blitz “ de® Jeweilige Mr. 17« Zweites Blatt. LSI. Jahrgang. Dienstag 30. Juli 1901 eßslich *it M ManUl-r. ItHlhtH- r>n*ro bns An« tatter* d*b ^Blätter Sk hch- HS^tlhwbe" im«. «tat «4ch«tttch bdidcflt. 8baHk»>e< »•« 8n>el|gerlohn; durch St Lbholestellen vierleljich^ Ml. 1.90, monatl. 65 Bei Postbezug öiertelje^A. Mk. 2.00 ohne Bestell^» vlle Mnitiaen.-BenntttluB* -eklen bce In- und tlMMeoNe nehmen Anzeigen für He Gießener Anzeiger entgtee» Zellenprei« lokal 11 WU. «uM»ärte 20 Pf,. Adresse für Depescho«, Anzeiger Gieße». Fernsprechanschluß Nr.ßL. hüft Amtlicher Teil. v. Bechtold. aber nicht, wann sie geschlagen hat. Er bezieht sich auf die Erzählung von einem deutsch französischen Bündniß gegen England, diese Idee geht aber nicht auf das Jahr 1896, sondern auf daS Jahr 1899 zurück. Wenn Dilke sich näher dar über informieren will, so mag er sich nach Paris, aber nicht anders wohin wenden. Für unS genügt es, nochmals zu konstatieren, daß Graf Bülow niemals von einem solchen Zusammengehen Deutschlands und Frankreichs gesprochen hat. Gießen, den 26. Juli 1901. Betreffend: Mortalitäts-Statistik. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Großh. Ministerium deS Innern hat eine Abänderung des Formulars der Todeszeugnisse beschlossen. DaS neue Formular ist vom 1. September an ausschließlich zu verwenden. Sie wollen die Leichenbeschauer hiervon in Kenntnis setzen. - unb fturjfi(ber, 1 unb biebcSfuber. 3. tW, TUflWtttfl. Lutzeift billig. 1578 rte Kataloge kostenfrei. Politische Tagesschau. 3m englischen Unterhause hat, wie unser am Samstag nach Schluß der Redaktion eingegangenes und in unserer Sonutagsnummer, 2. Blatt, wiedergegebenes längeres Telegramm aus London meldet, Charles Dilke, der Bannerträger der leitenden Imperialisten, behauptet, Graf Bülow habe im Februar d. I. die Bereitwilligkeit eines Zusammen gehens ^Deutschlands mit Frankreich erklärt. Es braucht kaum hervorgehoben zu werden, daß Graf Bülow eine solche tahlpauzn- dschränke 1 Miehunq 8*le bei L ® Lon in fÄfeä ,®°^ne mit (uif hi. «Ä£-- 2T vlvifv» Aeußerung nie gelhan hat. Wenn nicht andere Motive vor- liegen, die Dilke veranlaßt haben, eine plumpe Lüge in die Un.ÄtÄT politische Debatte zu werfen, so ist die Rede DilkeS nur ein ^WWiritUö neuer Beweis dafür, wie oberflächlich englische „Politiker" !' ^nenfaft, Vrause«' sich mit den Vorgängen auf dem Festlande beschäftigen. Viel- u m!Äe'Salia’1 leicht hat Herrn Dilke irgend eine Depesche aus irgend einer iaetie qq Jingooffizin vorgelegen, auf Grund deren er nun nach einem Cito 'sAoüf . halben Jahr dieses Märchen über den Grafen Bülow in die 4 . Welt setzt. Dilke hat wohl eine Glocke läuten hören, weiß HnM Stücken icktUvonStrWti ch midi anflelegmtlid)#. araestkMlüW ub stets vorrätig. 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Wenn der englische Sraatssekretär Cranborne, wie Reuter am SamStag weiter meldet, das nur „annimmt", so ist er für einen Staatsmann auffällig schlecht informiert, ober er führt absichtlich das Parlament irre. Wenn er ferner seinen Zuhörern allerhand schöne Dinge von der Auslieferung der russischen Bahn an England erzählt, so ist das ihre Sache, ob sie das glauben wollen. Ehrlich gehandelt ist das von Cranborne jedenfalls nicht, denn die Erfahrung muß ihn doch gelehrt haben, daß Rußland aus einer einmal besetzten Stellung nicht wieder herausgeht. Daran ändert auch die Thitsache nichts, ob der Mandschureivertrag unterzeichnet oder zurückgezogen ist. Macht geht in China vor Recht, und die Macht haben die Russen in der Mandschurei. Unter welcher Form, ob als Friedensstifter, als Kommissäre des Sohnes des Himmels ober als Eroberer, sie sich in der Mandschurei häuslich einrichten, ist völlig gleichgiltig. Jedenfalls bleiben sie dort, mögen auch noch so viele unschädliche Reden tm englischen Parlament geschwungen werden. Evgläuder und Bure«. Der Korrespondent des „Standard" sendet einen brieflichen Bericht, wonach in Kapstadt Anfang dieses Monats Gerüchte umliefen, Lord Kitch en er werde Ende August das Kommando in Südafrika ab geb en und nach einem Aufenthalt von fünf Monaten in England später das Oberkommando in Indien erhalten. General Blindon Blood rverde als Nachfolger genannt. Das Ruhebedürfnis Kitcheners ließe sich allerdings auch aus anderen Gesichtspunkten erklären; indessen ist kaum anzunehmen, daß die britische Regierung ihren einzigen noch einigermaßen fähigen Strategen so leicht gehen lassen würde, wenn sie ihn nicht an dem Ort seiner bisherigen That für entbehrlich hielte. Eine Depesche des Generals Kitchener vom 26. Juli besagt: General Stephens berichtet, eine beritte neAb- terlung Steinackers, die Bremersdorp besetzt hielt, wurde am 24. Juli von einem überlegenen Truppenkörper der Buren, wahrscheinlich den Kommandos von Amsterdam und Pietreties gezwungen, den Platz zu räumen. Die Abteilung schlug sich nach dem 16 Meilen entfernt liegenden Lembobv durch. Ihre Verluste an Toten und Verwundeten betragen 10 Mann. Einige Mann wurden verwundet. Nach einer Meldung der „Times" aus Bloemfontein betrug die Gesamtzahl der weißen Flüchtlinge in den Lagelvn des Oranje-Staates am 20. ds. 35 831, das ist seit Ende Juni ein Zuwachs von 4137. An Todesfällen kamen im Juni durchschnittlich- 109,1 auf 1000 gegen 116,76 auf 1000 im Monat Mai. Dieser Satz ist immer noch sehr hoch, es zeigt sich aber doch schon ein Sinken der Tendenz, obwohl in einzelnen Lagern noch immer (Mdemieen herrschen. — Nach der jüngst veröffentlichten amtlichen Statistik betrug im Juni die Zahl der Weißen in den Konzentrationslagern des Oranje-Freishaates: 5116 Männer, 9646 Frauen, 17 953 Kinder, zusammen 3215; der Zuwachs im Juli beträgt also 3116. „Daily Mail" veröffentlicht einen Bericht Lord Kitcheners, der das Ergebnis der von ihm ungefüllten Untersuchung über die Erschießung verwundeter eng- lischerSoldaten durch Buren auf dem Schlachtfeloe bei Vlakfontein enthält. Leutnant Duff sagt aus, am Tage nach dem Kampf habe ihm Leutnant Hearn erzählt, er habe gesehen, wie ein junger Bur zwei leicht verwundete Engländer erschossen hätte, die sich gegenseitig ihre Wunden verbunden hätten. Hearn habe ihm noch gesagt, daß auch andere verwundete Engländer von Buren erschossen worden seien. Der Bericht enthielt ferner die Aussagen von acht Soldaten, die erÜären, gesehen zu haben, daß Buren Verwundete erschossen hätten. Mehrere Soldaten sagen, sie hätten gesehen, daß ein Bfurenoffizier sich bemüht habe, seine Leute davon abzuhalten, die englischen Verwundeten zu erschießen. Alle Vernommenen liegen in Johannesburg tm Hospital; sie sagen, sie seien bereit, ihre Aussagen zu beschwören. Diese Aeußerungen sind augenfällig tendenziös.' Der Hauptbelastungszeuge, Leutnant Hearn, ist, wie es scheint, tot, denn was er gesehen hat, erfährt man nur aus dem Munde eines andern. Die einzige bestimmte Aussage, die er macht, entspricht indessen keineswegs den ursprünglichen Behauptungen, nach denen bekanntlich Buren verwundet am Boden liegende Briten erschossen haben sollten. Auch die übrigen Zeugen haben diese Bestimmungen nicht erhärtet. Da es sich außerdem um Mehrere Zeugen handelt, ist es keineswegs ausgeschlossen, daß die Vorgänge, die sie gesehen zu haben behaupten, identisch sind. Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, daß sie sämtlich dasselbe gesehen haben, und darüber berichten ohne Rücksicht auf die anderen Aussagen, sodaß der Anschein erweckt wird, es handele sich um ebenso viele verschiedene Vorgänge. Der einzige, bisher wirklich faßbare Fall, der aber nur vom Hörensagen bekannt ist, rechtfertigt die schweren Anschuldigungen gegen die Gesamtheit der Buren ganz und gar nicht: ein junger Bur soll zwei leicht verwundete Engländer erschossen haben, die offenbar nicht kampfunfähig waren, und die sich gegenseitig ihre Wunden verbanden, vermutlich, um dann den Kampf fortzusetzen. Diese Handlungsweise wäre durchaus richtig. Andererseits wird erzählt, em britischer Sergeant habe bei Vlakfontein einen Buren unter dem Vorwande der Uebergabe an sich gelockt, um ihn desto sicherer über den Haufen schießen zu können! Außerdem geben die englischen Zeugen selbst zu, daß ein burtscher Offizier sich bemüht habe, seine Leute von diesem kriegswidrigen Treiben abzuhalten. Endlich hat, wie jüngst mitgeteilt wurde, Delorey dem britischen Oberkommando sein Bedauern darüber mitgeteilt, daß im Krieg Roheit und Disziplinlosigkeit unter den Buren um sich greife. Die Ab sicht der Leiter ist es also ganz gewiß nicht, Grausamkeiten zu dulden. Wie Steijn entkam, darüber meldet der Kroonstader Berichterstatter des Reuterschen Bureaus folgende Einzelheiten : Es scheint, daß General Broadwood in der Nacht vor dem Angriff einen Eilmarsch unternahm, um das Dorf Reitz, das zwischen Hügeln und Klippen liegt, vor Tagesanbruch zu umzingeln. Infolge der Schuld eines Führers befand sich jedoch die. Kolonne bei Tagesanbruch erst 5 Kilometer von Reitz entfernt. Die 7. Garde-Dragoner^ welche die britische Avantgarde bildeten, galoppierten, als sie sich dem Dorfe näherten, plötzlich in den Ort hinein, und als sie einige Zelte sahen, ritten sie darauf zu. Hier und in den benachbarten Häusern nahmen die Dragoner 28 Beamte der Oranje-Freistaatregierung gefangen. Einer der Gefangenen nahm gerade ein Bad in einem Hause, als er ergriffen wurde. Einen anderen Mann in Hemdsärmeln und barfuß sah man aus einem Wohnhaus in ein Nebenhaus eilen, aus dem er unmittelbar darauf auf- tauchte, auf ein ungesatteltes Pony sprang, und über Berg und Thal int Negligee davongaloppierte. Ein Dragoner-Sergeant, der beste Schütze seines Regiments, versuchte auf 50 Meter auf den Davonreitenden zu schießen, aber das Oel im Abzugsmechanismus seines Karabiners war gefroren, und die Waffe versagte drei Mal. Durch diese Umstände begünstigt, entkam Steijn; denn der Flüchtige war niemand anders, als der Präsident. China. W a s h i n g t o n, 27. Juli. Nachrichten aus Peking zufolge hat Rußland erklärt, es werde jetzt nicht weiter auf eine eventuelle Erhöhung der Zollabgaben über fünf Prozent, der gegenwärtigen Ziffer, hinaus drängen und seine Zustimmung geben, daß, falls Chinas Einkünfte nicht ausreichend sein sollten, zur Zahlung von Kapital und Zinsen, die Mächte die Einkünfte Chinas untersuchen und besttmmen sollen, welche Veränderungen zur Deckung des Erfordernisses notwendig seien. In diese Abmachung seien die kaiserlichen Seezölle mit eingeschlossen. Der englische Gesandte sei hiervon befriedigt. Daher sei die ganze Frage der finanziellen Maßnahmen geregelt. Die 450 Mill. Taels sollen nach Maßgabe des Wertes des Taev am 1. April dieses Jahres in Gold Konvertiert werden. In dem Falle, daß die Einfuhrzölle später erhöht werden, soll die Freiliste, mit Ausnahme der für Cerealien, ab geschafft werben. Es verlautet jedoch, daß dafür eine Kompensation wahrscheinlich finanzieller Natur verlangt werde. Die Teilnahme Chinas an der Verbesserung der Wasserzugänge zu Shanghai und Tientsin und alle anderen Hauptpunkte der Verhandlungen seien jetzt geregelt, und es werde erwartet, daß die Ergebnisse der Verhandlungen innerhalb vierzehn Tagen in ein Schluß-Protokoll zusammengefaßt werden, das alsdann von allen Mächten unterzeichnet werden wird. — Die Gesamtsumme an Kapital und Zinsen, die China für die Entschädigungszahlung überhaupt aufzubringen hoben wird, beläuft sich auf rund 1 Milliarde Taels. Diejenigen Teile der Staatseinnahmen, welche jetzt für den Dienst der ftüher aufgenommenen Anleihen verwandt werden, sollen, sobald diese Anleihen getilgt sind, für die Entschädigungszahlung hinzugenommen werden. China wird, wenn es nicht inzwischen neue Verpflichtungen auf sich nimmt, 1940 von den auswärtigen Schulden frei sein. Die Frage der Bestrafung und Aussetzung der Prüfungen gelangte am gestrigen Sonntag zum that- sächlichen Abschluß, indem die Gesandten sich mit den. chinesischen Erklärungen über das, was in der Angelegenheit der Besttafungen geschehen ist, und noch geschehen soll, einverstanden zeigten. Die Ernennungen zum Auswärtigen Amte, das an Stelle des Tsung-li-Pamen tritt, wurden bekannt gegeben. Sie werden allgemein mit Befriedigung ausgenommen. Prinz Tsching stellte an die Spitze desselben zwei Minister, nämlich den früheren Vize- könig von Tschili Wangwentschao und Tutuhunghi, die beide Mitglieder des großen Rates sind. Diesen sind der ftühere Legationssekretär in Washington Hsihupeng und Lienfang als Hilfsbeamte beigegeben. Den chinesischen Bevollmächtigten ist ein Edikt zugegangen, das sie anweist, gegen die übermäßige Befestigung der britischen Gesandtschaft, welche die kaiserliche Stadt beherrsche, Einspruch zu erheben. Das Edikt sagt, wenn nötig, könnten statt dessen stärkere Garnisonen längs der Bahnlinie bewilligt werden. Deutsches Reich. Berlin, 28. Juli. Aus Molde wirb gemeldet: Gestern frühstückte Seine-Majestät mit einigen Herren des Gefolges an Bord der „Baden". Am Nachmittag nahm Se. Majestät den Vortrag des Fürsten Eulenburg und des Admirals von Senden entgegen. Am Abend war zur Feier des Geburtstages des Prinzen Oskar eine größere Tafel an Bord der „Hohenzollern", an der auch die Offiziere der „Baden" teil« nahmen. Die Hitze dauert