F B Wiedenerkäufer gesucht, g ZU- F/\Al9""ai' JqU ^nienOaO? Oeld- '■*•87000 iDm 1S15000 r’H^WOO g".t.IH=11liooo ?’"■ =»2000 ""■'■LnäOOO «=".,.1Lu.5OOO “•’■’■» =*JKH) ."vIlGew.v.Lllk. 8700 Losejeder Lotterie i 1 Ml U^elOflk. Hk f ono und Liste je 25 Pfg extra empfiehlt J. Stürmer i03l Sditeinetflejeüe gejudjt. vmS Beil, Trimbntzemake. HeOk det dauernde Wftigung btt fan Lohn. 3754 . 8cbaffsüedt, S janienftr. UM Mm, • das Füttern von co. 25 Pserdm besorgt, sm Mott fttjuil Nur 4?, die aus dauernde Stellung bntn, wollen sich meiden. 3798 Mms-Kmrtti MN- S. I, Melchior. hagerer FaosSsrfche somit ein che§ MMS-Sen gesucht. Srassatttt Hof. in die Lehre aesuchi von M Georg Getaner, engier, Neuenweg 42. 020/0 istt MaereSDienKutLdchenod. ^smbdchenges.Ltepbansir./2,liL Ein jüngeres, biaveS rimfb Ldchtft gleit oder Ipato nach ranffurt Mt. 0141 kudlvigstrafi 60^ Lehrmädchen befferes Geschäft unter gunstig- ringungen gesucht. lngebole unter A B MW an Lroedition d. BI. erbeten^ ^üchtigosriN.MLd'V^lPer ™'16*frt.t- CTteih —-- -*.säT^*s iftideW* e“ e? > firü. d. «I. jder. * Selters*8®11 / DM \ Nr. 133 Zweites Blatt Mittwoch 39. Mai 1901 151. Jahrgang. **•«•*, «frrtttion and Bmd«4: SchMOratz« 7. übrefit für Depesche«, Anzeiger Liebe». Fernsprechanschluß lhr.lt. vorläufig in weitesten Kreisen in ganz Serbien. Fragt man nach dem Gründ, weshalb das Königspaar sich zu einem so gefährlichen Spiel entschloß, so ist die Antwort dahin zu geben, daß auf Dragas Drängen der König um jeden Preis die Heirat durchsetzen wollte und Dragas Unpopularität am besten zu bekämpfen glaubte, wenn deren Niederkunft angekündigt wurde. Man glaubte, daß die Bevölkerung, um sich einen Dynastiewechsel zu ersparen, zu allem Ja sagen würde; unterdessen sollte man sich an Draga als Königin gewöhnen. Die gute Wirkung ist aber ausgeblieben. Zwischeu Frankreich nuh Marokko scheint es zu ernstlichen Reibungen kommen zu wollen. Bereits vor kurzem verlautete, der marokkanische Sultan habe den verschiedenen Völkerstämmen seine Hilfe in der Unterstützung der Belästigung der Franzosen auf nordafrikanischem Gebiete, ebenso auch in Algier, zugesagt. Diese Meldung wurde zwar von fran- zösischer Seite für unglaubwürdig erklärt, scheint aber doch nicht so ganz aus der Luft gegriffen zu sein. Der Pariser „(Eclair*4 will wissen, daß der französische Gesandte in Tanger beauftragt sei, von der marokkanischen Regierung nicht blos wegen der Affaire des von den Riffpirateu ermordeten Kaufmann Pouget, sondern auch wegen des von dem Sultan von Marokko an die Häuptlinge der Tuafi stämme gerichteten Briefes Erklärungen zu fordern und daß die Lage ziemlich ernst sei. Der Gesandte habe berichtet, daß die marokkanische Regierung der Familie Pougets die geforderte Geldentschädigung gewähren wolle, daß sie jedoch jede Aufklärung bezüglich der algerischen Angelegenheit verweigere. Auf Ansuchen des Gesandten, der eine energische Haltung befürworte, habe der Kreuzer „Chancy" Ordre erhalten, sich dem Admirail Carllard, der die bereits nach Marokko gegangenen Kreuzer „Pothuan" und „Du Chayla" befehligte, zur Verfügung zu stellen. Außerdem seien im Marinemtnisterium Dispositionen getroffen worden, um zwei Panzerschiffe ersten Ranges nach Marokko zu senden, falls die marokkanische Regierung in ihrer feindseligen Haltung gegen Frankreich beharren sollte. — In einem offiziösen Artikel des „Figaro" wird ausgeführt, daß Frankreich entschlossen sei, den status quo in Marokko zu respektieren, man dürfe aber nicht vergessen, daß der Handel an der marokkanischen Grenze fast unmöglich sei und daß Frankreiö i das Recht habe, für seine Angehörigen dieselben Rechte au marokkanischem Boden zu verlangen, wie sie die Marokkaner auf algerischem Boden genießen. — Dem „Siecke" zufolge traf der kürzlich zum Kommandeur des 19. Armeekorps ernannte General Caze in Paris ein, um mit dem Kriegs- minister über die Lage in Algier, sowie über die mllitärischen Maßnahmen zu beraten, welche teils au der algerisch-marokkanischen Küste, teils in Südalgerien getroffen werden sollen. — Einem in Algier erscheinenden Blatte zufolge wurde unlängst eine ziemlich große Menge Waffen und Munition, die von einem fremden Segelschiff in der Nähe von Djidjelli an Land geschafft wurden, nach dem Innern des Landes geschmuggelt. — Der Vertreter des Sultans für auswärtige Angelegenheiten, Mohammed>el-ToreS, ist nach Marokko be- rufen worden. Nach alledem hat es den Anschein, als ob man auch in Algier sich unter französischer Hoheit nicht wohl fühle und dort mit Marokko gemeinsame Sache gegen Frankreich zu machen gewillt sei. Die Lage in China. Das Ende der militärischen Operationen in China scheint nahe zu fein. An anderer Stelle unseres heutigen Blattes veröfsentlichen wir den Befehl Kaiser Wilhelms, daß die Auflösung des deutschen Ar m e c k o m m a n do s in Ostasien sowie die R e d u z i e r u n g der o st a s i a t i s ch e n Expeditionskorps vorzubereiten ift Tas ist eine außerordentlich erfreuliche Pfingstnachricht, die den längst gehegten Wünschen des größeren Teiles unserer Nation entgegenkommt. Nach einem Telegramm des „Reuterschen Bureaus" scheinen auch die Militärbehörden der anderen Nationen der Ansicht zu sein, daß die endgiltige Regelung der chinesischen Frage in Sicht ist. Es werden wenigstens allgemein Vorbereitungen für eine unmittelbar bevorstehende Räumung Pekings getroffen. Britische Transportschiffe haben Befehl erhalten, sich bereit zu halten. Graf Waldersee denkt, Mitte Juni abreisen zu können. Ter chinesische Kaiser hat Anweisungen erteilt, die Paläste in Peking in stand zu setzen für die Ankunft des Hofes, die erfolgt, sobald die fremden Truppen abgezogen sind. Aus Peking erfahren ferner englische Blätter, Graf Waldersee habe im Prinzip nachstehenden Vorschlägen Li- Hung-Tschangs zugestimmt, nämlich erstens, Peking zu räumen, wenn der Hof die Rückreise nach Peking angetreten habe, zweitens der chinesischen Militärpolizei zu gestatten, allmählich die Distrikte in der Nähe von Peking zu besetzen, drittens zu erlauben, daß. 3000 Mann von den zuverlässigen Truppen Juanschikais nach, Peking kommen, um die Ordnung in der Stadt nach der Räumung durch die Ausländer aufrecht zu erhalten. Endgiltige Abmachungen seien indessen noch nüH getroffen. — Die in Ostasien befindliche Linienschiffs-Tivision bestehend aus „Kurfürst Friedrich Wilhelm", Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Erdarbeiten wird die Schanzenitraße vom 29. Mai bis einschließlich 1. Juni l. I. