, .s «uv uuuerr, Wung auf Ui,,, ,at.er- gesucht. e[öen einige Lehr ngenominen, 11 Kram», .Lobersiratze 11, »können Weitzzeug. nahen gründlich t eltersweg 12,1L bM, fleii Sienfli oaU r-b, Wieners nädchen per 1. Nori ' Zu melden 0$: ^marästraße 10,1 »che aus fofort eins- hl- Mädchen, et)ar digen dühruna ma urtschast. Gch.Mk- -, Angenehme Liü- ilienontoluß. Werf, Zürbach i??, 11. 91od. als Sfct em faäultin, td 'iiflelii unb flöte t Nähr n. »«%. ,1 \W ö K IM t)\t\ow t). Bi. .«tW H ^iuderaLdS,-, i eichenochnichll-LL' dm ddchftm Mch.TüubenMi! ööck, FmW in gesuch! i, Oktober wird nc: n in kleine, sm int erfahrene, folü licht Köchin gcsut ioHausarbeü.jtd« der Wäsche und dt> verlangt. AvfaG Nk. -er Monat, m tt guten Zeuguissr h melden unter »aaseustei» & Bos> iiesbadtn._____» DW ■Äo SS eiet, älterer -enr t «ffl’&c LÄW 91* idionöieie^/ sklSS iiU§5 oe na771 an o>»u- jnter03^_/ S?K »Ä*1Ä absolo-. W zmach gieOuna. wen NVWj' Nr. 289 Drittes Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag 29. September 1901 Erscheint täglich mu Ausnahme deL Diontags. Die «iehener Zamllien. »tatter werden demAn- -ciger im Wechet mit ,^>ess. Landwirt" nnd den .Blättern kür beiNsche Volkskunde" »ievma( wöchentlich bei* gelegt. Redaktion, Expeditton und Druckerei: Schul st ratze 7. tftbvelle für Depeschen; Unzetger Gtctzeu. FknisprrchanschlubNr.bl. GietzenerAnzeiaer General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeige» äu der für den folgenden xag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. ANe Anzeigen-Vermitt- lungSstellen des In* und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'fchen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witiko; für den Anzeigenteil: HanSBeck. Verband deutscher Pfarrervereine. Gema ß dem Beschlu ß der Abgeordneten-Versammlung vom 5. September d. I. hat der Vorstand jetzt nachfolgendes Schreiben an den Präsidenten Krüger gerichtet: Hochgestellter, ehrwürdiger Präsident? Die in Weimar am 5. September d. I- versammelten ^geordneten des Verbandes deutscher evangelischer Pfarrer- l»ereine, welche mehr als 5000 Geistliche vertreten, haben einmütig beschlossen, die in der Anlage beifolgende Erklärung öffentlich, abzugebcn. So haben wir die hohe Ehre und freuen uns dessen von Herzen, dem tapferen Manne und frommen Führer seines Volkes ein Wott evangelischer Tröstung und Stärkung sagen zu können. Tas persönliche Leid, welches den treuen Gatten, das vielgeliebte Familienoberhaupt und den Verehrtesten Vater seines Volkes getroffen hat, ist Christenkreuz unb wir wissen und danken Gott, dem Herrn dafür daß Sie es als Jünger 2 esu in Selbstverleugnung auf sich nehmen. Es wirb Ihnen vvn dem Gott der Geduld und des Trostes für Zeit und Ewigkeit gesegnet sein. Tes trösten wir uns und damit trösten wir Sie. Es wird gereichen zur Läuterung und Stärkung des Glaubens, von dem geschrieben steht: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wir hoffen zuversichtlich, daß, das Wort, welches Sie am n. Juli ds. Js. einer Abordnung aus Westfalen gesagt haben, sich bewahrheiten werde. Sie haben bezeugt und bekannt: „Ich für meine Person habe felsenfestes Vertrauen auf die Hilfe Gottes. Seiner Zeit wird er auftreten, um thun, was Recht ist, das steht bei mir fest." Sollte es Gott gefallen, daß, das brave Volk der Buren letzt unterliegen muß. — durch Unterliegen zum Siegen, das ist dem Christen im Hinblick auf unseren gekreuzigten unb auferstandenen Herrn und durch die Erfahrungen aller gläubigen unumstößliche Gewißheit. Darum dürfen wir bitten,daß Sie die Führer Ihrer Streitkräfte und die Männer Ihres Volkes ermahnen, auch ferner „den Krieg christlich zu führen", wie es einst unser fit öfter Kaiser Wilhelm angesichts schwerer Kriegsgefahr seine putschen von Gott erflehen ließu Damit wird auch der Versuchung, Böses, mit Bösem zu vergelten, wirksam begegnet werden. In Ehrfurcht unb als die, die mit Ihnen aus den Herrn harren. Der Vorstand des Verbandes deutscher evangelischer Pfarrervereine. Tas Schreiben an die englischen Geistlichen hat folgen- *imt Wortlaut: Teure Brüder in dem Heern? Mit großer Freude haben wir vernommen, daß Ihr )n.f Wiederherstellung des Friedens in Südafrika als Diener grifft hinwirkt unb Euer Volk ermahnt habt, den Buren sollche Friedensvorschläge zu machen, welche von ihnen angenommen werden können. Wir bitten herzlich: beharret darauf, und läßt Euch die Anfechtungen, die (Sudji befrieden sein werden, nicht irre noch! abwendig machen! Gott de^Z Friedens wird Euch beistehen und es Euch für Eure Hewson und Euer Amt Lohnen, daß Ihr dem gloria in ex- relsis Bahn macht für den Frieden auf Erden. Wir legen eine Erklärung bei, woraus Ihr ersehet, daß tvür im Namen der Abgeordneten des Verbandes deutscher evangelischer Pfarrervereine zu Euch reden, durch welche am 5. September ds. I. in Weimar mehr als 5000 Geistliche Deutschlands vertreten waren. Wir grüßen Euch mit dem apostolischen Gebetswunsche, daß, er, der Herr des Friedens, Euch Frieden gebe.allenthalben und auf allerlei Weise. Tie beigefügte Erklärung ist dieselbe wie die an den Präsidenten Krüger gesandte. Nkk