151. Jahrgang Nr 254 Erstes Blatt. Dienstag 29. Ottober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Siebener Zamllien- blStter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern sür hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei- gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr.bl. GietzenerAnzeiger M General-Anzeiger w Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen Annahme von Anzeige« zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Dermitt- lungsstcllen des In-und Auslandes nehmen An- zeigen entgegen. Zeilenpreis: Iokall2Pf^ auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der B rü h l'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich sür den allgemeinen Teil: P. Witt ko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. KeKanntmachung, Die Ostanlage zwischen Wallthorstraße uud Landgrafenstraße wird neu eingedeckt und eingewalzt und deshalb am 29. und 30. ds. Mts. für den Fuhrwerksoerkehr gesperrt. Gießen, 28. Ottober 1901. Grohherzogliches Polizeiamt Gießen. ___________Hechler.____________________ KeKanntmachung. Mit Rücksicht auf die am 1. 2. und 3. November d. Js. hierorts stattfindcnde Geflügelausstellung bringen wir nachstehende, aus Anordnung Großh. Ministeriums des Innern erlassene Bestimmungen zur Kenntnisnahme der Interessenten : 1. Das für die Geflügelausstellung bestimmte Geflügel muß bei seinem Eintreffen in Gießen mit Ursprungszeugnissen versehen sein, die eine genaue Bezeichnung der einzelnen Tiere und' die ortspolizeiliche Bescheinigung enthalten müssen, daß der Herkunftsort der Tiere und dessen Umgebung im Umkreise von ö Kilometer seit min- destens 6 Wochen frei von Geflügelcholera und anderen seuchenartig austretenden Geflügelkrankheiten sind. 2. Das in Gießen eintreffende Geflügel wird am 30. und 3L Oktober, nachmittags 3 Uhr im Philosophenwald, und am 1. Nv v emb er vormittags von 7—8 Uhr am Bahnhof Gießen durch den mit der Aussicht betrauten beamteten Tierarzt untersucht werden. Es wird nur für solche Tiere, die auf Grund einer sorgfältigen Untersuchung unverdächtig erscheinen, die Ueberführung nach dem Ausstellungsplatze gestattet werden. 3. Die zur Unterbringung des Geflügels auf der Ausstellung dienenden Käfige und sonstigen Behälter müssen vor dem Gebrauch gehörig gereinigt und desinfiziert werden. Dies gilt namentlich auch für solche Käfige, die nach Benutzung zum Transport des Geflügels im Ausstellungsraum verwendet werden. Die Reinigung und Desinfektion ist in der Weise zu bewirken, daß nach Entfernung der Futterreste, des Kotes und sonstiger Unreinigkeiten die Käfige rc. in allen ihren Tellen (auch Sitzstangen, Futter- und Tränkgeschirr) mit heißer Sodalauge (3 Kilogramm käufliche Waschsoda auf 100 Liter Wasser) gründlich gewaschen und demnächst mit Kalkmilch bestrichen werden. Statt Kalkmilch können auch andere gebräuchliche Desinfektionsmittel (fünfprvzentige Karbolsäure, Kresolwasser, Creolin. Lysol. Lapillvl) verwendet werden. Wenn die Ausstellungskäfige unmlltelbap nebeneinander ausgestellt werden, empfiehlt es sich, sie durch dichte Scheidewände (z. B. Glas- oder Blechplatten) voneinander zu trennen. 4. In der Geflügelausstellung ist ein zur etwaigen Absonderung und näheren Untersuchung kranken oder verdächtigen Geflügels besttmmter, genügend großer und entsprechend aus gestatte ter Raum bereit zu stellen, der gegen die sonstigen Ausstellungsräume derart abgeschlossen sein muß, daß eine Uebertragung von Seuchenkeimen nicht statt- ftnden kann. 5. Das ausgestellte Geflügel wird während der Dauer der Ausstellung fortlaufend veterinärpolizeilich beobachtet. Kadaver gefallener Tiere oder erkranktes Geflügel dürfen aus den Käfigen rc. keinesfalls ohne Vorwissen des beamteten Tierarztes entfernt werden. 6. Bricht in der Ausstellung die Geflügelcholera oder eine andere leicht übertragbare Geflügelseuche aus oder wird der Verdacht solcher Seuchen durch den beamteten Tierarzt festgestellt, .so sind die erkrankten und die seuchenansteckungsverdächtigen Tiere sofort in dem Beobachtungsraum (Nr. 4) abzusondern und zu bewachen. Das Betreten dieses Raumes ist außer dem beamteten Tierarzt nur den mit der Pflege der Tiere betrauten Personen gestattet und diesen der Zutritt zu den anderen Ausstellungsräumen verboten. Derjenige Teil des Ausstellungsplatzes, auf dem das kranke oder verdächtige Geflügel gestanden hat oder von dem nach den Umständen angenommen werden kann, daß er durch Kot, Futterreste rc., die von jenem Geflügel herrühren, verunreinigt worden ist, ist sofort gehörig zu reinigen und zu desinfizieren. 7. Solange der Verdacht einer seuchenartigen Erkrankung besteht, darf auch gesundes Geflügel aus den Ausstellungsräumen nicht entfernt werden, dasselbe gilt nach amtstierärztlicher Feststellung eines Seuchenausbruches, für die Dauer von fünf Tagen nach dem letzten Erkrankungs- falle, der sich außerhalb des Beobachtungsraumes unter dem Ausstellungsgeflügcl ereignet hat. Die Schlachtung gesunden Geflügels und die Ausführung der geschlachteten Tiere können auch vor Ablauf dieser Frist von uns gestattet werden, sofern nach dem Gutachten des beamteten Tier- artzes die Gefahr einer Seuchenübertragung damit nicht verbunden ist. Gießen, den 24. Oktober 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Politische Wochenschau. Der Kaiser hat bei der neulichen Vereidigung des neuernannten Bischofs von Metz, Benzler, eine Ansprache gehalten, welche die Bedeutung des Ereignisses betont, daß zum ersten Male seit der Wiedergewinnung Elsaß-Loth- ringens ein hoher Würdenträger der katholischen Kirche dieser Lande dem Deutschen Kaiser persönlich das Gelöbnis der Treue abgelegt hat. Der Kaiser wies den neuen Oberhirten eindringlich auf die Wichtigkeit seiner Aufgabe hin, dazu beizutragen, daß die Liebe zu Kaiser und Reich in den Reichslanden gestärkt und gemehrt werde und wie er gerade zu der Persönlichkeit Bischof Bcnzler's bei seiner Berufung dies Zutrauen hege. Der Bundesrat ist schneller, als man geglaubt hatte, mit der ersten Lesung des neuen Zolltarifs fertig geworden. Im Reiche werden nach wie vor Versammlungen auf Versammlungen abgehalten, Petitionen und Resolutionen abgefaßt, um die Gesetzgeber für oder gegen den Entwurf zu beeinflussen — der Bundesrat aber geht ruhig uud still seinen Weg, macht sich die Vorlage in der Hauptsache zu eigen und scheint entschlossen, dem anderen Faktor der Gesetzgebung, dem Reichstage, die Auseinandersetzung mit den für und gegen demonstrierenden Wählern zu