gste. ?.■ *• >66 liessen: rm -bapkelt. ktischite E Jahreszeit. acken I Aermeln. D' leider »;.• 1 Beinen. sen efc. ettäsche. / Ssche. Seltenwetiu «mer-Wohrmoi« »v b N$r bon M ilr ui). Warner. per 1. CI? röter ju mitten pefutii1 nit Preisangabe uut fc d)L »asm tlö **“ Maße 4.___ Lehrling it fü; "L® SZR «arengelchast wn» branteknMvtttt 57] Wer Stelle |ud)t, w_ e »Allgemeine Inkm-r? Kirsch Verlag. Nmk il*te Sei in hiefizes Engrcht]L! Uober gesucht. Cfferte: t an die GeMWelll: i ablängen b. Wi raufßcht. d. Platzei rö .(jintritt einen enMt inti. mitarb. Plafi" , W. Bogel, Zitp Zimmerei, Dair:^ aguergeselle gesät H, «üvltch, Mb tief' St*, 202 Erste- Blatt 151. Jahrgang Donnerstag 29. August 1901 Amtlicher Feil. avgehalten werden. Es ksmmen nur die zum Herdbuch an» Betörten Tiere des Zuchtvereins in Betracht. Bullen müssen betr. Mk. 2. Für tim 1. Preis 90 Mk. 90 Mk. 100 Mk. 50 Mk. Zwei 2. Zwei 3. 40 Mk. 25 „ 15 M 25 Mk. 45 „ 30 „ 30 Mk. 40 Mk. 20 „ ®ia Eaa tim Außerdem können im Ganzen noch 10 Anerkennungen mit A 5 Mk. Auf- »umterungsprämie vergeben werden Für sorgfältige Führung der Spcungregister (Verabreichung und «tiiöfüllung der Sprungscheine) an die SMenhalter werden ausgesetzt: tim 1. Preis tiri 2 Preise A 20 Mk. » i 10 M 80 Kühe mit höchstens 2 Kälbern. Drei 2. Preise A 15 Mk. Drei 3. „ A 10 „ 1. Preis 2. „ 3. M ■nit 9?a^nring versehen sein. Ich lade die berechtigten Vieh uesttzer zur Beschickung ein und ersuche sie, möglichst früh uor der Schau, an die Großh. Bürgermeisterei Oberhörgern ®ie aufzutreibenden Tiere nach Gattung und Herdbuchnummer «nzumelden. ES ist durchaus nötig, daß alle DereinSmitglieder uyr angekörtes Vieh zur Schau bringen. Die PrämiierungS- frdnung gebe ich nachstehend bekannt. Die Großh. Bürger- Ju Ur«en bcr oben genannten Orte bitte ich, die tliehbefitzer zu belehren. Gießen, den 26. August 1901. Der Direktor des landw. BezirkSvereiuS. v. Bechtold. Bekanntmachung. Am Donnerstag den 12. September d. IS.,vorm. 10 Uhr, Wirb eine Ortsschau für den Simmenthaler Zucht, verein Oberhörgern und zwar für die Orte Ober Ärgern, Holzheim, Eberstadt, Lich und Albach ' oer via Clausewitz I bevor er es gelesen hat, weil die Urteilsbegründung noch 'Norts iHTucfYnPUtvn w,'"(’in ' nicht fertiggestellt werden konnte. Verneint das Revisions- gericht die Frage einer Gesetzesverletzung, so bleibt es bei dem Urteil, und nur die Gnade des obersten Kriegsherrn kann die Strafe mildern. Die „Kreuzztg." schreibt dies und erhebt zugleich Verwahrung gegen die Auffassung daß etwa bei einem neuen Prozeß die öffentliche Meinung dienst in der That zu beanspruchen sein, insofern, als die aHieihge Erörterung des Urteils eine ganze Anzahl von Momenten zutage gefördert hat, die in einer neuen Verhandlung nicht übersehen werden können. Es steht nunmehr fest, daß die Abreise des fran-, z o s 11 ch e n B o t s ch a f t e r s Co nstans von Konstan- ^^,opel keineswegs als eüft gewöhnlicher Urlaub und - a($ ei=ne Dienstreise zu persönlicher Berrcht- erslattung in Paris aufgefaßt werden kann. Constans hat I^Vrprl ^ocht^e, ivelche die Friedenspolitik des ReicksB- lÄrlrtmS unb cxrncm Kriege mit Rußland dränge. ^,ie Erörterungen, welche sich in der Presse hieran knüpften Leben dem Grafen Waldersee damals Veranlassung^ aus Drontherm in Norwegen, wo er sich in Bealeituna des m?!?? h i>L'ffc” dtordlandsreise befand, in den „Hamb. Nachr. zu dementieren, daß er dein Mai)er eine Denkschrift Abgelegt habe, lIX geraten sei, aus Anlaß der russischem 5ufammenUn9en Jhlßlanb mit ciner Kriegserklärung zuvor-, 3m „Reichsboten" erörtert ein militärischer Gewährsmann die Möglichkeit, o b M a r t e n d e n S ch u k auf den Rittmeister v. Kros igk abgegeben Pa b e n k o nn e, und kommt dabei zu einem negativen Ergebnisse. Er schreibt: 4. Kalbinnen, erkennbar tragend: Lm 1. Preis Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. rOe Gießener Kamillen- tätter werden dem An- Nutzer im Wechsel mir „Heff. ■enbroirt“ und ^Blätter ■kr Hess. Volkskunde" vier- Aal wöchentlich beigelegt. ■ *ee|me »en Vnietgen ta bet nachmittag, für ben Mlfenben lag erscheinende» gemmer di, vorm. 10 Uhr. NtbhGftellunaen fpdttpen, e> int geübt hat. Zu m letzten male hat er jedoch rnr Jahre 1.8 d 8 s cha r s geschossen, und sich beson- ders für diese Blutthat vorzubereiten, dürfte er keine Gelegenheit gehabt haben. Würde er hierdurch nicht unter allen Umständen den Verdacht auf sich gelenkt haben? Ganz davon zu schweigen, daß es dock) nicht ganz leicht gewesen iväre, die nötigen Pat r o n e n z ur Stelle zu bringen. Eine oder vielleicht and) zwei schaise P^ronen lassen sich wohl ohne weiteres beiseite schaffen, doch nicht so viele, als er zum Einschießen gebraucht hatte. Ms guter Schütze hätte Marten auch nie und nimmermehr den Mantel angezogen, bevor er sich an ine grausige Thal begab. Der Vertreter der Anklage hat gemeint, er hätte ihm dazu dienen sollen, im gegebenen Augenblick die Mordwaffe zu verbergen. Wer ^ber einmal in dem langen, weiten preußischen Kavallerie-Mantel gesteckt hat, der weiß, wie schwerfällig er die ?.eiLbaß ein festes Einziehen des Karabiners in die Schulter kaum möglich ist. Sicher- lich hatte die Aussichtslosigkeit, in ihm einen erfolgreichen Schuß zu thun, gründlich den Wunsch unterdrückt, «s^"elst seiner die Waffe jederzeit lästtgen, neugierigen -bUden zu entziehen. Wir betonen, nur die Vermutung, MB der Unteroffizier Marten vielleicht doch nicht das Teben des Rittmei)ters v. Krosigk auf dem Gewissen hat, wollen wir mit obigen Ausführungen unterstützen." »w?rd also u. a. auch, wie gestern von uns, die Schwierigkeit erwähnt, mit der für einen Unteroffizier bie Beiseite)chaffung von Patronen verknüpft ist. Darauf ist u. C. immer noch nicht genügendes Gewidst gelegt worden. Auch die übrigen obigen Ausführungen verdienen Beachtung, obwohl ja zuzugeben ist, daß für Fernstehende es mißlich bleibt, zu urteilen. Es ist bemerkenswert, daß der frühere Staatsanwalt 20 Mk. 10 w __30 Mk. Summa 440 Mk. Votitilche Tagesschau. L. Ein Gerücht über die Kaiserin Friedrich a^auch die Oeffentlichkeit zu beschäftigen. So- I Öer. manchmal offiziöse „Hamb. Korr." nimmt davon INotiz, indem er schreibt:. I l?2!leik Irlich) gestanden, nicht, ob an dem | vielgetuschelten Gerücht v)n einer Wie de r ve r m ä b l- ung der Kaiserin Friedrich etwas Wahres ist oder nicht, I ^nn b'.rr es aus tausend inneren und äußeren Grün- den für absolut unglaubwürdig halten, so bracht das! andere nicht zu überzeugen. Aber wir glauben, gebildete und anständige Leute müßten sich darüber völlig einig fein, daß die Oeffentlichkeit eventuell nicht das geringste I fAtbresse an dieser Sache und nidjt das geringste Recht I 7^*'. Aufklärung darüber zu verlangen. Es ist eine der leidigsten Gewohnheiten unserer Zeit, Interna des privaten und Familienlebens an die Oeffentlichkeit zu ^rren,^ und es ist zwar traurig, aber begreiflich, daß oie häßlich lüsterne Neugier, die in dieser Gewohnheit zu! tage tritt auch an der Schwelle des stillen Witwensitzes Kronberg nicht 5Mt macht. Aber man überlasse diese Erbärmlichkeiten den Schichten, denen sie entsprungen siiid, und bedenke, daß 7.s eines wahrhaft gebildeten! unwürdig ist, zur Verbreitung derartigen Matsches beizutragen. Leider wird in dieser Beziehung Lkehlt? Was für unsinniges Zeug kann ®efunhß^2V,knsn bess-ren Kreisen z. B. über den und jetzige Geh. Kriegsrat Tr. Romen, der mit so energi- t§rä ft m? • be5 Gaffers Horen?" schen Worten den Reid>sgerichtsrat a D. Stenglein, wegen diese?'Zischeln und Tuscheln, dessen Kritik am ersten Prozeß, „in bie Schranken" wies, ii?