. Mit meinen Verwandten zu reden, verbot mir der Beamte zunächst, gestattete es jedoch später, als meine Mutter in begreiflicher Aufregung hell aufschrie. Aber die Fesseln behielt ich, selbst während der dreistündigen Fahrt im Eisenbahnwagen wurden mir dieselben nicht gelöst. Hier in Herford führte er mich wieder geschlossen durch die Straßen der Stadt, allen neugierigen Blicken preisge- geben, bis ich endlich im schrecklichsten Zustande hier im Gefängnisse anlangte. Die seelischen Schmerzen, oie ich erduldet, sind unbeschreiblich." Es ist unseres Erachtens selbstverständlich, daß der Polizeibeamte aufs Nachdrücklichste rektifiziert werden muß. Derartige Vorkommnisse, die doch schlechthin unverständlich und im höchsten Grade beklagenswert sind, liefern lediglich Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie. Deutsches Deich. Berlin, 28. Okt. Der Kaiser hat aus Anlaß des auf Schloß Chambly erfolgten Todes des Prinzen Murat dem österreichisch-ungarischen Minister des Auswärtigen, Grafen v. Goluchowski, dem Schwiegersöhne des Verstorbenen, ein in warmen Worten gehaltenes Beileidstelegramm übersenden lassen. Auch der Reichskanzler Graf v. Bülow hat dem Minister auf telegraphischem Wege sein Beileid ausgedrückt. — Reichskanzler Graf Bülow hat sich zum Jmmediat- vortrag bei dem Kaiser nach Liebenberg begeben. — Die Kaiserin fuhr in Begleitung der Oberhofmeisterin im offenen Zweispänner um 12.15 Uhr vom Neuen Palais zum Kabinetshaus in Po^dam, wo sie vom Prinzen Eitel Friedrich empfangen wurde. Nach der Besichtigung der Wohnräume des Prinzen kehrte die Kaiserin zurück. — Gegenüber den Gerüchten, daß die Regierung gesonnen sei, die Hand lsverträge und die Kanalvorlage gleichzeitig zu erledigen, dem preußischen Landtage daher im Frühjahr die Kanalvorlage mit gewichtigen Aenderungen abermals zugehen solle, schreiben die „Berl. N. Nachr."; Wir können auf Grund der besten Informationen mit voller Bestimmtheit feststellen, daß bis Samstagabend eine derartige Entschließung nicht vorlag, daß im Gegenteil in den leitenden Kreisen durchaus keine Neigung vorhanden ist, die parlamentarischen Schwierigkeiten dieses Winters auf solche Weise zu erhöhen. Andererseits ist es durchaus richtig, daß die Kanalvorlage sobald als zulässig wieder eingebracht wird, da eine lange Hinausschiebung schon aus technischen Gründen wenig erwünscht ist. — Der Zentralvorstand der nationallib eralen Partei trat in Berlin zusammen nnd faßte nach lebhafter Erörterung folgende Resolutionen: L Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei spricht die Erwartung aus, daß der z. Z. dem Bundesrat vorliegende Entwurf eines Zolltarisgesetzes mit Zolltarif in der Weise verabschiedet wird, daß die Landwirtschaft für ihre Erzeugnisse den notwendigen höheren Schutz findet, daß aber bei Gewährung dieses Schutzes diejenigen Grenzen eingehalten werden, welche den Abschluß der für Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung in Industrie und Landwirtschaft, Handel und Gewerbe notwendigen langfristigen Handelsverträge ermöglichen. II. Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei hält eine Aendermrg der §§ 66 und 69 des B ö r s e n g e s e tz e s vom 22. Juni 1896 nach der Richtung hin geboten: 1. Daß die mangelnde Regrstereintragung oder der Differenzeinwand nicht zu berücksichtigen ist, wenn die nicht in ein Börsenregister eingetragenen Personen zur Zeit des Geschäftsabschlusses mit einer eingetragenen Person a) berufsmäßig oder gewohnheitsmäßig Börsen- oder Ban- kiergeschäste betrieben haben: b) zum Besuch einer Börse zugelassen waren; o) als Kaufleute in oas Handelsregister eingetragen waren, ausgenommen Handwerker und solche Kaufleute, Deren Gewerbebetrieb nicht über den Umsang des Kleingewerbes hinausgeht: d) Erzeuger oder Verarbeiter von Waaren finb, auf die sich das Börsenternüngeschäfl bezieht; 2. daß eine Aufrechnung der Verbindlichkeiten aus Börsentermingeschäften, deren Erfüllung vom Schuldner auf Grund der Bestimmungen des Börsengesetzes über Böxsentermiiigeschciste verweigert wird, gegen seine Gewinne aus anderen Börscntermingeschäften, die er während der Geichäfts- verbindung mit derselbe- Partei abgeschlossen hat. für zulässig erklärt wird: 3. daß die Unwirksamkeit des Geschäftes uird die Zulässigkeit ises Tifferenzeinwandes sich nicht auf die bestellten Sicherheiten und die abgegebenen Schulderkcnntnisse erstreckt und daß auch eine Rückforderung dessen, was vor Abwicklung des Geschäftes zu seiner Erfüllung geleistet worden ist, nicht stattfindet; 4. daß nach Ablauf von sechs Monaten seit Erteilung der Abrechnung der Register- und Differenzeinwand nickt mehr geltend gemacht werden kann. — Vertreter der preußischen Ministerlen öeS Innern und für Handel und Gewerbe werden, wie aus Merseburg gemeldet wird, dort Mitte November eintreffen und die Städte Sachsens und Mitteldeutschlands zum Zwecke von Wohnungsbesichtigungen bereisen. Wie an zuständiger Stelle authentisch verlautet, hat die Inspektionsreise den Zwce, Material für das in Aussicht genommene Reichs-Wobnun ' sgesetz zu sammeln. — Auf Grund hervorragender stenographischer Fertigleiten ist dem Schriftführer eines stenographischen Vereins in Essen, Otto Saak, von der königl. Prüftmgs- kommission für Einjährig-Freiwillige in Düffeldorf der Berechtigungsschein für denEinjährig-Freiwillig'en- b i e n ft zuerkannt worden. Es ist dies in Deutschland der erste derartige Fall. - ' Da der Gesundheitszustand des mit dem Dampfer „Batavia" zurückgekehrten, auf dem Truppenübungsplatz Münster bisher festgehaltenen ostasiatischen Truppentransports jetzt zu Bedenken keinerlei Anlaß mehr bietet, so ist die Auflösung des Transports und die Entlassung der Mannschaften in ihre Heimat am 