Nr. 229 Erstes Blatt Sonntag 29. September 1901 151. Jahrgang dies etwa 50 Buren, welche in englische Dienste als ^Vieh- Hirten" getreten waren. Der Grund zu ihrer Gefangennahme lag darin, daß sie sich geweigt hatten, einen von feindlichen Buren besetzten Hügel zu ftürmen! Schon früher ist auf daS ekelhafte System hingewiesen worden, Buren gegen ihre eigenen Landsleute zu bewaffnen, und der Befehl, einen Hügel zü stürmen, zeigt genau, was unter dem unschuldigen Namen „Viehhirten" von den Engländern verstanden wird. — Zur Ehre der englischen Nation sei cs übrigen? gesagt, daß eS hier viele Engländer giebt, welche solche Anwerbungen mit ebensoviel Widerwillen und Verachtung ansehen, als der^AuS- länder. Seit dem Erscheinen der „berühmten" Proklamation über die Ergebung bis zum 15. September ist bereits eine neue Idee ausgeheckt worden, die ebenfalls den Buren im Felde die schleunige Ergebung nahelegen soll. Es ist nämlich bestimmt worden, daß alle Frauen und Kinder von solchen Buren, die nicht bis zum 15. September die Waffen niedergelegt haben, an die Küste transportiert werden sollen; dadurch hofft man einen weiteren Druck auf die kämpfenden Buren auSzuüben, da es bekannt ist, daß die Buren vor weiten Reisen großen Abscheu haben und ihr eigenes Land sehr ungern verlassen. Bezeichnend ist, daß diese Maßregel den feindlichen Heerführern nicht, wie die erwähnte Proklamation, offiziell bekannt gegeben wurde, sondern man verläßt sich ganz auf den geheimen Nachrichtendienst der Buren, wobei man, nebenbei bemerkt, auch kaum fehlgehen dürste. Für den lange schmachtenden „Refugee" (früheren Einwohnern von Transvaal, der bei Ausbruch des Krieges das Weite suchte oder seitens der Buren hinauskomplimentiert wurde) hat die Maßregel eine sehr erfreuliche Maßregel; es heißt nämlich, daß so viele Refugse zurückkehren dürfen, als Frauen und Kinder nach der Küste gesandt werden. Es dürften also in den nächsten Monaten einige tausende der früheren Bewohner zurückkommen; daS ersehnte und erträumte „Dorado" werden sie allerdings nicht finden, denn der Handel liegt noch ganz bedeutend darnieder. Die Verhältnisse in den Lagern, worin die Buren, sowie deren Frauen und Kinder eingepfercht werden, liegen noch immer sehr im argen. Die Sterblichkeit der Kinder speziell ist so enorm, daß in manchen „Kamps" fast gar keine Kinder unter 6 Jahren zu finden sein sollen. Die Schuld wird teilweise auf Nahrungsmangel geschoben, obwohl die englischen Behörden immer wieder versichern, daß die ausgeteilten Rationen im Gegenteil übermäßig reichlich seien. Auf jeden Fall ist aber darüber nicht hinwegzukommen, daß die den Leuten gegebenen Zelte bei dem diesjährigen strengen Winter absolut ungenügend waren, und daß dies allein genügte, um die furchtbare Sterblichkeit unter den kleineren Kindern hervorzurufen. — Der Kindermord des Herodes scheint eine menschenfreundliche Prozedur gewesen zu sein im Vergleich mit dieser „Engelmacherei der frommen Engländer." Die „Deutsche Wochenz. in den Niederlanden" entnimmt einem Pridatbrief aus Kapstadt: „Soeben traf ich Kapburen aus den westlichen Distrikten. Sie erzählten mir, daß das Kommando von Maritz (Freistaater), der von den Engländern a perfect gentlemen genannt wird, Rhynsdorp genommen Erscheint täglich mü Ausnahme deS Montags. Die Siebener Familie«» blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blattern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Ätetzeu. Arrnsprkchanschluß Ar. 51. Ieuisseton. Kitteratur, Wissenschaft und Kunst. Franfurter Oper. Man schreibt uns: D-ie Intendanz der Oper hat mit dem Kgl. Bayr. Hosopernsänger Theodor Bertram vom k. k. Hofoperntheater in Wien ein dreimaliges Gastspiel vereinbart, das innerhalb der nächsten Woche stattfinden wird. Bertram wird am 30. ds. als „Kühleborn" in Lortzings „Undine", am 2. Oktober als „Hans Sachs" in Wagners „Meistersinger", am 4. als „Fliegender Holländer" auftreten. An letzterem Abend wird außerdem die Königliche Sängerin Fräulein Emmy Testinn vom Berliner Opernhause in der Partie der „Senta" gestieren, die sie anläßlich der diesjährigen Bayreuther Festspiele im Verein mit Theodor Bertram und Alois Burgstaller, dem Tarsteller des „Erik", gesungen hat. Somit wird die Besetzung der Hauptpartien die gleiche wie in Bayreuth sein. Für diese Vorstellung gelten folgende erhöhte Eintrittspreise: 1 Platz Proszeniumsloge (Parkett und Balkon) 12 Mk., 1 Platz Balkon-Fremdenloge, Parkett- und Balkonloge 10 Mk., 1 Platz Proszeniumsloge 1. Rang 9 Mk., 1 Platz 1. Rang Fremdenloge und Parkett 1. bis 13. Reihe 8 Mr., 1 Platz 1. Rang Mitte 6 Mk., 1 Platz 1. Rang Seite 5 Mk., 1 Platz 2. Rang Mitte und 1. Parterre 4.50 Mk., 1 Platz 2. Rang Seite und 2. Parterre 3.50 Mk., 1 Platz 2. Rang Rückplatz 3 Mk., 1 Platz Stehparterre und Galleriemitte 2 Mk., 1 Platz Batterie Seite 1.50 Mk., 1 Platz Stehgallerie 1 Mk. Platzbestellungen zu den drei Gastspielabenden werden schon jetzt entgegengenommen. Aus Frankfurt a. M. schreibt man uns weiter: Ter Kunstsalon Hermes eröffnete seine Oktober-Ausstell- ang mit Kollektiv-Ausstellungen von Ottilie Röderstein, enthaltend 12 ihrer letzten Werke, von Tina Blau-Lang, Wien, and Lorenz Rüdisühli (Vater). Außerdem sind vertreten F. v. Len b ach mit fünf Werken, darunter ein Porträt Kaiser Wilhelms I, Victor Gilsoul mit vier neuen .Landschaften, Hans Thoma mit vier, Gustav Schön- Kleber mit fünf, Wilhelm Leibl mit zwei Werken Walther Firle sandte ein neues Bild „Morgenandacht", und ein junger Worpsweder Karl Krummacher vier Landschaften. Tie Ausstellung enthält ferner eine ausgewählte Anzahl Werke fast aller unserer ersten Meister. Tie „Voss. Ztg." hatte von „besonderer Sette" gehört (vgl. unsere gestrigen Telegramme), daß der Kaiser seine Genehmigung zur Aufstellung der drei Brunnen, die vom Stadtbaurat Hofmann bekanntlich für den Friedrichshain in Berlin entworfen, verweigert habe. Wie jetzt die „Nat.