™.unt> Tratschen, dieses Flüstern und Wispern annoch schweigt, obwohl gerade Romen, unleugbar ein ' ^omestitenart. ' scharfsinniger Jurist, am ersten das Zeug dazu hätte, den Die . ^umpf gegen die öffentliche Meinung aufzunehmen. Die ldersee dabe Uck, nl- Gras Aussichten der Revision sind nicht günstig. Ist die „Voss, ldersee habe sich als ge- Ztg." recht berichtet, so muß der Verteidiger des zum ay- rar!5 lassen, die l Tode verurteilten Unteroffizier Marten, um die Frist zur GietzenerAnzeigerS M General-Anzeiger » UMW V JeUenprtis. lokal 11 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen . Das Valkanfeuer. Die ostafiattsche Frage ist einstweilen abgethan, die 0ri»entfrage erscheint prompt von neuem. Es vergeht kein Un Kot-h ,<111^11 Cnn ~r.- • r . l dun gen aus den Balkan- hnbern einlaufen. Man spricht bereits von einer „but=> dnre-nhp?nt.^5rc ^ttmun« den Wünschen Rußlands z u w i d e r h a n d e l t e -gen Chefrerrnkteiir der Kreuzztg.", Geld geliehen und I sich ein Verdienst beimeffen könne, wenn Marten freige^ In Petersburg liegt in der That meh? denn ie der Schunmnn ^Geld^aeschentt^^ ^annten Herrn Normann- sprachen werden^ sollte. Unseres Erachtens würde dies V?r- kFSfe“.'w«- “■ ' ' ' ' -L Nef^t^de^L^'" Bulgar^' Mttel L"Aesta1iLi!"L ,ÄS"s aat Steine PE k^qe^ damit'klarstell-u. daß °sfch d7° i°h-n Liters! sa-rlkLnsherru sichtet, ivtii ba? »ufilnnha b'h ~ette^nKi>el Beziehung unterzuardnen r mtinrrirfit -frna «a s? ^uns^en Rußlands I hatten. Dadurch war der Eindruck erweckt als ob eine mi- '«»mcht. Das vsman.iche Reich wird danach vom GrafenIlitarische Gegenströmung sich in der StaÄsl^k.ng be-I durch Rundschreiben den Botschaftern der Mächte angezeigt, das; er Konstantinopel verläßt und daß an seiner Stelle nur der Botschaftsrat Bapst zur Erledigung der laufenden Geschäfte privater Natur zurückbleibt. Da außerdem die Niederholung der französischen Flagge auf dem Botschaftspalais stattgefunden hat, so bedeutet das offenbar einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen, wenn am; nicht in aller, so doch in recht betonter Form. Am vergangenen Samstag waren alle Streitfälle mit der Pfort.- geregelt, im besonderen hatte der Sultan das Zugeständnis gemacht, die Stadengesellschaft in alle ihre Rechte einzusetzen. Constans hatte sich nach vorheriger Anfrage bei seiner Regierung hierdurch befriedigt erklärt, und wenn er nun doch abgereist ist, so bleibt kaum eine andere Erklärung als die, daß die Pforte noch einmal versucht hat, von den gemachten Zugeständnissen zurückzukommen und ihre Ausführung in die Länge zu ziehen. Die Abreise des Botschafters kann unter allen Umständen als ein starkes Druckmittel angesehen werden. In einem früheren Stadium der Sache schien die französische Regierung die Absicht zu haben, noch einen Schritt weiterzugehen und eine Panzerflotte nach den türkischen Gewässern zu entsenden. Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob eine solche Absicht heute noch besteht, oder in welcher Weise die französische Regierung oie Angelegenheit weiter zu betreiben gedenkt. Als vor einer Woche von der Entsendung von Kriegsschiffen die Rede war, -glaubte man, daß diese Sck)iffe nicht beauftragt werden würden, kriegerische Operationen vorzunehmen. Man schien in Frankreich selbst vielmehr zu glauben, daß die bloße Thatsache der Anwesenheit eines franzosische-ry Panzergeschwaders in den türkischen Gewässern einen ausreichend starken Druck auf den Sultan ausüben würde und daß man, ohne zu militärischen Operationen zu schreiten, Möglichkeiten genug finden würde, der Pforte durch die Flotte recht unangenehme und peinliche Stunden zu bereiten. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß man auch jetzt noch diesen Standpunkt nicht verlassen hat und daß der Streitfall in verhältnismäßig ruhiger Weise seine Austragung finden dürfte. Tie folgende Note der „Agence Havas" begnügt sich mit einer datenmäßigen Aufzählung der Vorgänge und der Miteilung, daß der Botschafter, da nicht alle eingegangenen Verpflichtungen gehalten worden seien, Konstantinopel verlassen habe. Sie lautet: „Am 17. August war ein Abkommen zur Erledigung verschiedener Fragen mit der Pforte getroffen worden. Tie Einzelbestimmungen dieses Abkommens waren von dem türkischen Minister des Auswärtigen mit Zustimmung des Sultans abgefaßt worden. Letzterer hatte dem Botschafter Constans versprochen, daß der Text dieses Abkommens ihm am folgenden Tage ausgehändigt werden solle. Am 19. August telegraphierte Constans nach Paris, daß keine der eingegangenen Verpflichtungen von der Türkei gehalten worden sei. Am 21. August ant- toortete der Minister des Auswärtigen, Delcasse, daß angesichts einer solchen Nichteinlösung des gegebenen Wortes die französische Regierung nicht geneigt sei, die Verhandlungen fortzusetzen. In dem betreffenden Telegramm wurde Constans aufgefordert, der Pforte mitzuteilen, daß er den Befehl erhalten habe, Konstantinopel zu verlassen. Am 23. August machte Constans der Pforte die ihn, anbefohlene Mitteilung und kündigte seine Abreise für den 26. August an. Da an diesem Tage nicht alle eingegangenen Verpflichtungen eingehalten wurden, verließ der französische Botschafter Konstantinopel." Dazu wird aus Paris geschrieben: Die Note der „Ag. Hav." scheint anzuzeigen, daß der Minister des Auswär trgen, Delcasse, den neuen Abschnitt der Entwicklung des französisch-türkischen Konflikts sehr ernst auffaßt. Auf Grund spezieller Nachrichten erachtet Delcasse die auf die französischen Reklamationen hin gegebene Genugthuung bezüglich der Quai-Gesellschait nickst für ausreichend; er beabsichtigt vielmehr, Regelung aller mit der Pforte schwe- banden Angelegenheiten zu fordern. Als Constans im Begriff stand, den Orient-Expreßzug zur Abfahrt zu besteigen, erhielt er den Besuch des Großceremonien- Meisters des Sultans, der ihn in des Letzteren Namen ersuchte, in Konstantinopel zu bleiben. Der Groß- ceremonienmeister fügte hinzu, der Sultan sei bereit, neue Zugeständnisse zu machen. Constans erwiderte, er könne die Verletzung formeller Versprechungen, die mit Zustimmung des Sultans von der türkischen Regierung abgegeben seien, nicht zulassen. Es handle sich nicht um eine Geldfrage, sondern um eine Frage der Loyalität; er weise es zurücr, sich auf erneute Verhandlungen einzulasfeü und reise daher ab. Hohe Gäste haben ftch 'zu den Ziarentagen in Frankreich angemeldet. Zunächst Leopold, der König der Belgier. Er wird als Gast des Präsidenten Loubet an der Flottenrevue in Dünkirchen teilnehmen und natürlich auch dem Zaren seine Aufwar, i.rg machen. Eine politische Bedeutung wird dieser Begegnung nicht beizulegen sein, es handelt sich hier lediglia> um einen Akt der Höflichkeit. Das gleiche gilt von dem Besuch den der junge, noch nicht großjährige König Alfons von Spanien während