Mert der (rbrneeri'piljtrmig für de« fnntunirt. Referat erstattet von Regierungs-Rat B. in der Generalversammlung des landwirtschaftl. Vereins in Lich. Wir stehen heute im Zeitalter der Versicherung. Wir wollen uns sicher stellen gegen einen uns möglicherweise treffenden großen Vermögensschaden, gegen Not durch Zahlung einer kleinen jährlichen Summe. Dies ist der Fall bei Feuer-, Hagel-, Vieh-, Unfall-, Krankheit- und Haftpflicht- u. a. Versicherungen, auch bei der Lebens-Versicherung. Tie Wichtigkeit einzelner Versicherungszweige erfordert sogar in zunehmendem Maße die Einführung staatlichen Versicherungszwanges. Durch die Versicherung seines Lebens bezweckt der Familienvater, seiner Familie, wenn ihr durch seinen Tod der Ernährer genommen wird, eine Kapitalzahlung zu verschaffen, oder zugleich bei Erreichung eines bestimmten Lebensalters sich selbst die Erlangung eines bestimmten Kcwitals zu sichern, um die in diesem Alter zu erwartenden höheren Ausgaben leichter decken zu können. Wir wollen nun zunächst erörtern, welche Beoeutung dies besonders für den Landwirt hat. Der landwirtschaftliche Besitz erfordert eine teilweise andere Behandlung beim Erbfall, als sonstiger Besitz. Früher galt der Grundsatz der ungeteilten Vererbung des Guts auf e i n e n Erben, der dann die Miterben in billiger Weise aozufinden hatte, weil man einer Zersplitterung des Landbesitzes vorbeugen wollte. Heutzutage gilt diese Regel gesetzlich nicht mehr, ausgenommen in einzelnen Gesetzen" der jüngsten Zeit in Preußen. Trotzdem besteht auch bei uns jetzt die Hebung, daß der alternde Landwirt einem Sohn das Gut über» giebt mit der Verpflichtung, die Geschwister auszuzahlen. Oft wird auch ohne Hebergabe zu Lebzeiten nach oem Dod des Besitzers diese Regelung freiwillig von den Erben getroffen. Wenn auch die Teilung der Grundstücke an sich möglich ist, und wenigstens in gewissem Umfang geschieht, so ist doch die Hofraite unteilbar. Ter Guts- übernehmer beginnt seinen Betrieb mit neuen Lasten und Schulden, denen meist noch alte Schulden des Vorgängers hinzukommen. Er wird bei der schwierigen Lage der Landwirtschaft oft nicht im stände sein, die Wirtschaft gedeihlich weiterzuführen, zumal wenn er auch noch Betriebskapitalien zu einer besseren und intensiveren Gestaltung des Betriebes nötig hat. Ist sonach sein Besitz bis an die Grenze bereits beliehen, und gelangt er nicht durch Heirat vielleicht zu barem Geld, so gerät er in Verlegenheit und Gefahr. Da ist es denn ein großer Segen, wenn ihm eine Lebensversicherungssumme zufällt, durch die bestehende Schulden beseitigt toerben oder Betriebskapitalien beschafft werden können. Wir haben dabei zwei Arten der Versicherung zu unterscheiden: die gewöhnliche Lebensversicherung und die sog. abgekürzte oder alternative Lebensversicherung. Bei jener ist die Versicherungssumme beim Tode des Versicherten oder Erreichung des 90. Lebensjahres fällig und es sind bis zu diesem Zeitpunkt jährliche Prämien zu entrichten, wobei allerdings noch vereinbart werden kann, daß von einem bestimmten Lebensalter ab die Zahlung der Prämie aufhört. Bei der alternativen Versicherung ist die Versicherungssumme fällig bei Erreichung eines im Vertrag bestimmten Lebensalters oder bei früherem Todesfall. Die letztere Art verdient entschieden den Vorzug. Ein großes Hindernis für das Gedeihen landwirtschaftlicher Betriebe liegt in der sog. Verschuldung derselben. Die Frage, wie dem abzuhelfen und eine zweckmäßige Kreditgewährung einzurichten sei, steht deshalb auf der Tagesordnung der praktischen Volkswirtschaft. Man hat darauf hingewiesen, daß eine regelmäßige und raschere Tilgung der Hypothekenschulden notwendig sei und zwar womöglich innerhalb der normalen Besitzzeit eines Landwirts von 25 bis 40 Jahren. Diese, einen unkündbaren Kredit verlangende Reform der Amortisationsdarlehen kann mit Hilfe von staatlichen Kreditkassen eingeführt werden. In ähnlicher Weise kann aber auch die erwähnte alternative Lebensversicherung wirken; indem der Grundbesitzer die bei Hebernahme eingegangenen Schuldverpflichtungen im 55., 60. oder 65. Lebensjahre durch die ihm zufallende Versicherungssumme ganz ober teilweise deckt. Er überläßt dann das Gut unter vorteilhafteren Umständen seinem Nachfolger. Diese Art der Versicherung ist zwar etwas teurer, indem eine Zusatzprämie erhoben wird, ist aber überall in den Vordergrund gekommen wegen der augenfälligen Vorteile. Wie angenehm ist ferner die Lage des Auszügers, der noch ein gewisses Kapital in Händen hat; er ist dann nicht, wie leider so mancher, feinem Besitznach^ folger zur Last. Was nun die Aufbringung der Jahresprämie betrifft, so ist sie dem größeren Landwirt, also abgesehen von den kleineren Betrieben, fast immer bei genügenden Gewissenhaftigkeit möglich Es ist ja richtig, baß ber land- wirtschaftliche Betrieb mit steigenden Lasten zu thun hat, bie besonbers bei ungünstigen Jahren schwer zu erschwingen sinb. Doch ist bie Lebensversicherung so wichtig unb vorteilhaft, daß sie ausgenommen werden muß. Der Bauer muß von vornherein mit dieser Ausgabe im Betrieb! rechnen; es wird ein