-Zta." erfährt, soll der Kaiser gegen die Entwürfe nur einige künstlerische Bedenken geltend gemacht und entsprechende Abänderungen des Projekts gewünscht haben. Dagegen soll der Kaiser die Genehmigung zu den Plänen für den Neubau der Manteuffelbrücke abgelehnt, auch sotten verschiedene andere Neubauten, die die Stadt Berlin plant, auf ähnliche Schwierigkeiten gestoßen sein. Wegen der abgelehnten Ueberführung der Straßenbahn über die Straße Unter den Linden iin Zuge der Neustädtischen Kirchstraße hat Oberbürgermeister Kirschner tbatsächlich nicht zweimal, sondern nur einmal beim Kaiser Audienz nachgesucht. Von der Llblehnung derselben ist Kirschner zunächst vertraulich und vor kurzem im Instanzenwege amtlich verständigt worden. Die beteiligten Instanzen des Staats sind mit der Ueberführung, die allein den Ankauf der Straßenbahnlinien veranlassen konnte, einverstanden gewesen. Tie unterirdische Verbindung erschien besonders dem Minister der öffentlichen Arbeiten als unausführbar. Neuerdings wird jedoch versichert, daß auch Herr v. Thielen in dieser Angelegenheit die Bitte um eine Audienzan den Monarchen gerichtet, aber gleich Herrn Kirschner einen abschlägige n Bescheid erhalten habe. Hamburg, 27. Sept. Tie zweite attgemeine Sitzung deutscher Naturforscher und Aerzte wurde heute vormittag abgehalten. Heute nachmittag fand eine Elb fahrt nach Blankenese statt. — In der Abteilung für Hygiene sprach Sanitätsrat Tr. Fürst-Berlin zur Prophylaxis des Coffeinismus undNikotinis mu s. Ter Vortragende gab zunächst ein übersichtliches Bild der Störungen, die der übermäßige, andauernde und gewohnheitsmäßige Gebrauch zweier weitverbreiteter Genußmittel, des Kaffee und Tabak, auf den Organismus ausübt. Tierversuche und klinische Beobachtungen am Menschen stellen die chronischen Intoxikationen, die durch Mißbrauch stark wirkender Alkaloide, wie Coffein und Nicotin, hervorgerufen werden. und deren verhängnisvolle Wirkung auf die Volksgesundheit außer Zweifel. Tiefer Umstand rechtfertigt es, wenn die Hygiene sich mit der Frage beschäftigt, wie den zu Tage tretenden Schädigungen begegnet werden könnte. Völlige Abstinenz ist undurchführbar; vielmehr müssen den an sie gewöhnten Volkskreisen solche vollgiltige Ersatzmittel geboten werden, welche die angenehmen Eigenschaften des gewohnten Genußmittels mit absoluter Unschädlichkeit verbinden. Für den Bohnenkaffee ist nach dem Aus- spruchtz hervorragender Hygieniker, wie v. Ziemssen, v. Petten- kofer, Franz Hosrnann, Hueppe u. a. die gemälzte, geröstete, leicht mit einem Extrakt vom Fleisch der Kasfeekirsche imprägnierte und mit dem schützenden Ueberzug einer Zucker- löfung versehene Gerste, per sogenannte M alzkaffee> zu betrachten. Wie Nicolai' durch Pulsbilder nachwies, benachteiligt dessen Abkochung (im Gegensatz zu der des Bohnenkafse) Herz und Kreislauf in keiner Weise. — Was den Tabak betrifft, so würde eine Entziehung des Nicotin ihm das spezifisch-charakteristische rauben. Mechanisches Abfangen des Nicotin in Zigarrenspitzen und Pfeifen hat sich nicht allgemeiner eingebürgert. Das vollkommenste Verfahren ist unstreitig die s. Z. von Gerold (Halle a- S.) angegebene Behandlung des Tabaks vor der Verarbeitung mit Gerbsäure und Abkochung von Ariganum vulgare. Tenn bei dieser wird den Blättern das Nicotin nicht entzogen; es wird nur seiner giftigen Wirkung beraubt, gewissermaßen neutralisiert. Tie nach Gerolds Methode her gestellten nicotin-neutralen Zigarren üben weder auf das Herz und das Gefäßsystem, noch auf Hirn und Rückenmark, weder auf die Atmungs- noch auf die Verdauungsorgane jene Schädigungen aus, welchen der Gewohnheitsraucher nicotinhaltiger Zigarren oft unterworfen ist .Tie nach Gerolds Methode aus solchem hergestellten Zigarren, denen übrigens das spezifische Aroma vollkommen erhalten geblieben ist, dürfen demnach als hygienisch unbedenklicher Er atz der nicotin- halttgen angesehen werden. xas soeben ausgegebene September^Toppelheft der be* kannten Münchener Zeitschrift „Tie Gesellschaft^ (Hevausgeber Tr. Arthur Seidl, München - Vertag von E- Prerson Tresden) wird dadurch besonders wertvoll, daß dann der Münchener Professor der Forstzoologie Tr. August Pauly mit Veröffentlichung von allgemein menschlichen, die verschiedensten Gebiete aus.Wissenschaft, Litteratur, Kuntz Der sozialdemokratische Parteitag. VL Lübeck, 27. September. Aus der gestrigen Sitzung ist noch eine heitere Episode nachzutragen: Singer erhebt sich und greift zur Glocke; es tritt lautlose Stille ein: Genossen! Ich bin in der angenehmen Sage, dem Parteitag von einem großartigen Erfolg unserer sächsischen Genossen Mitteilung machen zu können. Soeben meldet uns ein Telegramm aus Löbau i. S., daß bei den heutigen Landtagswahlen unsere Parteigenossen zwei Wahlkreise erobert haben und in vier Wahlkreisen in die Stichwahl gekommen sind! (Stürmischer, minutenlanger Beifall; Jubel und Händeklatschen.) Abg. Geyer (Leipzig) stürzt aufgeregt zum Präsidententisch, ausrufend: Aber das ist ja Unsinn, Blödsinn! (Es entsteht eine peinliche Pause.) Abg. Singer: Der Jubel war, wie mir soeben mitgeteilt wird, ein wenig verfrüht. Es handelt sich zunächst nur um das Ergebnis der dritten Wählerabteilung. Hoffen wir aber, daß das ein gutes Omen ist! (Schattende Heiterkeit.) Tie Tebatte über die Gewerkschaften bezw. Hamburger Akkordmaur erfrage wird fortgesetzt. Es liegt ein Antrag auf namentliche Abstimmung über die zahlreichen (im wesentlichen schon mitgeteilten) Anträge zu diesem Punkte vor. Nachdem Schröder (Braunschweig) den Standpunkt der Parteileitung verteidigt hat, wurde die Tebatte geschlossen und es erhielt Bömelburg (Hamburg) als Referent das Schlußwort: Auer habe sich kaum mit der Sache beschäftigt. Er wäre besttebt, die Sache als persönliche Angelegenheit von v. Elm, Frau Steinbach und Legten dar- Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Vom 1. Oktober ds. Js. ab werden unsere amtlichen Bekanntmachungen und Ausschreibungen nicht mehr an der seitherigen Stelle im amtlichen Teile am Kopfe des Blattes, sondern in einem besonderen „Krcisblatt deS Kreises Gießen", welches dem Anzeiger angehcftet ist, und viermal wöchentlich gedruckt ivird, erscheinen. Nur ausnahmsweise werden dringliche Publikationen wie seither erfolgen. Wir machen die Behörden und die Bevölkerung hierauf besonders aufmerksam. Gießen, den 27. September 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Gießen, den 20. September 1901. Der Direktor des landtv. Bezirksvereins an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Der landwittschaftliche