an. An Bord alles wohl. „Hohenzollern" verbleibt bis auf weiteres vor Molde. — Mitteilungen des Kriegsministeriums über die Fahri der Truppentransportschiffe: Dampfer „Rhein" heute vormittag in Suez, „Wittekind" gestern nachmittag 6 Uhr in Port Said angekommen, Abfahrt deS letzteren voraussichtlich nach 12 Stunden. „Palatia" an und ab Port Said den 27., „Bahia" 28. — Die Metzer Bifchofsfrage darf nunmehr bis auf die Erledigung einiger Förmlichkeiten als abgeschlossen betrachtet werden. Der durch daS besondere Vertrauen deS Kaisers ausgezeichnete Benediktiner-Abt Ben zier von Maria- Laach wird Bischof von Metz, Zorn v. Bulach an Stelle Marbachs Weihbischof von Metz. — In BundeSratSkreisen hört man die feste Ueberzeuguug äußern, daß der Entwurf des Z o l 1 t ar if g e f e tz e s und des Tarifs selbst in der veröffentlichten Form die Zustimmung des Bundesrats nicht finden, daß dieser vielmehr wesentliche Aenderungen beschließen werde, zumal auch der Kaiser unter allen Umständen den Abschluß neuer HandeSverträge wünscht. — Die Eisenbahnverwaltnng hat nach Einführung der verlängerten Geltungsdauer der Rückfahrkarten eine weit schärfere Kontrolle der Fahrkarten angeordnet. Um die mehrfache Verwendung der Fahrkarten zu verhüten, soll in allen durchgehenden Zügen, trotz der Bahnsteigsperre, ausnahmslos eine strenge Fahrkartenprüfung stattfinden, soweit irgend möglich auch in den Zügen mit Abteilwagen. Zum Zeichen der stattgehabten Prüftrng sind die Fahrkarten von den Beamten mit einem Revifionszeichen zu versehen. Unter allen Umständen soll vermieden werden, daß Reisende bei Antritt der Fahrt oder auf der Rückreise die Bahnsteigsperre passieren, ohne daß ihre Karte durchlocht wird. In allen Fällen der mißbräuchlichen Benutzung von Fahrkarten wird die zuständige Berkehrsinspektion angewiesen, gegen die Thäter sofort und unnachfichtlich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. Memel, 27. Juli. Bei der heutigen Stichwahl im Wahlkreise Memel-Heydekrug wurden nach bisheriger Feststellung abgegeben für Mattschull (Lithauer) 9106, für Braun (Sozialist) 6923 Stimmen. Es fehlt nur noch das Ergebnis ans zwei Bezirken. Ausland. Budapest, 27. Juli. In Nordostungarn will auf Grundlage der Studien des als Antisemit verrufenen Regierungskommissärs Egan, der erklärte, daß bie Dortige-, meist aus Rußland und Polen eingewanderte jüdische $e=- oölterung für den Ackerbau sehr geeignet sei, der ungarische dem Berge selbst begrüßte Schellengeläute den Wanderer. Auch der Bergführer fehlte nicht, der den Kraxlern die nötigen Erklärungen und Weisungen gab. Einige meisterhaft ausgeführte Marterln vervollständigten das Bild der Alm. Auf dem einen sah man den abstürzenden Bergseppl, auf dem anderen ein durch eine Lawine fortgerolltes Ehepaar, ein drittes stellte die abgeschiedenen Seelen im Fegefeuer dar. Ab und zu erklang das Juchzen des Sennen; dazu kam das herrliche Wetter. Man glaubte sich thalsächlich auf die Alm versetzt. Eine stattliche Zahl von Festgästen hatte sich ein* gefunden. Nach eingehender Besichtigung der Ueberraschuvgen setzte man sich im Saale zu einem Abendbrot zusammen, in dessen Verlaufe eine ganze Reihe von Trinksprüchen teils heiteren, teils ernsten Inhalts ausgebracht wurden. Eine neue Überraschung bestand darin, daß jedem der Gäste ein Kärtchen mit einigen Versen gewidmet wurde, die in humoristischer Weise auf Eigentümlichkeiten, Erlebniffe u. dergl. der einzelnen anspielten. Aus allgemeinen Vorschlag wurden die Verse oorgelesen; manche von ihnen entseffelten förmliche Lachsalven. Ein kleine Sennerin im Nationalkostüm überbrachte einen Festgruß aus Tyrol und erhielt zum Dank ein Almglöcklein mit einer poetischen Widmung. Auch ein Festlied war von einem der Mitglieder eigens sür diesen Tag gedichtet worden. Nach dem Abendessen wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Bei dem Zischen der Raketen und dem Ausflammen de- bengalischen Feuers machte das alte Gemäuer gegenüber der Restauration einen gespensterhastschönen Eindruck. Selbst ein Tänzchen mit den Dorfschönen von Gleiberg und Krofdorf wurde riskiert. Unbändige Heiter- eit rief eine von dem urwüchsigsten Humor gewürzte Schilderung der bei der Einweihung der Gießener Hütte im Jahre 1910 veranstalteten Feier und der Hütte selbst hervor. Bei gefülltem Becher blieben die Kraxler noch manche Stunde zusammen. Konstantinopel, 28. Juli. Wie schon mehrfach« erwähnt, wollte der internationale Sanitätsrat dem Sultan die Kompetenz absprechen, die Dauer der Quarantäne für Provenienzen aus Egypten aus eigener Machtvollkommenheit festzusetzen. Der Sultan ließ dem Sanitätsrat kurzweg antworten, er sei Herr in seinem Lande und wolle es bleiben. Aden, 28. Juli. Der „tolle Mullah" wurde von den Engländern in einem scharfen Kampf am 17.- Juli geschlagen. Auf englischer Seite fielen ein Offizier und 12 Mann, während 1 Offizier und 20 Mann verwundet wurden. Der Feind hatte 70 Tote. Haag, 28. Juli. Das neue Ministerium Kuyper wird folgendermaßen zusammengesetzt: Kuyper Vorsitz und Inneres, Melvil van Linden Generalsekretär des Schiedsgerichtshofes und Auswärtiges, Deputierter Loeff Justiz, Vizeadmiral Kruys Marine, der frühere Minister Bergansius Krieg, Marey Oigens Watersteat Handel und Industrie, Deputierter Harte van Tecklenburg Finanzen und van Aschwyk, früherer Gouverneur von Surinam, Kolonien. Der neue Premierminister Dr. Kuyper soll ein persönlicher Freund Krügers und einer der burenfreundlichen Führer in Holland sein. (An eine Intervention der holländischen Regierung zu Gunsten der Buren ist aber trotzdem nicht zu denken. D. Red.) Paris, 29. Juli. Bei den Stichwahlen für die Genera träte wurden 38 Radikale, 10 Sozialisten, 20 Gemäßigte und 10 Reaktionäre gewählt. Barcelona, 28. Juli. Zur Feier des Jahrestages der im Jahre 1837 erfolgten Aufhebung der Jesuiten- und anderen Klöster sand heute hier eine große antiklerikale Versammlung statt. Es wurden Ansprachen gehalten, in denen dem Klerikalismus der Krieg erklärt wird und ein Beschluß gefaßt, durch den die Vertreibung der geistlichen Vereinigungen gefordert wird. Nach Schluß der Versammlung ertönten Hochrufe auf die Republik und die soziale Revolution. Die Polizei zerstreute die Menge und nahm mehrere Verhaftungen vor. Malta, 28. Juli. Die von China kommende zweite Division des ersten deutschen Geschwaders hat auf dem Wege nach Cadiz heute Malta passiert. Rom, 28. Juli. Aus Anlaß der morgigen Wiederkehr des Todestages des Königs Humbert empfing der König heute nachmittag den deutschen Botschafter Grafen Wedel, der den Auftrag hatte, die