24. d. M. erfolgt. Aachen, 28. Okt. Es schweben Verhandlungen, daß die teils in Belgien teils in Preußen gelegene Gemeinde Moresnet, die heute neutral ist, ganz an Belgie n abgetreten wird. Die Stadt Eupen will eine große Thalsperre in der Vesdre anlegen und hat dafür mehrere hundert Morgen Bodens notwendig, die in Belgien liegen. Wie nun ein belgisches Blatt mitteilt, schieben Verhandlungen zwischen den Regierungen Preußens und Belgiens, die dahin gehen, daß Belgien die von der Stadt Eupen geforderten Gebietsteile an Preußen abtreten soll, wofür Preußen dann jedes Anspruchs auf Neutral-Moresnet entsagen solle. (Eine derartige Lösung wäre im Interesse Deutschlands wie auch der ca. 3000 Bewohner des neutralen Gebietes zu bedauern. Die „Neutralen" sind fast sämtlich deutsch, sie fühlen wenigstens deutsch und spreche auch deutsch, während die französische Sprache dort von der Bevölkerung hn allgemeinen vollständig fremd ist.) Köln, 28. Okt. In der gestrigen außerordentlichen Generalversammlung der Vertreter der rheinischen Ortsgruppen des christlich-sozialen Metallarbeiterverbandes zum Zolltarif wurde mit 117 gegen 8 Stimmen eine Resolution angenommen, die erklärt, daß die beabsichtigte Zollerhöhung der Arbeiterschaft Lasten auferlege, die in schwierigen Zeiten geradezu ver- beerend wirken durften. Falls wider Erwarten die Mehrheit oer Volksvertretung sich dafür aussprechM sollte, fordert die Versammlung, daß von den Arbeitgebern, die ausländische Arbeiter verwenden, mindestens eine Steuer von i Mk. pro Tag und Kopf erheben werde, um dem Schutze der nationalen Produkte einen Schutz der nationalen Arbeit entgegenzustellen. Die Steuer soll für die Arbeiterwohlfahrt Verwendung finden. Gotha- 28. Okt. Heute nachmittag fand die Feuerbestattung be§ Reichstagsabg. Dr. v. Siemens statt. Außer den nächsten Familienangehörigen wohnten der Trauerfeier der Reichsbankpräsident Dr. Koch, die Staatsminister Heutig und Strenge und eine Anzahl hiesiger Parteifreunde des Verblichenen bei. Pfarrer Bürbach hielt die Trauerrede. Leipzig, 28. Okt. Unter großer Beteiligung von Delegierten und Gästen aus ganz Deutschland wurden heute aus der Sittlichkeitskvnferentz die sittlichen M i ß- stäude in Krankenhäusern, die Kontrollfrage, die Kellnerinnenfrage; der Al ko Holismus, die Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Land in Bezug auf die U n s i t t l i ch k e i t und der Stand der Sitt - lichte itsbewegung in Sachsen verhandelt. Am Abend sprachen in der Männerversammlung Professor Sohrn, Hofprediger a. D. Stöcker und Pfarrer Weber, in der Frauenversammlung Superintendent Niemann, Pastor Mätzold und Frll Mellien. Gera, 24. Okt. Der Landtag des Fürstentums Reuß j. L. wurde gestern eröffnet. Staatsminister Engelhardt llagte in der Eröffnungsrede über die finanziellen Beziehungen zwischen Reich und Einzelstaaten, indem er aus- führte: Die Ueberzeugnng, daß die finanziellen Beziehungen des Reiches zu den Einzelstaaten nicht in der bisherigen Weise fortbestehen können, sondern daß sie einer anderweiten Regelung dringend bedürfen, tritt immer stärker und allgemeiner? hervor. Auch der Zolltarif fand in der Eröffnungsrede Erwähnung: Die Landwirtschaft sowohl wie die Industrie befindet sich zur Zeit in bedrängter Lage. Hoffentlich gelingt es, den künftigen Zolltarif jo zu gestalten, daß unter Voranstellung der allgemeinen Wohlfahrt ein billiger Ausgleich zwischen den verschiedenen wirtschaft l i ch e n I n t e r e s s e n herbeigeführt und das Zu - standekommen neuer Handelsverträge ermöglicht wird. M e tz, 28. Oft. Heute vormittag fand die feierliche Konsekration des Bischofs Benzler in der Kathedrale statt, die vom Bischof Dr. Korum-Trier unter Assistenz des Bischofs FritzemStraßbürg und des Weihbischofs Schrod- Trier vollzogen wurde. tieren. erweiterte Oberlonsistorium hat in seiner Sitzung vom 27. September beschlossen, daß bezüglich der Gehälter der obigen Geistlichen vom 1. April ab solgende Grundsätze zur Anwendung gebracht und daß diese Grundsätze der Landesynode bei ihrem nächsten Zusammentritt zur Genehmigung vorgelcgt werden: 1) In den Städten Darmstadt, Offenbach, Mainz, Worms und Gießen erhalten die Pfarr- verwalter rc. vom Eintritt in den Dienst der Kirche ab einen anlassung fanden, einzuschreiten. ** Rekrutenvereidiguug. Heute Vormittag fand die Vereidigung der Rekruten unseres Regiments statt., Die Feier wurde eingeleitet durch einen Gottesdienst in der Stadtkirche, den Pfarrer Dr. Grein abhielt. In einer kurzen Ansprache legte er den Rekruten die Bedeutung des Fahneneides dar, den sie abzulegen im Begriffe waren. Er wies sie auf die schwere Verantwortung hin, die sie damit auf sich nähmen und mahnte sie zur Treue, Treue gegen Kaiser und Vaterland, aber auch Treue gegen sich selbst. An die kirchliche ausgegeben am 21. Oktober, enthält u. a- folgende Bekanntmachung vom 12. Oktober 1901, betreffend die Gehaltstarif und Handelsvertragspolitik sprach. Während in der Lauterbacher Versammlung kein Widerspruch laut wurde, kam es in Alsfeld zu einer lebhaften Debatte mit den für eine Zollerhöhung eintretenden Herren, dem hessischen Landtagsabgeordneten Brauer von Ober-Ofleiden und Pfarrer Schick von Rieder-Gemünden. In beiden Versammlungen gelangte eine Resolution für Fortführung der Handels- Vertragspolitik zur Abstimmung, welche gegen eine verschwindende Minorität, in Alsfeld gegen 4 Stimmen, angenommen wurde. Alsfeld, 28. Okt. Auf einen vom Vorsitzenden des hie» sigen Buren-Komitees, L. Martin, an Präsident Krüger abgesandten telegraphischen Glückwunsch zu dessen 76. Geburtstag traf aus Casa Cara (Hilversum) ein vom Käbinets- chef des Präsidenten unterzeichnetes Dankschreiben folgenden Inhalts ein: „Der Herr Staatspräsident der