der Festtage in Rheims abstatten will. Der zukünftige Regent des pyrenäischen Königreichs mag wohl den Wunsch haben, sich bei dieser Gelegenheit dem Herrscher des Reußenlandes vorzustellen. Für später ist angeblich ein Besuch König Alfons in Berlin und Wien in Aussicht genommen, wohl ebenfalls zur Vorstellung an diesen Höfen; denn im nächsten Jahre tritt der junge König die. Regierung an. Zur Begleitung nach Rheims soll ihm General Weyler, der jetzige Kriegsminister und bevorzugte Vertrauensmann des Madrider Hofes, beigegeben werden, was, wie es heißt, rn Paris angenehm berührt hat. Wodurch sich Weyler diese Sympathie der Franzosen erworben hat, ist unerfindlich. Die plötzliche Erkrankung de8 chinesische» „Siihneprinzeu" In Basel erweist sich nun doch als eine Finte. Nach einem Baseler Blatt machte Tschun nicht den Eindruck, daß er krank, ja nicht einmal, daß er unwohl sei. Der Vorwand ist so durchsichtig, wie es die berühmten „Gesundheitsrück sichten" beim Rücktritt von Staatsmännern zu sein pflegen. Der neu ernannte chinesische Gesandte in Berlin, Jingtfchang, hat in einer Unterredung in Basel bereits zugegeben, daß sich noch allerlei Schwierigkeiten ergeben würden; Prinz Tschun könne vorläusig, ohne ausdrückliche Genehmigung Chinas, den von Berlin aus an ihn gestellten Forderungen nicht entsprechen und mache daher in Basel Station. WaS mögen das wohl für Forderungen sein? Uebermäßig kate gorischer oder demütigender Art gewiß nicht. Denn es sind ja doch Vorbereitungen in Hülle und Fülle zum Empfang des Prinzen getroffen worden. Spalier, Ehrenwache, zehn Köche usw. ES mag fatal sein, das „Bedauern" der chine sischen Regierung über die Ermordung unseres Gesandten in Peking aussprechen zu müssen, doch ist selten eine bittere Pille so versüßt worden. Eine Reihe von guten Tagen gegen eine peinliche Viertelstunde. Prinz Tschun wäre am Ende schon in Berlin, wenn er dürfte. Die chinesische Re- gierung hat eS sich möglicherweise „anders überlegt"; oder sie will sich kostbar machen mit dem Ausdruck des Bedauerns, so wenig als möglich ihrem Stolze vergeben. „Allgemach", bemerkt die „Voss. Ztg.", „droht die Sühne eine Wendung zu nehmen, die heiter erschien, wenn sie nicht tief ernst wäre". Generalmajor Richter, der Begleiter des Prinzen Tschun, war am 26. abends spät in Wilhelmshöhe und wurde sofort vom Kaiser empfangen. Gestern früh reiste er nach Basel zurück. Schon daraus und aus dem Besuche des chinesischen Aesandten in Berlin, Lue hai-hueau, in Basel darf man chließen, daß man an maßgebender Stelle das Bauchgrimmen >eS Chinesen für ein politisches anzusehen geneigt ist. Mög- ich, daß man dem Herrchen nochmals besondere Kautelen ür sein teures Leb-n zusichert, möglich aber auch, daß die Nachrichten über die fortwährenden Verzögerungen des Verhandlungenabschlusses von Seiten Chinas damit zusammen hängen. Es wäre gar nicht so sehr vom Ueblen, den Empfang der Sühneprinzen davon abhängig zu machen, daß erst das Friedensinstrument die chinesischen Unterschriften bekomme, und daß man so lange die Thüren der in Potsdam ür Herrn Tschun vorbereiteten Gemächer verschloffen hält. Die Ernennung des Abtes Benzler zum Bischof von Metz und des Eisäffers Zorn von Bulach zum Weih- rischof ist nunmehr durch den Papst vollzogen worden. Sie ist, wenn auch kein ganzer — bekanntlich war Zorn v. Bulach erst für den Metzer Bischofssitz vorgesehen — doch immerhin ein großer Erfolg über die französischen Einflüsse im Vatikan, wo bekanntlich der Kardinalstaatssekretär Rampolla voll- tänbig im französischen Fahrwasser schwimmt, und die ranzöselnde Geistlichkeit des OberelsaßeS, Abbs Wetterlä und ein Anhang, werden in ihrer deutsch-feindlichen Thätigkeit ich wohl oder übel jetzt etwas zu mäßigen haben, nachdem ie den neuen Wind verspürt, der von Rom herüber in die lleichslande weht. Hoffentlich folgt die katholisch-theologische Fakultät an der Straßburger Universität als zweite Bresche nach und damit die Erziehung der künftigen Generation des elsässischen Klerus nicht mehr ausschließlich im französischen Geiste. China. Ter „Köln. Ztg." wird aus Berlin telegraphiert: Alle Edikte des Kaisers von China, welche die Anträge der Gesandten genehmigen, sind nunmehr erlassen worden, und es fehlt nur noch ein Edikt, das die Zustimmung zur Regelung der Jangtse-Mündung giebt. An einer raschen Erteilung auch dieser Zu- timmung wird nicht gezweifelt. Tie astronomischen Instrumente der alten Sternwarte in Peking sind, wie jetzt ziemlich feststeht, von dem deutschen Dampfer Palatka als Kriegsbeute nach Bremerhaven gebracht worden? Man schien anfangs nicht glauben zu wollen, daß die Deutschen in China, mit dem wir bekanntlich gar nicht mal im Kriege gelegen haben, nach dem Muster des ersten Napoleon gehandelt hätten. Neuerdings aber werden von allen Seiten Stimmen laut, welche die Wegnahme der geschichtlich-historisch merkwürdigen Instrumente, die doch kein Kriegsmaterial bilden können, aufs sck-ärfste verurteilen. Man verlangt „authentische Auskunft"; aber das hartnäckige Schweigen aller Offiziösen dürfte beweisen, welche Aus^inft allein gegeben werden kann. Als im letzten Winter gemeldet wurde, Deutsche und Franzosen hätten die Instrumente unter sich geteilt und seien am Einpacken, entstand in Frankreich ein olcher Unwille, daß der französische Kriegsminister Befehl gab, die Instrumente an ihren Platz zurückzustellen. Auf deutscher Seite scheint man nicht Feingefühl genug gehabt zu haben, gleichfalls von der Wegnahme abzustehen. Es wäre interessant, zu wissen, wer sie eigentlich angeordnet hat. Die „Nat.-Ztg." meint, es wäre das beste, die Instrumente nicht erst auszupackrn, sondern dem „Sühneprinzen" nach China mit zurückzugeben. Diejenigen freilich, die geglaubt haben, sie als Siegesbeute im Triumphe nach Deutschland führen zu müssen, werden kaum aus die Trophäen verzichten wollen. Engländer und tbuveu. Eine Depesche des Generals Kitch^ner aus Pretoria besagt: Ein Convoi, der sich von Kimberley nach Griquatown begab, nxurde am 24. August bei Rooikopje von den Buren angegriffen. Letztere wurden zurückgeschlagen. Die Verluste der Engländer betragen neun Tote, 23 Verwundete. Der Convoi tarn später unversehrt an seinem Bestimmungsort an. — Achtzehn Buren aus Transvaal wurden vor Rawlinson östlich von Edenburgh gefangen genommen. Der Führer des Afrikanderbonds im Kap-Parlament, Merriman, ist auf seiner eigenen Farm in der Nähe von Stellenbosch für verhaftet erklärt worden. Merriman hat sein Wort gegeben, die Farm nicht zu verlassen. - Nach weiteren Urteilen gegen in Camdeboo verhaftete „Aufständische" wurden zwei schuldig befunden, die Urteile aber wegen der Jugend der Verurteilten nicht vollstreckt. Vier Aufftändische wurden zu lebenslänglicher Zwangsarbeit auf der Bermuda-Insel, zwei weil sie auf englische Truppen in Camdeboo schossen, wegen Hochverrats und Mordversuchs zum Tode verurteilt. Diese Urteile wurden bestätigt. Gouverneur Mil ne r ist nach Kapstadt zurückgekehrt. Bei dem Empfange, den ihm die Bevölkerung bereitete, sagte der Mayor in seiner Ansprache, Milner werde die loyale Unterstützung der Stadt bei der Durchführung^ seiner Politik finden. Milner erwiderte, sein Empfang in England