Bezirksverein wird demnächst wieder mit Abhaltung von Votträgen au§ allen Gebieten der Landwirtschaft und Viehzucht beginnen. Ich lade daher diejenigen von ihnen, welche die Abhaltung eines Vorttags in ihrer Gemeinde wünschen, ein, Anträge bei mir zu stellen und zugleich anzugeben, in welcher Jahreszeit, zu welcher Tagesstunde, sowie ob an Sonn- oder Werktagen und in welchem Lokal die Votträge erbeten werden. v. B echtold. ZSR5F ö Q Annahme von Anzeige» Stefjciwrlbijcigcr w General-Anzeiger v SSFäS Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen zustellen. Wie groß der Einfluß Auers auf den Parteitag sei, beweise die Thatsache, daß eine Anzahl Delegierter schon während der Rede des Genossen Auer ihre Unterschrift unter dem Antrag Legien zurückzog. Diese Genossen — es befinden sich auch einige Nürnberger unter ihnen — hätten sich des alten Spruches erinnern sollen: Eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede, man muß sie hören alle beede. (Lärm.) Ten Genossen seien schon in der Debatte mehrfache Unrichtigkeiten nachgewiesen worden. Durch den Schiedsspruch hat man die Forderung der Abschaffung der Akkordarbeit aus dem Gewerkschaftsprogramm gestrichen. Wie kommt man zu dieser Korrektur? Unsere Forderung bestimmen wir selbst. Vor meinem Referat kam Auer zu mir und sagte: Nicht wahr, Genosse Bömelburg, wir machen es nicht so, wie tue anderen vorhin! Ich erklärte: Gewiß! und hielt es auch Hinterher kam aber Auer (als Korreferent) und machte es doch so wie die anderen. (Hört, hört!) Mir ist nicht bekannt, daß in der Gewerkschaftsbewegung Bestrebungen vorhanden sind, welche ein Zusammenarbeiten derselben mit der Partei unmöglich machen wollen. Mir ist auch nicht bekannt, daß in der Gewerkschaftsbewegung Bestrebungen, wie sie leider der bekannte Rexhäuser (Buchdruckerverband) verfolgt, geteilt wurden. Tie Neutralität der Gewerkschaften haben auch Bebel und Molkenbuhr vertreten. Ich glaube, daß diejenigen, welche so stark für die Neutralität geschwärmt haben, vei der gegenwärtigen Krise in einigen Jahren eines anderen belehrt sein werden. Beide Bewegungen müssen einander ergänzen. Tie Verständigung wird aber durch solche persönliMn Angriffe unmöglich gemacht. Abg. Auer (als Korreferent zum Schlußwort): Ten guten Rat des Genossen Bömelburg, attes Persönliche fern zu lassen, werde ich befolgen. Es war ohnehin meine Absicht. Was ich gesagt habe, war einmal zu sagen nötig. Ich bin überzeugt, daß es in Zukunft seine gute Wirkung haben wird. Diese Debatten haben auf mich einen deprimierenden Eindruck gemacht, weil sich wieder einmal zeigt, wie schwer es ist, bei vorgefaßter Meinung selbst in den klarliegcndsten Fällen sich zu dnigen. Meinungsverschiedenheiten über die Auffassung der Organisation, der Disziplin, des Streikbruchs und auch der Akkordarbeit bestehen in unseren Reihen nirgends., Aber ein Ausgleich erscheint unmögliche wenn es sich um die Beurteilung des gegebenen Falles handelt. Wir sind der Ueberzeugung, daß ein Streikbruch nicht vorliegt. Ich begreife den Standpunkt der Maurer, v. Elm hat mir kurzer Hand das Klassenbewußtsein abgesprvchen. Giebt es einen schwereren Vorwurf für einen Mann, der seit 1874 durch das Vertrauen der Partei der Parteileitung angehört? Wenn ich wirttich der schlimme Auer wäre, so hätte ich mir gesagt: was gehen uns die paar hundert Akkordmaurer an? Tu hälft Dich bei dem viele Tausende umfassenden Maurerverband. Aber wir haben den Mut der Ueberzeugung, dem Recht zur Seite zu stehen, auch gegenüber dem großen Maurerverband. Zum Bnrenkrieg. Aus Prätoria, 25. August, schreibt die „Welt-Korrespondenz" u. a.: Vor Kurzem bot sich den Einwohnern Prätonas das seltsame Schauspiel, daß ein ganzer Trupp Leute in englischer Uniform unter starker Bedeckung als Kriegsgefangene durch die Stadt transportiert wurde. Es waren hat. Dieses Dorf hatte eine Garnison von 150 Mann. Das Lager lag auf einem Abhang südlich vom Dorf. Auf dem Gipfel des „Kopje" waren Schanzen gegraben. Die Buren kamen, 40 Mann stark, gegen 5 Uhr morgens ins Dorf; sie überrumpelten die Wache, ohne einen Schuß abzugeben und nahmen auch den Magistrat gefangen. Als noch mehr ihrer Leute eingettoffen waren, krochen sie still gegen die Schanzen vor; sie wurden jedoch mit Sonnenaufgang entdeckt und es kam zu einem heißen Treffen. Die Laufgräben der Engländer waren nicht tief genug, weshalb mehrere durch Kopf und Schulter geschossen wurden. Ein Sergeant bekam eine Kugel längs des Scheitels, welche eine förmliche Rinne pflügte. Scherzend sagte später ein Bur zu ihm: „Nou kerel, jij hoef nooit meer een padje te kam." (Du brauchst Dir kein Pfädchen (Schettel) mehr zu kämmen.) Rach einer halben Stunde ergaben sich die Engländer. Maritz besuchte das Dorfgefängnis und setzte verschiedene Leute in Freiheit. In der letzten Zelle saß ein Soldat. Man sagte Maritz, daß dieser seinen Sergeanten erschossen habe und auf der Flucht zu den Buren eingeholt worden sei. „Er bleibt sitzen," sagte Maritz. Des- Halb haben ihm die Engländer den Titel ,a perfect gentle- HMto“ beigelegt. Politische Tagesschau. Ein Schienenweg in Kamerun. Man schreibt uns aus Kolonialkreisen: Es kann nicht behauptet werden, daß bisher deutsches Privatkapital in größerem Umfange in Deutschlands Kolonien hineingesteckt worden ist. Gerade weil er sich ;Sie Gelegenheit, das Kapital zur Arbeit in den Kolonien hexgnzpziehen, nicht entgehen lassen wollte, schloß ja der frühere Leiter des Kolonialamts, Herr v. Buchka, die bekannten,. zuerst viel angefeindeten Konzessionsverträge mit der Süd- und der Nordwest-Kamerun-Gesellschaft seinerzett ab. Zu Klagen haben diese Verträge bisher nicht Veranlassung gegeben. Jetzt berichtet die „Dtsch. Kolo- nial'ztg." von einem Konsortium, das sich den Bau der !Bahn von Viktoria nach Mundame zum Ziel gesetzt hat und mit den Vorarbeiten bereits in allernächster Zeit Mginnen wird. Dieser Schienensttang würde also von der 'Küste Kameruns in das Plantagengebiet hineinführen, und der Kolonie ohne Zweifel bedeutende wirtschaftliche Bortelle bringen. Es ist erfreulich, daß von privater Seite .wieder etwas für diese aussichtsreichste unserer Kolonien geschieht, und es wäre zu wünschen, daß die erwähnten beiden Kamerungesellschasten auch