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 28. Mai 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. B.: Roth. Telegramme deS Gieheuer Anzeigers. Peking, 27. Mai. Die Gesandten hoffen, daß noch einige Versammlungen genügen, um die noch schwebenden wickstigen Fragen zu regeln, und dem Hofe den Weg zur Rückkehr nach Pekin g zu ebnen. Große Bedeutung wird dem hier eingetroffenen Edikt beigelegt, worin Li- Hung-Tschang und Prinz Tsching angewiesen werden, die Verhandlungen schnell zum Abschluß zu bringen, um dem Hofe die Rückkehr nach Peking zu ermöglichen. In dem Edikt wird Li-Hung-Tschang und Tsching gleichzeitig befohlen, den Rückzug der verbündeten Truppen zu sichern. In hiesigen diplomatischen Kreisen wird geglaubt, der Hof wünsche dringend, zurückzukehren, wegen. der Unbequemlichkeiten, die der Aufenthalt in Singanfw verursachte. Tre höheren chinesischen Beamten treffen hier ohne Frage Vorbereitungen zum Empfange des Kaisers. Peking, 26. Mai. In chrer heutigen Zusammenkunft berieten die Gesandten, unabhängig von der Zahlung der Entschädigungssumme, über die Frage der endgiltigew Regelung. „Brandenburg", „Weißenburg", „Wörth" und „Hela44 hat telegraphisch Befehl erhalten, die Heimreise anzutreten. Waldersee meldet aus Peking: Russische Konsular- eine einstündige Unterredung mit dem Unterstaatssekretär Hill. Nach einer halbamtlichen Mitteilung werde Rußland« den Vorschlag ablehnen, chinesische Obligationen zu dem bereits erwähnten Zinssätze anzunehmen, es sei denn, daß, die Mächte dafür Garantie leisten. Die Vereinigten Staaten halten «es für unmöglich, einer solchen Garantie zuzustimmen. Man glaubt hier, China werde nunmehr die ganze geforderte Entschädigung zahlen, oder wenigstens sch verpflichten müssen, sie zu bezahlen; im übrigen zweifelt man hier, daß China im stände sem wird, sie zu zahlen. Waldersee meldet aus Peking: Kussische Konsularmeldungen stimmen darin überein, daß Tungfuhsiang sich mit wenig Truppen in der Provinz Kansu befindet, wo er scharf beobachtet wird. Tuan befindet sich mit 10 Begleitern in der Mongolei, woselbst die Bevölkerung ruhig ist, rvas mit meinen Nachrichten übereinsfimmt. Bailloud zerstreute im Verein mit regulären chinesischen Truppen bei Afing und südlich von Paotingfu starke Boxerbanden. Die Franzosen hatten zwei leicht Verwundete. > VtjUgsprrir Mt. 2.20, monail. 75 mirBriogkrlohn: durtb Nc- -lbholtstkllktt Diertc’.jäbtt, Mk. 1.90, monatl. 65 Bei Postbezug vierteljih«'». Mk. 2.00 obtu Bestell-«». tUe Untciaen>Bcrmitt{un ftrllen de» An- und Uu«l«i6el nehmen Unzeiten für »ttBtncr Anzeige, erugtjWL LeUenvrei» (oh, ix •uoeärte 90 «t !♦«**! täglich mh liwfrne bei Montags. •* the^Mcer -«»Ilie«, re-erben de» Rn« Wt^ei»«echielmü^Hefl. twbwtfl- anb „Blätter 0k M Betstunde" »er- WA. »chcheatltch b«gelegt. Engländer und Buren. Verschiedenartige Meldungen liegen heute vom ostafrikanischen Kriegsschauplätze vor. Eine auffallend verspätet eingetroffene Depesche aus Sandriverport (Trans- yaal) vom 2ä. Mai meldet: Ter englische Oberst Wilson versuchte mit enem Teile von Kitcheners Jägern das Kommando Beyers zwischen Nylsttoom und dem Sandriver zu. umzingeln. Ter Versuch mißlang aber, da die in den Rücken des Feindes gesandten Truppen zu spät ankamen. Es entspann sich nur noch ein Gefecht mit der Nachhut. 18 Buren wurden gefangen genommen, 40 Wagen, Munitrons- vorräte und Vieh erbeutet. Ter Feind bestand zum größten Teil aus Unberittenen. Auf britischer Seite wurde einer getötet und sechs Mann verwundet. — Nach einem Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria vom 26. machten die Buren mit überlegenen Streitkräften am 23. einen energischen Angriff auf einen Convoi zwischen Ventersdorp und. Potschefstroorn. Ter Angriff wurde abgeschlagen, auf englischer Seite wurden vier Mann getötet und 30 verwundet, der Convoi wurde glücklich an seinen Bestimmungsort gebracht. — Eine starke Patrouille der Grenzjäger, die eine Vorratskolonne nach Upington geleitet halte, wurde bet der Rückkehr nach Kapstadt am 23. von einem hundert Mann starken Burenkommando unter Conroy angegriffen. Die Buren waren auf dem Marsche nach Kenhardt, um die Stadt anzugreifen. Nach fünfstündigem Kampfe wurden die Buren zurückgeworfen. 15 Buren wurden getötet, 17. verwundet und gefangen genommen. Eine Anzahl vorr Pferden, mehrere Gewehre und Munitionsvorräte wurden erbeutet. Auf britischer Seite wurde ein Mann schwer verwundet. — Tie Buren haben in der Nähe der Station Good- wan einen Lastzug zum Entgleisen gebracht. Ter Lokomotivführer wurde getötet, der Heizer verwundet. Tie Buren wurden aber verjagt, bevor sie sich noch in den Besitz, der Vorräte setzen konnten. — Ein Bruder des Burenkommandanten Ben Viljoen wurde gefangen genommen. — Ein Telegramm des „Standard44 aus Middelburg vom 25. besagt: 16 Buren ergaben sich heute, sie brachten 12 506 Stück Rindvieh, 12 000 Schafe, 30 Pferde und 12 Wagen mit, die ihnen der Kommandant Oppenheim anvertraut hatte, um sie über die Eisenbahn hinweg nach Norden zu schaffen. — Tie Burenabteilungen, die sich in den Zuur- bergen zusammengezogen haben, wandten sich am 24. südwärts. Ihre Zahl beträgt 600, sie werden von Kruitzinger befehligt. Oberst Gorringes hat ihre Verfolgung ausgenommen. Amtlich wird mitgeteilt, daß in London am 19. d. Mts. aus Kapstadt zwei aus der Garnison von Mafeking stammende Soldaten angenommen find, welche an der Pest erkrankt sind. Tie Zahl der bisher in Kapstadt vorgekommenen Erkrankungen an der Pest beträgt insgesamt 608, hiervon haben 308 Fälle mit dem Tode geendet. Bei einem am Sonntag von Chamberlain zu Ehren Milners veranstalteten Frühstück hielt ersterer eine Rede, in der Milner für seine Thatigkeit lebhafte Anerkennung zollte und ausführte, die Aufgabe, die Milner GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen •wbeMUg» ftk den i erscheinenden M tot* 10 Hfcr Hem tu fpdttfttn» Politische Tagesschau. Tie Vorstände der Westfälifchen Bank, der Ravens- berger Spinnerei und der Mechanischen Weberei in Bielefeld haben kurz vor Pfingsten dem neuen preußischen ^andelsminister Möller, der bis zu seiner Ernennung dem Aufiichtsrate dieser Gesellschaften angehörte, ein Abschiedsessen gegeben, auf dem die Verdienste des Ministers um die Industrie gefeiert wurden. Möller ließ in seiner Antwortrede keinen Zweifel darüber, daß er •n seinen Ueberzeugungen auch fernerhin festhalten und namentlich dafür sorgen werde, daß dem deutschen Ex- pvrt die Möglichkeit zu freier Entfaltung erhalten bleibe. Möllers hochpolitische Jungfernrede als Minister hatte im wesentlichen folgenden Wortlaut- „Meine Ernennung zum Handelsminister hat Aussehen erregt, weil dadurch die seit Jahrzehnten bestehende Tradition, nur Beamte auf Ministerposten zu berufen, durchkrochen wurde. Für die Entwickelung Deutschlands ist es charakteristisch, daß die materiellen Fragen vielfach in den ersten Zeiten des Aufichwunges des Deutschen Reiches gering erachtet wurden gegenüber den ideellen Fragen. Diese Auffassung war seinerzeit vollberechtigt, als