Nr. 203 Zweites Blatt 151. Jahrgang Freitag 30. August 1001 Pterin 4J, Der Eühueprinz an der Reichsschwelle eil Anregung der Mitglieder des Vorstands der Berliner An-- waltskammer auf die Tagesordnung des Danziger Anwalts^ und der daraus entstehenden Nachteile %u be- t, welche der beiden Strafen, ob die Geldstrafe! vaclr tietrÄr Bbrefft für Deptsch«, Anzeiger Glehen. k^trnfprtchanichlubRr irrem Mafzimmer am «der Sat web „Btotttr M) erHMtxfcen W wra 1« D6r <*•««■ Wk# kEr'en w-E ^ch «r ^in tzomMrtiment mtt ünacmaättem Bette^T^^kr! WeltsiiedanS. Erfolgen laßt, Haft 'jene erst bann anfin^ rück' icr Expedition burdi die her e^tnht ^danken praktisch zu bethätigen. ^zn den Kreisen d^ Ber-n-j^^^Z in Hsianfu ihre Ziele zu verfolgen und offen gegen »101 ■ ouraj Die C-trapcn der Stadt bot bem hner Diplomatie neigt man dieser Auffassung nicht m, s.-P q?nrtP{ lnr<'7ebe7^n 'aaHen Äem Sekretär in feinen Privatgemächern ein nahm. Das daß das Ministerium Salisbury-Chamberlain im üer’nrt’M V? ^1C ^?^elen wollte. Der noch nicht HriiiAchen, ein sehr schmädjtiges, ILjähriges Bürschchen, gangenen Herbst durd) Ausschreibung von Neuwahlen mm ba^ dje gut ausgebilbeteii unb treff- ziemlich schüchtern in die Welt blickt, war Von einigen Unterhaus ein Votum des englischen Volkes über die süd ^irfi^n^^nriffJU beleibten Ministern flankiert und eskortiert, die ihrerseits afrikanische Politik der Regierung herbeiführte. Tie Wahlen I? d YnaV l^hen, bisher inefe ni^t angegriffen tomt einigen strammen deutschen Offizieren in Khaki und haben eine große Mehrheit für die Regierung ergeben - vielmehr eme auffallende, schwer erklarlidife Ml Monocle begleitet waren. Während der Table d'hote Mittlerweile sei allerdings die Situation m9(5übafrifa ^rttoür^6 U^krne^^a^M ^e^)e^i^t^^ Hdi man Gelegenheit, ich ein wenig nach ben Leuten um J für bie Briten ungünstiger geworben, unb die ^^01- üamentlirfi9 in bem ©e biete beme^fbarmadü^bu^ das zusehen. Im S^sesaick saßen an glanzender Tafel die Hdjfeit spreche daftir, daß das englisdje Volk heute we- xaiseÄidw ^iehen^muü^ menn er nSÄHna iurü^ ;lles würdige, distinguiert austretende Per- niger beifällig über Chamberlains Politik denkt. Doch kelnen wi l ^dem sich bekanirtlich Vuna-M und Lu9(yuancki sorlichkeiteri, deren farbige ©erbenrieibung eigenartig mit bevor dies nicht in aller Form zum Ausdruck kommt. Hege auf^^ Jung lu unb Lu-chuancki de» Modekleibern der übrigen Gaste kontrastierte. Draußen für die englische Regierung keine Veranlassung vor, an zu entschieoenste wi0er>etzen.^^ im Vestibül hatte sich die Dienerschaft unter den Palmen nehmen, daß ihre Politik nicht mehr vom öffentlidj-en Mtdtftlrho nikdergelassen, sich in heiterem Gespräch ergehend, bis Vertrauen getragen werde. Die Geschichte Englands ver- £JVllU|UJt yJl)Ujnl|UjUlL «sch sie durckj die Glocke zum Essen gerufen wurde. Bei zeichne allerdings Fälle, in denen ein Kabinett selbst die Tie Frage, ob die zeitliche oder örtliche U n t e r f a g un g säuer Ankunft im Hotel hatte der Prinz ein langes chifs- Gelegenheit zum Rückzug sucht, weil es fühlt, daß seine oder Aufhebung der Ausübung der Rechtsan- rckrtes Telegramm autf Peking Dorgefunben. Die chine- Politik nicht mehr ben ausreichenden Rückhalt im Volke walt schäft in das Straf en system der Rechtanwaltsvrd- Me Mission ljat darauf von Bafel aus ein ebenfalls hat. Doch ein derartiges Bestreben habe bisher weder nung aufgenommen werden solle, ist auf fast einstimmige Msriiertes Telegramm nad) ihrer Heimat aufgegeben, dasI Salisbury noch Chamberlain erkennen lassen, und zwangs- °r r' c etli’ft 1300 o tauf en gekostet hat. Auch nad) Berlin hat der Iweise könne auch König Eduard seine Minister nicht zum Qlegraph sleißiger gespielt als gewöhnlich. Doch sind I Rücktritt vom Amte veranlassen. England sei ein parla- ® t*lc deutschen Offiziere, bie den Draht nach dieser Richt- mentarisd) regiertes Land. „Und was den Zaren anbetrifft", ivig benutzen. - I schloß mein Gewährsmann, „s ■ dürfte er über die außer- ^TLP^)erJon. *>er gunzen Sühnegesellschaft scheint! ordentlichen Schwierigkeiten, unter solchen Umständeri einen M der Prinz, soiidern der künftige Gesandte von China! Friedenssd)luß herbeizuführeu, sich keiner Täuschung hin- Berliner Hofe, Dintschang, zu fein. Er ist gesprächig geben. Nikolaus II. versprach seinerzeit der Königin Vik- i Ob Mitteilsam und bezeichnet die Mission der Gesandt-1 toria, die Kreise Englands in Südafrika nicht durch gegen ; Lojtt beim deutschen Kaiser Abbitte zu leisten für die I England gerichtete Unternehmungen in Indien und Ost- krrniorbung bes deutschen Gesaubten als keine sehr ange-lasten zu stören. Er wird, wenn auch als Friedensfreund iirbnir Aufgade. Zn der Gesandtschaft befindet sich auch! schmerzlich berührt durd) das nun fast zwei Jahre wäh- cin di.utjcher Ingenieur, der den Posten des ReisemarschallsI rende bluttge Ringen, faiim geneigt sein, sich jetzt ein-! c zu^pi ilt und hier die Aufgabe hat. Besuche bei Mntsdjang I zumischen, sei es auch mit einem Vergleichsvorschlag. Da- 'V^.^^ch^Eeln. Einem Besucher erklärte der letztere, daß! gegen ist wohl anzunehmen, daß der Zar den König Beftnden des kaflerlichei Prinzen ganz zufrieden-! Eduard zu überzeugen suchen wird, wie wünschenswert sollend und die Ermuduiig von der langen Fahrt schon! und notwendig eine Herabmilderung der Friedensbeding-! iiUDt'.|I*Uni>en sei. ylm Hmn-nn fnupirfinnt Sio I r-it.___a re___<___= r -. z-> _r. <1__r • J-. r.<< rrö Unterzeichnung des Protokolls erhalten hätten. Er ersuche die Gesandten, das Datum der Unterzeid)nung festzusetzen. Das die Einfuhr von Waffen unb Munition verbietende Editt cirfulierte unter ben Gesaubten. Es sind i s chli m m st e ver, noch zwei weitere Editte, welche bie Mächte deftiebigen l biese Vorkommnisse hittten beridjten können, sind nicht müssen und zur Vollstänbigkeit bes Protokolls nötig er-1 dort; so sind bie Ereignisse hier nicht bekannt geworden, scheinen. Alle Einwendungen gegen den Shanghaifluß-1 Von Honan dehnte sick) die djrifteufeinblidp? Bewegung Regulierungsplan sind zurückgezogen. I bann zunächst nach Westen aus. An siebzig Ortschaften Geldsttafe unb bauernber Ausschließung habe sich immer mehr fühlbar gemacht. Tie Geldsttafe fei eigentlich keine Ehrensttafe; auf Geldsttafe könne auch fdjtoer erkannt werden, wenn bie Mittellosigkeit bes Angeschnlbigten bekannt sei. Lesse führt in der Begrünbung aus: „Gutadjtlich haben in Preußen für bie Suspension bie Vorstänbe ber Anwaltskammern von Berlin, Breslau, Celle, wo bie Strafe dev Suspension bis auf die Dauer von zwei Jahren bereits! - . „ v 1 v„.v. u.lvw.,vvvvlub'i früher in Geltung gewesen ist, und Posen, wenn sie mit . ÄNitschang bezeidjnet bie Vereinbarung! ungen seitens Englaiids fei. Daß ber Zar sich entschlossen der lokalen Ausschließung aus bem Lanbgerichtsbezirke ber» nü* sehr schwierig; benn jel: ber beteiligten acht Mächte