ihrerseits dem Bau von Schienenwegen Beachtung zuwendeten. Nur durch eine beschleunigte Erschließung der inneren Gebiete Kameruns kann der Nachteil ausgeglichen werden, der Deutschland in den Tschodsee- ländern infolge des Vordrängens Frankreichs und Englands erwachsen ist. Ein Protest gegen die China«„Kollekte". /• Der ungewöhnlich seltene Fall, daß man jemand Hindern will, seine Schulden möglichst bald zu bezahlen, jist zum Ereignis geworden in China. Der nieberländische Minisierresident in Peking wünscht einen gemeinsamen Protest des diplomatischen Korps herbeizuführen gegen die originelle Absicht, durch chinesische Kommissionen von den im Auslande lebenden Zopfträgern Beiträge zur Kriegskostenentschädigung einzusammeln. Ob viel dabei heraus- käme, das mag ja dahingestellt sein. Aber man sieht doch !den guten Willen des Reichs der Mitte, seine neuen Gläubiger, und gerade die am meisten zu fürchtenden, noch vor der festgesetzten, bekanntlich bettächtlich langen Zeit zu befriedigen. Es ist so ziemlich das erste Mal, daß die chinesische Regierung überhaupt guten Willen zeigt. Und .gegen ein so löbliches Beginnen erheben die Niederlande Einspruch? Warum? Verstößt es gegen die Würde der Mächte, daß für die Entschädigung durch Anrufung der Opserwilligkeit kollekttert wird? Das wäre wohl allzu fein- ftihlig, daran Anstoß zu nehmen. Wie die Entschädigung aufgebracht wird, das sollte den Mächten weiter keine Skrupel machen. Wir meinen: je eher die auf Chinas „Bestrafung" verwendeten Millionen zurückfließen, desto besser! Alle Staaten ohne Ausnahme befinden sich gegenwärtig durchaus nicht in solchem Ueberfluß, daß sie den Mammon und Leben berührenden „Aphorismen" beginnt. „Wilhelm Raabe" begrüßt zur Jubelfeier sein Biograph Prof. Paul Gerber. Aktuelle Artikel zur Zeitgeschichte bringen weiterhin Polytropos: „Mna?" und Paul Dehn: „Kommende Handelspolitik". Mit Julius Harts „Neuem Gott" setzt sich Dr Mathieu Schwann einläßlich auseinander; von Darmstadt sprechen Dr. M. G. Conrab: „In Schönheit leben'" und Eberhard Buchner: „Die D. Spiele", und über „25 Jahre Bayreuth — 24 Stunden München" verbreitet sich der Herausgeber. Endlich, referieren: Lehrer Junge über „Schulrat Dr. Kerschensteiner und seinen Lehrplan für Münchens Volksschulen", sowie Helene Bonfort über „neuere Frauen-Litteratur". Daß außerdem noch „Kritische Ecke", „Besprechungen", „Büchertisch" rc. den Inhalt sehr reichhaltig machen, versteht sich bei einem Organ wie diesem am Rande. — Sechstes deutsches SängerbundeSfest. Vom 26. bis 30 Juli 1902 findet in Graz das Sechste deutsche Sängerbundesfest statt. 3u diesem Zwecke hat sich ein großer Festausschuß unter dem Ebrenvorsitze Seiner Excellenz des Landeshauptmannes Gra v Attems und unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Dr. Gra gebildet Die Sängerhalle wird auf dem Grundstücke der Grazer 'Rennbahn errichtet werden. Der Bau wird ganz m Holz her- aestellt. Mächtige Bohlenbogen von 50 Meter Spannweite und 23 Meter Höhe werden das Gerippe für die eine freie Grundfläche von 96 Meter Länge und 50 Meter Breite bedeckende Sangerhalle bilden. Das Sängcrpodium wird für 7000 Sanger und 170 Musiker bequem Platz bieten. Der Zuhörerraum gliedert sich m em Parterre mit 2400 Sitzplätzen und Stehplätzen für 3100 Personen und in eine Gallerte mit 700 Sitz- und 1700 Stehplätzen. Der Wirtschaftsanbau im Osten der Halle wird ein Buffet von 50 Meter Längenausdehnung enthalten. — InBreslau ist der Inhaber der Verlags- und Kunstanstalt von C. F. Wiskott, Kommerzienrat Theodor Wiskott, infolge einer aus einer kleinen Verletzung vor drei Tagen entstandenen Blutvergiftung gestorben. — In dem soeben erschienenen wissenschaftlichen Beihefte zur Zeitschrift des Allg. Deutschen Sprachvereins (Heft 20) befindet sich ein Aufsatz vom Geh. Hofrat Prof. Dr. Otto B e h a g h e l „Brauchen wir eine Akademie der deutschen Sprache?" — Ein Modell zu einem Denkmal für den Dichter des „Struwwelpeters", Dr. Heinrich Hoffmann, hat der Frankfurter Bildhauer Petri; dieser Tage vollendet. Der Entwur zeigt ans einem architektonisch gegliederten Postament die Büste Hosimavns. An der Vorderseite befindet sich eine Kindergruppe, die, ans den Stufen des Postaments sitzend, mit dem Struwwelpeter LefMtigt ist. nicht brauchen. Im Gegenteil, das Wünschenswerteste Ware gewesen, die Entschädigung an die Mächte wäre in der Weise beispielsweise der französischen Kriegsentschädigung, durch Appell an den Patriotismus unermeßlich reicher Staatsmänner wie Li-Hung-Tschang usw. aufgebracht worden. Unserem Reichsschatzsekretär Frhrn. v. Thielmann hätte darob das Herz im Leche gelacht. Tas Zahlungsversprechen Chinas ist die „Taube auf dem Dache". Die anderen Mitglieder des diplomatischen Korps bettachten den Protest- Vorschlag des holländischen Kollegen als überflüssig und nicht zeitgemäß, denn, so besagt die Depesche aus Peking, es ist „nicht wahrscheinlich, daß man zu einer gemeinsamen Aktion schreiten wird." Sehr richtig. Mögen Chinas Sendboten in Frieden ziehen, und Gold in Hülle und Fülle zurückbringen von ihren Landsleuten im Auslande! Ihre Majestät die Kaiserin von China wird es an kleinen Ermunterungen zur Beisteuer, durch Jnaussichtstellen von Gunstbeweisen, gewiß nicht fehlen lassen. Aus Stad! und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden augcuresseu honoriert. Gießen, 28. September 1901. •* Ernennung. Der Großherzog hat den Prosektor an der Tierärztlichen Hochschule zu Berlin Wilhelm Knell zum zweiten Veterinärarzt bei dem Kreisveterinäramt Mainz mit dem laufenden Rang eines KreisveterinärarzteS, mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an, ernannt. ** Der Gabelsberger Stenographen-Ver- ein feiert am 5. und 6. Oktober hier sein 40jährigeA Stiftungsfest. Für den 5. Oktober ist im großen Saale von Steins Garten abends ein Ball vorgesehen. Am 6. Oktober indet mittags halb 1 Uhr ebendaselbst eine akademische Zeier statt, in der Dr. Gttntter aus Frankfurt a. M. )ie Festrede hatten wird. Halb 2 Uhr folgt auf diese Feier ein gemeinschaftliches Festessen. Daran schließt sich nachi- mittags halb 4 Uhr ein Ausflug nach dem Philofophen- wald, wo man bei Tanz und sonstiger Unterhaltung noch einige Stunden vergnügt beisammen zu bleiben