Teilnahme des Kaisers Wilhelm auszudrücken. Aus dem gleichen Anlaß empfing auch die Königin Margherita den Botschafter. Später legte dieser auf dem Grabe König Humberts im Pantheon im Namen des Kaisers Wilhelm einen Kranz nieder mit der Inschrift: Wilhelm, deutscher Kaiser, seinem treuen, unvergeßlichen Freunde." Wien, 28. Juli. Im Schlosse zu Konopischt fand heute die Taufe der neugeborenen Tochter des Erzherzogs Franz Ferdinand statt. Sie erhielt die Namen Sofie Marie Therese Franzrska. ’ 1 ** Verhaftungen. Ein junger Maurer aus Steinbach wurde am Samstag verhaftet, weil er im Verdacht steht, die Einbruchsdiebstähle in dem Baubureau in der Grünbergerstraße begangen zu haben. Der bei dem zweiten Einbruch entwendete Revolver wurde bei ihm gefunden. Der Verhaftete behauptet, ihn von dem großen Unbekannten gekauft haben. — Ein hiesiger der Polizei wohlbekannter Arbeiter mußte am Samstagabend wegen fortgesetzter Ruhestörung auf dem Neuenweg verhaftet werden. Im Arresthaus zertrümmerte er das ganze Inventar seiner Zelle, sodaß er sich nunmehr auch wegen Sachbeschädigung zu verantworten haben wird. * * Unfall In die hiesige alte Klinik wurde am Samstag ein schwer verletzter Landwirt aus Lehmberg bei Wetzlar gebracht. Man hatte ihn aus dem Felde mit einer Wunde am Kopf bewußtlos ausgefunden. Sein Pferd stand neben ihm. * * Ausflug. Die Teilnehmer am wissenschaftlichen Fortbildungskursus für Volksschullehrer an der Landesuniversität, die Lehrer aus Gießen und den benachbarten hessischen und preußischen Orten, veranstalteten am Samstag nachmittag einen Ausflug mit Familie nach dem Jagdschlößchen Dutenhofen. Die Feier verlief in der schönsten Weise bei Ansprachen, Gesangs- und Musikvorträgen. Die stattliche Schar der Teilnehmer zerstreute sich erst gegen Mitternacht. * * Rektoratswahl. Wie wir bereits in unserer Sonntagsnummer auf Grund einer telephonischen Meldung aus Darmstadt mitgeteilt haben, hat der Großherzog den ordentlichen Professor der Botanik Dr. Adolf Hansen zum Rektor der Landesuniversität für das Universitätsjahr 1901/02 ernannt. (Wir wiederholen die Meldung, weil ich in die Telephonnachricht ein störender Druckfehler eingeschlichen hat. * * Patente. Folgende Patente wurden für Hessen angemeldet: Gewebe aus Darmfäden. G. Pirazzi u-Co. in Offenbach. Verfahren zur Verwertung von Linoleum- Abfällen. A. Hoffmann in Wo r ms- In ein zweischläfriges Bett zu verwandelndes Sopha. I. B. Rößner in Mainz. Verfahren zur Herstellung festhaftender glatter und galvanischer Niederschläge. Fr. Darmstädter in Darmstadt- Bügelverschluß für Geldbehälter mit ^wei vder mehr Taschen. Jung u. Dittmar in Salzungen und Rieth u. Kopp in Ofenbach. Räder-Vorgelege an Hobelmaschinen. L. Hey- igenstaedt in Gießen. Vorrichtung zum Einstellen der an schwenkbaren Stahlhaltern sitzenden Schneidstähle bei Facon- und- Schraubenbänken. Gebr. Hau in Bürgel bei Offenbach a. M. In ein Bett zu verwandelnder Divan oder dergl. I. B- Rößner in Mainz. Klappenventil der durch Patentanmeldung G. 14 919 geschützten Art in einem Einsatzkörper; Zus. z. Anm- G. 14 919. M. F. Gutermuth in Darmstadt. Verfahren zur elektrolytischen Darstellung von reinem Eisen aus Eisenchlorür. Firma E. Merck in Darmstadt. * * Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großh. Hessen Nr. 9, ausgegeben am 20. Juli, enthält: 1. Ein Ausschreiben des Großh. Oberkonsistoriums an die evangelischen Dekanate und Pfarrämter (Nr. 16) vom 5. Juli 1901: Der Vorstand des Rauhen Hauses in Hamburg, der bekannten Mutteranstalt der Inneren Mission, hat sich sowohl an die Staatsbehörde als auch an uns mit der Bitte um Bewilligung einer Landes-Hauskollekte gewandt, da die Anstalt dadurch, daß die von ihr ausgegangenen zahlreichen Tochteranstalten die Opferwilligkeit des evangelischen Deutschlands zum größten Teil für sich in Anspruch nehmen, in eine Notlage gekommen sei, aus der sie ohne eine außerordentliche Beihilfe der Glaubensgenossen allein nicht herauskommen könne. Da also der Bestand des Rauhen Hauses in Frage steht, so war es llar, daß die Bitte des Vorstandes nicht ohne weiteres abgewiesen werden dürfe. Die Staatsbehörde, welche dies mit Rücksicht auf die vielen unserem Lande israelitische Ackerbauverein mit Unterstützung der Regierung großangelegte jüdische Ackerbaukolonien schaffen. — Der deutsche Zolltarif-E ntwurf wird hier sehr abfällig beurteilt und man glaubt in politischen Kreisen, daß auf der Grundlage desselben der Abschluß eines Handelsvertrages mit Deutschland für Ungarn unmöglich ist. Selbst die agrarischen Kreise, welche die Erhöhung der Getreidezölle als eine Förderunc ihrer Prinzipien freudig begrüßten und weil unser Getreideexport nach Deutschland kaum in Rechnung kommt, werden jetzt stutzig, weil die geplanten Erhöhungen auf Wein, Vieh, Geflügel und ganz besonders auf Holz beinahe einer Exportverhinderung gleichkommen und unsere Land- und Forstwirtschaft bedeutend schädigen würden. Ter „Pester Lloyd" erklärt, daß es angesichts solcher protektionistischer Zölle undenkbar sei, daß Deutschland uns in einem Vertrage etwas zu bieten vermöchte. Petersburg, 28. Juli. Mehrere Blätter äußern sich über den neuen deutschen Zollarifgesetzentwurtz. Die „yiowoje Wremja" betont den agressiven Charakter desselben und kommt zu dem Schluß, daß die Urheber des neuen Tarifs den Zollkrieg mit allen Ländern herbeiführen wollten, die Deutschland bisher mit Getreide versorgt. Die jetzige große deutsche Einfuhr nach Rußland müsse eingeschränkt werden, indem man die betreffenden Waren in Zukunft aus anderen Ländern beziehe; Deutschland werde es jedenfalls schwerer fallen, sich Getreide aus anderen Ländern zu verschaffen. Dem Deutschen Reiche stünden nicht wenig Sorgen in Bezug auf die Aufrechterhaltung der guten politischen Beziehungen zu den Mächten bevor, mit denen Deutschland den Zollkrieg zu führen sich vorbereite. Die künftigen deutschen Getreidezölle verschließen nach Ansicht der „Birschewija Wjedomosti" den russischen landwirtschaftlichen Produkten den deutschen Markt fast völlig. Rußlands Antwort könne nur in Erhöhung der Einfuhrzölle auf deutsche Importartikel bestehen und däe unausbleibliche Folge sei der Zollkrieg. Auf eine Ermäßigung der jetzt bekannt gegebenen deutschen Zollsätze sei nicht zu hoffen, da im deutschen Reichstag Preußen vorherrsche. Bei dem festen Entschluß des Grafen Bülow, die Getreidezölle zu erhöhen, könne von Verhandlungen über den Handelsvertrag keine Rede fein. Tas Blatt führt alsdann aus, daß Rußland von Deutschland finanziell unabhängig sei und genug Zeit habe, um seiner Landwirtschaft