Nr. 305 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag Ä0. Dezember 1901 Erscheint tägNch tmt Ausnahme deS Montags. Die Sietzen er Familie«, blätter werden demAn- »etger tm Wechsel mit dem .Hess. Landwirt' mrü den ^Blättern für hessische Volkskunde' viermal wöchentlich btt* gelegt. Redaktion, Erpedtttoa und Druckerei: Schnlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. strrnsprrchanschlußNr.51. GietzenerAnzeiger K' General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeiat» zu der für den folgenboti xog erscheinenden Nr» bis vorinittags 10 Uhr» Alle Anzeigen-Vermit^ lungsstellen des In-uns Auslandes nehinen An- SeiC«i»2W auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen UnioersltätS - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Entwurf des Arnanzgesetzes und des Kaupt- Aoranschlags der Ktaats-Kivuaymek und Ausgaben für 1902/03. n. Verglichen mit der Möglichkeit einer gleichmäßigen vrozentualen Erhöhung der Sätze für die Einkommen- und die Vermögenssteuer, oder etwa mit einer einseitigen Erhöhung der Einkommensteuer hat die Großh. Regierung geglaubt, eine ausschließliche Erhöhung der Vermögenssteuer vorziehen &u sollen. Jeder Zuschlag zu den Sätzen der Einkommensteuer würbe auch das nicht fundierte Einkommen treffen und damit einerseits bei allen Arten der hohen Einkommen die bei der Steuerreform gesetzte oberste Grenze der Ein- kommenbesteuerung überschreiten und andererseits eine weitere empfindliche Mehrbelastung derjenigen mittleren Einkommen zur Folge haben, deren durch die Steuerreform herb ei geführte Mehrbelastung von den betroffenen Pflichtigen noch keineswegs verwunden ist, während von einer ausschließlichen Erhöhung der Vermögenssteuer nur diejenigen Steuerpflichtigen betroffen werden, welche fundiertes Einkommen, Vermögen besitzen und sonach wohl auch am ehesten vermögend find, eine erhöhte Steuerlast zu tragen. Die Vermögenssteuer beträgt nach Art. 13 des Vermögenssteuergesetzes 55 Pfg. für 1000 Mk. Vermögen. Eine Erböhung dieses Satzes um 20 Pfg., also auf 75 Pfg., würde oen St euer ertrag um 809 091 Mk. steigern, was annähernd der Hälfte des Fehlbetrages entspricht. Der Zuschuß aus dem Vermögen zur vollständigen Deckung des Fehlbetrages berechnet sich dann auf 881509.74 Mk. Hiernach ist letzterer Betrag in Hauptabteilung I des Verwaltungs-Budgets „Reste aus früheren Jähren" in Einnahme und in der gleichlautenden Hauptabtälung des Vermögensbudgets in Ausgabe gestellt und jener Betrag in der V. Hauptabteilung „Direkte Steuern ic." in Zugang gebracht; zugleich ist in Art. 1 des Finanzgesetzentwurfs die Erhöhung der Vermögenssteuer um 36 vierelftel Prozent (d. h. auf 75 Pfg. für 1000 Mk. Vermögen) vorgeschlagen worden. An Vermögensreserve für künftige Jahre, speziell 1903/04, verbleiben somit noch 819 797.25 Mk., welcher Betrag sich bis Ende 1902/03 durch Rückzahlungen auf frühere Ausleihungen auf 892 297.25 Mk. erhöhen wird. Nach dieser Klarstellung der allgemeinen Finanzlage sei es gestattet, auf die Einzelheiten des Hauptvoranschlags näher einzugehen; doch soll hier nur das Wichtigste hervorgehoben und nur auf erheblichere Abweichungen des neuen Etats vom laufenden aufmerksam gemacht werden. In Hauptabteilung I, „Reste aus früheren Jahren", konnte, nachdem vom Etatsjahre 1900/01 an der Zeitpunkt des Bücherabschlusses der Hauptstaatskasse um ein volles Jahr früher gelegt, also au 1/2 Jahr nach Ablauf des Etatsjahres festgesetzt worden war, erstmals der nach dem Abschluß der Rechnungen des zweitvorhergegangenen Jahres (1900/01) verbliebene Rest der ordenllrchen Einnahme gegenüber der ordentlichen Ausgabe (jetzt Verwaltungs-Crn- nahme und Ausgabe) in Einnahme gestellt werden, wie dies ebenso unter der gleichnamigen Hauptabteilung des Vermögeusbudgets mit dem Rest der außerordentlichen Einnahmen gegenüber den außerordentlichen Ausgaben (jetzt Vermögens-Einnahme und Ausgabe) "geschah. Mit dieser Maßregel wird der Grundsatz einer scharfen Trennung der Einnahmen und Ausgaben der Verwaltung von denen des Vermögens endgiltia zur Durchführung gebracht. Jener Verwaltungsrest stellt sich auf 566 828.24 Mk. und schließt die Hauptabteilung I mit Hinzurechnung der darin nach dem oben Bemerkten zur Deckung des Fehlbetrags weiter in Einnahme gestellten, aus dem Vermögen entnommenen Summe von 881509.74 Mk. mit 1448 337.98 Mk ab. Es sei hier schon erwähnt, daß jener Rest aus der Verwaltung 1900/01 keine reine Einnahme für das neue Budget darstellt; um diese zu ermitteln, müssen von ihm diejenigen Beträge in Abzug gebracht werden, über die schon verfügt ist, bezw. die zur Ausführung bereits verwilligter, aber noch übertragbarer Ausgaben reserviert werden müssen. Diese Beträge berechnen sich auf 236 495.51 Mk. und sind unter der X/V. Hauptabteilung „Indisponible und reservierte Fonds" in Ausgabe vorgesehen. Thatsächlich stellt sich also der reine Verwaltungsrest 1900/01, der für Zwecke des Budgets 1902/03 Verwendung findet, auf 330 332.73 Mk. Die Hauptabteilung II „Domänen des Großherzoglichen Hauses" ist mit einem Einnahme-Ueberschuß von 908 945 Mark 95 Pf. eingestelll, d. s. gegen das laufende Jahr mehr 74 988 Mk. 38 Pf. Die Gesamteinnahme beziffert sich auf 5864 507 Mk. 38 Pf., die Ausgabe auf 4 955 561 Mk. 43 Pf. Unter ersterer ist als wichtigste die Einnahme aus Bau-, Nutz- und Brennholz hervorzuheben mit 3 901440 Mark, die aus einem Fällungsetat von 384000 Fm bei Unterstellung eines Preises pro Fm von 10 Mk. 16 Pf., wie solcher im laufenden Etatsjahr erzielt wurde, erwartet wird. Die Steigerung dieses Einnahmeansatzes gegen das laufende Jahr beträgt 183 840 Alk. Die Einnahme aus Zeitpacht geht immer noch zurück, sie ist mit 892654 Mk. oder 20 926 Mk. weniger als 1901/02 vorgesehen; zum Teil ist dieser Rückgang aus der Lage der Landwirtschaft zu erklären, zum Teil ist er zurückzuführen auf den mit landständischer Zustimmung eingeleiteten, ziemlich umfassenden Verkauf zerstreut gelegener cameralfiskalischer Grundstücke. Die Weinbaudomänen werden in dem kommenden Jahre voraussichtlich erstmals einen Ertrag