hat, den Präsidenten Krüger in Paris zu empfangen, road | bunben werbe, sich ausgesprochen. Auch ber Vorstand ber Ijta andere Ziele unb Bestrebungen in China. Auf bie | einige Blätter als feststehend bezeickjnen, darüber fehlt! Anwaltskammer von Köln hat sich nicht grundsätzlich gegen SUteierhmg, daß eine baldige Verstänbigung auch für China den amtlichen Berliner Stellen noch die Bestätigung. Sollte diese Strafe erklärt; außerhalb Preußens haben sich die v in großem Interesse märe, antwortete Aintschang, daß | der Empfang in der That statthaben, so würde er wohl | Vorstände von Hamburg, Braunschweig und Oldenburg für ÜM)n ^ert ^ulturstaaten ausgegangenen Reformen in | auf rein menschliche Beweggründe zurückgeführt werden sie ausgesprock)en. Daß nach Art und Größe des Ver- Clhiiiiii mehr geschadet als genutzt hätten; in dem Völker»! müssen, wie solche im November vorigen Jahres auch den, sckjuldens unb ber baraus entstehenben Nachteile zu be- rÄn Laube mit ben alten Einrichtungen habe nur be- Präsidenten Loubet zum Empfange des heimflüchtigen urteilen ist, welche der beiden ©trafen, ob die Geldsttafe d.^tuges Vorgehen Aussicht auf Erfolg. T-ie schmeichel- „Ohm Paul" veranlaßten." oder die Suspension zu verhängen ist, und daß die letztere H.M Bemerkung, daß in China ein ganz vorzügliches mili- — > < ————— siir die schwerere Strafe zu erachten ist, darüber scheint tüMchrs unb kriegstüchtiges Material vorhanden sei, neuer (fietietittbuitb unb eine neue Uebereinfhmmung vorhanden zu sein. Auch aus den weisen ftdd- chiittjchang schmunzelnd ein unb bemerkte seinerseits, "buer Uno eine Nene K Organe ber Justtzverwaltung ist mehrfach bemerkt wor- dc-H der Chinese tüchtig, willig, gehorsam und bei Stra-I wefaht ^-etscytlt. | hen, daß, wenn man auch in ihren Bezirken mit der Gew- po:za, sehr ausdauernd sei, aber es fehle an Offizieren Aus Schanghai, 20. Juli, wird der „Welt-Korr." ge- sttafe ausgekommen sei, doch in großen Städten, wo kom- und -lusbildungsmaterial. lieber die Frage, ob dieser schrieben: Der Hinweis auf die Gefahren, die der Provinz pliziertere Verfehlungen Vorkommen, das Bedürfnis nach UM|jel nickst aus Europa gedeckt werden könnte, schwieg Tschili möglicherweise aus dem Erstarken des chines i» einer Zwischenstrafe anerkannt werden müsse. Daß in die sieh, ber Gesandte aus unb meinte, es sei ja sogar ein M d) cn Bundes ber Lanbwirte „Lien-chuang-5oui" er- Redstsanwaltsorbnungen von Frantteich, Belgien unb Ruß- Wirfslneinfuhrverbot beabsichtigt, doch werbe bies von ganz wachsen, erhält eine Bestätigung durd) Nachrichten aus land statt der Gelbsttafe die Sttafe ber Entziehung ber geringer Bebeutung fein: Waffen werbe man schon be- dem ferneren Vtorbroeften Chinas. Der „Lien-chuang-Hui" Ausübung ber Advokatur auf höchstens ein Jahr aufge- foenmett. list nach dem, was soeben bekannt wirb, viel gefähr nommen worben ist, auf bie in ben Fällen erkannt wird, Ron deutscher Seite wird sehr bestimmt versichert, baß, !licherundschlimmer,alsmanbishergeglaubtin denen bie Strafe ber gänzlichen Ausschließung zu hart ofrWgen allen a nderen Nachrichten, auch ber direkt aus! hat. Jede Familie wird durch den Befehl dieser ' ' " ' ' f -f- *--r-** ^ chinesischen Umgebung tomjnenben, nur Mitteilungen! Gesellschaft gezwungen, ein Mitglied als ihren amSBerlin mehr formaler Natur, als irgendwie das Pro-! in ben Geheimbund zu entsenden. Wer nidjt Engländer und Buren 1 *****,’ Wie uns das W. T. B- heute aus Insterburg meldet, ist dem Verteidiger Horn telegraphisch die Meldung zugegangen, daß der kommandierende General Graf Finck v. Finckenstein bezüglich Hickels die Revision angemeldet hat. SergSdnt Hickel stand bekanntlich unter derj Anklage der Beihilfe bei der Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk. Für Hickel wird diese Anfechtung des Freispruchs schmerzlich sein; im Interesse des zum Tode verurteilten Unteroffiziers Marten und im Interesse der weiteren Klärung des Falles ist die Revisionseinlegung willkommen zu heißen. Tenn wenn die Revision Martens verworfen werden sollte, diejenige gegen Hickel aber Erfolg hat, muß der ganze Prozeß bis in die Einzelheiten von neuem verhandelt werden. Hierbei tonnten sich dann Umstände ergeben, welche die Möglichkeit einer veränderten! Beurteilung auch des Unteroffiziers Marten böten und! die Handhabe für ein Wiederaufnahmeverfahren zu feinen, Gunsten gewähren. Man wird sich erinnern, daß im Laufe, des Prozesses der Staatsanwalt ausdrücklich zu Pro-, -L ne9men ließ,, ihm sei durch die Verweigerung des, Gerichtshofs, bestimmte Fragen zu wiederholten Malen, Zeugen zu richten, die Möglichkeit der Ueberführung, Hickels abgeschnitten worden. Ter Staatsanwalt wies darauf, hm, 'daß dieser Gerichtsbeschluß eventuell einen Revisions-, Zrund bilden werde. eine Haussuchung. Sämtliche Familienmitglieder des Präsidenten Krüger wurden ersucht, sofort Südafrika zu verlassen. Ter Schwiegersohn Krügers, Eloff, ist als Kriegsgefangener nach Indien transportiert worden. Eine 'Brüsseler Tepesche der „Morning Post" besagt, Krüger bestätige den Bericht Kitcheners, daß die Anzahl der im Felde stehenden Buren nicht 14 000 übersteige, aber! er behaupte, daß sie durch 10000 Afrikander, die sich den verschiedenen Kommandos anschlossen, verstärkt worden seien. Zuerst werden wohl die Herren Briten die „schuldigen" Burenkommandanten haben müssen, um sie hängen zu können. Was die Versicherung, von „eidlichen Aussagen" wert ist, weiß man nachgerade zur Genüge. Eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede, man muß sie hören alle beede. Nach, allem dem, tvas bisher über die Vlakfonteiner Angelegen-! heit bekannt geworden ist, wird man an die Erschießung von Gefangenen durch Buren nicht zu glauben nötig haben. Die kritische Lage in der Kapkolonie wird grell beleuchtet in einer vom 6. August datierten Kapstadter Korrespondenz der „Rhein. Westf. Ztg." Tie T-e- moralisation in der Kolonie schreitet danach unaufhaltsam fort. Tie Bevölkerung verläßt scharenweise das Land, die Felder bleiben unbestellt. Die Zensur vernichtet alle ausländischen periodischen Blätter und hält selbst die eng- lischen Blätter von der Zirkulation fern. Tie Eisenbahnen dürfen nur gegen ausdrückliche Militärerlaubnis Personen befördern. Ein Aufstand der Basutos ist zu allem anderen Unheil für die Engländer noch hinzugekommen. Die 'Agentur „Paris Nouvelles" veröffentlicht folgende Meldungen ihres Korrespondenten in Südafrika: Tie Revolte der Basutos ist sehr ernst. Dieselben drangen bis auf 28 Meilen von Bloemfontein vor und töteten alleEng- länder, die sie auf ihrem Wege antrafen. Die Engländer bieten 13 Schilling Tagessold allen denen, die bereit sind, gegen dje Basutos zu marschieren. Es ist interessant zu sehen, wie sich ein englischer Berichterstatter — es ist der der „Times" in Middelburg —- mit der Thatsache abfindet, daß Frenchs Operationen in der