'all »rt. test et » 6178 11136 lei «Ldentz. Wil i"fl ^MMr i Schotts es 4386 yt 12°/0 bis Igo/ •jeptoDtanl fc! (&attoM t 8ogti) l Zweck ■'6 Grössen u. in Decimal-, 3hts- oder sw System. en-Fabrikatioo. Köln * '(/schmied kk. portofrei. * \ 6161 Wasch- Extracl. c. tta, SaltM ~~ ~~~ JTl ch eyUrrrtr fiW«> sSWb* ^EckeW^M- Dtte von cMJJ nahe einer fiefienS, ®nb 05 SlfSt SSt.» iffls wÄ*1 * 3 * * * * * * 10* Mr iSSÄii icßeo. tzelepSon 76 «19 2158 erden i. Erstes Blatt ftch durch Klarheit und Uebersichtlichkeit auszeichne. An den Parteien werde es sein, ihn mit ernster Sachlichkeit zu diskutieren. — Tie „P o st" meint, der Tarif toerde au: das In- und Ausland seinen Eindruck nicht verfehlen. Auf die Landwirtschaft sei entschieden Rücksicht genommen. — Die „Deutsche Tagesztg." sagt: Das Getreide einführende Ausland werde erleichtert aufatmen. Kein Mensch werde mit gutem Gewissen behaupten können, daß, die deutschen Zollsätze für.Getreide , unbescheiden feien. — Die „Staatb. Ztg." schreibt: Mit diesem Entwurf verläßt die Regierung endlich die Wege des unseligen Caprivismus. Sie wird von den besten Kreisen des Volkes unterstützt werden, wenn sie bei der Stange bleibt, und das nachdrücklich vertritt, was sie uns vorgelegt. — Die „Tägl. Rundschau" bedauert die Veröffentlichung des Entwurfs, da die weitere Behandlung hierdurch ungünstig beeinflußt werde, hofft aber, daß die Regierung den Kahn ungeffährdet ans Ufer bringt. — Die „Nat.-Ztg." bespricht den Entwurf sehr eingehend, durch dessen Bekanntgabe die schlimmsten Be- flirchtungen hinsichtlich der Zugeständnisse an die Agrarier mach gewissen Richtungen Noch übertroffen seien. Mit aller Entschiedenheit sei die gesetzliche Bindung der Mrndstzölle zu bekämpfen. Das Bestreben aller handels- vertragsffeundlichen Kreise müsse dahin gehen, daß der Entwurf den Bundesrat auf keinen Fall in dieser Form verläßt. Das Schwergewicht der dahin führenden Arbeiten müsse zunächst in die Einzelstaaten verlegt werden. — Auch die „Voss. Ztg." führt aus, es sei nun an der deutschen Nation, alle Kräfte zu entschlossenem Widerstand gegen den Zolltarif zusammen zu raffen, der, wenn er Gesetzeskraft erlangte, das Ende der Handelsvertragspolitik, die wirtschaftliche Isolierung Deutsche lands, eine überaus empfindliche Verteuerung der wichtigsten Volksnahrungsmittel noch dazu in einer Zeit allgemeinen Rückgangs des nationalen Erwerbslebens herbeiführen würde. — Der „Vorwärts" sagt: Auf diesen Wuchertarif gebe es nur die eine Antwort: Nieder mit ihm! Der Tarif beschränke sich nicht nur auf Korn- Wucherzölle, er geselle daZu auch Fleischzölle, die für die untersten,Schichten .des Volkes den Verzicht iaufFleisch'- nahrung bedeuten. So die Berliner Stimmen. Die Wiener Pr esse beurteilt den Zolltarif höchst abfällig, und erklärt, falls er wirklich bindende Kraft erhalten sollte, werde sich für Oesterreich die Notwendigkeit ergeben, den rücksichtslosesten Kampf gegen die deutsche Industrie aufzunehmen, denn die' Sentimentalität, sowie die Freundschaft Deutschlands müsse in den Hintergrund treten und den Machthabern müsse man die Ueberzeugung beibringen, daß sie einen argen Fehlgriff begangen haben. Noch schärfer äußert ftch dre amjerrkanis ch e P re s s e, die allerdings bei ihrem Hochschutzzollsystem am wenigsten Veranlassung hat, ftch zu ereifern. Tie „Evening Posf' sagt, der deutsche Zolltarifentwurf enthalte absurde Bestimmungen zur Erschwerung des internationalen Verkehrs und verteuere ^^^bedürfnisse der deutschen Bevölkerung in ganz A-L Blätter er?lär^?L ä$uri&äu§atokfei^ WffrfCn GeSenmahregeliU ..%r langjährige Staatssekretär für Elsaß-Lothrinqetr (Präsident des reichsländischen Ministeriums) v. Putt- A°r ^?m seinen 70. Geburtstag gefeiert cSS? nüÜ? rüstig im Dienst ist, hat plötzlich eine Entlassung frefommen. Die Beliebtheit des hoher? Beamten auch ber den Altelsässern, seine geschickte Art, die oft schwierigen politischen Fragen zu behandeln, bei denen der Uebergang aus französische in deutsche Verhält- nrsse eine Rolle spielte, machten ihn auf feinem Posten' nach allgemeiner Auffassung unersetzlich. Nun soll, wie, es heißt, der Oberpräsident von Schleswig-Holstein, v Köller sein Nachfolger werden. Herr v. Köller hat, als er vort 1889—1894 Unterstaatssekretär in Straßburg war, Wert auf Schneidigkeit gesetzt; er verkörpert in der Auffassung der Elsaß-Lothringer den Diktaturparagraphen. Die nationalliberale „Straßb. Post", die schon über die Entlassung, v. Puttkamers die Stirn krausgezogen hatte, giebt Herrn v. Köller das Zeugnis, er habe während seiner Amtswirksamkeit im Elsaß durch seine ganze Art und Weise verletzt. Bei, der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Memel-Heydekrug falben erhalten der von Litauern und Konservativen und Landbündlern aufgestellte Kandidat Mat- schull 7016, der Sozialist Braun 4941, der Freisinnige Schaar 2925 St. Die Stichwahl zwischen Matschull und Braun hat am letzten Samstag stattgefunden, während der neue'preußische Handelsminister Möller dort weilte und bei einem ihm zu Ehren von der Kaufmannschaft veranstalteten Essen die Mahnung aussprach, das gestörte Einverständnis der ostpreußischen Seestädte mit der Landwirtschaft wiederherzustellen, damit auf anderen o>ebieten ein Ausgleich möglich werde. Das Resultat dieser Stichwahl ist, daß wiederum ein Litauer in den deutschen Reichstag einzieht, und zwar mit einer Stimmenüberlegenheit von etwa 2200 über den Sozialdemokraten. Uebrigens hat die litauische Nationalität nichts auf sich. Die wenigen Litauer, die sich heute noch in den Kreisen