abwerfen. Es ist in Aussicht genommen, einen Teil der z. Z. lagernden 154 Halb stück 1900er und 1901er Crescenz, sowie auch vielleicht einen Dell der 1902er Crescenz im Frühjahr 1903 zur Veräußerung zu bringen und wird auf einen Ertrag von 60000 Mk. gerechnet. Hiermll werden indessen die auf diesen Domänen lastenden Ausgaben noch nicht voll gedeckt, die Betriebskosten allein mußten mit Rücksicht auf notwendige Verbesserungen der neu angekauften Weinberge und auf Neuanlagen von solchen diesmal noch mit 61000 Mk. in Ausgabe vorgesehen werden — insgesamt sind die Ausgaben veranschlagt zu 76 500 Mk. —, es steht aber -mit Sicherheit zu erwarten, daß sich — sobald erst den Ausgaben für sämtliche Güter auch die vollen Erträgnisse derselben, einschließlich insbesondere auch deL.großten, des Nackenheimer Gutes, gegenübergestellt werden können — die Sachlage wesentlich ändern und dann die Weinbaudomänenverwaltung einen erheblichen Beitrag zur Deckung allgemeiner Staats ausgab en liefern wird. Bei der III. Hauptabteilung „Staatsdomänen" wird eine Einnahme von 12 449 483.06 Mk. und eine Ausgabe von 1 199 757 Mk., sonach ein Ueberschuß von 11 249 726.06 Mark, gegen das laufende Jahr weniger 681931.31 Mk., erwartet. Dieser Rückgang ist, wie bereits bemerkt, hauptsächlich veranlaßt durch den Rückgang der Eisenbahnerträgnisse, indem diese mit nur 11 211539 Mk. eingestellt werden konnten, gegen 11923 929 Mk. im laufenden Jahre. In Wirklichkeit flössen unserer Staatskasse seit Beginn der Ge- meinschaftsverwaltung in runden Beträgen zu: 1897/98 10 514 670 Mk., 1898/99 10 622 840 Mk., 1899/1900 11145 840 Mark, 1900/01 11378020 Mk., für das laufende Jahr wird die Ablieferung, soweit sich dies bis jetzt überhaupt beur- teilen läßt, um rd. 1000 000 Mk. hinter dem Etatsansatz zurückbleiben, sich also auf etwa 10923 900 Mk. stellen. Die auf den Eisenbahnerträgen ruhenden Lasten — Staats- zuschuß zu den garantierten Linien der vormaligen Hessischen Ludwigsbahn und öffentliche Abgaben — sind für das kommende Jahr auf 265000 Mk. veranschlagt, für Verzinsung der Eisenbahnschuld find sodann vergesehen 9 214 217.70 Mk., für aus dem Ertrag der Bahnen zu entnehmende Tilgung von Staatsanleihen 600 000 Mk., nach Abrechnung dieser Beträge an dem eingestellten Reinertrag verbleibt immerhin noch eine zur Bestreitung anderer Staatsausgaben zur Verfi'lgung stehende Summe von 1 132 321.30 Mk. Auch bei dem Etat der Saline und Badeanstalt Bad- Nauheim macht sich ein Rückgang hinter die Erwartungen des laufenden Voranschlags beinerkbar. Tic Einnahme an Vadegeldern konnte, nur zu 500000 Mk., 110 000 Mk. weniger, als 1901/02, vorgesehen werden, die Einnahme an Kurtaxe zu 170000 Mk. d. s. 20 000 Mk. weniger. Als Ab- lieferung an die Staatskasse sind wieder 100 000 Mk. eingestellt, als Ablieferung an den Kurfonds verbleiben aber nur 77 630 Mk., oder 80 400 Mk. weniger als 1901/02 an/ gesetzt. Dagegen weist die IV. Hauptabteilung „Lotterte" einL Steigerung des an die Staatskasse abzuliefernden lieber« schusfes aus dem Lotteriebetriebe auf von 260 230 Mk. Der Loseabsatz steigt noch fortdauernd, und es ist aus der ntü dem Großherzogtum Oldenburg geplanten Lotteriegemein. schäft, worüber der Vertrag den Landständen zur Genehmig, ung vorliegt, eine weitere Steigerung zu erwarten. Die Gesamteinnahme konnte unter diesen Umständen zu 14941430 Mk. geschätzt werden, die Gesamtausgabe zu 13962100 Mk. Unter der Hauptabteilung V, „Direkte Steuern, Regalien usw.", sind die Einnahmen auf insgesamt 15585 997 Mark utrd die Ausgaben auf 1515 651 Mk. veranschlagt wonach sich ein Ueberschuß von 14 070 346 Mk. ergiebt. Es sei hier zunächst das günstige Ergebnis der da- maligen Veranlagung der neuen Einkommen- und Vermögenssteuer hervorgehoben. Gegenüber einer Veranschlagung für 1901/02 von 7 950 000 Ml an Einkommensteuer und 2000 000 Mk. an Vermögenssteuer, zusammen 9 950000 Mk., kann nach den neuesten Feststellungen auf einen thatsächlichen Ertrag von 8300000 Rtk. und 2 220 000 Mark, zusammen 10520 000 Mk., gerechnet'werden, somll auf ein Mehr von zusammen 570 000 Mark. Gegenüber der Veranschlagung bei Einbringung der Steuerreform mll 6 390 000 Mk. für die Einkommen- und mit 1980 000 Mk. für die Vermögenssteuer bedeutet dies aber für die erstere Steuer ein Mehr von 1010000 Mk., für die letztere ein solches von 240000 Mk., wobei allerdings zu beachten ist, daß seit jener Veranschlagung mehrere Jahre verflossen sind, in denen Einkommen und Vermögen naturgemäß eine gewisse Steigerung erfahren haben. Wie bereits bemerkt, ist hier auch die Summe, die zur teilweisen Deckung des Fehlbetrages durch eine Erhöhung der Vermögenssteuer um 36 vierelftel Prozent auf- gebracht werden soll, mit 809 091 Mark eingestellt, so daß sich — mit Zurechnung eines mäßigen laufenden Zuwachses bei der Einkommensteuer — das Gesamtaufkommen aus direkten Steuern, einschließlich des fixen Betrags aus dem Condominat Kürnbach von 186 Mk., auf 11500 27? Mark beläuft. Der Ertrag an Stempel konnte nach den bisherigen Ergebnissen um 200 000 Mk. höher, also mit 2 920 000 Mk. veranschlagt werden, desgl. der Ertrag der Erbschaftssteuer um 20 000 Mark höher, also mit 600 000 Mk.; dagegen mußte der Hundesteuerertrag um 15 000 Mk. herabgesetzt werden. Die Gebühren für auf den Steuerkommissariaten für Gemeinden zc. gefertigte Arbeiten sind um 5700 Mk. geringer angesetzt. Dieses Weniger ist indessen nur ein scheinbares, da die bisher hier verrechneten Gebühren für die Fortführung der Grundbücheö und Karten nunmehr unter dem bei dem Kapitel „Provinzialdirektionen und Kreisämter" neu gebildeten Sitel „Kreisaeometer" zur Verrechnung kommen sollen, wie eine gleiche Aenderung bann Plaudereien aus der Kaiserstadt. (Nachdruck verboten.) Nach dem Feste. — Kurfchuersorgm. — Die schlechten Zeiten. — Die neue Hochbahn. — Der Omnibus in Not. — Profit Neujahr. Die Familienväter atmen erleichtert auf, erleichtert in des Wortes verwegenster Bedeutung; denn die Börsen machen durchschnlltlich den Eindruck abgelegter Schlangenhäute. „Wo der Sesterz sonst fröhlich