südafrikanischen Republik hat mich beauftragt, Ihnen seinen herzlichen Dank auszusprechen für die Seinem Hoch Edlen gelegentlich dessen 76. Geaurtstages angebotenen Glückwünsche." r. Büdingen, 27. Okt. In der gestrigen Sitzung ba. Vom Burenkriege. Lord Kitchener telegraphiert aus Pretoria: Am 22. d. M. früh überraschte Oberst Benson das Burenlager bei Tri- chardsfontein und machte 37 Gefangene. Am 25. war er nach einem langen Nachtmarsche in der Nähe von Zervork- fontein in ein Gefecht verwickelt mit den Kommandos unter Grobelaar und Erasmus, welche Bensons Nachhut und Flanken angriffen, aber mit leichter Mühe vertrieben wurden. Die Abteilung von Oberst Henry vertrieb Nieuwen- houdt von einer starken Stellung in der Nähe von Koffy- fontein am 26. Oktober und verfolgt ihn fetzt mit Oberst Williams. Von den Einnahmeposten zeigten die Grundsteuer eine Erhöhung um 16pCt., die Oktroiabgaben eine Verminderung um 10pCt. Die Steuer auf die Einnahmen der industrieller^ Gesellschaften ist auf!2pCt., diejenige auf die Aktiendividenden derselben auf 8pCt. festgesetzt. Die Emissionsbanken zahlen von ihren Einnahmen 15pCt. und von den Aktiendividenden 5pCt. Die Pensionen der seit dem Jahre 1900 in den Dienst getretenen Zivilbeamten sollen abgeschafft werden. Rom, 28. Okt. Infolge teils freiwilliger, teils erzwungener Arbeitseinstellungen nimmt das Elend in Sizilien zu. In Trapani mußte die Garnison um mehrere Bataillonen und Schwadronen vermehrt werden, um dem Vandalismus seitens der ausständigen Landarbeitere in Ende zu machen. Budapest, 28. Okt. Die Thronrede, mit der der ungarische Reichsrat eröffnet wurde, stellt die Lösung der wirtschaftlichen Fragen sowie die Regelung des wirtschaftlichen Ausgleichs zwischen Ungarn und Oesterreich in erste Linie und konstatiert, daß das innige Einvernehmen der Dreibundmächte sowie das freundschaftliche Verhältnis mit den Gesamtmächten fortbestehe. Die Thronrede wurde allseitig beifällig ausgenommen und sofort von den Parlamentsmitgliedern eingehend erörtert. Besonders befriedigte auch der Passus, daß sich die Erhöhung des Rekrutenkontingents innerhalb des Wehrgesetzes halten werde. Sofia, 28. Okt. Die Sobranje wurde heute Nachmittag in Anwesenheit der Prinzessin Clementine von Koburg vom Fürsten mit einer Thronrede feierlichst eröffnet. Ta die finanzielle und wirtschaftliche Lage nach wie vor schwierig ist, drückt die Thronrede die Hoffnung aus, daß die Abgeordneten ohne Unterschied der Partei die Regierung unterstützen werden, um die wichtigen Maßnahmen zur Beseitigung der Schwierigkeiten zu verwirklichen. Die Thronrede fährt fort: Entsprechend dem allgemeinen Wunsche der Nation, zu allen Mächten gutfreundschaftliche Beziehungen zu erhalten, richtete die Regierung alle Bemühungen darauf, solche Beziehungen zu den Großmächten und Nachbarstaaten zu unterhalten und sie mit unserem Befreier, dem russischen Reich noch mehr zu festigen. New-Nork, 28. Okt. Der Apparat für die Hinrichtung des Mörders Czolgosz ist probiert. Der Gefängnisdirektor beabsichtigt, keine weitere Nachrichten über Czolgosz auszugeben, bis die Hinrichtung vollzogen ist. Dann werden dessen sämtliche Habseligkeiten verbrannt und sein Leichnam in eine Kallgrube gelegt. Sonst nichts Neues vom Kriegsschauplätze! Die Arbeiten der Kommission zur Prüfung, der Entschädigungsansprüche der aus Südafrika ausgewiesenen Personen sind ganz unerwartet durch eine diplomatische Abmachung zum Abschluß gebracht worden. Der Regierungsvertreter Armagh teilte in der Montags-Sitzung mit, daß die gesamten Entschädigungssummen, die endgiltig mit den Vertretern der befreundeten Mächte hinsichtlich der Ansprüche ihrer Staatsangehörigen festgesetzt worden sei, 695 5 0 Pfund Sterling betrage. Sie sind folgendermaßen festgesetzt worden: An Deutschland werden 3 0000 Pfund Sterling gezahlt, an Oesterreich 15000, an die Vereinigten Staaten 6000, an Belgien 800, an Dänemark 250, an Rußland 4100, an Italien 12 000, an Spanien 150, an Schweden und Norwegen 1000 und an die Schweiz 250 Pfund Sterling. Wahrscheinlich werden die ausstehenden -Entschädigungsansprüche von französischen und niederländischen Staatsangehörigen durch diplomatische Abmachf- ung noch vor dem nächsten Montag, wo die Kommission wieder zusammentritt, festgesetzt werden. Ardagh sprach in der Ätzung von dem freundschaftlichen Uebereinkommen und führte aus, es sei wenig Anlaß zum Zweifel vorhanden, daß eine große Anzahl Derer, die Ansprüche erheben^ Ungerechtigkeiten und Verluste erlitten hätten, obwohl sie nicht im stände seien, gesetzmäßig ihre Forderungen zu erhärten. Das lieber einkommen sei von den meisten Mächten angenommen. Ihm sei fast sicher, daß, wo es noch nicht angenommen sei, dies bald geschehen werde. Der Vorsitzende Milwaih sagte, das Vorgehen der Regierung sollte nicht als. Rechtssache, sondern als Gnadenatt betrachtet werden. Der Antrag der Buren auf Entscheidung der südafrikanischen Frage durch den Haager Sch iedsgerichtsho 1 wird in der voraussichtlich Mitte November stattfindenden nächsten Versammlung des Verwaltungsrates des Schiedsgerichtshofes zur Besprechung gelangen. Man nimmt an, daß der Verwaltungsrat zunächst prüfen wird, ob er zur Feier schloß sich'nach dem üblichen Ceremoniell der Akt berl Erledigung derartiger Anträge zuständig ist. Soltte er sich ^reibigung auf bem Kasernenhofe am Brandplatz. für unzuständig erklären, was zu befurchten ist, so wird der Haftpflichtversicherung der Lehrer. Durch die Presse • “■ ‘»'Ä.