neue Gesetze von idealem Standpunkt aus geschaffen werden mußten. Als aber dadurch eine Grundlage für die Entwickelung des Reiches geschaffen war, traten auch die ma* teriellen Fragen in ihr Recht. Zu dieser Zeit begann ich ein Umschwung der Ideen zu vollziehen. Während rüher Liberalismus und Freihandel für untrennbar galten, ing man jetzt an, einzusehen, daß der absolute Freihandel nicht der richtige Standpunkt ist. Tiese Wandlung habe nud) ich durchgemacht. Ter mächtige Führer dieser Richtung war Bismarck. Er erkannte, daß ohne materielle Güter die ideellen Güter gefährdet würden, und betrat die Bahnen eines mäßigen Schutzzolles. Mir ist der Gedanke beklemmend, daß ich ein Amt antreten soll, das ein Bismarck inne hatte. Freilich bin ich insofern begünstigt, weil ich in manchen korporativen Gesellschaften thätig gewesen bin und lebhafte Beziehungen zu Handel, Industrie und auch zur Landwirtschaft unterhalte. Tennoch ist die meiner harrende Aufgabe eine außerordentlich schwierige. Tie Schwierigkeit liegt in dem Konflikt der verschiedenen Erwerbsgruppen. ES wäre aber ein Unding, eine Partei zu unterstützen, damit die andere unterliege. Ich befinde mich in ungünstiger Lage, weil ich in den letzten Monaten, ahnungslos, daß ich demnächst zum Minister ernannt werden könnte, meine Ansichten öffentlich ausgedrückt habe. Ich bin daher ein offenes Buch; dies ist jetzt ein großer Nachteil für mich, aber deshalb bin ich auch zu der Hoffnung berechtigt, daß weite Kreise mir vertrauen werden, wie ja auch Kundgebungen es mir beweisen. Daß die Export- crhaltung notwendig ist, steht außer Zweifel, das verlangt das Interesse der Großindustrie, deren Entwickelung sich in Bielefeld widerspiegelt. Hier hat sich oft gezeigt, daß, wenn ein Industriezweig darniederliegt, ein anderer blüht, sodaß die einzelnen Zweige in der Entwickelung sich ergänzen. Tas ist aber nur möglich, wo die Industrie möglichst spezialisiert ist. Ich danke den Gesellschaften für die heutige Ehrung, aber auch der Stadt Bielefeld, auf deren Gedeihen ich mein Glas leere. Sie lebe hoch!44 Niemand anders als König Alexander selbst wird jetzt vom Volke beschuldigt, Mitwisser der unwür- digenTäuschungzu sein, deren Opfer das serbische Volk geworden ist. Wenn es sich bewahrheiten sollte, daß das serbische Königspaar gemeinsam den französischen Äccoucheur Caulet dazu bestimmt hat, falsche Protokolle und Tiagnosen über einen zu erwartenden Leibeserben zu veröffentlichen, so Wäre es erklärlich, wenn ein Sturm der Entrüstung in Serbien gegen die Dynastie Obrenowits ausbräche. Aus Belgrad wirb gemeldet: Was bisher in intimen Hofkreisen nur geflüstert wurde, ist zur peinlick)en Wahrheit geworden, daß nämlich König Alexander und Gemahlin seinerzeit den französischen Arzt Caulet zur Ausfertigung eines falschen Gutachtens veranlaßten und sodann das Gaukelspiel der ganzen Schwangerschaft im beiderseitigen Einvernehmen zu Ende führten, obwohl beide überzeugt fein mußten, daß weder Alexander noch Draga jetzt oder später Nachkommen zu erwarten haben. Tas ist der that- sächliche Sachverhalt, dessen Folgen für Serbien unabsehbar erscheinen. Die dynastische Frage ist jetzt schon im vollen Umfang auf gerollt. Es herrscht im Volke allgemein die Mrpfindnng, daß sein Schicksal nicht der Gegenstand solcher Jntriguen sein kann. Allerdings hat Ministerpräsident Wuits und die ganze radikale Partei große Scheu vor politischen Um-välzungen und möchte sich, ausschließlich der Konsolidierung der inneren politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Zustände widmen. Aehnlich dentt man auch gehandelt habe. In kurzem mündlichen Vortrage erklärt Rechtsanwalt Thurm, daß die Verteidigung die materiellen und prozessualen Rügen aufrecht erhalte. Die Verteidiger hätten sich ihre Aufgabe geteilt, der eine wolle den prozesiualen, der andere den materiellen Teil ausführlich behandeln, dazu werde der Ausschluß der Oeffentlichkeit nötig sein, da Dinge vorgebracht werden muffen, deren öffentliche Erörterung nicht im militär-dienstlichen Jntereffe liege. Auf eine weitere Frage des Vorsitzenden, ob der Antrag aus Ausschluß der Oeffentlichkeit sich nur auf einen Teil, oder auf die ganze Verhandlung beziehen solle, erklärt R.»A. Thurm, daß die Verteidigung gegen den Ausschluß der Oeffentlichkeit während der ganzen Dauer der Verhandlung nichts einzuwenden habe. Zur Beratung über den Antrag schließt der Präsident auf Grund des § 285 der Militärstrasprozeßordnung die Oeffentlichkeit zunächst aus. Rach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit verkündet der Vorsitzende: Der Gerichtshof hat beschloffen, im militär-dienstlichen Jntereffe und im Interesse der militärischen Disziplin auf Grund des S 281 für denjenigen Teil der Verhandlungen, der sich auf das Vorleben de» Angeklagten und deffen Verhalten gegenüber seinen Kameraden und Vorgesetzten bezieht, die Oeffentlichkett auszuschließen. Es liege aber im Jntereffe des Angeklagten und der Sache, im möglichst weiten Sinne die Oeffentlichkeit aufrecht zu erhalten, das Gericht glaubt, daß es bei genügender Vorsicht möglich sein werde, mit der beschlossenen, nur teilweisen Ausschließung der Oeffent- lichkeit auszukommen, und die Verteidiger werden daher ersucht, diesen Teil der Ausführungen in dm Beginn ihres Vortrages zu verlegen. — Die Oeffentlichkeit wird hierauf bis auf weiteres ausgeschloffen. Nach etwa 15 Minuten wird die Oeffentlichkeit wieder hergestellt. — Rechtsanwalt Thurm sührt aus, daß die Vorgänge an dem kritischen Abend geeignet waren, schon eine normale Natur aus dem Gleichgewicht zu bringen, um wie viel mehr einen Io prädestinierten Mann wie dm Angeklagten. Der Angeklagte habe in keinem Punkte die Unwahrheit gesagt, und so werde man ihm auch glauben müffen. daß chm der ganze Vorgang wie ein böser Traum gewesen. Er habe zweifellos unter dem Drucke einer fixen Idee gehandelt und wenn die Vorinstanz über die Gutachten der medizinischen Sachverständigen einfach hinweggehe, so sei dies eine ungenügende Würdigung der Beweisaufnahme. Mit Unrecht sehe der Berufungsrichter in der Thal des Angeklagten ein ganz konsequentes Handeln. Dies sei nicht richtig. Konsequmt wäre es getnefen, wenn der Angeklagte nach der That den Revolver auch gegen sich selbst gerichtet hätte. An Äut habe es dem Angeklagten sicher nicht gefehlt. Wenn man nicht das Vorliegen einet fixen Idee annehmen wolle, würde taillons statt. Sobald der Kaiser" und die Kaiserin mit sämtlichen kaiserlichen Kindern erschienen waren, begann ein liturgischer Festgottesdienst. Außer den Majestäten nahmen sämtliche zur Zeit hier anwesenden Prinzen und Prinzessinnen, die .Herren vom Hauptquartier, die Herren und Tomen der Umgebung der Majestäten, die Kabinettschefs, die Generalität, Staatsminister