überlassen. Erhebliche Veränderungen in den einzelnen Positionen hat er nicht vorgenommen. In Oesterreich ist abwechselungshalber wieder einmal eine Krise in Aussicht, zudem eine, von der man nicht weiß, ob sie als Minister- oder als Parlamentskrise zu bezeichnen sei. Dr. v. Körber, der bei aller leidenschaftslosen Gelassenheit doch mitunter von Nervenschwächen angewandelt wird, hat den Parteivorständen des Abgeordnetenhauses zu wissen gethan, daß er entschlossen sei, dem Kaiser sein Rücktrittsgesuch zu überreichen, wofern das Parlament sich nicht ungesäumt „an die Arbeit" machss und zu Gunsten der rechtzelligen Erledigung des Staatshaushalts auf alle zeitraubenden Nebenbeschäftigungen, wie Dringlichkeitsanträge, deutsche-tschechische Auseinandersetzungen, Jnterpellationsdeballen und dergl. mehr verzichte. Um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, reiste der Ministerpräsident auch wirklich am Samstag nach GÄ- döllö zum Kaiser, von dem er in langer Audienz empfangen wurde; er konferierte sodann in Budapest mit Szell, seinem Kollegen aus dem Ministerpräsidialsessel, und ist am Samstag abend wieder nach Wien zurückgekehrt. Welchen Ausgang die Audienz beim Kaiser gehabt hat, ist zur Stunde noch nicht bekannt geworden. Nach Budapester Nachrichten hat Herr v. Körber keineswegs seine Demission unterbreitet; doch klammere er sich nicht an das Portefeuille und wolle nur bleiben, solange die Bestrebungen zur Sicherung der parlamentarischen Regierung nicht aussichtslos seien. Was ist geschehen, daß Herr v. Körber, der erste fähige österreichische Ministerpräsident seit 20 Jahren, so übler Laune ist, und mit Rücktrittsgedanken sich trägt? Ein Platzregen von Dringlichkeitsanträgen ging über das Abgeordnetenhaus nieder, aber dem ist auch ohne Zuhilfenahme der ultimo ratio einer Rückllittsdrohung ein Ende zu machen; die Tschechen, voran ihr Thersites, Dr. Stransky, haben sich unanständig benonimen, aber das ist man von ihnen ja gewohnt. Wozu also gleich das Auf^ gebot eines so wuchtigen Apparates, um das Haus zur Arbeit zurückzuführen? Das Ministerium Körber hat zwar keine geschlossene Mehrheit hinter sich, aber die meisten Parteien, deren Stimmen zusammen eine große Mehrheit ergeben, für sich, vom Parlament her droht ihm keine Gefahr. Zu fürchten hat es nur den tschechischen Feudaladel, der es nur mit Unmut trägt, daß ihm gegenwärtig die Zügel aus der Hand genommen sind, und schon lange darauf sinnt, den „unangenehmen Beamten" aus dem Wege zu schaffen. Der sicherste Weg dazu wäre, wenn es gelänge, dem Kaiser die Ueberzeugung beizubringen, daß auch Dr. o. Körber nicht im stände sei, das Parlament arbeitsfähig zu erhalten. Darum mag Dr. v. Körber für nützlich befunden haben, gleich gegen die ersten Rückfälle des Parlaments in Obstruktions-Unsitten mit drastisches Mitteln vorzugehen, mit drastischeren, als der Sachlage nach erforderlich war. Die deutsche Linke, die sich mit Recht sagt, daß jetzt nach Körber nur ein direkt slaven- fteundliches Kabinett ans Ruder kommen könnte, hat sich beeilt, dem Ministerpräsidenten nwralischen Succurs zu leisten. Die zur Beratung über die parlamentarische Lage zusammengetretene Obmännerkonferenz der deutschen Parteien der Linken beschloß die Annahme einer Resolution/ worin sie sich angesichts der Gefahr der nicht rechtzeitigen Erledigung des Staatsvoranschlages für bereit und entschlossen erklärt, mit vereinten Kräften für die Ermöglichung der ordnungsmäßigen Erfüllung der Aufgaben! des Reichsrats und namentlich sür die rechtzeitige Durchberatung des Staatsvoranschlages einzutreten und sich deshalb auch einer erhöhten Anspannung der parlamentarischen Arbeitskraft zu unterziehen. Die Resolution wurde durch eine Abordnung, bestehend aus von Derschetta, Ma-t schet und dem Grafen Stürgkh, dem Präsidenten Grafens Vetter übergeben. In Frankreich zögern die Bergarbeiter immer noch, einen entscheidenden Entschluß zu fassen. Der Sekretär des Verbandes der Bergarbeiter veröffenllichte am Samstag das Protokoll der jüngsten Ausschußsitzung in Saint- Etienne. Darnach hat der Ausschuß beschlossen, den Streik thatsächlich zu erklären, falls die neue Antwort der Regierung nicht befriedigend laute, und das sozialistische Konnte sür den Gesamtslleik veröffentlichte gleichzeitig einen von allen großen Arbeiterverbänden an die Arbeller- genossenschaften gerichteten Aufruf, worin erklärt wird, es sei im Falle eines Gesamtausstandes der Bergleute die Pflicht aller Arbeiter, gleichfalls in den Ausstand zu Gießener Stadttyeater. Kean. Schauspiel von Dumas, Vater. Die alte, längst von Motten zerftessene Komödie „Kean" ist wahrlich kein Stück, das man heute noch um seiner selbst willen giebt. Wo es auftaucht, will nur ein einzelner Schauspieler sein Talent zeigen als Gentleman im Frack, als Libertin im Hauskleide des Genies, als Boxer in der Matrosen- blouse, als Hamlet im Theatellostüm — vornehmlich aber als eine glänzende künstlerische Individualität, die in der Maske des englischen Schauspielers sich selbst in Szene setzt. Ludwig Barnay, der Meister des realistisch gewürzten und sensationell überpudellen Komödienspiels, machte das ftüher, bevor er sich nach Wiesbaden aufs Altenteil zullickzog, in Berlin, und in Wien thut dasselbe heute noch bei Gelegenheiten, die einen Villuosenscherz entschuldigen, Adolf Sonnenthal, der immer noch unbeschränkter Herrscher im Bühnenreiche der Liebenswürdigkeit und künstlerischen Grazie ist. Sie und mancher andere Kean-Darsteller verfügen außer ihrer Kunst noch über eine interessante, blendende Persönlichkeit, die von Natur den Stempel der Rolle trägt und es erkläll, gerade diese Hand nach diesem Lorbeer greifen zu sehen. Herr Karl Schönfeld aber thäte besser, seine Hand davon zu lassen. Sein Wesen ist nicht dazu angethan, um den Kean des französischen Komödienschreibers begreiflich zu machen. Er ist nicht mehr jung, er hat nicht das Aeußere eines Liebllngs der Frauen, eines Herzenbrechers, nicht das sonore, modulationsfähige Organ und die Geschmeidigkeit, die einen Dumas'schen Kean auszeichnen müssen. Gewiß, er besitzt die imponierende Sicherhell eines Bühnenroutiniers ersten Ranges. Er hat auch etwas von dem Temperament jener Zerfahrenheit, zu der sich „Genie und Leidenschaft" im Drama verbinden; aber der genialen Zerfahrenheit des Herrn Schönfeld fehlt die Nervosität des gar subtil empfindenden Künstlers, und das funkelnde Liebesfeuer in der Hamlet-Szene hat keine innere Wärme, es lodell wie eine im Augenblick erstickende bengalische