Kapkolonie bisher einen so mäßigen Erfolg gehabt haben. Vor zehn Tagen, sagt er, waren die Operationen des Generals French darauf gerichtet, die! Mn Telegramm des „Daily Expreß" aus Kapstadt meldet, daß ein Teil des Kommandos Scheepers bis in die Nähe der Mosselbai vorgedrungen ist. Die dortiqe Stadtwache wurde in Erwartung eines Angriffs mohilisien Es sei z u m e r st e n m a l e se it Be g i n n d e s K r i e g es daß die Buren sich der Küste genähert hätten. Tie Meldung verursachte große Erregung auf der Kaphalbinsel £ie dort ansässigen Buren wurden aufgefordert, sich bei Strafe der Verhaftung zu melden. Lord Kitchener sprach in dem am vorigen Dienstag veröffentlichten Bericht darüber, daß man ihm Leute (Yeornanry) nach Südafrika geschickt habe, die weder schießen noch reitenkonnten und erst völlig von Anfang an ausgebildet werden mußten. Wie die „Daily Mail" nun mitteilt, hat Lord Kitchener aber noch Große Gefühlsrohheil aber haben die Engländer in Pretoria am Tage der Beisetzung der Gattin des Präsidenten Krüger gezeigt, indem sie im Parke ein Konzert veranstalten ließen. Die gesamte Be- " völkernng war über dieses Vorkommnis äußerst erregt. Ser, 1 (von England eingesetzte) Bürgermeister von Pretoria wohnte! Deutsches Reich. Berlin, 28. Ang. Der Kaiser wohnte heute hier der Feier der Fahnenweihe im Lichthof des Zeughauses bei und nahm sodann im Königlichen Schloß militärische Melduogev entgegen. Zur Frühstückstafel war Reichskanzler Gras von Bülow geladen. Am Nachmittage besuchte der Kaiser mehrere Ateliers und kehrte sodann nach dem Neuen Palais zurück. — Die Herbfiparad e am 2. September fällt, wie von amtlicher Seite berichtet wird, aus I und wie Graf Lambsdorff später dem britischen Botschafter !in Petersburg erklärte, habe sich die Autorität des Grafen Waldersee nur auf die Operationen in der Provinz Tschili bezogen, also nicht einmal auf die kleine russische Besatzung, die in dieser Provinz belassen worden sei, da dieselbe an keinerlei Operationen teilgenommen hätte. Tie japanische I Anerkennung des Oberstkommandierenden hat einen rein formellen Charakter gehabt. Nur die britische Abteilung! hat loyal den Oberstkommandierenden unterstützt. Tann führt der Berichterstatter ans, wie der britisch-russische .... Streit wegen der Eisenbahn die deutsche Regierung in Ver-!zu legenheit gesetzt habe: Einerseits hätte es Graf Waldersee'' nicht mit den Engländern verderben dürfen, da diese die einzigen gewesen seien, die ihn noch anerkannt hätten, und anderseits habe die deutsche Diplomatie natürlich immer nach Petersburg gesehen. Man habe bei dieser Gelegenheit I wohl erkannt, in welche schwierige Lage man leicht kommen könne, und es sei vielleicht kein Zufall gewesen, daß gleich nach Beilegung dieses Streites das Hauptquartier in Ost- asien plötzlich zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß es doch vielleicht nicht ratsam sei, die Besetzung der Provinz! bis in die heißen Sommermonate aüszudehnen. Graf Waldersee habe darauf die führenden Offiziere, und zwar auch diejenigen, die ihn nicht anerkannt hätten, zu einer Besprechung eingeladen, um die Frage der Räumung des Landes zu beraten. Der Berichterstatter sagt, er wolle bei dieser Gelegenheit nicht näher auf diese Frage eingehen, weil das zu weit führen würde. Ter Zweck des Briefes sei erfüllt, wenn es ihm gelungen sei, zu beweisen, daß es für England vollkommen hoffnungslos sei, zu glauben, daß man Deutschland durch Zugeständnisse und dergleichen ver- in Ostasien oder sonst irgendwo in der! nun mmuu, ijul ^ulu- wnujcutt aoei noai Aelt mrt den Engländern zusammenzuwirken, sobald die ernstere Beschwerden über Albions letztes Aufgebot vorn«! Gefahr vorliege, daß dies in Petersburg unangenehm be-'"-'-------" - •• *•" - - - ** rühren könnte. England habe kein Recht, solche Hoffnungen zu hegen. „Ter Grundton der deutschen Politik", schließt der Brief, „ist immer derselbe, auf den Bismarck immer so viel Gewicht legte, nämlich mit Rußland auf gutem Fuß zu bleiben. Da, wo nun unsere Interessen denen Rußlands zuwiderlaufen, müssen wir unbedingt uns auf unsere eigenen Kräfte verlassen. So wie wir das thun, spielen wir den ehrlichen Maklern in die Hände, denen natürlich! immer daran liegen wird, ihre Waren auf den besten Markt zu bringen, und solange die gegenwärtigen Verhältnisse in Europa dieselben bleiben, wird Petersburg für Deutschland immer ein besserer Markt sein, als London." Eine Tepesche Kitcheners aus Pretoria vom 25. August berichtet: General Hildyard übermittelte mir ei d l i ch e A u s- fagen, die bestätigen, daß am 3. Juni bei Graspan bei! Reitz einLeutnantundzweiSoldatenerschossen! wurden, nachdem sie sich ergeben hatten. Er habe Abschriften dieser Aussagen an Steijn und Botha geschickt. — Ferner telegraphierte der englische Kriegsminister Brodrick an Kitchener Folgendes: Wir vernehmen, daß Sie hinsichtlich des an unseren Verwundeten bei Vlakfontein begangenen Totschlages keinerlei befriedigende Zusicher-I ung erhalten. In Anbetracht der in Ihrer Tepesche aufgeführten Thatsachen sind wir der Ansicht, daß Sie durch eine Proklamation bekannt geben müssen, daß Mitglieder eines Kommandos, das derartige Gewaltthätigkeit begangen hat, für schuldig angesehen werden, wenn bewiesen ist, daß sie bei der Ausführung der That anwesend waren, ob sie nun wirklich daran teilgenommen haben oder nicht',! und daß der Chef des betreffenden Kommandos mit dem Tode und die übrigen Mitglieder des Kommandos, je nach dem Grade der Mitschuld mit dem Tode oder mit einer leichteren Strafe bestraft werden. ^L>ec fiti «ne 8"“' sss d-i Itos*' ,-ch W" amt ft|öt ParifiuS flj der Luises anwesend- st-rt--» ® rat Sraf B 1899 an; 1 «bfchird 0t wibniti- ® gekennzrichn pckenvn - Aecklenbur Marie bezirk des iagS-Sr Ianuschau gewählt. Gotha des fozia beS verw Mün ung ver betreffend Charakter Ter Magi! Pekurs a - 2a. ten-Fen Lchcrergem Pastor Bräi Bewegung, China. Ein Mitarbeiter der „Times", der schon wiederholt über die Angelegenheiten im fernen Osten unter dem Namen Far East geschrieben hat, veröffentlicht einen mehrere Spalten langen Brief an die genannte Zeitung, indem er an der Hand des jüngst veröffentlichten Blaubuchs auseinander zu setzen versucht, daß „Deutschland England nicht mit der Rücksicht behandelt" habe, Jte es erwarten konnte, nachdem es den Oberstkommandierenden fo aufrichtig unterstützt habe. Er kommt zu dem Schluß, dap, wenn die englischen Interessen jemals mit den russischen, zusammen stoßen sollten, England jedenfalls niemals aus eine ^Unterstützung der ehrlichen Makler in Berlin rechnen in ihrem Leitartikel hinzu, daß ^?n^^s^^^kolgerung sei, die jeder vernünftige Eng- ^U8st hatte ziehen können. Tie jüngsten Er- E l5hma bestätigen nur eine alte Erfahrung, io wichtigsten^SchlußTolgerungen des Briefes lauten folgendermaßen : Sie deutsche Regierung und Graf Walder-! befanden ftch in einer