beim Denar erklang", wie Scheffel singt, berrschte bis zum ersten vielfach das trostlose Schweigen oes leeren Raumes — und am ersten, dem Neujahrstage, kommt ein neuer Ansturm, der sich aus zähen Portiers, mutigen Schornsteinfegern, Wasch- und Flickfrauen, Zeitungsboten, Bäckerjungen und ähnlichen kampferprobten Waffengattungen zusammensetzt. Aber der heißeste Tag mitten im kalten Winter — ist doch üb erst and cn, und wenn man die blauen Scheine auch nie wieder- sieht, die die Gattin, die teure, als Opfer auf dem Familienaltar gefordert hat: es ist doch schön aewesen, fröhliche Kinderaugen leuchtend in alle die glitzernde Herrlichkeit starren zu sehen, den dankbaren Jubel junger Kehlen zu hören, und dabei an liebe alte Zeiten zu denken, wo man selbst noch jung und erwartungsvoll war und das väterliche Portemonnaie für eine unv erste gliche Quelle von Thaleru, Gulden und „Achtgroschenstücken" hielt. Der Verkehr in den Geschäften erreichte in den letzten Tagen vor dem Feste einen geradezu unheimlichen Umfang. Die großen Geschäftsstraßen waren ausgestopft von hastenden, mit Paketen von allen Dimensionen beladenen Menschen. Eine unvorsichtige Mama, die ihr Baumkonfekt allzu leichtsinnig an einem tückischen Bindfaden balancieren ließ, bis es sich plöhl ch auf den glibbrigcn Asphalt stürzte, sah so gut wie nichts davon wieder. Selbst die rosigsten Fondant-Herzen mit gefühlvoll-süßer Liqueur - Füllung mußten unter den Stiefeln der nackdrängenden, mitleibs- losen Menge verbluten. „Das ist oas Los des Schönen auf der Erde!" Unsere Geschäftsleute sind denn auch schließlich zufriedener, als es von vornherein zu erwarten war. 9htr bte Kürchner, die durch die rapide Preissteigerung der Pelzarten schon in einer schlechten Position waren, haben durch die ärgerlichen Regentage, kurz vor Weihnachten, nicht den gewünschten Absatz erzielt, umsoweniger, als die großen Ramsch-Bazare mit allerhand minderwertigen Imitationen, für die das große Publikum ohne alle Fachkenntnis leicht zu gewinnen ist, auf dem Plan erschienen und ihnen das Geschäft verdarben! Im übrigen war von den „schlechten Zeiten" nichts zu spüren. Alle Sttaßenbahnen waren besetzt, die Droschkenkutscher waren in Bewegung, und die meisten Theater konnten sich rühmen, schon vor dem Fest für Weihnachten „ausverkauft" zu haben. Die Berliner, die nach dem neuesten Couplet „wohl schwärmen für die Hohenzollern, doch für die hohen Zölle nicht", sind zum Weihnachtsfeste nun einmal schenkfreudig, auch wenn es sich nicht allzugut mit den häuslichen Finanzen verträgt. Frellich, wer einen aufmerksamen Blick hat, wird auch die Zeichen der auffteigenben Ka- nmität gespürt haben. Das Heer ber Straßenhänbler hatte ich verdoppelt. Die armen, verkümmerten Frauen mit >en blaugefrorenen Gesichtem, die Blumen anpreisend mn- herwanbem, waren Legion geworben, und vor Keinen Jungen unb Mäbeln, die mit dreister ober thränendurch- bebter Stimme Wachsstreichhölzer, Hampelmänner, Bilderbücher unb anbern Tand an bie eilenben Passanten zu verkaufen suchten, konnte man sich zu Zeiten buchstäblich nicht retten. Es mag boch in manchen kalten Dachstübchen bieses Fest ber Freube ein bitterer Tag ber Entoehrung unb bcs Grolles gewesen fein trotz aller Bazare unb Vereinsbescherungen, ber stillen Thätigkeit hochherziger Wohlthäter nicht zu vergessen, an benen Berlin wirklich nicht arm ist. Möge bas neue Jahr allen Bebrängten neue Gelegenheit zur Bethätigung bringen! Die Morgengabe, bie ben Berlinern für 1902 dargeboten wirb, ist.bie neue, elektrische Hochbahn, bie aus ber Gegenb des „Schlesischen Bahnhofs", also aus bem Sübosten über ben Silben fort nach Charlottenburg führt unb mit einem Seitenzuge bis an ben Potsbamer Bahnhof reicht. Man wirb baburch enblich eine birefte, unb vor allen Dingen schnelle Verbinbung zwischen bem Südosten unb Westen erhalten. Die einzelnen Stationen ber neuen Bahn liegen am Görlitzer Bahnhof Kottbuser Thor, an ber Prinzenstraße, am Halle'schen Th^, an ber Großbeer en straße, ber Bülowstraße, bem Nollenborfplatz, wo bie Hochbahn zur Untergrunbbahn wirb; bann kann man am Wittenbergplatz, am Zoologischen Garten, am Charlottenburger Knie, an ber Krummen Straße unb am Wilhelms- Platz (in ber Gegenb des Charlottenburger Rathauses) aus- unb einst eigen. Allerbings wirb für biefe Bahn ber Einheitstarif von 10 Pf. nicht eingeführt werben, weil man bas enorme Anlage-Kapital von ca. 14. Millionen Mark baburch nicht verzinsen zu können glaubt. Für ben Betrieb ber Omnibuslinien wirb sich diese neue gewaltige Verkehrslinie zweifellos recht fühlbar machen. Unb babei ist ber Ertrag ber meisten Linien jetzt schon von Monat zu Monat zurückgegangen. Man bentt allen Ernstes baran, bie bisherige Toppelbespannung aufzugeben, unb nur noch mit je einem Pferbe zu fahren, um bas Geschäft toieber lukrativer ut machen. Ob mit Erfolg — steht bahin. Die Straßenbahnen haben in bem einen Jahre, seitdem sie jede Strecke für einen Zehner fahren, ganz riesig an Publikum gewonnen. Wenn die Omnibuslinien nicht Strecken wählen, bie vom elektrischen Betriebe noch möglichst unberührt sinb, — vor allem wäre ba bie Peripherie zu berütt' iigen — unb bie Nachtzeit möglichst in ben Bereich ihrer Öligkeit ziehen, so bürgte ihr letztes Stünblein auch mit der Verrechnung, der Kosten dieser Fortführungsarbeiten ein^u treten haben wird und vorgesehen ist. Bei Beibehaltung der alten Verrechnungsweise würde sich die Einnahme unter dem hier in Rede stehenden Titel sogar höher stellen, weil beabsichtigt ist, die von den Gemeinden zu leistende Entschädigung für den Ausschlag der Ge- meiirdeumlagen und die Fertigung der Hebvegister mit Rücksicht darauf etwas zu erhöhen, daß jetzt die Grund-, Gewerbe- und Kapitalrentensteuer fast lediglich für Gemeindesteuerzwecke veranlagt werden müssen. Der Titel „Hauptstempelverwaltung" wurde in Abgang gestellt, nachdem der Vertrieb der Stempelmarken teils der Kostenersparnis wegen, teils zwecks Erleichterung und Vereinfachung des Bezugs der Marken der Hauptstaatskasse und den Bezirkskassen übertragen worden ist. Die