Flamme. Und nicht nur im „Kohlenloch", auch in den mehr dem Salonleben zugehörigen Stellen, so in seinen Gesprächen mit Anna Damby, hätte ein merklicherer Anflug von ungenierter BohZme dem unsteten, einen recht ungeordneten Lebenswandel führenden Künstler natürlicher zu Gesicht gestanden. Im „Kohlenloch" erging sich Keans Empörung über- die schändliche Fälschung und Verräterei des Lord Melville nicht in geschwollenen Tiraden, sondern er war ein in Innersten gekränkter ernsthafter Mann, der seine kochende Wut hinter dem Ton bitterster Ironie zu verdecken sich bemüht, aber sein ehrlicher Zorn ist zu groß dazu, um seine Ironie durch Humor zu meistern. Nicht der gekränkte „Komödiant", sondern der in seiner rein menschlichen Ehre beleidigte Gentleman treibt ihn zu seiner harten Abrechnung mit dem Lord. Ueberhaupt ist der Kean des Herrn Schönfeld viel mehr ein wackerer, derber und robuster Herr von sehr respektablen Fakultäten, als der flatternde, zu Ausschreitungen aller Art stets bereite und geneigte Künstler. In den beiden letzten Akten zeigte er wieder viel Humor, viel Liebenswürdigkeit und sonniges Temperament, das z. B. über die geschraubte Garderobeszene auf das beste hinweghalf und dem Schluß der Szene sogar einen vollen und aufrichtigen großen Heiterkeitserfolg verschaffte. Da wirbelte alles, von Herrn Schönfeld angesteckt, in kuriosestem Chaos wild und bunt durcheinander, Eigensinn und polternde Gutmütigkeit standen ihm vortrefflich und in voller Echtheit zu Gesichte. In anderen Szenen aber wieder unterlag er dem für jeden Schauspieler und namentlich für den reisenden Virtuosen verführerischen Reiz, Komödie in der Komödie zu spielen, posierte er, war er eben „Kean der Komödiant". Wo er aber der Figur sein besseres „Ich" lieh und — cum gräno salis zu verstehen — etwas sich selbst spielte, da berührte das Unabsichtliche, das ursprünglich Heitere und Ungesuchte sehr sympathisch. Alles in allem: wir haben in Herrn Schönfeld einen außerordentlich liebenswürdigen und humorbegabten Darsteller schätzen gelernt, der uns immer in Nollen ä la Schumrnrich willkommen fein wird. Unter den übrigen Mitwirkenden, die sich sichtlich alle Mühe gaben, traten in erster Linie die Damen Hohenfels und Feige hervor. Die erstere war eine gemessene und anmutvolle Anna Damby, — mir fiel in ihrer Darstellung unwillkürlich der geistreiche Coupletrefrain ein: „Das ist gewiß, das ist gewiß eine richtige englische Miß" — die andere eine zarte und liebevolle Gräfin Coefeld. Den guten alten Souffleur des Herrn Woisch zeichneten anheimelnde Herzlichkeit und gemütvoller Humor aus. Liebenswürdig, lebenslustig und jovial war der Prinz von Wales des Herrn Schneider. Die Episode des Seittänzerbuben Pistol spielte Frl. Kranbau doch mit zu viel zager Mädchenhaftigkeit, und Herr Sandor als der schuftige Lord Melville wußte sich in seiner großen Szene zu stummem Spiele nicht zu verstehen. HerrnZoder gelang der Friseur Darius recht gut. In der Matrosenszene fiel durch seine charakteristische Maske Herr Verlach als Boxer von Geblüt auf. Hätten aber sonst nicht besser Herr Gerlach und Herr Ramscyer mit ihren Rollen getauscht? Interessant dürste es manchem Theaterbesucher sein, daß der geschichtliche Kean klein und verwachsen war, sodaß er nicht den Hamlet, den Romeo und den Othello, sondern den Shylock, Richard III. und den Jago spielte. Auffallen mußte, daß nicht einmal Herr Schönfeld den Versuch machte, im Kostüm das alte Skandal- und Spektakelstück als solches jzu kennzeichnen. P. W. — Im Darmstädter Hoftheater wurde am 25. d. Mts. O. Blumenthals neues Verslustspiel „Die Fea treten. Die Regierung unter der Leitung des klugen und wohlwollenden Herrn Waldeck-Rousseau läßt sich aber durch alle derartigen Erklärungen nicht bange machen. Der Arbeitsminister erklärte am Samstag in der Arbeits-Kommission bezüglich des Achtstundentages, es sei schwer, eine einheitliche Arbeitsdauer für alle Bergwerke sestzustellen, du diese von den jeweiligen Verhältnissen bei den Bergwerken abhänge, aber man könne sich immerhin bemühen, diese Frage auf gesetzgeberischen Wege zu regeln. Daraus ist zu schließen, wie die neue Antwort der Regierung aus- sallen wird. Der dieser Tage bekannt gewordene neue russisch- chiinesische Mandschurei-Vertrag zeigt'sttußland in Verfolgung einer ausgesprochenen Kolonialpolitik. Genau so gehen die Kolonialmächte in ihren überseeischen Besitzungen vor. Um die Mandschurei sofort mit Stumpf und Stil zu verspeisen und zu verdauen, dazu wäre ein bei weitem größerer Aufwand von Truppen und Geldmitteln notwendig, als Rußland gegenwärtig entbehren kann oder will. Es genügt den Russen vorläufig, sich der Naturschätze des Landes zu vergewissern, es wirtschaftlich auS- zubeuten und die Eingeborenen nach russischer Art und in russischen Diensten militärisch zu drillen. WaS habet von der Oberhoheit des Kaisers von Ehina übrig bleibt, ist absolut unerfindlich. England hat bisher noch immer nicht gesprochen, obwohl außer Frage steht, daß man in England die unaufhörlichen beruhigenden Versicherungen Rußlands, die Mandschurei werde den Chinesen schließlich doch zurückgegeben werden, ebenso nach ihrem wahren Werte schätzt, wie in Japan, wo sich eine wachsende Erregung über die neuen Vereinbarungen kundgiebt. Als Japan nach seinem siegreichen chinesischen Feldzug Korea und einen Teil der Mandschurei besetzen wollte, waren es die Russen, die den Japanern ein „Halt!" zuriesen. Japan mußte sich mit der Insel Formosa begnügen, und Rußland heimste in China alle Vorteile aus den japanischen Erfolgen ein, indem es China zu Eisenbahnkouzessionen sowie zur Abtretung von Talienwan und Port Arthur zwang. Es muß sich zeigen, ob Japan jetzt seinerseits im stände ist, den Russen ein „Hände weg!" zu diktieren. Die Wirren in Südamerika nehmen ihren Fortgang. Nach den letzten Nachrichten erlitt die Revolution in lÄlumbien einen schweren Schlag. General Rosas, der die Aufständischen ansührte, sei in der Nähe der Grenze von Ecuador geschlagen und Rosas selbst gefallen. Die Vorgänge im venezolanischen Hafen Puerto Cabello, wo bekanntlich Angehörige der deutschen Marine von der Volksmenge mißhandelt wurden, haben eine glatte und uns befriedigende Erledigung gefunden. Unerquickliche Ereignisse aber stehen auch zwischen Chile und Argentinien bevor. Wie Meldungen aus Buenos-iAires besagen, verweigere Chlle Argentinien die geforderte Erklärung über die Anlage strategischer Straßen in den Anden, was in Argentinien große Erbitterung