Ä’SS kaja Gazetta, sie habe vor einigen Tagen die Nachricht be- Lehrerkreisen, wie auch in den Streifen der Volksschullehrer kommen, England sei mit Vorschlägen zu Frie- war deshalb sogar schon Stimmung vorhanden, eine allge- densunterhandlungen an den Präsidenten heran- meine Haftpflichtversicherung einzugehen. Von zuständiger^ getreten. Krüger habe vorläufig noch keine Ant- Seite wird uns nun mitgeteilt, daß alle derattigen Gerüchte wort geoeben, aber sofort Dr. Leyds und die Gesandten übertrieben sind und daß die Lehrer keinen Grund Fischer, Äolmarans und Worsck zu sich^gerufem Befürchtungen haben. Das wird auch in einer Ver- L länoern aufgekaufte Pferde nach Südafrika zu transpor- baß em Lehrer nur strafbar wird, wenn er stme ' befugnisie überschreitet oder sich wirklich grobe Fahr- " । ■ । ii—. lässigkeiten zu schulden kommen läßt. Im übrigen hat 2L1IS NNil 4Tflnil die Verwaltungsgerichtsbehörde die Vorentscheidung zu treffen. (Der AbdruckderrnUer dieser Rubrik befindlichen Origwal-Nachrichten L .P8:, Don Selten Freisinnigen Volks- ist nur unter genau er Quellenangabe: „Gieß.Auz." gestattet.) Partei im Wahlkreise Alsfeld-Lauterbach-Schotten wurden am Gießen, den 28. Oktober 1901. ’ 26. Oktober zu Lauterbach und am 27. zu Alsfeld Versamm- ** Das Verordnungsblatt für die evan- Lungen veranstaltet, in denen der preußische Landtags- und g eliüsiHs Käxche des Gvoßherzogtums Hessen Br. 13, Relchstagsabgeordnete-Rektor Kop^ch aus Berlin über Zoll- Gehalt von jährlich 1800 Mt., nach Vollendung von zweieinhalb Tienstjahren einen solchen von 2000 Mk. Hierfür haben sie sich ihre Wohnung selbst zu stellen. Wird ein besonderes Bedürfnis, insbesondere die Notwendigkeit höherer Wohnungsmiete, nachgelviesen, so kann auch schon vor Vollendung von zweieinhalb Dienstjahren der Gehalt über 1800 Mk. -erhöht werden. Ist Wohnung vorhanden, so erfolgt entsprechende Kürzung des Gehalts. 2) In allen übrigen Gemeinden des Landes beträgt das Anfangsgehalt 1500 Mk., nach Vollendung von zweieinhalb Tienstjahren 1700 Mk. Ist Wohnung nicht vorhanden, so erfolgt ent- .. ........w v _ sprechende Vergütung. 3) Das Vorrücken in die höhere Stadtverordneten wurde der neugewählte Beigeordnete Friedrich Gehaltsstufe erfolgt erst mit dem 1. Januar, 1. April, Fendt verpflichtet. Bekanntlich war der settherige Bei- 1. Juli, 1. Oktober, welcher dem Tag folgt, an welchem ^ordnete Chr. Rullmann mit Rücksicht auf sein Alter seit dem Eintritt in den Dienst der Ärrche zweieinhalb ^ückaetteten. Jin Namen der Stadt dankte Bürgermeister Jahre ab gelaufen waren, und nur rm Fall tadellosen Ver- . f langjährigen treuen Dienste. Zur S“ äsx» ä; «U. v- s .■".s; iftorium. 4) Zulagen wegen Führung ernes eigenen Haus- ferner wurde Zum Wahlkommiym: bet der demnachlttgar Halts werden nicht gegeben. 5) Bei Vikaren und Assistenten I Gemeinderatswahl Bürgermeister Knaf einjnmmtg gewählt, in den unter 2) aufgeführten Gemeinden wird die ihnen ü. Bersrod, 28. Okt. Hier hat sich ähnlich wie m vielen gewährte freie Station mit einem Betrag von 700 Mk. anderen Orten ein Konsumverein gegründet, der in etwa in das Gehalt eingerechnet. Den Betrag, mit welchem in Tagen fein Verkaufslokal eröffnen wird. Bis jetzt sind der unter 1) aufgeführten Städten die freie Station an^m bcm ^rein bereits 30 Mitglieder beigetreten. Zum Letter rechnen ist, bestimmt das Oberkonsistorium. 6) Den Betrag Steinhauer Christian Schwalb, zum Lagerhalter von 700 Mk. hat auch der Pfarrer, welchem ein Vikar oder _ . > Dürina gewählt Ä« sL-m st TarmstM, 28. Oft. Vikar oder Assistenten nicht einmal Wohnung und liegt weben bekannt. Ein lunger sehr bekannter Herr, der i-, der Grund hierfür nicht in einer Unzulänglichkeit der Räume Anlaß einer öffentlichen Veranstaltung m den letzten Monaten des Pfarrhauses, so kann er durch Beschluß des Ober-! viel genannt wurde, und dem es bisher schwer gefallen fern konsistoriums zur Leistung eines Beitrags zu den Kosten soll, sein Einjährig-Freiwilliges Examen zu machen, hat vor der vom Vikar oder Assistenten zu beschaffenden Wohnung einigen Tagen mit der Frau seines intimsten Freundes, eines herangezogen werden. hiesigen Arztes, eine mehrtägige Reise angetreten. Sobald ** Kirchliche P e r so n aln a chr icht e n. Ernannt k ber Dame den Aufenthalt des Pärchens erfuhr, wurden: Pfarrverwalter Klos zu Schlitz zum Pfarrver- .. $ ~ ib c nad) stellte aber sofort Walter in Münster, Dekanat Friedberg; Pfarrvikar Walter W1«? « ölc ” L. zu Groß-Gerau zum Pfarrverwalter in Crainfeld, Dekanat ben Antrag ans Chesch g. s । Lauterbach; Pfarrassistent Schäfer zu Schotten zumPsarr- neuen Liebe schon überdrüssig geworden sem, denn er stolziett assistenten in Darmstadt; Pfarrvikar Weiß zu Villingen gemütlich wieder m den Straßen unserer Stadt herum. — zum Psarrassistenten in Schotten; Pfarrvikar Schmidt zu Gegen den vom Handelsvertragsverern betreffenb die Trais a. d. Lda. zum Vikar der ersten Pfarrstelle zu Grün- Zollerhöhung erlassenen Aufruf haben bekannttich eine Anzahl berg; Pfarrassistent Römheld zu Grünberg zum Vikar hessischer Landwirte protestiett und mtt Boykottierung den der zweiten Pfarrstelle daselbst; Pfarrverwalter Dr. unterschriebenen Ladeninhabern gedroht. Hierdurch beunruhigt, Thumm zu Eschollbrücken zum Pfarrvikar m Pohl-Gons. ber Detaillisten-Verein für heute Abend eine Versamm- Pfarrvikar Herrmann M Äbeshausen zum Pl°rrv°rwal- / emberufen und bie Ortsgruppe des Handelsvertrags. R°°'s zu L?l 8um teSn9ber’ÄkHe zu emer Besprechung eingeladen. heim-Undenheim, Dekanat Oppenheim; Pfarramtskandidat batte wurde man darüber klar, daß die zu befürchtende Boy- Nies zu Michelstadt zum Pfarrvikar in Ilbeshausen, De- kottierung mä)t leicht durchführbar und eoent. keinen nennens- kanat Lauterbach; Pfarramtskandidat Obermann zu wetten Erfolg bringen werde. Man einigte sich schließlich Gießen zum Pfarrverwalter in Horchheim, Dekanat dahin, alle offiziellen Schritte zu unterlassen, und die Land- Worms; Pfarramtskandidat Vogel zu Bellersheim §uin rojEte an sich herankommen zu lassen. Weitere Aufrufe sollen Psarrverwalter in Frischborn, Dekanat Lauterbach; Psarr-lohne Namensnennung erfolgen. amtskandidat Graul in g zu Grünberg zum Pfarrvikar in ** Darmstadt 27 Okt. In unserer Stadt wurde kürz»' Trais a. d. Lda., Pfarramtskandidat Weisel zu Darm- .., f r h Nermäblunasanreiae versendet: stadt zum Pfarrvikar in O-Ueck, Dekanat Lauterbach; Pfarr- Monsieur et Madame L. Scheerer ont Pbonneur de VOUB faire amtskandidat Freund zu Biebesheim zum Pfarrvikar iNl . d”ea ille8 de leur LUe Minna avec Monsieur Louis Göbel. Villingen, Dekanat Hungen. Die Schlußprufung im August F Lausanne, Aoüt 1901. 