wohlthätiger Sparzwang begründet. Dadurch unterscheidet die Versicherung sich wesentlich von dem gewöhnlichen Ansammeln eines Kapitals bei einer Sparkasse oder dergleichen, außerdem aber gewährt sie die Möglichkeit eines sehr bedeutenden Gewinns im Falle frühen Todes des Versicherten. Die Rentabilität ist im Falle des Erlebens des betreffenden Lebensalters (55.) meist bei den guten Versicherungsgesellschaften 3 Prozent. Nach Art. 19, 7 des Einkommensteuergesetzes sind überdies Versicherungsprämien bis zu 400 Mark jährlich steuerfrei; sie werden am Einkommen abgezogen; der Vermögenssteuer unterliegt der Anspruch aus Lebensversicherung mit dem Rückkaufswert, event. zwei Drittel der eingezahlten Prämiensumme, Die vorbesprochene Versicherung kann danach jedem Landwirt nur warm empfohlen werden. Ich komme zu der Frage, bei welcher Gesellschaft die Versicherung genommen werden soll. Es ist klar, daß man dabei diejenige wählen muß, die eine große Sicherheit unb Solidität bietet, vorteilhafte Leistungen und billige Prämien hat. Es giebt zweierlei Anstalten, solche auf Aktien und solche auf Gegenseitigkeit. Bei jenen kommt der Jahresgewinn lediglich den Aktionären zu gute; bei diesen dagegen allen Versicherten. Nun hat, ähnlich wie ber Generalver- banb länblicher Genossenschaften in Neuwieb (Raiffeisen), Feuilleton. (Nachdruck verboten.) Plaudereien aus der Kaiserstadt. Zum bevorstehenden Milchkriege. — Markthallennot. — Ein neuer Bilse. — Thealerschan. Es wird wirklich Ernst in Berlin. Das ganze Rindvieh, viele Meilen im Umlreife, ist mobil gemacht; bie neuen Blech- liBinen blitzen wie blanke Waffen und die Bäbies'gewöhnen sich an Hafermehl und andere schöne Surrogate. Ter Hausherr trinkt seinen Kaffee zur Probe einmal schwarz und die ssafetiers machen Heberschläge, um event. Preissteigerungen bei diesem Kampfe durchzusetzen. Vielleicht wird eine „verkehrte Berliner" auf eine Weile überhaupt gestrichen werden; denn woher nehmen und nicht stehlen? Die „verkehrte Berliner" ist nämlich eine Tasse Milch und ein Milcht- lösfchen voll Kaffee dazu. Ter schnell gebildete Milchring droht allen Ernstes, 300 eigene Verkaufsstellen zu errichten, wenn die Händler den geforderten Mehrpreis nicht be- roi lügen, und direkt an die Konsumenten zu verkaufen. -Tie Stimmung unserer Hausfrauen ist allerdings gegen Den Ring; aber wenn sie am Liter nachher 5 Pfennige sparen formen, lassen sie den alten Lieferanten vielleicht doch im Stich. Jedenfalls wird es nicht leicht sein, gegen die ststeingeführten, höchst bewährten großen Geschäfte, wie Üo-lle, „Schweizerhof" re., aufzukommen. Erhält man doch Dom letzterer Anstalt sein tägliches Quantum in Hellen, plom- biecten Glasflaschen in bie Küche geliefert. Eine Verwässer- un 3 durch den Boten, eine Verunreinigung durch Straßen- Itob re. ist also vollständig ausgeschlossen. Unb bei den Fo rtschritten der Konservierungskunst und den billigen Be- Merungssätzen wird man nach einer kleinen Kalamität Dom wenigen Tagen den gesperrten Bedarf aus ferneren te-iirfen mehr wie genügend decken können. Es ist also Möglich, baß die unternehmungslustigen Landwirte ganz gehörig zubuttern unb vielleicht sogar „in bie Käse ge- Een". Aber auch darauf sind sie eingerichtet, das täglich übmgbleibenbe Quantum soll in ber eigenen großen Molkerei Drcmpt v? " beitet werben. Glück zu.' Wenn die hier nicht Mde oi-.pii gesäten Panscher rind Planscher mit ihrer blauen Brühe etliche Liter weniger verkaufen, brauchen sie nicht mehr so arg zu verlängern. Unb das wäre doch schließlich auch ein Erfolg. Wie bie Milchhändler so sind auch die Markthallenverkäufer in Bedrängnis. Ihre Konkurrenz ist der Straßenhandel, der sich dicht vor den Pforten der Hallen aufgethan hat unb merklich Machst. Dazu jammern sie über zu große Kälte in den Wintermonden, schlechte Ventilation im Sommer unb den mangelnden Komfort. Während man in hundert anderen Städten die Markthallen, wie sie Berlin hat, als ein Ziel, aufs innigste zu wünschen, betrachtet, gelten sie t?en Berliner Geschäftsleuten als veraltet und durchaus ungenügend in ihren Einrichtungen. „Den einen fin Uhl is den andern sin Nachtigall!" Aber das soll gelten: wer nicht einen gründlichen Stockschnupfen hat, thut wirklich besser, in den .Hundstagen seine Spaziergänge nicht just in den Markthallen zu absolvieren. Selb stin den Blumenständen wird einem des Lebens ungemischte Freude nicht zu teil. Ob sich der Magistrat dazu entschließt, den Petenten, die eine ganz erhebliche Platzmiete zahlen müssen, den Willen zu thun und umzubauen, bleibt abzuwarten. Jedenfalls ist der Leiter der städtischen Bauten, Ludwig Hoffmann, dessen Architektur-Ausstellung am Lehrter Bahnhof allgemein die höchste, wenn auch nicht die allerhöchste, Befriedigung erweckt hat, eine geeignete Kraft, diese Hallen gefälliger unb praktischer zu gestalten. Die versagte „große" goldene Medaille wird ihm freilich dafür auch nicht werden. Aber Schlüter hätte sie seinerzeit auch nicht bekommen! Für das weibliche Berlin, soweit es in den heiratsfähigen Semestern ist, aber noch gänzlich unverlobt und einspännig durch