neue Absatzmärkte zu sichiern. Niemand wünsche in Rußland den Zollkrieg mit Deutschland. Ein solcher Krieg werde aber unvermeidlich sein. „Nowosti" sehen nicht s«o schwarz. Sie halten zwar einen Zollkrieg für ein großes Unglück, glauben aber, daß der Bundesrat vielleicht nur die Minimalsätze annehmen werde. Dem Reichstag werde es nidjt schwer fallen, sie noch mehr herabzusetzen. Andernfalls sei der Boden für alle möglichen Konflikte vorbereitet und beide Nachbarstaaten ernsten Gefahren ausgesetzt. Ans Sta-1 und Land. J* untct Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist UWt unter genauer Quellenangabe: „(Biefc «rrz^ gestattet.) . . Aus der Gleiberg-W«. „Auf der Gleiberg-Alm?" wird manch« Leser verwundert fragen und den Kopf dazu Mttelu. Hätte er aber am Samstag gegen Abend einen ©pasiergang zum Gleiberg gemacht, so würde er die Be. rechtignng der Bezeichnung für diesen Tag zugegeben haben. In der That hatte der alte Gleiberg am Sam-taa fein all* tägliches Gewand abgelegt. Die Sektion Gieß « des d.-tsch.n und äfterreidjifdjen «lp-nv-r.in». di- Feier ihre« IS.öhrigen Bestehen» beging, batte chn in ein alpine» Festgewand gehiMt. Aas dem Wege rum «leiberg waren in gewissen Zwischenräumen Takeln anae. brach«, aus denen unlerhalb eine« Prächtigen Bullen ei» Pfeil den Kraxlern den richtigen Weg zur «im zeigt«. Au hierfür besonders geeignet fein) in den Kirchen des' Landes zu erheben, und beauftragen die Dekanate, den Betrag an Herrn Oberkonsistorialbuchhalter Otto Rother- mel hier, und gleichzeitig an uns ein alphabetisches Verzeichnis der Beiträge aus den einzelnen Gemeinden einzusenden, indem wir noch anfügen, daß Brüder aus dem Rauhen Hause öfters im Dienste der Inneren Mission innerhalb unseres Landes thätig waren und zum Teil noch thätig sind. 2. Ein Ausschreiben Nr. 17 vom 11. Juli 1901, betreffend Eintrag von Kirchengut ins Grundbuch. 3. Ein Ausschreiben Nr. 18 vom 12. Juli 1901, betreffend die auf Einholung höherer Genehmigung bezüglichen Vorschriften. 4. Dietistnach richten: Ernannt wurde Pfarrverwalter Wolf zu Langsdorf zum Pfarrverwalter in Lehrbach, Dekanat Alsfeld. Gestorben ist der evangelische Pfarrer Wilhelm Fuchs zu Wixhausen, "Dekanat Darmstadt, am 1. Julü 5. Eine Aufforderung zur Bewerbung: Zur Wiederbesetzung wird ausgeschrieben: die zweite evangelische Pfarrstelle zu Laut erba ch, Dekanat Lauterbach. ** Zu viel des Guten. Eine Taglöhnerftau, die erst kürzlich geheiratet hat, geriet gestern auf der Suche nach ihrem Manne in eine Wirtschaft, wo es ihr so gut gefiel, daß sie darin sitzen blieb. Hier sprach sie fleißig dem Alkohol zu, wodurch sie sich nicht nur ein Räuschchen, sondern sogar einen großen Rausch zulegte. Gegen 7 Uhr abends wurde sie im Neuenweg total betrunken von einem Schutzmann aufgefunden. Sie mußte mittelst Karren ins Arresthaus befördert werden. ha. Heuchelheim, 29. Juli. Der Verkehr während des gestrigen ersten Tages unseres Kirchweihfestes war ungemein lebhaft. Alle Lokale waren überfüllt. Sämtliche Eisenbahnzüge waren dicht besetzt, und jeder brachte neue Besucher aus der Umgegend. Ein nicht geringes Kontingent dazu stellte Gießen. Ganz ohne Zwischenfall ging es freilich nicht ab. Es entwickelte sich eine Schlägerei, bei der einew hiesigen Arbeiter ein Arm zerschlagen wurde. ** Friedberg,29. Juli. Die Handelskammer Friedberg hat in ihrer letzten Sitzung am 23. Juli u. a. beschossen: Beim Amtsgericht den Antrag zu stellen, eine Reihe von Filialgeschäften in das Handelsregister aufzunehmen; eventuell sollen die weiteren Instanzen angegangen werden. Weiter beschloß die Kammer einstimmig gegen jede Erhöhung des Zolles auf Leinöl vorstellig zu werden. Ferner nahm sie Stellung zu dem Ersuchen des Verbandes kath. kaufm. Vereinigungen Deutschlands, seine Eingabe an den Reichstag betr. das Ausverkaufs- und Auktionswesen zu unterstützen. Die Eingabe verlangt insbesondere die gesetzliche Festlegung des Begriffes „Ausverkauf" und das Verbot des NachschiebenS von Waren bei Ausverkäufen. Die Kammer sprach sich einstimmig für diese Eingabe aus. Gelegentlich der Beantwortung der an die Wahlberechtigten versandten Fragebogen find der Kammer folgende Wünsche und Beschwerden zugegangen, die sie den einschläglichen Behörden zwecks Abstellung der betr. Mißstände unterbreiten rvirdr a. Eisenbahnwesen: Späterlegen des Zuges 8,18 Uhr Abends von Gießen nach Frankfurt. Besserer Anschluß der Züge in Nidda, durchgehender Betrieb der Züge Laubach, Hungen, Friedberg, Homburg, — Einlegung eines Frühzugs Hungen—Laubach, — Aufstellung eines Automats für Bahnsteigkarten in Friedberg, Erweiterung der Bahnsteigen und Ueberdachung derselben, — Späterlegung der Abendzüge von Gießen nach Fulda und Gelnhausen, — Anhalten des Nachtschnellzuges 11,15 Uhr ab Frankfurt in Butzbach, — Schalterverhältnisse in Bad Nauheim, tägliche Beförderung des Zuges ca. 10 Uhr abends ab Gießen nach Friedberg, — Versetzung von Benzin in Spezialtarif I, — Eilgutbeförderung von Obst- veiuen zu gewöhnlichen Frachtsätzen, — Verletzung von Möbel n Spezialtarif II, — Einstellung von geheizten Güterwagen ür Mineralwässer im Winter, — andere Tarifierung von Leimleder, b. Post- und Telephonwesen: Mangelnde Paketbeförderung von Schotten nach Nidda und umgekehrt, — Mangelhafte Postbestellung durch die Posthilfstellen in llendel, Okarben und Petterweil, — Ungenügende Brief- lestelluug in Bad-Nauheim und Butzbach, — Mangelnde Fahrpost Nieder-Erlenbach—Vilbel, — Mangelnde Telephonverbindung der Friedrichshütte und Hirzenhain, von Gedern nach Frankfurt, her oberhesfischen Orte mit Barmen, Elber- eld, Krefeld, Chemnitz, Görlitz, — mit den bayerischen Plätzen, nit Hamburg und den Fischereihäfen, mit Berlin und dem lluhrrevier, — Ungenügende Ausbildung des Personals, und chlechtes Funktionieren der Telephonapparate. — Sodann prach sich die Kammer auf Veranlassung des Bezirksvereins reider Hessen und Nassau im Deutschen Fleischerverband im Interesse sämtlicher Interessenten gegen die Forderung aus, den Handel bei Schlachtvieh obligatorisch nach Lebendgewicht einzuführen. Dem Antrag der Handelskammer Gießen betr. Ausprägung von Fünf-und Dreimarktücken hat sie sich nicht angeschlossen, da ein Bedürfnis ierfür nicht vorliegt. Dagegen erneuert sie den Beschluß lber den Antrag der Schwesterkammer Gießen betr. Ein- ührung einer weiteren Briefbestellung mit Empfangsbescheinigung. Ferner beschloß die Kammer, auf Anregung des Vereins Berliner Butterkaufleute und nach Um- rage bei den Molkereien des Bezirks, für die Beförderung von Weichkäse als Eilgut zu Frachtgutsätzen für die Sommer^ monate einzutreten, und dem Antrag der Schwesterkammern Gießen und Mainz betr. den Entwurf eines neuen Zolltarifs entsprechend wiederholt bei dem Ministerium wegen Veröffentlichung des Zolltarifentwurfes vorstellig zu werden. S. Lauterbach, 28. Juli. Mehr als tausend Teilnehmer von hier und aus der Umgegend hatten sich zu dem von dem hiesigen Turnverein gestern auf dem Hügel „Hainig" veranstalteten „Hainigfest" eingefunden, em Beweis dafür, welcher Beliebtheit sich gerade dieses Fest bei allen Schichten der Bevölkerung erfreut. Das Fest wird aber auch an einem überaus anziehenden Plätzchen gefeiert. Der prächtige Hain mit feinem saftigarünen Teppich; und einen uralten Eichen ist eine der sehenswürdigsten Partien der Wälder weit und breit. Turnübungen des Vereins und die Vorträge einer Musikkapelle schafften den Gästen eine angenehme Abwechselung. Auch, ein Festzug wurde veranstaltet. fc. B i n g e n, 28. Juli. Unter starker Beteiligung wurde • heute hier das Bundesfest der katholischen Jünglings- vereine Hessens abgehalten. Ms nächstjähriger Festort wurde Worms bestimmt. Frankfurt a. M., 28. Juli. Die hier begründete Aka- ans dem Rauhen .Hanse erwachsenen Segnungen anerkannte, glaubte statt einer Hauskollekte, gegen welche gewichtige Gründe sprachen, zu einer Kirchenkollekte raten zu sollen. Wir konnten uns im Bewußtsein dessen, was die gesamte evangelische Kirche der Schöpfung Wicherns verdankt, und in der Erwägung, daß es Pflicht fei, deren übele Lage zu erleichtern, der Einfuhr nicht verschließen, daß die Bewilligung einer einmaligen Kirchenkollekte trotz der beträchtlichen Anzahl der bereits bestehenden Kollekten der Lage der Singe entspreche, und beantragten eine solche bei Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog. Nachdem die nachgesuchte Genehmigung von Allerhöchster Stelle erfolgt ist, weisen wir Sie nun an, die Kollekte nach vorheriger Ankündigung und Empfehlung an einem dazu geeigneten Sonntage dieses wahres (unter Umständen dürfte etwa das Erntedankfest Neueste Meldungen. Ungesunder Spekulation beruhende übertriebene Nachfrage 2 Niedrigste Frankfurt, den 29 Juli Bed. Himmel Bew. Himmel Bed. Himmel 86 90 45 76 84 66 81 80 | Harpener . Tendenz schwach. Still W. Still Still Still demie für Sozial- und Handelswissenschaften tritt am 21. Oktober in Wirksamkeit. Kreditaktien . . . Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgut. Oesterr. Staatsbahn Gotthard bahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . , und deren Zweck und zum Schluß einige Worte über die Ausstellung der Künstler Kolonie, welche mit den Grundstein zu einer neuen fest abschließenden Kunstform bilde. Tie Tombola hatte eine große Anzahl Besucher mit teil weise recht hübschen und wertvollen Gewinnen beglückt. Interessant war der erhebende Moment, als ein biederer Landbewohner einen seidenen Damengürtel mit einem nach Prof. Christiansen ausgeführten Schloß im Werte von 150 möglichst fern hielt. Diesem Umstande ist es zu verdanken, daß Oberhausener Firmen kaum nennenswert am Konkurse beteiligt sind. Keine Bank des rheinisch-westfälischen Industriebezirks, die wirklich ernsthaft sich in Oberhausen unterrichtet hatte, hat sich mit Terlinden eingelassen. Weite Kreise sahen den Krach, der allerdings alle Befürchtungen in den Schatten gestellt hat, voraus. In ganz Oberhausen war die maßlose ^Wechselreiterei, über die frühere Beamte der Firma sogar öffentlich sprechen, bekannt, und es gehörte ein geradezu blindes Vertrauen dazu, das Unternehmen für gesund und Terlinden für glaubhaft zu halten. Mit steigendem Unwillen betrachtete daher ein großer Teil Ruhestörer. Cadix, 28. Juli. Die 1. Division des deutschen 1. Geschwaders ist hier vor Anker gegangen. Der deutsche Konsul und der Marinekommandant statteten dem Ge- schüvaderchef, Prinzen Heinrich von Preußen, Besuche ab. Die Behörden bereiten Feierlichkeiten anläßlich der. Ans . 101 35 . 91 00 . 101 10 . 91.80 . 98.90 . 97.00 42.50 . 25.55 . 25.9V Höchste Niedrigste . 195.70 . 170 70 . 122.90 . 127 60 . 133.00 . 133.20 . 152.00 . 176.00 . 161.50 . 149.00 4- 23.20 C. + 8.5° C. + 26.5° C. + 14.6° C. Arbeiterbewegung. New-York, 27. Juli. Schaffer, btr Vorsitzende und Williams der Sekretär der Arbetterveretntgung sind in New-York eingetrvffev. Zwischen ihnen und Pterpont Morgan, sowie desien Gesellschaftern vom Stahltrust finden Besprechungen statt. Ueber dieselben wird vollkommenes Stillschweigen bewahrt. Die Besprechungen sind das Resultat mehrtägiger Verhandlungen. Man glaubt, daß der Ausstand sür beendet erklärt wird und daß Verhandlungen zur allgemeinen Regelung aller Strettftagen über die Arbeit aus dem Punkte wieder auia-nimmen werden, wo dieselben in Ptttsbura abgebrochen wurden. 26.-27. Juli R R 27.-28. , Meteorologische Beobachtungen der Stativ» Giedev-__ Vermischte». * Hettstedt, 28. Juli. Im benachbarten GlückhilfS- schachte der Mansfelder Gewerkschaft verunglückten durch einen verirrten Sprengschuß der Bohrmaschine 8 Bergarbeiter. 2 find tot, 2 schwer, die übrigen leichter verletzt. * Bremerhaven, 27. Juli. Infolge des Auftretens von Pestfällen in Porto hat das hiesige Quarantäneamt für die aus Porto und deffen Vorhafen LeixoS eintreffenden Seeschiffe eine gesundheitspolizeiliche Kontrolle angeordnet. * Oberhausen, 28. Juli. In der traurigen Ange, legenheit des so rasch berühmt gewordenen Gerhard Terlinden sei eine bezeichnende Thatsache mitgeteilt. ES hing in seinem Privatbureau ein Ewailleschild mit der Auf. schrift: „Ehrlich im Handel, — Christlich im Wandel!- — ES ist dies das Privatbureau, in dem der stellvertretende Stadtverordneten Vorsteher die zahllosen Betrügereien sich cmSgcdacht hat, mit denen er eine Legion von Banken, Kauf Leuten und Industriellen zu täuschen verstand. Das Ter lmden'fche Schild erinnert lebhaft an die Privatkapelle im Mark gewann. , _ . Professor Behrens in Tarmstadt ist als Letter des im kommenden Oktober stattfindenden ersten kunstgewerblichen Meisterkurses an das Bayerische Gewerbemuseum ----------- in Nürnberg berufen worden und hat diesen Ruf ange- der Bürgerschaft den stets wachsenden Einfluß des Stadt nommen verordneten Terlinden auf die Stadtgesck)äfte, sodaß man Aus Eisenach schreibt man uns: Vom 5. bis 7. Ok- in dieser Beziehung jetzt wirklich erleichtert aufatmet. tober findet im Stadt-Theater ein großes Beethoven- Dresden, 27. Juli. Die „Sächsische Handels- Fest! der bedeutend verstärkten Herzoglickfen Hofkapelle zu bank" teilt nut: Nachdem die Sächsische Handelsbank fich Meiningen unter Leitung des General-Musikdirektors Fritzi schon seit Eintritt