Hauptabteilungen VI und VII „Landstände" und „Staatsministerium" geben zu Bemerkungen keinen Anlaß. Der KaiserLag von KoLya. Die gestern erwähnte Ansprache des Erbprinzen Hohenlohe-Langenburg lautet wie folgt: „Euere Majestät wollen mir gnädigst gestatten, Sie im Namen des Herzogs auf seinem Schlosse Friedenstein in tiefster Ehrerbietung willkommen zu heißen. Zur Feier der 300jährigen Wiederkehr des Tages, an dem Herzog Ernst der Fromme das Licht der Welt erblickt, begrüßt Eure Majestät hier eine zahlreiche Festversammlung. Erschienen sind außer den Spchen der Behörden, Glieder der alten Geschlechter des Gorhaer Landes, deren Vorfahren bereits unter Ernst dem Frommen im Lande Angesessenen und ihrem Herrschergeschlecht vielfach bewährte Stützen waren, die Mitglieder des Landtags, die Abgesandten der Städte des Herzogtums, Vertreter von Kunst und Wissenschaft, von Landwirtschaft, Industrie und Handel. Zähle ich dazu die Tausende, die dieser Raum nicht fassen würde, die aber draußen bei der Einfahrt Eure Majestät zujubelten, so kann ich wohl sagen, daß alle Schichten der Bevölkerung unseres Landes herbeigeströmt sind, um ihrem Kaiser, der unserem Lande durch seine liebevolle Fürsorge für den jungen Landesherrn einen schönen Beweis besonderer Huld und Teilnahme gegeben hat, aus tiefstem Herzen chren Willkommensgruß zu entbieten und der freudigen Dankbarkeit dafür Ausdruck zu verlechen, daß Eure Majestät durch persönliches Erscheinen das Andenken des großen Fürsten ehren, der heute noch in den Herzen seiner Thüringer fortlebt. Wenn uns an diesem festlichen Tage das Gllick zu teil wurde, Eure Majestät zu Gaste zu haben in diesem ehrwürdigen Schlosse, welches Ernst der Fromme einst nach den Nöten des dreißigjährigen Krieges erbaute und welches weithin sichtbar hineinragt in die Lande, ein Wahrzeichen deutscher Kraft, die auch die schwersten Schicksalsschläge überstand, so empfinden wir mit diesem Danke gegen Gott den gewaltigen Unterschied zwischen einst und jetzt! Damals ein zerrissenes, verheertes DNitschlaud, in welchem einzelne edle Fürsten ihre beste Kraft einsetzen mußten, um notdürftig die Schäden des großen Krieges zu heilen — heckte ein starkes, einiges Reich und hier in unserer Mitte der deutsche Kaiser, selbst ein Nachkomme Ernst des Frommen, an seiner Seite unser Landesherr, der jüngste regierende Sproß des großen Ernestiners, und mit ihnen die erlauchten Vertreter der beiden Herzogtümer, die neben Coburg-Gotha ihre Abstammung von Herzog Ernst dem Frommen herleiten, sowie der Großherzog von Sachsen, dessen Gegenwart in uns die Erinnerung an Ernsts heldenhaften Bruder Bernhard von Weimar wachruft. Diese hohen Herren hat der gemeinsame Wunsch hierher geführt, einen der größten Fürsten des sächsischen Hauses zu feiern. Sehe ich mit Ihnen zu gleichem Zwecke vereinigt die Vertreter des Landes, das einst von dem edlen Herzog beherrscht wurde, so kann sich als derzeitiger Regent dieses Landes, der ich mich auch rühmen darf, in gerader Linie vom Herzog Ernst abzustammen, die erlauchten fürstliche Festgäste und sämtliche Festgenossen mit dem erhebenden Bewußtsein begrüßen, daß wir eine Feier im Sinne des Mannes begehen, der am Weihnachtstage 1601 seinem Volke geschenkt wurde. Eine schöne, sinnbildliche Bedeutung liegt darin, daß der Herzog, dem die Geschichte den Beinamen der Fromme verlieh, an dem Tage geboren wurde, an welchem die gesamte Christenheit die Geburt des Heilandes feiert. Das Wort „fromm" wird heute leider in weiten Kreisen oft mißdeutet. Manche verbinden damit den Begriff geistiger Beschränktheit und weichlicher Sinnesart. Ein Blick auf die herrliche Gestalt des Herzogs Ernst genügt, um zu zeigen, in wie hohem Maße wahre, aufrichtige Frömmigkeit mit Kraft und Männlichkeit gepaart ist. Wir erblicken chn an der Seite seines kriegsgewaltigen Bruders Bernhard von Weimar als tapferen Kämpfer in den Heeren Gustav Adolfs. Wir sehen, wie er mit unermüdlicher Zähigkeit und Ausdauer arbeitet, um sein Volk aus dem entsetzlichen Jammer des endlosen Krieges herauszureißeu, wie er im eigenen Hause spart, um für die armen Landwirte Saatkorn einzukaufen, lote er das Gero erb e und den Handel zu heben bemüht ist, wie er zur Belebung des stockenden Verkehrs sich bestrebt, die vorhandenen Flußläufe durch Anlage künstlicher Wasserstraßen für die Schiffahrt nutzbar zu machen, wie er in Verwaltung und Rechtsprechung Reformen aller Art einführl und keine Mühe scheut, um persönlich die Ausführung seiner Befehle — nötigenfalls mit nachsichtsloserStrenge — zuüberwachen. Er steht vor uns, ein unerschrockener, echt deutscher Mann, der, ähnlich seinem gewaltigen Zeitgenossen, dem großen Kurfürsten, sich in richtiger Erkenntnis von den Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit nicht scheute, zu bekennen, daß er zur Durchführung seiner großen Aufgabe der Kraft von oben bedürfe. Gewiß war sein Glaube nicht ganz frei von den Schlacken mittelalterlicher Anschauung. Er unterwarf seine Lcmdeskmder in religiösen Dingen einem Zwang, der heute unmöglich wäre. Er war eben, wie jeder Mensch, ein Kind seiner Zeit. Wer meinen wollte, daß solche Schwächen, wie sie ja auch den Größten anhaften, die glänzenden Eigenschaften des Herzogs verdunkeln, der würde damit nur die Unfähigkeit beweisen, das Große zu begreifen. Ernst der Fromme gehört, im Lichte seiner Zeit betrachtet, keineswegs zu den rückständigen Menschen, die den Fortschritt ängstlich von sich weisen. Das zeigt die rege Fürsorge, die er der Volksbildung auf allen Stufen zu teil werden ließ. Gerade auf diesem Gebiet hat er anerkannt Musterhaftes geleistet in der Ueberzeugung, daß zur Veredelung eines verwilderten Geschlechtes geistige Kultur unerläßlich sei. Sein religiöser Glaube stand zu fest, als daß er gefürchtet hätte, die Grundwahrheiten des Christentums könnten durch wissenschaftliche Aufklärung erschüttert werden. Auch war er in religiösen Fragen viel weitherziger, als die meisten seiner evangelischen Zeitgenossen. Während .diese vielfach in gehässigem Gezänk um einzelne Dogmen der Gemeinschaft