Hervorrufe. ßyarnverlaius Serteidiguug. Nach langen: Schweigen hat nun auch Minister Chamberlain, wie wir bereits in unserer Sonntagsnumnrer mitteilen konnten, das Wort ergriffen, um sich und die Regierung gegenüber den immer lauter erschallenden Vorwürfen wegen des südafrikanischen Krieges zu rechtfertigen. Aus den vorliegenden Meldungen über diese Edinburger Rede geht ein Gefühl der Nervosität, der Unsicherheit, der schwer belastenden Verantwortung — um nicht das Wort „Gewissen" zu gebrauchen — deutlich hervor; in Ermangelung stichhaltiger Verteidigungsgründe für die grausame Kriegführung der Engländer verweist Chamberlain auf angeblich noch schlimmere Vorgänge in anderen Kriegen und versteigt sich dabei zu groben Beleidigungen verschiedener Völker, darunter auch der Deutschen. Der betreffende Passus seiner Rede besagte nach dem heute vorliegenden Auszuge folgendes: „Die Zeit komme jetzt, wo es notwendig sein möge, strengere Maßregeln zu ergreifen, um die Aufständischen und die Guerillabanden zu bekämpfen. Wenn diese Zeit da sei, werde die Regierung Präzedenzfälle für alles, was sie thun werde, in dem Vorgehen jener Nationen finden, welche Englands Vorgehen als Barbarei und Grausamkeit verurteilten; aber sie werde sich doch nie dem nähern, was diese Nationen in Polen, im Kaukasus, in Bosnien, Tonkin und im Kriege von 1870 thaten." — Die Anzapfungen Rußlands, Oesterreichs und Frankreichs brauchen uns nid# weiter zu beschäftigen, wohk aber muß von deutscher Seite entschiedenster Protest dagegen erhoben werden, daß die Maßnahmen, die unsere Truppenführer im letzten großen Kriege gegen die feindlichen Truppen oder die Bevölkerung bisweilen anzuwenden gezwungen waren, mit dem systematischen Morden, Sengen und Brennen der Engländer in SüdEi aprice" zum erstenmale aufgeführt und erzielle trotz der flotten Aufführung einen über einen Achtungserfolg nicht weit hinausgehenden Erfolg. Das Publikum schien sich anfangs ganz gut zu unterhalten. Das Interesse an dem Stück erlahmte aber bei dem Mangel an eigentlicher Handlung und mancherlei Unwahrscheinlichkeiten schon im 2. Akte. Die Rolle der „Marion" wurde von Frl. Eichelsheim sehr pikant zespielt. — In Mainz kam am 24. d. Mts. des Menschenfreundes Tolstoi Drama: „Die Macht der Finsternis" wirkrmgsvoll zur Aufführung und hinterließ einen tiefen Eindruck. Das Publikum wurde gerade durch die krassesten Szenen zu stürmischem Beifall hingeriffen — wie bei uns in Gießen. — Der Frankfurter Heldentenor A. v. Band- cowsky weilte kürzlich in Wien. Hierher gelangten Nachrichten zufolge bestreitet Bandrowsky den Vorwurf des Kontraktbruchs — Intendant Jensen hat ihn deswegen bei dem deutschen Bühnenverein belangt — und behauptet, den Nach- weis liefern zu können, daß er den „Manru" thatsächlich während seines kontraktlichen Urlaubs studiert und gesungen hat, und daß er wegen schwerer Erkrankung sein Frankfurter Engagement nicht zum Abschluß führen konnte. Das Letztere mag wahr sein, bezüglich der Manru-Premiere am polnischen Nationaltheater beharrt die Intendanz auf ihren, dem Bühnen- oerein unterbreiteten Angaben. — Bandrowsky soll für seine amerikanische Tournee das nette Sümmchen von 80000 Mk. erhalten. — In Wien ist am 27. Oktober der Schriftsteller /tarl Weiß (C. Karlweis) gestorben. (Kärlweis ist Verfaffer einiger vortrefflicher Volksstückc, wie „Das grobe Hemd", „Goldene Herzen", „Das liebe Ich" :c., die allgemein gekannt zu werden verdienen. Er hat nur ein Alter von 51 Jahren erreicht. D. Red. des Gieß. Anz.) afrika auch nur verglichen, geschweige deirn als noch! verwerflicher bezeichnet werden. Die Deutschen haben 1870 Gefangene erschossen oder gehängt, die sich in Zivilkleidung oder mit sonst deutlick) erkennbarer Avsicht, über ihre Per- on .zu täuschen, am Kampfe beteiligten; sie haben auch Häuser und Dörfer zerstört, deren Bewohner in größerem Maße solche Verbrechen gegen das allgemein anerkannte Kriegsrecht begangen hatten; das alles aber hält sich streng int Rahmen des unzweifelhaft Erlaubten, ja Gebotenen. Es sind auck) gewiß, wie in allen erbitterten Kriegen, Miß- griste und Ausschreitungen einzelner vorgekommcn; ruhig urteilende Franzosen geben übrigens zu, daß solche Fälle relativ sehr selten waren. Demgegenüber betrachte man das Verhalten, das Englands Offiziere und Krieger in Südafrika seit Jahr und Tag systematisch und auf Befehl der Heeresleitung beobachten; die Zerstörung aller Häuser und Verwüstung allen Bodens, deren Besitzer als reguläre Soldaten im Felde stehen, die gewaltsame Fortführung der Frauen und Kinder in „Konzentrationslager", in denen Hunger und Seuchen täglich furchtbare Opfer fordern, die lebenslängliche Verbannung gefangener feindlicher Offiziere, die Erschießung von „Verdäd)tigcn" auf Gruüd höchst zweifelhaften Beweismaterials, die Loslassung der Eingeborenen gegen die Buren und anderes mehr. Hiergegen das Berühren der deutschen Heere von 1870 als womöglich noch grausamer ausspielen zu wollen, dazu gehört eine — Kühnheit, die dem Minister eines uns angeblich befreundeten Staates sehr schlecht ansteht. Zur Kennzeichnung seines Charakters und seiner Umgangsformen ist sie allerdings ein schätzenswerter Beitrag. Herabsetzung der Zahl der irischen Parlamentsmitglieder und noch „strengere Maßregeln" in Südafrika — darin besteht, nach Chamberlain, die ganze Regierungsweisheit gegenüber der wachsenden Ungunst der Lage in Südafrika ! Was für Maßregeln können denn das noch fein? Mau verwüstet doch jetzt schon das Land, man mordet die Frauen und die Kinder, man hängt oder erschießt die ge- angenen Burenführer und führt die anderen Kämpfer in lebenslängliche Gefangenschaft ab. WaS will man denn noch Strengeres ersinnen! Will man die Gefangenen vielleicht rösten? Die Rede Chamberlauts ist nichts anderes als ein Eingeständnis der völligen Ohnmacht Englands. An die Phrase von den weiteren Opfern, die vom Lande verlangt werden sollen, glaubt in England selbst niemand mehr. Es giebt nichts mehr zu opfern, denn die erwünschten Opfer, die afrikalustigen Streiter, wollen sich nicht ein- tellen. Die angekündigten weiteren Grausamkeiten aber werden nur dazu dienen, auch die jetzt noch ruhigen Elemente in der Kapkolonie sämtlich in die Reihen der Buren zu treiben. Was man übrigens in England selbst von der jüngsten rednerischen Leistung des Kolonialministers hält, zeigt sich, daß der edle Lord sogar von den Regierungs-Organen „Times" und „Standard" zurechtgewiesen wird. Das liberale Organ „Daily News" erklärt, es sei jetzt zweifellos, )aß