habe auch nicht den geringsten Zweifel an dem unerschütterlichen Entschluß des englischen Volkes und der englischen Regierung gelassen, die in Südafrika eingeschlagene Politik fvrtzuführen. „Daily Telegraph" meldet aus Hilversum vom 23. ds. Mts., Präsident Krüger habe im Laufe einer Unterredung erklärt, nichts mit Ausnahme der Haltung der englischen Regierung habe sich in der Lage der Dinge geändert. Die Buren befolgten dieselbe Taktik, die sie bei Beginn des Krieges befolgt hätten. Man habe sie früher militärische Taktik geheißen, dann habe man sie irreguläre Kriegführung genannt, es sei jetzt die Taktik der Verteidigung. Die Zahl der Buren sei geringer geworden, aber ihr Widerstand zeige auch heute alle wesentlichen Bestandteile einer regelrechten Kriegführung. Tie Burenführer hätten ihre Mannschaften in der Gewalt, wie auch die Buren regierung das Burenvolk immer noch regiere. Die Proklamation Lord Kitcheners könne nur eine Wirkung auf die Buren haben, nämlich die, ihre Gemüter zu erbittern, ihre Waffen zu stählen und ihren Widerstand hartnäckiger zu machen. Die Behauptung von einer Verschwörung der beiden Republiken wider die britische Herrschaft in Südafrika sei eine häßliche Lüge. Er spreche es hier vor dem Angesicht des allmächtigen Gottes aus, es sei dies eine Lüge, die Blutvergießen und Vernichtung erzeugt habe. Gott wisse, daß. er die Wahrheit sage, und seine Zeugen hienieden seien Salisbury und Chamberlain. Diese müfjten genau, daß das, was er spreche, wahr sei. Niemals habe es eine verderblichere und teuflischere Lüge gegeben. Auf der Basis der U n a b h ä n g i g keit der beiden Re- publiken und voller Straflosigkeit der Aftikander der Kap- kolonie könne noch immer ein wahrer, dauernder Friede geschlossen werden. Deutsches Reich. Berlin, 27. Aug. Aus Potsdam wird gemeldet: Der Kaiser und die Kaiserin trafen heute abend 7.15 Uhr auf der Station Wildpark ein und begaben sich nach dem Neuen Palais. Zum Empfange auf dem Bahnhof war Prinz Eitel Friedrich anwesend. — Ans Anlaß seiner Jubiläumsfeier hatte das in Warschau garnisonierende russische Leibgarde-Regiment „König Friedrich Wilhelm III.", dessen Chef Kaiser Wilhelm ist, an den Monarchen ein Begrüßungstelegramm gerichtet. Hierauf ging dem Regimentskommandeur folgende telegraphische Antwort zu: „Ich danke herzlich dem Regiment für den aufrichtigen Gruß und sende dem Regiment auch Meinerseits die besten Glückwünsche zum heutigen Feste, indem Ich überzeugt bin, daß das Regiment auch in Zukunft beseelt sein wird von jenem hohen Geiste, durch den sich die ruh mb edeckte ^Waf sen b rüderschast mit der deutschen Armee ausgezeichnet hat." — In Bezug auf den beabsichtigten Uebertritt der Landgräfin Anna von Hessen, geb. Prinzessin von Preußen auf Schloß Adolfseck zum Katholizismus wird dem „Schwäb. Merkur" von unterrichteter Seite das folgende mitgeteilt: Die Hinneigung der Prinzessin, die infolge trüber Lebenserfahrungen längst ein mystisch-religiöses Wesen zur Schau trägt, zum katholischen Kultus ist gewiß schon seit fast einem Jahrzehnt zu bemerken gewesen. Genährt .wuroe diese Swärmerei zunächst durch den vor drei einem halben Jahre verstorbenen Bischof Dr. Komp. Bald mehrten ich die Besuche der Fuldaer Domkapitulare auf dem ein» am, aber .idyllisch gelegenen Schlosse. Man verstand es, die alternde Dame mehr und mehr für Zeremonien des römischen Gottesdienstes zu interessieren. So kam es, daß ie während der letzten Jahre erhebliche Summen für katholische Zwecke spendete und bei Akten der Wohlthätigkeit in immerhin auffälliger Weise die katholischen Bittsteller bevorzugte. Wenn der Uebertritt bis jetzt noch nicht formell vollzogen wurde, so hat dies einzig seinen Grund in der Rücksicht auf das preußische Königshaus, wie denn auch der Kardinal Dr. Kopp der Landgräfin geraten haben sott, unter den augenblicklichen Verhältnissen von einem öffentlichen Uebertritte abzusehen. — In der „Bresl. Ztg." waren die Ursachen der vor etwa 10 Jahren erfolgten Ablösung desGrafen Walde rsee vom Posten -eines Chefs des Generalstabes txr Armee erörtert worden. Nachdem bargelegt war, daß die Ablösung hauptsächlich die Folge einer Kritik des damaligen Generals Grafen Walderfee über die Befehlsführung des Kaisers bei den schlesischen Manövem von 1890 gewesen ein soll, heißt es zum Schluß: „Tie „Schief. Ztg." veröffentlichte unmittelbar nach jenen Manövern einen Artikel, in dem der gleichen Meinung (der des Gr. Waldersee) Ausdruck gegeben wurde. Dieser Artikel verstimmte an maßgebender Stell so, daß eine Untersuchung nach dem Verfasser jenes Artikels eingeleitet wurde. Diese Untersuchung ergab zwar kein sicheres Resultat, aber kurz darauf wurde General v. Boguslawski, der bekannte Militärschriftsteller, zu jener Zeit Kommandeur der 21. Jnfanteriebrigade, jedenfalls als der Verfasserschaft verdächtig, zur Disposition gestellt." Hierzu erklärt der Generalleutnant z. D. v. Boguslawski inBadNauheim, daß er 1. nicht kurzer Sand zur Disposition gestellt worden sei, sondern dies geschah nach Einreichung seines Abschiedsgesuches und nachdem er vorher zum Generalleutnant der Armee befördert worden war; 2. habe er den bezeichneten Artikel in der „Schief. Ztg." nicht geschrieben; 3. ob er „der Verfasserschaft ver- dächkig" gewesen sei, davon sei ihm nichts bekannt ge> worden. — Tie von dem Finanzminister mit dem Kriegsmini' sterium und demMichsschatzamtüber die N ied e r legung der inneren Befestigungsan lagen b er Stabt Posen geführten Verhandlungen finb zum Abschluß gelangt . Um bie Durchführung ber Entfestigung nach Möglich feit zu beschleunigen, kauft ber Preußische Staat die gebadeten Anlagen vom Deutschen Reich für einen in Jahres raten bis 1905 zu zahlenden Kaufpreis von 11 ein Vierte! Mill. Mk. Eine erste Rate von 3 Mill. Mk. wird bereits ii den Entwurf des nächstjährigen Staatshaushaltsetats ent gestellt. Auf dieser Grundlage wird es, wie gehofft werde» darf, gelingen, die für die Entwickelung der Stadt Poft* überaus wichtige Frage in einer den Interessenten bei Staates wie der Stadt entsprechenden Weise ihrer Lösunz entgegenzuführen. — lieber das Urteil des, Oberkriegsgerichts im Kro- sigkpozeß sprach in Berlin am Montag in einer fejiaJ demokratischen Versammlung der Rechtsanwalt Dr. tie» knecht, ein Sohn Wilhelm Liebknechts. Es gelangte ei« Resolution zur Annahme, derzufolge man erwartet, o« „das Urteil aufgehoben und die Angelegenheit einer noa- maligen Verhandlung unterzogen werde." — Aus Steyl erhält die „K. V.-Z." vom Mutterhaus der Gesellschaft vom Göttlichen Worte folgende Mitteiiu g „Unternr 16. Juli schreibt uns P. Bartels, Prokurator Tsingtau: ,Gestern kam ein Telegramm hier an, n welchem in Küjä sechs Christen getötet worden st — KiM liegt in Tfautschonfu, etwa anderthalb von Tschantjatschuang entfernt, wo am Allerheittgena . 1897 die beiden Missionare P. Nies und P. Henle ermoroc wurden." (Es wäre traurig, wenn dieses Ereignis die sr geäußerten Befürchtungen der Missionare, daß nacy Abzüge der europäischen Truppen neue Girren 1” Missionsbezirken ausbreck>en würden, wahr machte, von wir, daß es tiin Einzelfall bleiben wird.) Hamburg, 27. Aug. Der für die Hamburg-Amer^ Linie auf der Werft von Blohm & Voß erbaute lMige: Michael garelh' bereits b sonne 11 großes WM» beiten, «ehren Del Aönigl rtt Utbtrgrfi MMtio jr/M) k ,1. 