Memel, Heydekrug, Tilsit, Regnit, Insterburg, Gumbinnen, Stallupönen und Pillkallen vorfinden, sind harmlose Leute, die keineswegs zu vergleichen sind mit den National-Polen, Elsässern und Dänen. Bon Separationsbestrebungen ist bei ihnen keine Rede und die Aufstellung eines guten Deutschen mit einem litauischen Namen rst nichts als geschickte Mache zum Stimmenfang der litauischen Landbevölkerung, bie durchaus germanisiert ist und nur in manchen Äußerlichkeiten gern ihre ererbten Eigenheiten zur Schau trägt. — Während der Minister Möller also in der nördlichsten deutschen Stadt der Reichstagswahl zuschaute, ist man in seinem früheren Wahlkreis Mül- heim-Duishurg mit den Vorbereitungen zur Stichwahl eifrig an der Arbeit. Es stehen sich dort der Nationalliberale Beumer und der Zentrumskandidat Rintelen gegenüber, von denen im ersten Wahlgange der erstere 25 000, sein Gegner 20000 Stimmen erhielt. Eine polnische Sonder- Politische Wochenschau. s. 5a^-toi$Tj?rfe Ereignis der vergangenen Woche war me Veröffentlichung des Zolltarifgesetzentwurfes am Freitag nachmittag. Es versteht sich von selbst, daß dae rechtsstehende Presse ihre Befriedigung ausdrückt, wäh- me liberalen und sozialistischen Blätter den neuen Tarif toufS heftigste bekämpfen. Interessant ist eine Zusammenstellung der verschiedenen Preßstimmen. Die „Be r l. N. Nach r." heben hervor, daß der Tarif 181t Fahrgang. Dienstag 30. Juli 1901 GietzenerNmeiaers M General-Anzeiger " U ZWM Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen Amtliche Zeil. Gießen, den 27. Juli 1901. Betreffend: Die Einsendung der Unfallanzeigen an die Großh. Gewerbeinspektionen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien der Land« gemeinden des Kreises. Mit Bezug auf unser Ausschreiben vom 12. Mai 1897 (Gießener Anzeiger Nr. 113) weisen wir Sie wiederholt darauf hin, daß Sie von jeder nach § 63 des Gewerbe- Unfall-Versicherungsgesetzes Ihnen zugehenden Unfallanzeige eine Abschrift an Gr. Gewerbeinspektion Gießen einzusenden haben. Wir erwarten pünktlichen Befolg dieser Vorschrift l ____________v. Bechtold._______________ ' Gießen, den 27. Juli 1901. ®ctr.: Die Teilnahme der Großh. Gewerbeinspektionen an den Unfalluntersuchungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au Großh. Polizeiamt Gieße» «ud die Großh. Bürgermeistereien der Laudgemeiudeu des KreiseS. Seitens der Großh. Gewerbeinspektiouen wird Wert darauf gelegt, möglichst regelmäßig an den Unfalluntersuch» trogen nach § 64 des Gewerbe-Unfall-VerficherungSgesetzes teilzunehmen, welche schwerere Fälle und solche mit rötlichem Ausgang betreffen. Unter Hinweis auf die Bestimmungen des § 65 a. a. O., wonach die Ortspolizeibehörden nunmehr verpflichtet find, auch den staatlichen GewerbeauffichtSbeamten von der Ein- lertung der Unfalluntersuchung rechtzeitig Kenntnis zu geben, empfehlen wir ihnen, den Termin der Uufalluntersuchung in oro der Gewerbeaufsicht unterliegenden Betrieben der Großh. Gewerbetnspektion Gießen in jedem einzelnen Falle so früh zeitig mitzuteilen, daß deren Teilnahme möglich ist. Die Mitteilung soll thunlichst gleichzeitig mit der nach unserem Ausschreiben vom heutigen erfolgenden Einsendung der Abschrift der Unfallanzeige stattfinden. ' v. Bechtold. tSfltch wtt Aiswiji®? Vrt teeuifB- BW*MI fctSS Htu &ä*i*«* s* „Blätter 8^ Her« »Ä vÄch-rÄtH belieft. 1 *•« W*»eteer Kleinwirtschaft ein wiederholtes Begießen der Pflänz- inge zur Sicherung derselben in trockner Zeit jedenfalls tattfinden müssen. Durch Ueberdüngen mit Stallmist und organischen Streumitteln läßt sich dem Austrocknen des Bodens entgegenwirken, und unmittelbar das Wachstum ördern. Die umfangreiche Verwendung von Ersatzstoffen ür die Strohstreu, sowohl von Waldstteu, welche der Wald nicht regelmäßig, wohl aber in Fällen der 9tot hergeben muß und kann, wie von der so wichtigen, stark aufsaugenden Torfstreu, wird für die Viehhaltung und zur Erhaltung der Jauche um so notwendiger beachtet werden ryüssen, je mehr in Verbindung mit wenig Rauhfutter und Wurzel- und Knollengewächsen neben dem erforderlichen eiweißreichen Kraftfutter sämtliches Stroh für die Viehernährung zurückgelegt, der Verwendung zu Streu entzogen werden muß. Der Schreiber dieser Zeilen hat in- olge des futterarmen trocknen Jahres 1865 es selbst in eigener Wirtschaft durchgeführt, daß unter Benutzung des ämtlichen Strohes als Futter und wenig Heu und Hack- rucht, unter Ersatz des notwendigen Eiweißes durch Kraft- utter (durch Aufbrühen mit kochendem Wasser 12 Stunden vorher zurecht gemacht) erreicht wurde, daß der gesamte Viehstand von zwei Gütern wirtschaftlich erhalten werden bunte, während viele Güter zwei Drittel ihres Viehstandes verschleuderten und in der Düngerwirtschaft sehr zurück- ' amen. Die zur Einführung gekommene Torfstreu erleichtert dies, sowie die Erhaltung der Jauche und einer guten Düngerwirtschaft in ganz anderer Weise, als es rüher möglich war. Mit täglich 3 Kilogramm guter Torf- treu auf das Haupt Großvieh, wie sie von den großen Werken in Hannover, Oldenburg, Ostpreußen, Bayern und anderen Orten abgegeben wird, kann das Streusttoh voll- tändig ersetzt ober seine Verwendung auf ein geringes Maß beschränkt werden. Wenn 100 Kilogramm Torfstreu zu 3 Mark gerechnet werden, so macht dies 9 Pfg. im Tag, während das Stroh jetzt schon vielfach über das Doppelte kostet. Die diesjährigen hohen Strohpreise, wodurch manche natürlich auch größere Geldeinnahmen haben können, begründen in hohem Grade die Notwendigkeit des Haltens von Stroh- und Futtervorräten, um so mehr, je mehr )ie Futtererzeugung in einer Wirtschaft je nach