Chamberlain allein den Krieg verlängere. Diese Wahrheit klar zu machen, sei Pflicht der liberalen Partei. Politische Tagesschau. Ter russische Finauzminister. Ein gelegentlicher Mitarbeiter schreibt uns aus Petersburg: In hiesigen politischen Kreisen ist man seit längerem der Ueberzeugung, daß die Sonne der Hofgunst dem viel- gewandten Leiter des Finanzwesens, Serg. Jul. Witte, nicht mehr mit dem früheren Glanze leuchtet. Die Lage der Staatsfinanzen hat sich in den letzten zwei Jahren in der That sehr erheblich verschlechtert. Ter Geldbedarf Rußlands erfuhr eine außerordentliche Steigerung durch die Chinakampagne, in die das Zarenreich ja mit weitergreifenden Absichten hineingegangen ist, als die anderen Mächte. Die Beschlagnahme der Mandschurei — darauf richtete sich die Chinapolitik des Petersburger Kabinetts — durch diplomatische Schachzüge war ziemlich wohlfeil; aber thatsächlich dort Fuß zu'fassen, sich häuslich einzurichten — durch Unterhaltung russischer Garnisonen, Bau von Eisenbahnen, Ansiedelung russischer Kolonisten: das er- ordert Geld und immer wieder Geld. Auf dem Papier, n den fein säuberlich gebundenen Budgetberichten, die der Minister Witte alljährlich am Neujahrstage dem Zaren zu überreichen pflegt, ist dieses Geld vorhanden. In Wirklichkeit aber nicht. Die'Steuererträge bleiben weit hinter dem Voranschlag zurück. Anstatt Abgaben zu entrichten, wartet die durch Mißernten und Teuerung verarmte Bevölkerung ganzer Gouvernements aus Staatshilfe. Die verzweifelnden Bauern vertrinken ihre letzten Kopeken in den Branntweinschänken, und in dem Budgetbericht des Finanzministers paradieren dann die stolzen Zahlen der Mehreinnahmen aus dem Branntweinmonopol. Gelegentlich hat der Zar aber wohl doch von dem wirklichen Stand der Dinge Kenntnis erhalten, worauf dann an Herrn Witte unverzüglich .die Anweisung ergangen sein mag, eine Aenderung herbeizuführen, die sich anders als durch Anleihe nicht bewerkstelligen läßt. Es ist kürzlich offiziös nicht in Abrede gestellt worden, daß die Reise des Zaren nach Frankreich mit Finanzprojekten zusammenhing, und die Pariser amtliche Presse beeilte sich, dieses Dementi zu bekräftigen. Gewiß, es mag dem Zaren wie der französischen Regierung unangenehm sein, die politische Besuchsreise hartnäckig im materiellen Sinne gedeutet zu sehen. Doch man geht vielleicht nicht fehl in der Annahme, daß hinter den Kulissen noch anderes gespielt hat, daß beispielsweise Minister Delcasse Herrn Witte verständigte, nach seiner — Delcasses — Beurteilung der Situation werde kein goldener Quell dem französischen Felsen entsprangen, wenn ihn Witte in naher Zeit mit seinem Stabe berühren würde. Man weiß, daß der Verlauf des Zarenbesuches in Frankreich enttäuscht hat, besonders die „feinnervige" haute finance. Zudem steht es um Frankreichs eigenes Budget nichts weniger als gut, ein beträchtliches Defizit heischt Deckung. All das hat freilich Herr'Witte nicht verschuldet, aber er ist dadurch überrascht worden, und das steht einem Staatsmanne nicht wohl an. Rußlands Finanzminister berücksichtigte bei seinen Konferenzen mit Delcasse im Mai dieses Jahres offenbar die Möglichkeit nicht genügend, daß die Fähigkeit oder auch die Neigung oes französischen Geldmarktes, russische Renten aufzunehmen, vorzeitig, das heißt, ehe die volle Milliarde der jüngsten Transaktion begeben ist, versagt. Nun steht Minister Witte vor der verdrießlichen Thatsache des teilweisen Fehlschlagens seines Anleiheprojekts, und der Verdruß erstreckt sich auch aus den Hof, die Spannung zwischen Herrscher und Minister naturgemäß vertiefend. Ob Herrn Witte's Stern wieder emporsteigen wird, wenn der von ihm geplante Appell an den amerikanischen Geldmarkt Erfolg hat, bleibt toarten. . Aus Stadt und Kauö. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen.' und werden angemessen honoriert. Gießen, 28. Oktober 1901. LU. Von der Landesuniverfität. Der Privatdozent der Ohrenheilkunde Dr. E. Leutert in Königsberg hat den an ihn ergangenen Ruf als außerord. Professor und Direktor der Ohrenklinik nach hier angenommen und wird seine Thätigkeit dabier im Lauf der nächsten Monate aufnehmen. ** Semester-Anfang. Die Hallen unserer alma mater, die so lange verödet dalagen, beleben sich allmählich wieder; auf den langen Korridoren hallt wieder der Schritt der Studenten, vor dem „Schwarzen Brett" drängen sich wieder die Musensöhne. Das Semester hat begonnen! Freilich bis ; um eigentlichen Beginn der Vorlesungen vergehen noch ein paar Tage. Das wissen auch die älteren Semester ganz genau und pflegen noch im Schooße ihres Heimathauses der wohlverdienten Ruhe nach den Anstrengungen des Sommer- semesters. So sieht man denn in diesen Tagen hauptsächlich die jüngeren Semester im Universitätsgebäude, auf der Straße und in den Lokalen. Eifrig studieren sie in dem mit alter Regelmäßigkeit erschienenen Universitäts-Taschenbuch der Frees'scheu Hof- und Universitätsbuchhandlung die Vorlesungsankündigungen der Professoren und im Gießener Anzeiger die zahlreichen Anpreisungen von freundlich möblierten Zimmern rc. Daneben erblickt man auch Vertreter der ver- chiedenen Verbindungen mit ihren schmucken bunten Mutzen und ihren Dreifarbenbändern. Diese Vertreter haben vor dem Beginn der Vorlesungen den heimischen Penaten Valet gesagt, um unter dem neuen Nachwuchs der akademischen Bürger Umschau zu halten, wen sie davon für ihre Verbindungen gewinnen können. Sie wollen „Füchse kecken". — Seit einem Jahre hat sich das Bild in unserer Universität insofern geändert und in gewissem Sinne belebt, als einige weibliche Studenten sich unter die männlichen Kommilitonen auf den Korridoren mischen. Sie werden heute nicht mehr, wie das wohl am Anfang geschah, von ihren männlichen Studiengenossen mck gar so neugierigen und herausfordernden Blicken betrachtet. Flirt und Tändelei verbieten sich wie von selbst in dem ernsten und ehrwürdigen Raume der alma mater. Aber auch außerhalb der eigentlichen Stadt, im Südviertel, dem Quartier medicin Gießens, macht sich der Semesteranfang bemerkbar. Die Zahl der weißen Plakate mck der bekannten Inschrift: „Hier ist ein möbliertes Zimmer zu vermieten!" hat sich verdoppelt und verdreifacht. Es giebt so manche Wirtin, die es für unter ihrer Würde hält, an einen anderen, als einen filius almae matris zu vermieten. Lieber läßt sie während der studentischen Ferien die „Bude" leer stehen. ** Das Negierun gsblatt veröffentlicht, wie wir mitteilten, in Nr. 65 eine Bekanntmachung, die Ausführung des