sehr unangenehmen! Sage; die Kommandanten der Truppen Frankreichs und Ler Vereinigten Staaten hatten ihn nie als Oberstkorn-^ Ein Füllhorn von Freundlichkeiten schüttet das Petersburger Blatt „Wjedomoski" in feinem dieAuskands- reife desZaren Paares behandelnden Leitartikel über Deutschland aus. Es ist u. a. die Rede von dem! Zusammengehen Rußlands und Teutschlands in Ostasien, von den ihrem Wesen nach natürlichen, nicht ausrott- Laren Beziehungen gegenseitigen Vertrauens und Wohlwollens, von der unvermeidlichen Solidarität vieler politischer und wirtschaftlicher Interessen. Man sieht also, daß die Russen an der Möglichkeit des Abschlusses eines neuen Handelsvertrages mit Deutschland keineswegs verzweifeln, im Gegenteil gesonnen sind, auch ihrerseits! dre einigenden Gesichtspunkte in den Vordergrund zu stellen. Das wird zur Klärung der Situation wesentlich beitragen. Und es jfh weiterhin geeignet, in Deutschland Genugtuung hervorzurufen, wenn am Sck)luß des „Wjedomosft"-Artikels einer französisch-deutschen Annäherung warm! das Wort geredet wird, unter Hinweis darauf, daß in Frankreich vieles aus der Ver gan gen heil schon vergessen wird. In der That, solche Worte von Osten per hat man lange nicht gehört; sie bilden eine verheißungs-! volle „Ouvertüre" zur Zarenreise. IS*?? Der ke-rr °VS x, bei: Sage die Eisenbahnlinie zu überschreiten, weil sw dw Blockhäuser daran hinderten. Außerdem müssen sie eingesehen haben, daß sie unbedingt gefangen genommen worden waren, wenn sie nährend eines Nachtmarsches in bem sehr schwierigen Gelände plötzlich zwischen zwei britifar Abteilungen gekommen wären. Diese beiden Kommando? I befinden sich zwischen der Linie Gradock und Graaff Rcinpf und beide werden scharf verfolgt. — Man kann wohl nimf diplomatischer ausdrückeu, daß das Gegenteil von bern eingetroffen ist, was beabsichtigt war, daß nämlich Botha- und Lotter, statt nach Norden über den Oranje getrieben Zu werden, ungehindert nach Süden marschiert sind. Thervv befindet sich zwischen Aberdeen und Beaufort West (also, noch weiter südlich als die beiden anderen). Ser Berichterstatter will bei den Buren die Tendenz bemerkt habni wieder in den Weiten der Kolonie einzudringen. Nach ihm.befindet sich Hertzog schon wieder im Koloniebezirk Philipstown. 8 c manche zurückgekehrt. So kam vergangene Woche.ein Schiff mit 9)comanrty an, von der über 90 Prozent nad) weniger als dreimonatiger Dienstzeit als Ganzinvaliden entlassen | worden waren. Diese Angelegenheit wird den GegenstaÄ» einer Untersuchung bilden, der wohl verschiedene Sünden-, böcke zum Opfer fallen werden. Es wird behauptet, datz eine Anzahl Rekruten überhaupt nicht ärztlich unter s u ch t worden sind, fonbern von den Yeomanry-Rekru- tierungs-Behörden, so wie sie sich meldeten, nach Afrika verschickt wurden, nur um die erforderliche Präsenzstärke aufweisen zu können. Lord Roberts beschäftigt sich mit der Angelegenheit, von der zweifellos noch mehr verlauten wird. Die gleiche Nachlässigkeit scheint die Rekrutierung der ersten Kontingente für die unter General Baden-Po Wells Kommando stehende südafrikanifche Polizeitruppe charakterifiert zu haben, die doch eine Art Elitetruppe bilden sollte. Mit dieser letzteren Angelegenheit beschäftigt sich das Kolonialamt, wie es heißt, in sehr rigoroser Weise. Ein Brief aus Pretoria, der mit der letzten Post eintraf, wirft ein recht düsteres Licht auf die Gefchäfts- verhältnisse in der früheren Buren k- Hauptstadt. Ter Schreiber sagt u. a.: „Seitdem die Stadt bestehe, Hal,en Kaufleute nie Grund gehabt, sich über derartigen Mangel an Umsätzen zu beklagen, wie augenblicklich. Bis Mai war die Lage noch erträglich, weil die großen, hier liegenden Truppenkörper das Geschäft belebten, aber jetzt geben die Mittel aller kleineren Firmen zu Ende und dies lähmt die Thätigkeit in erschreckender Weise. Sie Mehrzahl der Einwohner ist ohne jeglichen regelmäßigen Verdienst und viele bisher verhältnismäßig Wohlhabende leiden Not. Je länger der Krieg andauert, desto trauriger muß die Sage werden. Leute, die früher eigene Geschäfte besaßen, sind froh, ganz untergeordnete Stellungen zu bekleiden, um sich und ihre Angehörigen von den I ärmsten Entbehrungen zu bewahren. S-er Stadt rat l>at bereits öffentliche Arbeiten angeordnet, um den niedrigeren Klassen Beschäftigung zu geben, aber die Entlohnung ist recht gering. Niemand sollte daran denken, nach Johannis- burg oder Pretoria zurückzukehren, so lange das Stand recht besteht. Von Lord Kitchener bis zum letzten Soldaten sind alle der fortwährenden Geplänkel überdrüssig, die mit den Buren-Kommandos statt find en. In der jüngsten Sitzung der Entschädigung s- kpmmission in London wurden 128 Entschädigung^ ansprüche von T e u t s cb e n vorgelegt, darunter diejenige des Dr. P. Christianßen, der 3/ 750 Pfund für ideelle Schädigung fordert. Ferner verlangte Schmitt, der Beßker eines Hotels in Pretoria, 11900 Pfund, darunter 10000 Pfund für teilweisen Verlust des Augenlichtes. Der Schani wirt Theinert in Johannisburg verlangt 10 000 Pfund für ideelle Schädigung. Der Gesamtbetrag dieser Forderungen beläuft sich auf 177 000 Pfund. Außerdem wurden noch 71 Entschädigungsansprüche von früheren Eisenbahn-Ang^ stellten deutscher Abstammung in der Höhe von <’91-> Pfund vorgelegt. I bringen gehabt. Cs sollen ihm nämlich sogar Hunderte von solchen Rekruten geschickt worden sein, die an körper- lichen Leiden aller Art litten, die eine nur oberflächliche ärztliche Untersuchung sofort hätte entdecken müssen. Er habe eine sehr lange Liste von Leuten heimgesandt, welche die Lazarette in Südafrika füllen und mit allen nur denkbaren Gebresten, vom .Herzleiden bis zur partiellen Lähmung behaftet sind. Taube, Stumme, Halb- blinde und einige Krüppel befinden sich unter dieser Heldenschar. Lord Kitchener spricht sein Bedauern darüber aus, 'daß eine so mangelhafte ärztliche Untersuchung statt- gefunden hat, und er weist darauf hin, welche Kosten und Mühen es bereite, nur völlig taugliche Leute auszubilden. Er hält es für thöricht, ihm derartiges Material zu senden, daß nicht ausbildungsfähig sei, und für das die Kosten für Transport nach Südafrika, und zurück, für Sold usw. umsonst bestritten worden seien. Tie Leute würden sogar die Kriegsmedaille erhalten müssen. Lord Kitchener hat angeordnet, daß alle derartigen Leute als dienstuntauglich zu entlassen, und sofort als Invaliden in die Heimat zurückzusenden seien. Bereits sind von diesen Leuten! Kopeak lobung Schwerin Thyra, dr ftonftan Telear.