das irdische Jammerthal wandelt, hat sich In diesen Tagen ein neues Konzert-Hnternehmen aufgethan, das alle Aussichten hat, die lange herrenlos gewesene Erbschaft des alten Bilse anzutreten, an dessen Konzert- Abenden, zumal Donnerstags, bekanntlich unzählige Ehen gestiftet worden sind. Ein leerer Stuhl an dem Tisch, wo Vater, Mutter unb bie Töchterchen, die holden, sitzen, eine kühne Attacke, freundliches Gewähren, etliche originelle Wetterbetrachtungen und die Bekanntschaft ist gemacht! Freilich, nicht jeder der Jünglinge, die auf einen solchen §lnhl zusteuern, läßt sich in Hymens Fesseln schmieden. Es giebt in Berlin Junggesellen, die zäher sind als ein Kaut- schuck-Beefsteak und selbst bei einem Sonntags-Diner von sechs Gängen mit ätzendem Mosel und Freiburger Sekt nicht warm werden. Aber das sind doch Ausnahmen. Tie erwähnten Konzerte finden am Alexanderplatz im „Neuen Konzert Haus" statt, und der Name des Dirigenten bürgt dafür, daß man ganz zweifellos eine fesche Musik zu hören bekommen wird. Es ist Julius Einödshofer, den bekannte Wiener Komponist und Kapellmeister, dessen flotte Walzerweisen so oft durch die festlichen Räume des „Me- tropol-Theaters" geklungen sind und von dort aus ihren Weg durch die Welt gemacht haben. Der Fremde, der Berlin besucht und nicht mehr ins Theater kann oder mag, wirb in diesen im besten Sinne populären Konzerten eine angenehme Abwechselung begrüßen. In ben Theatern sind mittlerweile bie ersten Siege errungen. Max Halbes „HausRosen- Hagen" erfreut sich eines vollen Erfolges unter der Führung Neumann-Hofers im bewährten „Lessiugtheater", wenn auch die von ihm schon in ber „Jugenb" verwenbete Lösung burch einen ©dj-uft nur eine halbe Lösung ist. Aber diese Halbe-Lösung beeinträchtigt die intimen Stimmungsreize nicht, die des Dichters beste Seite auch) in diesem Drama sind. Im „Berliner Theater" brachte man „Die Goldgrube" ins Treffen. Es ist ein Schwank von dem inzwischen verstorbenen Kasseler Karl Laufs und feinem Kompagnon Jakobi. Die gute Laune des so früh dahin- geschiedenen Humoristen wirkt ansteckend im Hause. „Die Goldgrube" wird noch manchen Abend Heiterkeit erregen. Im „Residenz-Theater" endlich spielt der virtuose Richard Alexander in dem französischen „Doppelgänger", Herrn Anatole Barisart, der Erfinder der Barisart-Oefen, uns seinen Doppelgänger, den er Erfunden hat, um seine „Suiten" ber Gattin gegenüber zu Verbecken. Die blöbsinnig tollen Situationen, bie baburch entstehen, bis der unverschämteste aller Schwerenöter endlich entlarvt wird, sind nur durch die famose Verkörperung dieses auf derartige Rollen eingeschworenen Komikers verdaulich. Man könnte sich krank und wieder gesund lachen. Selbstverständlich wurde nachher weidlich geschimpft über den unglaublichen Blödsinn. Die tollnen Lacher werden immer die strengsten Richter. Das ist : cht anders in der Welt. A. R- der Landwirtschaftliche Provinzialverein Oberhessen mit einer solchen Gegenseitigkeitsgcsellschaft im Jahre 1890 einen Vertrag abgeschlossen, welcher den Mitgliedern dieses Vereins besondere Vorteile einräumt. Es ist die Lebensver- sicherungs- und Ersparnisbank in Stuttgart. Tiese Bank verpflichtet sich darin, den Vereinsmitgliedern bei einer Versicherungssumme von mindestens 3000 Mark keinerlei Kosten für Ausfertigung der Polizen zu berechnen außer Stempel, und ferner bei jedem Versicherungsabschluß 4 pro Mille Bonifikation zu geben. Tie Bank nimmt unter allen deutschen Gesellschaften eine hervorragende Stellung ein, sie ist gegründet 1854, hat einen Bestand an Versicherungssummen Ende 1900 gehabt von 601 903 399 Mark; die höchste Summe im ganzen Reich, allein an Neuaufnahmen in 1900: 40 845 400 Mk. Seit Bestehen hat sie 114 Mill. Mark ausgezahlt an Versicherungssummen, allein 1899: 9 Mill. Mk. Tas Bankvermögen beträgt 1900: 184 Mill. Mk., wovon die Extrareserven 32 Mill. Mark betragen. Tie Verwaltungskosten betragen bei ihr in 1899 nur 5,36 Prozent der Jahreseinnahme, während sie im Turchschnitt der deutschen Anstalten 9,95 Prozent betrugen. Ende 1899 waren 5898 Landwirte mit einem Versicherungskapital von 43 einhalb Mill. Mark bei der Bank versichert. Tas Wesentlichste aus den Einrichtungen und Bedingungen der Bank ist folgendes: Aufnahmefähig ist, wer zwischen 15 und 60 Jahren alt, gesund und unbescholten ist. Prämienzahlung erfolgt jährlich oder einhalbjährlich oder einvierteljährlich voraus: die 1. Prämie ist bei Änhändigung der Polize zu zahlen, wodurch die Versicherung in Kraft tritt, die folgenden Prämien sind dann in den folgenden Jahren mit 1 Monat Frist zahlbar. Ist am Ende dieser Frist Zahlung nicht erfolgt, dann tritt die Versicherung außer Kraft, wovon die Bank den Versicherten benachrichtigt. Zahlt dieser innerhalb weiterer 2 Monate die verfallene Prämie nebst 1 pro Mille der Versicherungssumme, so wird die Polize wieder in Kraft gesetzt. Wird die Prämie nicht nachgezahlt, so kann der Versicherte noch innerhalb eines weiteren Vierteljahres die Wiederinkraftsetzung beantragen, dann muß er aber auf seine Kosten ein neues ärztliches Zeugnis über seinen Gesundheitszustand