der rückläufigen wirtschaftlick)en Konjunk- Steinbach und unter Mitwirkung hervorragender Solisten tur eine wesentliche Beschränkung ihrer Tchätigkeit aus- statt In 4 Konzerten gelangen unter anderen zur Auf- erlegt hat, glaubte die Verwaltung, hierin für die nächste fübrunq- Die 1 3 5 7 und 9 Symphonie, die Ouvertüre Zeit eine Aenderung nicht cintreten lassen zu können, und 8ur Weihe des Hauses", zu „Coriolan", zu „Egmont"« hat deshalb die Frage einer Liquidation der Bank und die 3 Leon-oren-Ouverturen; ferner das Violin-Konzert in Erwägung gezogen. In diesem Sinne hat denn auch (Vrofefsor Halir), das Es-dur-Klavier-Konzert (Frederic La- der Aufsichtsrat beschlossen, einer auf den 27. August mond) die Chor-Fantasie und Duo-Octett für Blas-Jnstru- dieses wahres einzuberufenden außerordentlichen General- mente I Versammlung die Liquidation Vorzugchlagen, nachdem auch quidation keinesfalls wesentlich unter dem Brennwerte Zurückbleiben. Die Aktien der Sächsischen Handelsbank be-, fickden sich noch ausschließlich in erster Hand. Märkte. fo. Frankfurt U$. *- te, “<> 1901 n, '9K"9 fe' fcet Uml$ tieten: j die K« R Karren ins Mrend des nkö war UN» Wenent Be- e? Kontingent st es freilich v« der einew Köln, 29. Juli. Gestern brannte das Lagerhaus der Warenkreditanstalt, Aktiengesellschafk, am neuen Hafen bis aus die Grundmauern nieder. Das Gebäude wurde erst 1899 in Benutzung genommen. Ungefähr 60000 Doppelzentner Getreide sind vernichtet. Der Schaden wird auf über 1 Million Mark geschätzt, und ist durch mehrere Versicherungen gedeckt. Als Ursache vermutet man Kurzschluß. B a y r e t h, 28. Juli. Die Aufführung der „Götter- dämmerung" bildete heute den Abschluß des ersten Nibelungen-Cyklus. Nach dem Schlußakt, der von besonders mächtiger Wirkung war, brachen die Zuhörer in minuten- Garten des Kommerzienrats Sanden. I'^'wüntfien 27 Juli Der Prinz-Regent besichtigte! die Verhandlungen wegen Verkaufs des "neuen Bankgebäu- * Carlowitz, 27. Juli. Bei den Regimentsübungen des L .. A Prinzen und Prinzessinnen das neuerbaute des an die Deutsche Bank zum Preise von 700 000 Mark 70. Infanterie-Regiment- wurde der Hauptmann Mei- «eaenten-Theater unter Führung des In- zum Abschluß geführt haben. Nach Lage der Verhältnisse seritz durch einen scharfen Schuß getötet. Die sofort tendanten Ernst von Possart. Nach einem Prolog und einer dürfte schon rn kurzer Zett fcne Spülte be5 angestellte Untersuchung ergab, daß zwei Infanteristen mit Festansprache von Possart, sprach der Prinz-Regent den in bar bereit liegen und das Gesamtergebnis der Lisch ar fen Patronen geschossen haben, sie wurden aus der Wunsch aus, daß die Hoffnungen des neuen Unternehmens Stelle verhaftet. sich erfüllen mögen, und überreichte dem Intendanten * Mannheim 27 Juli. Amtlich wird bekannt ge- von Possart den Michaelorden 2. blasse. Wahrend des! geben: Gestern nachmittag Ä/z Uhr entgleiste bei d'en!Nundganges fanden eine Orchesterprobe Wie Maschinerie-1 «asernenbauten infolge des Bruches einer Radachsenschraube e uth, 27. Juli. Heute fand die Aufführung fin Materialzug der Firma Grün und Bilfinger hier, in dem Siegfried" statt, wobei namentlich der Schluß- fich etwa 30 bis 40 Personen befanden. Einem Arbeiter von großer Wirkung war. Das Publikum spendete leb- luurbe durch einen aus ihn fallenden Rollwagen der Brust- haften Beifall. kästen eingedrückt, wodurch der Tod alsbald eintrat; zwei Barcelona, 28. Juli. Gestern abend fand die erste andere Arbeiter erlitten erhebliche Verletzungen. Aufführung des vom Priester Fey Ordeix verfaßten Dra-I * Lemberg, 28. Juli. Der Domdechaut und päpst- mas „Pater Nidad" statt, in dem die Jesuiten heftig liche Hausprätat HauSmanu wurde heute früh in der angegriffen werden. Das Stück fand lebhaften Beifall. Lathedrale, als er in vollem Ornate vor den Altar trat, um Zwischenfalle kamen iW not. unter diesem ÜJleffe ju lefen, durch einen Hi-b mit einem °^ubeschlagen-n! " »nej QUtotjfierten uebersetzung bum Tr 3tod lebensgefährlich verletzt. Der Attentäter, ein Stern eine geistvolle Plauderei von Felice Capallotti,! reicher Hausbesitzer, Wasylcziszin, erklärte, er habe mehreren Dichter des durch Agnes Sorma's Gasffpielreisen be- geistlichen Herren zusammen 5000 fl. geliehen, die er nicht ^nnten Lusffpiels „Jephthas Tochter" soeben mit größtem zurückerhalten könne, weshalb er beschloffeu habe, den De- Erfolge am Kurtheater von Westerland auf Sylt zur ersten chauten zu töten. Man behauptet, daß der Attentäter irr-1 Aufführung gekommen, und dürfte von dort aus denr siauig ist. Weg über die deutschen Bühnen finden. Der an die besten • Datum 27. Juli. Die an dem ExplosionSorte „Proverbes" von Octave Feuillet erinnernde Knatter wurde cngeftellten Ausgrabungen sind noch nicht beendet, llm- «ortrMich gespielt, und von dem BadePnblEim mrt » q-kommen sind nach den bisherigen Feststellungen ein $^all her rn vrel- Ob-rstl-utnant. ein Leutnant, ein Sap^meiftet unb unt Co/', das für die «ufführungen im 30 Soldaten, verwundet 30 Soldaten. Die Nachbargebäude ^pheum zu Frankfurt a. M. verboten gewesene Stück, sind beschädigt, viele Fensterscheiben zertrümmert. Die Tele- ist, jetzt bedingungsweise freigegeben worden. Der General- qraphen- und Telephonleitungen litten stark, waren Abends probe wird je ein Vertreter des Regierungspräside.nten und iiber wieder repariert. Der Gemeine Buzigina wurde an, pes Polizeipräsidenten beiwohnen. I der Hand leicht verletzt und blieb, als er hörte, daß die . ,, . übrigen wachten, auf seinem Posten. Der Gefteite Tot, der Hlmdel uns Uerkryr. DolkswMlmasl. aus seinem Posten war, erklärte, daß er denselben nur auf a i n z, 28. Juli. In dem soeben erschienenen Jahres- Besehl seines Kaisers verlasse. Der stellvertretende Kom- p^^ Handelskammer werden die wirtschaftlichen Mandant telegraphierte dies dem Kriegsminister mit der Bitte, Ergebnisse des vergangenen Jahres folgendermaßen zu- eS dem Kaiser zu melden. Um Mitternacht tras sodann der sammengefaßt: „Das Jahr 1900.hat nach einer fünfjährigen telegraphische Befehl deS Kaisers ein, den Posten abzulösen, Periode starker ivirtschaftlickM Aufwärtsbewegung einen n»aS dann geschah. Rückschlag gebracht, der, obwohl erwartet, doch durch die ■ .......— I ■ Plötzlichkeit seines Eintritts überrascht hat und IN ffemer Ausdehnung und Tiefe zu Enda des Jahres noch> nicht zu lLnW^TlUul5-$lmniltyI^tt* übersehen war. Die Ursache des Rückschlages ist in em er, — Der Privatdozent der altdeutschen Sprache und Lttteratur in^urch mehrere sehr gunülge Jahre ^er^ Heidelberg Dr. Gustav Chrismaun wurde zum a.