gedentt. ♦* Handfertigkeitsunterri cht. Unsere be- tehenden Schulen, Volksschulen sowohl als höheren Schulen, betonen in einseittger Weise die geistige Entwickelung und vernachlässigen die Ausbildung des ausführenden Organs, )er Hand, die doch das Werkzeug des Geistes, die Voll- treckerin des Willens ist. Tie heutige Schule gebraucht die Hand fast nur zur bildlichen Darstellung der Gedanken durch Feder und Zeichenstift. Die so nötige technische Ausbildung aber wird vergessen. Alle Erziehung muß in der Jugeno anfangen, also aiufy die Erziehung dieses edlen unersetzbaren menschlichen Organs; in oer Jugend sind die Glieder noch bildsam und die Nerven feinfühlig. Die vorhandenen Muskelansätze, die beim Nichtgebrauch verkümmern, können noch durch methodische Schulung zur Entwicklung gebracht werden. In einem späteren Alter ist das in dem Maße nicht mehr möglich; denn die Gelenke verlieren mit der Zeit ihre Geschmeidigkeit und können zu einer Ferttgkeit nicht mehr so gut erzogen werden. Eine gewisse Handferttg- keit ist heutzutage in vielen Berufen unerläßliche Bedingung. Nicht allein für Handwerker, Handarbeiter, Fabrikarbeiter und dergl. ist die Ausbildung der Hand von größter Wichtigkeit, auch gar mancher gelehrte Berus er» ordert eine gewisse „handliche Fertigkeit". Chemiker und Physiker können nur erfolgreich experimentieren, wenn ihre Hand den Befehlen des Geistes pünktlich und sicher Folge leistet; der Arzt wird nur ein guter Chirurge, wenn seine Hand gelenttg, feinfühlig und sicher ist. Auch der Naturwissenschaftler kann aus die Hanofertigkeit nicht Verzicht leisten. **DieSterbekafsebeutfcherLehrerin Berlin beabsichtigt, eine Militär-Darlehens-Kasse für deutsche Lehrer ins Leben zu rufen, die den Zweck haben soll, den militärpflichtigen Lehrern, die als Einjährig-Freiwillige in die Armee eintreten wollen, Gelegenheit zu geben, sich auf diesem Wege die fehlenden Geldmittel zu beschaffen. Tie Militär-Darlehenskasse soll eine Aktien - Gesellschaft werden. Das Grundkapital von vorläusig 500 000 Mark soll von der deutschen Lehrerschaft durch Entnahme von Aktien über je 200 Mark aufgebracht werden. *♦ Ergebnisse der Beitreibung der direkten Steuern im Großherzogtum Hessen. In der letzten Nummer der Mitteilungen der Zentralstelle für die Landesstatisttk sind auch die Ergebnisse der Beitreibung der direkten Steuern im Großherzogtum Hessen für das Jahr 1899/1900 veröffentlicht. Danach wurden im ganzen 328349 Mahnzettel ausgestellt über Geldbeträge von zusammen 1893 802 Mk. Davon wurden vor Ausstellung der Pfandbefehle bezahlt 133 224 Posten mit einem Gesamtbetrag von 921 780 Mk. Nach den Pfandbefehlen blieben rückständig 195125 Posten mit einer Gesamtsumme von 972 022 Mk. Zur Pfändung kam es in 138 381 Fällen, wirklich vorgenommen wurden aber 74 589 Posten im Gesamtbetrag von 446 719 Mk. Als uneinbringlich wurden festgestellt 25313 Posten mit einem Betrag von 76 002 Mk. Am größten war die Zahl der vorgenommenen Pfändungen im Bezirk der Obereinnehmerei Mainz, sie betrug 21308 Posten; am niedrigsten war die Zahl im Bezirk Alsfeld mit 817 Posten. Durch Verkauf der Pfänder wurden eingebracht 3318 Posten, wofür ein Geldbetrag von 12 247 Mk. erlöst wurde, wovon 1314 Mk. Versteigerungskosten in Abzug kommen. Definitiv uneinbringlich waren 121527 Posten für einen Geldbetrag von 673 717 Mk., wofür die Beitreibungskosten einschließlich Mahngebühren 63 540 Mk. betrugen. ** Tampfkess elexplosion en. Während d:s Jahres 1900 fanden im Deutschen Reiche 13 Dampfkessel- Explosionen statt. Die Zahl der dabei getöteten Personen betrug 6, schwer verletzt wurde eine Person, leicht verwundet 17 Personen. ** Zu dem folgenschweren Krawall in Bechtolsheim (Rheinhessen), über den wir berichteten, wird von anderer Seite geschrieben: Als der Sergeant des Regiments, das in Bechtolsheim im Quartier lag, am Sonntag abend gegen 10 Uhr sein Quartier aufluchte, wurde er an der Hausthüre von mehreren an der Ecke des Hauses stehenden Personen mit Steinen und Holzknüppeln geworfen. Da er die Thür verschlossen fand, eilte er um das Haus herum in den Hof, wo aber sofort vier Leute über ihn herfielen. Er erhielt einen Schlag über den Rücken, sodaß er zu Boden stürzte. Zunächst wehrte sich Krüger mit der Faust; als aber die Angreifer ihn am Arm verletzten und riefen: „Du Hund schindest keine Rekruten mehr, Du mußt heute sterben!" zog er, da er das Seitengewehr nicht bei sich hatte, sein Messer und stach damit um sich. Dabei traf er einen der Angreisen derartig, daß dieser eine schwere Verletzung am Unterleih erhielt und sofort zusammenbrach. In der dadurch entstandenen Verwirrung gelang es b'ettt Sergeanten, in das Hans zu fliehen. Bald aber hatte sich auf das Geschrei der anderen ein großer Menschenhaufe vor dem Hause angesammelt, der vom Quartierwirt unter Drohungen die Herausgabe Krügers forderte. Schließlich stürmten die Leute das Haus und entdeckten den Sergeanten auf dem Abort, wo er sich versteckt hatte; es gelang ihm aber, die Menge zu durchbrechen und auf das Dach des' Hauses zu flüchten, nachdem er mehrere Dachziegel von unten durchbrochen hatte. Als nun die aufs Aeußerste erregte Volksmenge Anstalten traf, ihn von dort mit einer Leiter herunterzuholen, entkam Krüger nochmals und flüchtete die Straße entlang dem Pfarrhause zu, wobei er aus einem Gewehr, das er unterdessen ergriffen hatte, zwei Schüsse mit Platzpatronen auf die anstürmende Menge abgab. Es gelang dem Sergeanten, sich in das Pfarrhaus zu lüchten; der Pfarrer trat vor die Thür und erklärte, daß er jedem Eindringenden gegenüber von seinem Hausrecht Gebrauch machen werde. Inzwischen waren auch Militärmannschaften alarmiert worden; diese vermochten mit aufgepflanztem Seitengewehr die Ansammlung mit vieler Mühe zu zerstreuen. Sergeant Krüger dient im 7. Jahre und ist bisher unbestraft. Ter Gestochene, der mittlerweile seiner schweren Verletzung erlegen fein soll, hat selbst zugegeben, den Sergeanten zuerst angegriffen zu haben. Es scheint somit bei dem beklagenswerten Ereignis unzweifelhaft Notwehr vorzuliegen; die sofort eingeleitete ftrenge Untersuchung wird darüber Wohl definitive Aufklärung geben. Krüger, der selbst nicht unerheblich verletzt ist, ist vorläusig in Hast genommen