untereinander widerstrebten, war sein heller Blick auf ein hohes Ziel gerichtet: auf einen Bund aller evangelischen Kirchen, der sie nach außen hin zu einer starken Einheit gestalte, während im Innern mit Bezug auf Lehre, kirchliche Gebräuche und Einrichtungen jedem einzelnen Gliede volle Freiheit gewährt bliebe. Seinen eigenen Sohn entsandte er an zahlreiche protestantische Höfe auch außerhalb Deutschlands, um in dieser Richtung ein gemeinsames Vorgehen der Fürsten herbeizuführen. Damals sind die Bemühungen des edlen Herzogs gescheitert. Allzuheftig waren die religiösen Streitigkeiten jener geschichtlichen Epoche, allzugroß die politische Zerrissenheit Deutschlands. Aber was Ernst der Fromme vergeblich erstrebte, sollte das für alle Zeiten unmöglich sein? Die politische Zerrissenheit ist, Gott sei Dank, der Einheit gewichen. Daß eine solche Einheit, ohne an Kraft einzubüßen, der Stammeseigentümlichkeit aller einzelnen Teile volle Bewegungsfreiheit lassen kann, sehen wir an unserem Deutschen Reiche. So wollte es die geschichtliche Entwickelung und die Eigenart unseres Volkes. Dieser Entwickelung und dieser Eigenart entspricht es, daß Die evangelische Kirche dem tiefen Wissensdrang der Germanen Rechnung trägt, die Ergebnisse redlichen, wissenschafllichen Forschens niicht scheut, und den verschiedenen Bekenntnissen in ihrer Mitte freien Spielraum läßt. Aber gleich wie das Reich den einzelnen Staaten ihre Souveränetät belassen hat, und sie mit seinem starken Arm schützt, so würde es für die Freiheit der einzelnen Glieder; des deutschen Protestantismus -nicht eine Gefahr, sondern eine Sicherung und Kräftigung bedeuten, wenn sie sich zusammenschlossen, zur Wahrung der hohen Güter, die chnen allen gemeinsam sind, nicht zu Angriff und Kampf, sondern zu friedlichem, gemeinsamem Wirken. Dies war das Ziel des voraus- schauenden Herzogs. Mit solchem Ziele greift fein Geist als lebendige Wirkung hinein in unsere Zeit. Schon ist in weiten Teilen unseres Vaterlandes der Wunsch nach Erreichung jenes ersehnten Zieles laut geworden. Mir ist, als ertönte heute über die Jahrhunderte hinweg die zur Einigung mahnende Stimme Emsts des Frommen an seine deutschen Glaubensgenossen In welchem deutschen Gau könnte wohl diese Stimme freudigeren Widerhall erwecken als in unserem schönen Thüringen, das uns einen Luther geschenkt, in dem Friedrich der Weise geherrscht, aus dem der große Sebastian Bach hervorgegangen, wo Ernst der Fromme in väterlicher Treue die Geschicke seines Volkes gelenkt hat. Dir aber — an den jungen Herzog Carl Eduard gewendet — der Du berufen bist, an der Stelle zu wirken, wo Dein erlauchter Ahnherr in Segen gewaltet hat. Dir rufe ich heute zu: Präge Dir das Bild Deines edlen Vorjahren tief in die Seele, das Bild des Mannes, der mit eiserner Pflichttreue und mutigem Gottvertrauen fein ganzes Leben dem Dienst seines Volkes gewidmet hat, der in einer Zeit fest zu Kaiser und Reich stand, wo der Glanz des alten Kaisertums schon verblaßt war und viele Fürsten nur die Interessen ihres Hauses im Auge hatten. Sein Beispiel soll Dich lehren, als deutscher Fürst allezeit zum Wohle des Reiches zu handeln und im eigenen Lande Deine besten Kräfte zum Segen des Volkes eiuzusetzen. Den jugendlichen Fürsten, in dessen Namen ich hier die Regierung führe, und sein Volk, welches unlängst bewiesen hat, daß es ohne Partei- rücksichten einmütig zujammenzuwirken versteht, wo wichtige Landesinteressen in Frage kommen, empfehle ich dem liebevollen Schutze Euerer Majestät, als dem Schirmherrn unseres großen Deutschen Reiches. Wir alle, die wir heute versammelt sind, um das Andenken eines großen Fürsten zu ehren, und die wir das erhebende Bewußtsein hegen, haß durch die Gegenwart Seiner Majestät des deutschen Kaisers unserem Fest eine ganz besondere Weihe verliehen wird, wollen den Gefühlen ehrerbietigen Dankes und.unerschütterlicher deutscher Treue Ausdruck geben, indem wir einstimmen in den begeisterten Ruf: Seine Majestät, unser allergnädigster Kaiser lebe hoch!" Der Regent hatte, wie ein Berichterstatter sagt, mit schönem oratorischem Schwünge, voller Begeisterung und in stolzer Männlichkeit gesprochen. Kunst und Wissenschaft. — Ein seltenes Jubiläum begeht soeben die Zeitschrift ,.Natur" (Organ zur Vermittelung naturwissenschaftlicher Erkenntnis und ihrer Anwendung im wirtschaftlichen Leben und in der Kunst. G. Schwetschke'scher Verlag. Halle a. d. S.). Sie beginnt das zweite Halbjahrhundert. In stürmischer Zeit, bald nach dem Jahre 1848, fanden sich, nachdem der frühere Versuch Wilhelm Jordans, in einer Zeitschrift, die er „Die begriffene Welt" nannte, die Kenntnis der Naturwissenschaften in weitere Kreise zu tragen, leider mißglückt war — Jordan war damit um etwa ein Jahrzehnt zu früh gekommen — zwei hochbegabte, ideal gesinnte Männer zusammen, die mit gleich starkem Optimismus es unternahmen, der gebildeten Welt als Ideal zu verkünden: „Naturerkenntnis und Naturanschauung". Die reich illustrierte Jubiläumsnummer, die der Verlag ans Wunsch kostenlos versendet (der Quartalpreis beträgt 3.60 Mk.) legt Zeugnis davon ab, daß die „Natur" mit neuer Kraft in das zweite Halbjahrhundert eintritt. Professor Kirchhoff- Halle schildert die Geschichte der „Natur". Von weiteren Artikeln seien genannt: Elektrische Fernbahnen (Privatdozent Dr. Roloff), die Staturanschauung im neuen Jahrhundert (Dr. Fritz Wolff), Neues aus dem Gebiete der Photo- und Elektrotherapie (Dr. Kurella), Kartographie in Afrika (Heinrich Behrens), Hochseefischerei (Haupt- mann Braun). Auszug klls dkll^Atsvdksamtsrrglstkrk dn Stadt Sietzkll. Aufgebote. Am 21. Dezember: Johann Max Kienbichl, Bahnmeister- Aspirant dahier mit Minna Hedwig Waasch in Leipzig. 23. Dez.: Ludwig Friedrich Schlaudraff, Buchbinder oahier mit Margarethe Luise Büchner Hierselbst. Eheschlietzuugeu. Am 23. Dezember: Siamurcd Herzberger, Kaufmann in Cre- feld mit Toni Meyerhofs oahier. Jakob Sandor, Schauspieler dahier mit Anna Rehder Hierselbst. Karl Alexander Berg, Bäcker dahier mit Anna Marie Hinkler, geb. Backhaus Hierselbst. 