Möller, Staatssekretär Kraetke, die fremdherrlichen Offiziere, der französische Generalmajor Bonnal und der französische Oberstleutnant Galtet an der Feier Teil. Nach dem Gottesdienst nahni das Bataillon Frontstellung, die Bataillons- musik spielte den Präscnticrmarsch, die Fahne senkte sich, und der Kaiser, der den großen Feldmarschallstab trug, schritt mit seinem Gefolge die Front ab. Hierauf formierte sich das Bataillon zum Parademarsch. Nach demselben nahm Se. Majestät niilitärischc Meldungen entgegen. Inzwischen hatten sich die Truppen nach den Kolonnaden begeben und an den prächtig dekorierten Tafeln Platz genommen. Unter den Klängen des „Heil Dir im Siegerkranz" kamen nun auch die Majestäten mit dem Gefolge vom Neuen Palais herüber und machten alsbald einen Rundgang. Ter Kaiser brachte sodann ein Hoch auf die Armee aus, iff deren Namen General v. Bock und Polach mit einem.Hoch aus den Kaiser dankte. Sodann kehrten die Majestäten zur Frühstückstafel nach dem Neuen Palais zurück. An der Tafel nahmen sämtliche in Potsdam^an- wesende Prinzen und Prinzessinnen, sowie die zur Teilnahme an der Feier des Stiftungsfestes des Lehr-Jn- anterie-Bataillons geladenen Persönlichkeiten teil. Bremen, 27. Mai. Weiland, der am 6. März den Wurf mit der Eisenlasche auf den Kaiser ausführte und der jetzt wieder im Untersuchungsgefängnis interniert ist, wurde längere Zeit auf seinen geistigen Zustand beobachtet, lieber diesen haben auf Anordnung des Oberreichsanwalts auch drei bedeutende auswärtige Psychiater, nachdem drei hiesige ihr Urteil abgegeben hatten, ihr Gutachten erteilt. Selbstverständlich dringt davon vorläufig von amtlicher Seite nichts an die Oeffentlichkeit. Wie es heißt, sollen die Gutachten verschieden ausgefallen sein. Weiland wird mir dann vor das Reichsgericht gestellt und von diesem abgeurteilt, wenn auf Grund der Gutachten der Sachver- tändigen angenommen wird, daß er die That seinerzeit nicht in geistiger Unzurechnungsfähigkeit, sondern geistig gesund mit Vorbedacht ausgeführt hat. Andernfalls dürfte er außer Verfolgung gesetzt werden, abgesehen von even- tuellen Maßnahmen, die wegen seines etwaigen krankhaften Zustandes erforderlich wären. Wie man hört, soll Weiland in letzter Zeit sehr ruhig gewesen sein. Deutsches Reich. Berlin, 27. Mai. Tas Pfingstfest hat die Mitglieder der kaiserlichen Familie zusammengefuhrt. Die Kaiserin traf mit ihren Söhnen, von Bonn kommend, am Samstag früh dort ein. Ter Kaiser, der zur Jagd in Pröckelwitz weilte, begab sich am Samstag nachmittag von dort nach Marienburg, wo er sich anderthalb Stunden aufhielt und die Bauten im Hoch- und Mittelschloß besichtigte. Gegen halb sechs Uhr erfolgte die Weiterfahrt nach Tanzig. Um 6 Uhr 40 Min. traf der Kaiser auf dem dortigen Bahnhofe ein und fuhr sofort nach der Schichau-Werft, wo eine kombinierte' Ehrenkompagnie der Garnison aufgestellt war. Unter Führung des Geh. Kommerzienrats Ziese und des Tirektors Topp besichtigte der Kaiser den Neubau des Linienschiffs T und den neuen russischen Kreuzer Nowiß. An Bord des russischen Kreuzers wurde der Kaiser von dessen Kommandanten, Fregattenkapitän Gawrilow, empfangen. Gegen halb acht Uhr begab sich der Kaiser nach Langfuhr und nahm im Kasino des ersten Leib-Husaren-Regiments das Souper ein. Kurz nad), 10 Uhr reiste er nach Potsdam ab, wo er am Pfingstsonntag früh eintraf und von der Kaiserin, dem Kronprinzen sowie den Prinzen Eitel Friedrich, Adalbert, August und Oskar empfangen wurde. l— Ter Kaiser hat auf den Antrag des Reichskanzlers die Rückkehr des Panzergeschwaders aus China und ferner befohlen, die Auslösung des deutschen Armee-Oberkommandos in Ostasien sowie die Reduzierung des ost asiatisch en Expedition skopD vorzubereiten. — Die Verleihung des Schwarzen Adler-Ordens an .den großbritannischen Feldmarschall Lord Roberts wird jetzt, also 4 Monate, nachdem sie erfolgte, in der jüngsten Ausgabe des „Staatsanz." veröffentlicht. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß dem englischen Generalmajor Sir John Max Neill und dem Earl of Kintire der Rote Adlerorden erster Klasse verliehen worden sei. (Diese, dem ehemaligen Führer der englischen Armee im Burenkriege zu teil gewordene Auszeichnung ist bereits hinlänglich erörtert wlorden. Erwähnt mag hierbei werden,' daß vom Führer der Nationalliberalen, dem Abg. Bassermann, diese und ähnliche Begleiterscheinungen der Englandfahrt im Reichstage sehr scharf kritisiert wurden. D. Red.) — Tas amtlich ermittelte Ergebnis der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Greifswald-Grimmen lautet: Es entfielen auf den Landrat v. Behr-Greifswald (kons.) 7419 Stimmen, auf den Bergrat a. T. Gothein- Breslau (fr. Vgg.) 6142 Stimmen, auf den Tischlermeister Knappe-Stettin (Soz.) 1828 Stimmen, 50 Stimmen zersplittert. Es ist somit Stichwahl erforderlich zwischen v. Behr und Gothein. — Turch eine Verfügung des Reichs marineamts ist der Bau des auf der kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven seit dem 14. November v. I. auf Stapel stehenden Linienschiffes „G", dessen Stapellauf am 15. Juni stattfinden sollte, auf unbestimmte Zeit eingestellt worden. Tas Schiff hat bereits bis auf 2—300 To. fein Stapellaufgewicht erreicht. — Tie Einnahmen derReichspost-undTele- graphen -Verwaltung im April 1901 betragen 37 698124 Mk., 3 331 085 Mk. mehr als in demselben Monat des Vorjahres, die Einnahmen der Reichs-Eisenbahn- Verwaltung 7 478000 Mk., 403000 Mk. mehr als im April 1900. Potsdam, 27. Mai. Vom herrlichsten Wetter begünstigt, fand heute vormittag beim Neuen Palais das Stiftungsfest des Lehr - Infanterie -Ba - vormittags stattgehabten Sitzung wurde der Bürgermeister von Lyon, Augagneur, zum Präsidenten gewählt. Tie gestrigen und heutigen teilweise sehr stürmi- chen Tebatten betrafen ausschließlich die Resolution Tela- )orte, die erklärt, daß Millerand mit dem Eintritt in die Negierung aufgehört habe, Vertreter der Arbeiterpartei zu ein. Jaures und seine Anhänger setzten schließliche mit 342 Stimmen Mehrheit durchs daß die Resolution an eine Kommission verwiesen wird, die bis morgen eine mildere Form finden soll. Ter Handelsminister Millerand selbst entsprach heute wohl nicht zufällig einer Einladung des ozialistischen Gemeinderats von Nouzon in den Ardennen, wo er seinen Parteigenossen sehr geschickt in Erinnerung rief, wieviele Fortschritte er innerhalb der republikanischen Regierung im Interesse der Arbeiter und der Ausgestaltung der Arbeiterorganisationen verwirklichen konnte. Lissabon, 27. Mai. Ter regierende Kongreß in Südportugal überreichte der Regierung eine dringende Eingabe wegen Abhilfe der landwirtschaftlichen und Arbeiter not. Ueberalt herrscht Hunger und Verzweiflung. Tie Regierung versprach schnell einzuschreiten, da