worden. -l- Heuchelheim, 27. Sept. Seit langen Jahren hat es in unserer Gegend nicht so viel Raupen gegeben wie heuer. Sollte nicht alles zu Grunde gehen, so mußte man sie nach Möglichkeit verttlgen. Man sah denn auch überall Erwachsene und Kinder mit dem Ablesen und Töten der gefräßigen Tiere beschäfttgt. In dem benachbarten Atzbach suchte man sich durch Bestteuen des Krautes mit Viehsalz zu helfen. Tas billigste, einfachste und beste Mittel jedoch um der Plage mit Erfolg zu begegnen, ist ein energisch durchgeführter Vogelschutz, besonders auch in der jetzt nicht mehr fernen kalten Jahreszeit, und man sollte überall dem Beispiele der Weinbergsbesitzer an der Mosel fleißig nachkommen und Nistkästen für die Vögel anbringen. mn. Friedberg, 2b. Sept. In dem Erker der Buchhandlung von Carl Bindernagel ist das Ehrenbürger-, Tiplom für Bürgermeister Steinhäußer ausgestellt Wir empfehlen das durch Federzeichnung hergestellte Kunstwerk, über das wir eingehend berichtet haben, der eingehenden Besichtigung. m Lauterbach, 27. Sept. Der Stellvettreter eines Eisen- bahnbau-Unternehmers auf der Sttecke Lauterbach—Grebenhain, der in der Sttaflache gegen einen italienischen Arbeiter, der zum Nachteile seines Dienstherrn Dynamitpatronen sich rechtswidrig angeeignet hatte, vor der dortigen Straflammec heute als Zeuge oemommen wurde, hatte als Zeugengebühr rc. die Summe von 61 Mk. liquidiert, indem ec beispielsweise für einen Wagen von Ilbeshausen nach Lauterbach und zurück je 12 Mk. — für diesen Betrag kann man hier, beiläufig bemerkt, einen Wagen für die ganze Tagestour bekommen — in Anrechnung gebracht. Wie vorauszusehen war, wurde diese übermäßige Forderung von gerichtlicher Seite nicht anerkannt, vielmehr dem Zeugen die schriftliche Liquidation derselben anheimgegeben. f . Worms, 27. Sept. Tas Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk ist unter eine gemeinschaftliche Leitung gebracht worden. Zum Direktor wurde Sperr Lem- pelius bestimmt. Ingenieur und Vertreter des Direktors wurde der seitherige Jnstallationsingenieur Es per, und die Rechnerstelle ist Herrn L e h a übertragen worden. Worms, 27. Sept. Tie Stadtverordneten-Versamm- lung hat die Regulierung bezw. zeitgemäße Erhöhung der städtischen Beamtengehälter um etwa 10 Prozent gleich etwa 20000 Mark pro Jahr in ihrer letzten Sitzung beschlossen. Anlaß zu dieser Aufbesserung gab die früher schon erfolgte Regulierung der Lehrer- und staatlichen Gehalte, so daß ein Ausgleich gefunden werden mußte, um die städtischen Beamten mindestens ebenso gut zu stellen, wie diejenigen des Staates. Durch diese Regulierung ist eine ganz feste Norm im Gehaltsverhältnis gebildet worden, so daß tüchttge Kräfte bleibend im Dienste der Stadt erhalten werden können. • §• Wetzlar, 26. Sept. Die Handelskammer hat gestern zum Zolltarifentwurf einstimmig einen Beschluß gefaßt, demzufolge sie sich mit der allgemeinen Tendenz des Entwurfes einverstanden erklätt, sich aber gegen eine gesetzliche Festlegung von Mindestzöllen für Getreide und für Beibehaltung der gemischten Transitläger für Getreide sowie für die Gewährung von Zollstundungen für Getreide rc. ausspricht. Frankfurt a. M., 26. Sept. Die Mehrzahl der hiesigen Hoteliers und Gastwirte, darunter die ersten Firmen, zeigten im Einverständnis mit dem Gastwirteverein der Oberpostdirektion an, daß sie vom 1. November ab keine Postzustellungen mehr für die bei ihnen eingekehrten Frem- den übernehmen. Vermischtes. • Dresd en, 25. Sept. Der Po std irektor Böttcher hat hier den Tod in der Elbe gesucht und gefimden. Der Beamte war feit kurzer Zeit schwer nervenleidend und daher dienstlich nicht mehr thätig. * Gelsenkirchen, 27. September. Hier wurden weitere 30 Typhus-Erkrankungen konstatiert. ES wurde festgestellt, daß die Wasserleitung verseucht ist. Die Epidemie nimmt eine immer größere Ausdehnung an und hat auch Alten-Esien ergriffen. Alle Lustbarkeiten und Versammlungen wurden verboten. In den industriellen Werken wird den Arbeitern Kaffee verabfolgt. Gestern wurde in mehrfachen Konferenzen der Behörden mit den Vertretern der Industrie die Frage einer zeitweiligen Absperrung des LeitungSwasscrL erwogen. Diesem Vorschläge wurde jedoch seitens des Ver- treterS der Eisenbahn widersprochen. Nunmehr soll die Wasserleitung mit Schwefelsäure desinfiziert werden. Bergrat Müller wies hierbei auf die ungünstige Einwirkung der Schwefelsäure auf die Dampfkessel hin, da hierdurch Explosionen zu befürchten seien. r • Kiel, 27. Sept. Die Hebung des auf 45 Meter Tiefe liegenden Wrack des bei Arkona gesunkenen deutschen Kreuzers „Wacht" ist desinittv aufgegeben. Ein Dampfer der hiesigen Kieler Werst mit Sprengmatenal und Personal der ersten Torpedo-Abtheilung geht nach der Unfallstelle, u..i diejenigen Wrackteile zu beseitigen, welche den SchiMZcttM, Die heutige Wummer umfaßt 16 Seiten. 6475 Haushaltungsmaschinen dEh emaillierte Geschirre ■■W3Ä Seltersweg 12 Telefon 284. 6450 3394 von zu jeder Tageszeit. 64& Ergebenst Karl Diem Goldene Medaille Paris 1900. prima Traubenmost Metzgers Weinstube Metzgermeister dahier, mit VuUlJCIIIUIlC awusmwi»» ••• a. Main. 25. August Ludwig Karl Waag, Kaufmann dahier, mit Anna Mathilde Vöhl in Frankenberg. 27. Ernst Wilhelm Miller, Locomotioheizer in Bonn, mit Margarethe Henriette Kimmel dahier. Ortsgewerbevereins Gießen: Otto Bergen. Adele Kreutz in Bellersheim, dahier, mit Magdalene Ludwig in BefichtiDU der tailifatteiiiilage in Marburg. Zufolge freundlicher Einladung verehr!. Magistrats Marburgs werden die Mitglieder unseres Ortsgewerbevereins nächsten Montag den 30. September unter kundiger Führung eine Besichtigung der interessanten Äanalisations- anlage in Marburg vornehmen. Die Abfahrt dorthin erfolgt um 1" Uhr nachmittags (Schnellzug 3. Klasse). Auch Nichtmitglieder, welche sich für die Anlage interessieren, sind zur Teilnahme freundlichst eingeladen. Namens der Exkursionskommission des hindern können. Die an der Unfallstelle auSgelegien Wrack- Leuchtbojen werden ausgenommen und nach Kiel gebracht. * Kopenhagen, 27. Sept. Der dänische Dampfer .Beira" meldet, er habe am 22. ds., 4 Uhr nachts, in der Nordsee 25 englische Mellen nordöstlich von East Goodwin einen sehr großen Ballon mit dem Namen „La Patrie" etwa 300 Ellen über der Wasserfläche mit 6 Meilen Fahrgeschwindigkeit der englischen Küste zutreiben sehen. In der Gondel saß ein französischer Offizier, der alles wohl meldete. 