24. Dez.: Karl Johann Friedrich Malkomefius, Trichinenschauer dahier mit Anna Marie Magdalene Emilie Elothilde Kraus Hierselbst. Friedrich Wilhelm Deiß, «Ähloster dahier mit Anna Ottilie Nicolai Hierselbst. Geborene. Am 16. Dezember: Dem Arbeiter Philipp Eisenhuch ein Sohn, Wilhelm Karl Philipp. 18. Dez.: Dem Krersbauinspektor Georg Theiß eine Tochter. 19. Dez.: Dem Fabrikanten Karl Plank ein Sohn, Hermann Heinrich Karl. Gestorbene. Am 20. Dezember: Karl Glitsch, 6 Monate alt, Sohn des Schuhmachers Johannes Glitsch dahier. 22. Dez.: Elise Wießner, geb. Müller, 44 Jahre alt, Witwe des Laternenwärters Balthaser Wießner dahier. 23. Dez.: Karl Pimper, 50 Jahre alt, Schneidermeister dahier. Christian Wilhelm Schädel, 9 Jahre alt, Sohn dcs Universitätsdieners Johannes Schädel dahier. 25. Dez.: Gertrrrde Theiß, geb. Axt, 25 Jahre alt, Ehefrau des Kreisbauinspektors Georg Theiß dahier. Smalie Baift, geb. Simon, 73 Jahre alt, Ehefrau des Rechtsanwalts Geh. Justizrat Theophil Baht dahier. WAbsolütfbestes ^Muntlwasser MWWelf ...£ KP bald geschlagen haben. Die alte Hamburger Einrichtung, wo die Omnibusse in tiefer Nacht vor den Restaurants und Cafes hielten und durch mahnende Glockenzeichen die Zecher zur Heimfahrt einluden, wäre vielleicht für den modernen Berliner Omnibus ein Rettung. Im Jahre 1837 wurden die ersten fünf Linien mit ca. 20 Wagen eingerichtet- Man war damals begeistert von dieser herrlichen und bequemen Neuerung. Und heute? Nicht einmal 70 Jahre hat es gewährt und der arme Omnibus hat Existenzsorgen. Der feine „Mechanikus mit den Lackstieseln" fährt schon lange nicht mehr mit ihm. Man darf jedoch nicht vergessen, daß btv elektrische Straßenbahn eigentlich der Sprößling der braven alten Omnibusmutter ist. Die Pferdebahn auf Schienen war ihre richtige Tochter, die wiederum den modernen Kraftwagen als Nachkömmling aufweisen kann. Die stolze „elektrische" ist also die Enkelin der trübseligen, polternden Men, die ewig nach Petroleumblak riecht! Sie könnte zufrieden sein mit der Entwickelung ihres Geschlechtes! Aber sie mag nicht, und träumt schmollend von der „guten alten Zeit!" Machen wir's anders, lieber Leser, und schauen wir dankbar zurück, auch wenn nicht alles nach Wunsch war, und vor allen Dingen ftöhlich in die Zukunft: Prosit Neujahr! Es lebe 1902! .... A. R. Zithermufik. In der Besprechung eines Theaterabends bei Tegernfeer war unläng't an dieser Stelle ein abfälliges Urteil über Zithermusik abgegeben worden. Daß viele Leute anderer Ansicht sind, versteht sich von selbst, denn sonst würde es keine Zitheroercine geben und man würde längst die Zither in der musikalischen Rumpelkammer an einen alten Nagel gehängt haben, neben den Dudelsack und das Krikri ungtückseligen Andenkens. Aber wie die Meinungen in Bezug auf die moderne Kunst so verschieden sind, daß z. B. die vorletzte Kaiserrede von dem Einen in den Himmel gehoben und von dem andern aufs Tiefste beklagt wurde im Interesse der Fortentwicklung unserer Künste überhaupt, wie fernerer z. B. Männer von dem Rufe Rudolf v. Gottschalls dem Björnson'schen Drama „lieber unsere Kraft" eine Antipathie entgegenbringen, die vielen unbegreiflich erschienen sein wird, wie Rich. Wagner noch heute von hervorragenden Musikkritikern, wie dem Wiener Prof. Hanslick, einem der namhaftesten Musikgelehrten der Gegenwart, aufs heftigste bekämpft wird, — so hat die Zither chre Gegner in weitesten Kreisen, genau so wie auch der Zolltarif-Gesetzentwurf Freunde und Feinde hat, wie die politische Ueberzeugungen, wie das Schönheitsgefühl, wie der religiöse Glaube der Menschen verschieden ist. Wir geben in unserem Blatte gern allen Anschauungen Raum, sofern sie mit Geschmack zum Ausdruck gebracht werden, und drucken darum heute aus einer Zuschrift deSZitherlehrerS Ad. Arnold aus Straßburg i. E. an uns ein paar Sätze ab, um, wie dieser Herr sich ausdrückt, „das Gleichgewicht der Gefühle" wieder herzustellen, wenn es dessen bedurft haben sollte. Herr Arnold, der scherzhafterweise für feine Zuschrift, die er selber „Eingesandt" nennt, das Preßgesetz gegen uns zu Hilfe nehmen möchte, giebt in diesem Schreiben an uns selber zu, daß die Zithers viele Feinde hat, und beruft sich bann auf eine Reihe von Urteilen „weltberühmter Musik- autoritäten", die von emsigen Zitherspielern sorgsam gesammelt morben sind, während abfällige Urteile natürlich nicht das gleiche Schicksal erfahren haben. Herr Arnold schreibt dann weiter: „... So war Franz Liszt, Lern so feinfühligen Pianisten, der Zicher süßer Ton (wie er selbst sagte) erregend und gleicherweise beruhigend für die Nerven. Ihm war die Zither das Instrument der Träumerei. — G. Meyerbeer meinte: „Sie ist nur ein schlichtes Instrument, aber sie spricht wie kein anderes; sie hat Seele, und ihre eigentümlichen, bald schwermütig klagenden, bald neckisch heiteren Weisen kommen dem Gesang am nächsten". — Fr. Abr war der Ton der Zither unvergleichlich schon. — Rich. Wagner, G. Verdi, G. A. Lortzmg und viele andere haben sich in ähnlicher Weise über die Zither ausgesprochen. Wagner soll sogar den Zither- virtuosen Aug. Huber einst nach einem Konzert öffentlich umarmt und geküßt haben. — Aesthetiker Schilling-Leipzig nannte schon 1838 Petzmayrs Zitherspiel „so unbeschreiblich zart und lieblich, so ganz eigener Wickung." — Diesen Urteilen möchte ich noch hinzu- sügen, daß die Zither in ihrer jetzigen Vervollkommnung ein Instrument ist, auf dem jede Art Mufik zur vollen Geltung gebracht werden kann; nicht nur Tänze, sondern auch die höheren Kunst- formew Rondos, mehrsätzige Sonaten und Konzerte rc. existieren seit den letzten Dezennien für die Zither ebenso im Original wie für andere Instrumente, ein Beweis, daß sich Musiker vom Fach durch des Instrumentes Reize verführen ließen, für es zu komponieren. Wenn diese Werke nun dem großen Publikum selten vorgeführt werden, so liegt dies meist an der Unvollkommenheit der Zither s p i e l e r, unter denen es 99 Prozent Pfuscher und Stümper giebt. Die sind bei anderen Instrumenten zwar auch in hohem Maße vorhanden; doch wird da nicht das Instrument für die Sünden des Spielers verantwortlich gemacht." Wenn Herr Arnold mit seiner letzten Behauptung Recht hat, dann liegt hier eine seltsame Erscheinung vor, die doch wohl nur darin ihre Erklärung finden kann, daß der Mangel an Polyphonie bei diesem Instrumente so groß ist, daß nur ganz besonders tüchtige Spieler ihn einigermaßen zu unterdrücken vermögen. Im übrigen steht es ja außer Zweifel, daß der zarte Klang der Zither sich zum Vorträge gewisser Musikstücke, wie z. B. den Ländler, und namentlich zur Begleitung der lieblichen Volksweisen der Aelpler vortrefflich eignet. 