andernfalls Zusammenstöße zu befürchten seien. Madrid, 26. Mai. Tie Senatswahlen ergaben nach )en bisher vorliegenden Meldungen eine starke Majorität ür die Regierung. Rom, 25. Mai. Nach Nachrichten aus Tunis plünderten türkische Soldaten mehrere Häuser von Italienern und mißhandelten (die Besitzer. Kein Italiener könne mehr die Stadt verlassen, ohne schwere Gefahr zu laufen. .Selbst der italienische Konsul und seine Familie seien von thät- lichen Angriffen nicht verschont geblieben. Belgrad, 25. Mai. Hier ist eine Meldung des Grenzkommandanten eingetroffen, wonach gestern eine serbische Patrouille eine Abteilung Arnauten und Nizams im Hinterhalte zwischen den serbischen Blockhäusern Tatschewaz und Jablowdol auf serbischem Gebiete überraschte. In dem Kampfe, der sich entspann, wurden zwei serbische Infanteristen schiver verwundet. New-Port, 27. Mai. Tas Bundesobergericht gab heute eine 'hochwichtige Entscheidung ab, worin es sagt, daß P o r t o r i c o nicht als Ausland betrachtet werden könne, sondern daß die Insel T e r r i t o r i u m derVe reinigten Staaten sei, daß mithin die Zollschranken nichts oufrechtzuerhalten und die Bewohner als amerikanische Bürger zu betrachten seien. Obwohl die Entscheidung noch nicht im Wortlaut vorliegt, scheint das Gericht doch zu urteilen, daß Portorico zwar völlig Eigentum der Vereinigten Staaten ist, aber nicht unter der Verfassung steht. mach seiner Rückkehr nach Südafrika zu erfüllen habe, werde noch wichtiger sein. „Ich habe das Vertrauen", fügte Chamberlain hinzu, daß dann die Funken, die unter der Asche dieses Krieges glimmen, der feit langer Zeit aufgehört hat, ein solcher zu fein, verlöscht fein werden. Milner wird eine neue Ordnung der Tinge einführen, der bald Versöhnung und gemeinschaftliche Thätigkeit beider Raffen -folgen werden, welche die hauptsächlichste Bedingung find für die Herstellung eines auf gesunder Grundlage ruhenden und, wie seine Schwesterfederationen Kanada und Australien einigen, freien, blühenden und loyalen Südafrika." In feiner Erwiderung dankte Milner zunächst für den ihm bereiteten Empfang, ging dann auf die gegen ihn gerichteten Angriffe ein und betonte, die ihm erwiesenen Ehren seien auf die Notwendigkeit zurückzuführen, aller Welt zu zeigen, daß das Land seine Tiener im Angesicht des Feindes nicht verläßt. Es sei lächerlich, schloß Milner, zu behaupten, daß der tfrieg durch größere Versöhnlichkeit zu vermeiden gewesen wäre, aber hoffentlich komme bald die Zeit, wo eine sanftere, nachsichtiger e Politik in Südafrika zur Anwendung gelangen könne. — Also selbst diesem Manne scheint es nachgerade zu bunt dort weiter zu gehen. * * Telegramme deS Gießener Anzeigers. London, 28. Mai. Lord Kitchener meldet aus Pretoria: Seit dem letzten Telegramm über die Verluste der Buren sind 63 Buren getötet, 36 verwundet und 267 gefangen genommen; 83 ergaben sich. 246 Gewehre, viel Munition, 179 Wagen, sowie eine Anzahl Pferde und anderes Vieh wurde erbeutet. Kapstad t, einer amtlichen Meldung zufolge, wurde Scheepers Kommando in die Berge, nördlich von Aberdeen gedrängt. 600 Buren kreuzten in zwei Abteilungen südwärts marschierend, 7 Meilen östlich von Thebus, die Eisenbahn. DaS Reichsmilitärgericht «ud Rüger. Vor dem Reichs-Militärgericht fand am SamStag die ReoistonS- verhandluog gegen den Oberleutnant Rüger statt. Die sowohl von Rüger, wie vom Gerichtsherrn eingelegte Revision ist verworfen worden. Es bleibt somit bei der Verurteilung zu sechs Jahren Zuchthaus und Ausstoßung aus dem Heere. Ueber die Verhandlungen vor dem Reichs-Militärgericht geben wir noch den olgenden ausführlichen Bericht: Der Präsident des Retchs-MUitärgertchts, v. Gemmingen, ist zugegen. Den Vorsitz führt Senatspräfident Dr. Herz. Der Angeklagte ist nicht erschienen. t , Rüger vom 17. Jnf.-Regt. Graf BarfuS, der nach einer Feier von Kaisers Geburtstag den Hauptmann Adams erschossen hat, ist vom Kriegsgericht der 33. Division in Metz zu zwölf Jahren Zucht. hauS und Ausstoßung aus dem Heere verurteilt worden. Vom Ober- kriegsgericht des 16. Armeekorps ist die Strafe aus sechs Jahre Zuchthaus unter Ausstoßung aus dem Heere herabgemtndert worden. Gegen das Urteil hatte sowohl der Angeklagte als auch der Gerichtsherr das Rechtsmittel der Berufung etngebracht, ersterer, weil er behauptete, daß er keinen Totschlag habe begehen, sondern den Hauptmann AdamS habe verhindern wollen, seinem Bruder, dem Oberstabsarzt Dr. Rüger, im Duell entgegen zu treten. Der Gerichtsherr hat die Revision eingelegt, well nicht nach der auf Mord lautenden Anklage erkannt worden ist. Wie aus dem Referat ersichtlich ist, nimmt die Erörterung der Gutachten der Psychiater in dem Erkenntnis des OberkrtegsgirichtS einen breiten Raum ein. Die Sachverständigen hatten den Antrag gestellt, den Angeklagten zur Beobachtung seines Geisteszustandes einer Anstatt zu überweisen. Das Oberkriegsgericht hat den Antrag abgelehnt und in ausführlicher Darlegung feinen Standpunkt dahin begründet, daß alle von der Verteidigung vorgebrachten Momente, die von den Psychiatern zur Grundlage ihres Urteils gemacht wurden, auf eine geistige Störung nicht schließen lasten. In der gegen das Urteil des Oberkriegsgerichts eingelegten Revision wird gerügt, daß den Anträgen der medizinischen Sachverständigen nicht olgegegeben worden ist. Es wird ferner geltend gemacht, daß der Angeklagte auch aus § 97 deS Militär-Strafgesetzbuchs nicht verurteilt werden könne, weil er sich bei Begehung der That nicht bewußt gewesen, einen Vorgesetzten vor sich zu haben, vielmehr als Mensch dem Menschen gegenüberstand. Die Revision beantragt Freisprechung des Angeklagten, event. die Zurückweisung an die Vorinstanz, da der Angeklagte die That unter Nachwirkungen des Alkohols begangen und sich nicht im Besitze freier Willensbefiimmung befunden habe. — Der Gerichtsherr hat Revision eingelegt, weil die Verurteilung nicht wegen Mordes ergangen worden ist im übrigen widerlegt er die Ausführungen deS Angeklagten, daß es sich angeblich nicht um einen thatsäch'.ichen Angriff gegen einen Vorgesetzten Mathematiker - Kongreß. P. Gießen, 28. Mai. Vom herrlichsten Frühlingswetter begünstigt trafen gestern aus allen Gauen unseres Vaterlandes die Teilnehmer zu. der 10. Hauptversammlung des Vereins zur Förderung des Unterrichts in der Mathematik und den Naturwissenschaften^ Gießen ein. Unsere Stadt prangt im herrlichsten Frühlingskleide, die Sonne lacht vom Himmel, den Menschen zum Genuß der Natur einladend, und diese, verlockende Maienzeit haben sich die Herren der exakten Wissenschaften erkoren, einige Tage in ernster Arbeit zu verbringen, Beratungen abzuhalten und Vorschläge zur Förderung des Unterrichts zu erwägen. Schon gestern abend versammelten sich etwa 60 Herren im