beibringen, und Verzugszinsen zahlen. Stellt der Versicherte diesen Antrag nicht, so erfolgt nach 5 Monaten vom Verfalltag der Prämie die Abfertigung; d. h. er erhält je nach der Höhe des auf seine Versicherung angesammelten Deckungskapitals drei Viertel oder das Ganze desselben ausbezahlt. Dieses Teckungskapital, auch Prämienreserve genannt, ist ein nach versicherungstechnischen Grundsätzen rechnungsmäßig bestimmter Teil jeder eingezahlten Prämie, welcher nebst Zinsen die Versicherungssumme decken soll, es ist etwas geringer als die Summe der eingezahlten Prämien. Es wird nach der Sterblich- keitsstatistik der Bank berechnet, welcher Teil jeder Prämie an die vorzeitig anfallenden Versicherungssummen abzugeben, und welcher Teil für den Versicherten selbst aufzu- bewahrsn ist; jenen Teil bekommt der Versicherte nie zurück. Letzteres ist das Teckungskapital. Will der Versicherte von der Versicherung zurücktreten, vielleicht, weil ihm unter besonderen Verhältnissen die Aufbringung der Prämie schwer fällt, so kann er die Versicherung kündigen, alsdann erhält er das Gleiche wie oben, vom Deckungskapital; er kann aber auch, statt der Kündigung, den Antrag auf Umwandlung in'eine prämiensreie Versicherung stellen, bei welcher nach Maßgabe des angesammelten Teckungs- kapitals eine Polize auf eine geringere Versicherungssumme ausgestellt wird; dabei bleibt auch das Recht auf Dividende bestehen. In Höhe dieses Kündigungswertes wird von der Gesellschaft die Polize auch beliehen. Tie Bestimmungen über die Prämienzahlungen sind augenscheinlich von ganz besonderer Milde und Rücksichtnahme. Ein voller Verlust der eingezahlten Prämien ist danach gar nicht möglich. Das ist nicht bei allen Versicherungsanstalten so günstig. Die Höhe der Prämie hängt ab von dem Lebensalter, in dem man Versicherung nimmt, von demjenigen, in dem die Versicherungssumme fällig sein soll und von der Versicherungssumme selbst. Wer im Alter von 30 Jahren gewöhnliche Lebensversicherung nimmt, zahlt von je 1000 Mark: 24,60 Mk. Prämie; nimmt er aber alternative Versicherung auf das 60. Lebensjahr, so zahlt er noch eine Zusatzprämie von 8,60 Mark; zusammen also 33,20 Mark. Je jünger der Versicherungsnehmer ist, um so geringer ist die Prämie. Die obige Prämie ist nun aber blos in den ersten fünf Jahren zu leisten, vom sechsten Jahre ab wird die Tividende abgezogen, und zwar in voller Höhe von der Prämie und in halber von der Zusatzprämie. Tiese war im letzten Jahre 38 Prozent, sodaß also die Prämie sich von 33,20 Mk. pro 1000 Mk. auf 22,22 Mk. verringert. Bei Endigung der Versicherung werden die für die ersten fünf Jahre einbehaltenen Dividenden ausbezahlt. Es kann aber auch Versicherung mit st e i g e n - der Tividende genommen werden. Jetzt beträgt die Dividende dabei jährlich 2,6 Prozent der ganzen eingezahlten Prämien; nach 20 Jahren würde sie also 52 Prozent betragen. Im übrigen geben die Prämientafeln der Gesellschaft über die Höhe der Prämien in den mannigfaltigsten .Fällen Auskunft. Der Versicherungsvertrag erstreckt sich bei Wehrpflichtigen (Reservisten und Landwehrmänner) und für Berufssoldaten, insofern Nichtkombattanten, sind unentgeltlich auf die Kriegsgefahr bei europäischen Kriegen — ferner auf Reisen in Europa und einige andere Länder. Im Falle des Selbstmords wird die Versicherungssumme ausbezahlt, wenn die Versicherung schon drei Jahre währte oder Geistes- oder schwere körperliche Krankheit vorlag. In allen anderen Fällen wird das Teckungskapital vergütet. Wenn sich, ergiebt, daß Anaaben in der Te- klaration zum Versicherungsantrag absichtlich unwahr sind, so findet Abfertigung der Polize wie bei der Kündigung statt Beim Todesfall ist beschleunigte Nachricht an die Organe der Bank nötig; binnen zwei Jahren verjährt der Anspruch. Ich schließe mit der Hoffnung, daß mancher von Ihnen oder Ihren Berufsgenossen sich zur Versicherung bei der Stuttgarter Gesellschaft entschließt, und die Wohlthat ,tn immer weitere Kreise dringt. Vermischtes. * Der schwere Unglücksfall des deutschen Abgesandten Oberstleutnant v. Ziegler bei den holländischen Manövern gelegentlich einer Automobilfahrt erregt natürlich das allerlebhasteste Bedauern. Ter Kommandeur der Potsdamer Kriegsschule stand a la suite des Infanterie-Regiments Nr. 15 in Minden, dessen Chef die Königin-Mutter der Niederlande ist. Im Feldzug 1870/71 ist v. Ziegler Offizier geworden, auch das Eiserne Kreuz hat fr sich in demselben erworben. 