den phy- ikalischen Bodenverhältnissen wenig gesichert ist. Wie rasch die Verhältnisse wechseln können, beweisen die im vergangenen Jahre im Anschlüsse an die Hauptversammlung *) Vorliegende Anregung entspricht einer ähnlichen Veröffentlichung aus dem Jahre 1893. ** ) Vergl. C. Hubach, Bewässerungen an der Fulda und Eder in „Mitt. d. D- L. G." vom 15. Nov. 1893. verdoppelt haben. Von den Beziehungen Deutschlands zu Rußland war dieser Tage häufig die Rede aus Anlaß des Besuches des deutschen Schulschiffes auf der Newa in Petersburg. An Bord dieses Schiffes befindet sich der preußische Prinz Adalbert. Dieser besichtigte Petersburg eingehend und machte dem Zarenpaar einen Besuch, wobei wenigstens deutsch gesprochen wurde, was bekanntlich der Franzosenfreund Alexander III. nicht liebte. Ter Zar machte dann dem Prinzen an Bord des Schulschiffes einen Gegenbesuch, wobei er ihm den Andreasorden übergab. Ter Aufenthalt des Zaren an Bord dehnte sich so lange aus, daß man von einer bloß formellen Höflichkeit nicht reden kann. Tie Aufnahme, die die Offiziere und Mannschaften in Petersburg fanden, war recht freundlich) allerdings trat dabei das deutsche Element durchaus in den Vordergrund, unb in Paris braucht man nicht zu zittern, als ob Mütterchen Rußland vielleicht sein Herz abgewendet hätte. Die Serben, die in dem ihrem lieblichen Lande südwestlich benachbarten türkischen Gebiete um Pristtna leben, sind neuerdings heftigen Verfolgungen ausgesetzt; namentlich werden die Städte Mitrovitza und Kolaschin als Orte von blutigen Ueberfällen genannt. Die serbische und türkische Diplomatie befindet ft chdarob in großer Aufregung, a6er auch Rußland maßt sich eine Rolle dabei an, insofern es einen Konsul in den unruhigen Gegenden herumreisen läßt. Das Friedenswerk in C h i n a ist, soweit die Beratungen der Gesandten unter sich in Bettacht kommen, so gut wie beendet, was aber die Chinesen selbst angeht, so sprechen in Asien angesiedelte Europäer die ernste Befürchtung aus, daß es bald nach dem Abzug der fremden Truppen wieder „losgehen" werde. Graf Waldersee schwimmt jetzt auf dem Mittelmeer; der König von Italien hat ihm den Annun- ciatenorden zugedacht, der ihn zu seinem „Vetter" macht. Wenn auch anderwärts als in Afrika vor sich gegangen, steht doch ein Ereignis in naher Beziehung zum Burenkriege. Der Oberkommissar für Südafrika und Generalgouverneur der Burenstaaten, Milner, erhielt von der Londoner City für seine Verdienste um die Unterdrückung der Freiheit der Buren den Ehrenbürgerbrief. Wenn Politiker bei einer Cityfestlichkeit etwas zu sagen haben, so pflegen sie sich um einen mehr oder weniger bedeutsamen Inhalt ihrer Ansprachen zu bemühen. Das thun regelmäßig die Premierminister, das that diesmal auch Milner. Die Zuhörerschaft, unter der sich auch sein Gesinnungsgenosse Chamberlain befand, setzte sich aus konservativen ^rngos zusammen; darauf stimmte Milner denn auch seinen L.on; er fiel aus gegen die Liberalen, die eine weniger brutale persönliche und politische Behandlung der Buren verlangen, was er als antinationalei^ (5inn und Verleumdung Großbritanniens nannte. Auch wärmte Milner den alten, selbst vom verbissensten englischen Antiburenblatt preisgegebenen Unsinn auf, daß die Presse des Auslandes von den Buren bestochen werde. So ein verbohrter Gewaltpolitiker kann sich nun einmal nicht zum Verständnis der Thatsachen erheben, daß jemand aus rein idealen Gründen Englands Verfahren gegen die Buren verurteilt. Komisch war es, wie Milner einen Unterschied machte zwischen denjenigen Buren, die noch auf ihrem Gebiete weiter kämpfen, und denen, die ins Kapland eingefallen sind. Letztere sind nach Milner nicyts weiter wie Raufbolde, jene aber wackere Bürger. Nun sind aber viele unter diesen „wackeren Bürgern" gelegentlich ins Kapland eingefallen. Milner muß diese also wohl interimisttsche Raufbolde nennen. Präsident Krüger hat den Schmerz erleben müssen, daß ihm plötzlich seine Frau starb. Frau Krüger hielt sich in Pretoria auf; früher war mehrmals die Rede, daß sie nach Europa reisen wolle, um sich mit ihrem Manne zu vereinigen, jedoch sollte ihr Gesundheitszustand ihr nickst erlauben, die Ansttengungen einer Seereise zu ertragen. । Jetzt? ist sie binnen drei Tagen einer Lungenentzündung RoMihhe Tagesschau. In einer Rede auf dem 11. Bayerischen Turnfest in Landshut hat Prinz Ludwig von Bayern sich über das Halten von übernommenen Pflichten ausgesprochen, indem er darlegte, warum er nicht gleich die Zusage zum persönlichen Erscheinen beim Turnfest gegeben habe. „Ich konnte keine bestimmte Zusage machen," sagte Prinz Ludwig, „ich mußte diesen Sommer nach Ungarn, um meine persönlichen Geschäfte 1 zu besorgen, und ich glaube, niemand wird mir das Übelnehmen, den jedermann, der sich um seine persönlichen Angelegenheiten annimmt, und insbesondere der Landwirt, der um die Güter, die er zu verwalten hat, sich auch kümmert, muß wissen, wie es mit seinen Geschäften geht, und schließlich ist doch jedermann verpflichtet, für seine eigenen Angelegenheiten zuerst zu sorgen, und wenn er seine eigenen Geschäfte in Ordnung gebracht hat — erst dann ist «in der Lage, für die Allgemeinheit zu sorgen. Ich bitte, muh mcht mißzuverstehen, ich gehe nicht soweit, den eigenen Geschäften die öffentlichen hintanzusetzen. Ich glaub, jeder, der im öffentlichen Leben steht, wird gut daran thun, ohne ^aCnndtftcn öffentlichen Interessen zu vernachlässigen, «nE a *°r®Cn' b?$ blc eigenen Angelegenheiten in Ordnung , das nicht beachtet, der sich in das politische Oeffenllickk-U nirfLUnb ?abei zugrunde ging, so hat er der ^schadet.