Gesellschaftsverein zu einer geselligen Vereinigung, bei der Professor N o ack die Anwesenden mit herzlichen Worten begrüßte! Der Vereins- Vorstand, bestehend aus den Professoren P i etzke r - 91ord- hausen, P re ß l e r - Hannover und Schottler- Halle, und No ack-Gießen als Vorstand des Ortsausschusses trat zu- ammen und setzte in einer Sitzung das Programm fest. Heute morgen 9 Uhr versammelten sich etwa 80 Herren in der Aula des Gymnasiums. Magnifizenz Prof. Dr. B. Schmidt war als Vertreter der Universität erschienen, als Vertreter der Regierung Provinzialdirektor Geh. Rat v. Bechtold und als Vertreter der Stadt Bürgermeister Mecum. Auch der preußische Schulrat Dr. Kaiser aus» Cassel war erschienen, wahrend die hessische Schulbehörde keinen Vertreter gesandt hatte! Der Bor- itzende Prof. Pietzker-yrordhausen begrüßte die Anwesenden und erteilte dem Vorsitzenden des Ortsausschusses Proß Noack das Wort, der die Ehrengäste und Gäste bewillkommnete. Im Namen der Universität dankte Se. Magni- izenz und wies darauf hin, in wie naher Beziehung die Versammlung zu der Universität stände, da jene einen Teil ihrer Tauer der Besichtigung der alma niater Ludo- vieiana widmen wolle. Hierauf gedachte Prof. Pietzker der im vergangenen Jahre gestorbenen Mitglieder und widmete einen besonders warm empfundenen Nachruf dem Geh. Rat Prof. Schwalbe, sein Verdienst um die Wissenschaft, insbesondere die Naturwissenschaft, hervorhebend. Zu Ehren der Toten erheben sich die Anwesenden von den Sitzen. Nachdem Prof. Noack einige geschäftliche Mitteilungen gemacht und Schulrat Dr. Kaiser für die Begrüßung gedankt hatte, prach Prof. Poske-Berlin in einstündigem Dortraa über Grundlagen des physikalischen Unterrichts. Daran schloß sich eine lebhafte Diskussion. Um 11 Uhr trat eine einstündige Frühstückspause ein. Nach 12 Uhr begannen die Abteilungs- itzungen, und zwar sprach zuerst Prof. Schönemann- Svest über einen Distanzmesser, lieber kubische Gleichungen, prach jodann Geh. Rat. Prof. Pasch^Gießen. Prof. Hansen- Gießen führt der Versammlung eine Anzahl nach Photographien hergestellter Abbildungen vor, durch die der An- chauungsunterricht in der Botanik zu vervollkommnen t. Im physikalischen Kabinett des Gymnasiums demon- riert Prof. Noack - Gießen über Apparate und Einrichtungen für Schülerübungen. (Forts, folgt.) Ausland. Chiftiania, 25. Mai. Tas Lagthing und das Odels- thing nahmen in gemeinsamer Sitzung enbgiltig das Gesetz an, nach dem das allgemeine kommunale St im ni- recht für Männer ein gefügt wird, sowie für solche Frauen, die für eine jährliche Mindesteinnahme von 300 Kronen auf dem Lande oder von 400 tonen in den Städten Steuern bezahlen, oder die in Vermögensgemeinschaft mit Männern leben, die von solchen Einnahmen Steuern zahlen. Paris, 27. Mai. Waldeck-Rousseau verließ mit einer Frau und mehreren Freunden vorgestern Paris auf einer Privatyacht. Gestern landete er gegen Abend in Havre. Als der Minister mit seiner Frau und seinem Kabinettschef Ulriche in einem offenen Landauer wegfuhr, stürzte sich ünfzig Schnitte vorn .Hafen entfernt ein Individuum auf . ie zu, das mit dem Rufe: „Sie sind verkauft, hier das ürLaubet!"(Sier undOrangen schleuderte. Frau Waldeck, die sich vorbeugte, um ihren Mann zu decken, wurde auf die linke Wange getroffen und erhielt eine Kontusion. Ter Minister blieb unverletzt. Ulrich! stürzte sich , auf den davonlaufendeu Attentäter, der verhaftet wurde; er heißt Ernst Parfait, ist 20 Jahre alt und ein bekannter Anhänger des nationalistischen Jugendbundes. Lyon, 27. Mai. Ter allgemeine französische Sozia- l i st e u k o n g r e ß wurde gestern hier eröffnet. Derselbe hat den Zweck, ein Parteiprogramm aufzustellen. In der ersten. id)t uub Mger. inb amSam6Uablt!Rtöifa)nfc Mzn statt. Die sowohl oon »Rrvision tstorrworseo trurldlung zu sechs Jahtt/r aus dem Heere. UttoM ilargerich! geben wir N dm ilSrgMs, o. Smiiidigm, ist -prLfidmi Dr. Herz. Tn Lv- s BnsuS, der nach rinn Feia aann Adams nichostm hat, ist in Metz zu M W» M» i venntellt worben. Dom litt» )lt Strafe auf W JahreMt- ■ batbanntobtrt worben, «fegen . gi8 audj btt Serichlsjar das i, erstner, weil er deutete, sondern den Hauoimnn Adams nMhnr hai^MiWvn- ,oib liuienbtn Wge «M * ist, nimmt die Srörttmnp b« nnfttablgen halten dm Snnt: SldmlSdWrotoitntt ™ i äifflSlanbpmltbi6l«k, '”,8 UrldU «®<» SÄt« imiet** ^ÄchdmMschm^ : als evs risprechung bes 8 ba der Sngeftogt w« • w**T *Ä*»*'* - --«i-'WÄ'Ä pro^M eine °>°^ ^ ufgabe gete^ o SW-H WqO ffltunb de» \ = AnzmE : ? fi»rle en frfr ^ieht, > im3nttre?rtän®1Ntr! «^e"w Ti» ’**' JkSJ-SÄs c< Aerolo^ piit Ä**' Wlot >T10'",i“ titlet ■hÄi «ti nDtt8®siäeea?c'uni> unq trat iu- itelten fest. Et UnivLr L °^zialdi!^Menen, ßArat die hessii'A^ aus äSs >!» >«ä ;■■ "srM « % um die »nidmif 11 d---°rhebL"'^^ ‘WMeifeq e« gemußt Jfev1”9 9ebantt haue, üb» Ät^tanWHdi ; ?$x ™ eine cinftünbige begannen die Meüungl- n-AlAonernarin- Gleichungen asch-Greyen. Prof. Hansen- ' euie An^hl nach Photo- en vor, durch die der An- lmnk zu vervollkommnen des Gymnasiums demon- r Apparate und Einricht- (Forts. folgt.) beiter in den Ausstand treten. es unerklärlich sein, daß em Offizier, der zehn Jahre lang dem Offizier» korpS angehört, in solcher Weise fich in einen Ehrenhandel einmische. Der Angeklagte sei eine normale Natur, der die That m einem krankhaften Zustande begangen und deshalb Anspruch auf den Schutz deS § 51 des Strafges.'B. habe. Wenn hier eine andere Instanz wäre als das anwaltschoft Licgmß wegen M a jesta t z b el e idi gun gIw-it ootgejogenen Rangier,ug. Personen nicht verletzt, verfolgt zvird, fernerem Händler aus Dieburg wegen Obdach. Materialschaden unbedeutend, Betrieb nicht gestört, Untersuchung eingeleitet. — Am SamSiag vor Pfingsten ftießen in der Nahe von Cajanello (Süditalien) zwei Züge zu- Tieb ist auch hier bekannt. (?) Brand. Am Samstag entstand in einer Hofraite bet Schützenstraße ein Brand, der dadurch verursacht wurde, baß unbeaufsichtigte kleine Kinder im Alter von 8 und 6 fahren mit Streichhölzern an einem Haufen Spähne fvielten. Eine hirzukommende Frau erstickte das Feuer. (?) Verhaftet. Arretiert wurde ein durchreisender Holzbildhauer aus Würtfch^Helle, der von der Staats.