'London, 27. Sept. Der deutsche Dampfer „Mathilde", von Archangel nach Dublin beftimmt, geriet bei Tranbe (Norwegen) auf Grund, kam aber ohne Hilfe loS, nachdem ein Teil der Deckladung über Bord geworfen war. Der Dampfer traf in Lödingen ein. Petroleumhelzöfen bewährter Konstruktion Ofenschirme und -Vorsetzer. Wie ein Seifentopt riecht mancher Leloenschrank, well die Wäsche nicht mit Dr. Thompson’s Seifenpnlver mit dem SCHWAN gewaschen ist. Damit wäre die Wäsche blendend weiss und hätte einen frischen Geruch. Jüan verlange ee überall! Cafe-Restaurant Tivoli Ludwigstrasse 6. Ich empfehle neben dem als gut beköminlichen, vorzüglichen Stoff allgemein geschätzten Denningyoff-Mier — hell und> dunkel — ein hochfeines Münchener Spatenbräu, ebenso meine reingehaltenen Weine bester Crescenzen, ferner ein.e reichhaltige Speisekarte, guten bill. Mittagstisch u. Kaffe« empfehlen A. Kröll Söhne Fritz Schulz jun., Aktiengesellschaft Leipzig, leicht und sicher mit jedem Plätteisen. 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Wilhelm Thiel, Schmied dahier, mit Gertrud Elisabeth Gerhards Hierselbst. Heinrich Schraner, Schlosser dahier, mit Pauline Zink Hierselbst. Johann Georg Scholl, Metzger- meisler in Offenbach a. M., mit Emilie Noll dahier. 26. Wilhelm Schutt, Bäcker in Dorheim, mit Margarethe Earl dahier. Philipp Otto Lenz, Psarrassistent in Wackernheim, mit Anna Marie v. Düring dahier. Dr. Karl Christian Kratz, Chemiker in Fechenheim auf der Mainkur, mit Emma Johanna Stade dahier. Geborene. Gerichlssaal. D. Gießen- 27. Sept. (Strafkammer.) Hinter verschlossenen Thüren wird gegen den Johann Heinrich Duchardt, Tagelöhner in Alsfeld, wegen Versuchs des Verbrechens des § 176 3 und Beleidigung verhandelt. Das Urteil lautet gegen den vielfach vorbestraften Angeklagten unter Einbeziehung einer durch das Schöffengericht Alsfeld erkannten Gefängnisstrafe auf eine solche von insgesamt 4 Monaten 14 Tagen. Ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft wird dem Angeklagten aufgerechnet. — Ter Johannes Hämmel III. von Vadenrod war durch Urteil des Schöffengerichts Alsfeld vom 29. Juli 1901 wegen qualifizierter Körperverletzung, begangen gegen seinen Schwiegervater, in eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen verurteilt worden. Gegen diese Entscheidung verfolgt der Angeklagte Beruftmg. Die Staatsanwaltschaft beantragt heute selbst gegen den Angeklagten nur auf eine Geldstrafe zu erkennen, und zwar wegen einfacher Körperverletzung, da daS qualifizierende Moment der schweren Körperverletzung nicht als gegeben angesehen werden könne. T-ie Strafkammer erkennt demgemäß gegen den Angeklagten auf eine solche in Höhe von 50 Mk. Die Kosten der zweiten Instanz werden der Staatskasse zur Last gelegt. — Ter Landwirt Johannes Krug von Udenhausen war wegen Beleidigung des dortigen Försters Schmidt genta)} §§ 185, 196 St G. Bs. in eine Gefängnissttafe von 3 Wochen durch Entscheidung des Schöffengerichts Lauterbach, vom 19. 2lug. 1901, verurteilt worden. Gegen das verurteilende ErkNint- jtißi hat der Angeklagte Berufung eingelegt, um feine Frei- Gestorbene. Am 22. September. Johanna Kann, geb. Lion, 79 Jahre alt, Witwe dahier. 23. Katharina Leichtweis, 30 Jahre alt, Kleidermacherin dahier. 27. Jacob Michel Schneider, 67 Jahre alt; Privatmann dahier. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berlin, 27. Sept. Der in der heutigen Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank vorgelegte Rechnungsabschluß für bas erste Halbjahr 1901 weist eine Zunahme der Umsätze von Alk. 62 Mill, aus (Mk. 25,614 Mill, gegen 25,552 Mill, im ersten Semester des Vorjahres). Der Betrag der Debitoren, Vorschüsse auf SSaien- verfchiffungen, Accepten usw. weist nur geringe Veränderung gegen den Status vom 31. Dezember 1900 auf. Emer Vermehrung der Depositen und Kreditoren um rund 38,5 Mill, steht eine gleich große Zunahme der flüssigen Mittel (Wechsel, Bankguthaben, Reports und deutsche Staatspapiere) gegenüber. Die von öer Direktion gemachten Mitteilungen über das Gesamtresultat der Bank im ersten Semester sowie über den Geschäftsgang seitdem wurden mit grover Befriedigung ausgenommen. Der Äufstchtsrat wählte Herrn ^udwig Roland-Lücke, der im vorigen Jahre aus Gesundheitsrücksichten aus der Direktion ausgeschieden war, neuerdings zum Mitgliede des Vorstandes. „ sprechung zu erzielen. Da die Beiladung tollerer Zeugen sich a ls notwendig erweist, wird die Verhandlung auf den 15. Oktober vertagt. — Der Erdarbeiter Paulo Fien o von Italien ist beschuldigt, am 29. Juni 1901 dem Bauunternehmer Ernst S o h r e in Grebenhain gehörige Explosivstoffe im Werte von 1 Mk. rechtswidrig sich angeeignet zu haben, am 30. Juni 1901 in der Gemarkung Herbstein im Besitz von Explosivstoffen, ohne eine polizeiliche Erlaubnis gehabt zu haben, betroffen worden zu sein, am selben Tage in der Gemarkung Herbstein unter Anwendung explodierender Stoffe unberechtigt gefischt oder gekrebst zu haben (Vergehen gegen § 246 St. G. Bs.; § 9 des Sprengstoffgesetzes vom 9. Juni 1884). Tie Vernehmung des Angeklagten erfolgt unter Zuziehung eines Dolmetschers, des Cand. med. M ü l l e r von Gießen. Der Angeklagte leugnet die ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen. Die Beweisaufnahme erbringt jedoch den Beweis seiner Schuld. Die Staatsanwaltschaft beantragt gegen den Angeklagten — indem sie jedoch anstatt des der Anklage zu Grunde liegenden Delikts der Unterschlagung, Diebstahl als vorliegend annimmt — auf eine Gesamtgesängnissttafe von 3' Monaten 8 Tagen zu erkennen, unter Aufrechnung von 2 Monaten 14 Tagen erlittener Untersuchungshaft. Das Urteil lautet auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 3 Monaten 5 Tagen. Die seit dem 1. Juli d. I. erlittene Untersuchungshaft wird dem Angeklagten ganz zur Anrechnung gebracht. — Ter Großh. Bürgermeister Johann Konrad Rosenbecker von Steinfurth ist angeklagt, sich gegen § 69 des Gesetzes über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung vom 6. Februar 1901 vergangen zu haben. Da es sich um einen außerordentlich