-Korr französische $ Mif/ioncn /'m .Ich beehre n M XV AchäMrai jonal die 6 speziellem von Thcrapi Ubr vormitt sulats, sowie schiffe gaben Im Aligcnb schastspalais Mitglieder öi Botschaft ift Aimdschrciben biplomatifi gefordert werd ^taatsangehöi des Vchchche Botschafter zi iedoch eine a '"e'ster Ibra niüht, die A! erfolglos. — Hafter in weilt, nicht Hitald" Qug Men Behöi Achtling tz Aufstand hi demselben g 8»ed ' «Wlifyi iB 1 • r®’n 1 ®u u r E am |> f scheint im Anzuge zu sein! . . . Es handelt sich um keine neuen Maigesetze, son- l>ern es droht uns eine neue Agitation nach Art der Los von Rom-Bewegung." So sprach, wie wir gestern berich- teten, der Abg. Trimborn auf dem deutschen Katholikentag in der ersten öffentlichen Versammlung. Tie Voraussage des neuen Kulturkampfs scheint auf die Anwesenden höchst überraschend gewirkt zu haben, denn es folgte, nach einem uns heute vorliegenden ausführlicheren und zweifellos zuverlässigen Bericht, keine Aeußerung der Zustimmung, sondern „lautlose Stille". Wären von anderer Soite, auß^r vom Abg. Trimborn, ebenfalls die „dunklen Wolken am Horizont" bereits erblickt worden, dann hätte es wohl kaum an bekräfttgenden „Sehr richtig!" gefehlt. In der That muß man fragen: wo sind denn im! deutschen Reiche Bestrebungen in größerem Umfange bemerk bar, darauf gerichtet, „die antikätholischen Instinkte zu, wecken, bei Katholiken Mißtrauen und Widerwillen gegen, die Kirche zu erregen"? Der Abg. Trimborn hätte Beispiele solcher Verhetzungen mitteilen, den Schauplatz der Friedensstörungen deutlich benennen sollen. Aber das Gespenst des „neuen Kulturkampfs" scheint hauptsächlich zu dem Zweck heraufbeschworen zu fein, das Band der Einig- keit um die Zentrumswähler feftjer zu schlingen. Tiefe Einigkeit wird — das weiß niemand besser als das kluge Zentrum — auf eine besonders starke Probe gestellt bei den komm en den Zoll tarifv er Handlungen. Die land-, £lC' ^r1aÄr®bat| J U Pretoria wohnte anders denken naturgemäß die städtischen Zentmmsan-1 Beisetzung nicht bet, erschien aber mtt seiner gesamten Hänger über „wirksame" Getreidezölle, d. h^ solche DEsib Su dem Konzert. Gleich nach der Beisetzung drangen 7 bis 7.50 Mark. „Am gefährlichst ist es,^^wenn^unsere! Engländer^ in die Wohnung Krugers und veranstalteten Einigkeit schwankt. Und sie ist gefährdet durch die Jnter- efsen-Gegensätze und Mmpfe", rief Abg. Trimborn aus. Ebenso legte Abg Dr. Lieber in feiner Ansprache das Hauptgewicht auf die Erhaltung der Einigkeit. Es bleibt nun abzuwarten, ob die „neue Kulturkampf-Prophezeiung, Wirkung thut. Daß sich die Prophezeiung erfülle, wird gewiß niemand wünschen. Ser Kampf der Interessen beherrscht die Gegenwart und die Zukunft. Schwerlich wird daneben noch ein Streit der Heberjeugungen und Glaubensmeinungen ausgefochten werden. Fallen von Zerstoßen gegen die Berufspflichten, ferner dann, mandterenden anerkannt. Sie waren der Ansicht, daß diel Buren durch parallel marickierend^ Jucnn zwar kein Verstpß gegen eine Berufspflicht aber em Notwendigkeit, einen gemeinsamen Führer zu haben, lange über den Oranjefluß. J treiben nordwärts bte Standesehre verletzendes Benehmen vorliegt. Daß auch aufgehört hatte, bevor noch Gras Waldersee in Ostasien an- Operationen ist daß Kruitzinaer Malan f?xe,ei Sei Den Barristers die Suspension oorlommt, habe ich nicht gekommen war. Tie Russen hatten sich in der Weise über ungesähr d"ei- bisvierhuüdert Ma^n tick nun mi können, ^e Disziplinargewalt über den Barrister dre Schwierigkeit hinwcggesetzt, daß sie eigentlich ihre ge- fr^staate befinden g Botha ünb Sott« Barett bet Innung zu welcher er angehort, dre Strasmittcl >amte Druppenmacht in chc Mandschurei geworfen hatten, der Lage, die Eisenbahnlinie ,u ü6erMrPif^ m" r fmd Verweis oder Entfernung aus der Innung. Die letztere ..... uLtLimrpTrtm MP1 Art der Bestrafung kommt nur äußerst selten vor. Eduard von England besuchte gestern nachmittag das Mausoleum auf der Rosenhöhe, wo sich bekanntlich die letzte Ruhestätte seiner Schwester, der Großherzogin Alice, befindet. steht unter Darmstadt, 28. August. Die Großherzogin und die Trbprinzessin zu Hohenlohe-Langenburg besuchten im Laufe des gestrigen Nachmittags die Ausstellung der Künstler Kolonie und kehrten hierauf nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück. In Begleitung befanden sich Hofdame Freiin v. KönigSeck und Major Frhr. v. Röder. — Der König A Michelbach bei Schotten, 28. Äug. Der hiesige Ge> meinderat hat jüngst den Beschluß gefaßt, jeden Bewohner mit einer Geldstrafe von 5 Mark zu belegen, der einem Zigeuner oder einer Zigeunerin noch eine Gabe verabfolgt. Marienburg, 28. August. Bei der heute im 1. Wahlbezirk des Regierungsbezirks Danzig stattgehabten Landtags-Ersatzwahl wurde Kammerherr v. Oldenburg Iunuschau (Kous.) mit allen 294 abgegebenen Stimmen gewählt. ..Muß ich denn gerade hier auf dem Kirchhofe sterben?- den Geist auf. drei Monaten. Ein Kleid des Letzteren lenkte den Verdacht der Thäterschaft auf Kenzerska, doch war dieselbe wie vom Erdboden verschwunden. Sie wird nach Hannover transportiert und sich demnächst vor dem hiesigen Schwurgericht zu verantworten haben. * Schweidnitz, 28. Aug. Der 26jährige Sohn des bekannten Getreide- und Kartoffelzüchters Cimbal in FroemS- dorf wurde mit einem Herzschuß lot im Brombeergestrüpp aufgefunden. Auf der Hühnerjagd, beim Durchschreiten des Gestrüpps, hatte eine Ranke den Gewehrhahn angezogen. * Bramstedt (Holstein), 27. Aug. Ein Mitglied deS Bramstedt Lentfohrdener IagdvereinS, S., hatte in seinem Revier ein Recontre mit einem Wilddiebe. S. war gerade im Begriff, einen Schuß auf einen kapitalen Rehbock abzugeben, als circa 90 Schritt seitwärts plötzlich ein Schuß fiel und zwar auf ein Schmalreb, das dann — stark an den Vorderläufen schweißend — in hohen Sätzen an ihm vorüber kam. Nun bemerkte S. einen auf ihn zielenden, hinter einem Busch versteckten Wilddieb. Auf den Anruf „Gewehr ort-, gab der Wilderer Feuer, erhielt aber in demselben Augenblick aus der Kugelbüchse des S. die rötliche Kugel in die linke Seite; einen gellenden Schrei ausstoßend, die linke Hand auf die Seite preffend, rannte er dann in das überaus gefährliche, unergründliche Torfmoor, wo er ür immer begraben liegt, denn die sofort von ompetenten Persönlichkeiten und Jagdhunden angestellte Nach- uche blieb erfolglos. Das angeschossene Schmalreh dagegen wurde von den Hunden gestellt. Da es in dem friedlichen Bramstedt keine Wilddiebe giebt, so glaubt man hier allgemein, daß S. einen gefährlichen Ausbrecher des Glück- tädter Zuchthauses unschädlich gemacht hat. S. empfing, da die Distanz für Schrot und gehacktes Blei zu bedeutend war, nur einige leichte Verletzungen an Hals und Händen, »agegeu wurde seine Kleidung an mehreren Stellen durchlöchert und zerfetzt. AuSschlagS- koSlfictent auf die Mark Kom- munalsteuer- kapital: 29,4 Pfg. 27,9 „ 28,195 _ 27 30,6 N 32,5 „ 30 Frankfurt a. M., 28. August. Bekanntlich hat die Frankfurter Filiale der Diskonto-Gesell schäft die meisten Geschäfte der Firma M. A. v. Rothschild u. Söhne übernommen. Wie jetzt bekannt wird, find zwei gute Lunden abgesprungen — der Großherzog vonLuxemburg und die Landgräfin von Hessen. Der Großherzog von Luxemburg soll sein riesiges Privatoermögen — man spricht