1879 avancierte er zum Nöerleufngnt Md zum Hauptmann. Das Majorspatent datiert von 1893, Oberstleutnant ist e r seit 1900. Bei den ihm unterstellten Offizieren der Kriegsschule hatte sich v. Ziegler der unbegrenzten Verehrung zu erfreuen; er war für die schwierigen Posten eines Kommandeurs der Kriegsschule nach allen Richtungen hin der geeignetste Mann. Aus Maastricht kommt heute die erfreuliche Nachricht, daß das Befinden des Herrn v. Ziegler den Umständen nach recht gut ist. * Ein neuer Mord in der Nähe von Berlin. Wie ans Kalkberge Rüdersdorf gemeldet wird, hat sich dort am Tonnerstag ein schweres Verbrechen ereignet. Die etwa 40 Jahre alte Arbeiterfrau Randrys hat den 71jährigen Rentenempfänger Rockfieß erstochen. Wie es heißt, soll die Frau die That in einem Anfall von .Geistesgestörtheit begangen haben. * Paris, 26. Sept. Aus Chicago wird gemeldet: Der Luftschiffer Isaak Smith ist zurzeit damit beschäftigt, einen lenkbaren Luftballon zu konstruieren, mit dem er eine Reise von Chicago nach Washington unternehmen will. Tas Luftschiff soll durch komprimierte Luft und Elektrizität getrieben werden. Es hat die Form eines Nachens und ist mit großen Flügeln versehen. * Wien, 26. Sept. Ter „Allg. Ztg." zufolge forderte Ritter v. Ofenheim den Bürgermeister Tr. Lueger wegen einer von dem Letzteren gegen Ofenheim gethanen Aeußevung zum Düell. Lueger habe die Annahme des Tuells aus religiösen Gründen a b g e l e h n t. * Ter „weiße Hof" der Zarin. Aus Paris wird berichtet: Tie Vorliebe der Zarin für Kleider aus weißen Stoffen hat bewirkt, daß die Räume in Compiegne von schneeigen Kostümen leuchteten. Jede französische Dame, die Zutritt zu den Staatsgemächern erhielt, hatte sich mit weihen Kleidern versehen. Madame Loubet hatte drei — eins von weißem Brokat, ein zweites aus weißem Atlas und ein drittes aus weißgrundiger Pompadourseide. Ter Ausputz war von Aleneon-Spitze, Seidenmusselin und Chenille und Blumen — die eine Taille war mit einem Hortensiengewinde geschmückt. Tie Frauen der Minister und Tiplomaten kleideten sich ebenfalls in diese Farbe. Madame Paul Teschanel trug zum Hauptempfange ein Kleid von weißer irischer Guipure mit Lyoner Spitze und Musselin- rosen. Alle Kleider waren im Stil Louis Quinzc, Louisj Seize oder Empire gearbeitet. Unter den Hofschneidern erzählt man, daß die Zarin die Zeichnungen zu allen ihren Kleidern selbst entwirft, und daß sie „zu Hause" d. h. im Palaste angefertigt werden. *Ein neues Beispiel, wie man im „Lande der Freiheit" mit den Reisenden umspringt, bietet folgende Mitteilung aus Newyork: „Ein hoher amerikanischer Offizier, General Grant, äußerte vor einigen Wochen bei seiner Rückkehr nach Amerika: „Derartige Rohheiten würden sich russische Untertanen nicht gefallen lassen!" Dieser Tage haben sich nun an der Ost- und Westpforte Amerikas Vorgänge abgespielt, die den Fremden kaum vermuten lassen können, daß er ein gesittetes Land betritt. Herr S. Oskabe, ein Japaner, landete mit feiner Frau und mehreren anderen Damen in Honolulu auf der Durchreise nach den Staaten. 'Die D a m e n, wohlverstanden, gebildete Damen von Stand und Erziehung, wurden gezwungen, sich vor männlichen Zollbeamten zu ent kleiden (!), um durchsucht zu werden. In Newyork verteilten Zollbeamte das Gepäck einer allein reisenden heimkehrenden Amerikanerin bei der Durch?- suchung auf einen Raum von etwa 20 Geviertmetern. Gepäckträger waren nicht zur Stelle, und so bat die Dame mit Recht die Beamten, ihre Habe auch wieder zusammenzutragen. Zeugen bestätigen, daß der Zollinspektor antwortete: „Thun Sie es dich selbst, Sie sind ja groß und dick wie ein Tagelöhner." *UeberdieAuszeich nun g einesjungen Elsass ers gelegentlich der Danziger Kaiserzusam- m e n k u n f t wird aus Molsheim geschrieben: Ein Sohn des hiesigen Stationsassistenten Zink, der als Matrose auf dem Kaiserschiffe „Hohenzollem" dient, hat gelegentlich der Anwesenheit des russischen Kaisers in Danzig von diesem den Verdienstorden dritter Klasse am Bande des Stanislaus- ovdens erhalten. Der junge Zink, der zur persönlichen Dienstleistung beim Zaren auf dem Schiffe bei Tische befohlen war, durfte dem Zaren Zigarren reichen, wobei er von diesem gefragt wurde, woher er sei. Auf die Antwort: „Aus dem Elsaß", sagte der Kaiser: „Ta sind Sie wohl ein Franzose?" Schlagfertig erwiderte Zink: „Nein, Eure Majestät, ich: bin ein Deutscher!" „Nun, dann bleiben Sie als Elsässer auch immer ein guter Deutsche r", war ttbe.' Antwort des Zaren. Hierauf hatten die Matrosen Einzelwettrudern, wobei Zink den ersten Preis erhielt. Zink wurde nun wieder zum Kaiser Nikolaus befohlen, der ihm mit den Worten: „Das ist ja der gute Deutsche", den Orden persönlich übergab, mit der Ermahnung: „Tragen Sie ihn stets in Ehren!" Km-wirtschaft. Krankheit, die man als Stengelbrand der Kartoffel bezeichnet und auf einen anderen Bazillus zurückgeführt hat. Tie Bazillen der letzteren sind in der Kultur leicht durch eine eigentümlich metallgrüne Färbung zu erkennen. Tie jetzt erforschte Krankheit entwickelt sich langsamer und auch mit anderen Erscheinungen als jene. Wenn sie soweit vorgeschritten, daß der Stiel unten schon abgestorben ist, so finbet sich in der Hälfte der Fälle in ihm ein Pilzgewebe, das jedoch keinenfalls für die Entstehung der Krankheit verantwortlich zu machen ifc sondern nur für die endgiltige Zerstörung der Pflanzenteile. Um der gefährlichen Krankheit zu begegnen, kann bisher kein anderes Mittel empfohlen werden, als eine Wechselwirtschaft von mindestens dreijähriger Tauer im Anbau der Kartoffel, damit dem Ackerboden, der die Bakterien enthält, Zeit gelassen wird, sich von ihnen zu reinigen. Man wird auch darauf achten müssen, die Knollen kranker Kartoffeln nicht zu zerschneiden oder gar zur Aussaat