0 Slawen, t tntt -wwch Anhalten sie die I unb btn « müdtlch i lehren, - chre pol' Mge ju I bie Wahr Stellung« Ungarn» floi Musch e die AuSs Botschaft sie diese Aufhe! Türkei ■ Pr: Bedeut» Frankr diesem L Der Um suche, vri an den Prinzip Nachrich w a liabtr al NWfl nt NrM'vei sowie mit Sohler. gebracht, Professor anderer durch vii Landwiri auf ten in einige fordert, rinznbrih herzogtüm 21. Sepie M. Sept (Wilhelm Abends 20. Sepi punkte d< gerieallee und Dar Hütte um freuj« ui '« Pl-Iai in tember: d" .Sa, ledigung i öas von *Die V auf landi sorstmeist über das b- Mitteil: fahrungeki Abst um Mete! § gkl- Armee beföm . ■ Keichspostdampfer ist heute nachmittag glücklich vom Stapel gelaufen. In der von dem General Grafen Aloltke «llzogenen Taufe erhielt das Schiff den Namen „Moltke". Oer „Moltke" ist für die ostasiatische Fahrt bestimmt und dürfte der größte Dampfer sein, der die deutsche Flagge , ach dem fernen Osten trägt. Für die Frauen. Frauenbildung. Im Gegensatz, zudem, was manche Frauen unter dieser Bezeichnung verstehen, sind in Chrudi« in Böhmen alle Vorbereitungen getroffen, um am 1. Oktober einen HauShaltungSkursuS für angehende Hausfrauen jeden Standes zu eröffnen. Die eben der Schule entwachsene» Mädchen werden in mehreren Jahrgängen in allem unterrichtet, was einer Hausfrau nötig ist, theoretisch und praktisch. Neben den Dorträgen wird Kochen, Waschen, Bügeln, Weißnähen, Maßnehmen, Schnittzeichnen, Kleidermachen, Au«- beffern, einfache Buchführung gelehrt, außerdem aber auch Sparen und Einkäufen. Besondere Kurse für Mädchen, die aufs Land heiraten, find der Käse und Butterbereitung, dem Anlegen und Pflegen von Obst», Blumen- und Gemüsegärten, der Aufbewahrung deS Obstes gewidmet. Wor«8, 26. Aug. Aus dem nunmehr feststehenden Programm für die Erinnerung-feier der FeldzugSteil nehmer des 115. Regiments teilen wir folgendes mit: Die alten Soldaten treffen in Stärke von 300 bi« 350 Mann per Extrazug, von Darmstadt kommend, am 1. Sep» tember morgen« halb 10 Uhr hier ein. Die hiesigen Haffia- Deretne empfangen die Kameraden und geleiten sie im Zuge zu dem LudwigSplatze. Hier findet eine kurze Begrüßung statt. Alsdann werden die alten Angehörigen des Leibgarde- Regiments einen Kranz an dem Denkmale ihre« ruhmreichen, unvergeßlichen Führer« im Feldzuge 70/71 niederlegen. Um 11 Uhr umstellen die Hafsia-Dereine den Marktplatz, in ihrer Mitte treten die 115er, nach Kompagnien geordnet, wie sie seiner Zeit den Feldzug mitgemacht haben, zum RcgimentS- Appell an. Den Appell wird der rangälteste anwesende Regimentsoffizier abhalten. Nach Schluß des Appells führen die hiesigen Vereine die Gäste nach dem Festhaufe, wo um 1 Uhr da« Festmahl stattfindet. Danach besichligen die 115er, von Wormser Kameraden geführt, die Sehenswürdigkeiten der Stadt und machen abends den Marsch und die Ovation an den Gräbern auf dem alten Friedhöfe mit. Daran anschließend besuchen sie den Kommer« der Hafsia-Dereine im Festhaufe. Am Montag, dem Tage des deutschen Festes, werden die alten Herren sich an der Kirchenparade sowie an dem großen Festzuge bei den Hassia-Dereinen beteilige». Storch, der den Vortrag übernommen hatte, fesselte die zahlreichen Zuhörer eine volle Stunde durch seine „Heimat klänge-, eine von ihm verfaßte Dichiung. Reicher Bcifall lohnte ihm nach Beendigung feines Vorträge«. Der übrige Verlauf der Konferenz war ein schöner und würdiger. Klavier und Liedervorträge wechselten miteinander ab; den Schluß bildete der übliche Tauz, der aber für diesmal nicht nur ein ausschließliche- Recht der Jugend war, sondern an dem sich sogar ein Siebziger, allerdings ein „jugendlicher", beteiligte. W Nidda, 26. Aug. Am 21. August nachmittag« fand hier die 6. freiwillige Gefellenprüfung statt. Unter den 9 Prüflingen befanden sich Z^Schreiner, die Thüren und GlaSabschluß ohne Oberlicht geliefert hatten, und 6 Maurer, die Mauerpfeiler, Schornsteinköpfe und Backsteinfenstcr an gefertigt hatten. Aus dem Kreise Gießen waren 3, nämlich Wilhelm Schmidt, Schreiner aus Hungen, und die Maurer Heinrich Koch aus Villingen und Otto aus Steinheim. Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Hauptlehrer Höhn, wie« in seiner Ansprache auf den hohen Wert der Gesellen- Prüfungen hin und dankte den Schaumeistern Namens der Prüfungskommission. Den Prüflingen legte er ihre Weiterbildung ans Herz, besonders im Hinblick auf die noch in Aussicht stehende Meisterprüfung. In ähnlicher Weise sprach Möbelfabrikant Ringshausen als Vorsitzender des OrtS- gewerbevereinS. Er wies auf das Sprichwort hin, das heute noch wahr sei: Handwerk hat goldnen Boden. Den Prüflingen wurden unter Glückwünschen die Gesellenbriefe überreicht, woran sich dann ein gesellige« Zusammensein schloß. — Der Bau der katholischen Kirche macht so rasche Fortschritte, daß daS Dach der Kirche bereit« aufgeschlagen ist und dem Vernehmen nach bis zum 15. September die Maurerarbeiten vollendet sein werden. — Ein Wahlulk kam zu Unter-Schmitten vor. Ein Vermittler von Aepfelverkäufen wurde in Gesellschaft von Händlern eingedenk, daß er auch sein Wahlrecht bei den Gemeinderatswahlen auszuüben habe. Ehe er in das Wahlbureau eilte, gab ihm ein Händler aus Bornheim noch rasch seine Adresse. Als der Wahlakt vorüber war, stellte e« sich heraus, daß der Name des Händlers al« Wahlkandidat in die Urne geraten war, während der Wahlzettel in der Tasche des Wählers verblieben war. Bad-Nauheim, 27. August. König Eduard kam heute in Begleitung einiger Herren feiner Umgebung im Automobil von Homburg hier an und stattete der Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, die sich in Behandlung deS Prof. Schott befindet, einen mehrstündigen Besuch ab. Bei der Prinzessin waren auch Lord und Lady Spencer und Lady St. Oswald anwesend. Hiernach sprach der König beim deutschen Botschafter, Grafen Hatzfeldt, vor, der ebenfalls die Nauheimer Bäder gebraucht. Die Saison steht noch auf voller Höhe. Eingetroffen ist auch Generaloberst v. Hahuke mit Gemahlin. Ende des Monat« wird die Herzogin von Anhalt erwartet, die gleichfalls von Prof. Schott behandelt werden wird. (♦) Friedberg, 28. August. Noch einige Tage, und die Stadtverordnetenwahl beginnt, ein Ereignis, das schon jetzt einen Teil der Bewohner Friedbergs in angespannte Thätigkeit und Aufregung versetzt. In allen Lokalen bildet die Wahl das Tagesgespräch, und Vermutungen über Vermutungen werden angestellt. Die lokalen Zeitungen bringen Vorschläge, Erklärungen und Gegenerklärungen, die aber nicht immer den Stempel der wahreu Meinung tragen, ja man sagen, daß unter Umständen solche Vorschläge mehr als Bierulk aufzufasftn find Schön wäre es, einmal festzustellen, wie groß die Zahl der betr. Einsender ist, wenn es heißt: „Viele Wähler" oder „Mehrere Wähler" usw. Meist wird es wohl nur eine gemütliche Tischrunde sein, die für ihr gutes Geld ihre Meinung durch die Zeitung in die Oeffent- lichkett bringt — In einem Inserat aber findet man auch recht respektable Namen. ES werden zur Wahl vorgeschlagen Prof. Dr. Karg, Baurat Schnitzel, Taubstummenlehrer Schneider und Direktor