^ * fienü6t' Indern sich selbst und anderen , . ft^tersbe? Berufszweigen, in benen sich die Frauen m England bereits em sicheres und großes Gebiet erobert Jaben, nimmt der Dienst in den verschiedenen Zweig n der Post eine hervorragende Stelle ein, und »war finb hi «Rnft bewürben mit den bisher in dieser Hinsicht ^i-U-n (EtÄ in jeder Hinsicht durchaus zusriedengest llt (obafi immer Ä weibliche Beamte Anstellung und gut-B-.MunannbE ftrderung finden. Natürlich wird dieser Umstand v°n den münnlichen Bewerbern tm Postdicnste mit sehr mifiaünftiaen unb neidischen Augen betrachtet, unb eine L afeffi «'g-n di- .W-iber-Konkurren,- ist an der Tag°«°?dnnng der T. L. G- in Posen eingebrachten Klagen, daß das durch verbesserte Düngerwirtschaft reichlich, vorhandene Preßsttoh kaum zu 1.20 Mk. für 100 Kilogramm verwertet werden könne, während in diesem Sommer in der Provinz Posen bereits das Sechsfache dafür bezahlt ist. Es kann auch die Konservierung des Stalldungs durch Aufbringen guter humoser lehmiger Erde auf der Dung^ ftätte nicht eindringlich genug empfohlen werden. Viele Landwirte sind in der Lage durch Aufpflügen und Trocknen vom eigenen Boden Torfstteu zu gewinnen. Es ist zu er- tuarten, daß sowohl der Staat wie die Privatbesitzer einem Notstände gegenüber, wie er gegenwärtig in manchen Gegenden herrscht, für reichliche Waldstteu-Abgabe zur Unterstützung der schwer heimgesuchten Landwirtschaft mit eintreten werden. Seitens des Staats und der Provinzen wird in manchen Gegenden vielleicht durch billige Kredite und Eisenbahntarife, wie es zum Teil bereits geschehen ist, eine noch viel weiter gehende Unterstützung eintreten müssen. Es ist weiter die Verwertung des Baumwuchses dadurch heranzuziehen, daß Laubheu gewonnen wird. Es können die Aeste von Eichen, Pappeln, Birken usw. bis auf 1 Meter abgeschnitten, in Bündel gebracht, getrocknet und im Winter wie Heu verwendet werden. Zunächst wird sich jeder Landwirt, welcher in Futternot ist, klar machen müssen, in welcher Weise die beste Ausnutzung vorhandener Futterquellen in Anwendung zu bringen ist- und ob nicht sofort die Sommerfütterung auf eine ganz andere Grundlage gebracht werden muß, als es sonst der Jahreszeit und den Gewohnheiten entspricht. Namentlich sollte einer gewissen Verschleuderung des Grünfutters, die sich vielfach eingebürgert hat, Einhalt geboten werden. Ich wiederhole, das Schlimmste ist, wenn es dahin kommen sollte, daß der Viehstand, ein so wesentlicher Teil des Volkswohlstandes, durch diesen Notstand, wesentlich beschränkt und später zu den höchsten Preisen wieder gekauft werden rniWe. Es sollten überall, wo es erforderlich ist, und namentlich auch in den Gebieten des Kleiu- besitzes alle Vertreter des landwirtschaftlichen Gemeiu- wesens, alte landwirtschaftlichen Vereine, Wanderlehrer usw. alsbald in ernstere Beratung treten und überall möglichst zur Klarstellung beittagen helfen, was in so schwerer Zeit im Interesse des Einzelnen notwendig zu geschehen hat. Der vorgeschrittene Standpunkt der wissenschaftlichen Landwirtschaft gestattet zur Zeit auch- die Abhilfsmittel in der Ernährung des Viehes, sowie der Pflanzen besser zu übersehen, als es in früheren Zeiten möglich war. Es ist dabei nicht zu verkennen, daß der säumige Wirt, welcher die kräftige Düngung seines Bodens und die entsprechende Vertiefung seiner Krume vernachlässigt hat, in der gegenwärtigen Notlage am meisten zu leiden hat, während der tüchtige Wirt, welcher seine Zeit und Aufgabe versteht, schon wegen der Strohvorräte, welche ihm die bessere Bewirtschaftung in früheren Jahren eingevracht hat, sowohl unter der Dürre weniger leidet, als auch leichter Abhilfe schaffen kann. Von besonderem Interesse ist die infolge der diesjährigen Winterfröste nicht selten gemachte Erfahrung, daß die Kleepflanzen und Futtergräser erhalten geblieben sind, wo der Boden sich in gutem Düngungszustande befand, daß also das Eingehen zum Teil eine Folge der mangelhaften Pflanzenernährung gewesen ist Auch die ungenügende Kalk- und Mergelzufuhr hat sich in dieser Hinsicht empfindlich bemerklich gemacht. Wiederholte und stärkere Gaben von Kainit und Carnallit haben auch auf das hygroskopische Verhalten des an Dürre leidenden Sandbodens! günstig eingewirkt und so die Schäden gemindert. Es könnte hierbei auch in Frage kommen, ob nicht die Festlegung von Strohvorräten für den Verkehr, wie sie vielfache durch das Verkaufsverbot von Stroh in den meisten Pachtverträgen vorgesch^rieben ist, vielleicht nur für dieses Jahr sofort aufgehoben werden könnte. Auf vielen Pachtgütern findet sonst eine durch Ueberfluß herbeigeführte Verschwendung von Stroh statt, während an anderen Stellen hiervon der nützlichste Gebrauchs gemacht und eins übermäßige Preissteigerung begrenzt werden könnte. Der Staat und die Großgrundbesitzer als bedeutendste Verpächter sollten hier den Anfang machen. Es sollten in jedem landwirtschaftlichjeu Vereinsbezirk, Überall, wo Futternot vorhanden ist, sich besondere Anschüsse bilden, um aufs eingehendste und fortlaufend zN geraten, was gemeinsam und für den Einzelnen zu ge- chehen hat, damit möglichst nichts versäumt werde. In >en größeren Vereinsbezirken sollte aber später auf Grund dieser Beratungen möglichst bald eine Uebersicht zusammengestellt werden, wie groß das Bedürfnis anzunehmen ist, um es aus denjenigen Gegenden, wo Ueberschuß ist, be- riedigen zu können. Die Ausschüsse würden sich auch möglichst bald darüber schlüssig machen müssen, ein wie großer Viehstapel in den Gegenden mit Futternot voraus- ichtlich zu erhalten fein