8325 Emil Pistor NchL, Giessen bei Waarschuwing 8385 45.- 8317 Ij. Weinhardt ausgebildete Lehrerin. Gießen, am 27. Dezember 1901. Großherzogliches Amtsgericht. zu machen. Vilbel, den 14. Dezember 1901. Großherzogliches Amtsgericht. VAN HOUTEi5 ländere, uit hoofde van hun verblijf of dat van hanne ouders of voogden in Duitschland, niet meer vrijgesteld van verplichtingen ten aanzien van de Nationale Militie in Nederland. Aan alle Nederlanders, in Duitschland verblijf houdende, en in bet b'jzonder aan hen die zijn geboren in bet jaar 1683, alsmede aan alle in Duitschland gevestigde ouders of voogden van minder- jarige Nederlanders van dien leeftijd, wordt das dringend aangeraden, zieh vdör 1. Januari 1902 te vergewissen omtrent de verplichtingen, welke do wet hun mooht opleggen. Niet naleving dier verplichtingen wordt gestraft en stelt den militicplichtigen an vordere nadeelige gevolgen bloot. Aan het Nederlandsche Gozantschap te Berlijn en aan alle Nederlandscbe consulaten zijn op aanvrage exemplaren van en nitreksel uit de Militiewet 1901, bevattende do ten deze aanmerking körnende wettelijke voorechriften, gratis verkrijgbaar. 8416 Bei Drüsen, Skrofeln, englischer Krankheit, Hautausschlag, Gicht, Rheumatismus, Hals- u Lungenkrankheiten, altem Husten, für achwäoh- liche, blassaussehende, blutarme Kinder empfehle jetzt wieder eine Kur mit mein, beliebten, weit u. breit bekannten, ärztlicherseits viel verordn. | Lahnsen’s i Leberthran. Durch seinen Jod-Eisen-Zusatz der beste und wirksamste Leberthran. Uebertrifft an Heilkraft alle ähnlichen Präparate und neueren Medikamente. Geschmack hochfein und milde, daher von Gross und Klein ohne Widerwillen genommen und leicht vertragen. Letzter Jahresverbrauch ca. 80,000 Flaschen, bester Beweis für die Güte u. Beliebtheit. Viele Atteste u. Danksagungen darüber. Preis 2 u. 4 Mk., letztere Grösse für längeren Gebrauch profitlicher. Vor minderwertigen Nachahmungen und Fälschungen wird gewarnt, daher achte man beim Einkauf auf die Firma des Fabrikanten Apotheker Lahusen in Bremen. Zu haben in allen Apotheken. Hauptniederlage in liessen: Univ.- Apotheke zum gold. Engel; in Frankfurt: Löwen- und Einhorn- Apotheke; in Cassel: Löwen-Apotheke. S7W ^iauutrnachung. In dem hiesigen Handelsregister wurde heute vermerkt, daß die Firma „Raphael Edelmuth" zu Beuern erloschen ist. ergeht die Aufforderung: a) an Ferdinand Theodor Christian Martin Bogel, geboren am 22. März 1831 in Gießen, Sohn des Bibliothekdieners Christoph Philipp Vogel und Ehefrau Eleonore geb. Peppler daselbst, zuletzt wohnhaft m Vilbel, der vor etwa 40 Jahren angeblich nach Amerika ausgewandert und seitdem verschollen ist, sich spätestens im Aufgebotstermine Freitag, 11. Juli 1902, vormittags 10 Uhr, zu melden, widrigenfalls seine Todeserklärung erfolgen wird; b) an alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, spätestens im Aufgebotstermin dem unterzeichneten Gericht Anzeige ist ein nahrhaftes und belebendes Getränk, welches einen wohlthuenden Einfluss auf die Nerven äusübt. Unübertroffen für den täglichen Gebrauch. Ernst Challier (Rudolphs NacM.) Giessen. Spezial-Geschäft für Musikwaren aller Art. Grosse Auswahl, solide Preise. Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. Musikalien-Handlung und -Leihanstalt. Spezialität : Billige Ausgaben. Spar- u. WHKasse Gicßen. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nächsten Montag den 30. l. Mts. Geschäftstag Auschneide-Lehranstalt Grünbergerftratze 14 a (Mittelbau). Matznehmcu, Musterzeichner», Zuschueideu und Verarbeiten kann jede Dame gründlich erlernen. Der Kursus beginnt am 6. Januar 1902. 8393 Ltina Petri, geprüfte lehren». Betanntmacyung Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß im Monat Dezember l. I. außer an den feststehenden Zahltagen — Mittwochs und Samstags — auch noch Dienstags und Donnerstags Geschäftstage bei unserer Kasse abgehalten werden. Die Einleger werden im beiderseitigen Interesse ersucht, ihre Einlagebücher vorzulegen und entweder die Zinsen in Einpfang zu nehmen oder beifchreiben zu lassen. Sollten die Zinsen im Monat Dezember nicht erhoben und auch nicht beigeschrieben werden, so kann dies ohne Verlust auch später geschehen, weil am 1. Januar 1902 die nicht erhobenen Zinsen in den Geschäftsbüchern der Kasse den Einlegern gut geschrieben werden. Gießen, den 29. November 1901. 7834 Der Direktor der Spar- und Leihkaffe Gießen. Wiener. Allrill-Kerkmif der Original Irischen Oeftn. Alleinverkauf des „Deutschen Aörster Afen" Größtes Lager in Oefen und Kochherde«. Schlittschuhe. Kinderschlitten. Eiserne Kassetten. n. jtix- xr j 1 114 Stollen, Kauveschläge, Werkzeuge. Sogclkafigc Dienstphcht in iNederland. Ofenschirme. Kohlenkasten. Bügeleisen. Ingevolge het Koninklijk Besohluit vom 16. November 1901 Wagen Und Gewichte. Kupferkessel. RÜbeNMÜHlett. (Staatsblad No. 222) treedt de gewijzigde wet betrekkelijk «*« Waschmaschine». ZÄtUlgeN. Wringmaschine». Nali"™den ÄÄTriften zij„ Keder- Fl-ischhackma,chi»-n. Laterne«. Wurft.Fullm°schiu-n. Llithcbiliiz non Mlkwilüschbesilchtll und von ZllseMng oon 8liilkn>nllschknrten zn Nenjohr 1902. Angesichts des bevorstehenden Jahreswechsels bitten wir, wie in den früheren Jahren, zu dem obengenannten Zweck für bie hresige Kleinkindcr-Bcwahranftalt eine Gabe zu spenden und einem der Unterzeichneten übermitteln zu wollen. ehu.id.)tung lDirb der genamrten Wohlthätigketts- Anstalt eine sehr wünschenswerte Unterstützung zu teil, und durch Veröffentlichung der Namen der Geber noch vor Jahresschluy in diesem Blatt wird es allgemein anerkannt, daß alle, die mit einer solchen Gabe ihren Namen nennen lassen, von Abstattung der Neujahrsbesuchc, sowie von Zusendung der Ncuiahrslarteu befreit sind und ihrerseits beides nicht beanspruchen. Gießen, den 27. Dezember 1901. 