an der Börse von 70—75 Millionen — in eigene Der- waltung Übernommen haben. Das Vermögen der Landgräfin wurde einem Altfrankfurter Bankhaus zur Verwaltung Übergeben. — Heute an Goethes Geburtstag wurden dem seinem Andenken gewidmeten Museum von Frankfurter Patrizierfamilien, die Originale der Ramberg'schen Goethe- Illustrationen als Geschenk überwiesen. Die Sammlung ist sehr reichhaltig und von großem künstlerischen Wert. Bad Homburg, 26. August. Der König von England gedenkt bis zum 5. September hier zu verweilen. Er lebt sehr zurückgezogen und widmet sich der Kur mit großem Eifer. Jeden Morgen punkt i/a8 Uhr erscheint der Monarch mit zwei Begleitern am Elisabethbrunnen; außerdem nimmt er jeden Vormittag abwechselnd ein elektrisches Bad und ein kohlensaures Mineralbad. Homburg, 28 Aug. Au« dem Testament der Kaiserin Friedrich, dessen Eröffnung bereits erfolgte, wird bekannt, daß die Erblasserin ihre sechs Kinder, ein- schließlich des Kaisers, gleichmäßig bedacht hat und zwar mit rund je einer Million Mark. Die Prinzessin Friedrich Karl von Heffen, geborene Prinzessin Margarethe, erhielt das Schloß Friedrtchshof, wohl weil sie allein, bezw. ihr Gemahl in der Lage ist, den ungemein kostspieligen Apparat zu erhalten. Für den Prinzen Heinrich hätte dieses Der- mächtnis nicht gepaßt, weil ihn seine Thätigkeit am Nordsee- strande fesselt. Der Besitz der verstorbenen Kaiserin setzt sich zusammen aus ihrer Mitgift von ca. einer Million Mark, und den Ersparniffen, die durch ein wunderbares Talent der Einteilung allein von den Apanagen möglich waren. Diese Apanagen betrugen aus England 8000 Pfund, zuzüglich der Einkünfte als Kronprinzessin bezw. Kaiserin. Die Erbschast der italienischen steinreichen Gräfin Galliera, die sich auf etwa drei Millionen Mark belief, ist für den Bau des SchloffeS FriedrichShof, den einzigen Luxus, den die Verstorbene sich selbst zuwandte, aufgegangen. Die Robert Tornow'sche Erbschaft im Werte von einer Million Mark ist vollständig vorhanden und verbleibt im Schloß FriedrichShof, bezw. im Berliner Kronprinzen-PalaiS Unter den Linden. ** Kleine Mitteilungen nter- » 1Qm essenten aber sind der Ansicht gewesen, daß gelöschter Kalk Gießen, den 29. August 1901. «für die Fische nicht schädlich sei. Auch liegt die Eisenstein- Ernennungen. Der Großherzog hat den Assistenten!Wäsche unterhalb Stockhausen und ihre Abwäffer fließen erst «uipharmakologischen Institut der thierärztlichen Hochschule!ca. 1 Klm. thalabwärts in den Seenbach, sodaß von einer j W München, Hermann Friedrich Gmein er, zum außer-1 Verunreinigung des Baches durch schmutziges Waffer bei i mmllichen Professor in dem veterinär-medizinischen Kollegium Stockhausen keine Rede sein kann. 1 m Landesuniverfität mit Wirkung vom 1. September 19011 lEMnnrt. — Der Großherzog hat den Kreisamtmann bei Kreisamt Alsfeld, Karl Ham mann, zum Kreisamtmann »»idem Kreisamt Heppenheim, den Kreisamtmann Rudolf Siongetmann in Bensheim zum Kreisamtmann bei dem Lcki'scMt Alsfeld und den RegierungSasseffor Dr für. Wilhelm hart aus Homberg a. d. O. zum Kreisamtmann bei im NreiSnmt Büdingen, sämtlich mit Wirkung vom 1. Sep» t'üvbm an, ernannt — Der Großherzog hat ferner den let Ww «SW [ÄI'W । «t i° ^ngrinL m habe' t kN Und erst h "Wen. Tie Wner aber e? Aufgebot tc Röt hunderte die an kör^ .7 eme nur e'-. "e entdecken mui ■euten heimgesk und mit allen- .7 Zur Partick "iimme, 6al sich unter bi: Bedauern dach. Versuchung ftc selche Kosten u Leute aufyibilbc Ratmat zu send ut das die uck, für Soib ?- ieute toüibwv:.- Lord ) als bienten »en in b\t wc on diesen Ste ne Woche ein öi jent nadf rom ntialtbtxv eutk' d den GeM rMeder,' Änüe ntb bchiM, h chtärztli»/ n?)eomamBch. Ibeten, natb^. erliche PrüseE chöstigt l'idir:.' nehr verlM'Ä rutierung aden-Pon^u nippe charad'' bilden M' sich ba* ftlr: Seife. \it bet Mn t uf bie Wfc gaiiptftabt. i’t bestehe, fiabi etaxtiyn Mn, hin a, aber jetzt g de und die^d Die MehrB eqelmätzigek' liißig Skiballett, b» - e früher w? eorbnete Ter Sw- um den nif- die EnE ken, nacd^k 1 lange bc»- um letztens e( überdm 28 EntW. daruntc: J, mb sS -7^ bisherige chinesische Gesandte am Ber- Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Hombero, Leinrick lmer Hofe, Lü Hat-Huau, der in Basel emgetroffen ist, wird. Da hm er, zum Gerichtsschreiber bei dem AmtSaerickt Gtesten üie verlautet, beim Empfange des Prinzen Tschun nicht an. mit Wirkung vom 16. September 1901, ernannt ' »efenb fetn. Er hat die Reichshauptstadt auf Nimmer. "Audien,. Der Großherzog empfing den KreiSveterinär, Wiedersehen verlassen und wird auch keiner Abschiedsaudienz arzt Sick von Lauterbach. gewürdigt werden. Berhaftnng. Gestern wurden am Neuenweg zwei — Das H®erl. Tagebl." erklärt das Gerücht über stromerartig auSschende Leute verhaftet, die sich in ver. eme Vermählung der Kaiserin Frieerich mit ihrem dächtiger Weise in der Nähe eines Schuhladen» zu schaffen langjährigen Obersthofmarschall Grafen von Seckendorfs machten. Da man aber keinen begründeten Anhalt für den -ach Mitteilung von zuständigster Seite als jeder Begründung Verdacht gegen sie fand, mußte man sie wieder laufen lassen, entbehrend. Wie die „Post- aus zuverlässiger Quelle erfährt, I ^Fahnenflucht. Wie wir hören, hat man die beiden ThaniQ§hb'8 30beäSa>s-rm Fr,-dr:ch Mus!-IK„ Lugc„ Hotel von bet 3. Kompagnie und W,l lern ©ra en Seckendorff den Stern de» GroßkomturkrenzeS Helm Kappler von der 4. Kompagnie des Ins. Regiments de. Ion,glichen Hausorden» von Hohenzollern verliehen. INr. 116, die sich schon vor mehreren Tagen ohne Urlaub . , ^at„0CnCrn ®£™’!,a8 au» der Garnison entfernt haben, noch nicht sestgenommen. nach kurzer Verlobungszeit vor dem Charlottenburger Standes. .. unser Regiment rückt morgen srüh zwischen 8 und c‘nc -ut ' Stunde» Ludols g uhr mittelst ExtrazugeS nach dem Schießplatz bei Grie». ParrfiuS geschlossen. Als Trauzeuge war der frühere Direktor heim ans Oberrealschule Prosesior Dr. Bandow .. n,ram„nale Besteuerung. In den der StSdteordnung anwe,euo. r___ unterstehenden Gemeinden deS Großherzogtums stellt sich die Nachfolger be«fommnnalc Besteuerung für das laufende Geschäftsjahr 7a‘nf eTrT,e»an« 19O1/°2 s°lgendermaß?n, wobei zur Vergleichung die ent. ?sgq an- t «»waltung erst ^t H-rbst sprechenden Zahlen de» Voriahre» beige,ügt find: 1899 an; er hat sich vorher, nachdem er als Offizier den' ö 1 M 1 Abschied genommen, der Bewirtschaftung seiner Güter gewidmet. Seine politische Stellung wird dadurch ausreichend gekennzeichnet, daß er bis zu seiner Ernennung stellvertretender Landesvorfitzender des Bundes der Landwirte in Mecklenburg war. Gotha, 28. August. Der Regent bestätigte die Wahl dos sozialdemokratischen Abg. Bock zum Mitglied| Wie aus der vorstehenden Ueberficht hervorgeht, dos BerwaltungSgerichtShofS. Gießen in Bezug auf die Höhe der Steuersumme ______ München, 28. August. Die oberbayerische Re g i e r - den größeren Städten des Großherzogtums an 5. Stelle, iiugu erjagte dem Beschlüsse der städtischen Kollegien während es in Bezug auf die Höhe der Besteuerung mit ‘Eß dre Errichtung von Filialklassen mit Simultan- 99,850 prozentualem Zuschlag die dritthöchste Besteuerung rnt UB -,cnekr $»lf5toule”.b« ®enel)m,gung. aufroeift. Die einkommeude Steuersumme ist für Gießen um e,nen 8f,ü9:n$b“*ft8a°hti± .en ““ M^für Lckierergemeinde ahgehalten werden soNte, verboten. Bingen um 33 375 Mk. und für Alzey um 33 900 Mk. Pa stör Bräunlich, der bekannte Führer der „Los von Rom"- *' Erbschafts- nud SchenkunaSsteuer. Da das hessische Bewegung, sollte dort sprechen.