Dr. H. Schudt, während ein anderes Inserat den Namen des HofzimmermalerS Georg Hieronymus vermißt und dringend auffordert, ihn zu wählen. Ein drittes Inserat giebt den noch nicht gewählten Stadtverordneten ein fertiges Programm für ihre Thätigkeit mit auf den Weg und macht das Eintreten dafür zur Bedingung für die Wahl. Sie müßten eintreten für die Errichtung eines städtischen Schlachthauses und Einführung der thierärztlichen Fleischbeschau, eines Schwimmbades, einer höheren Mädchenschule, einet Markthalle und Entfernung des Schweinemarktes au« den Straßen der Stadt, sowie des Nauheimer Klärbeckens, Säuberung und Regulierung der Ufa, für durchgreifende Kanalisation der Stadt, Errichtung eines städtischen Saal baue«, Verlegung deS für die jetzigen BerkehrSverhÜltniffe absolut unzulänglichen Personenbvhnhofs, Verlegung des JudenftiedhofS, Anlegung schattiger Promenadenwege und Errichtung eines Droschken und Dienstmänner-JnstitutS. S. Darmstadt, 27. August. Der Großherzog und die Großherzogin trafen heute nachmittag 2,15 hier ein, besuchten die Ausstellung der Künsterler-Kolonie und fuhren um 5 Uhr wieder nach WolfSgarteu zurück, nachdem sie im Bahnhofsrestaurant den Thee genommen hatten — Wie bestimmt verlautet, war heute nachmittag um 6 Uhr in strengstem Jncognito der König von England in Begleitung zweier Herren feines Gefolges zum Besuch der Künsterkolonie hier anwesend. — Am Sonntag den 8. September, vormittag«, soll im Saalbau zu Darmstadt nach dem einstimmigen Beschluß unserer Agrarier, die sich gestern vormittag unter dem dem Vorsitz des Kammerpräsidenten, Geh.-Rat Haas, im Bureau des Hessischen Landwirtschaftsrats zufammenfanden, ein allgemeiner hessischer Bauerntag abgehalten werden. Man bemerkte unter den Teilnehmern der gestrigen Versamml'ing den Abg. Köhler-LangSdorf, Oekonomierat Schleoke, Oekonom Walter-Lengfeld. Die Sache wird noch geheim gehalten. Wie eß scheint, soll ein wuchtiger Schlag Schlag gegen die Regierung sowie die Zollgegner geführt werden. Eine zweite Sitzung soll bald darauf in Frank furt a. M. stattfinden. Darmstadt, 27. August. Prinz Ludwig vonBatteu berg ist gestern mit feiner Familie, von Peterhof kommend, auf Schloß Heiligenberg eingetroffen. Er gedenkt, sich nächste Woche zur Ueberuahme seines neuen Kommandos nach Eng land zu begeben (S. M. Linienschiff „Jmplacable-, Mittelmeer- geschwader) und nach Malta zu fahren, während Prinzessin Ludwig gegen Ende Oktober direkt nach Malta reisen wird. Austan-. Kopenhagen, 27. Avg. Die Meldung, daß die dem- rüchstige VerlobungdesGroßfürsten-Thronfolgers Michael Alexandrowitsch mit der Prinzessin Margarethe, der ältesten Tochter des Herzog« von Connaught, tzereilS beschlossene Sache sei, ist verfrüht. In den hiesigen Hofkreisen wird verfichert, daß zwar die Königin von England, sowie ihre Schwester, die Zarin-Witwe, diesen Plan mit Zroßem Eifer betreiben, daß jedoch in Petersburg starke Einflüsse auf einen ganz andern Verheircuungsplan binar Seiten, der angeblich den Interessen der russischen Politik mehr entspreche. Belgrad, 27. Aug. Der „Professorenverein des Königreichs Serbien" hat in einer in der Belgrader Hochschule abgehaltenen Generalversammlung sich einstimmig zu Beschlüssen verstiegen, die nicht anders als freche Liebergriffe bezeichnet werden können und wohl auch zu internationalen Erörterungen Anlaß geben werden. (Vgl. Leitartikel.) Der Professorenoerein beschloß einstimmig: ,1. der russischen Regierung, dieser mächtigen Beschützerin aller S lawen, die allein auch eine friedliche Entwicklung aller Balkanvölker rit aufrichtiger Ehrlichkeit anstrebt, den Dank der Versammlung für da« «erhalten der russischen Diplomatie in Altserbien auszudrücken; 2. allen Mitgliedern be« Professorenvereins als heilige Pflicht aufzuerlegen, 'daß st» die Mitbürger chrer Umgangskreise mit Energie über die Ursachen 4.Tib den Zweck der jetzigen Wirren in Altserbien aufliären und sie unermüdlich über die vernichtenden Folgen für ihre nationale Zukunft belehren, wenn es der Diplomatie Oesterreich.Ungarns gelingen würde, ltrre politischen Ziele in Altserbien wirklich zu erreichen; 8. Mittel und Nege zu suchen, um die öffentliche Meinung des gebUdeten Europas über »»-■ Wahrheit aufzuklüren und sie im Namen der Menschlichkeit zur S tellungnahme gegen die unmenschliche Ausrottungspolitik Oesterreich. Umgarns zu bewegen." Konstantinopel, 27. Aug. Die armenischen Notabeln in Musch ersuchten den Sultan telegraphisch um Schutz gegen bhc Ausschreitungen der Kurden. — Die Pforte hat an ihre Botschafter im Auslande ein Rundschreiben gerichtet, in dem fie diese anweist, mit den Großmächten Verhandlungen wegen Aufhebung der ausländischen Postämter Inder Türkei einzuleiten. Petersburg, 27. Aug. In Besprechung der politischen 93eebcuiung des Besuches des russischen Kaiser« in Frankreich führt die „Rowoje Wremja" aus, man dürfe diesem Besuch keinerlei besondere Zwecke zuschreiben. Der Umstand, daß der Kaiser Danzig und Kopenhagen be- furche, verbiete, irgendwelche Vermutungen speziellen Charakters ai den Kaiserbesuch zu knüpfen, umsomehr al« derselbe im Prinzip schon im vorigen Jahre beschlossen war. Ans Stadt und Land. Mlchrichte» von allgemeinem Intereffe find uns stet« willkommen und werden äugen» efser, honoriert« Gießen, den 28. August 1901. Erweiterung des Fernsprechverkehrs. Vom 1. September ab wird unsere Stadt zum Fernsprechverkehr mit Leipzig nebst Markranstädt und mit Hamburg, Altona, Wundsbeck, Schiffbeck, Bergdorf, Blankenese und Harburg, sowie mit Schweinsberg zugelaflen. •• Antrag auf Erlaß eines Schachtverbots. Der Abg. -iihler Langsdorf hat in der Kammer einen Antrag ein- gebracht, der auf Grund eines Gutachtens de« Geheimrats Pnofessor Dr. Kehrer in Heidelberg, sowie einer Anzahl anderer wissenschaftlicher Autoritäten, ferner auf Grund des dm'ch vielseitige Erfahrungen erbrachten Nachweises, daß die Lamdwirtschaft dadurch Schaden leidet, sowie mit Rücksicht ach den Umstand, daß sowohl im Königreich Sachsen, wie in einigen Kantonen der Schweiz da« Schächten verboten ist, solidere, die Regierung zu ersuchen, eine Gesetzes Vorlage rinMbringen, nach der da« Schächten des Viehes im Groß- hcr^ogtum Hessen verboten wird. ** Die XIII. Versammlung des Forstvereins für das Srvßherzogtum Heffen findet in Darmstadt vom 19. bis 21. September mit folgendem Programm statt: Donnerstag, 19. September: Von nachmittags 4 Uhr an im „Burgbräu' W ihelminenstraße 10) Einzeichnung in die Teilnehmerliste. Abends 8 Uhr daselbst gesellige Bereinigung. — Freitag, 20. September: Morgens 8 Uhr Zusammenkunft am End- jnwfte der elektr. Bahn zwischen Hermannstraße und Oran- gerüeallee zur Wagenfahrt in die Oberförstereien Beffnngen mb- Darmstadt. Einfaches Waldfrühstück an der Moltke- hMe um 1/11 Uhr. Gemeinschaftliches Essen auf „Heilig- kieuiz" um 5 Uhr. Abends eventuell gesellige Vereinigung m Platanenhain der Künstlerkolonie. — Samstag, 21. Sep mlber: Von morgens 8 Uhr an Sitzung im Gartensaale „SaalbaueS". Gegenstände der Verhandlung: 1. Er- kbiflung von Vereinsangelegenheiten. 