8398 Rendant Töriug (die in seine Hand zu übermittelnden Gaben wolle man an Fräulein Stoti, Gartenstraße 11, abgeben lassen), gfttftt, Pfarrer Dr. Naumann. Fabrikant Emil Lchmall. unserer Kaffe abgehalten wird. Gießen, am 27. Dezember 1901. 8413 Der Direktor der Spar- und Leihkaffe Gießen. Wiener. „Germania" Lebens-Versicherungs-Aktten-Gesellschaft zu Stettin. Gründungsjahr 1857. ^ter Staatsaufficht. Bersichcruugsbestand am 1. Olt. 1901: 635 Millionen Ml. Gesamt-Aktiva Ende 1900:.....MUlroueu Ml. Bezug der ersten Dividende 2 Jahre nach Abschluß der Ve^ sicherunq. Dividende im Versicherungsiahre 1902/03 an die nach Plan B Versicherten aus 1880: 6O‘/,%, 1881: 573/< /0, 1882: 55 /g u. s. w. der vollen Tarifprämic. 7092 Gewinnreserve der Versicherten Ende 1900 Mk. 17,184,648. Mitversicherung des Kriegsrisikos und der Jnvaliditätsgesahr. — Keine Arztkosten. — Prospekte und nähere Auskunft durch: Friedr. Helm, Hauptagent, Gießen. 3. des Emil Wenzel zu Linden, Staat New-Jers«) (Nord- Amerika), vertreten durch Rechtsanwalt Engisch in Gießen, Schriftliche Arbeiten in Hand- und Maschinenschrift, Vervielfältigungen in Hektographie und Autographie, Entwürfe von Hochzeitsund Kneipzeitungen etc., Notenabschriften, Stenographie in Gabelsberger und Stolze-Schrey, fremdsprachliche Abschriften in Lat, Franz., Engi., Grieoh. übernimmt unter Garantie der Zuverlässigkeit Friedrich Fuhr, Seltersweg; 58, 111. 7689 Feinste Referenzen. — Probeschriften zu Diensten. Aufgebot. Auf Antrag 1. der Louise Pfannstiel, geb. Jacob, 2. Sofie Geiß, geb. Jacob, beide zu Ulrichstein, ! GelegenheibViif! Ein grosser Posten Teppiche und Tischdecken aussergewöhnlich billig. Ilohrsessel und Mumentische in reicher Auswahl OarlStückrathyMöbelfabr. Asterweg 47. Bekanntmachung, Die Unfallversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben bcjchäsliglen Personell; hier: Fortführung der Ullüagekataster pro 1901. Beide Abteilungen des Unllagekatastcrs der land» und forstwirtschaftlichen Berussaenossenschast, fortgeführt für 1901, liegen zwei Wochen lang, nämlich vom 30 Dezember 1901 bis zum 13. Januar 1902, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Belci- ligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieser Kataster sind innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Offenlegung bei dem Vorstände der land- und forstwirtschaftlichen Berussgenossen- schaft in Darmstadt bei Meldung späterer Nichtbcrücksichtigung vorzubringen. Gießen, den 27. Dezember 1901. 8419 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. AS in jeder beliebigen Schriftart und Karton. TtiliTü forte, sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen, liefert zu mähigen preisen vrühl'sche Universitäts-Druckerei, Schulstrahe Z Aergebung von Aauaröeiten. Dic zum Aufbau eines dritten Stockes auf da? Kreisamtsgebäude zu Gießen nötigen Arbeiten nebst Materiallieferungen des inneren Ausbaues, nämlich: Schreiner-, Schlosser-, Glaser- und Wcitzbiuderarbeiten, werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministersalerlaß vorn 16. Juni 1893 zur Vergebung aus dem Subiltissionswcg ausgeschrieben. Die Zeichnungen, Ausführungsbedinguirgen und Arbeits- beschrciblingen liegen in unserem Amtslokal vom 2. Januar 1902 zur Einsicht offen, und können letztere, mit Vordruck zu deilt bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Enipfang genommen werden. Angebote sind bis zum 11. Januar 1902, vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufchrist portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 28. Dezember 1901. 8415 Großherzogliches Hochbauamt Gießen. R e u l i n g. BUlCHStlCHTlGE Elsk0'L-matoskbeßcl;t°LsL-matosemit2°/gEiskll:vorgauischtrSllll>ll°g. Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co., Elberfeld. 13 SS Handelsschule: Obligatorischer Besuch, Schulgeld Der Kursus umfaßt Buchführung, einfache, doppelte und ame» rikanisches System, 4 Std., Kontorarbeiten 4 Std., Kausmanmsches Rechnen 2 Std., Stenographie 2 Std., Handelsgeograph,e 1 Std., UMerricht auf der Schreibmaschine u. Schönschreiben I Std. wochentL Stenographie allein 10 Mark. aasr Beginn der Schule am 6. Januar 1902. den Vorstand: Die Oberlehrerin: Frau B. Gebhardt. Fräulein L. Möser. Allce-Schule Handarbeiten: Unterricht imHandnähen, Flicken, Stopfen, Zeichnen, Rechnen, Deutsch Musterzelchnen, Wäschezuschnerden, Mascbü- nennähen, Zeichnen, Rechnen, Deutsch Musterzeichnen und Wäschezuschneiden Methodischer Schneiderunterricht, Fach- und Gewerbezeichnen Unterricht im Zeichnen und Zuschneiüen Weiß-, Buntsticken, sowie alle modernen Stickereien Bügeln und Kunstwäscherei Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen Aufzeichnen von Stickereien auf Leinen, Serde u. s. w. Holzbrandmalerei und KerbschnitL Hochschule: Koch-Kursrls, 50 Vormittage 36 Mark. Mim-Miickk-Wlk. Der nächste Kursus beginnt am w 15. Januar 1902. Anmeldungen werden entgegen genommen Bismarckstratze 17, Ecke der Stephanstraße. Auf Wunsch Eintritt jede Woche. Gsen/ia/hges fle/sdi-Dwe/ss. 5 Monat JL 30.— 2'/, Monat Ji. 16 — 1 Monat JC 6.50 30.— 12 — 16 — 6L0 6.50 3 — 30.— 20.— 12.— 15.— 50.— 8.— 12.— 3ch0 3.— 1541 Die ihren beginnt 3ubflfliims-1 mit dem fenelnden Roman .Sehe Oldenrofhs hiebe' * von W. Mmburg und der ergreifenden Novelle .Sommerfeele'pon Mene Bohlau flbonnemenfspreis vierteljährlich (13 nummern) 2 Mark •• • • Zu beziehen durch die Buchhandlungen und Potiämter • • • Ideal-Schulstiefel für Knaben und Mädchen. 7690 bei 8800 bei 7514 & © Emil Jischöach. Nordrach, (bad. Schwarzwald) Sanatorium Dr. Hettioger. [6620 Schnürstiefel Schnallenstiefel Filzschuhe und Filzstiefel jeder Art in allen Preislagen, Jagdstiefel in gediegenster Arbeit. 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