__________________________ Gesetz vorn 30. August 1884 über die ErbschastS- und Schenkungssteuer durch das am 1. Januar 1901 in Kraft Austano. getretene Gesetz vom 22. Dezember 1900 dergestalt abgeändert Kopenhagen, 28. Aug. Wie verlautet, wird die Ver- worden ist, daß seine Bestimmungen nunmehr im wesentlichen ü)Obung des Großherzogs von Mecklenburg- wlt denjenigen des preußischen Erbschaftssteuergesetzes vom Schwerin, der hier eingetroffen ist, mit der Prinzessin ^0- Mai 1873/19. Mar 1891 in Uebereinstimmung stehen, X hy r a, dritten Tochter des dänischen Kronprinzen, geplant. "ach einem Erlaß deS preußischen Finanzministers Konstantinopel, 28. Aug. «Meldung des Wiener K. K.' "e früheren Vereinbarungen zwischen Preußen und Hessen Tel egr.-Korresp.-Bnrean.) Das Rundschreiben, mit dem der ^gen Erhebnngung der Erbschaftssteuer außer Kraft gesetzt, sranzösische Botschafter Constans den Chefs der auswärtigen 'Odaß die Besteuerung von Hinterlassenschaften im Verhältnis Missionen seine Abreise anzeigt, hat folgenden Wortlaut: Iöwischen Preußen und Hessen in Zukunft in Preußen lediglich beehre nrich Ihnen zur Kenntnis zu bringen, daß ich I ^cn gesetzlichen Bestimmungen zu erfolgen hat. im Auftrag meiner Regierung Konstantinopel heute verlasse. I )( Butzbach, 28. August. Gestern wurde der Dachdecker Boischaftsrat Babst bleibt vorläufig hier, um mit dem Per- meister Ruppenthal von Rockenberg wegen Verbrechens joncil die (Srlcbigung der laufenden Angelegenheiten üon 19e9en § 176,3 des Strafgesetzbuchs, begangen an Kindern speziellem Interesse zu besorgen". — Die Abreise Constans unter 14 Jahren, verhaftet. Er ist Vater von 6 Kindern. 1901/02 1900/1901 Steuer- Prozentualer Steuerfummc: Zuschlag: summe: 11. Mainz 2419786 Mk. 91,954 2144 773 Mk. 1 2 Darmstadt 1696 251 , 80 972 1546 395 v 13. Offenbach 1118178 w 82,093 1038 000 „ 14. WormS 921000 , 89,277 793127 „ 15. Gießen 667761 „ 99,850 572517 , 16 Btnaen 265 230 , 101694 231855 , 7. Alzey 148 300 w 103,274 114400 , * Basel, 28. Aug. Heute Abend 6 Uhr, kurz vor Feierabend, stürzte ein großer moderner Neubau der Basler Baugesellschaft, vormals Linder, in der Aeschenvorstadt ein. Zwei Personen wurden getötet und sieben verletzt, davon vier schwer. Verschüttet sind noch 5 bis 8 Mann, meist Italiener. Da auch der Parlier mit der Appell-Liste begraben ist, ist eine genaue Feststellung noch nicht möglich. Polizei und ausreichende Sanitätshilfe waren sofort zur Stelle. Der Bau war in neuem Hennebiquesystem ausgeführt. Elngestürzt ist die vordere Faxade, die Jnnenmauern und der größte Teil der Gelüste. Das Hervorziehen der der noch Begrabenen wird erst bis morgen möglich fein, da eine ungeheure Schuttmasse wegzuräumen ist. • Tarnowitz, 28. Aug. Der Förster Emil Lier- mann aus Pohlom wurde im Walde erschossen aufgefunden. Der Mörder ist bereits verhaftet. Es handelt sich um einen Racheakt. Der Bruder des Mörders war von dem Ermordeten wegen Straßenraubes angezeigt und daraufhin bestraft worden. * Luzern, 28. Aug. Der Prediger Hermann Spengler aus Bernau, Regierungsbezirk Potsdam, starb am Dienstag bei Besteigung des Pilatus infolge lieber« anstrengung an einem Herzschlag. • Newyork, 28. Aug. Auf dem Flußdampfer „Treu- ton" erfolgte in der Nähe von TorreSdale (Pennsylvanien) eine Kesselexplosio n. 30 Personen wurden getötet und viele verletzt. * Feuersbrunst. In der russischen Grenzstadt Wyßtyteu entstand in der Nacht vom Montag zum Dienstag ein Feuer, das am Dienstag Abend noch nicht völlig gelöscht war. Die Stadt ist zum größten Teil eingeäschert. Hunderte von Familien sind obdachlos. Zur Löschung des Brandes wurde von den preußischen Grenzgemeinden Hilfe geleistet. * Das Projekt einer elektrischen Schnellbahn Hamburg —Berlin nimmt, so schreibt man uns aus Hamburg, greifbare Gestalt an. Der Schnellzug der »Elektrischen" Berlin—Hamburg wird die Strecke in 2% Stunden zurücklegen. Für jede Haltestelle ist % Minute Aufenthalt angesetzt. Güterzüge werden ebenfalls auf der elektrischen Strecke verkehren. Die Stromleitung ist als Hoch-Drehftrom-Leitung gedacht, die in der Mitte zwischen den zwei Geleisen ihre Aufstellung erhält. Das Anlage La vital ist auf rund 10 Millionen Mark berechnet, die Betriebskosten werden jährlich 1050000 Mk. erfordern Gerichtssaal. Ädln, 28. Aua. Die „Köln. Zig." teilt tn ihrer heutigen Abendausgabe mit, sie habe geg n da» i:t zweiter I -stanz erfolgte Urteil tn Sachen der „goldenen Hand" Revision beim ReichSgeeichl «noemdbet. Kandwirtschast. Marburg, 28 Aug. Eine Obfiverkaufs-Vermittelungs- stelle für die Kceise Marburg, Kirchhain, Frankenberg und Ziegenhain wird der Obstbauoerein des Kreises Marburg auch in diesem Jahre wieder ins Lchen treten laff.n. Es ist zu dem Zwecke eine Kommission eingesetzt worden, welche bereits morgen ihre Thätigkeit aufnimmt. Dom EtchSfelde, 27. Aug. Gegenwärtig find hier die kleinen Leute, die Tabak anbauen, damit beschäftigt, den gewonnenen Tabak anzuschnüren und die Schnüre an luftigen Stellen zu trocknen. Die geerntete Menge ist infolge ungünstiger Witteruogsverhättrsiffe (Trockenheit im Juni) auf den einzelnen Landstücken kleiner als tn den Vorjahren; da sich aber die Grsamtbauflache in diesem Jah^e stark vergrößert hat, so ist trotz relativ verminderter Ernte die absolute Tabakmenge entsprechend größer gegen die beiden Vorjahre ausgefallen. Dieser vermehrte Anbau ist auf das Steigen der Tadakpreise zurück- zuführen. Die Qualität des heurigen Tabaks ist im Gegensatz zur Q lantität vorzüglich ausgefallen; sämmtliche Blätter sind voll zur Reifebildung gekommen und gesund geblieben Dom Margen werden Duichichnittserlräge von 8 und 9 Zenlnec gegen 10 Zentner in 900 und 12‘/a Zentner tn 1899 angegeben. Es fi.^d im Kreise Dudnstadt, der die Haupttabakgegrnd des EtchSfeldeS ausmacht, ca. 700 Morgen in diesem Jahre mit Tabak bepflanzt worden. Kittrratur, Wissenschaft und Kunst. — Gin Angriff gegen Profeffor Koch. Ein Depeschenbureau bringt auS Montreal eine .Nachricht, bereu Inhalt gegen Profesior Robert Koch gerichtet ist. ES teilt die Behauptung deS Montrealer Proseffo-s Adami mit, daß die von Professor Koch auf dem London r Kongreß aufgestellte Tuberkulosetheorie ein Plagiat sei auS einer Abhandlung, die er (Adami) im Jahre 1899 geschrieben habe. Dieselbe sei von dem deutschen G.