2. a. Besprechung über von Oberforstmeister Heinemann eingeleitete Thema: .Die Bewirtschaftung der Waldungen in Rücksicht mf landschaftliche Schönheit", b. Desgl. über baß von ^rstmeister Kullmann eingeleitete Thema: „Erfahrungen All da« Verhalten der Esche gegen Licht und Schatten". 1 Mitteilungen von beachtenswerten Vorkommnissen, Er- ,Irrungen und Beobachtungen im Bereiche des Forst-, Jagd- u> Fischereiwesens. Gemeinschaftliches Gabelfrühstück da- fO um 12 Uhr. Nachmittags 1 Uhr Fahrt in die Ober- •hRierei Kranichstein bis etwa 5 Uhr. Abends eventuell nach iLtzr gesellige Vereinigung im Platanenhain. — Die Mit- stber des Verein« und Freunde des Forstwesens, welche litab'stchtigen, an der XIII. Versammlung teilzunehmen, werden feiten, sich spätestens bis 7. September bei Oberforstrnrister •jtiniemann in Darmstadt anzumelden § Steinberg (Kreis Schotten), 25. Ang. Gestern brach ckWohnhaus eines hiesigen Bürger« Feuer aus, das in« ikfietü, ehe es größeren Schaden anrichten konnte, gelöscht mrtoe. ES soll infolge eines defekten Schornsteines ent- Mdeen sein. Lehrerheim Vogelsberg, 25. Aug. Mit einer herzlichen HMßungS-Ansprache eröffnete Lehrer Linck von RüdingS- der 1. Vorsitzende des Verein« „Lehrerheim Vogels die gestrige „LndwigStagS-Konferenz". Lehrer Artikel in „der WH ; ihm nichts kN Gerichtssaal. h- Gießer,, 27. August. (Ferien-Strafkammer.) Die Verhandlung beginnt mit der Strafsache gegen Georg Sommer- meyer von Ltndm bei Hannover wegen Diebstahl«. S., ein schon häufig wegen Etgentumvergehens vorbestrafter Mensch, hat in Gießen eine ganze Anzahl von WäschedtebstLhlen auSgeführt. Er ist geständig und erhält mit Rücksicht hieraus und in Anbetracht de« geringen Wertes der entwmdeten Sachen eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten unter Aufrechnung von einem Monat Untersuchungshaft. — Ein lichte unmittdbv." dem der gleitend usdruck gegeben irr gebender Stell io asser jenes Äcklele ergab Mr lein General o. BoM- reu M Atz in X aus, eg P btt ^tuuq'lt l«i C =«««. fe 8$ Wahr Ase toi , M Liwe eit berVM Vermischtes. * Aberglauben in der sogenannten „bess e- ren" Gesellschaft. Riebet „Gebetswunder" ist es in neuerer Zeit zu bemerkenswerten Auseinanderfetzungen gekommen. Tie durch eine amerikanische Sekte die Stirere Christi der Szientisten verbreitete Lehre von Heilungen durch das Gebet hat auch in deutschen orthodoxen Kreisen Anhänger gefunden. Tie Potsdamer Hofgesellschaft und das Offizierkorps sollen einen ziemlich starken Prozentsatz dieser Anhänger stellen. Tie „Lib. Storr." erinnert daran, daß nach dem Berichte der „Krcuzztg." bei der Beerdigung des früheren Kultusministers Bosse der amtierende Prediger Fischer in seiner Leichenrede u. a. in warmen Tönen Bosses tiefe Gläubigkeit rühmte, die in seinem Leben „durch wunderbare Gebet^erhörungen und buchstäblick)« Wunder" seiner Vergebung gewiß geworden sei. Ju der „Kreuzztg." warnt ein Herr v. Sydow vor der Sacl>e; „sie sehe wie ein neuer Sport aus, der von drüben über uns herein- bricht!" v. Sydow berichtet weiter, daß die Sackte rein geschäftlich betrieben werde. Es existieren gedruckte Preislisten, in denen die Preise nach der Betzeit berechnet seien. In Amerika sollten auch Tiere in dieser Gemeinschaft durch Gebet geheiligt werden. Auch das Deutsche Adelsblatt, das mit Bedauern mit teilen muß, daß „so viele, besonders Damen aus adeligen Kreisen", sich der neuen Sekte zuwenden, nimmt in schärfster Weife gegen das „seltsame bunte Sammelsurium von christlichen und heidnischen Ideen" Stellung uno erklärt rundweg: „Ein solcher Mißbrauch des Namens Gottes, unter Anwendung bestimmter Gebetssormen, fällt völlig zusammen mit den uralten Zaubereien von Besprechen, Bepusten und anderem Hokuspokus, wobei auch Gottes Name genannt wird." Stöcker hält es für geboten, in einer Broschüre gegen diese abergläubige Lehre Front zu machen. *Von derGeschworenenbank erzählt der frühere Untersuchungsrichter und jetzige Professor des Strafrechts an der Universität Czernowitz, Dr. Hans Großi, im neuesten Heft seines „Archiv f. Kriminalanthrop. und Kriminalistik einige humorvolle Stückchen, die er selbst erlebt hat. An einem Tage waren von derselben Geschworenenbank drei Fälle zu erledigen. Arn Schlüsse erzählte ihm der Obmann, ein sehr angesehener Mann, wie „geschickt" er in die Abstimmung eingegriffen habe. , Bei der ersten Verhandlung waren 8 Stimmen „ja", 4 „'nein", bei der zweiten ergab sich dasselbe Stimmenverhältnis, und als zufällig bei der dritten Verhandlung wieder 8 Stimmen mit „ja" und 4 mit „nein" stimmten, erklärte der Obmann der Mitge- schworenen, das gehe nicht, denn es werde im Publikum auffallen, wenn dreimal nacheinander stets 8 „ja" und 4 „nein" Vorkommen; da müsse einer „umstimmen". Das leuchtete allen ein, und es fand sich richtig ein gesinnungs- tüch-tiger Geschworener, der von „ja" auf „nein" überging. Als Tr. Groß nun ausrief, da sei der Beschuldigte plötzlich freigesprochen gewesen, meinte der Obmann, das sei eben der Spaß gewesen, und der Angeklagte werde auch nicht böse darüber gewesen sein! — In einem andern Falle war ein äußerst gewaltthätiger und gefährlicher Mensch wegen schwerer Körperverletzung mit elf Stimmen verurteilt worden. Ta ein vollkommener Beweis vorlag, so sagte Dr. Groß gelegentlich zu einem der Geschworenen, daß er nicht begreifen könne, warum ein Geschworener „nein" gesagt habe. „Tas hat auch keiner gethan", lautete die erstaunliche Antwort: „aber wir haben beschlossen, blos 11 „ja" und 1 „nein" zu verkünden. Tenn die Geschworenenbank bestand aus lauter Bauern, und so kriegten wir alle Angst, der Mann könne sich später an uns rächen und uns bie Häuser anzünden. Nun sagten wir, es feien blos 11 für „schuldig" gewesen, und der Kerl weiß nicht, wer ihn für „nichtschuidig" erklärte, und so kann er keinem von uns etioas thun, will er nicht gerade den Unschuldigen erwischen." — Ein Stückchen echter Bauemschlauheit. Taben jjx. W- n Miß btt- 'M war Pxj„. tat i, ™ 3uhin”f K M de» j,41 'Ugten Uebermtt > ^--Prinzessin, ^tholizlsmus wird ■ ■\ Seite das ich unMn, die int Mlch-religiösesK J£tu§ ist gewiß ft 7 gewesen, fe- H den vor drei ei' • Komp. Baid mch vuulare aus bemtn le-_ Man verstau) r? für Herenwrm deren. Co kam a, bej liche Summen für !■' ten der VoWiiet.. katholischen jetzt noch nichts , seinen Grünt: aus, wie den'. - ■?- Mten haben von einem o^v- bie Utfadfcn bev# desGrafenV: es Generalstabe- t t toät bes teM ne BesehlsWrnl:: oern von 1890 :t:. zu jener fielt SM jeben/all* als dc" 'sikion geM." mt *.$.»■ W er i, sondern M e'suches er mit bemM »erdieNiedel- anlagen Mt- sind zum . utfefHgnngna*- steußischb ©tej,, ich für einens- preis von n r k« öS ^aatsbaushaU..