würde und auf welche Weise di« Verwertung des Ueberschusses am besten zu bewerkstelligen ist, damit keine Schleuderpreise vorkommen. Es ist uu-i zweifelhaft, daß das genossenschaftliche Zusammentreten auch für diese Frage von besonderer Wichtigfeit ist. Gerade oen kleinsten bäuerlichen Besitzungen, in welchen die Viehhaltung einen so erheblichen Teil des gesamten Besitzes ausmacht, sollte nach dieser Richtung eine besondere Für- orge zugewandt werden. Wo die Futternot besonders groß ist und alles Sttoh zur Fütterung Vorbehalten werden muß, ist es wichtig, sich früh'genug eiweißreiches Kraftfutter zu nicht übermäßigem Preise zu sichern, da es auf dessen Beigabe zum Stroh zur wirtschaftlichen Erhaltung des Viehs in hohem Grade an kommt. Die genannten Ausschüsse sollten den Bedarf an Kraftfutter unb den zweckmäßigsten gemein» amen Bezug, bei Streumangel auch den Bedarf und Bezug von Torfstreu feststellen. Es jollte sämtliches Rauhfutter, alles Gras und Heu nur zu Häcksel verschnitten verfüttert werden, um mit großen Anteilen von Sttohhäcksel, Spreu, Rapsschoten und bergt vermengt vorgelegt zu werden. Es muß in diesem Jahre die Annahme aufgegeben werden, daß Sttoh überhaupt nicht verftittert werden soll, im Gegenteil, das Stroh; ist in diesem Jahre ein wesentliches Hilfsmittel, um das Trockengewicht der Futtergabe und den Gehalt an den stick- tofffreien Nährbestaudteilen hoch genug zu bekommen. Wenn sämtliches Stroh, das die neue Ernte in den ütterarmen Gegenden bringen wird, zur Verfütterung geäugt, so wird dadurch hinsichtlich der stickstofffreien Nähr- toffe wahrscheinlich der größte Teil des Viehs gedeckt sein. Es wird die Frage sein, wie weit für die stickstoffhaltigen Nährstoffe (Eiweiß) noch Ersatz durch! Zukauf geschaffen werden kann. Wenn die Oelkuchen als Rückstände der Oel- getoinnung aus europäischen und außereuropäischen Samen dem Bedürfnis der Kulturländer seit langer Zeit gedient haben und in diesem Jahre stark in Anspruch genommen werden, so wird zu prüfen sein, ob nicht zur Zeit anbete Quellen noch in größerem Umfange in Anspruch genommen werden müssen. Es mag in dieser Hinsicht besonders auf das eiweißreiche Fleischfuttermehl und auf das Fischfutter- Veremsbezirk, lefonbcie Aus- ortlaufenb zu einen zu ge- t werde. Jir tet au\ teiö M Rammen* ^zunehmen isl, -rschB ist, beben sich auch üssen, ein tvie ternot voraus- welche Weise die bewerkstelligen n. Es ist un- Wentreten eit» «ad- che, die DK °mt« B-i^ be,°,dere K» bk>mders groß n werden muß, ; äwW«tlt2“ L« Sülid»««” «es r°ZS iteu, d®' mä SS*** •J&f ZKS SxB- >-rLM jsfes •SS“ lB baa k y?s tz-L» 6eii£ “ °r. »«aff S?$S 5 '9 eintreten tvirö. Es unh t »i» fifi Mmbtnn! Jb »b Ät ”btÄ ?. Mir emeC ble iich biet Jn’ Ich wie» >mmen sollte beb ÄM, 'm etaiift werben °' --lich ift .des Sein» Zen Gemein» oerlehrerusw E möglichst schwerer Zeit geschehen hat. glichen Land- Mittel in der wsser zu über- '■ Es ist dabei t, welcher bie >Nenbe Ver- T der gegenwährend der wrsteht, schon \W Kwirt- sowoht unter bhilsc schassen olge der dies- usahrung, daß zeblieben sind, lande besand, e der mangel- uch die unge- dieser Hinsicht unb ftärtere auf das Hy- LanddvdenÄ hext neu, ob nicht erkehr, wie sie in den meisten nur für dieses f vielen Pacht- herbeigesührte d an anderen aacht und eine i könnte. Der eutendste Ler- mehl hingewiesen werden. Namentlich das Fischfuttermehl wird in Schweden seit längerer Zeit als billige Eiweißquelle geschätzt. Es mag daran erinnert werden, daß der Fisch- reichtum der Meere außerordentlich ist, und daß beim (Z-isch sang viele Tiere, als für die Ernährung nicht beliebt, wieder in den Ozean geworfen werden, welche aus FisckMtter- mehl würden verarbeitet werden können. Ans Stabt und Kandi Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. •• Perfoual-Nachrichten. Der Großherzog hat dem Pfarrverwalter Konrad Schlunk zu Dornheim die evangelische Pfarrstelle zu Engelstadt, Dekanat Mainz, übertragen. — Der Großherzog hat den Oberförster der Ober- försterei Groß-Steinheim, Forstmeister August Supp es zu Seligenstadt auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober d. IS. in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen'verliehen. — In den Ruhestand versetzt wurde ferner der Pfandmeister des BeitreibungS- beztrks Michelstadt, Wilhelm Heusing zu Michelstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers an und ihm aus diesem Anlaß daS Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Dem Hauptmann dec Landw.-Jnf. 1. Aufgebots (Gießen) Eule- feld wurde mit der Landw.-Armee-Uniform der Abschied bewilligt. •* Für die kleinen goldenen Fünfmarkstücke läuft mit dem 30. September die Frist ab, bis zu der sie bei den Reichs- und LandeSkaffen zu ihrem gesetzlichen Werte in Zahlung genommen und gegen Reichsmünze umgetauscht werben können. Noch im Umlaufe befindliche Münzen der genannten Art sind daher bis zum 30. September einschließlich eiuzulösen. Der deutsche Uhrmachertag, der vom 18. bis 20 August in Berlin stattfiadet, wird eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen haben. Es stehen u. a. zur Verhandlung: Anträge der Handwerkskammer Berlin betr. die Lehrlingsprüfung und den Vorschlag eines geeigneten Meisterstückes für das Uhrmachergewerbe. Einführung einer einheitlichen Frist für das Aufbewahren von Reparaturen, Bekämpfung des Uhren- Hausierhandels, der schwindelhaften Ausverkäufe und Versteigerungen, endlich Erlaß eines Preisausschreibens für einfache schöne Zimmeruhreu. Mit dem VerbandStag ist auch eine Ausstellung deutscher Chronometer verbunden. •• Flugfeuer durch