1901 haben u. a. bestanden: Julius Grauling zu Grün- (Jumeiies, 8). berg, Friedrich Nies aus Gießen zu Michelstadt, Karl O b e r- „Monsieur et Madame H. Göbel ont l’honneur de vous fair parb mann aus Reuters, zu Gießen, Hermann Repp zu Vil-1 de fian^ailles de leur fils Louis aveo Mademoiselle Minna Scheerer. [ingen, Otto Vogel aus Ober-Hörgern, zu Bellersheim, Darmstadt, Aoüt 1901. Ludwig Weiselaus Friedberg, zu Darmstadt. — Gestorben (Dieburgerstrasse 68). ist- der evangelische Pfarrer i. P. Ernst Rh einh eimep Die Sprache fernes Vaterlandes zu verleugnen schem von Dornheim zu Darmstadt am 14. Ott. — Zur Wied er- man m gewissen Kreisen Darmstadts auch heute für vornehm besetzung werden ausgeschrieben: die erste evangelische zu halten. Pfarrstelle zu Nidda, Dekanat Nidda; die evangelische Darmstadt, 28. Okt. Die Prinzessin Ludwig oon, Pfarrstelle zu Dortelweil, Dekanat Rodheim. Battenberg wird mtt ihren Kindern am Dienstag nach- *• Zur Bureusache. Die Burenfteunde aus unserem Leser- mittag via Genua nach Malta abreisen, um daselbst für kreise wird es interessieren, daß die Polizeibehörde von Dnis- längere Zeit Aufenthalt zu nehmen. Prinz Ludwig von bürg den Dr. Gadow aus Paarl, dessen Name gewiß von Battenberg ist zur Zett mit seinem Schiff bei Matta stationiett. seinem Vottrage in Steins Gatten her noch in aller Erinne- Darmstadt, 28. Okt. Am Frettag mittag besuchten rung ist, anscheinend als einen staatsgefährlichen Red- die Prinzessin Ludwig von Battenberg mit ihren n er bettachtete; denn sie hat verschiedenttiche Versuche ge-I Kindern die mechanisch-therapeutische Anstatt des Dr. med. macht, den Vorttag, den er dieser Tage in Duisburg hiell, Lossen in der Steinsttaße. zu verhindern. Der Polizei-Inspektor hatte angeordnet, daß b. Mainz, 28. Okt- Das hiesige Militärkasrnv. billigem Fleisch .mit erstttassigen Metzgern, Geslugel- und Fischhändlern hier in der Stadt in Verbindung zu treten. Die Mainzer Metzger-Innung erläßt nunmehr als Antwort darauf folgendes Rundschreiben: „Wir emnnern daran, daß Ansinnen dieser Art bereits im Jahre 1892' durch den Beam tenv erein und im Jahre 1899 durch die sozialdemokratischen Ge wer ks ch a f te u an die hiesigen Metzgermeister ergingen. Wenn nun heute fettens des Offizierskasinos das Gleiche beabsichttgt ist, so erachtet der Vorstand der Innung es für nötig, in ähnlicher Werse die Mitglieder zu warnen und zwar auf das Wernachdruck-, lichste. Es dreht sich, wie in früheren Fällen, auch hier nicht! etwa darum, größere Posten auf einmal zu verkaufen, sondern um den einfachen Detailverkauf mit all seinen Verlusten und Nachteilen für den Verkäufer. Die Zugehörige leit zu irgend einer Korporation, mag sie heißen tote fie- will, giebt fein Recht, im Detail billiger einzukaufen. Im' reellen Detailgeschäste kann es überhaupt eine ungleiche Behandlung ber Kundschaft nicht geben, können keine' ! zweierlei Preise erfrieren. Das wäre eine schreiende Un-1 gerechtigkett gegen die übrige Bürgerkundschaft, welche danw schlechter, d. h. teuerer behandelt würde. Mißtrauen unb Verwirrung würde in der ganzen Kundschaft hervorgerusen und die Folge wäre, daß schließlich sämtliche Vereine mtt gleichen Ansprüchen kämen. Daß vielfach heute schon alles, was zum Engros-Bezuge von auswärts sich Eignet, zum^ Schaden der hiesigen steuerzahlenden Burger thatsachlich von auswärts bezogen wird, und daß es sich im vorliegenden Falle hauptsächlich um den kleinen Detailverkauf der frischen Fleisch- und Wurstwaren dreht, sei hier ausdrücklich betont. I Dieser Detailverkauf ist aber wahrlich zur 3eit juion schlecht genug, als daß er' durch derartige Merselhafte pulationen noch mehr verschlechtert werben tonnte. Hatten wir einmütig an dem Prinzipe des f€)ten und für sattle KLnd^en ö.Lei&W und beulen ffiWj Ausland ........ ....... .................._____________ Madrid, 28. Okt. Das Budget wesst in den Aus- Verhältnisse vernicht befinitio angeftenten gaben eine Erhöhung um 25 Millionen Pesetas auf. u;r.or ^ihn-nr. h.w 22. März v. NAWWMIA-HIFE 7147 am 11,7° C. 3,5° C. daran, daß unsere Kollegen in anderen Stödten schwere Geldopfer aufwenden mußten, um die unhaltbaren und unheilvollen Mißstände wieder abzuschaffem Reelle Ware und Gewicht'. — Reelle Preise!" Worms, 27. Oki. Hier fand eine große Versammlung statt, die über die Frage der Errichtung eines Volksbadeö beriet. Frhr. v. Heyl sprach sich in längerer Rede, die allgemeine Zustimmung fand, dafür aus. Er schlug vor, einen Ausschuß zu wählen, der sich mit dem eingehenden Studium dieser Frage zu beschäftigen habe, ob zunächst nur Brausebäder mit Medizinalbädern oder ein großes Bad mit Schwimmbassin einzurichten sei. Oberbürgermeister Köhler wies auf das schöne Vorblld hin, das in dieser Hinsicht G i e ß e n gebe, das eine sehr schöne Badeanstalt mit Schwimmbad durch das Zusammenwirken von Stadt und Privaten geschaffen habe. Es sei dort eine Aktiengesellschaft gegründet worden, die Stadt habe die Hälfte der Aktien übernommen und sich hiernach einen wesentlichen Einfluß gesichert an dem Institut, an dem sie selbst ein so großes Interesse habe. Die Stadt kaufe die 'Aktien nach und nach zurück, und es hätten sich daher um so leichter Abnehmer für die Aktien gefunden, da diese höchstens eine Rente für einige Jahre einbüßten, aber sicher seien, ihr .Kapital wieder zu erhalten. Rach dem Rückkauf der letzten Aktie werde die Stadt das Bad übernehmen. Es sei aber durchaus nicht so aussichtslos, daß ein derartiges Unternehmen eine, wenn auch kleine, Rente bringe. Auch er schlägt vor, einen Ausschuß zu wählen, der die Angelegeuheit in die Wege leite. Es wurde denn auch zur Erledigung der Vorarbeiten ein Ausschuß gewählt. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. ,Ortsgerichtsvorsteher Jochim in Einartshausen, der seit 'beinahe 60 Jahren dem Ortsgericht angehörte, hat wegen .hohen Alters sein Amt niedergelegt. Aus diesem Anlaß ist ihm vom Großherzog das Silberne Kreuz des Philippsordens verliehen worden. Oberamtsrichter Rispel aus Schotten (hat ihm am letzten Samstag vor versammeltem Ortsgericht in feierlicher Weise die Auszeichnung überreicht. Sein Nachfolger wird Bürgermeister Jochim. Höchste Temperatur Niedrigste „ Vermischtes. * Budapest, 28. Okt. Zwischen dem Redakteur des ^Magyar Hirlap" Franz Fode und Dr. Ernst Brody fand gestern ein Pistolenduell statt, welches unblutig verlief. • Lyon, 28. Oktober. Die hiesige Polizei entdeckte in vollständig verwahrlostem Zustande eine Frauensperson, die 'bereits seit mehreren Jahren in Didier gefangen gehalten /worden war. Der Bruder der Betreffenden wurde verhaftet. * Namur., 28. Okt. Heute Vormittag explodierte ein Pulverfaß in der Pulverfabrik von Velaine, worin sich ! 100 Kg. Pulver befanden. Ein glücklicher Zufall wollte, daß die Arbeiter sich um diese Zeit in einem Nebenraum zum i Frühstück befanden. Jnfolgedeffen sind Menschenleben nicht -zu beklagen. Das Dach wnrde völlig weggeschleudert, die Mauern stark beschädigt. Unioersitäts Nachrichten. — In Marburg wurden dem bisherigen Hilfsarbeiter an (der llniversckätsbibliothek Dr. Fabricius die Obliegenheiten eines Bibliothekars an der genannten Bibliothek übertragen. — /Das Mädchengymnasium zu Hannover errichtet, rote man uns schreibt, Ostern 1902 seine Unterprima. Die Anstalt führt die Schülerinnen in fünfjährigem Kursus zur Reifeprüfung , eines Humangymnasiums. Die städtischen Behörden haben dem Unternehmen von Ansang an ihr Wohlwollen bewiesen, indem sie ihm Klassenräume in einer städtischen Schule emgeraumt haben. Die Anstalt untersteht dem Provinzial-Schulkollegtum, den Unterricht erteilen 14 an staatlichen und städtischen höheren Schulen «mqeftente Professoren, Oberlehrer rc. Die Zahl der Schülerinnen . beträgt trotz der kurzen Zeit des Bestehens der Anstalt 29. Arbeiterbewegung. — Die Nordhäuser Tabakarbeiicr sind, wie wir bereits Lrrz mittellten, in dem Kampfe gegenüber ihren Arbeübebern unterlegen, und der zweite Streik, für den die ganze Sozialdemokratie Deutschlands sich ins Zeug geworfen, ist verloren. Die sozialdemokratischen Blätter müssen eingestehen, daß „der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe" die ein halbes Jahr kämpfenden Tabakarbetter die Arbeit wieder ausgenommen haben. Der Streik, der genau 27 Wochen gewährt, hat viele Tausende, wie der Flaschenmacherstrett, verschlungen und, so lautet der sozialdemokratische Wehruß „der größte Teil der Kämpfenden liegt zur Zeit noch aus der Straße 'und ist die Not in den Reihen der Männer und Frauen emgeriyen, die Unterstützung ist deshalb nach wie vor eine Notwendigkeit. Bon den Flaschenmachern sind 307 verheiratete Arbeiter mit 781 Kindern und 91 ledige noch nicht wieder eingestellt und wochenlang dürste der größte Tell noch ausgesperrt bleiben, und bei den Tabakarbeitern wird es nicht anders sein. In dieser Zeit des roirtschast- 1 lüben Niederganges war es doppelt unklug, so leichtfertig Rlesen- streiks zu unternehmen. Mr viele Hunderte von sonst gut ver- orgten Arbeitern steht ein entsetzlicher Winter bevor. Der Generalstreik der Flaschenmacher, der Streik der Tabakarbetter in Nordhausen, die zusammen etwa eine Million kosteten, werden hoffentlich 'das Gute haben, daß uns aus lange Zett schwere wirtschaftliche Lohnkämpfe erspart bleiben. „ Charleroi, 28. Okt. Die Gla sarberter von Morelle haben die A r b e i t eingestellt. 22 ausständische Glasarbeiter und unter günstigen Engagements-Bedingungen nach Spanien aus- qewändert. — Gegen 160 Metallarbeiter der Hütte Blanc Misseron sind wegen Arbettsmangels entlassen worden. Theater, Kunst und Wissenschaft. Elberfeld, 28. Okt. In Sachen des Jubiläums - b r u n n e n s hielt der Vorstand des Verschönerungsverems eine Sitzung ab und nahm folgenden Antrag an: Die Stadtverordnetenversammlung soll gebeten werden, den Brunnen in seiner jetzigen Verfassung zu ü b e rn en men mit dem Anheimstellen, zu beschließen, ob derselbe so bleroen oder m geeigneter Weise wieder hergestellt werden solb^^ e «aö-jiaußeim, 27. Okt. Di- Radfahrcr-Affmo- °°ml Meldung, die vor einigen. Wochen * 25 August ir/ N i^eder - M örlen hat in der Schöffengerichts- Gine derartige Forderung rst überhaupt memall- von dem. sitzung am 24. Oktober hier ihren verläungen Abschluß .gesunden. Gouverneur von Eanton Wtell^worden. Gegen vier der Beteiligten waren Strafmandate von ;e 20 Mk. Berlin, 29. Okt. Die „Staatsb.-Ztg. legt her Mel- erlassen worden. 