- r den VL.;- jiden * n S*W > f p. engeL etma es u" (hch. fn *,n*' en «t wS#61 »«ufbolb und Mefferheld schlimmster Art ist der erst 20 jährige Weih bind er Wilhelm R e t f k o h i von Vilbel. Er ist in den letzten Jahren fortgesetzt wegen Körperverletzung bestraft worgen und zwar meist mit erheblichen Gefängnisstrafen. Trotzdem suchte er an einem Sonntag- Ubend des Juli wieder Händel. Er fing mit einem von Vilbel nach Kletnkarben gehenden Mann ohne jeden Grund Streit an, drohte ihm mit Todtstechen und mißhandelte ihn mit den Fäusten. Am selben Übend provozierte er noch einen anderen Mann von Mastenheim und stach diesen ohne weiteres mit einem Dolchmeffer in Kopf und Arm. Der Stich nach dem Kopf war mit solcher Wucht geführt, daß sich die Messerspitze umbog. Der Angeklagte sucht sich mit Trunkenheit zu entschuldigen, indessen ergibt die Beweisaufnahme, daß von einer daS Bewußtsein auSschlicßeaden Trunkenheit zurzeit der That nicht die Rede sein kann. Der Angeklagte erhält daher eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren, 1 Monat, unter Aufrechnung eine» Monats Untersuchungshaft. Auch wird auf Einziehung de« bei der That gebrauchten Dolches erkannt. — Die Dienftmagd Rosa Luise Kunz aus München erhält wegen Diebstadls im Rückfalle 10 Monate Gefängnis. Ein Monat Untersuchungshaft wird aufgerechnet. — Diese drei Urteile wurden von den Verurtellten und der Staatsanwaltschaft sofort als rechtskräftig anerkannt. — Friedrich Römer von Kölzenhain hat gegen ein Urteil deS Schöffengerichts Ulrichstein, das ihn wegen Bedrohung und Uebertretung von SS 360fl, 366? deS Str.-G.-B. zu vier Wochen Gefängnis verurteilte, Berufung eit gelegt und ebenso die Staatsanwaltschaft. Die Berufung hat den Erfolg, daß R. nur wegen Uebertretung der SS 360Jl, 3661 deS Str.-G -B. zu drei Wochen Haft verurteilt wird. — Schließlich hat sich noch der Bergmann Heinrich Johann Freisinger aus Völklingen wegen Diebstahls zu verantworten. Freisinger, ein Gewohnheitsdieb, der auch zurzeit eine Zuchthausstrafe wegen Diebstahls verbüßt, war im Herbst 1897 aus der Strafanstalt Ziegenhain mit einem Genoffen ausgebrochen und hatte dann mit diesem in Wahlen, Gießen und Marburg eine größere Anzahl von Einbruchsdiebstählen verübt. Wegen der in Marburg begangenen Diebstähle erhielt er von der Strafkammer in Marburg 3 Jahre Zuchthaus, auch wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt und Stellung unter Polizeiaufsicht für zuläisig erklärt. Heute hat er sich wegen der Diebstähle in Wahlen und Gießen zu verantworten. Er ist geständig und erhält einschließlich der in Marburg erkannten Strafe 6 Jahre und 6 Monate Zuchthaus. Die in Marburg ausgesprochenen Nebenstrafen werden aufrecht erhalten. Darmstadt, 25. Aug. (Kriegsgericht.) In der gestrigen Sitzung des Kriegsgerichts hatten sich die Dragoner (Regt. Nr 23) Adam Willmann von Hainstadt, Aug. Friedr. Karl TrommerS hausen von Dudenhofen (Kreis Wetzlar) und Johannes Koch aus Sieben (Kreis AlSfeld) wegen Körperverletzung zu verantworten. Da zwei der geladenen ZivUzeugen ohne Entschuldigung nicht erschienen find, werden sie von dem zuständigen Amtsgericht in die gesetzliche Ordnungsstrafe genommen werden. Der Vorfall trug sich am Abend deS 27. Mai (Pfingstmontag) zu. Der Dragoner Willmann hatte sich in einer Wirtschaft in der Obergaffe betrunken, zog blank und wurde daselbst auSgewiefen. Hierüber gereizt, geriet er später auf dem Marktplatz mit den dazukommenden Dragonern Koch und TrommerS- hausen aneinander, weil diese ihm seine Mütze, die ihm entfallen war, nicht wiedergeben wollten, wobei alle drei den Säbel zogen und aufeinander loSschlugen. Eine Patrouille der Schloßwache bemerkte den Vorfall und nahm den Willmann fest, während sich die beiden anderen vorher entfernten. Die Angeklagten sind geständig. ES erhält unter Annahme mildernder Umstände Willmann 10 Tage Gefängnis und Koch 5 Tage Gefängnis, während TrommerShausen freigesprochen wird, da er in Notwehr gehandelt hrt. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Die Memeler Holz Industrie-Aktie« Gesellschaft, eine der Tochtergesellschaften der Kasseler Trebertrocknung, ist nunmehr auch in Konkurs ßeraten. Familien Nachrichten. Gestorben: Frau Dr. Schellenberg in Wetzlar. Litterarische Neuerscheinungen. Deutsche Kunst und Dekoration. Septemberhest (12). Darmstadt, Alex. Koch. Mk. 2.50. (En,hält einen vortrefflich illu- strterten längeren Aufsatz über daS Schaffen von Pattiz Huber für die Darmstädter Ausstellung und eine Abhandlung über HanS UngerS neue Bilder). Moderne Kunst. 15. Jahrgang, 26. Heft. Berlin, Rich. Bong. 20 Pfg. Zur guten Stunde. 14. Jahrgang, 28. Heft. Ebd. 40 Pf. Universttäts Nachrichten. — Der Literarhistoriker Profeffor Rudolf Haym aus Halle a. d. S., ehemaliges Mitglied deS Frankfurter Parlaments, ist am 27. August in St. Anton am Arlberg gestorben. (Die erste Schrift, die Haym bekennt machte und heute noch lesenswert ist, betitelt sich „Die deutsche National-Versammlung". Sie zeriällt in 3 Teile und «schien von 1848—1850. In ihr beleuchtet er vom altliberalen Standpunkte aus die Vorgänge und Mitglieder im ersten deutschen Parlament. 1858—1864 gab er die später von Trettschke, sitzt von Delbrück geleiteten „Preuß. Jahrbücher" heraus. Haym war 1821 in Grünberg in Schlesien geboren und ordentl. Profeffor der neueren deutschen Litteraturgeschichte. In Halle war der alle Haym eine populäre Persönlichkeit. Unter den Studenten erfreute er sich wegen seines liebenswürdigen Wesens und seines guten Humors der größten Beliebtheit. Seine Kollegs, besonders die über Geschichte der Philosophie, über Hegel'sche und Schopenhauer'sche Philosophie, deren heftiger Gegner er war und über die er auch Mehreres veröffentlicht hat, gehörten zu den besuchtesten. D. Red.) Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in Gießen. 34. Woche. Vom 18. bis 24. August 1901. Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (incl. 1600 Mann Milttär) SterblichkeUSziffer: 20,08, nach Abzug der Ortsfremden 6,O2<>/qo. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: tm vom I.Lebmriabr: 2.—Ib.Jahr, Lebentzschwäche 1 (1) — 1 (1) — Lungentuberkulose 2 (2) 2 (2) — — Herzfehler- 1 (1) 1 (1) - — Lungenentzündung 1 (1) 1 (1) — — Keuchhusten 1 — 1 — Gehirnentzündung 1 (1) — — 1 (1) KrebS 2 2 - — tötl. Körperverletzung 1 (1) 1 (1) — — Summa: 10 (7) 7 (5) 2 (1) 1 (1) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankhett auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Neueste Meldungen. Leipzig, 28. Aug. Der Kongreß des Verbandes deutscher Musikwerke- und Automatenhändler ist gestern Nachmittag eröffnet worden. Anwesend find Vertreter auS ganz Deutschland. Taruowih, 28. Aug. Der Förster Lierman« wef-t durch einen Unbekannten augeschossen und verstarb osi dem Transport nach dem Kraukeuhause. Zurich, 28. Aug. Die SchtffSbaufabrik Escher, Lhp u. Comp. stellte zwei Motorboote her, eines fflr Deutschen Kaiser, daS andere für den Sultan b»« Marokko. Msutslimar, 27. Aug. Auf die Ansprache des Mair« und Vertreters des MunicipalratS, welche den Präsiden!« L oubet vor seiner Abreise zu der von ihm befolgten Politik und zu dem Besuche des Kaisers von Rußland tieglM wünschten, erwiderte Loubet, die Anwesenheit deS Kaiser- [B Dünkirchen beweise für Rußland wie für Frankreich den Bund der beiden großen Völker, die sich in ihren Qk fühlen und Interessen verstehen, und sei als ein mächtig« Unterpfand für die Sicherung des Friedens anzusehen. Sie zeige, daß die Regierung der Republik, ohne sich bur$ die dem Regime der Freiheit innewohnenden Wandelbarkeüt, beirren zu laffen, mit Weisheit an der Beständigkeit btt traditionellen Politik Frankreichs festhält und diese weiter entwickelt. Loubet reiste um 11 Ubr nach Paris zurück. Kursbericht. " Frankfurt, den 28. 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