Lokomotive». Angesichts der anhaltenden Trockenheit hat der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten die Eisenbahndirektionen veranlaßt, die Vorkehrungen, die zum Schutze von der Entzündung durch Flugfeuer der Lokomotiven besonders ausgesetzten Waldstrecken und Frucht- feldern getroffen find, aufs sorgfältigste zu prüfen und zu überwachen. Besonders ist für Unterhaltung der Schutzstreifen und Schutzgräben und für ausreichende Bewachung gefährdeter Stellen mit Nachdruck zu sorgen. Dies-Eisenbahn-Corn- miffäre sind vom Minister ersucht.worden, auf die ihrer Aufsicht unterstellten Privatbahneu in gleichem Sinne zu wirken. Bad-Nauheim, 29. Juli. Unterhaltungen. Früh- kouzert der Kurkapelle vom 28. Juli bis 3. August täglich von 7—8 Uhr vormittags am Kurbrunnen. Dienstag, 30. J»li, nachmittags von 4i/a bis 6% Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Der Zigeuuerbaron". Mittwoch, 31. Juli, nachmittags von 41/,—6y2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kapelle des Infanterie Regiments Nr. 137 aus Hagenau. Abends 8 Uhr im Saale Tanz. Donnerstag, 1. August, nachmittags von 4—6*/, und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Weber- und Rubinstein-Konzert. Nachmittags Zi/z Uhr Theatervorstellung für Kinder und Erwachsene „Schneewittchen"; abends 8 Uhr: „Charleys Tante". Freitag, 2. August, nachm. von 41/,—6i/2 und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terraffe Konzert der Knrkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „GaSparone". SamStag, 3. August, nachm. von 41/,—61/, und abends von 8—10 Uhr auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Zaubervorstellung des HofzauberküuflerS Bellachini aus Marburg. Vorläufige Anzeige: Sonntag, 4. August, Konzert der Kapelle des Heff. Jnf..(Leib-Garde-)RegtS. Nr. 115 aus Darmstadt. Darmstadt, 27. Juli. Der Großherzog wird sich anfang dieser Woche nach Koburg begeben. •• Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Vor dem Kriegsgericht in Mainz sollte sich am vergangenen Donnerstag der Kanonier Koch aus Wiesbaden vom 3. Fuß- Artillerie-Regiment wegen Thätlichkeiten gegen einen Unteroffizier, ebenso der letztere selbst verantworten. Der Unteroffizier war erschienen, während K. sich inzwischen vom Regst ment entfernt hat. Der Unglückliche, dessen Anklage nach Versicherung von juristischer Seite jedenfalls mit Freisprechung geendet hätte, hat die Sache, wie es scheint, sich so zu Herzen genommen, daß er freiwillig in den Tod gegangen ist. Am Donnerstag wurde am Rheinufer bei Mombach die Kopfbedeckung eines Artilleristen aufgefunden, die aller Wahrscheinlichkeit nach Koch gehört haben dürfte. Es wird ver- mutet, daß K. den Tod im Rhein gesucht. Der Vater des 8. ist Beamter in Wiesbaden. - Der Katholische Gesellenverein in Mainz feiert kommenden Sonntag den 4. August daS Fest seines fünfzigjährigen Bestehens. Nicht allein aus einer größeren Zahl von Städten Deutschlands, sondern auch aus dem Auslande werden Deputationen zu dieser Feier ein treffen, so aus London, Brüffel, Wien, Budapest usw. — Dem Oberstleutnant v. Derschau zu Auerbach wurde für seine langjährige Thätigkeit als Vorsitzender des Fischervereins fLr den Regierungsbezirk Wiesbaden der Rote Adlerorden 3. Klaffe mit Schleife verliehen. — Die Obstruktion im Stadtparlament zu Bingen war nicht von langer Dauer. Die Stadtverordneten haben sich aus einen anderen Kandidaten geeinigt und heute einstimmig den Weinhändler Earl Geßner als ersten Beigeordneten gewählt. Das entspricht auch den Wünschen der Mehrheit der Bürgerschaft. Vermischtes. • Gut gewahrtes Inkognito. Prinz Rupprecht, der bayerische Thronfolger, kam auf einer Reise in das Hammelburger Lager auch durch den Ort Gräfendorf, wo die ganze Einwohnerschaft zur Begrüßung am Bahnhof auf- Marschiert war. Die Mädchen festlich gekleidet, mit Blumensträußchen in der Hand, die Schuljungen, offenbar nur das Zeichen des Herrn Lehrers erwartend, um in ein donnerndes Hoch auSzubrechen. Auch vaS erwachsene Publikum war, wie die „Neue Bayerische LandeSzeitung" berichtet, in ge- hobener Stimmung, alles war gespannt, den Prinzen zu sehen und zu begrüßen. Als der Zug, welcher den Erwarteten bringen sollte, einlief, sahen sich die Leute beinahe die Augen aus, aber im ganzen Zuge war niemand zu erblicken, von dem man annehmen konnte, es sei der Prinz. Keine glänzende Uniform, kein Federbusch, kein Leibjäger. In einem Abteil erster Klasse saß ein Herr im unscheinbaren grauen Ueberzieher. Der war eS sicher nicht. Als auch noch ein Wortführer erklärte, der Prinz sei ganz gewiß nicht im Zuge, er kenne ihn noch von deffen Leutnantszeit her, zog das Publikum betrübt ab, und Prinz Rupprecht, er war es wirklich, der Herr im grauen Anzug, fuhr unerkannt vvn dannen gen Hammelburg. Dort wiederholte sich die ganze Szene noch- mals, nur daß der Empfang sich noch feierlicher hätte gestalten sollen, weil der Prinz an der Station den Zug verlassen mußte, um eine Equipage zu benutzen. Auch hier spielte das „Graue" das unsichtbar machende Zauberkäppchen, und die Bedenken eines Zweifelnden wurden durch den Wahrspruch eines Eingeweihten zerstreut: „Der raucht doch Cigaretten! Wenn's der Prinz wär, der könnt' sich auch Cigarren kaufen!" Und der Prinz zog auch hier Cigaretten rauchend und unerkannt durch die Menge. Im Lager werden ihn die Soldaten schon beffer gekannt haben. * Rom, 28. Juli. Die drei belgischen Bankiers Gebrüder Ludwig, Josef und Johannes Roest wurden in Brindisi verhaftet, während sie sich nach Griechenland ein» schiffen wollten, nm sich der gegen sie wegen