2)cm (viniprucf) bet beteiligten rourbc ftmtgegeben b der Reichskanzler Gras Bulow sich gestern und sie von Strafe und Kosten sreig esp roch en. Die nsten ’$mtneiiiat*SBortrage beim Ka iser nach Liebenberg wurden der Staatskasse zur Last gelegt, -lod) soll die Angelegen- Am^m Bedeutung bei. Die Ursachen zu diesem heit noch ein weiteres Nachspiel Haven. . ,. o'snrfrnnP nrüiipn ziemlich plötzlich gekommen sein, da der Kriegsgericht wegen Mißhandlung eines Untergebenen zu 14 ^agen hie Verbreitung der angeblichen Aeußerung d^ Kaisers, gelinden Arrestes verurteilt morden. Vor dem Obeckriegsgericht „kommen keine Handelsverträge, dann s ch l a g e t ch wird wegen Unglaubwürdigkeit des Zeugen, der cmssagte, erjet Q n c § tur§ und klein", ihre Spitze gegen den Grafen von dem Unteroffizier mit einem Tritt m die Fehrsette trakttert lid)tet unb Don kriselnder Nachwirkung em heim eme Gefangnisstrast wegen Diebstahls zu verbüßen und wurde stürzten drei Reiter. Emer erlitt einen Bruch des in der Anstalts chlosserei beschäftigt. Dort hat er gewchermaßen Schlüsselbeins und ein Jockey eine schwere Gehirn« unrer den Augen der Beamten 100 falsche Zweimarkstücke angc- brschütterung. fertigt. Er würde unter Einrechnung einer inzwischen ge^enihn St a f f e 1. 29. Okt. Durch die Explosion einer wegen Einbruchsdiebstahls erkannten Zuchthaussircye von o Jahren Petroleum lampe gerieten die Kleider einer Frau und zu 6 Jahren und 3 Monaten Zuchthaus verurteilt—deren 3 Kinder in Brand. Die Frau ist schwer, die Kinder Gerichtssaal. e Gieße«, 26. Okt. (Gewerbegericht.) Den Vorsitz führt Beigeordneter Wolff. Als Beisitzer fungieren Kommerzienrat E m m e l i u s und Schreiner Heinrich M ä n n ch e von hier. Die Klagsache des Taglöhners Mieürich Wiese hier gegen den Fuhrunternehmer Karl Ju g h ar d t II. hier findet durch Vergleich ihre Erledigung. Kläger erhält auf feine Forderung von 33 Mk. im ganzen 12 Mk. und damit ist der Streit.beendet. — Der Bauführer Adolf Klees von Kirschhosen verlangt von der tfroma Birken stock u. Schneider hier noch 84,20 Mk. Restgehalt -und die Vervollständigung seiner Zeugnisse. Der betr. Vertreter /Schneider wendet ein, daß Kläger im August und September an 21 Tagen krank gewesen sei und während dieser Zett Krankengeld bewaen habe. Die Krankheit sei auch in die Zeit der sechswöchigen Kündigungsfrist gefallen. Kläger habe sich auch, als er früher krank war das Salair für die Tage ferner Krankheit kurzen lassen. Der ' Kläger nimmt den § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs für sich in Anspruch wonach der zur Dienstleistung Verpflichtete des Anspruchs aus Vergütung nicht dadurch verlustig geht, daß er sur eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zett durch einen m ferner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung oer- chiitt>ert werde. Er müsse sich nur das Krankengeld anrechnen lauen, das ihm sür die Zeit der Verhinderung zugekommen sei. Auf Vorschlag des Vorsitzenden kommt, da Kläger l1/, Jahre bei der Beklagten thätig war, Vergleich zu stände, wonach die Beklagte an den Kläger zur Begleichung seiner Ansprüche noch 50 Mk. zahlt -und das Zeugnis durch Zusatz eines Wottes vervollständigt. Bltonofto Wolimnnpn Frieden von den Buren und nicht von den Briten ausretttt UkUtstr erhalten werde. Deren Macht reiche nicht Wetter als ihre Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Kanonen. Die Burensache habe im Vorjahre wunderbar« Berlin 29 Okt. Kontreadmiral v. Schuckmanu be- Fortschritte gemacht. Von Hofftiungsbofigkett könne bei den , *♦„ nehmen — Der Kolonialrat Buren keine Rede sein und kein Friede sei annehmbar, der abfichtigt seinen Abschied zu uehmen. T Unabhängigkeit der Republiken verbürge und die soll aus den 21. November emberufen werden. Interessen der Kapholländer wahre. Berlin, 29. Okt. Tie ständige Kommission des preußi- London, 29. Okt. Die gestern vom Kriegsamt ber> scheu Landesökonomie-Kollegiums trat heute unter dem öffentlichte Verlustliste weist 7 Tote, 30 Verwundete Vorsitz des Grafen Schwerin-Löwitz im Laudwirtschaftsministcrium un^ g an Krankhett Verstorbene auf. zur Beratung des Zolltarifentwurfs zusammen. Die Be- Liverpool, 29. Okt. Im hiesigen Hospital wurden schlüsse sollen später veröffentlicht werden. zwei Pest fälle festgestellt. Stettin 29 Okt Prof. Schuchhands, der Direktor Rom, 29. Okt. Die Nachricht der Zeitung „La Voce de der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses, ist infolge von la verita", der Bischof von Straßburg habe die einigen Blutvergiftung, die er sich bei einer Operation zuge- minaristen auf deren Ersuchen erteilte Licenz zum Be,uchss ^>.uioergliiung, \ ) der historischen Vorlesungen des neu ernannten Professors zogen hatte, gestorb en. her Spahn nach Veröffentlichung von dessen Beziehungen zum Hamburg, 29. Okt. Auch hier trafen Abgeo Grafen Hoensbroech und dem Ex-Dominikaner Alphons Amsterdamer Hafenarbeiter ein, um sich mit den hiesigen Hasen- Nttiller wieder zurückgezogen, wird von einwand- Arbeitern über den Boykott der englischen schisse )u |rejer Seite nun von neuem wiederholt. Man betrachtet verständigen. Sie erhielten zusagenden Bescheid betr. den Kreisen der Kirche die Ernennung Spahns als Anschluß an die Agitation zum Zweck des Boykotts. eine Beleidigung und man wird, so heißt es, ohne jede Metz, 29 Okt. Auf dem Schnellzug Frankfurt-Paris persönliche Rücksicht und ohne Rücksicht auf die Haltung der ist gestern Milchen Maiweiler und F-Uenberg i.Lothr. gesch°Is°" deutschen Katholiken das thun, was das Ansehen der römr- worden. DaS Geschoß ging dnrch ein S-uster eines Abteils schen Krrche erforderst Man wolle erne den irrchirch-n Re- n «.< r.