- sammen; vier Personen wurden verwundet. * Zu dem Grubenunglück auf dem Hermanns- - o , nach zehnstündiger Arbeitszeit wird von der Gesellschaft nicht bewilligt; wurde tot zu Tage gefördert, der Zweite ist noch Nicht bisher feiern 400 Arbeiter. Wahrscheinlich ist, daß alsbald sämtliche Ar- p art hie 3 Füsiliere vom 3. Bat. des RegtS. „Königin" (Schleswig-Holstein) Nr. 86. * Aschaffenburg, 27. Mai. In dem benachbarten Dorfe Großwallstadt wurden drei Personen, welche sich während eines Gewitters unter eine Blechhütte geflüchtet hatten, vom Blitz erschlagen. » Haag, 25. Mai. Nach einem weiteren aus Batavia vom heutigen Tage eingegangenen amtlichen Telegramm beläuft sich die Zahl der bei der Eruption des Kelut umgekommenen Eingeborenen auf 176. * Tarent, 25. Mai. Auf dem Torpedoboot „47" strömte während der Fahrt infolge eines Defektes am Sesiel Dampf aus, wodurch 5 Personen verletzt wurden, davon 2 schwer. * Cardiff, 27. Mai. Der Königliche Ober-Minen- Jnspektor für Süd-Wales erklärte, eS sei unmöglich, daß von den in der Nniversal-Kohlengrube befindlichen Arbeitern noch irgend einer am Leben ist. Ueber die Ursache der Explosion ist bis jetzt nicht daS Geringste bekannt. • Madrid, 26. Mai. Ein heftiges Unwetter richtete in der Ortschaft Esparragosa (Provinz Badajoz) große Verheerungen an. Eine Frau wurde getötet, mehrere Personen wurden verletzt. » Ein starkes Erdbeben ist am Tage vor Pfingsten in der Gegend von Turin und Cuneo in Oberitalien beobachtet worden. ♦ Wien, 25. Mai. DaS „N. W. T." meldet aus Fiume: Bei dem vom König von Serbien begnadigten Bauernführer Ranko Tojfitsch, der gestern auS Cetinje auf der Durchreise nach Serbien hier eintraf, kam Wahnsinn zum Ausbruch. Er wollte sich in der Nacht von einem hohen Berge in die Tiefe stürzen und blieb an einem eisernen Zaun hängen. Auf seine Hilferufe erschien Hilfe, und er wurde gerettet. Heute reiste Tajsitsch unter dem Geleit zweier Landsleute nach Belgrad weiter. * Petersburg, 27. Mai. In dem Orte Sainsk im Gouvernement Ufa wurden durch eine Feuersbrunst gefunden. ' Eisenbahnunfälle. Daß die Pfiingfitage nicht, v M (l ♦ .r, r, ohne Eisenbahnuufälle vorübergehen würden, war nach den Utll) Erfahrungen der letzten Jahre leider vorauszusehen. Glück- — Bremer L«berrS-D«rfiche,uugsbank. Nach dem uns vor- licherweise ist aber kein großes Unglück diesmal passiert, liegenden Rechenschaftsberichte über das Jahr isoowar m allen AuS Magdeburg wird vom ersten Pfiugst.age amtlich ge. ®1 meldet: Heute mittag 1 Uhr fuhr nördlich vor Bahnhof Am^JahElusi?^cht7 Magdeburg der Schnellzug von Wittenberge auf einen zu | Die Einnahme an Prämien, Zinsen und Mletbetragen vermehrte von den wunderbarsten Seelenströmungen beherrscht und hochjauchzend, bald zu Tode betrübt war. D.. Z..‘. “fr fr"1 aus, daß Dinge, die Gegenstand mündlicher Verhandlung gewesen, nn Urteil mit keinem Worte erwähnt worden seien und schließt mit dem Anträge, das Urteil aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurück- 600 Häuser zerstört. 3000 Menschen find infolgedesseu obdachlos geworden. * New-Aork, 25. Mai. In dem Gebiete der großen Seen hat während der letzten 24 Stunden ein Sturm gewütet, wie er seit 15 Jahren nicht vorgekommen ist; eine losigkcit. , (?) Ueberfall. In der vergangenen Nacht uberpelen —,— -----— ------- , - . . , in der Liebigstraße junge Leute einen nach Hause gehenden Reichsmilitäig-richt, würde er Berug nehmen können auf einen mzwüchen ^ unb trugen ihn; beim Eintreffen der Schutz- di-rh-ler,dam>n. W nntb I W-ldenbUmettei °b'e .Schl-fi,che Kg.- ,»ch 1 - 1 ■ 27. Ma«. Hm. g-ntt do« »>qmer, vei ben Rettung,«betten tarnen bxei »ergleutc ®«_8trtnbigCr Wrt wnt«|emeS hiesigen «kinwohners m den s°^ Judengraben. ES 2^1,. Im ganzen sind 21 Mann todt. NachiS zwöis ist d.eS em ziemlich breiter und l.eser Graben, der sich an tour6cn ReiiungSarbeiten als aussichtslos und zu einer Kurve der Watzenborner Straße herzuht. Pserd und » eingeßcnt und die weitere Thätigkeii auf Loschen Wagen stürzten um, d,e Jnsasieu w«den herauSgeschleud«LBerghauptmann Vogel nud Ober- Glücklicherweise kamen alle mit dem schrecken davon. Auch bc Q( 3^atf ^aben M an bic Unfallstelle begeben, das Pserd erlM temerle, Verletzung. M-ige dieser Fall . Ein ungetreuer Rechtsanwalt. Aus Tilsit wiederum eine Mahnung sein, endlich einmal diesen Graden,! un8 ge(d)rlebeR. Sem flJe^t«°" dem Thäter her und fand ihn gernutlich im Ehausseegraben , Bochum, 25. Mai. Wie man aus Herne meldet, Budapest, 25. Mai. Ein Ausstand der Arbeiter in den sitzen, wo er sich die gestohlene Wurst gut schmecken n W Sbamrotf" Sckackt I und II zwei Reschitzaer Werken der österreichisch-ungarischen Staats-Eisenbahngesell- Wie er mrgeredet wurde, erklärte er sofort, den ^rebstahl wurden aus der Zeche m 9 / W W , „ fr beginnt einen ernsteren Charakter anzunehmen. Die Forderung nicht begangen zu haben, sprang aber im schnellsten-L.empo s Bergleute durch niedergehendes Gestein versch üttet. Emer zehnstündiger Arbeitszeit wird von der Gesellschaft nicht bewilligt; auf und lief durch die Wiese nach dem Philosophenwald, wo er verschwand. Der Radfahrer hatte das Nachsehen. Ter um 228 296 Mk. und erreichte die Summe von 4 070430 Mk. Die Prämienreserve und die Prämienüberti äge beliefen sich am Jahres- schlufse auf 21545693 Mk Das Vermögen der Bank vermehrte sich um 1 756528 Mk. Der zur Dividendenverteilung verfügbare Ueber- schuß beläuft sich einschließlich des Überschusses auS 1900 au 1155 303 Mk. An Versicherungssummen wurden im Berichts, ihre 1380779 Mk. auSgezahlt. k'L. Frankfurt a. M., 28.Mai. (Telegr. Orig.-Bericht des „©.«.*). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Berkau standen 367 Ochsen, darunter 128 aus Oesterreich, 29 Bullen, da^ runter 0 aus Oesterreich, 681 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 156 Kälber, 72 Schafe und Hämmel, 774 Schweine, 0 Ziegen, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 64—66 Mk., 2. Qual. 59—61 Mk., 3 Qual. 55—59 Mk.; Bullen 1. Qual. 53-55 Mk., 2. Qual. 49—50 Mk.; Kühe 1. Qual. 58—6033?!., 2. Qual. 53—55Mk., 3.Qual. 41—43Mk., 4.Qual. 30—32 Mk., 5. Qual. 28—29 Mk. Bezahlt wurden für 1 Pfd. Schlachtgewicht Kälber 1. Qual. 58—80Pfg., Lebendgewicht 46-49 Pfg., 2. Qual. 72-75 Pfg, Lebendgewicht 43—45 Pfg., 3. Qual. 0 Pfg., Schlachtgewicht 62—65 Pfg.; Schafe l.Qual. Schlgw. 