Unterschlagung von 700 000 Franks eingeleiteten strafrechtlichen Untersuchung zu entziehen. * Bist Du der Kaiser?" Von dem Besuche des Kaisers Franz Joseph im Erzherzogin Marie Valerie-Kin- derspital in Salzburg wird eine hübsche kleine Episode mitgeteilt. Ein dreijähriger, netter Knabe fragte den Kaiser: „Bist Du der Kaiser?" Der Monarch antwortete: „Ja! freilich." Nun zeigte aber der kleine Knirps, der recht kouragiert war, auf das Kaiserbildnis der Kriegsmedaille, die der Kaiser trug, und sagte: „Und wer ist nachher der da?" Der Kaiser lachte herzlich über den kleinen Examinator. * Einen grauenhaften Gattenmord hat die Frau des wohlhabenden Landwirts Martin Schließ! in der Gemeinde Pomazueweit von Budapest begangen. Die beiden Eheleute lebten seit langer Zeit nicht glücklich miteinander. Als vor 26 Jahren Schließls erste Frau starb, hieß es, sie habe sich aus Gram über die Untreue ihres Gatten vergiftet. Diese Annahme verstärkte sich, als der Wittwer, der drei Kinder hatte, nach Ablauf des Trauerjahres seine Dienstmagd Juliaune Stampf, ein armes aber hübsches Mädchen, zum Traualtar führte. Die junge Frau fand in der Ehe nicht, was sie davon erhofft hatte, da Schließ! keine Lust zeigte, Geld auszugeben, damit sie ihre Eitelkeit und Genußsucht befriedigen könne. DaS Verhältnis trübte sich noch mehr, als der Frau während der Ehe unverhofft eine beträchtliche Erbschaft zufiel. Denn während Schließ! auch jetzt für die Frau und die sieben Kinder, die sie ihm schenkte, nur sehr wenig hergab, war ihm für den ältesten Sohn aus seiner ersten Ehe, der studieren durfte und heute StaatSbahabeamter ist, kein Opfer zu groß, Es kam häufig zu erregten Szenen, die einen besonders heftigen Charakter annahmen, seit Frau Schließ! zu ihrem Kutscher Ignatz Engel iu unerlaubte Beziehungen getreten war. Als nun vor einigen Tagen die Leiche des alten Schließ! in einem Brunnen seines Gehöftes gefunden wurde, raunte man sich sofort im Orte zu, daß er von seiner Frau mit Hilfe des Engel ermordet worden sei. Zwar erstattete Frau Schließ! selbst auf dem Gemeindeamte die Anzeige, daß an dem Greise ein Verbrechen begangen worden wäre, aber der Versuch, auf diese Weise den Verdacht von sich abzuwälzen, blieb vergeblich. Die 21 Jahre alte taubstumme Tochter der Gattenmörderin deckte die Mordthat auf. Als die Gendarmen das Gehöft betraten, um Unter« suchungen anzustellen, trat ihnen die unglückliche Marie Schließ! mit verstörten Mienen entgegen und winkte ihnen, ihr zu folgen. DaS Mädchen führte die Gendarmen iuS Schlafgemach der Eltern, wies auf das Bett des Vaters und suchte unter Ausbrüchen tiefen Schmerzes den Beamten durch Gebärden klar zu machen, daß der Greis hier erwürgt worden fei. Dann führte sie die Männer zum Bette der Mutter und zeigte mit dem Ausdruck der tiefsten Entrüstung auf das darüber an der Wand hängende Bild, in dieser Weise die Mutter der That anklagend. Die Gendarmen wußten nun genug, es wurde nach dem Untersuchungsrichter telegraphiert, und dieser brachte sowohl die Schließ! als auch den Enge! nach scharfem Verhör zu einem umfassenden Ge- ständuis. Danach haben die beiden den alten Schließ! zuerst in seinem Bette gewürgt und bann den noch zuckenden Körper in den Brunnen geworfen. Während Enge! nach dem Geständnis, von Reue ergriffen, in Thränen ausbrach, trug die Schließ! eine cynifche Gleichgiltigkeit zur Schau. Nur diese Gleichgiltigkeit erklärte auch, daß sie das Verbrechen vollendet hat. Denn sie wurde bei ihrer schrecklichen Arbeit von der taubstummen Marie überrascht. Aber anstatt nun von ihrem Opfer abzulassen, trieb sie die Tochter mit Prügeln in ihr Zimmer zurück, nm dann den Gatten vollends zu töten. • Laibach, 26. Juli. Auf Alpe Stob in den Steirer Alpen fanden Touristen die Leiche des abgestürzten Alpen- blumensammlers Simon Kraly. Sebastopol, 26. Juli. Auf dem auf der Rhede von Eupatoria liegenden Dampfer „Olga" der russischen Dampfschiffahrtsgesellschaft entstand gestern durch die Unvorsichtigkeit eines Matrosen in der Maschinenabteilung Feuer. D4e ganze Ladung sowie die Schisfskasse im Betrage von 20000 Rubel wurden ein Raub der Flammen. Menschen sind nicht verunglückt. in jeder beliebigen Schriftart nnd Karton« I littTTurTPII sorte, sowie mit Sirkeln aller studentische» V IjlMMKvIl Vereinigungen, liefert zu mastigen Preise» vrühl'sche Univerfitäts-Vruckerei, Schulstratze 7 'Frankfurt?M. w-y Gr. Bockenheimer Str. 30. nahe derOper. Wein Restaurant i. rc_s Berühmte Küche, hervorrag ende Weinkarte. Kleine u. grosse Menus zu festen Preisen u. nach der Karte. h. Sators für'kleinere u. grössere Gesellschaften. Ä Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Das Geschäft war auch int Laufe der Berichtswoche sehr ruhig, und es fanden nur wenig Umsätze statt. Allgemein wird jetzt mit der Empfangnahme der von den Händlern bei der Spelulation gekauften Tabake, sowie die Verpackung der an die Fabritantcn verkauften Tabake begonnen. In alten Ta.baken wurden einige Zentner 1898 er nnd 1899 er zu Anfang Mk. 40 gehandelt. Nach guter entrippter Einlage besteht immer lebhafte Nachfrage, doch ist hierin wenig vorhanden. Für neue Einlage wird Mark 90 bis J(t. 100 gefordert. In den Hardtorten wurde mit den ^och nicht eingeheimsten Sandgrumpen und Sandblättern ^i offenen Preisen begonnen, .und da das! Geschäft durch diese Handlungsweise in den früheren Zähren bedeutend gelitten hat, so dürfte wohl einmal eine vernünftigere Ansicht Platz greifen, um ein derartiges Gebahrcn für „bie Folge vollständig auszumerzen. In losen Pfalzer Rippen geschäftslos, lose feine Mk. 9 bis 