zu benutzen. Die Ausfuhr von Saatkartoffeln aus den mit der Krankheit behafteten Gebieten wäre vielleicht am besten gänzlich zu verbieten, damit die Krankheit nicht weiter verbreitet wird. Sport. Hefter denAftschuß derHasen. Mitte September endigt in den meisten deutschen Staaten die Schonzeit der Hasen. Jeder Jäger muß sich dabei erstaunt fragen, warum die Gesetzgebung gerade den Hasen, das für den waid- gerechten Jäger dankbarste Wild, so wahrhaft stiefmütterlich behandelt. Unzählige Warnungen sind ergangen über das rukwaidmännische Hasenschießen im September. Die meisten aller Hasen, in dieser Zeit geschossen, rekrutieren sich aus dem weiblichen Geschlechte, sind entweder noch trächtig oder haben erst kurz vorher gesetzt. Wenn auf Revieren Hasen im September geschossen werden, so dürfen es nur einige Küchenhasen sein, und sie sind nur an frequentierten Grenzen abzuschießen. Ein systematischer Abschuß im September ruiniert die Jagd auf Jahre hinaus. Eine Niederjagd kann nur dann im guten Stande sein, wenn man das Wild bis zur Beendigung seiner Fortpflanzung in Ruhe läßt, bei Hasen mindestens bis 15. Oktober, noch besser bis November den Abschuß verschiebt. Tie Häsin setzt gewöhnlich im Monat September ihren letzten Satz, und jeder Jäger, welcher nur einigermaßen mit der Niederjagd vertraut ist, wird dies bestätigen. Daher werden durch das Schießen einer Häsin während des September die Junghasen in der Tracht getötet, oder kurz vorher gesetzte Häschen gehen ein, weil ihnen die ernährende Milch der Mutier fehlt. Jeder Jäger kann es aus seiner Erfahrung sicherlich bezeugen, daß gerade die im Herbst gesetzten Hasen besser durchkommen als die Junghasen des Frühjahrs, besonders der Monate Februar und März, wo sie in den kahlen Feldern der nötigen Deckung entbehren und starke Schneefälle und anhaltender Frost Den gesetzten Hasen verderblich werden. Geschützt vor Raubzeug, genährt mit Milch der Häsin, führen die Junghasen bei dem oft warmen Herbstwetter ein gesünderes Dasein als manchmal im Hochsommer, wo die Junghasen durch den um diese Jahreszeit sehr regen Geschlechtstrieb der Häsin vernachlässigt werden und infolgedessen eingehen. In Revieren, in welchen auf der Suche keine Hasen geschossen werden, kann man während der Treibjagd im Winter viele geringe §afen sehen, welche int September oder gar Oktober gesetzt worden sind. Es ist bekannt und steht fest, daß auf der Suchjagd die Häsinnen am schlechtesten wegkommen. Ich habe schon sehr viel «der die Unterschiede zwischen Häsin und Rammler gehört und gelesen, aber leider sind diese Merkmale zu unbedeutend und erfordern langjährige Hebung, scharfes Auge und große Ruhe. Am leichtesten kann man die Häsin vom Rammler auf dem Anstande unterscheiden. Tie Häsin ist viel phlegmatischer als der Rammler, sie kommt viel früher als dieser und sitzt oft minutenlang unbeweglich Ter Rammler kommt bedeutend später und passiert flüchtiger dem Felde zu. Auf der Suchjagd ist die Sache auch nicht so schwer. Tie Häsin'hält auf dem Sturzacker bedeutend besser als der Rammler, sie läßt sich sozusagen heraustreten. Der Ramm- ler fährt wie der Blitz auf 30 bis 40 Schritt heraus. Ich beteiligte mich an einer Suchjagd in der Provinz Posen, der Jagdpächter sagte: „Nicht weit schießen, die Hasen stehen ganz nahe bei Ihnen auf." Auf diese Weise werden die Setzhasen alle totgeschossen, und die doch schußmäßig aufstehenden Rammler kommen unbeschossen durch. Einen Sturzacker gehe man nicht der Länge nach durch, denn der Rammler, welcher gewöhnlich in den Furchen desselben sitzt, hält den Schützen nicht aus. fl f f Asphalt - Dachpappen, Asphalt-Isollr« tiautach. Platten» Patent-Falztafeln „KOSMOS“, Holzoement, Lacke, Carbollneum, Asphalt- material »Her Art, sowie fertige Asphaltlrungen preiswürdig bei A. W. Andernach in Beuel am Rhein. Muster, Prospede, Preise postfrei und umsonst! ® Zu haben in Gießen auf der Fabrik • Rirvertasö bei Herrn Wilh. Textor, Wallthorftraße 6. 889T Eine wichtige Hntersuchung über eine bis jetzt wenig b e ö ch t e t e Kartoffelkrankheit hat Tr. Telacroix der Pariser Akademie der Wissenschaften mitgeteilt. Seit mehr als einem Monat ist in Frankreich viel davon die Rede, daß in den westlichen und mittleren Landesteilen die Kartoffelernte durch eine Krankheit aufs ernstlichste bedroht sei. Trotzdem diese Krankheit schon feit einigen Jahren in Frankreich aufgetreten ist, und auch in Irland erheblichen Schaden angerichtet hat, war eine genauere Untersuchung bisher nicht erfolgt. Tie Krankheit äußert sich darin, daß zunächst die Blätter der Pflanze gelb werden und allmählich vertrocknen. Gleichzeitig werden die Stiele magerer und sterben, von unten anfangend, ab. Ueberhaupt schreitet die Krankheit in der Pflanze von unten nach oben hin fort, indem sie an dem unter der Erde liegenden Pflanzenteil beginnt. Tie unter den Boden reichenden Teile oer erkrankten Pflanzen zeigen regelmäßig vernarbte Wunden von Insektenstichen, die den eigentlichen Erregern der Krankheit den Zutritt zu der Pflanze zu eröffnen scheinen. Man erkennt sie als braungelbe Flecken von beträchtlicher