Gewerbegerichtsgesetzes in der vom 1. Januar 1902 ab geltenden Fassung betreffend. Danach sind als „Weitere Kommunalverbände" die Kreise und Provinzen anzusehen. Zur Beschlußfassung über die Statuten der zu errichtenden Gewerbegerichte sind zuständig: 1) in den Stadtgemeinden die Stadtverordnetenversammlung, 2) in den Landgemeinden der Gemeinderat, 3) in den Kreisen der Kreistag, 4) in den Provinzen der Provinzialtag. Die der „höheren Verwaltungsbehörde übertragene Entscheidung über die Genehmigung des Statuts zur Errichtung eines Gewerbegerichts steht dem Ministerium des Innern zu. Im übrigen gelten als „höhere Verwaltungsbehörden" im Sinne des Gesetzes: 1) die Kreisausschüsse, insofern es sich handelt um Ent-» scheidung über Beschwerden gegen die Rechtsgiltigleit von Wahlen zu Gewerbegerichten und um Enthebung von Mitgliedern der Gewerbegerichte vom Amt, sofern die Gerichte von einer oder mehreren Gemeinden oder einem Kreis errichtet sind; 2) die Provinzialausschüsse in den unter Ziffer 1 vorstehend erwähnten Fällen, wenn das Gewerbegericht von einer Provinz errichtet ist; 3) die Kreisämter in Bezug auf die Bestätigung der Wahl der Vorsitzenden und deren Stellvertreter, die Anordnung zur Vornahme von Wahlen nach Maßgabe des § 18 Lit. a, die Ernennung von Mitgliedern der Gewerbegerichte im Falle des § 18. Lit. b, die Zuständigkeit zu dem Antrag auf Amtsentsetzung von Mitgliedern der Gewerbegerichte, die Bestellung desjenigen Beamten, der den Vorsitzenden und dessen Stellvertreter eidlich zu verpflichten hat, wenn das Gewerbegericht von einer oder mehreren Gemeinden oder einem: Kreis errichtet ist; 4) das Ministerium des Innern in den unter Ziffer 3 erwähnten Fällen, wenn das Gewerbegericht von einer Provinz errichtet ist; 5) die Kreisämter in Fällen des § 79. Unter „Ortsbehörden" im Sinne des § 7 Absatz 2, sowie unter „Gemeindevertretung" sind Stadtverordnetenversammlung oder Gemeinderat, unter „Vertretung der weiteren Kommunal- verbände sind die Kreis- und Provinzialausschüsse zu verstehen. Als „Gemeindebehörden" kommen die Bürgermeistereien, als „Polizeibehörden" sowie als „Ortspolizeibehörde" kommen die Bürgermeistereien oder die an deren Stelle besonders eingerichteten staatlichen PolizeiverwalL ungen in Betracht. — Die Wahl des Vorsitzenden des Gewerbegerichts und dessen Stellvertreters erfolgt für Gewerbegerichte, die von Gemeinden errichtet sind, durch, die Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise dem Gemeinderat, sofern das Statut nichts anderes hierüber bestimmt. Ist das Gewerbegericht von einem Kreis ober der Provinz errichtet, so steht die Wahl dem Kreis-, beziehungsweise Provinzialausschuß zu. — Gegen die Entscheidungen der Kreisausschüsse kann Beschwerde an den Provinzialausschuß und weitere Beschwerde an das Ministerium des Innern verfolgt werden. Beschwerden gegen Entscheidungen der Provinzialausschüsse werden von dem Ministerium des Innern endgiltig entschieden. ** „Die Hoffnung", das vieraktige Seestück Heyermans', ist nun auch vom Frankfurter Schauspielhause zur Aufführung angenommen morden. Die hiesige Aufführung' im Theaterverein erfolgt bekanntlich schon an diesem Donnerstag den 31. d. M. Seit einigen Tagen hat die Frees'sche Hofbuchhandlung Bilder der Darstellerin der Frau' Kniertje, der Frau Teller-Habelmann aus Cöln ausgestellt. ** Gelinder Winter. Herr Falb hat bekanntlich einen Konkurrenten in einem in Gotha ansässigen Wetterpropheten. Dieser sagt einen gelinden Winter voraus, den wir bei den teueren Kohlenpreisen rc. allerdings brauchen' könnten. **■ Eislauf. Ter Vorstand des Elsverems hat bereits die Eisbahn Herrichten und die nötigen Vorkehrungen zur Inbetriebsetzung treffen lassen. Dienstag den 29« NM»! der im Be findet im' „Hotel Viktoria" die Generalversammlung statt, in der il a. auch über die zukünftige elektrische Beleuchtung der Eisbahn sowie die Anlage eines dritten Hydranten beschlossen werden soll. (Siehe Inseratenteil.) 1 ** Stiftungsfest. Am Samstag den 26. ds. Mts. feierte der Gesangverein „Eintracht" sein 28jähriges Stiftungsfest im Cafs Leib. Die Veranstaltung hatte sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen. Das Fest wurde eingeleitet durch einige Musikpiöcen. Darauf trugen die Sänger mehrere Lieder vor, die unter der bewährten Leitung des Dirigenten Nenstiel voll zur Geltung kamen und für die die Zuhörer vielen Beifall spendeten. Sodann wurde das Theaterstück „Hamlets Geist" auf geführt. Der Einakter, der statt und exakt gespielt wurde, erregte viel Heiterkeit; ^besonders die letzte Szene des Stückes gelang vortrefflich, tfür ihr gutes Spiel wurde den Darstellern reicher Beifall gezollt. Nun wurde der Göttin Terpsichore gehuldigt; Alt und Jung ergötzte sich am Tanz, der die Teilnehmer bis zum Morgengrauen in heiterster Stimmung beisammen hielt. Dann erst trennten sich die Teilnehmer mit dem Bewußtsein recht gemütliche Stunden verlebt zu haben. — Am Sonntagnachmittag wurde ein Ausflug nach Heuchelheim unternommen. h Wieseck, 28. Oft. Bei der am Samstag stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde unser seitheriger Bürgermeister Sommerlad mit 285 Stimmen wiedergewählt. Der Gegenkandidat Heinrich Becker erhielt 109 Stimmen. Die große Stimmenmehrheit, die Sommerlad auch bei dieser Wahl erhielt, beweist von neuem, welcher Beliebtheit er sich in unserer Gemeinde erfreut. Alle Parteien hatten chn als Kandidaten iufge stellt. fl. Londorf, 26. Oft. Gestern Abend kehrte der Ehina- kämpfer Artillerist Ludwig Kraft frisch und gesund in seine Heimat zurück. Der hiesige Krieger- und Gesangverein sowie die Schulkinder bereiteten ihm einen festlichen Empfang. Pfarrer Weber hiell eine zu Herzen gehende Ansprache. Mit einem Fackelzuge begleitete man den Gefeierten nach Hause. Wind ecken, 26. Oft. Im Vorjahre wurden auf Veranlassung der Lttnesvommission in der Nähe des Wartbaumes durch den Brunnenbvhrer Bausch von hier Mauer- Wetter Oktober Bed. Nebel am 11,1° C. 6,2° C. 12,6° C. 6,8<> c. "V. 72/ 's 51 o es Martin Hotz, 2 Monate alt, Sohn des Monteurs August Hotz dahier. 24. Wilhelm Textor, 29 Jahre att, Kaufmann dahier. reste eines römischen Baues durch Nachgrabungen fest- gestellt. Solche sind in der letzten Zeit auch oberhalb des hiesigen Bahnhofes, am sogenannten Milchbörnchcn, ermittelt worden. An der linken Seite eines jetzigen Feldweges wurde eine Mauer in einer Länge von ungefähr 20 Metern freigelegt, dem Feldweg rechts parallel läuft eine gleiche, während man rechts seitwärts durch gestern angefangene Nachgrabungen auch auf Mauexwcrt streß, xic Stärke der einzelnen Wände schwankt Zwischen b0 Zentimeter bis 1,20 Meter; die Fundstellen liegen ungefähr ein Meter unter der Oberfläche des Bodens. Darmstadt, 26. Oft. Der gegenwärtig bekanntlich fich in Süditalien aufhaltende Großherzog wird am 9. No- vernber hier zurückerwartej. __ 25.