-"era>k'nsul in Montreal dem Berliner Verein, an dessen Spitze Professor Koch stehe, üDamittcIt worden. — Profeffor Koch empfing tn Berlin den Pariser Arzt Gar- nault und wtcS dessen Anerbicten, er möge ihm Bacillen tuberkulöser Rmder einimpfen, zurück. Er meinte aber, (Sa.nault solle, w.nn er durchaus die Richtigkeit der Koch'scheu Theorie an seinem Organismus erproben wolle, monat-lang die Milch tuberkulöser Tiere trinken; Koch hielt im ganzen Umfange feine Londoner Mitteilungen aufrecht. Garnauit wird ein volles Jahr lang mit wenig Wasser versetzte Milch tubertulöfer Tiere als einzigesGe- tränt genießen, außerdem gegen Kochß Rat alle zwei Monate sich starkes Tuberkulosegift einimpfen lassen. — Aus Frankfurt a. M. wird geschrieben: Für das hiesige Schauspielhaus wurden cngagt-it und treten bereits im September ein: Frl. Clara Sell«, vormals Mitglied de? „Berliner TbeaterS", zuletzt am Deutschen Theater in London; ferner: Frl. Poldi Sangora vom Hamburger Stadtiheater, Herr Max Bayrhainrner vom „Earl Weiß Theater" und Herr Mathieu Pseu vom „Lesst-'s-Theater" in Berten, Herr Max Rctmanu, jugendlicher Komiker r om Thalia-Thrater in Hamburg; dann per 1. September 1902: F l. Villma Jllinj vom Staottbeater in Breslau, F I. Marie Lange und Frl. Joscfine Rott mann vom Stadttheater in Köla. Endlich wurde Frl. Irene Trief ch durch Vertrag verpflichtet, in ihren Hauptrollen während ihrer Bcr- Itner U iaubpzeii wiederholt hier >u caftteren. UnwersttlNsNachrtchten. — Der Senior der Juristen-Fakultät in Halle, Gch. Justiziar Proflfsor H. H. Fitting, vollendete baS 70. L-ber.sjahr. — In J^na feierte der Direktor der gynäkologischen Klinik, Geh. Rat Proflfsor Dr. Schultze, sein goldenes Dokto judiläum. — Aus Mat- bürg wird geschrieben: Die beiden diesjährigen Ferienkurse wurden insgesamt von 149 Herren und Damen besucht $>-r Nationalität nach waren unter den Teilnehmern 63 Deutsche, 46 Engländer, 16 Schweden, 12 Holländer, je 2 Franzosen, Italiener, Ruffen, Fin- lä'ider und Jepaner, auS Norwegen, Oesterreich, Ungarn und der Schweiz j- 1. — Professor Dr. Grceff, der dirigierende Arzt der Abteilung für Auge, kranke in der Cbaritee tn Berlin, hat einen Ruf el« ordentl'chrr Professor und Direktor der Augenklinik nach Rostock erhalte». — In Amsterdam findet vom 9. bis 14. September ein Internationaler Kongreß für kriminelle Anthro- pokoaie sta>t. Crsgre Lombroso wird die E-öffnunasrede ba't n. Familien-Nachrichten. Gestorben r Karl Degen, Bahnhofsverwalter ♦. P. in Darmstadt. — Emil .'Karl Keil tn Darmstadt. — Kätchen Fischer in Nieber- Ramstadt Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Konkurs Lerlinderr In der Gläubigeroersammlung bet Firne Fritz Dietz u Co., Ofenfabrik in Dietz, welche durch den Zusammenbrut der Aktien-Gesellschaft Terlinden in Konkurs geraten ist, äußerte sich d« anwesende Konkursverwalter der Terlindengesellschast dahin, daß im K»,s kurS Terlinden nicht über 10 pCt. zur Verteilung gelangen dürste, Wurste Meldungen "" W. Basel, 29. Aug. (Telepbonmeld. des ^Gieß. Nllz.-) Unter den von der gestrigen Baukatastrophe (tergl Vermischtes im 2. Blatt) betroffenen Arbeitern befinden bis jetzt auch drei Deutsche, der Bautechniker W. Senblv. aus Anhalt und die beiden Zimmerleute S. Kümmel am dem Badisches uud H. Ringwald aus Eichstetten. Berlin, 29. Aug. Im Grünewald erschoß sich der Bankier Siegfried Landsberg, der hier in der Oranienburgerfiraße ein kleineres Bankgeschäft betrieb. De: Beweggrund der That dürfte sein, daß er in letzter Zeit mißglückte Börsengeschäfte unternommen hat. Plon, 29. Aug. Bei einer Segelpartie auf dem Plöner See ertrank Profeffor Bensel vom SubettenguUS sowü seine Tochter. Em L-ohn wurde gerettet. Hamburg, 29. Aug. Infolge der herrschenden Sturm, fluth kamen auf der Elbe viele Schiss-zusumme». flöße vor. Der Schleppdampfer „Expedient" rannte einet Fährdampfer an, der schwer beschädigt wurde. Philadelphia, 28. Aug. An Bord des Dampfers »Esty of Trenton", von Philadelphia nach Trenlon unterwegs, fand eine Explosion statt, wodurch sieben Personen ge, tötet und 20 verletzt wurden. Das Schiff ist bis auf bei Wasserspiegel niedergebrannt. Telep&aräacftrer KwsberichtT Frankfurt, den 29. August fest i1/! °/e Heichüardclbe 100.95 Kreditabtien . . m 4c 8 O/b - o 90.85 Diflkonto-Kommandit . . 114 50 8 /b ’/q Konsoia . . , 100 85 Darmstädter Baak . . . 120.00 8 °/b do .... 90.95 Dresdener Bank . . . 129 40 51/» % Heesen 98.40 Berliner Handelte». . . 186 50 5 % Ital'en. Reotv) . , 98.60 Oe«terr 8taanop.-A„l. 43.50 Gotthardbah/: . . . 158.00 3 O/o Portugiesen 25.80 Laurah litte . 184 50 8°/o Mexikaner , 26.30 Bochum . . . . . 186 10 4Ve e/o Chinesen . . . . 83.90 Harpener . 158 60 Wreteorowjuuye Beobachtungen brr Höchste Temperatur am 27.—28. August 4- 16.6° C. Niedrigste „ „ „ „ + 6.8« C. August j \ S VW* auf CO reduziert der Luft Absoltite Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 28. 9» 744,9 -4- 9,9 7,2 80 w. 2 sternh. Himmel. 29. 7« 747,4 4- 9,1 7,4 87 w 1 Sonnenschein, lcht.bew.Himmel 29 2« 748,8 4- 14,1 7,4 62 w. 2 beb. Himmel Die S Berlin, mph die Gieß' 3« Lau iSpeM dr/ Gieße Rachfieh Juli dS. I SevvwiS. Gieße III - " Lrtt.: D S S Inf Sr HSesetzbnchkS N tonn solch Die Bi >unge reute sofort gesucht. V $fr. Habenicht, Lampenfabrik, o H Wiesenftraüe 4. 03870 « 0) mittags 3 Uhr, statt. 03364 Beschäftigung gesucht. 6847 0) Fr. Krogmann E M88 Geldscbrank-Fabrilt Gießen, den 29. August 1901. 6849 Hausmädchen eö Frau gesucht. 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Heute morgen ^',8 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Gattin, Mutter und Schwiegermutter grau Elisabeth Vogelhöfer ged. Habermehl im 50. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm BogelhSfer und Kinder. Gießen (Wieseckerweg 19), den 28. August 1901. Die Beerdigung findet Freitag den 80. d. Mts., nach- Todes-Anzeige. Heute morgen 6V< Uhr entschlief unser liebeS Töchterchen und Schwesterchen Emilie nach kurzem, schwerem Leiden. Familie Johannes Rinn. Zahrräöer. Die neuesten Modelle der von mir geführten erstklassigen Fabrikate, wie: Adler, Wanderer, Mars, Gritzner sind eingetroffen, ebenso die Neuheiten in Laternen, Glocken nsw. Asterweg 9 ist daS Nebenhaus rechtS vom 1. Oktober ab an stille Familie 91’xertoe6 iy# Neubau, ^immung erfolgt a M die Taue «esches zur 3 timt dem fitile also ter Kabre 1901 ö mn bei Weise, l«t werden und tote zweite Ob yereu. s.w. -i^bertnegsger ^n^sgerichtz ^NSoeichunger ™ Ter Zwc Ezuivenden, NUllt werden, DMd die üielii Mvld. Tie Py- Ec 'm Jr Setroff ,üerb straff wn/nen werd LLf^er de C( “WInen Fi sein KL’ un9 in g^teren Art tDfc-bei sK" |s iÄ; LK 6^ fLtn Hausbursche und ein Kellnerlehrltng gesucht. 5850_________Caf^ Ebel. ^auddursche gesucht. 6830 V MSusbura 12. Acht, süliöer Pskri>cknecht gegen hohen Lohn und für dauernde