-o. Profeffor duktionsuberspannung emer : ernannt. — Hofrat Dr. Ernst Mach, Professor der Philosophie an der zu erblicken, mit welcher eine starke Beanspruchung beS Wiener Universität, ist unter Hinweis auf seine fast dreijährige Krank- Geldmarktes und eine fortgesetzte Preissteigerung für viele h«it um seine Pensionierung eingekommen. Desgleichen hat der Profeffor Produktionsmittel, Rohstoffe und Halbfabrikate Hand m der Chirurgie an der Universität Wien, Dr.JosephWeinlechner, der Zand ging. Hierdurch wurde denn auf der einen Seite zwar seit 1871 Vorstand der ersten chirurgischen Abteilung des Allgemeinen Unternehmungslust eingedämmt, auf der anderen Seite Krankenhauses ist, mit Rücksicht auf die Altersgrenze sein Pensionierungs- , au|- Besorgnis eintretenden Mangels, teils auf Gesuch überreicht.-In Würzburg habilitierte sich Dr.PaulRömer ^r, teils ^sorgnis ernrreiea ' als Privatdozrnt für Ophthalmologie, in G ö t t i n g e n Dr. med. Weber, ^igesunder ^pemiarwri oeruyenoe uoeririeoe^ Oberarzt an der Provinzial-Irrenanstalt, für Psychiatrie. — Die Tech- nach Massenartikeln hervorgerufen, nun zu einer über msche Hochschule zu Darmstadt hat soeben u. a. folgende neue Preis- triebenen Zuruckhaltung und zu einem Preissturz alle C, - «mfgabe gestellt: „Unter der Annahme des steien BerfügungsrechteS über! Zeugnisse umschlug. Da dieser Umschlag sich Nicht auf allen dos betreffende Gelände soll für den südlichen Teil des Großh. Schloß-1 Gebieten gleichmäßig vollzog, vielmehr auf einzelnen Ge- gortens in Darmstadt ein Bebauungsplan entworfen werden. Die Plan- siieten des Warenmarktes, insbesondere bezüglich der gestaltung soll audgehen von einer Verbindungsstraße zwischen Bismarck- Kohlen und des Roheisens es gelang, die Preise hochzu- u-nd Hochschulfiraße. Im Anschluß an diese Sttaße soll eine Monumental- ßat[en unt) ferner langfristige Lieferungsverträge in Baugruppe errichtet werden.- - In H e i d e l b e r g hat die Amerikanerin nno im ferner ani, g ' v u — In Leipzig wurde zum Rektor der Universität für das nächste für verschiedene Geschäftszweige, von denen nun einige, Studienjahr Profeffor Sievers gewählt. beispielsweise wichtige Teile der Eisenindustrie, infolge des । ■ —. Mißverhältnisses zwischen Herstellungskosten und Fabrikat- Theater, Kunst und Wistenschast. _______ AusDarmstadt wird uns geschrieben: D-ie Gasffpiele es hier, einen Ausgleich herbeizuführen, dh. den bedrohten,Wesenheit des deutschen Gefchwaders vor, der „11 Scharfrichter" aus München erfreuten sich fort- Geschäftszweigen wieder lohnenden AbsaH gesetzt eines guten Besuches und auch der Schlußabend hatte Iso kann in absehbarer Zeit die vorhandene Ubichwachiung viele hiesige und fremde Neugierige angelockt. Die meisten I überwunden werden, andernfalls ist eine wettere rückläufige sind sicher befriedigt nach Hause gegangen, wenn man die Bewegung nicht ausgeschlossen." Forderungen nicht allzu hock) stellte. Es sind humoristisch- Kass el, 27. Juli. Die für heute anberaumte Ge- satyrische Unterhaltungsabende, die immer ihr Publikum neralversammlung der hiesigen Bie rfyp h on - Art i en- finden werden, zumal man Einzelnes als Musterleistung Gesellschaft, in welcher über ^siu^dation beraten Werbezeichnen kann. T-er sogen. „Volkslag" mit „einer" Mark Iden sollte, ist wegen eines Formfehlers nicht abgehalten Entree und aufgehobenem Abonnement hatte trotz, dieser Iworden. r_. . widersprechenden Ankündigung wieder ein nach! Tausenden Kassel, 28. Juli. _ Das _Aufsichtsratsmitglied der zählendes Publikum angezogen; die Konzerte dauerten von Trebertrocktiungsgesellschaft, Schlegel, wurde aus An- 12 bis 2 Uhr und von 3 bis 11 Uhr abends. Auch der im ordnung des Untersuchungsrichters verhaftet. Spielhause bei freiem Entree stattgehabte Vortrag des Crefeld, 27. Juli. Das Bankhaus Beckerath L Dr. Ree aus Nürnberg über die „Grundlagen des neuen Heilmann teilt mit: Die von der Firma v. Beckerath & Stils" hatte eine zahlreiche aufmerffame Zuhörerschar her-1 Heilmann im Interesse ihrer Gläubiger geführten Verhand- beigelockt, die trotz der schloülen Witterung den äußerst! lungen sind heute mit der Bergisch-Märkischen Bank zum interessanten Ausführungen mit Aufmerffamkeit folgten undI Abschlüsse gelangt. Däe Firma v. Beckerath & Heilmann dem gewandten Redner großen Beifall spendeten. Der «tritt in Liquidation und beantragt ein Moratorium Redner führte u. a. aus, daß der Streit zwischen der alten Ibis 1. Februar 1902. Für den Fall des Zustandekommens Kunst und der sog. „Modernen" durch das Naturgesetz ge-I desselben übernimmt die Bergisch-Vkärkische Bank die Li- geben sei, das bei anderen Völkern und anderen Sekten eine! quidation des ganzen Geschäfts und die Garantie für eine neue Form der Schönheit verlange. Durch den Wandel volle Befriedigung aller Gläubiger am genannten Tage. ti/,% Betohwiiieihe . der Jahrhunderte sei man zu eigentümlichen Formen ge- Gerhard Terlinden, Aktiengesellschaft in J /B 1 0 langt und die modernen Bestrebungen seien weiter nichts, Oberhausen. Aus mehreren Mitteilungen konnte man p»/i 7o 1 • • als ein Zurückgreifen auf die Urformen der Schönheit, entnehmen, daß die Katastrophe der Gesellschaft -brlinden | /cfl, HeMez) ' ‘ Schön sei alles, was möglichst zweckmäßig auch mit Rück- für Oberhausen ganz überraschend gekommen wäre und daß« Italien. Bente . . sicht auf das Material ausgeführt sei. (Sokrates lehrte be-1 man Terlinden selbst von allen Seiten das größte Vertrauen > cHech. Monop.-Anl. kanntlich, was brauchbar für einen bestimmten Zweck sei, I entgegengebracht hätte. Demgegenüber muß hervorgeyoven i . . sei schön. D. Red. des „Gieß. AUF.") Es folgten noch ein- werden, daß die Gesellschaft am Platze selbst und in weitemIgo/g Mexikaner . . gehende Erörterungen über handwerkliche und kunstgewerb- Umkreise so wenig Vertrauen genoß, daß 8^ß CWneBPB • • ■ liche Schönheit und ihr Zusammenhang über Ornamente > Freunden und Verwandten die gediegene Geschäftswelt ficyj Juli «aromeier auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Mndrichtung w -8 02- i Wetter 27. 28. 28. 28. 29. 29. 9“ 1 7» 2» 9« 726 226 743,1 745,0 745,7 746,4 748,5 750,1 + 17,3 + 16,1 4- 22,1 + 16,5 + 15,7 + 21,4 12,6 12,8 8,9 10,7 11,2 12,5 Höchste Temperatur am Lollar, den 27. Juli 1901 5245 116 Mark. 5213 Poppert. Vossius. sichtlich sicher. 5251 Born, Gerichtsvollzieher. 02910 Gießen, den 29. Juli 1901. empfiehlt 4890 E. Sckiffnie. mieten anderen Früchten. 4917 KiVbilkschezeW 5241 Alte Klinik. billigst bei 5154 später zu vermieten. 4818 to 5227 von 5297 Bahnhofstraße 27. 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