-26. Oft. 25.-26. „ 26.-27. , 26.-27. ,, Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.________ । Bed. Himmel V fl Bew. „ Sonnenschein Bew. Himmel Kirchliche Kachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, 28. Oktober, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konstrmandensaal der Johannee-kncpe, Psalm 1. 4?iarrer (Suter. Höchste Temperatur Niedrigste „ Höchste „ Niedrigste „ Aussig MS üm Atsudtsomlsregistein der Siebt Siksjkll. Aufgebote. Oktober. 19. Heinrich Herchenröder, Vizefeldwebel dahier, mit Katharine Schade in Schlüchtern. 20. Gottfried Heinrich Wendel Ferdinand Pfeiffer, Dekorationsmaler in Frankfurt a. M., nut Minna ftrener dahier. 21. Wendel Ultrich, Taglöhner in Osthenn, mit Helene Schneider dahier. 22. Christian Arnold, Tapezier dahier, mit Lina Marie Schmitt Hierselbst. 22. Adolf .pemrich Karl Schwall, Schlosser dahier, mit Minna Elisabethe Nahrgang lner- selbst. 25. Heinrich Unverzagt, Unteroffizier dal)ier, mit Anna Elisabethe Plätt in Biebrich. 24. Otto Heid Schlosser dahier mtt Christiane Katharine Auguste Karoline Schultheiß hierselbst. -o-Karl Dagobert Borst, Photograph dahier, mit Marie Christine Schulze hierselbst. Eheschließungen. Oktober. 16. Konrad Jakob Jendt, Glaser dahier, mit Kalha- - rine Wilhelmine Poths hierselbst. 25. Johatmes Fmd, Schneide c, dahier, mit Helene Herzinger in Wächtersbach. Geborene. > Oktober. 17. Dem Bibliothekdiener Gottlieb Braun em oobxx, Karl. 18. Dem Metzger Samuel Rothschild eine Tochter, Else. 18. Dem Schlosser Heinrich Höbel eine Tochter. 18. Dem Zimmer meister August Helsenbein ein Sohn. 18. Dem WeißbinderineNter Karl Nikolaus ein Sohn. 19. Dem Bierbrauer und Wirt prtedrick Faatz ein Sohn. 20. Dem Lokomotivheizer Georg Leicht eine Tochter. 21. Dem Ingenieur Albert Kosche ein Sohn. 23. Den- Metzger Max Langzettel ein Sohn. Gestorbene. _ . n . I Oktober. 19. Ottilie Lina Anna Antonie Hep, 2 Jahre att, Tochter des Bahnwärters Heinrich Heß dahier. 20. Christian Weeg, 54 Jahre att, Schuhmachermeister dahier. 20. August Heinrich | «richt Jedem ist ein schönes Antlitz, interessante 1* Züge, schöne Hände von Natur aus gegeben, aber sie weiss, zart, klar und sorgfältig gepflegt ausfehend zu machen, das steht in eines Jeden .'iacht. Man vertuende zu seiner Toilette nur Loering's Eulen-Seife, die beste Seife der Gegenwart uni) der gewünschte Erfolg wird nicht aus- jfeihcn : das Aussehen wird frisch sein und kleine äußere Unschönheiten oder Harmoniestürungen, wie rauhe Haut, Pusteln, rote Hände werden ich verlieren. Mit teureren Seifen ist der Seifew- , fc4, _ad) bereichert worden, jedoch mit einer besseren wertvolleren, nützlicheren als Doering's Eulen-Seife nicht. Allen Samen wie den Müttern, zum Waschen der Babys, sei Doerma s lieblich parfümierte Eulen-Seife bestens empfohlen. Preis nur 40 Pfg. das Stück. 8 T 1 1 2 1 1 26. 226 749,3 + 10,5 8,1 87 N. 26. 925 752,2 + 9,1 7,7 91 NE. 27. 725 754,8 4- 7,2 7,1 94 E. 27. 225 755,6 + 11,7 7,2 70 N. 27. 9“ 756,6 + 9,2 8,0 92 E. 28. 7“ 756,2 + 5,4 6,3 94 NE. Cigarren. Carl Schneider - —— Giessen, Marktplatz 5. Cigarren. , Sonntag den 3. November, ♦ Freitag den 1. November, nachmittags 2 Uhr, sowie Samstag den 2. 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November 1901 bei dem Gerichte anzllmelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines .anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Dienstag den :26. November 1901, vormittags 9 Uhr, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedig- ung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwaüer bis zum 15. November 1901 Anzeige zu machen. 7119 Gießen, den 26. Okt. 1901. Großherzogliches Amtsgericht zu Gießen._________ Krotpreise vom 27. Oktober bis 10. 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Steinmüller, Lantz-Göns 48^- ~ — ' ■ " m ■—-> , 48 , 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot bei: L. Schmidt, Gr.-Lindeit. . 22 W. Weitzel, Lang-Göns W. Steinmüller, Lang-Göns 22 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrot bei: St 5U>. Vellen, Kirch-Göns 42 SB. Weitzel, Lang-Göns L. Schmidt, Gr.-Linden. . 44 „ Karl Post, Wieseck . L. Stemmuller, Gr.-Linden 44 „ W. Steinmüller, Lang-Göns 44 3 Kilogramm (6 Pfund),Schwarzbrot bei: W. Fabel, Wieseck . . . 66^ Kolrl Post, Wieseck . . . 66 Der Brotver käufer: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 24. Oktober 190/1. Großhe^ogliches P^>lizeiamt Gießen. _____________ _______Hechler.___ 800 Stämme Raffe-, Nutz- und Zier-Geflügel Große Vogel- und Geräte-Abteilnng u. s. w. /*-» i »ijQ ^reitaa den 1» November, nach der Eröffnung ä Person 50 Pfg»; Sonntag den 3. November, bis mittags 12 Uhr, ElllfklstsMlst; a Person 50 Pfg Während bet übrigen Zeit L Person 30 Psg. - Kinder unter 10 Jahren zahlen die Hälft-. - Geschloffenes,en der Volksschulen in Begleitung dir Lehrer zahlen am Samstag bis vormittags 10 Uhr 3 Mark pro Klasse, doch werd um vorherige Meldung gebeten. Ereilt die Wasc™ 'nicht-au und ehe Hande der Waschen» gehen nicht au£ . Gioth’s g«H.ieKernseifea.Terpentin, 1« billig, well e!» k,«« davon w°lo »1. drei Paquet billiges Wä’ehoSuiÄ ... Soda u. scharfen Z^' Jäg "lt Salmiak Gioths gemahlene K6rnS6lI Vu.Terpentin, eile» 6=r,ndru= Terpe«^-^. Salmiak i Giotn S gemahlene nSrnSBSTBu/rerpentin, Ozon, welches eine entwickdt dmchdies.m^JP^j 8bldchende V.rkung auf ai^Wä^hTiäübt, ohne sie im Geringsten anzugreifen und 4 j I steta steigende Absatz v. Gioth’s gemahlener ' KerÄ«Wärt. Präs p- Paquet 15 Pfg. UcberaU erhältlich. jS.ernsei t Gioth. Hanau. WilWfts-Wmllhlik. Einem geehrten Publikum mache ich hierdurch die ergebene Mitteilung, daß ich bu> Wirtschaft Riuu in Klein-Linden übernommen habe. Ur NW Bier, gute Küche, reine Weine it. M habe ich dhMns Sorge getragen und wird es mein eifrigstes Bestreben (ein, meine mich beehrend« Gäste in jeder Weise zuftäeden zu stellen. . Ich bitte um geneigten Zuspruch und zeichne Hochachtend jgggH Bekanntmachung. Donnerstag, 31. L Mts. mittags 1 Uhr sollen auf hiesigem Rathause nachstehende Arbeiten und Lieferungen zur Chaussierung des Wegs am Wellersloh an die Wenigst- nehmendcn in Akkord gegeben werden und zwar; 7106 veranschl. zu Erd- u. Planierarbeiten 378,60 Mk. Steinlieferungen 2330,00 „ Steinsetzerarbeit 87,50 u Chaussierungsarbeiten 562,50 „ -Uebergründung 112,50 „ Großen-Buseck, am 25. Oktober 1901. Großherzogl. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. Arbeitsvergebung Donnerstag den 31. l. Mts., nachmittags 3 Uhr sollen auf hiesiger Bürgermeisterei nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden und zwar: veranschlagt zu Maurerarbeiten 21,— Mk. Steinhauerarbeit. 140,— „ Eisenlieferung 183,75 „ Alten-Buseck, 25. Oft. 1901. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Körber. 7079 7113] Gänse, jg. fette, Haferm., sauber gerupft, 7 bis 10 Pfund, k Pfd. 40 Pfg., tägl. frisch ^$1. nerf. gegen Rachn. i2l. Grigull, Gr. Friedrichsdorf (Ostpr.f. Bienenhonig Z zu haben Selterswcg 07. Theater - herein Erste Vorstellung: Donnerstage den 31. Oktober« Die Hoffnung. (Of Hope van Zegen). Seeßtück in 4 Akten von Heyer m ans, deatßch von F. de Gtaaf, Gast: Emma Teller-HabeBmann aus Köln. Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende 10 y2 Uhr. Tageskarten im Vorverkauf bei Ernst Challier und abends an der Kasse zu Mk. 4, 3.50, 3, 2.25, 1.50, 0.60. Studenten- und Schülerkarten (zu Mk. 1 und 0,40) sowie Karten mit Preisermässigung für Mitglieder nur im Vorverkauf. 7104 N.B. 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Sauer des Aestfptels 2'/, Stunde«. Hlanzende Ausstattung. «Historisch getreue Kostüme und Waffen. Fesüspiell-Ör-dinung. I. Abteilung. Prolog. 1. Germanias Wacht am Rhem. 2. König Wilhelm und Benedetti irr Ems. 3. Aus zum Krieg. 4. Eirrberufung der Landwehr und Reserve. 5. Truppenabschied vor dem Bahnhof. 6. Das rote Kreuz. 7. a) König Wilhelm im Mausoleum zu Charlottenburg. b) Das Eiserne Kreuz. 8. Posten vor dem Feinde. 9. Hurra! Franzosen gefangen. 10. a) Feldwache. b) Alarmierung. c) Gefecht. 10 Minuten Sause. II. Abteilung. 11. Schlachtfeld. 12. Kronprinz Friedrich an der Leiche Abel Douays. 13. Der gefangene Turko. 14. Im Lazarett. 15. Aas 2. Hrotzh. Keffische An- santerie-Ztcgt. in der Schlacht bei Hravelotle. Sturm auf Chanrpenois-Ferme. 16. Jod des Majors Hräff, Kom- rnandeur des 1. Bataillons im Bois de la Eusse. 17. Begegnung des Königs Wil- Helnr mit dem Prinzen Lrrdwig von Hessen nach der Schlacht bei Gravelotte. 18. Der Mutter Feldpostpakete. 19, 20, 21. Ueberrumpelung und Gefangennahme einer franz. Feldwache. 10 Minuten Sause. III. Abteilung. 22. General Reille überbringt König Wilhelm das Schreiben Napoleons rrach der Schlacht bei Sedan. 23. Bismarck und Napoleon bei. Tonchery. 24. Napoleon gefangen. 25. Erstürmung des Schlosses Chambord. 26. Unerlaubte Requisition. 27. Auch ein Tischgebet. 28. Kriegsrat. 29. Weihnachten, Daheim und im Felde. 30. Kaiserproklamation in Versailles. 31. Truppen-Heimkehr. 32. Deutschland, Deutschland über Alles. Aenderungen vorbehalten. ■■■■■ Texte a 25 Pfennig. Programme ä 10 Pfennig werden an den Eingängen verkauft. Zeit der Aufführungen Im Vorverkauf: Sperrsitz Mk. 1,—, 1. Platz 00 Au der Kaffe: Sperrsitz Mk. 2,—, 7 " . Mittwoch den 6. Novbr., nachmittags 4 Ubn für Schüler hiesiger und auswärtiger Schulen und ihre Begleiter zu ermäßigten Preisen. Abends 8 Uhr: allgemeine Borstellung. Donnerstag den 7. Novbr., abends 8 Uhr: allgemeine Vorstellung. Freitag den 8. Novbr., abends 8 Uhr: allgemeine Vorstellung. Samstag den 9. Novbr., nachmittags 4 Uhr: für Schüler hiesiger und auswärtiger Schulen und ihre Begleiter zu ermäßigten Preisen. Abends 8 Uhr: allgemeine Vorstellung. Sonntag den 10. Novbr., nachmittags 87, Uhr: für Mitglieder hiesiger und auswärtiger Kriegervereine und deren Familienangehörige zu ermäßigten Preisen. Abends 7 Uhr: Freitag den 1. Novbr.,^abends 7 Uhr: für Schüler der hiesigen Schulen und ihre Be- glener zu ermäßigten Preisen. SamStag den 2. Novbr., nachmittags 4 Uhr: für Schüler hiesiger und auswärtiger Schulen und ihre Begleiter zu ermäßigten Preisen. Abends 8 Uhr: allgemeine Vorstellung. Sonntag den 3. Novbr., nachmittags 3l/? Uhr: für Mitglieder hiesiger und auswärtiger Kriegeroereine iu deren Familienangehörige zu ermäßigten Preisen. Abends 7 Uhr: allgemeine und Fremden-Vorstellung. Montag den 4. Novbr., abends 8 Uhr: für Mitglieder der veranstaltenden Militärvereine u. deren Familienangehörig, zu ermäß. Preisen. Dienstag den 5. Novbr., abends 8 Uhr: allgemeine Vorstellung. Nroiks hiu* Nlät" ♦ In» Vorverkauf: Sperrsitz Mk. 1,50,1. Platz Mk. 1,—, 2. Platz 60 Pfg-' Pkklil! OCt PlttP. Stehplatz 40 Pfg. — An der Kaffe: Sperrsitz Mk. 2,-, LW Mk. 1,25, 2. Platz 75 Pfg., Stehplatz 40 Pfg. A4.,".la«i,amjsssnnaon ♦ Im Vorverkauf: Nummerierter Platz 75 Pfg., für erwachsene yllk E-lhlllCtOOtMUllACIl. Begleiter Mk. 1,50, Saalplatz 30 Pfg., für erwachst»- Be gleiter 60 Pfg. — An der Kaffe: Nummerierter Platz Mk. 1,—, für erwachsene Beg Mk. 2,— , Saalplatz 40 Pfg., für erwachsene Begleiter 80 Pfg. Für Kriegemmnr zn öeu für sie besonders oorgesetzenen VorMonM: - ~ - ~ Pfg., 2. Platz 40 Pfg., Stebplatz 20 Pfg. 1. Platz Mk. 1,25, 2. Platz 75 Pfg., Stehplatz 40 Pfg. Borverkaufsstellen: Kaufmann Kischöach, Selterswea; KaufmannKleinstenUs Bahnhofstraße;^Kaufmann Dort, Wallthorstraße; Ligarrenhandlung Scharmann (fnrher Damel HeM, ^uwenplatz Borausbestelluugen von Eintrittskarten sind zu richten an Kaufmann Kischvach, ^-euersweg. An Sonntagen Omnibusverbindung von und nach der Bahn. Ale gesamte Bürgerschaft von Hießen und Zlmgegend faden wir zum Aesnche des eigenartigea vaterfändischen Aestspiels yerzfichst ei«. allgemeine und Fremden-Vorstellung. , 2. Platz 60 Pfg., Rk. 2,—# L IDer Ehrenausschuss: Geheimrat v. Bechtold, Prov-inzialdirektor. v. Dewitz, Dberft unb c Koinmerzienrat Emmelius, Stadwerordneter. Dr. Güngerrch, Oberstaatsanwalt ^mmei^ten rat Koch, Vorsitzender der Handel skammer. Kullmann, Landgerrchtsprasrdent. Profesior 0r. Lucus Kreisschulinspektor. 2)1 ec um, Bi'irgerrneister. Meyer, Ehrenvorsitzender des KrregerveremSvyE Gießen, v. Mosch, Major mit) Bezirkskommandeur. Dr. Aaumann, I < Dr. Rausch, Rcalaymnasialdirel tor. Sandmann, Landgcrichtsrat, Mttglr^ des Pra^rums der Kriegerkameradschaft „Hassia". Professor Dr. Schädel, Eymna,laldwcktor. SNr, Postdirektor.^ Geh. Juslizral Dr. Schmidt, Professor der Rechte. Schobert, Ersenbahndrrektor. Dr. Stör iko, Direktor der höheren Mädchenschule. Eit Festausschuss. Notiz: Zu den Schüler- und;Kriegervereinsvorstellungeu werden — soweit der Platz reicht auch Eintrittskarten tm andere Personen zu den gewöhnlichen Preisen ausgegeoeu.