« ® ys,.s hl>n ^tbnell. yeln ent brechende o s f e n t l i ch e A b b i t t e S p a h n s oder 2. Klage. P-rsone- wnrdm mcht »erletzt. - Auf den SchmII. » Wid erinf seiner Ernennung zum Professor zug Osteude-Basel wurde gestern mittag n der Nahe ml Straßburg verlangen. Tie Kurie werde auch^ vor Metz mit Steinen geworfen. Es ist niemand verletzt. Der ^inem Verbot des Besuches der Vorlesungen Thäter wurde bisher nicht ermittelt. Spahns für die katholischen Studenten durchaus nicht Loudon, 29. Okt. Der „Daily Telegraph" meldet aus zurückschrecken, bis ein ihr genehmer, der Kirchß treuer Newyork: Die erste Botschaft des Präsidenten Roosevelt an Pvofessor ernannt sei, an denen Deutschland doch wahrlich den Kongreß ist beinahe vollendet. Sie wird eine allgemeine keinen Mangel habe. Im übrigen zeigt der Fall Spahn, Darlegung über die Notwendigkeit der Reziprozitätspolitik ent- welchen Schwierigkeiten die Kurie entgegengegangen wäre, halten, sich für die Gesetzgebung bezügst der Trusts aussprechen, wenn sie die Errichtung einer katholischen Fakultät in die Notwendigkeit der veröffentlichen ein Korn- betonen ernstlich sur die Annahme eines achtu°ggeb-eten- Enique des auswärtigen Amtes, worin erklärt wird, die den Flottenbauplans und endlich für den ^ertrag lu t Nachricht englischer Blätter betreffend die bevorstehende England betr. den Jsthmus-Kaual eintreien, der derartig ist, Äderung Kretas an Griechenland sei un- daß alle Hiuderniffe beseitigt find, die dem Bau des ßcnaU n^tig. Allerdings werde demnächst Prinz Georg in Rom durch Amerika entgegenstehen. eintrefsen, um zu versuchen, Italien für diesen Plan zu Brüssel, 29. Okt. Bei dem Zusammenstoß zwischen Sol- gewinnen. baten des bei Mecheln gelegenen Forts Waelhan und den Be- Wien, 29. Okt. Ter hiesige persische Gesandte b^ wohueru des Fleckens Waelhan wurde entgegnt der Meldung zeichnet die Meldung über ein gegen den sch ah gerichte es des „Sair-- niemand getötet, mahl aber wurden vier Artilleristen Komplott sehr efiat onbrtye ^teiligt M«), 29. 0«. Aus Golstown wird ^un^Ls 'LhV au'^Te^an^^eL^ wL'" gemeldet, daß bei einem Streite zwischen Weißen und ^Wien 29., Okt. Die Bediensteten der Wiener Straßen- Negern 30 Personen getötet sind. Der Gouverneur &a[)n beschlossen, verschiedene Forderungen an die Direttion hatte die Entsendung von Truppen dorthin beschlossen, als die -u stellen, darunter die Verkürzung der Arbeitszett. Falls Nachricht eintraf, daß wieder volle Ruhe herrsche. Doch werden die Direktion diese Forderungen nicht bewilligt, beabsich- die Truppen in Bereitschaft gehalten. Der Streit entstand tigen die Straßenbahnbeamten in den Streit zwischen einem weißen Polizisten und einem Neger. einzutreten. Berlin, 29. Okt. Ausserordentliche Professor der Berliner Universität Physiker Arthur Koenig, früherer' oc S " Assistent von Professor v. Helmholtz, ist gestorben. Bertin, 29. Okt. Wie die Dtsche. Tagesztg. berichtet, hat der frühere preußische Landwirtschaftsminister Freiherr v. Hammer st ein in einer Versammlung des Westfälischen Bauernvereins u. a. sich dafür ausgesprochen, daß die Getreide zolle so hoch normiert worden, daß ein Weizen preis von 20 Mk. und ein Roggenpreis von 16 Mk. pro Doppelzentner erreicht werde. Eine Forschung der bisherigen Wirtschaftspolittt könne nur über die Leichen vieler Landwirte erfolgen. Berlin, 29. Okt. Nach verschiedenen Blättemneld- ungen ist die Nachricht eingelaufen, der chinesische Gouverneur von Eantion habe die Zurückzieh^ ung dex deutschen Truppen außerhalb der Grenzen von Krautschou verlangt und aus diesem Grunde habe sich der deutsche Gesandte v. Mumm nach diesem Hafen beaeben. Wie nun die „Natlib. Korresp." schreibt, beruht diese. Nachrichl.ebenso auf UnwuhrHeit wie tue gleiche. 27.-28. Okt. 27.-28, „ Jauiuuil't|djnft. lnb $erlYo * .; I wollte, forderten die Polizisten ihn auf, zu schweigen. Als Breslau, 28.Okt. Heute fand indeniKonkurs der Nhed eri ^tz^em zu sprechen versuchte, rissen sie ihn von v e r e i n i g t e r S ch i f s e r die erste Glaubigerversammlung statt, er trnyuein w mit Knütteln v e r - Der Konkursverroalter berichtete über die gegenroartiae Sagt. ~1C L , , snprinTnnifuno wurde alsdann aufgelöst. Als Aktiva hairotfächlidi aus Anlaqekonto bestehend, betragen an- letztem Die Versammlung wuroe aisoann ausgrivii. ui» nähernd 1890249 All. Die Passwa stellten sich auf Grund der nun das Publikum sich Nicht schnell genug entfernen konnte, Handelsbücher und der Vorgefundenen Rechnungen auf 6705867 Mk. I schlugen die Polizisten mit Knütteln in die Menge, wobei Die zur Zett noch streitigen aus den Betrügereien der beiden mehrere Verwundungen vorkamen. Direkwren hcrrührendcn Forderungen belaufen sich auf 4 Milluren. L o n d o n,.29. Okt. Der Manchester Guardian veröffent> Hinzu kommen noch Bürgschaftsforderungen in Hohe von 178000 Mk. Abschrift eines Briefes des Prüsidenten Stein Wieviel Prozent die Gläubiger erhalten, ist heule noch nicht fest- Dom August als Antwort auf Lord Kttcheners vielbesprochene zustelleu.__________ _ | Kundmachung, welche die Vereinbarung der Burenführer an den Oberbefehlshaber gerichtet hat. Präsident Stein behauptet, der Ausfall Jcrmesons wäre der brttischen Regierung nicht unbekannt gewesen. Die Buren haben Beweise dafür in Händen, daß sett 1896 die Engländer fest entschlossen gewesen, in die beiden Republiken einzufallem Me Buren haben mithin nicht das Schwert gezogen, sondern nur das Schwert zurückgestoßen, das schon an ihrer Kehle war. Hinsichtlich der militärischjen Lage bemerkt Stein, daß im Oranie-Freistactt und in Transvaal Ordnung und Frieden von den Buren und nicht von den Briten auftecht Oktober Barometer auf 0° reduziert S c b* der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit -C 5? VD s Windstärke Wetter 28. 225 754,2 + 10,7 8,0 84 s. 2 Sonnenschein 28. 925 752,8 + 3,7 5,9 98 NW. 1 Nebel 29. 1^35 751,2 + 1,6 5,1 96 ä. 1 • MrmaMnierkleider verkauft zu enorm öissigen Preisen Eaan jr., am Kreuz Adresse fir2 Mittwochabend: suppe Wir empfehlen: 7146 S. Huhn. 5205 empfiehlt 7141 7146 Seltersweg 83 Waitkarte Antwerpen nach empfiehlt 7138 T-rl pctri, Marktplatz. Weiter gesucht. Alexander Mäher. 7154 Marktftratze 5. gesucht. 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