60 Pfg., 2. Qual. 57-59 Pfg.; Schweine 1. Qual. 59 Pfg., Lebendgewicht 46 Pfg., 2. Qual. 58 Pfg., Lebendgewicht 45 Pfg., 3. Qual. 48—50 Pfg, Lebendgewicht 00 Pfg. Geschäft: Hornvieh gesucht, Ueberstand bedeutend, Preise find gut, Markt geräumt. Landwirtschaft. — Der Saatenstand im Deutschen Reiche um die Mitte des Monats Mai stellt sich folgendermaßen dar: Winterweizen 3,5 (8,6); Sommerweizen 2j5; Winterspelz 2,3 (2,2); Winterroggen 3 (2,8); Sommerroggen 2,8' Sommergerste 2,4; Hafer 2,5; Klee 3 (2,9); Luzerne 2,8 (2,6); Wiesen 2,5 (2,5); der wegen Auswinterung umgepflügte Prozentteil der Anbaufläche beträgt bei Winterweizen 88,1 (22,6); Wintechpelz 0,9 (0,1); Winterroggen 9 (2,9); Klee 10,8 (4,4); Luzerne 9,4 (1,8) Die eingeklammerten Zahlen sind die Aprilzahlen; 1 bedeutet sehr gut; 2 gut, 8 mittel und 4 gering. In den Bemerkungen zum deutschen Saatenstandsbericht heißt es: Der Winterweizen zeigt nur deshalb leichte Besserung seiner recht unbefriedigenden Note, weil die im April und Mm umgepflügten Flächen nun auS der Beurteilung ausgesckieden sind und nicht mehr auf die Saaten« standsnote drücken. Unter Berücksichtigung dieses UmstandeS ist die jetzige Note als ein Anzeichen weiterer Verschlechterung des Standes des Winterweizens anzusehen. Im April und Mai zusammen sind rund 1471 200 Hektar wegen Auswinterung umgepflügt, davon Winterweizen 726,400 Hektar und Winterroggen 624400 Hektar. Große ausgewinlerte Flächen leichten BodenS bleiben unbestellt liegen; die erfolgten Umaaerungen stellen also noch nicht einmal den ganzen Schaden dar. — Adelaide, 27. Mai. Die Weizenernte in Süd«Australien ergab 11258148 Bushels, 3 Millionen Bushels mehr als im Vorjahre. Neueste Meldungen. (Telephon-Meldungen des „Gießener Anzeigers-.) R- Darmstadt, 28, Mai. Eine von 40 Studenten und Studentinnen besuchte Versammlung sandte gestern ein Begrüßungs-Telegramm an den zurzeit erkrankten russischen Dichter Grafen Tolstoi ab. — Die Ausstellung ist au oen Feiertagen außerordentlich stark besucht gewesen. ! Krefeld, 28. Mai. Gestern abend fand die konstituierende Vers ammlung des Kongreffes derchristlichenGewerkschaf- ten Deutschlands statt. Zum Vorsitzenden wurde Schiffer Krefeld, Vorsitzender des Centralverbandes christlicher Textilarbeiter Deutschlands, gewählt. Heute vormittag hielt der Kongreß seine erste Sitzung ab. Mergentheim (Württemberg), 28. Mai. Bet der Rückkehr vom Uebungsplatze in die Garnison wurde der Oberleutnant Freiherr v. Grote, Führer der 7. Komp. Nr. 122 vom Pferde so unglücklich geschleudert, daß er einen Beinbruch und nicht unbedenkliche Verletzungen am Kopfe erlitt. Karlsruhe, 28. Mai. Nach amtlichen Mitteilungen des tatistischen Amtes betrug die Einwohnerzahl am 1. April 97 699. Loudon, 28. Mai. Einer Blättermeldung aus Newyork zufolge fand gestern in Albany ein Zusammenstoß zweier elektrischer Wagen statt. Fünf Personen wurden getötet, 25 verletzt. Tanger, 27. Mai. (Reutermeldung). DaS marokkanische Torpedo-Kauonenfahrzeug „Beschir Salame" hat vom Hofe den Befehl erhalten, unverzüglich nach Mazngan zu dampfen. Telephonischer Kursbericht 3l/l% Reichaemeüre . , 98.55 8% do . . 88 05 SV* 8/g Konsole . ... 98 75 8e/o do .... 88.00 84/b°/j Heese® ... 95.30 5 Italien. Bente . . . 96.70 4% Griech, Monop.-AnL 43.50 8 0/e Portugiesen . . . 25.90 8 0/c Mexikaner , . . . 26.90 4V, % Chinesen . . . . 82.00 Kreditaktien.....217.56 Diskonto-Kommandit . . 186 40 Darmstädter Bank . . . 181.70 Dresdener Bank . , . . 148 80 Berliner Handelsgut. . . 150.81 Oesterr. Staatsbahn . . 144 30 Gotthardbahn .... 159.00 LauraMtte.....210.80 Bochum...... 190 30 Harpen er......17T 20 Tendenz fest. Meteorologische Beobachtungen der 5 ktatiou Giesieu Mai Barometer auf oo reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit CD 5 Z ? 5- Detter •g S § 8 25 9» I 744,8 + 15,8 10,7 80 ENE. 2 Regen 26. 26. 26. 27. CP bD «SS« 744,5 743,8 743,4 745,3 4- 13,5 + 18,9 + 15,6 4- 12,2 10,7 12,4 12,1 10,0 94 76 92 95 NNE. 1 Bd.Himm Regen NE. 1 Still W. 1 , 27. 2« U 745,2 + 23,4 11,3 11,8 53 W. 2 Sonnenschein 27. 1 746,3 + 15,7 89 NNW. 1 lcht.bed.Himrnel. 28. 7“ j 747,0 + 14,1 10,6 90 NE. 1 Sonnenschein Hüc Nie hste Te vrigste mperatu am 24.-25. Mai + 24.10 C. „ , + 7.8« C. Höchste Temperatur am 25.-26. Mai 4- 23.5° G. Nredrigste Höchste Niedrigste ■ u w , , , + 12.60 C. „ 27.-28. „ 25,20 C. , 27.-28. „ 10,30 C. 3831 Mim Förßkl Witwe Gießen, dm 26. Mai 1901. 02050 Gießener Volksbad Schwimmbäder Salz- unb Soolbäder Kasten Gchwitzbäder Die Beerdigung findet am Mittwoch dem 29. Mai, nach, mittags 4 Uhr, in Lauterbach statt. fugen wir Allen unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Ph. Herrmann Gießen, dm 28. Mai 1901. Schwimmbäder I Dampfbäder, Massage Wannenbäder I. u. II. Kl. Römisch-irische Bäder Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Krankheit und Beerdigung unserer lieben, unver- geßlichm Mutter und Schwiegermutter Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 27. Mai, vormittags 11 Uhr, unsere innigst geliebte Gattin, treue Mutter und Großmutter Babette Herrmann in ein befferes Jensetts abzurusen. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Brausebäder für Herren und Damen. BF Täglich geöffnet. 2981 Todes Anzeige. Am 26. Mai verschied unser liebeS Söhnchen und Brüderchen Wilhelm im vollendeten ersten Lebensjahre. Um stilleS Beileid bittet Die trauernde Familie: Wilhelm Jauz. Gießen, den 28. Mai 1901. 02049 pclnniiitnmdjiini|iii Der unterm 10. Mai 1901 gegen die Ehefrau des Korbmachers Georg Klein zu Eiershausen, Alwine geborene Sauerwald, erlassene Steckbrief wird hiermit zurückgezogen. Limburg, dm 24. Mai 1901. Der Erste Staatsanwalt. Sandgrube der Gemeinde Lützellinden, im Wald an der großm Straße, zwischen Klein- und Großm- Linden, ist auf 9 Jahre zu verpachten. Anerbietungen find bis spätestens den 8. Juni d. I., vormittags 10 Uhr, zu welcher Zeit Eröffnung statt« findet, hierhin, wo auch Be dingungen vorher einzusehen find, einzureichen. Groß-Rechtenbach, 3823 den 24. Mai 1901. Das Bürgermeister-Amt. Mittwoch den 10. Mi, nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem OrtSgericht die den Aeter Msrch Eheleuten in Gießen zugehörigen Grundstücke: Flur 25/74k/1q3 — 291 qm Hof- raite an der Chaussee, auf der Warthe, Flur 25/7468,100 — 382 qm Grabgarten daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 25. Mai 1901. Großh. OrtSgericht Gießen. ___________Gros.________3821 Versteigerung. Mittwoch den 5. ».Donnerstag den 6. Juni, jedeSmal nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlokal Seltersweg 11, gegen Barzahlung: 2 Wagen, Schränke, Sofas, Kommoden, Spiegel, Tische u. a. m. 3828 Gießen, den 28. Mai 1901. Johann, Gr. Pfandmeister. Du vermieten 02047] Kl. möbl. Zimmer zu verm. Asterweg 9, Nebenhaus rechts. Offcke 5'trllhl Molngehiifk« finden in Breme» dauernde Beschäftigung bei einem Mindestlohn von 25 Mark bei 54stündiger Arbeitszeit. Schriftlich oder münd- lich zu melden im 3825 Arbettsnachweis GewerbehauS in Bremen. Aechtveröand Hießen Lahr. Sonntag den 2. Juni 1901, nachmittags 3 Uhr anfangend: Großes Sommer fr ft in dem großartig neu renovierten Parke der IW Schönen Aussicht, -w Hroße Volksbelustigungen aller Art. ■■ Kinderspiele, als: Kletteröanm, Augetöude, Wnrstscknappeu, Sack-, Hier- und Mettkaufe«, Aallsplete rc. Auf dem Juxplatz befindet sich ein zweistöckiges Nieseu-Kgrussess, Schieß- und zehotographievrrde. Aufsteigen eines großen Luft-Ballons präzis 5 Uhr. Füllung des Ballons von 3 Uhr ab. Muds: Großes Aeuerwerk, Illumination des ganzen Markes. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein 3929 Eintritt a Person 20 F>fg. Der Vorstand. NB. Alle Ueberschüsse werden zu baren Schenkungen an arme hiesige Familien verwandt. ooocx>oooooooo