9,50, gebündelte Mk. 11 bis 11,50. „ Kohlen. „ Es notieren: Ruhr-Fettnuß Körnung! I und II Mk. 225 bts Mk. 235; Nußschmiedekohlen Mk. 190 bis Mk. 200: Deutsche Anthracit-Nußkohlen Mk. 330 bis 340; Englische Anthracit-Nußkohlen Mk. 370 bis Mk. 380; Rnhrflammnuß Körnung I und II Mk. 210 bis 220; Ruhrflammnußkohlen III Mk. 195 bis Mk. 205; Fettschrot Mk. 160 bis Mk. 170; Ruhr-Bruchcoks Mk. 305 bis Mk. 310; Aussiebaries Mk- 140 bis Mk. 150. Alles per 10 Tonnen ab Mannheim- Die Marktlage ist seit der Vorwoche unverändert. Die Nachfrage nach gewaschenen Kohlen bleibt andauernd rege, Brechcoks für Hausbrandzwecke beginnt, wenn auch 'langsam, stärker begehrt zu werden; in Förderkohlen will sich aber immer noch kein Leben entwickeln. Mit einem Schlage befinden wir uns mitten in der Erntebewegung. Tage von 50 000 Sack Zufuhren in Santos war man sonst nur in den Hauptmonaten August- September zu sehen gewohnt. Heuer haben wir sie jetzt schon. Aber es wäre der Mehrheit entgegengetreten, wenn man sagen wollte, daß die Riesenziffern sonderlich Effekt gemacht hätten. Man war seit Langem darauf gefaßt. Ueberhaupt beginnt der Handel, sich die Sachss nach eigener Empfindung zurecht zu legen, ohne viel mehr auf Meldungen und Voraussagungen von drüben Gewicht zu legen. Ist doch schließlich alles anders gekommen, als wie es prophezeit war und erwartet werden durfte. Tie Vorgänge mit dem Kurs, der fällt, statt zu steigen, haben jeden Maßstab zur Beurteilung weggenommen. Man sagt sich einfach, Kaffee ist ungemein billig geworden und um allen Eventualitäten in Ruhe entgegensehen zu können, sieht man sich um, Kaffee so billig als möglich einzuthun. Sollten Notierungen noch weiter weichen, wird man von allen Seiten Käufer aufstehen sehen. Havre notierte am 25. Juli: 33.75 September, 34.25 Dezember, 34.75 März, 35.25 Mai, Knrs 9 15 Sechzehntel gegen 34 September, 34.50 Dezember, 35.25 Mürz, 35.75 Mai, Kurs 10 7 Achtel. «etreide. Die Stimmung im Getreidegeschäft war während der Berichtswochie fest, nachdem auch die amerikanischen Ernteergebnisse, speziell von Sommerweizen und Mais hinter den gehegten Erwartungen zurückbleiben, was auf die enorme Hitze zurückzuführen ist. Die Forderungen Amerikas für Weizen sind heute 3—4 Mk., die der anderen Länder 2 bis 3 Mk. höher als vergangene Woche. Roggen bleibt fest. Gerste. Braugerste. Die ersten Ankünfte in Ungarn wurden zu hohen Preisen aus dem Markt genommen; das Geschäft hat sich jedoch noch picht entwickelt. Futtergerste höher. Hafer gut gefragt und höher. Mais: Von Amerika liegen nur vereinzelt Offerten vor; Argentinien ist ebenfalls zurückhaltend und höher. Die heutigen Notierungen sind: Redwinter 2 1*29 bis 130.50 Mk. Kansas 2 130 bis 131.50 Mk. Südruss. Weizen 129 bis 146 Mk. Laplata Weizen 127 bis 137 Mk. Rufs. Roggen 104 bis 106 Mk. Rufs. Futtergerste 103 Mk. Rufs. Hafer 111 bis 128 Mk. Amerik. Hafer —. Mixed Mais 102 Mark. Laplata Mais rye tcrms 96 Mk. cif Rotterdam. Arbeiterbewegung. Bayreuth, 27 Juli. Eine Arbeiterversammlung beschloß, die streikenden Bäckergesellen dadurch -u unterstützen, daß die Arbeiter von den Bäckermeistern, welche die Forderungen der Gesellen ablehulea weder Brot noch Bier beziehen. 4266 D. R. P. 76 912 von Wagener & Schilling O her kauf an gen tragen Diese Einlagen sind nach aller» Seiten biegsam, unzerbrechlich und rostfrei. Man verlange ausdrücklich nur Corsets oder Mieder mit Stempelt Wagener & Schilling’sche Hercules-Spiral-Einlagen, oder Hercules-Spiralen D.B.P.7691Ä Ueberall zu haben. da Jeder Familienvater sollte darauf sehen, daß seine Frau und Töchter im Interesse ihrer Gesundheit nur Mieder oder Corsets mit Hercnles-Spirel-Federn iimiz. Anleihe der Siaih Fulda im Betrage von 2 Millionen Mark M. unkündbar bis zum Jahre 1906 Grosses Radfahrerfest Bon 6182 5233 5242 4964 zu weg 2. 4676 VorftachshmUßgen wird gewarnt. 80% Frankfurter Glocken, Laternen, ' /roMi ■ ^^Eken, Laternei '/OhP Pneumatiks rc. AM Karl Graf . /// HKVM Kirchennlatz II. Elnnano Snhlose V. Kirchenplatz II, Eingang Schlosegasse. 4« MM „war der Erfolg geradezu „überraschend u. s. w. Ein einziger Versuch überzeugt Erfolg sicher. Obermeyer’s Herbas elfe zu haben per Stück M. 1.25 in Apotheken, Drogerien u. Parfümerie-Geschäften od. durch den Fabrikanten J. Giotb, Hanau a. M. Auch zu haben bei H. Tichy, I Parfümerie, Seltersweg 43, u. |A. Welz, Parfümerie, Selters- Fuv dre Rerse: «eußmng Seifenbücher,Seifenblätter.Westen- liegen, die taschenseife,ZahncrSme,Zahnbürsten Taschenapotheken, Reisesodor, Haut- crtzme, Fußschweißs eif e, Fußs piritu», Streupulver, Citronensaft, Brause» bonbons, Speisechokolade, Salicyl- Vaseline rc. rc. empfiehlt Arbeitsvergebuna. Die zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses erforderlichen Arbetten und Lieferungen, wie Maurer-, Stein- Hauer-, Zimmermanns-, Dachdecker-, Spengler-, Schlosser-, Schreiner-, Glaser-, Weißbinder- und Anstreicherarbeiten, sowie I Trägerlieferungen, beabsichtige ich im Wege schriftlichen Angebots zu vergeben. Schriftliche Offerten, verschlossen und portofrei, erbitte bis zum 8. August d. I. an Herrn Architekten L. Seuliug Sn Gießen gelangen zu lassen, bei welchem auch die Der- dtngungsunterlagen während dessen Bureaustunden, von vormittags 8 bis 12 Uhr, vom 80. d. Mts. bis 8. August d. I. gewöhnlichen Vertrauens erfreuende Spezialität Ort. Das Vorzüglichste und Vernünftigste gegen sämtliche Insekten. Vernichtet radikal selbst die Brut, ist dagegen Menschen und Haustieren garantiert unschädlich. wenig Geld zuverlässiger, Är ??"«610!8- Einmal gekauft, immer wieder verlangt. Nur ä^30