Größe. Tie Untersuchung zeigte, daß sich an diesen Stellen eine gelbe Gummimasse gebildet hat, wie sie auch bei Verletzungen des Weinstocks zu beobachten ist, die unter dem Namen Gummöse bekannt ist. Die Träger der Krankheit sind Bakterien, die sich allmählich in Der Pflanze aufwärts arbeiten und gewöhnlich in den öfteren Teilen der Stiele zu finden sind. Besonders zahlreich füllen sie die Gefäße des Pflanzengewebes. Tr. Telacroix hält den Keim für den schon früher entdeckten Erwinschen Kartoffelbazillus. Auch in den Vereinigten Staaten scheint die Krankheit nicht zu fehlen, und zwar kommt sie dort nicht nur bei Kartoffeln, sondern auch bei Tomaten und Eierpflanzen vor. Sie ist auch, verschieden von einer anher.eu ..t'/in in ' 6 ärztlich empfohlen nem' 3ohre verbraucht un^öaläW^ eferanferi’Tjtel ausgezeichnet. < MvalmaM \jrn v/ Aechf nur in versiegelten gy ^/grünen Packehen ä 30u.50PfgX^/ Tötet sicher alle Jnsecten sammt Brut. r1 AMAM T’Kaa.am (besonders auch iu SU11- «"OgGH X llCgCIl, ungen), Flöhe, Schnacken, Russen u. s. w. ist die "Wirkang des Raima geradezu übcrrnschc’.d und wird von keinem anderen Mittel erreicht. In 10 Minntsn rbt kein Stück mehr. Garantiert giftfrei. 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Zur Beteiligung an dem Unterricht können ältere Schüler der Volksschule sowohl als auch Schüler der höheren Lehranstalten (letztere vom 11. Jahre ab) zugelassen werden. Für Werkzeuge und Materialien, welche den Schülern während der Unterrichtszeit gestellt werden, sind von jedem derselben 2 Mk. zu entrichten; außerdem haben die Schüler der höheren Lehranstalten noch ein Schulgeld von 4 Mark zu bezahlen. Anmeldungen zum Unterricht werden zur angegebenen Zeit int genannten Schulhause entgegcn- genommen. Gießen, den 24. September 1901. 6390 Mecum, Bürgermeister.Hahn, Oberlehrer. Ilce-Schule. 45 — Handarbeiten: Unterricht im Handnähen, Flicken, Stopfen, Zeichnen, Rechnen, Deutsch Musterzeichnen,Wäschezuschneiden.Maschinew nähen, Zeichnen, Rechnen, Deutsch Musterzeichnen und Wäschezuschneiden Methodischer Schneiderunterricht, Fach- und Gewerbezeichnen Unterricht im Zeichnen und Zuschneiden Weiß-, Buntsticken, sowie alle modernen Stickereien Bügeln und Kunstwäscherei Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen Aufzeichnen von Stickereien auf Leinen, Seide u. f. w. Holzbrandmalerei und Kerbschnitt. Kochfchule. Koch'Kursus, 60 Bormittage 56 Mark. Handelsschule. Obligatorischer Besuch, Schulgeld 5 2*/i 1 Monat Monat Monat JL JL JL 30.- 16.— 6.60 30.__ 1g_ 6.60 3.— 12.— 6.60 80.— 20.— 12,— 15.— 8.— 12.— 8.60 50.— 3.— 1641 Der Kursus umfaßt Buchführung, einfache, doppelte und amerikanisches System, 4 Std., Kontorarbeiten 4 Std., Kaufmännisches Rechnen 2 Std., Stenographie 2 Std., Handelsgeographie 1 Std., Unterricht auf der Schreibmaschine und Schönschreiben 1 Std. wöchentlich Stenographie allein 10 Mark. tfiNgr* Beginn der Kurse am 10. Oktober 1901. -^82 Für den Vorstand: Die Oberlehrerin- Frau ». Gebhardt. Fräulein L. Möse». Kaufmännische Fachschule. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß das Winter-Semester unserer Schule Dienstag den 1. Oktober a. c. beginnt. Gleichzeitig wird auch in diesem Winter wieder ein Damen-Kursus abgehaltcn. Anmeldungen zum Besuche der Schule und des Damen- KursuS können vom 25. September an täglich von 12—1 Uhr nachmittags bei unserer Schulleitung — Schillerstraße 5 — sowie am 29. und 30. September, abends von 9—10 Uhr, in der Schule — Nordanlage 15 — erfolgen. Die Eröffnung der Fachschule ist auf Dienstag den 1. Oktober, abends 8% Uhr, des Damcn-Kursus auf Samstag den 5. Oktober, nachmittags 2 Uhr, festgesetzt und wollen sich die Angemeldcten an diesen Tagen pünktlich in der Schule einfinden, um Stundenplan, Satzungen und andere Mitteilungen entgegen zu nehmen. Das Schulgeld beträgt: L Für einfache Buchführung, Korrespondenz, Rechnen, Wcchsellehre und Handclsgeographie zusammen 15 Mk. 2. Für doppelte Buchführung ....... 10 „ 3. Für Französisch und Englisch, je . .... 15 „ NB.: Wer Korrespondenz, Wcchsellehre oder Rechnen in Klasse 1 besucht, hat für doppelte Buchführung nur 5 Mk. zu zahlen. 4. Für Damen-Kursus (einfache Buchführung, Rechnen, Schönschreiben, Korrespondenz und Wechsellehre) 20 „ 5. Für Schönschreiben .......... 3 , 6. Für Stenographie .......... 5 „ 7. Für Maschinenschreiben........10 „ Schüler, deren Prinzipälc oder Väter nicht Mitglieder des Kaufmännischen Vereins sind, zahlen für pos. 1, 2, 3 und 6 das doppelte Schulgeld. Auf Ansuchen können durch die Schullommission ganze oder halbe Freistellen bewilligt werden. Der Besuch der kaufmännischen Fachschule befreit vom Besuch der obligatorischen Fortbildungsschule. Wir ersuchen nun die Herren Prinzipälc und Geschäftsführer, unsere Schule zu unterstützen, indem sie ihr Gehilfen- Personal darauf aufmerksam machen, sie zum regelmäßigen Besuche der belegten Unterrichtsstunden anhalten und ihnen die nötige Zeit — namentlich auch zum Besuche des Tagesunterrichts — gütigst gewähren. 6407 Die SdjulliommifN der kanfm. 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