milden Fall handelt, auch die in Betracht kommenden, zu beurteilenden Perhältnisse von ziemlich schwieriger Natur sind, so beantragt die Staatsanwaltschaft nur auf eine Geldstrafe in Höhe von 10 Mk. zu erkennen. Tie Kammer erkennt auf eine solche von 5 Mk. — Die von dem Konrad Karl Rack, Tagelöhner zu Friedberg gegen ein Urteil des dortigen Schöffengerichts vom 13. August d. I., das gegen ihn auf eine Haftstrafe von 3 Tagen wegen Uebertretung des § 360 pos. 11 erkannt hatte, eingelegte Berufung wird wegen Ausbleibens des Angeklagten kostenfällig verworfen. — Ein falsches! Einmarkstück wurde durch Urteil der Kammer eingezogen. — eine interessante Entscheidung fällte am 23. September das K r i e g s g e r i ch t der 10. Dwiswn in Posen. Reservisten, die zri einer Kontrolversammlung einberufen waren, gerieten nach derselben am gleichen Tage in einem Gastlokale in Streit mit einem Unteroffizier der Reserve, der gleichfalls an der Kontrolverfammlung teilgenommen hatte, und prügelten ihn. Alle Teile waren in Zivil. Die Reservisten wurden wegen thatlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten angeklagt, ein Delikt, welches das Militär-Strafgesetzbuch sehr streng bestraft. Das Reichsgericht hat in einem Falle, in welchem Reservisten nach der Kontrolversammlung den in Uniform befindlichen Bezirksoffizier beleidigt hatten, der an der Kontrolverfainmlung beteiligt gewesen war, dahm erkannt, daß die Reservisten während der ganzen Dauer des Aage§ im aktiven Dienst seien und deshalb den Militärgesetzen nnd auch der Militärgerichtsbarkeit unterliegen. Das Kriegsgericht der 10. Division hat jedoch für ben Fall, daß es sich um das Verhalwis von nicht uniformierten Reservisten handelt, die Anwendbarkeit der Militärqesehe abgelehnt und sich für unzuständig erklärt. Es wird nunmehr das Reichs-Militärgericht sich mit der Frage zu befaßen haben. , — Der „Prinz «Mntonio, Herzog von Siano" hatte sich wegen in Charlottenburg begangener Schwindeleien vor der ersten Straffammer am Landgericht II in Berlin zu verantworten. Der „Herzog" ist früher Fahrstuhlwärter gewesen und dann Bademeister geworden; fein richtiger Name ist Anton Pflüger. Er war des Am 16. September. Dem Taglöhner Philipp Balser ein Sohn, Heinrich. 18. Dem Kaufmann Ludwig Loth ein Sohn. Dem Kreis - skraßenwart Heinrich Hahn III. ein Sohn,' Heinrich Ludwig. Dem Kaufmann Friedrich Eccarius ein Sohn,^Ollo August Heinrich, ibn, Friedrich. Dem v ..... , , Victor Hugo. Dem Direktor an der höheren Mädchenschule Dr. Adolf Stoeriko ein Sohn. 21. Dem Zahnarzt Wilhelm Koch ein Sohn. Dem Buchbinder Wilhelm Keiner ein Sohn, Karl Ernst. 22. Dem SDlaürcr Konrad Spies eine Tochter. Dem Locomotioheizer Friedrich Peil ein Sohn. 24. Dem Weißbinder Adam Dsirr eine Tochter, Elise Auguste Luise. 26. Dem Pvlizeigehilfen Heinrich Weller eine Tochter. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartertttrake 2. , . » Angebot der Arbeitnehmer: 1 Schlaffer, 1 Lchremer, 2 Hausburschen, 1 Fuhrknechl, 1 Dienstmädchen, 1 Köchin zur Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Spengler. 1 Schlosser, 1 Glaser, 1 Schuhmacher, 3 Dienstmädchen, 1 Hausmädchen, 1 Köchin. Lehrlinge: 2 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Lithograph, 2 Schlosser, 2 Schneider, 2 Schreiner. vollendeten Betrüge? in zwei Fällen beschuldigt. Nach erfolgter Beweisaufnahme wurde der falsche Prinz und Herzog zu einem Jahr Gefängnis wegen der Betrugsfalle und außerdem wegen Spielend in einer auswärtigen Lotterie zu 15 Mark Geldstrafe verurteilr Mit Recht hob der Verteidiger zur Entschuldigung des Angeklagten hervor, daß dieser bei seinem gänzlichen Mangel an Schliff sind Bildung nicht seine Opfer hatte bethoren können, wenn es nicht immer noch Thoren und Thörmnen gebe, die vor einem klingenden Namen heillosen Respekt hätten. Posen, 26. Sept. Frau RosaLuxemburg ist angetlagt, wegen Beleidigung des - Kultusministers; der Staatsanwalt beantragte drei 'Monate Gefängnis, der Gerichtshof erkannte auf 100 Mk. Geldstrafe. Auszug eus den Atlm-esumtsregiftra der Studt Sießes. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Aeligionsgemein-e. Samstag den 28. und Sonntag den 29. September 1901 Laubhüttenfest. 1. Tag. Vorabend 6 Uhr, morgens 8’* Uhr, nachmittag? 4 Uhr. 2. Tag. Vorabend: 7 Uhr, morgens 8°° Uhr, nachmittags 4 Uhr, abends 7 Uhr. ' Gottesdienst -er israelitischen Keligionsgestllschast. Samstag ben 28. und Sonntag ben 29. September 1901. Laubhüttcnfest. 1. Tag. Vorabenb 5", morgens 800, nachmittags 4V. 2. Tag. Vorabenb 666, morgens 8°°, nachmittags 400, Festes- Oefen irischen und amerikanischen Systems in jeder Ausführung. 2 Nauheimer Salz sowie Wimpfener Lalinen-Fasi blendend weiß (Allemverkauf für Oberhessen) und feinstes englisches Salz ist stets zu haben bei 6458 Wallenfels & Sauer, Bleichstr.14 5C, Hmil Loh, Kirchmplatz 9, offeriert in nur prima JDttftlität Nußkohlen, melierte Kohlen, Unthraeitkohlen, Coks, Briketts, Braunkohlen, Holz sowie 6457 Anthracil - Eiform - Briketts vorzügliches Heizmaterial für Dauerbrenner, amerikanischen und irischen Systems. BesonUere Verteile Lieser Briketts: Keine SWen, äußerst geringe ROiliNg. Ganz-Hinterricht. Mein Tanz-Unterricht beginnt wieder Montag den 14. Oktober. Gefl. Anmeldungen erbitte ich vorher in meiner Wohnung: Wetdeugaffe 7. «005 Friedr. I8oese, Univ.-Tanz- und Fechtlehrer. GkschSsts-ElöBW. Meinen werten Gästen, Freunden und der vsrehrl. Nachbarschaft die ergebene Mittheilung, daß ich ab 1. Oktober neben meinem Wirtschaftsbetrieb ein Colonial waren ■ Geschäft 64781 betreiben werde. Verabreichung von nur prima Ware, sowie zuvorkommender Bedienung dürfen sich meine werten Abnehmer versichert halten. Johann Marker Göthestratze 54. 6E8R: 1846 in der neu renovierten 6447 Turnverein. Das laut Karie für Sonntag den ?9. September vorgesehene Abturnen auf Textors Terrasse muß, weil uns der große Saal daselbst nicht zur Verfügung gestellt werden kann, verlegt werden und finbel Sonntag den 6. Oktober urnhalle statt. Der Borstand. toeuer ZsMsMer. Dienstag den 1. Oktober 1901: Eröffnungs-Vorstellung! Cornelius Voss. Lustspiel in 4 Akten von F. von Schönthan. Mittwoch den 2. Oktober 1901: Minna von Barnhelm. Lustspiel in 5 Akten von G. E. Lessing.